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Full text of "Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit"

THE J. PAUL GEH V MUSEUM LIBRARY 



/< 



ANZEIGER 



FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT 



Neue Folge. 



ORGA^ DES fiERMinSCHESi MUSEUMS. 




D r e i s s i g s t e r Band. 



-Tahrsaug 1883. 



Nürnberg, im Verlag der literarisch -artistischen Anstalt des germanischen Museums. 



tHE J. Paul amv rcurrco 



Redaktion des Anzeigers. 

August Essenwein, Dr. phil., I. Direktor des germanischen Mueeums. 

Georg Karl Frommann, Dr. theol. et phil., II. Direktor und Vorstand der Bibliothek. 



Beiträge 

zu vorliegendem Bande haben geliefert: 



Änemüller, B., Dr., geh. Archivar und Professor, in Rudolstadt. 

Blaas, C. M., Gymnasialprofessor, in Stockerau. 

Borch, Frhr. L. von, in Innsbruck. 

Bosch, Hans, Sekretär des german. Museums. 

Biirkhardt, Dr., Pfarrer, in Bliisien bei Merseburg. 

Distel, Th., Archivrath, in Dresden. 

Böbner, R., Dr., Archivar, in Hannover. 

Dolberg, L., Pfarrer, in Grahl (Mecklenburg). 

Eelking, Frhr. Hermann von, Dr., prakt. Arzt, in Bremen. 

Ermisch, Hubert, Dr., Archivrath, in Dresden. 

Ch'adl, Heinrich, Stadtarchivar, in Eger. 

Heinemann, 0. von, Bibliothekar, in Wolfenbüttel. 

Heyne, Moritz, Dr., Professor an der Universität in Güttingen. 

Hohenlohe-Waldenburg, Dr., Fürst Friedrich Karl, Durchlaucht, in 

Kupferzeil. 
Kaiesse, Eugen, Assistent am Museum schlesischer Alterthümer in 

Breslau. 



Korth, L., Dr., Archivassistent, in Köln. 

Mitzschke, Paul, Archivsekretär, in Weimar. 

Mörath, A., fürstl. Archivassessor, in Schwarzenberg. 

Bickenbach, P. Heinrich, Professor, in Monte Casino. 

Schneider, Friedrich, Dompräbendat, in Mainz. 

Schnell, J., Dr., Civilgerichtspräsident, in Bern. 

Schultz, Alwin, Dr., Professor an der Universität in Prag. 

Sommer, Gustav, k. Bauinspektor a. D., in Wernigerode. 

Wächter, Dr., Archivaccessist, in Breslau. 

Wackernell, J. E., Dr., Dozent a. d. Universität in Innsbruck. 

Wattenbach, W., Dr., Professor an der Universität in Berlin. 

Wernicke, Ewald, Dr., Waisenhauslehrer, in Bunzlau. 

Will, Cornelius, Dr., fürstl. Taxls'scher wirkl. geheimer Rath, in 

Regensburg. ' 

Zahn, Jos., Dr., Professor u. Dir. des Steiermark. Landesarchives 

in Graz. 
Zimmermann, P., Dr., Archivsekretär, in Wolfenbüttel. 



Alphabetisches Register 



dreissigsten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit. 



I. Aufsätze luid IVotizeii. 



„Acta Barb. Kesselerynn et Petri Kesseler de Legnicz." 224. 

Archiv, Egerer : aus demselben. 9 ff. 

Bajonnetmesser (m. Abbild.). 296. 

Basel, s. Goldschmiedezeichen. 

Bauten vom Jahre 1468 (mit Abbild.). 41 ff. 

Belagerung einer Stadt (m. Abbild.). 167 f. 

Bibart, s. Weisthum. 

■Boten, zwei, vom Jahre 1468 (m. Abbild.). 7 f. 

Bremen, s. Geschützinschriften. 

Breslau : Stadthaus das-, s. Fenstersohlbänke. 

Brief des Gabriel Holzschuher aus Indien vom Januar 1580. 153 if. 

185 ff. 
Brief von Leibnitz. 199 f. 



Brotverkauf- u. &cha.a- Ordnung für die Stadt Chur vom 13. Juni 

1408. 219 ff. 
Bücher- Anathema : Beitrag zu dems. 15. 
Chur, s. Brotverkauf-Ordnung. 
„Concert, ein schone, vom leyden Christi". 293 f. 
Doberan : Cistercienser-Abtei das., s. Heiligen Bluts-Kapelle. 
Doppeladler, kaiserlicher : Bedeutung dess. 128 ff. • 
Drahtziehbank oder Drechselbank? 258 f. 296. 
Eger, s. Archiv.! 

Einhorn- Legende : Beitrag zu ders. 138 ff. 
Femina perfida. 120 ff. 

Fenstcrsohlbänke, die reliefierten, am Stadthause zu Breslau. 35 ff. 
Findlinqe. 48. 



Alphabetisches Register zum Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Freiberg in Sachsen, s. Wettrennen. 

Gerichtshände. 224. 

Geschütze der Stadt Münden: Verzeichnifs ders. 1461, 84. 

Geschützinschriften, alte, in der Stadt Bremen. 161 ff. 

Glockeninschrift. 15 f. 

Goldarbeiterrechnung für den Herzog Wilhelm IV. v. Jülich u. 

Berg aus den Jahren 1480 u. 1481. 324 ff. 
Goldschmiedeseichen, Basler : über dies. 209 ff. . 
Grabstein, s. Thietniar. 
Hacker, Balthasar, s. Nachrichten. 
Handschrift, Wolfenbüttler : aus ders. 87 f. 
Hausrath, mittelalterlicher, und das Leben im deutschen Hause. 

(m. Abbild). 215 ff 249 ff. 286 ff. 318 ff. 
Heiligen Bluts-Kapelle d. Cistercienser- Abtei Doberan 259 ff. 281 ff. 
Heraldik, s. Notizen. 

Hochzeitsopfer in Niederösterreich : Beitrag zu dems. 41 f. 
Holzschuher, Gabriel, s. Brief. 
Indien, s. Brief. 
Inschriften. 47 f. 

InstrumenteninKentariiim einer kleinen Hofkapelle. 323 f 
Italien, s. Personennamen. 

Jülich u. Berg : Herzog Wilhelm IV., s. Goldarbeiterrechnung. 
Kesseler, Peter, s. Acta. 
Kienkok, Johannes. 80. 
Köln, Stadt, s. Schreiben. 
Königskrönung, s. Vermählung. 
Leben, das, im deutschen Hause, s. Hausrath. 
Leibeigenschaft, freiwillige: Beitrag zu ders. 131 f 
Leibnitz, s. Brief. 

Leiehenbegängnifs, königliches (m. Abbild). 85 f. 
Leyden Christi, s. Concert. 
Löwenberg (in Schlesien), s. Malerurkuuden. 

Mahler, Valentin, Contrafactor u. Eisenschneider zu Nürnberg. 296 f 
Malerurkimden aus Löwenberg in Schlesien. 221 ff. 
ilfmto-siMcÄ; des Nürnberger Uhrmachers Nie. Münch. 1640. 124 ff. 
Merseburg: Dom, s. Thietmar. 
Manch, Nicolaus, Uhrmacher, s. Meisterstück. 
München, s. Notenschreiber. 
Münden, s. Geschütze. 

Nachrichten über Balthasar Hacker aus Nürnberg. 190 ff. 
Niederösterreich, s. Hochzeitsopfer; s. Urlaubkreuze. 
Notenschreiber, ein Münchener, vom 16. Jahrhdt. 14f. 
Notizen, heraldische, (m. Abbild.). 126 ff. 
Notizen, sphragistische. (m. Abbild.). 160 f. 
Nürnberg, s. Mahler, s. Meisterstück, s. Nachrichten. 
Palästinapilgerschrift des 15. Jahrb.: Fragment ders. 316 ff'. 



Paritius, Ezechiel, Hofmaler der Herzoge v. Brieg, u. seine Kunst- 
sammlung. 3 1 3 ff. 

Pelzmuster, heraldische u. dekorative, s. Notizen. 

Personennamen, deutsche, in Italien. 43 fl'. 

Pfählen: zur Geschichte dess. {m. Abbild). 88. 

Megiomontanus, Johannes, s. Schreiben. 

Beichsfilrstenstand, neuerer : über die Entstehung dess. 289 ff. 

Beichsge^etze, s. Unsicherheit. 
'Sassendorf : Salzwerke das., s. Schiedsspruch. 

Sassendorp, Florinus, Ritter von, s. Schiedsspruch. 

Schädigung eines Vertriebenen. 195 ff. 

Schiedsspruch zwischen Ritter Florinus von Sassendorp und der 
Bürgerschaft von Soest über gemeinschaftliche Besitzrechte 
an Salzwerken in Sassendorf, Kr. Soest. 1285, April 13. 192 ff. 

Schiffe, s. Wagen. 

Schlitten, s. Wagen. 

Schreiben eines Johannes Regiomontanus an die Stadt Köln, d. d. 
Erfurt 1563, Febr. 22. 263 f. 

Schwertinschriften, deutsche. 16. 

Schivurmesse : die Sage von ders. 85 ff. 

Siegelkunde, weifische : Beitrag zu ders. 197 f 

Soest: Bürgerschaft das., s. Schiedsspruch. 

Sprache, bündnerisch-romauische : Herkunft ders. 223. 

Stammbuchvers 336. 

Stangenwaffen, einfache, des 17. Jahrh. im german. Museum (m. 
Abbild.) 331 ff 

Tegernsee, s. Verse. 

Thietmar, Bischof: Grabstein dess. im Dome zu Merseburg (m 
Abbild.). 80 ff 

Trabantenwaffen des 16.— 18. Jahrhdts. 

Turnier. Abbildung vom Jahre 1468. 

Ulinger, s. Volkslied. 

Universitätsstipendien : zur Geschichte ders. 37 ff. 

Unsicherheit der Reichsgesetze. 323 ff. 

Urkunde u. Chronik. 333 ff. 

Urlaubkreuze, die sogenannten, in Niederösterreich. 

Vermählung a. Königskrönung (m. Abbild.). 163 f. 

Verse zum Lobe von Tegernsee. 33 ff. 

Volkslied vom Ulinger. 335 f. 

Wagen, eigenthümliche, Schiffe und Sehlitten vom 15.- 
(m. Abbild.) 57 ff. 

Weisthum, Bibarter, aus dem 15. Jahrhundert. 13 f. 

Weifen, s. Siegelkunde. 

Wettrennen zu Freiberg in Sachsen (1490.) 264. 

Windcsurtel, das. 8;i. 

Wolfenbüttel, s. Handschrift. 



(m. Abbild.). 
193 f. 



Iff 



223 f. 



-18. Jahrhdt. 



II. Iiitcraturaiizc'igcii. 



Heyne, Moritz, Kunst im Hause. lÜ8f. 
Jahrbuch der Königl. Preufsischen Kunstsammlungen 349 ft'. 
Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kai- 
serhauses 349 ff. 
Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 351 f. 
Kummer, Karl Ferd., Erlauer Spiele. 277 f. 
Löffelholz von Kolberg, Oettingana. . . 278 f. 
Mayer, Anton, Wien's Buchdruckergeschichte 1482—1882. . . 276 f. 



Mothes, Oskar, die Baukunst des Mittelalters in Italien von der 
ersten Kulwickluug bis zu ihrer höchsten Blüthe. 104. 

Müller, Hermann Alexander, Lexicon der bildenden Künste. 3051. 

Museum, herzogliches, (zu Braunsclnveig). Führer durch die Samm- 
lungen. 174 f. 

Walle, Peter, der Stiftungs- Altar des Grafen Rochus zu Lynar, 
kurbrandenburg. Baumeisters, in der Nicolai-Kirche zu Span- 
dau. 108. 



BTÜmber^. D«b Abonnement dea Blat- 
tes, welches alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen und betrügt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreicha 3 fl. 3G kr. im 24fl..Fu88 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutscheu Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. 11 rue da Lille ; für 



ANZEIGER 



FÜR mm DER 



Neue Folge. 




England bei Williame & Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent -Garden in Jjondou ; 
für Nord-Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege dos 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 





Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 



Januar. 



Wissenschaftliche Mitlheiluiificn. 



Trabantenwaffen des 16.— 18. Jahrhunderts. 

Im Gegensatze zu den Kriegswaffen, welche die Erfechte 
des Mittelalters auf Stangen führten, und bei denen die 
Form nur aus der Verkörperung des Grebrauchszweckes ent- 
standen ist, hatten die Stangenwaffen der die Fürsten be- 
gleitenden Trabanten im 16. und 17. Jahrhundert nur 
nebenbei die Aufgabe, auch einmal ernstem Zwecke zu 
dienen, dagegen der Hauptsache nach die Bestimmung, 
der Umgebung des Herrn jenen Glanz zu verleihen, der 
nothwendig schien, wo er mit andern in Berührung kam. 
Und was die hohen Herren thaten, ahmten die gestrengen 
Herren in den Städten nach. So wurden die Stangen selbst 
mit eingestochenen Verzierungen , mit Ueberzügen aus 
Leder und Sammt versehen, die Eisen mit Aetzungen und 
Tauschierungen geschmückt. Wir bilden in Fig. 1—6 
sechs verschiedene solche Stücke aus unsern Sammlungen, 
welche der Zeit vom 16.— 18. Jahrhdt. angehören, im 
sechsten Theile der Originalgröfse ab. 

Fig. 1 ist eine Partisane vom Beginne des 16. Jahr- 
hunderts und hat eine leider stark beschädigte Stange, 
die ehemals mit gekreuzten Lederriemchen benagelt war, 
von denen nur Bruchstücke vorhanden sind. Eine grüne 
Seidenquaste schliefst die Stange ab. Der Hals des Eisens 
hat einen Knebel; das Eisen ist blattförmig, grofs und 
breit, am untern Ende zu 2 leichten Ohren ausgetrieben. 
Der untere Theil des Eisens ist dunkel, der obere blank. 
In dem dunkeln Theile sind Verzierungen mit Gold und 
Silber tauschiert, die allerdings theilweise schon ver- 
schliffen sind. In Fig. 7 geben wir die Hälfte einer Seite 



in Originalgröfse. Die Herkunft des Stückes ist uns un- 
bekannt. Es befand sich schon in der frhrl. von Aufsefs'- 
schen Sammlung. Der in Fig. 2 abgebildete Spiefs ist 
in mehreren Exemplaren vorhanden, die sich in einem 
Magazine des städt. Bauhofes, der Peunt, zu Nürnberg, 
befanden. Auch hier ist das blattförmige Eisen, sowie 
der eine lange Tülle bildende Hals reich mit Ornamenten 
bedeckt. Fig. 8 zeigt eine Seite des Halses in Naturgröfse, 
Fig. 9 in Naturgröfse die Aetzung des Blattes. Die In- 
schrift »Göherdt auff die peüntff zeigt, dafs der Ort, wo wir 
sie fanden, auch der ursprüngliche Bestimmungsort ist. 
Es trugen also wol die Diener des obersten Baumeisters 
diese Spiefse. Die geätzten Verzierungen mit ihrem, der 
orientalischen Kunst entnommenen, aber ganz abendlän- 
disch ausgebildeten Ornamente sind sehr schön. Sie erinnern 
an jene, welche W. Jamitzer mit Vorliebe verwendete, und 
die P. Flötner durch seine Veröffentlichungen populär ge- 
macht hat, so dafs sie in alle Gebiete der dekorativen 
Künste Eingang fanden. Fig. 3 gibt eine reich geätzte 
Hellebarte wieder, die auf ihrem Beile das Wappen von 
Kurköln mit bayerischem Herzschild, darunter die Buch- 
staben E. G. und auf der rückwärtigen Hacke die Jahres- 
zahl 1394 enthält. (Ernst, Herzog v. Baj-ern, war Kurfürst 
V. Köln 1383—1612.) Das Beil hat vollständig ornamen- 
tale Form angenommen. Die Stofsklinge dagegen zeigt sich 
trotz ihrer zierlichen Ornamentik noch als furchtbare Waffe. 
Das Wappen von Salzburg, und zwar des Erzbischofs Marc 
Sittich von Hohenems (1612—1619), trägt die geätzte Kuse 
Fig. 4, während die Partisane Fig. 3 das seines Nachfolgers, 
des Grafen Paris v. Lodron (1619—1633), und die Jahreszahl 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



F;g. 1. 



Fig. 2, 




Fig. 6. 



Fig. 3. 



s 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



6 



1620 zeigt. Fig. 3 und 4 sind aus dem Augsburger Zeug- iiat, obwohl ja im einzelnen die Wandelung der Zeit nicht 
hause, Fig 5 und 6 als Dupletten des kgl. baver. Natio- zu verkennen ist, doch den Gesammtcharakter der vor- 
nalmuseums in München in das Museum gekommen. Die hergehenden Stücke. Charakteristisch ist die Posamen- 





r.FAÜ<ElSEN:sc. 



Fig. 7. 



Kg. 9. Fig. 8. 

Partisane Fig. 6 trägt das Wappen des Herzogs von Fran- tierarbeit der grofsen Quaste, aus welcher das Eisen 
ken und Fürstbischofs von Würzburg Christoph Franz herauswächst. 



von Hütten (1724—1729) und die Jahreszahl 1726, und 



Nürnberg. 



A. Essen wein. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Znei Boten vom Jahre 1468. 



Aus dem Melusinenmanuskripte des Museums gelten 
wir in Fig. 1 und 2 zwei Szenen wieder, in welchen Bo- 
ten auftreten. In Fig 1 sehen wir den Grafen Raimund 
und seine Gemahlin Melusine auf erhöhtem Sitze in einem 
Gemache ihres Schlosses Lusinien, wo ihnen ein Bote die 
Kunde bringt, dafs ihre beiden Söhne üriens und Gyot 
zu Königen von Cypern und Armehien gekrönt seien. Der 
Bote ist eine sehr interessante Figur. Die Stellung zeigt, 
dafs er ermüdet ; es scheint sich aber auch der niedere 



seinen Bruder, den König von Böhmen, in Prag belagern. 
Der junge, blondlockige Bote ist, wie seine ganze Haltung 
zeigt, ein junger Mann aus vornehmem Stande, der, wie 
die Erzählung sagt, geritten kam, weshalb er mächtige 
Rädersporen an den scliwarzen Lederschuhen trägt, deren 
Umschlag rothes Futter erkennen läfst. Seine Beinkleider 
sind roth, ebenso der Mantel, während der Rock grün, 
der Mantelkragen blau ist. Der 'Hut ist schwarz. Der 
Jüngling läfst sich zierlich vor dem Könige auf die Kniee 



rig. 1 




' Fig. 2. 




Stand in der ganzen Haltung auszusprechen. Er trägt 
schwarze Schuhe, grüne Beinkleider, rothen Rock und 
Hut, grauen Mantel , aus welchem sich die grüne Gugel, 
die das Haupt verhüllt und das Haupthaar deckt, heraus- 
hebt. Der Mantel ist auf der rechten Seite des Trägers 
offen. Auf der Brust ist ein kleiner Schild befestigt. Die 
Fig. 2 zeigt einen Boten, der dem Könige von Sachsen 
(in späterer Zeit wird er als König von Elsafs von dem 
Volksbuch bezeichnet) die Kunde bringt, dafs die Türken 



nieder. An der Figur des Königs interessiert uns der 
turbanartige Kopfbund, aus welchem sich die Zacken der 
Krone herausheben, und das ärmellose Uebergewand mit 
den langen Schlitzen zum Durchstecken der Arme. Es 
scheint mit hellem Pelz gefüttert und verbrämt zu sein. 
Das Dolchgehänge scheint aus Stoffwulsten zu bestehen 
die kugelartigen Wulste sind blau, die längeren grün. 

Nürnberg. A. Essenwein. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



10 



Aus dem Egerer Archive.*) 

6. Eine Judenordnung vom Jahre 1449. 
Wir, Burgermeister, Rat vnd gemeyn der Stat zcu 
Eger Bekennen offenlich an diesem brief vor allen den, 
die in sehen oder hören lesen, das wir haben eingenomen 
(aufiienommen) Mo|51ab Juden, den Hasen, Menczl Smohel, 
Juda vnd zacharias, des kätschmans Sun vnd dy katsch- 
manyn mit allen iren erben vnd enicklen (Enkeln), das 
sie sullen , sein vuser Juden vnd mugen bey vns wonen 
in vnser Stat vnd sullen Burgerrecht haben, vnd wir sul- 
len sie verteidigen als ander vnser Burger, als nemlich 
von walpurgis nehstkomend zehen gancze Jare nachein- 
ander vor eym ydermeniglich , er wer awjJwendig oder 
Innwendig, geistlich oder werntlich (weltlich), (vor) ge- 
richten, sie weren heimlich oder offenwar. So sullen wir 
sie alle beschuczen vnd beschirmen, sie, ire weih, ir er- 
ben, ir tochter manne oder (die in) zukünfftigen dingen 
ir tochter oder eniklein man mochten werden, die weil 
(so lange) sie vngescheiden von irem brote sind, onge- 
uerd, Vnd all ir gesinde, ir leip, ir gut vnd all ir habe 
vor eym ydermeniglich, des besten (so gut) wir kunnen, 
ongeuerd, also das sie vnser Juden sind. So mugen sie 
leyhen ir geltvff gesuch') vnd allerley handlung, die from- 
men erbaren Juden geworilich ist vnd getreiben mügen. 
Auch sunderlich wollen wir sie verteidigen gen dem Hei- 
ligen Romischen Reich vnd der Cron zu Beheime nach 
aw(5weisung der freiheit, die wir haben von vnserm gne- 
digen hn. dem keyser vnd kunigen von Beheime ; dobey 
sullen wir sie genczlich behalden, des besten wir kirnnen 
vnd mügen, on iren schaden, ongeuerd. auch sullen wir 
sie bey allen Jüdischen rechten lassen vnd volkUmlich 
dobej behalden mit ir schule, kirchofe vnd Selhaws ; vnd 
mugen zu In nemen in denselben geschoji einen Judischen 
meister, der dieselbe Schule vnd das Judisch recht regi- 
ret, vnd (einen) sanckmeister vnd was zu Schulen vnd 
Selhaws vnd kirchofe gehöret, als es von alter herkomen 
ist, vnd sullen in allen sachen als gut recht haben, als 
die vorbenanten wirtt.^) doruber sullen wir keinen andern 
Juden zu In zyhen lassen, es sey dann, das vns die el- 
desten zwen oder ir vorsteer awji den vorgenanten Juden 
dorvmb bitten, vnd wer auch, das ir keiner*) der Juden 
vnbescheiden wer oder würde, dona(c/0 irtumb entsteen 
mocht, das sol die Judischeit brengen für vns, den Rat, 
vnd wir, der Rat, süUen In vei'weisen von der Judischeit 
wegen vnd die eldesten vns, den Rat, bitten, das wir In 



1) Vgl. Nr. 1 und 2 im Anzeiger v. 1880, Sp. U3— 145, Nr. 
3—5 im Anzeiger v. 1881, Sp. 173 — 176. 

2) der Gesuch , Zins von geliehenem Geld ; Schmeller-From- 
mann II, 216. 

3) Familienhäupter, Hausherren; Schmeller-Fr. II, 1010, 1, b. 

4) irgend einer ; Schmeller-Fr. I, 1254. 



heyssen hinweck zihen in einem vierteil Jars, vnd sullen 
In genczlich darczu bcholffeu sein, das es zugeet, vnd 
sullen In volkumlich mit seiner habe vnbeschedigt lassen 
weck zyhen. Auch haben wir In die macht geben vmb 
die Schalans^) Juden, die da pflegen zuwandern durch 
dy landt, die da vngewerlich") weren vns, der Stat, oder 
In, das sie die mügen straffen oder verweisen aw(S der 
Stat; bedurfften sie vnser darczu. So sullen wir In dar- 
czu beholffen sein vnd, was dieselben Juden dawider secz- 
ten oder redten, das soll In vnbehulfflich') sein vnd den 
Juden ongeuerde, vnd Sol In von vns zu keinem schaden nit 
komen. Auch, ab (ob, tcenn) sie solten gelt aufheben zu 
geschoß oder andern, das sich vnter der gemein von redli- 
chen schaden gehurt, wer dann, das sich ymand dawider 
seczte, wenn vns dann die eldesten oder die vorsteer von den 
gnanten Juden anrüffen, So sullen wir In vnsern knecht 
leihen, das man die Juden dorumb pfend; wer es auch, 
das sich die Juden da wider seczten oder redten, das sol 
In alles vnbehulfflich sein vnd den Juden ongeuerde. 
Wer auch, das ymand den Juden zuzusprechen^) hett, 
vmb welcherley schult oder sach das wer, der sol die 
Juden laden für vnsern Rat ; So sullen wir die sach sel- 
ber verhören vnd sie entscheiden mit recht; auch, spricht 
der Jude »neyn« vnd ist vngescholden an seinem, So sol 
er mit seinem neyn douon komen vnd mit Irem Judischen 
recht vnd iren ayd thun auf Moyses puch, als vor alters 
herkomen ist, vnd die cleger sullen In doran lassen ge- 
nügen ; wenn auch die Juden den clegern sulch recht 
teten. So sullen sie der schult ledig vnd loz sein. Auch, 
ab der Jude Stammelte an seinem ayd on arglist, das 
sol den Juden nit zufare steen') gen dem Richter vnd 
dem cleger vnd sol daran nit zuschaden komen. Auch, 
wolt ymand dy Juden schuldigen mit gezewgen, der mag 
sie über zewgen mit fromen Gristen vnd Juden, die won- 
hafft In vnser Stat sind, vngescholden an irem' rechten. 
Auch, ab sie zuschicken betten vor vnserm gerichte. So 
sullen sie das halden nach vnser Stat gewonheit vnd 
lewfften, vnd wir sullen den Juden helffen on aufzugk 
(Aufschuh) vnd ongeuerde slewniglich (schleunig) gulde 
oder recht von allen den, dy In vnser gericht gehören, 
oder der wir mechtig sein, on aufzugk vnd ongeuerde, 
vnd wir sullen In gehulfflich sein, zupfenden varend habe, 
erb vnd gut zu Stat recht vnd gewonheit, wie das vor 
alter herkomen vnd recht ist. Sunderlich wir sullen sie 
bey allen freyheiten vnd gnaden, ab (ob, wenn) die nicht 
berurt weren in disem brief, dy die ersten Juden, die 

5) schalanzen, schalatzen, herumschlendern, umherziehen, vagari; 
Schm.-Fr. II, 393. 

6) ohne Gewähr, unsicher, gefährlich; Schm.-Fr. II, 979. 

7) zur Ausflucht, Ausrede nicht dienlich ; Schm.-Fr. I, 1093. 

8) anfordern, Ansprüche machen ; Schm.-Fr. II, 698. 

9) zu Gefahr, zum Nachtheil gereichen; Schm.-Fr. I, 740. 



11 



Anzele-er für Kunde der deutschen Vorzeit. 



12 



vor (vordem) hye gewont sein, gehabt haben, lassen blei- 
ben vnd wir wollen sie In pessern vnd nicht ergern (ver- 
schlimmern). Auch so sullen vns dy Juden geben vnd 
reychen hundert vnd dreyvnddreissig guidein Reynisch 
zu zinß vf sand walpurgen tag, darnach alwege ye vf 
sand walpurgen tag Jerlich zweyhundert guidein, die 
vorberurten gesaozten Jar aws vnd aws. Sie sullen vns 
auch Sunderlich zu erung geben zweyhundert guidein 
vnd nas die beczalen mit dem obgenanten gesehoß von 
walpurgis über ein Jar. Auch was vnser Burger vnd 
lewtt, die vns zusteen, schuld vber funff guidein zu In 
nemen, sullen si leihen funff guidein vmb ein groschen 
zu iglicher wochen ; vnd das haben wir der Statt zu bi- 
ten (bieteyi, leisten) vf Sechs guidein ein guten groschen 
zu iglicher wochen ; doruber sullen wir die Juden nit 
besweren, vnd sie sullen mit sulchem vorgenanten ge- 
schos entbrochen (überhoben) sein allerley beswerung, 
wie sich die verlawffen mochten vnd das menschlich art 
erdencken mochte, vnd wir wollen In gnedig sein In 
allen Sachen vnd wollen sie von der Stat wegen halden, 
das sie von vns, der Stat, vnuerterbt bleiben sullen. Wer 
auch, das die genanten Juden boten (bäten), ir kinder, 
eydem, bruder, freundt oder frembde vber die genanten 
wirtt") ein zuuemen, das sol steen an vns vnd der Ju- 
discheit nach müglichen Sachen, was sie zu geschos ge- 
ben, vnd sullen alle recht haben, als die vorgenanten 
Juden. Auch haben wir , ab (ob) ein Jude oder mer in 
den gesaczten Jaren wold von vns zyhen aws der Stat, 
die mugen offenlich mit ir habe von vns zihen, dy sullen 
wir lassen geleitten ye vir meil wegs von vns vnd In 
ein gut gleit geben, Jar vnd tag dar zu ligen vnd ir 
schuld einzumanen nach awjisag der Judischcit, die da 
bleibt, doch also, wer da bleibt von der Judischeit, dy 
sullen vns vnser zinji zweihundert guidein aw|irichten 
vnuerrucklich vnd vns doran nichts abgeen. Ader wol- 
den die Juden ander Juden zu In nemen, alsuil vnd der 
(so viel deren) wegk gezogen weren, die In hulffen. den 
seho|5 awjirichten nach dem, als vor geschriben stet, die 
sullen wir einnemen in aller maß, als vor berurt ist. 
Auch wenn die zeheu Jar, von walpurgis nehstkomend 
nach einander zurechen, aws vnd vergangen sein, So sol 
dise verschreibung vnd eynunge auch abe (abgeihan) sein 
vnd fui'der kein krafft mer haben vnd dy Schule, freit- 
hofe vnd Selhaws wider auf das Rathaws treten in maßen, 
als vor ; dann vertragen oder eynen sie sich in der zeit 
icht") verrer oder anders mit vns, des mugen si sich 
aber (wieder) halden. Sulcher Sachen aller ist ein be- 
teidiger'^) gewesen der Edel herre Mathes Sligk, dy zeit 
vnser pfleger; vnd das nu das alles also gehalten werd, 
als oben stet geschriben , So geben wir, Burgermeister, 

10) Vgl. oben Anm. 3. 11) etwas, in etwas, irgend; Schm.-Fr. I, 30. 
12) beteidigen, einen Vertrag aufrichten, scbliefsen; Scbm.-Fr. I, 585. 



Rat vnd gemeyn, disen brief mit aller vnser willen vnd 
wissen mit vnserm grossem anhangendem Insigil versi- 
gilt, der geben ist nach X' (Christi) geburt virczehen- 
hundert Jar vnd Im XL Villi Jare, am dinstag nach 
Quasimodogeniti (22. April 1449). 

7) Zur Frage der Unfallversicherung. 
Wir, der Purgermaister vnd Rat der Stat czu Eger, 
Bekennen offenlich an diesem briefe allen, die In sehen, 
hören oder lesen : Wann sich bey vns hat verloffen , das 
vnser Statschroter ') vnserm mitburger, dem Frantzen 
Jöhel, czway vas Weins in seinen keller lassen schölten, 
als sie vor offt betten getan, vnd als sie aber ayn vas 
hinein betten gelassen vnd daz ander hynnach Hessen, 
da brach der Stock vor dem keller in der erden ab, daz 
In das vas vberhandt nam vnd mit gewalt in den keller 
lief vnd der Schroter ayn (einen), Virich Payer genant, 
tzu tode sties, dem got gnade. Vnd dorumb der Hanns 
krynys, desselben Virich Payers seiligen prüder, vnd des- 
selben Virich Payers eliche wittib daz recht anrufften 
vnd darumb für vns in vnsern Rat kamen vnd begerten 
pesserunge (Ersatz) von dem Franczen Jöhel des, das 
(darum, dafs es) an seiner arbayt waz gescheen ; vnd 
sie plieben des rechten darumb payderseyt bey vns. Also 
haben wir daz nach allem herkomen vnd auch des 
die Schroter vmb Iren Ion da gearbayt haben, 
rechtlichen awsgesprochen vnd den Franczen Jöhel vnd 
alle die seinen mit rechtem vrtayl slechtlichen (schlecht- 
hin) ledig, los vnd frey von In getaylt, daz sie In, noch 
Iren erben, noch nachkomen vmb die sache nichts pflich- 
tig sein zuthun weder vil, noch wenyg, ongeuerde. Vnd 
ich, Melchior Türler, die czeyt Richter czu Eger, Bekenne 
auch offenlich an diesem briefe, daz ich dabey gegenwer- 
tig gewesen pin vnd mir wissenlich ist, daz die obge- 
schrieben sache in dem Rate hie czu Eger mit rechte 
ist awsgesprochen worden, als Oben geschrieben stet, 
vnd ich hab des von Gerichts wegen czu bekentnüsse 
mein aygen Insigel an diesen brief gehangen vnd czu 
merer sicherhait haben wir, der Rat, gehayssen den Ni- 
clasen Gvracrawer, die czeyl purgermaister, vnd den Sig- 
mund Ruduschen, auch vnsern Ratsgenossen, daz sie von 
vnsers gehayss wegen des czu beweysunge In on schaden 
Ire Insigel auch haben gehangen an diesen brief. Der 
geben ist an sand Gilgen (Aegidius) des heyligen Aptes 
abende. Als man czalt nach 'Cristi vnsers herren gepurte 
vierczehenhundert Jar vnd darnach in dem drey vnd 
czwenczigisten Jare (31. August 1423). 

Hei nrich Gradl. 



1) Schroter, Schröter, der Fasser vermittelst Leiterbäumen 
(Schrotleitern) auf- oder abladet (schrotet) ; Schm.-Fr. II, G13. 



13 



Aqzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



14 



Ein Bibarter Weistlium aas dem 15. Jahrhumkrt. 

Unter den wenigen Handschriften, welche sich gegen- 
wärtig noch im Archive des Marlites Bibart in Mittelfran- 
ken erhalten haben, befinden sich auch mehrere Gerichts- 
bücher. Das ältüste derselben wurde in der Mitte des IS. 
Jahrhunderts angelegt, enthalt aber Vertragsabschriften 
bis zum Jahre 1618. Zu den ältesten Aufzeichnungen in 
diesem Gerichtsbuche gehört auch das Weisthum, das wir 
weiter unten in diplomatisch getreuer Abschrift mittheilen, 
und welches beiläufig im Jahre 1454 in dasselbe einge- 
tragen worden sein mag. Der Markt Bibart,') welcher 
seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zum Hoehstifte AVürz- 
burg gehörte, war bis in den Anfang unseres Jahrhun- 
derts der Sitz eines würzburgischen Amtes und Gentge- 
richtes. 

Fol. 3» ff. Das sindt des marckts zu Bibart gewon- 
liche recht vor alter herkomenn : 

Item, es sullenn alle guter zu gericht geenn, es sein 
guter hinter (un/er) vnserm gnedigenn hernn oder hin- 
ter andern hernn vnd besunder die drew gericht zu wart- 
tenn on furgebot. Auch vnnsers gnedigenn hernn lewt 
habenn die recht, das sie annder herren lewt, die do ge- 
sessenn sindt zu Bibart pfenden mügenn mit des richters 
knecht, vmb schuld der sie nit laugenhafftig sein, auch 
desselben gleyehenn habenn der hernn lewt zu denn ge- 
sessenn lewtenn hinter vnnserm gnedigenn hernn zu Bi- 
bart. 

Item ob es wer das einer einen fleng, der solt inn 
nit ledig lassenn ann (ohne) der richters lawb (Erlaub- 
nifs). 

Item ob ein gesessner burger einenn todt slüg, so 
wer im ein amptmann nicht (sc. berechtigi) zu nemen 
alle sein habe dann newer (nur) einen zwifachen freuäll 
das sindt xzä vnnd sein kindt vnnd sein hausfrawenn 
furba|J ledig lassenn. 

Item ob ein burger ein schedlichenn mann begrieff, 
so soll- er inn nicht lassen geen vnnd ob er inn nicht 
het zu berichtenn (versehen) mit freundenn oder mit hab, 
so teylt mann seinen nachpaurnn souill die vmb inn sein 
gesessenn, das er ir genung hat zu dem rechtenn vnnd 
was das kost, das soll der gantz markt tragenn; auch 
muß er vber inn verburgenn einem vogt x % ye xxx ^ 
für ein pfuudt , die do geng vud-geb sindt in dem land 
zu Franckenn. 

Item ob ein amptraan wollt ein bütell setzenn, so 
soll er keinenn setzenn onn der schöpffenn wortt (Zu- 
stimmung), so sollenn die schöpffenn auch keinenn pütell 
setzenn ann des amptmans wortt, sunder sie sullenn ein- 
mutiglichen ein büttell setzen. 

1) Ueber die Geschichte dieses Ortes siehe hauptsächlich Nr. 
114 und Nr. 129 vom Jahrgange 1834 und Nr. 31 vom Jahrgange 
1835 der ,. Bayerischen Annalen", Abtheilung: Vaterlandskunde. 



Item es soll keiner kein acker wisenn oder hoffreit 
(Hojraum, Hof) außwechsseln onn eins vogts vnnd der 
schopfenn wortt au|i einem in das annder. 

Item denn guU weytzs denn man schuldig ist dem 
vogt denn ist man zu werenn (geioiihren, leisten) bey der 
metzenn, die do gong vnd gemein ist zu Bibart. 

Item es ist gewonlichen vnnd recht ob ein gesess- 
ner burger wollt nit lenger sitzenn bey vnns, so sollt er 
vrlaub forderrn ann denn amptle^vtten die zu denn zeit- 
tenn do sindt, die annders hinter dem stiefft gesessenn 
sindt, das soll man im gebenn vnnd seins eids ledig sein 
au(5genommenn ob er schuldig wer seinenn mitburgernn, 
die hinter dem stiefft gesessenn sein. 

Item ob einer ein gefangen het vnnd legt inn zu 
dem püttell, der büttell der darff sein nicht hütten, er 
wolls dann gern thun vnnd der inn gefangenn hat, der 
behüt in selbst oder laß es pleybenn. 

Item ob einer für gericht keme vnd einem zusprech 
(anfordern, anklugen) , der xxjar bej eernu wer gewe- 
senn oder xxx vnnd vor venu im nichts nye keines rech- 
tenn begert vnd pringt ers für gericht mit des gerichts 
botenn, so soll er im anttwurttenn vmb hew ^) er im zu- 
spricht. 

Item ob einer für gericht keme vnnd einen beklagt 
vmb gelt schuld vnnd gener (jener) in darfur rechten 
wollt vnnd genn (jenen) deucht er thet im vnnrecht so 
mag er inn nicht wider treybenn, er hab dann ein 
schopffen oder zwenn, das er vor ein verleumetter man 
sey, es sey dann vmb erb oder eygenn. 



Schwarzenberg, im Oktober i88ä. 



A. Mürath. 



2) umb hew ^ umb wen , mhd. umbe wiu (Instrumentalis von 
waj), um was, warum. Schmeller-Fr. II, 827. 



Eiu ^luiichener iVotenschreiber vom 16. Jahrhdt. 

In der Müuchener Handschrift Lat. 27008 saec. XVI. 
sind Lamentationes mit Musiknoten geschrieben; auf der 
ersten Seite nennt sich, wie schon im Catal. II, IV, 233 
bemerkt ist, der Schreiber : 

Gerhart Feinheintz Buchschreiber zu München An 
der branderßerß gassen in deß gengerß stadel oben in. 

Im Namen der Gasse scheinen einige Buchstaben aus 
Versehen wiederholt zu sein ; es ist die Brandersgasse, 
jetzt Prannergasse. Darunter stehen noch einige Sprüche, 
welche aus der Vorlage mit überschrieben zu sein schei- 
nen, und von denen der letzte einige Beachtung in An- 
spruch nehmen mag. Sie lauten : 

Nullus regere intendit qui arte canere nescit. 

Non vox cantorem facit set artis documentum. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



16 



Bestia est cantor qui non canit arte set usu. 
Non sufficit solum boare. set eciam alios musicam 

informare. 
Anglici jubilant. Frantzigene eantant. moderni 

ullulant. 
Berlin. W. Wattenbach. 



Zum Bücher -Anatliema. 

Bekanntlich finden sich schon im frühen Mittelalter 
in Büchern Yervvünschungsformeln gegen etwaige Ent- 
wend^r derselben. Ich erwähne hier nur das mit Gold 
und Silber auf Purpurpergament verzeichnete Anathema 
im Evangeliencodex des Bischofs Heinrich von Würzburg 
(f 1018) in der dortigen Universitätsbibliothek und be- 
merke dabei, dafs nach meiner Ansicht geschriebene 
Sprüche in Büchern der neuern Zeit, wie: 
»Dieses Buch, das ist mir lieb, 
Wer mir's stiehlt, der ist ein Dieb, 
Und wenn ich ihn ertappe. 
So krieg ich ihn bei der Kappe, 
Es mag sein Herr oder Knecht, 
So ist ihm der Galgen gerecht« u. a. m. 
auf diese Sitte zurückzuführen sind. Mit dem eben an- 
geführten Verse sind übrigens zu vergleichen: Rochholz, 
alemannisches Kinderlied, S. 53, Birlinger, »Nimm mich 
mit!« S. 328, Simrock, das deutsche Kinderbuch, S. 98, 
sowie aus älterer Zeit der niederdeutsche Reim: 
»Dyt bock hört Metken vam holte 
De dat vint de do dat wedder 
Edder de duvel vorbrent em dat ledder, 
holt dy.« (s. Pölchau, das Bücherwesen im 
Mittelalter, S. 16.) 

Stocker au in Niederösterreich. G. M. Blaas. 



Glockeninsclirift. 

Eine Glockenschrift, die im Anzeiger 1876, Sp. 359 
mitgetheilt worden : ^L^ und zu welcher der Einsender 
bemerkte: »Eine Bedeutung ist schwerlich darin zu su- 
chen«, scheint mir eine Anrufung der heil. Anna zu ent- 
halten und auf die feststehende Thatsache hinzuweisen, 
dafs man die heil. Anna gegen Gewitter, Dämonen etc. 
angerufen. Ich verweise dabei auf eine Gloekeninschrift 
zu Steinerberg in der Schweiz (Kanton Schwyz) : 



»Anna fugat Sathanam, quo nomine fulmina pello: 
Solvitur in pluvias grandoque durus aquas.» 
(Geschichte von Steinerberg von Fafsbind; un ge- 
druckte Handschrift in Einsiedelu.) Eine Glocke zu Anna- 
berg (Sachsen) vom Jahre 1516 trägt neben dem Bilde 
der heil. Anna die Inschrift : 

»Quae potes immensum Anna tu fleetere Jovem, 
Pelle mala, et morbos contortaque fulmina pelle. 
Anna, du kaust den höchsten Gott 
Erwegen, hilff uns aus der Noth, 
Vertreib Kranckheit und Unglück grofs. 
Dazu die harten Donnerstöfs.« 
(Henr. Götzius , de cultu Annae , aviae Christi , in 
Misniam invecto, Lips. 170ä, p, 15, aus: Jenisius, historia 
Annaebergensis, p. 37.) 

Monte Gasino. P. Heinr. Rickenbach, 

Professor. 



Deutsche Schwertinschriften, 

Ein in der Alterthüuiei-sammlung auf Schlofs Vöttau 

in Mähren befindlicher sog. Zweihänder hat die Inschrift : 

PEJ « GOT * VND  SEJNER * GNAT « 

WJL * JCH * PLEJBEN * FRJE * VND ■> SPAT « 

und ein daselbst aufbewahrtes Richtschwert zeigt, auf 

beide Seiten vertheilt, die Inschrift ; 

Jesus Maria und . Joseph steh im bei. — Gott Sei . Im 
Sinder genedig und barmherzig der und in ewikt (Eirig- 
keit) a (Ameyi) — Tube Recht : und Fyrte (fürchfe) Nie- 
man U : dan Betrate (betrachte) das ent. — AVilhelm Hauser 
fi'iman und hennger. Gott genade der Seilen. — (.s^onsten 
bin Jch Jeder Zeit Wieft Jch') Mit den Schwert breit (be- 
reit). Schau Was Du Schauen kaust mit der Hand Ried (rühr) 
dog Nies (nichts) an. S.-) Hingerichtet zum tot. F. — 
C. — Zum Richter Bin ich Besteid. Verzeigen Wolle 
miers Die ganze Weld. So ich . Füere den streüg (Streich). 
Jesus Maria und Josech (Joseph) Steh Jhm Bei in dot. 
ANNO. M VI III. (1603. - Vgl. Böhm, Ueber Schwert- 
inschriften in der Zeitschr. f. deutsche Kulturgeschichte, 
n. F. III, 470 ff.) 

Stockerau i. Niederösterreich. G. M. Blaas. 



1) wiftic, schnell; vergl. Schm. -Fr. , bayer. Wörterb. II, 464: 
wif wiff, lebhaft. 

2) S gehört hinauf zu (s)onsten. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KTODE DER DEUTSCHEM VORZEIT. 



1883. 



M 1. 



Januar. 



Chronik des germanischen Miisenms. 



Nürnberg, den 24. Dezember 1882. 

Der Sclilufs des Jahres 1882 brachte unserer Anstalt noch 
einige höchst dankenswerthe Förderungen, so dafs dieselbe ein freu- 
diges Weihnachtsfest feiern kann. Besonders ermunternd ist es 
uns, dals Se. Majestät König Karl von AVürttemberg aus Allerhöchst- 
seiner Privatschatulle der Anstalt einen jährlichen Beitrag von 
400 m. allergnädigst zugesagt hat ; eine greise Reihe von neu an- 
gemekleten Jahresbeiträgen bringt das untenstehende Verzeichnil's. 
Sie kommen meist nur von Freunden, welche unsere Pfleger ange- 
worben haben, die in ihren Bemühungen nicht nachlassen, und 
denen daher hier besonderer Dank dargebracht sei. 

Durch ein Geschenk von 200 m. hat uns die Freiherrlich von 
Gienanth'sche Familie erfreut ; Frau Anna Gräfin von Buttler, geb. 
Gräfin von Stubenberg, in Graz hat uns zur Ausführung eines ge- 
malten Fensters 600 m. zur Verfügung gestellt. 

Für das Handelsmuseum haben neuerdings je einen Antheil- 
schein gezeichnet : K. de Haen, chemische Fabrik in List vor Hannover, 
und Kommerzienrath und Stadtrath Samuel Jafie in Posen. 

Es ist bekannt, dafs unsere Anstalt noch aus den ersten Jahren 
ihres Bestehens her Schulden hat, die nach und nach getilgt werden, 
und unsere Rechnung läfst alljährlich beträchtliche Posten ersehen, 
die zu diesem Zwecke, sowie inzwischen zur Verzinsung, aufgewendet 
werden. Dagegen hat die Anstalt ein eigentliches rentables Stif- 
tungsvermögen so gut wie gar nicht; denn der Betrag von 1471m. 
43 pf., auf welchen sich dasselbe beläuft, ist kaum zu rechnen ; uud 
doch würde ein solches für die spätere Entwicklung die einzige 
Garantie bieten , falls einmal das jetzt so lebendige Interesse aller 
Kreise der Kation nachlassen sollte. Ist dies auch zum minde- 
sten unter der jetzigen Generation nicht zu befürchten, so ist es 
doch sehr erfreulich, dafs auch des Stammvermögens gedacht 
wird. Es ist dies von Seite der Freiherrl. v. Tucher'schen Ge- 
sammtfamilie geschehen , welche einen Beitrag von 500 m. zum 
unveräufserlidien Stammvermögen gespendet hat. 

Unser Verwaltiingsausschnfs ,' welcher in den letzten Jahren 
durch den Tod mehrerer Mitglieder beträchtliche Lücken erhalten 
hatte, hat sich bei seiner letzten Sitzung durch Neuwahlen wieder 
verstärkt, und es haben die auf sie gefallene Wahl angenommen die 
Herren Oberstlieutenant Ising, Kommandeur des Zeughauses in 
Berlin, Hofrath Dr. F. A. v. Lehner, Direktor der fürstl. Hohen- 
zpUern'schen Sammlungen in Sigmaringen, und Dr. A. Steche, Pro- 
fessor an der technischen Hochschule in Dresden, während leider 
ein vierter Gewählter nicht in der Lage war, die Wahl anzunehmen. 

Seit VeröffentUchung des Verzeichnisses in der letzten Nummer 
wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Vereinen: Briinn. Deutscher Club 10m. 

Von Privaten: Aalen. Dr. Mezger, Helfer, 2m. Ansbach. 

Dürig, Oberstlieutenant u. Kommandeur d. 2. Ulanenregiments, 2 m. ; 
Hertter, Regierungsassessor, 3 m. ; Dr. Heuner, prakt. Arzt, 3 m. ; 
von Hörmann, Reg.-Rath, 2m.; von Leistner, rechtsk. Magistrats- 



rath, 3 m. ; Moser, Regierungsrath. 3 m. ; Dr. Pfeiffer, Regierungsdi- 
rektor, 3 m. ; Rammelmeier, Kreiskassier, 3 m.; Torrent, Apotheker, 
3 m. ; Zierer, Amtsrichter, 2 m. Arnsberg. Köhne, Oberpostdirektor, 
3 m.; von Schenk, Fabrikbesitzer, 3 m. Augsburg. Ludwig Simrnet, 
k. Professor, 3m. Barmen. E. Brüninghausen, Fabrikant, 5 m. 
Berlin. Freiherr von Feilitzsch, Referendar, 6 m.; Dr. phil. Guille- 
main 3 m. ; G. W. Gumprecht, Banquier, 3 m.; G. Lossius, Kaufmann, 
3 m.; F. Meyer. Magistrats-Sekretär, 3 m. ; M. Repenning 3 m. ; E. 
Spindler, Kommerzienrath, 50 m. ; Dr. Wilh. Stieda, kais. Regierungs- 
rath, Mitglied d. stat. Amtes d. d. Reiches, 3 m. Bremen. Aug. Gg. 
Laporte, Kaufmann, 3m. Büdingen. Dr. Brettel, Kreisarzt, am-; 
Hauner, Kaufmann, 2 m. ; Kraufser jr., Apotheker, 2 m. ; Leo, Ober- 
förster, Im.; Weil, Kaufmann, 2m.; Burgfarrnbach. Kleinleiu, 
Brauereikassier, 3 m.; Münch, k. Post- uud Bahnexpeditor, 2 m. 
Cadolzburg. Adolf Redenbacher, k. Pfarrer, 2m. Cannstatt. Dr. 
Fischer 3 m. Crefeld. Krauth, Konservator, 3 m. .Czeriiowitz. 
Frau Regina von Schuler-Libloy, Professorsgattin, 2 m. Dinkelsbühl. 
Johann Bändel, Oekonom u. Bürgermeister, in Heinersdorf Im.; 
Michael Büttner, Oekonom, in Kröttenbach (statt bisher 3 m.) 4 m.; 
Wilhelm DüU, k. Pfarrer, in Illenschwang Im.; Friedr. Dümmler, 
k. Pfarrer, in Sinbronn 2 m. ; Karl Eichbauer; Privatier, in Heiners- 
dorf 1 m. ; Julius Imhof, k. Advokat, (statt bisher 1 m. 75 pf ) 2 m. ; 
Dr. Heinrich Kockmann, prakt. Arzt, in Wittelshofen 3 m. ; Michael 
Pflanz, Oekonom und Gastwirth, in Bernhardswend Im.; Ludw. 
Sternecker, rechtskund. Bürgermeister, 4 m. ; Heinr. Stiefele, Pfarr- 
vikar, in Wittelshofen 1 m. ; Heinr. Strebel, k. Amtsgerichtssekretär. 

2 m. ; Dr. Thenn , ]>rakt. Arzt , in Wassertrüdingen (statt bisher 

3 m.) 4 m. Dresden. Gebrüder Bernhardt, Möbelgeschäft, 5 m. : Dr. 
med. G. Th Bischott' (statt bisher 3 m.) 5 m.; von Carlowitz, Majo- 
ratsherr auf Schlofs Kukukstein, 10 m. ; Gg. v. Carlowitz, Premier- 
lieutenant, 10 m. Conrad! H m. ; Dr. med. Engelbardt b m. ; Fisch- 
bach, Architekt, 5 m. ; Fraustadt 3 m. ; F. J. Friederich, Eisenbahn- 
beamter, Im,; F. A. Hartmann, Architekt, 5 m. ; L. H. W. Holding- 
hausen, Prokurist, 5 m.; C. Marschner, Hotelier, 5 m.; H. Matthä-, 
Kaufmann, 3 m. ; Schmeifser, Hofapotheker, (statt bisher 2 m ) 3 m. ; 
Warnatz, Hotliuclihändler, 5 m. Eberswalde. Dr. med. Eugen Pono- 
gen 2 m. Engerazhofen. Zodel, Maler u. Bildhauer, 2 m. Fischbach. 
Zahn, Pfarrer, 2 m. Freiberg. Ed. Leonhardt, Rechtsanwalt, 3 m. 
Fürth. J. A. Hufs, Maler, 3 m. Schw.-Gmünd. G. Bauer, Professor, . 
2m. Gundelfingen. Mendle, Benetiziat, Im. 50pf. Güstrow. Dr. 
Berghoher, Realschullehrer, 2m.; Ebert, Rathsbuchdrucker, Im.; 
Krull, Rechtsanwalt, 3 m. Hamm. Vogel, Kaufmann, 3 ra. Heilbrönn. 
Freiherr von Ellrichshausen in Assumstadt, 3 m ; Wilh. Rösch, Pro- 
fessor, 2m ; Richard Schäuft'elen senior 5 m. ; Freiherr von Trott, 
Fabrikant, 2 m. Kaiserslautern. Hans Schön, Wollkäufer, 3 m. ; 
Karl Spatz, Direktor des pfilz. Gewerbemuseums, 3 m. Leitmeritz. 
Jos. Heller, Oberrealschul-Professor, 2 m. ; Dr. Alois Kluge, Advo- 
katurcoucipient, 2m.; Anton Köhler, Lehrer d. Taubstummenin- 
stituts und Nebenlehrer am Gymnasium, 2 m.; Anton Meifsler, k. 
k. Hauptmann i. P. und Reichstagsabgeordneter, 2 m.; Jos. Sieber, 
AVeltpriester u. Gymnasialprofessor, 2 m. Leutkirch. Fritz Mohrlin, 
Schriftsteller, Im. Lindau. Eduard Eibler, Grofshändler, 25 m. ; 
Gloggengiefser, Kaufmann, 3m. ; Gombart, Notar, 3 m. Marktleuthen. 
Beyer, Bahnstationsvorstand, Im.; Dobereiner, Fabrikant, Im,; 
Diepold, Forstamtsassistent, 1 m. ; Dompart, Forstmeister, 1 m. ; Eck, 
Privatier, 50 pf. ; Heym, Pfarrer, 1 m Metz, von Furtenbach, Lieu- 
tenant, 3 m.; Dr. Scheufl'gen, Studiendirektor am bischöfl Seminar 
in Montigny, 3 m.; Wächter, Postrath, 3 m. MUgeln. M. Weifsker. 
Referendar, (statt bisher Im. 50 pf.) 3m. Nördlingen. Abele, Kauf- 
mann, 1 m. 72 pf ; -Bär, Kaufmann, 2 ra. ; Fischer, Gasthofbesitzer, 
1 m. 72 pf. ; Gofs, Bahninspektor, 2 m. ; Sigm. Hochstälter, Kaufmann, 



19 



Anzeiffer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



20 



2in.; Kolin, Kaufmann, 2 m. ; Kubitsheck, Privatier, 2 m. ; Dr. Ma- 
cher, pralit. Arzt, 2m.; Laz. Marx, Kaufmann, 2m.; Sam. Marx, 
Kaufmann, 2 m. ; Dr. Mayer, in Lauchheim 1 m. 72 pf. ; Mehl, Buch- 
händler, 2m.; Rud. Rehlen, Kaufmann, 2m.; Schönamsgruber, 
Rechtsanwalt, 2 m. ; Weidenschlager, Ingenieur, 1 m. 72 pf. ; Weiler, 
Lehrer, 2 m. ; Jakob Winter, Deckenfabrikant, 1 m. 72 pf ; Wörlen, 
Magistratsrath, 2m. Nürnberg. Dr. Gottlieb Birkner, prakt Arzt, 
Hrn.; Dr. Albrecht Köhler, kgl. Stndienlehrer, 3m. Qffenburg. 
Bender, Gymnasialdirektor, (statt bisher 2m) 3m.; Max Wenk, 
Kaufmann, 3m. Oschatz. Maier, Seminaroberlehrer, (statt bisher 
2m.) 3m.; Thost, Handelsgärtner, 1 m. Passau. Böhm, Domkapi- 
tular, 2 m. Prag. Joseph Ritter von Hüfler, k. k. Oberlandesge- 
richtssekretär, 4 m. ; Karl Rummel , k. k. Hof-Juwelier, 4 m. Re- 
gensburg. Hörburger, Realschulprofessor, 2 m.; Krafi't, Gymnasial- 
professor, 1 m. ; Schöntag, Gymnasialprofessor, 1 m. Reichenbach i. 
V. Hugo Beutler, Kaufmann, 3 ra. Salzburg. Aumüller , Pfarrer, 
(statt bisher 2 m. 40 pf.) 3 m.; Dr. Guttinger (statt bisher 2 m. 40 pf) 
3 m.; Dr. med. Joseph Hitschfeld (statt bisher 2 m. 40 pf) 3 m.; Dr. 
Sedlitzky, k. k. Hofapotheker, (statt bisher 2 m. 40 pf ) 3 m. ; Camillo 
Sitte, Architekt und k. k. Direktor an der Staatsgewerbeschule, 
(statt bisher 2 m. 40 pf ) 3 m. Schässburg. Job. Bapt. Teutsch, 
Kaufmann, 2m. Schorndorf. Arnold, Eisenmöbelfabrikant, 3m.; 
Breuninger, Lederfabrikant, 3 m. ; Fritz, Stadtschultheifs, 2 m. Stutt- 
gart. F. Dimler, Oberbaurath, 2m. Vaihingen. Dr. med. Buben- 
hofer 2 m.; Geyer, Oberamtspfleger, 2 m.; Graner, Amtsrichter, 2 m.; 
Hamm, Apotheker, 2 m. ; Kamerer, Amtmann, 2 m. ; Liebherr, Ober- 
amtmann, 3m.; Rath, Amtsnotar, 2 m. Wangen. A. Ebbinghaus, 
Papierfabrikant, 1 m. ; CI. Ebbinghaus, Papierfabrikant, 1 m. Weis- 
senstadt. Erhardt, Pfarrer, Im.; Menzel, Pfarrer, Im. Wriezen. 
Otto, Gerichtsrath, 3m.; Simon, Gerichtsassessor, 3m. Zwickau. 
Barthold, Brandversicherungsoberinspektor, 3 m.; Deutschbein, Ober- 
lehrer, 3m.; Dr. Erler, Professor u. Rektor, 3m.; Dr. Förster, 
Gymnasialoherlehrer, 2 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 
Von Privaten: Bärn. Hans Lichtblau, Freigutsbesitzer, 4m. 
Oschatz. Kopp, Banquier, Im.; Pfitzer, Fabrikant, Im. Pernam- 
buco. Friedr. Wöllhaf , Kaufmann, 2 m. Schässburg. Von einigen 
Obergymnasiasten 5 m. 44 pf Vaihingen a. E. Beck, Fabrikant, 
2 m. ; i'üscher, Kollaborator, 1 m. ; Schmidt, Kameralamtsbuchhalter, 

2 m. ; Dr. Werner, Oberamtsarzt, 2 m. ; Widenmeyer, Fabrikant, 2 m. 
Zweibrücken. Georg Roth, Fabrikant, 4 m. 

Uiisern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgescliiclitlichen Samm- 
lungen, 

(Nr. 8668-8685) 
Dinkelsbühl. Stadtmagistrat: Strohzopf für gefallene Jung- 
frauen. — Glashütte. Afsmann, Uhrenfabrikant: 3 Uhrwerke 
aus der ersten Zeit des Fabrikbetriebes der ersten deutschen Ta- 
schenuhren-Grofsindustrie in Glashütte. Um 1830. — Gratz. St ei- 
ermärkisches Landesarchiv: Copie eines Modelles zur Her- 
stellung von Siegelkapseln aus Wachs. — Leipzig. E. A. See- 
mann, Verlagshandlung: Kunsthistorische Bilderbogen, 355 — 378. 
— Nürnberg. Lambrecht, k. Bankbuchhalter: 2 Degen, 18. Jahr- 
hundert. Nister, Fabrikbesitzer: Grofser verzierter Hornkamm 
vom Beginne des 19. Jahrh. S. Pickert, Hofantiquar: Bruchstück 
einer Bronzekanone, 17. Jahrh. M. Pickert, Antiquar: 2 hölzerne 
Gliederpuppen 17.— 18. Jhrh. 2 Silbermedaillen auf Karl V. 16. 
Jahrh. Rösch, Antiquar : Bruchstücke eines Trinkglases mit 
schwarzer Malerei, 17.— 18. Jhrh. Speckhardt, Hofuhrmacher: 
Kleine Schwarzwälder Uhr mit elfenbeinernem Räderwerk, 1720 — 
1780. Damenspindeluhrwerk mit excentrischem Zeigerwerk, 1820 — 
1840. Spindeluhrwerk, 1800—1820. K. Stüller, Flitterfabrikant: 

3 Stückchen geschmolzenes Kupfer vom Lorenzer Thurmbrand. Th. 
Frhr. v. Tucher, Gutsbesitzer : Ovales Perlmutterplättchen mit dem 
Tucher'schen Wappen. 1603. — Oehringen. Reinhardt, Kaufmann: 
Vorlegschlofs, 16. Jhrh. Messingne Ohrenspritze, 16. Jhrh. — Osna- 
brück. Die Kuratel für den Organis ten Herrn Emil Weifs: 
Pedalklavier mit 2 Manualen vom Jahre 1805. — Salzungen. E. 
Lommler, Oberlehrer: Bucheinband von 1565. Kleiner Kegel, 



Kinderspielzeug, 17.— 18. Jahrb. — Tegernsee. Frau Dr. Sämer- 
Vogelmann: Steinkeil aus einem Pfahlbaue. Römische Bronze- 
münze. — Theresienthal. Reichsrath v. Poschinger, Fabrik- 
besitzer : 2 grofse geschliffene Kristallglaspokale, Imitation der Ar- 
beiten des 17. — 18. Jahrhunderts, aus der Fabrik des Herrn Ge- 
schenkgebers. 



II. Tür die Bibliothek. 

(Nr. 46,803—46,855.) 

Bächlingen. Bessert, Pfarrer: Drei pia dcsideria für die 
württembergische Geschichtsforschung. 1883. 8. — Berlin. Biblio- 
thek -Commission des deutschen Reichstag es: Katalog der 
Bibliothek des deutschen Reichstages. 1882. 8. Dr. Wilh. Stieda, 
kais. Regierungsrath: Ders , zur Geschichte des Buchhandels in 
Riga. 8. Sonderabdr. Zur Geschichte des Strafsburger Buchdruckes 
u. Buchhandels. 8. Sonderabdr. — Breslau. G. Köhler, General- 
major z.D.: Ders., die Schlachten von Nicopoli u. Warna. 1882. 8.^ 
Dorpat. Universität: Grevingk, Geologie u. Archäologie des Mer- 
gellagers von Kunda in Estland. 1882. 8. — Freiberg. Ger- 
lach 'sehe Buchdruckerei : Freiberger Stadt- , Land- u. Berg- 
kalender auf d. Jahr 1883. 4. — Glessen. Universität: Böse, Ge- 
schichte des Schienverbandes von dem Alterthume an bis zu unserem 
Jahrhundert. 1882. 4. Laspeyres, über Alter u. Wechsel der Pro- 
fessoren an den deutschen Universitäten. 1882. 4. u. 8 weitere akadem. 
Schriften nicht historischen Inhalts. — Göhren bei Woldcgk: Ge- 
sammtfamilie der Grafen v. Schwerin: Gollmert, Wilh. Graf 
V. Schwerin u. Leonh. Graf v. Schwerin, Geschichte des Geschlechtes 
von Schwerin; Th. I— III. 1878. gr. 8. — Halle. Dr. Richard 
Lehmann, Oberlehrer: Ders., über systematische Förderung wis- 
senschaftlicher Landeskunde von Deutschland. 1882. 8. Sonderabdr. — 
Hannover. Hahn'sche Buchhandlung: Kiel, die Venus von Milo. 
1882. 8. — Hildeshelm. Dr. J. M. Kratz: Ders., historische No- 
tizen über die Domherrenweinschenke zu Hildesheim. 1882. 4. — 
Innsbruck. Freih. L. von Borch: Ders., das Bündnifs mit Frank- 
reich unter Philipp von Schwaben. 1883. 8. Ders., das Schlofs der 
Karolinger an der Elbe. (Nachtrag.) 8. — Leipzig. Friedr. Brand- 
stetter, Verlagsbuchhandlung: Richter, Bilder aus der deutschen 
Kulturgeschichte; II. Bd. 5. Lfg. (Schlufs). 1882. 8. Lausitzer 
Prediger-Gesellschaft: Dies., Jahresbericht etc.; 8. Mitteilung, 
Bericht von 1881 — 82. 4. 0. Spamer, Verlagshandlung: Wagner, 
die Nibelungen; 2. Aufl. 8. Friedel, die deutsche Kaiserstadt Berlin, 
u. deren Umgebung. 1882. 8. — Mannhelm. Ileinr. Hain: Frank- 
furter Mefs-Relation etc. 1762—63. 4. Verbesserter Almanach . . . 
.auf d. J. 1785. 16. — München. Christian Kaiser, Verlagsbuch- 
handlung: Turmair, gen. Aventinus, sämmtliche Werke; Bd. II, 2. 
1882. 8. Edm. Freih. vonOefele, k. Kreisarchivsekretär : Ders. 
des Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern italienische Reise im 
Jahr 1737. 1882. 8. Neu-Ruppln. Emil Mootz, Fabrikbesitzer: 
Robertson, Geschichte der Regierung Kaiser Carls des Fünften, 
übers, von Remer; 1.-5. Theil. 1819. 8. — Neustrelitz. A. M. 
Ct und lach, Verlagsh. : Pritzbuer-Gamm, mecklenburgische Adels- 
geschlechter. 1882. 8. — Olmütz. Jos. von Engel, Kaufmann und 
Bürgermeister: Müller, Geschichte der k. Hauptstadt Olmütz. 1882. 8. 
Saliger, über das Olmützer Stadtbuch des Wenzel von Iglau. 1882. 
8. — Prag. Dr. Constantin vonHöfler, Universitäts-Professor: 
Ders., Anna von Luxemburg, Kais. Karls IV. Tochter, König Ri- 
chards II. Gemahlin, Königin von England. 1871. 4. Ders., Monu- 
menta Hispanica; I: Correspondenz des Gobernadors von Castilien 
etc. Adrian von Utrecht. 1881. 4. Ders., Abhandlungen aus dem 
Gebiete der slavischen Geschichte; I— V. 1879-82. 8. — Quedlin- 
burg. Magistrat der Stadt: Janicke, Urkundenbuch der Stadt 
Quedlinburg; II. Abth. 1882. 8. — Riga. Redaktion der Mit- 
theilungen u. Nachrichten über die evangel. Kirche 
Rufslands: Bericht über die Wirksamkeit der Unterstützungs- 
Cassa f. evang.-luth. Gemeinden in Rufsland i. J. 1881. 1882. 8. — 
Salzburg. Heinr. Dieter, Ilofbuchhandlung: Unsere Helden; VII. 
1882. 8. — Salzungen. Gustav Lomler, Oberlehrer: Erasmus 
Roterod., enchiridion railitis christiani. 1522. 8. Lambertus, in can- 
tica canticorum Salomonis libellus. 1525. 8. Rudimenta linguae la- 



21 



Anzeiger fiir Kunde der deutscheu Vorzeit 



23 



tinae. 17G4. 8. Lateinische Grammatik. Pap. Hs. 15. Jlidt. 8. — 
Salzwedel. Gymnasium: Festschrift zu der am 2. Novbr. 1882 
statttindcnden Feier der Einweihung des neuen Gymnasiums zu 
Salzwedel. 4. — Wien. J. Klein, Professor: Ders., die acht Thurm- 
hallenfenster des Colner Domes. 8. Glücksrad-Kalender etc. 1883. 4. 

III. Für das Archiv. 

(Nr. 4805.) 
Nürnberg. Hassel, Buchdruckereifaktor: Autograph Alexanders 
von Humboldt (Correcturbogen), Mai 1852. 



Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre 
1882 aufser den bereits im Laufe des Jahres im Geschenkever- 
zeichnisse und unter den ,, Schriften der Akademieeu, Museen u. 
histor. Vereine" bestätigten theils als Geschenke , theils im Aus- 
- tausche gegen unseren Anzeiger zugekommen: 
Anzeiger f. Bibliographie u. Bibliothekwissensch. (v. Petzholdt). 

,, Nürnberger. 

Ar Chief voor nederlandsche Kunstgeschiedenis. 
A.rchiv für kirchliche Kunst (v. Prüfer). 

„ für Literaturgeschichte (v. Schnorr v. Carolsfeld). 

„ für Geschichte der Medizin (v. Rohlfs). 

„ für Post u. Telegraphie. 

„ für Stenographie (v. Schallopp). 
Ausstellungs-Zeitung der bayer. Landes- Ausstellung. 
Ausstellungs-Correspondent, bayerischer (Nürnberg). 
Bar, der. Illustrirte Berliner Wochenschrift (v. Dominik). 
Bauzeitung, deutsche (v. Fritsch u. Büsing). 
Bazar, der. 

Beilage, wissenschaftliche, der Leipziger Zeitung. 
Beobachter deutscher, franz. u. engl. Herrenmoden (v. Klemm). 
Berichte, stenographische, des bayerischen Landtags. 
Bibliographie, allgemeine, für Deutschland (v. Hinrichs). 
Bibliotheca historica (v. Ehrenfeuchter). 
Blätter für Kunstgewerbe (v. Storck). 

„ für literar. Unterhaltung (v. E. v. Gottschall). 
Centralblatt, literarisches (v. Zarncke). 

„ der Bauverwaltung (Berlin). 

Daheim. Familienblatt mit Illustrationen. 
Familienblatt, deutsches, (von Schorer); mit dem ßeiblatte: Aus 

Sturm und Noth. 
Formenschatz (v. G. Hirth). 
Frauenzeitung, illustrirte. 
Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt. 
Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp). 
Gew erbehalle. 

H al 1 e 1 u j a. Organ für ernste Hausmusik (v. Becker u. Zimmer). 
Hand weiser, literarischer, (v. Hülskamp). . 
Kirchenzeitung, neue evangelische, (von Mefsner). 



Korrespondent von und für Deutschland. 

Kunstblatt, christliches, (v. Merz u. Pfannschmidt.) 

Kunst Chronik, österreichische (v. Lauser). 

Kurier, fränkischer. 

Land u. Meer, über. 

Mittheilungen des Statist. Bureaus der Stadt Leipzig. 

„ und Nachrichten für die evang. Kirche in Rufsland. 

Modenzeitung, europäische, (von Klemm). 
Mouatsblatt, ostfriesisches, (v. Zwitzers). 
Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches. 
Monatsschrift, altpreufsische, (v. Reicke u. Wiehert). 
Monatsschrift, conservative. 
Moniteur de la numismatique et sigillographie. 
Muster- Zeitung (v. Klemm). 
Natur, die, (v. Uhle). 
Postzeitung, Augsburger. 
Presse, Nürnberger. 
„ süddeutsche. 

Quartalschrift, theologische, (Tübingen). 
Reichs- Anze iger, deutscher, u. k. preufs. Staats-Anzeiger. 
Revue celtique. 

Rundschau, deutsche, (v. Rodenberg). 
Sprech-Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren- 

Industrie. 
Staats-Anzeiger für Württemberg. 
Stadtzeitung, Nürnberger. 
Statistik des deutschen Reiches. 
Statistik, preufsische. 
Viertel jähr Schrift f. Volkswirthsch., Politik U.Kulturgeschichte. 

„ f. moderne Kinder-Garderobe (v. Klemm). 

Wäsche-Zeitung (v. Klemm). 
Welt, die illustrirte. 

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. 
Wochenschrift, gemeinnützige, (Würzburger). 
Zeit, unsere, (v. R. v. Gottschall) 

Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von 
Steinmeyer.) 

„ des Anwaltvereins für Bayern. 

„ -westdeutsche, f. Gesch. u. Kunst. Nebst Korrespon- 

denzblatt. 

„ für preufsische Geschichte u. Landeskunde. 

„ für bildende Kunst. Mit dem Beiblatte: Kunst-Chronik. 

„ für Museologie u. Antiquitätenkunde (v. Gräfse). 

„ neue, für Musik (v. Kahnt). 

„ für deutsche Philologie (v. Zacher). 

„ des k. preufs. Statist. Bureaus. 

„ des k. Sachs. Statist. Bureaus. 

Zeitung, fränkische. 

„ norddeutsche allgemeine. 

„ für die elegante Welt. 



Schriften der Akademieeu, Museen und liistorisclien Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Verein für siebenbürgische Landeskunde: 
Correspondenzblatt etc. V. Jhg. 1882. Nr. 10 u. 11. Hermann- 
stadt. 8. Zur Steuergeschichte der Hermannstädter Provinz im 
15. Jahrh. HL (Schi.) — Volkszählungen im Sachsenland. Von T. 
— Aus dem Kleinscheuerner Kirchenbuch. Von W. — Gesimd- 
heitsregeln. Mitgeth. von Fr. T. — Heimische Künstler. Von W. 
S. — Zur Geschichte der Wiedertäufer in Ungarn u. Siebenbürgen. 
Von P. Schuller. — Kleine Mittheilungen. — Literatur. 

Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 



Sammlung etc. Nr. 80. üeher die Fremdwörter, besonders im 
Deutschen. Von Dr. Günther Alexander Saalfeld. 

Herald-genealogischer Verein „Adler" in Wien: 

Monatsblatt etc. 1882. Nr. 24. 8. Vereinsmittheilungen. — 
Graf Stillfried f. — Literatur. 

K. k. Central-Commission z. Erforschung u. Erhal- 
tung der Kunst- u. histor. Denkmale: 

Mittheiluugeu etc. VIH. Bd. HI. Heft. N. F. . . Mit 2 Tafeln 
u. 47 1. d. Text gedr. Illustrationen. Wien, 1882. 4. Gräber aus 
der Stradonitzer Aera und die zugehörige Wohnstätte bei Neu- 



23 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



24 



Bydzov. Von L. Schneider. — Grabungen in Visazze. Von Dr. Fr. 
Kenner. — Der sogen. Lutherische Keller in Ober-Lichtenwald. 
Von A. von Luschin-Ebengreuth. — Bauliche Ueberreste von Bri- 
gantium. Von Sam. Jenny. — Ein römisches Vorhängesehlofs in 
Aquileja. Von Dr. F. Kenner. — Der Bronzefund in der Riesen- 
quelle bei Dux in Böhmen. Bericht von Dr. St. Berger. — Das 
Dietrichstein'sche Gruftdenkmal in der Garnisonskirche zu Brunn. 
Von M. Trapp. — Ueber Archive in Nieder-Oesterreich. Von 
Adalb. Dungel. — Der Erker im kgl. Palast auf dem Wawel zu 
Krakau. Von Odrzywolski. — Ileidengräber bei Hoheubruck. Von 
Hrase. — Der Bildhauer Sebastian Carlen. Von Jos. Wastler. — 
Reise-Notizen über Denkmale in Steiermark u. Kärnten. Von Dr. 
K. Lind. 

K. K. österr. Museum f. Kunst u. ludustrie: 
Mittheilungen etc. XVIL Jhg. 1882. Nr. 207. Wien. 8. Triest. 

— Die Spielkarten in der Bibliothek des österr. Museums. Von 
E. Chmelarz. — Museumsangele^enheiten. — Kleine Mittheilungen. 

Dombau verein zu Wien: 

Dombauvereins-Blatt. II. Jahrg. 1882, Nr. 14. 8. Die Restau- 
rations-Projeote der Commission des monuments historiques. Von 
R. V. E. — Thätigkeit auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst. — 
Nachrichten vom Dome. — Vereinsangelegenheiten. 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 

Monatsblätter etc. IV. Jahrg. Nr. 2. 12. Clubangelegenheiten. — 
Nekrolog. — 

Gesellschaft für vervielfältigende Kunst: 

Die graphischen Künste etc. IV. Jahrgang, Heft III. u. IV. 
u. V. Jhg. Heft I. Wien, 1882. 2. Ferdinand Laufberger. Nekro- 
log. — Das Passionsbild im Dom zu Graz. — Recensiouen. 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 

Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 11. Graz. 8. 
Die kirchliche Bau-Tradition hinsichtlich der Centralbauten (Forts.). 

— Das Parament in der kirchlichen Kunst. — Die Restauration in 
der Franziskaner-Kirche zu Graz. 

(Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: 
Mittheilungen etc. XXII. Vereinsjahr. 1882. 8. Die Ansiedlung 
der Salzburger im Staate Georgien in Nordamerika. (Mit Abbild.). 
Von A. Prinzinger d. j. — Das Wasser in salzburgischen Flur- und 
Ortsnamen. Von Dr. F. V. Zillner. — Des Erzstiftes Salzburg 
Münzrecht und Münzwesen. Von Gustav Zeller. — Salzburgische 
Geschlechterstudien. IV. Die Tann. Von Dr. F. V. Zillner. — Die 
baierisch-österreichische Volkssprache und die Salzburger Mundarten. 
Vortrag von Dr. A. Prinzinger d. ä. — Zur Geschiclite der Salz- 
burger Weilsgeschirr-Fabrikation. Vortrag von C. Sitte. (Mit Abb.). 

— Gesellschaftsangelegenheiten. 

K. bayer. Akademie der Wissen Schäften zu München: 
Sitzungsberichte der philos. -philol. u. historischen Classe. 1882. 
Bd. II. Hft. 1. 8. üeber die Aechtheit der dem Justus Lipsius 
zugeschriebenen Reden. Eine literar. - histor. Untersuchung. Von 
V. Halm. — Das Project einer wittelsbachischen Hausunion unter 
schwedischem Protectorat 1667—1697. Von Heigel. 

Sitzungsberichte der mathemat. - physikalischen Classe. 1882. 
Heft IV. 8. 

Histor. Commission bei ders. Akademie: 
Briefe und Akten zur Geschichte des XVI. Jahrhdts. Mit be- 
sonderer Rücksicht auf Bayerns Fürstenhaus. III. Bds. 2. Abthlg. 
Beiträge zur Reichsgeschichte 1552. Bearbeitet von A. von DruiFel. 



München, 1882. 8. S. 338-648. Deutsche Reichstagsakten, IV. 
Bd. Deutsche Reichstagsakten unter König Ruprecht. 1. Abthlg. 
1400—1401. Hrsgeg. von Jul. Weizsäcker. Gotha, 1682. 8. XXIII 
u. 531 Stu. 

Münchener Alterthumsvereiu : 

Die Wartburg etc. IX. Jhg. 1882. Nr. 12. 8. Einige Worte 
zur Frage der Rottmann'schen Fresken u. ilu'er Erhaltung. Von 
Dr. C. Förster. — Vereinsangelegenheiten. — Kleine Mitthei- 
lungen. 

Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg: 

Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. XVI. Jahrg. 1882. X. und 
XI. Heft. 8. Mit Nr. 18—22 der „Mittheilungen". Das Kunstge- 
werbe in Spanien. Eine histor. Studie von F. Jännicke (Forts.). — 
A. Keim's Mineralmalerei. Von Liudenschmitt, A. Müller und Gabr. 
Max. — Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des bayr. 
Gewerbemuseums. Von C. Friedrich. — Kleine Nachrichten. — 
Literatur etc. Abbildungen: Schrank aus dem XVII. Jhrhdt. — 
Marmorfüllung am Grabmale des Kurfürsten Moritz im Dom zu 
Freiberg. — Iiitarsiafüllungen aus der Certosa bei Florenz. — 
Schmiedeiserne Lichthalter. — Schmiedeisernes Oberlichtgitter. — 
Handzeichnungeu von Pierin del Vaga. — Glasfenster von Giov. da 
Udine. — Schweizerische und deutsche Ofenkacheln. — Geschnitzter 
Holzrahmen von FruUini in Florenz. 

Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg: 

Mitteilungen etc. IV. Heft. 1882. 8. Die Korrespondenz des 
Nürnberger Rates mit seinen zum Augsburger Reichstag von 1530 
abgeordneten Gesandten. Von Dr. W. Vogt. — Wilib. Pirkheimer 
in seinem Verhältnis zum Humanismus und zur Reformation. Von 
Dr. Rud. Hagen. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur. 

Historischer Verein zu Bamberg: 
Vierundvierzigster Bericht etc. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten. 

— Geschichte der gelehrten Schulen im Hochstift Bamberg von 
1007—1803. Von H. Weber. Beilagen. 

Breisgau- Verein „Schau- ins - Land" zu Freiburg 
im Breisgau: 

Schau - ins - Land. 9. Jhg. 1882. 1. u. 2. Lfg. 1882. 4. Veit 
Webers Lied auf den ersten Burgundischen Krieg. Von F. Geiges. 

— Wie der Dr. Faust zu Staufen vom Teufel geholet ward. Von 
C. Geres. — Eine deutsche Nadelarbeit aus dem 17. Jhdt. Mit- 
getb. von F. Ziegler. — Das historische Wappen der Stadt Frei- 
burg i. Br. (Mit Abbild.) — Fragmente einer Glasmalerei aus dem 
Beginn d. XIV. Jhdts. (Mit Abbild.) — Der Schlofsberg Freiburg. 
(Mit Abbild.) 

Aachener Geschichtsverein: 

Zeitschrift etc. IV. Bd 3. und 4. Heft. 1882. 8. Aus der 
Geschichte Aachens im XV. Jhdt. Von A. v. Reumont. — Eine 
römische Villa bei Stolberg. Von F. Berndt. — Fränkische Wan- 
derungen und Ansiedelungen vornehmlich im Rheinland. Von K. 
Lamprecht. — Memorienbuch des Klosters Wenau. Von E. v. Oidt- 
mann. — Meister und Entstehungszeit der grofsen Glocke von 
St. Peter zu Aachen. Von Hugo Lorsch. — Kleinere Mittheilungen. 

— Literatur. — Vereinsangelegenheiten. 

Historischer Verein fürd. Grofsherzogthum Hessen: 

Archiv etc. XV. Bds. 2. Heft. Darmstadt. 1881. 8. Urkunden 

des 14. u. 15. Jhdts. Aus Ingelheimer Urtheilsbüchern mitgetheilt 

von Dr. H. Lorsch. — Die Klöster der Büfserinnen bei Weisenau 

und der Tertiarierinnen zu Klein -Winternheim (Schi.). Von Dr. 



Anzeiger für Kunde der deutsclit'ii Vorzeit 



26 



P. Bruder. — Ueber Joli. Gutenberg's Grabstätte und Namen. Von 
Dr. G. Frhr. Schenk zu Schweinsberg. — Aus der Geschichte des 
Dorfes Planig . • . (Schi.). Von Ernst Wörner. — Sittengeschicht- 
liches und Sprachliches aus Hessen. Von Dr. Anton Birlinger. — 
Aus der älteren Geschichte der hessischen Artillerie (Schi.). Von 
C. Leydhecker. — Ueber das Amt Laubach in seinem früheren und 
späteren Bestände. Von Friedrich Graf zu Solms- Laubach. (Mit 
einer Karte). — Der Seesieg des Landgrafen Friedrich von Hessen 
über die Barbaresken bei Goletta im Jahre 1640. Von Dr. Albert 
Duncker. — Die Münzen der Stadt Mainz. Von Paul Joseph. — 
Kleinere Mittheilungen. 

Quartalblätter etc. 1882 N. 1 u. 2. Darmstadt, 1882. 8. 
Vereinsangelegenheiten. — Die Detinitorialordnung Landgraf Georgs H. 
Von Dr. Köhler. — Beitrag zur Geschichte des heimischen Wein- 
baues, n. Von Dr. S. z. S. — Namen von Fluren, Gewannen u. 
sonstigen Oertliehkeiten im südöstlichen Odenwalde. Von Decker. 

— Densburg, der alte Name des Diensberges bei Giefsen. Von 
Dr. S. z. S. — Die alte u. die neue Burg zu Giefsen. Von dems. 

— Urkunde König Sigmunds über den Weinschank zu Mainz. 
Mitgeth. von W. Velke. — „Bockende" Bäume und Kreuze. Von 
Dr. S. z. S. — Erzbischof Adolf von Mainz ernennt seinen Pfeifer 
u. Diener Bracht zum Könige der fahrenden Leute in seinem Erz- 
bisthum und Land. Gernsheim. 1385. Dec. 9. Von dems. 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine: 

Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1882. Nr. 11. Darmstadt. 
4. Vereinsangelegenheiteu. — Längsrillen und Rundniarken in 
Nieder- u. Oberhessen. Von E. Wörner. — Zur Geschichte des 
Klosters Clarenthal bei Wiesbaden. Von F. W. E. Roth. (Schi.) 
Einladungsfchrift zu einem Schützenfest in Bingen 1618. Mitgeth. 
von dems. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur. 

Verein für hessische Geschichte und Alterthums- 
kunde : 

Zeitschrift etc. N. F. IX. Bd. 3. u. 4. Heft. Kassel, 1882. 
8. Der Lichtberger Bracteatenfund. Von W. Stern. (M. 1. Tafel). 

— Eines hessischen Gelehrten Lebenseriunerungen aus der Zeit des 
Königs Jeröme. Zwei Manuscripte des Oberhofraths Dr. Ludw. Völ- 
kel. Herausgeg. u. erläutert von Dr. Alb. Duncker. 1) Die Berau- 
bung des Museums und der Bibliothek zu Kassel durch die Franzosen 
u. der Bau des westphäl. Ständesaales ; 2) die Einnahme Kassels 
durch Czernitschef u. die letzten Tage des Königreichs Westphalen. 

— Ueber die Canal-Projecte u. Anlagen des Landgrafen Karl von 
Hessen. Von Dr. E. Gerland. — Ein Geinhäuser Kopialbuch des 
16. Jhdts. mit der ersten Erwähnung der Familie Grimmeishausen. 
Von Dr. Alb. Duncker. — Vereinsangelegenheiten. 

Zeitschrift etc. N. F. VHL Supplement. Kassel, 1882. 4. 
Das Römercastell und das Mithrasheiligthum von Grofs-Krotzen- 
burg am Main, nebst Beiträgen zur Lösung der Frage über die 
architektonische Bescbaffenheit der Mithrasheiligthümer. Von Dr. 
G. Wolif. (Mit Abbild.) — Die römischen Münzen, Stempel, Inschrif- 
ten u. Graffite von Grofs-Krotzenburg u. der Umgegend von Hanau. 
Von Dr. R. Suchier. 

Henneberg, altertumsforsch. Verein zu Meiningen: 
Einladungsschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des 
Vereins. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten. — L. Bechstein in seinen 
wissenschaftlichen Werken. Von Dr. R. Bechstein. — Versuche 
einer Zusammenstellung der Gräberfunde im Hennebergischen. Von 
Dr. G. Jacob. 



Verein f thüring. Gesch. u. Alterthumsk. i. Jena: 
Zeitschrift etc. N. F. HL (XI.) Bd. Heft 1 u. 2. 1882. 8. 

Freudcnspiele am Hofe Herzogs Ernst des Frommen von Sachsen- 

Gotha u. Altenburg. Herausgegeben u. erläutert von Otto Devrient. 
Savigny -Stiftung für Rechtsgeschichte: 
Zeitschrift etc., HI. Bd. . . 2. u. 8. Hft. (German. Abtlieilung). 

Sippe u. Wehrgeld nach niederdeutschen Rechten. Von Dr. H. 

Brunner. — Anhang: Die Quellen des sogen. Rheingauer Landrechts. 

— Aufklärung einiger bemerkenswerther Irrthümer bezüglich der 
Interpretation einzelner Artikel des ältesten Lübischen Stadtrechts. 
Von R. Freund. — Die Gerichtsbarkeit über Freie u. Unfreie nach 
ältestem Recht. Von G. .Meyer. — Weisthum und Gerichts- 
ordnung der Gemeinde Eilerstadt vom Jahre 1555. Von A. Koch. 

— Literatur. — Zur Geschichte der Besitzklagen. Von H. W. 
Münderloh. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XVIII, Nr. 21 u. 22. 4. Akademie- An- 
gelegenheiten. — Mittheilungen. — Literatur. 

Geschichts- u. alterthumsforschende Gesellsch. 
d. Osterlandes : 

Mittheilungen etc. VlII. Bds. 4., u. IX. Bds. 1. Heft. Alten- 
burg, 1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Der Schauenforst. 
Gechichtl. Nachrichten über denselben , gesammelt von Dr. Lobe. 

— Schlofs Posterstein. Von dems. — Fernere Nachträge u. Berich- 
tigungen zur Kirchengallerie. Von dems. — Die Hochzeitsordnung 
der Stadt Altenburg vom J. 1577. Von dems. — Mittheilungen 
aus der Reiserechnung einer Gesandtschaft, welche Herzog Johann 
Philipp von S. -Altenburg wegen Belehnung mit den sächsischen 
Reichs-, auch Gülich'schen u. Böhmischen Lehen und Regalien im 
Jahre 1621 nach Wien schickte. Von v. Hopfgarten-Heidler. — 
Dr. Melchior von Ossa u. die Gründung des Frauenfelses in Alten- 
burg. Von Dr. J. Lobe. — Ein peinlicher Prozefs wegen Bündnisses 
mit dem Teufel aus d. J. 1709. Von Dr. Hase. — Der flüchtige 
König Christian II. von Dänemark in Deutschland. Von Dr. J. 
Lobe. — Zwei Relationen über den Einfall Wallensteins im Coburgi- 
schen u. Altenburgischen Lande u. seinen Zug zur Lützener Schlacht 
im Herbst d. J. 1632. Von Dr. Hase. — Die Wüstungen des Amtes 
Altenburg. Von Dr. J. Lobe. — Miscellen. 

Gesch.- u. alterthumsforschender Ver. zu Schleiz: 
Urkunden zur Geschichte der Stadt Schleiz im Mittelalter. Er- 
läutert von Dr. Jul. Alberti. 1. Sammlung. Schleiz, 1882. 8. 82 Stn. 
König!. Sachs. Gesell Schaft d. Wissens eh. zu Leipzig: 
Berichte über die Verhandlungen etc. Philolog.-historische Classe. 
1881. I. II. 1882. 8. Das dalmatinisch-serbische cyrillische Missale 
romanum der Leipziger Stadtbibliothek. Von Leskien. 
Abhandlungen, Bd. VIII. Nr. IV., Leipzig, 1882. 8. 
Verein f. d. Museum schles. Alterthümer in Breslau: 
Schlesiens Vorzeit in Bild u. Schrift. 51. Bericht etc. 1882. 
8. Museums-Angelegenheiten. — Kleine Beiträge zur schlesischen 
Künstlergeschichte. 2. Zur Künstlergeschichte von Lüwenberg. 
Von Dr. E. Wernicke. — Eine Mordsühne von 1485. Von dems. 

— Beitrag zu den histor. Notizen über Ottmuth. Von A. Welzel. 

— Die Ronovation des Portals am Piastenschlofs in Brieg i. J. 1865. 
Von Louis Rosenthal. — Notizen zur Geschichte der evang. Kirche 
zu Ohlau. Von E. Flöter. — Mottos aus dem sogen, schlesischen 



27 



Anzeie;er l'ür Kunde der deutschen Vorzeit. 



28 



Wappenbucli aus der Zeit um 1575 anf der Breslauer Stadtbiblio- 
thek. Von Dr. H. Luchs. — Zusätze und Berichtigungen. 
Schles. Gesell, f. vaterl. Cultur z. Breslau: 
Neunundfünfzigster Jahresbericht 1881. 1882. 8. 
Westpreufsischer Geschichtsverein zu Danzig: 
Zeitschrift etc. Heft IX. 1882. 8. Ueber eine Reformations- 
schrift des fünfzehnten Jahrhunderts. Von J. Caro. 
Historischer Verein für Ermland: 
Monumenta historiae Warmieusis. Bd. VII. III. Abthlg. Bib- 
liotheca Warmiensis , oder Literaturgeschichte des Bisthums Erm- 
land. . . hrsg. von Frz. Hipler. Band III: Bogen 1 — 20. Briefe u. 
Tagebücher des Fürstbischofs von Ermland Joseph von Hohenzollern 
(1776-1836). Braunsberg, 1882. 8. 320 Stn. 
Verein „Herold" in Berlin: 

Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 11. 
4. Vereinsangelegenheiten. — Verzeichnifs derer, welche wegen der 
tapfern Vertheidigung Prags i. J. 1648 in den Adelstand erhoben 
wurden. Von Jos. Teige. (Schi.) — Kurze Notizen, betr. diejen. 
Offiziere u. gefreiten Corporale des ehem. Inf. Regts. Sr. Hoclif. 
Durchl. des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig u. 
Lüneb., k. preufs. Generals, deren Namen Mitglieder des Herolds 
tragen. Von Cordt von Brandis. — Bücherschau. — Der gekrönte 
Helm in den Wappenbildern und Siegeln vor dem Jahre 1400. Von 
Pastor Lieboldt. — Zur Genealogie der Familie von Falcke aut 
Kemblitz. Von Aster. — Zur Kunstbeilage. — Miscellen. — An- 
fragen etc. 

Katalog der heraldischen Ausstellung zu Berlin 1682. Im Auf- 
trage des ,, Herold-' bearbeitet von Ad. M. Hildebrandt. 2. Aufl. 
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte für Musikgeschichte; XIV. Jhg. 1882. Nr. 12. 8. 
Die Opernhäuser Neapels. Von Dr. H. M. Schletterer. (Forts.) — 
Mittheilungen. 

Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verbandlungen etc. Bd. IX. Nr. 8. Gesellschaftsangelegenhei- 
ten. — Geographische u. Literatur-Notizen. 

Gesellsch. f. Anthropologie, Ethnol. u. Urgesch. z. 
Berlin : 

Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1882. Heft V. 8. 
Verein für Gesch. u. Altertumskunde des Herzog- 
thums u. Erzstifts Magdeburg: 

Geschichts- Blätter etc. 17. Jhg. 1882. S.Heft. Magdeburg, 
1882. 8. Beiträge zur Geschichte der Buchdruckerkunst in Mag- 
deburg. Von Fr. Hülfse. (Forts.) — Die drei ältesten Willküren 
der Stadt Burg. Mitgetheilt von Wolter. — Die Stadt- u. Pfarrkirche 
zu St, Marien in Aken a. Elbe. Von W. Zahn. — Verfassungsge- 
schichte der Stadt Magdeburg bis zum Ausgange des 13. Jhdts. 
(Ein Beitr. z. Gesch. d. deutschen Städtewesens.) Von Dr. A. Hage- 
dorn. (Forts.) — Die Grabgewölbe in der St. Marienkirche zu Aken. 
Von W. Zahn. — Nekrolog des Professors Dr. Alb. Bormann in 
Magdeburg. Von K. Paulsiek. 

Kunstgewer he- Verein zu Magdeburg: 

Pallas. Zeitschrift etc. IH. Jhg. 1882. N. 12. 1 Decbr. 1882. 

4. Vereinsangelegenheiten. — Ein kaiserlicher Wappenbrief für 

Magdeburg. Von L. Clericus. (Mit Abb.) Miscellen. — Literatur etc. 

Verein für meklenb. Gesch. u. Alterthumskunde : 

Jahrbücher u. Jahresbericht etc. 47. Jhg. Schwerin, 1882. 8. 

Urkundliche MittheUungen über die Beghinen- u. Begharden-Häuser 



zu Rostock. Von Dr. F. Wigger. — Der Erbstreit um das Gut 
Pastow im J. 1386, ein Beitrag zur Kenntnifs des Schwerinschen 
Rechts. Von dems. — Michael Kopmann's Chronik St. Nicolai zu 
Wismar. Von Dr. F. Crull. — Die Dekoration des Innern der 
Kirche St. Nicolai zu Wismar. Von dems. (M. 1 Taf ) — Dr. theol. 
Hinrich Boger oder Hinricus Flexor, der Begleiter Herzogs Erich 
nach Italien 1502—1204. Von Dr. K. E. H. Krause. — Der Leib- 
arzt Dietrich Ulsenius. Von dems. — Das Bisthum Schwerin in 
der evangelischen Zeit. Von Dr. Schildt. (Mit 2 Taf.) — Die Ge- 
meinde Vellahn zu Anfang des 18. Jhdts. Von dems. — Ueber 
das Treffen bei Walsmühlen am 5. 6. März 1719. Von Köhler. — 
Die neuesten prähistorischen Funde in Meklenburg. Von Dr. Roh. 
Beltz. 

Verein für hamburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc. 5. Jhg., Nr. 8—10. 1882. 8. Zum Raths- 
weinkeller. I. u. H. Von C. Walther. — Joachim Morsius. Von 
K. Koppmann u. W. Gläser. — Melchior Lorich's Wappen . J. F. 
Voigt. — Wo liefsen die Hamburger ihre Gobelins weben ? Von 
Justus Brinckmann. — Die Taufe zu Sülfeld. Von K. Koppmann. 

— Ein Gemälde von Gabriel Engel in der ehemaligen Johanniskirche. 
Von C. Walther. — Gert van Wou. Von K. Koppmann. — Aus 
Familienpapiereu. Von dems. — Aufzeichnungen im Kirchenbuch 
zu Kirchwärder. Von H. W. Lüders. — Blaue Flagge. Von H. 
Handelmann. — Die ehemalige Lustjacht Friedrichs I. von Preufsen 
in Hambjirg. Von K. Koppmann. — Aus der Reformationszeit. 
Bugenhagen, Montanus, Bounus. Von dems. — Anfrage. 

Schlesw.-Holstein. Museum vaterld. Alterth. in Kiel: 
37. Bericht etc. von H. Handelmaim. — Ein auf einer Küchen- 
abfallschicht erbauter Grabhügel mit Steinkern, Morsumhaide, Sylt. 
1882. 4. 

Münzfots eher- Verein zu Hannover: 
Numismat.-sphragistiseher Anzeiger etc. Hrsgeg. von Walte u. 
Bahrfeldt. XIIl. Jhg. 1882. Nr. 10 u. 11. 8. Anfragen. —Der 
Münzfund von Steinkirchen. — Medaille auf das 1300 jähr. Jubi- 
läum der Gründung Salzburgs. 1882. 

Historischer Verein für den Niederrhein etc: 
Annalen etc. 37. u. 88. Heft. Köln, 1882. 8. Die römische 
Staatsstrafse von Trier über Belgika bis Wesseling a. Rh., u. der 
Römerkanal am Vorgebirge. Mitgeth. von Mafsen. (Mit Abbild.) 

— Aktenstücke zur Geschichte des Kölner Erzbischofs Hermann 
von Wied aus den Jahren 1543 — 45. Gesammelt von H. J. Flofs, 
eingeleitet von Dr. L. Pastor. — Vier Urkunden über Grundbesitz 
der Abtei Heisterbach zu Oherkassel. Mitgeth. von Dr. H. Flofs. 

— Zur Geschichte der Herrschaft Löwenberg. Von Hugo Lorsch. 

— Miscelle : Die Perücke im Dom zu Köln. Von G. A. Stein. — 
Rheinische Urkunden des 13. Jhdts. Mitgeth. von Dr. II. Cardauns. 

— Die Schlacht auf der St. Tönis-Haide (17. Jan. 1642), und die 
Einnahme von Oedt, Neufs, Kempen u. Linn. Von E. v. Schaum- 
burg. — Sitten, Sagen u. Aberglauben aus Honnef Mitgeth. von 
K. Unkel. — Ein Bonner Schöffeubrief v. 10. Mai 1513. Mit- 
geth. V. H. Keufsen. — Eine Stiftung Jakob Hellers aus Frankfurt 
a. M. in die Marienkiche zum Kapitol zu Köln. Mitgeth. v. J. J. 
Merlo. — Die Zeitrechnung der Chronika regia, Cent. IV. u. V. 
(1220—1249). Von Dr. K. Lamprecht. — Zur Geschichte der Herr- 
schaft Löwenberg. (Nachtrag z. Heft 37, S. 117—200.) Von H. 
Lorsch. — Miscellen. — Literatur. — Vereinsangelegenheiten. 



29 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



30 



Architekten u. Ingenieur- Verein zu Hannover: 
Zeitschrift etc. Band XXVIII. Heft 4. 1882. 2. Vereinsan- 
gelegenheiten. — Bauwissenscliaftliche Mittheihingen etc. 



Teriniscbte Nachrichten. 

1) Zwischen Urmitz und Wei l's en thurm, an der Kapelle 
zum guten Mann, wurden dicht am Rheinufer einige Gräber gefun- 
den, welche als die ältesten des Neuwieder Beckens betrachtet wer- 
den dürfen. Es bestanden dieselben aus Gruben, die in den losen 
Rimsandstein - Schichten , eingeschnitten waren. Aul'ser einer An- 
häufung von Steinen bargen dieselben rohe Gefäfse mit regelmäfsig 
angeordneten Fingernagel-Eindrücken. Derselben Zeit angehorige 
Bruchstücke von Gefäfsen, die jedoch vermittels der Fingersi^itze 
verziert waren, fanden wir auf der Clugit-Lava-Hohe von Eich bei 
Andernach. {Korrespondenzblatt d. Westdeutsch. Zeitschr. 

f Gesch. u. Kunst., Nr. 12.) 

2) See lig Stadt bei Bischofswerda. Im September wurden beim 
Ausroden einer Eiche folgende Bronzegegenstände gefunden : Drei 
Schmelzstücke von 730 und 280 gr. und ein kleineres , ein Meifsel 
oder Kelt, 450 gr. schwer und c. 18 cm. lang, zwei Armringe von 120 
bis 125 gr. Gewicht und 55 mm. Weite, zwei Sicheln, eine davon 
zerbrochen, ein Bruchstück eines mit Querstreifen verzierten Arm- 
bandes. Armringe von der hier liegenden Form finden sich nicht 
bei Lindenscbmit „Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit'', auch 
nicht in Preusker's „Blicke in die vaterländische Vorzeit-', dagegen 
besitzt das k. geologische Museum in Dresden ein Stück dieser 
Art. Eine Armspange, ganz ähnlich dem hier vorliegenden Bruch- 
stück einer solchen, findet sich bei Lindenscbmit, B. 3, H. 3, T. 1 
abgebildet, und zwar gibt er an, dafs dasselbe von der Insel Sylt 
stamme und hochalterthümlich sei. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenk., Nr. 20, 
nach dem Sachs. Erzähler, Nr. 79.) 

3) Der Goldfund in der Mark. (Vgl. Nr. 202 d. Ver- 
mischten Nachrichten v. 1882.) Bei einer genaueren Untersuchung 
der mehrfach erwähnten Goldsachen, welche der Landrath Prinz 
Schönaich-Carolath vor einiger Zeit in der Nähe von Guben aufge- 
funden hat, ist, wie man dem „Kl. J.'' schreibt, eine ganz über- 
raschende Entdeckung gemacht worden. Diese Gohlsachen sind 
altgriechischen Ursprungs. Es läfst sich mit ziemlicher 
Bestimmtheit behaupten, dafs diese Gegenstände von jonischen 
Kolonisten, welche sich am schwarzen Meere angesiedelt hatten, 
angefertigt worden sind, um den Barbaren zum Kauf angeboten zu 
werden. Man wird also kaum fehlgehen, wenn man annimmt, dafs 
sich eine Handelsstrafse durch die jetzige Niederlausitz zog, und 
dafs die griechischen Goldsachen auf somit ganz leicht erklärliche 
Weise zu uns gekommen sind. Diese Goldsachen, welche haupt- 
sächlich aus Waffen- und sogenanntem Gräberschmuck bestehen, 
letzterer theilweise zum Aufnähen auf Kleidungsstücke bestimmt, 
sind mehrfach aus sehr starkem Golde angefertigt. Der gesammte 
Fund soll demnächst dem Antiquarium des Berliner Museums ein- 
verleibt werden. (Nordd. Allgem Ztg., Nr. 602.) 

4) Wie an den meisten gröfseren Donauzuflüssen, so hatten auch 
rechts und links des Lechs die Rijmer eine Stralse angelegt, deren 
eine, die am linken Ufer herziehende, welche das blühende, fund- 
reiche Epfach (Abodiacum) mit dem mächtigen Augsburg verband. 



von Burggen bei Schongau bis fast nach Donauwörth bekannt und 
und noch in Resten erhalten ist. Während von der rechtsseitigen 
Strafse selbst bis jetzt noch keine Spuren aufgezeichnet sind, mehren 
sich in letzter Zeit die Funde, welche wenigstens von Landsberg 
lechabwärts das Vorhandensein einer solchen Strafse sicher voraus- 
setzen lassen. Abgesehen von den Münzfunden zu Epfenhausen, 
Unteregling, Steindorf, Merching u. s. w., welche den Zug der Strafse 
ziemlich deutlich kennzeichnen, sind in der letzten Zeit in der Zeit 
in der angedeuteten Richtung einige römische Reste zu Tage getre- 
ten, welche jeden Zweifel ausschliefsen. So wurden, der ,,Frankf 
Ztg." zufolge, zu Wolfertshausen, eine Stunde nördlich von Fried- 
berg, die Grundmauern eines kleinen rumischen Gebäudes aufgedeckt, 
das nach den Resten des bemalten Zimmerbewurfs und dem Beton 
des Estrichs das Landhaus eines wohlhabenden Mannes gewesen 
sein mag; eine gute halbe Stunde südlich von diesem Platze in 
einer Sandgrube nördlich bei Friedberg liegt eine grolse Masse von 
römischem Schutt, besonders Gefäfsstücke ; aber auch Gesims-Steine 
und ein Handmühlstein fanden sich dort, doch so, dafs man deutlich 
erkennt, dieselben seien nicht dort an der Stelle in Verwendung 
gewesen, sondern anderwärts für unbrauchbar erkannt und dort als 
Abfall niedergeworfen worden. Da sich im Bereiche der jetzigen 
Stadt Friedberg aufser Münzen bis jetzt noch keine Spur römischer 
Anwesenheit vorgefunden hat, so bleibt die Aufsuchung des Ur- 
sprungs jener Trümmer, die sicher nicht stundenweit hergebracht sind, 
Aufgabe der dortigen rührigen Lokalforscher. In allerneuester 
Zeit ist dann bei Pestenacker , etwa 2^2 Stunden nördlich von 
Landsberg in der Richtung nach Augsburg, neben Spuren von Grä- 
bern eine überraschend grofse Anzahl ganzer und zertrümmerter rö- 
mischer Gefäfse von verschiedener Form, Teller, Krüge, Flaschen, 
Urnen, aus Glas, Thon, Topfstein und samischer Erde gefunden 
worden, dabei ein Lüffelchen von Silber, eiserne Messer u. s. w., 
dafs auch hier eine gröfsere oder eine dauernde römische Nieder- 
lassung angenommen werden mufs. Unter den Gefäfsen erregt na- 
mentlich eines die Aufmerksamkeit, weil dasselbe, eine etwa 15 Ctm. 
hohe, 9 Ctm. weite viereckige Flasche aus Glas, durch Blasen in 
eine Form hergestellt ist, so dafs am Boden der Flasche ein sprin- 
gender Eber und zwei Buchstaben in Relief erscheinen, der eine 
der Buchstaben ist Q, der andere, halb ausgebrochen, kann nur 
oder Q gewesen sein. Schliefslieh darf nicht unerwähnt bleiben, 
dafs auch bei Haltenberg, nördlich von Landsberg, die Grund- 
mauern eines unzweifelhaft römischen Gebäudes aufgefunden, aber 
nicht völlig aufgedeckt worden sind. (Augsb. Postztg., Nr. 299.) 

5) Köln, 11. Novbr. Bei Restauration der Ursulakirche hat 
man vor einigen Tagen eine eingemauerte Statue der Isis aus hellem 
Kalkstein gefunden. Dieselbe ist mit dem Sockel 2 römische Fufs 
hoch; sie sitzt in reich verziertem Sessel auf gut gearbeitetem Sockel, 
an dem sich die Inschrift Isidi invictae befindet. Kopf, Hände 
und Atribute fehlen. Die Figur ist mit einem langen, bis auf die 
Fufsspitze herabfallenden, faltenreichen Gewand bekleidet. Die Figur 
ist offenbar bei Fundamentierung der Ursulakirche ausgegraben und 
damals in die südliche Giebelmauer vermauert worden. 

(Korresp.-Bl. d. Westdeutsch. Ztschr. i. Gesch. u. K., Nr. 12.) 
' 6) Köln. Bei den Restaurationsarbeiten an St. Gereon trat 
an der Südseite, zwischen der Taufkapelle und der Sakristei, bei der 
Ausschachtung, etwa ein Meter tief, der Rest eines Mosaikbodens 
zu Tage. Derselbe zeigt abwechselnd runde und über Eck gestellte 
quadratische Ziegelplättchen, deren Zwischentheile, also das Viereck 



31 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



ausgestaltende Zwickelstücke, durch Basaltwürfelchen ausgefüllt 
sind, in gelblicher Mörtelbettung. Musterung wie Technick sind 
sehr roh und weisen übereinstimmend auf die spätrömische Periode, 
also auf die Entstehungszeit der Kirche hin. Der Boden ist stark 
ausgeschlissen, natürlich am meisten in seineu um vieles weicheren, 
namentlich aber grofseren Ziegelstücken; und die Verbindung von 
weicherem und härterem Material in ungleicher Gröfse, beziehungs- 
weise anderer als einer musivischen Behandlung, hat sich für den 
Bodenbelag auch hier wieder als durchaus unpraktisch erwiesen. 
Der neu endeckte Rest bezeichnet das Niveau der alten Kirche, 
über dessen ursprüngliche Beplattung, die auch im Innern auf die 
Dauer nicht zn umgehende Ausschachtung gewifs nähere Aufklärung 
geben wird. Dafs die im Dekagon an einigen Stellen noch erhal- 
tenen, resp. eingefügten Platten mit Steineinlagen nicht dem ersten 
Belage angehört haben, dürfte kaum zweifelhaft sein. 

(Korresp.-Bl. d. Westdeutsch. Zeitschr. f. Gesch. u. K., Nr. 12.) 
7) Mainz, 24. Nov. Gestern wurde für das Museum durch 
die Muuifizenz des Herrn Franz Heerdt und das sehr anerkenuens- 
werthe Entgegenkommen des bisherigen Besitzers ein vor kurzem 
hier aufgefundenes römisches Schwert von höchster Bedeutung 
erworben. Die Scheide ist in den eigentlich konstruktiven Theilen, 
d. h. den starken Rinnen, worin die Vorderseite und die rückwär- 
tige Holzverkleidung ruhten, von Bronze. Die beiden Bänder, 
woran Ringe zum Anhängen angebracht, nebst einem weiteren Quer- 
hand und unterem Scheideschlufs sind ebenfalls aus demselben Me- 
tall. Die vordere Verkleidung dagegen ist aus blankem, dünnem 
Silberblech, das jetzt schwärzlich angelaufen ist. Die Eisenklinge 
steckt noch lose in der Scheide, ist aber am unteren Drittel ge- 
brochen ; rückwärts klebt noch die Holzfaser an. Vom Griff ist 
nur der Eisenkern erhalten ; die Verkleidung fehlt. An den Bronze- 
theilen lassen sich noch Spuren von Vergoldung wahrnehmen, so 
dafs also die beabsichtigte Wirkung mit Gold und Silber rechnete- 
Die Bronzebänder, bez. verkleidenden Stücke, sind mittelst Gufses 
von höchster Feinheit hergestellt und auf die Seitenrinnen aufge- 
löthet, theils sind an denselben Lappen stehen gelassen, die mnge- 
bogen und vernietet sind. 

Besonders merkwürdig sind die Ornamente , welche alle Quer- 
bänder und das Schlufsstück bedecken, d. h. im Durchbruch darin 
angebracht sind. Es sind theils spiralartige Motive, theils ein An- 
klang an Lilienform und zwar in Verbindung mit linearer Verzie- 
rungsweise. Römisch ist die Form der Waffe unzweifelhaft; es 
ist die verhältnifsmäfsig kurze, breite Schwertform mit stark ver- 
jüngter Spitze. In der Ausstattung jedoch weicht das Stück von der 
sonst üblichen römischen Kunstweise völlig ab ; man rieth daher 
theilweise auf merovingisehe Einflüsse. 

Nun ist aber die Technik, namentlich die Behandlung der Glie- 
der, Ringe etc. so merkwürdig durchgebildet und fein verstanden, 
wie das bei Barbarenarbeit nie und nimmer der Fall ist. Auch 
gilt dies hinsichtlich der herrlichen Durchbruch-Arbeit in erhöhtem 
Mafse. Es ist weit mehr angezeigt, das Stück für ein Erzeugnifs 
römisch-orientalischer Kunstweise zu halten, worin sich ein 



hochentwickeltes Kunsthandwerk und ebenso sehr orentalische Ein- 
flüsse in stilistischer Beziehung offenbaren. 

(Korresp.-Bl. d. Westd. Zeitschr. f. Gesch. u. Kunst., Nr. 12.) 

8) Görlitz, 9. Dezember. Die hiesige St. Peter- u. Pauls- 
kirche, eine der gröfsten und schönsten spätgothischen Kirchen Nord- 
deutschlands, ist in ihren Thüi-men unvollendet geblieben. Ein Legat 
des verstorbenen Geh. Kommerzienraths Schmidt in Görlitz von 
00,000 m. hat nun die Anregung gegeben, das schon seit 20 Jahren 
ventilierte Projekt des Ausbaues dieser Thürme energischer zu be- 
treiben. Oberbaurath Adler hat einen Entwurf zum Ausbau der Thürme 
gemacht, und Baurath Kubale in Görlitz den Kostenanschlag ange- 
fertigt, der eine Summe von 288,000 m. als erforderlich bezeichnet. 
Bis jetzt sind erst 130000 m. vorhanden, das Komite hat aber be- 
schlossen, zu vesuchen, ob sich nicht durch Zuschüsse der Stände 
der Oberlausitz, Ertrag einer Ilauskollekte und event. eine Lotterie 
die fehlende Summe von 160,000 m. beschaffen läfst. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr 581.) 

9) In, der nun bald eingelegten Kirchthurm- Ruine fand sich 
ein gothischer Chor, welcher im spätgotliischen Stile, kunstgerecht, 
reich mit Figuren, Ornamenten und Mafswerken ausgemalt ist. — 
Die Malerei des Spitzbogengewölbes und dreier Mauerseiten unter- 
halb der oftmaligen Tünche wäre noch blofszulegen. Die Glorien- 
scheine der um die Nische bemalten Figuren sind vergoldet. Auch 
zeigte sich eine romanische Fensteröfi'uuug, welche bisher vermauert 
war, und eine Figurennische. 

Roth. Ed. Feuer lein. 

10) In der mittelalterlichen Abtheilung des alten Museums*) ist 
gestern der vom verstorbenen Finanzier Mofsner durch Legat ver- 
machte und etwa aus 80 Stücken bestehende Silber schätz aus- 
gestellt worden. Derselbe besteht aus den verschiedenartigst geform- 
ten Kelchen, Pokalen, Krügen, Urnen, Vasen, Leuchtern, Bechern 
etc., welche die herlichste getriebene, gravierte und gebuckelte Ar- 
beit zeigen. Unter den wundervollen Trinkgefäfsen des 15. und 
16. Jahrhunderts, die zum Theil in Betreff ihrer grotesken, massiven 
Formen ganz einzig dastehen , sind nach dem „D. T." vor allem 
mehrere kolossale, in gediegenem Golde getriebene und mit den 
originellsten Ornamenten geschmückte Römer hervorzuheben. Meh- 
rere der riesigen Humpen, welche wunderliche Drachen und Greife 
als Handhabe besitzen und mit wunderschön ziselierten, von falinen- 
tragenden Landsknechten gekrönten Aufsätzen gedeckt sind, sind 
mit einer Menge von eingelassenen sächsischen Münzen aus der 
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verziert. Aufserdem ist ein zier- 
lich gebautes mittelalterliches Kauffarteischiif mit sehr kunstvoll 
gearbeitetem hohen Ilintertheil und aufgeblähten Segeln bemerkens- 
werth. Der Silber- und Goldwerth all dieser Gegenstände, die für 
die Kunst von geradezu unschätzbarem Werthe sind, ist ein ganz 
enormer. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 591.) 



*) Anm. d. Roil. Wol Irrthum des Bericliterstattors. Soll wol heisaen im 
Kunstgewerbemuseum, in \yelches ja vor wenigen Jahren alle ähnlichen Arbeiten 
der kgl. Museen gebracht worden sind. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. B. Sobald in Nürnberg. 



Neunundzwanzigster 



Jahres- 

Nürnberg. 




Bericlit 



Januar 1883. 



j^-bermals ist ein für die Entwicltelung unserer 
Anstalt wichtiges Jahr zu Ende gegangen, in 
weU-liem dieselbe einen guten Schritt vorwärts 
tliun durfte. Zunächst ist es die allgemeine li- 
nanzieUe Lage der Anstalt, welche zu Betrach- 
tungen Anlal's gibt. Die Zahl der neu gezeich- 
neten Jahrcsbeitriigo steht kaum der irgend eines 
früheren Jahres nach, so dal's der dritte Nach- 
trag zu dem 1880 gedruckten Verzeichnisse der 
Beitragenden aus Privatkreisen sich recht stattlich 
ausnimmt. An der Spitze darf dasselbe die hohen 
Namen Sr. Maj. des Königs Karl von Würt- 
temberg tragen, Allerhöchstwelcher der Anstalt 
einen Jahresbeitrag von 400 ni. zugesichert hat, 
und Sr. Durchlaucht des Fürston von Liechten- 
stein, Höchstweicher den seitherigen Beitrag von 
SO fl. auf 100 fl. erhöht hat. Auch unter den 
übrigen Beiträgen kommen erfreulicher Weise 
manche gröfsere vor. So hat der kaiserl. Mi- 
nisterresident V. II olleben 7S m., geh. Bath 
Schöne in Berlin 20m., Kommerzienrath Spind- 
ler zu Berlin 50m., Herr Elfsmann in Nürn- 
berg 20m., Herr Grofshändler Ed. Eibler in 
Lindau 25 ni. gezeichnet; der verstorbene Kom- 
merzienrath G e h e in Dresden hat testamentarisch 
bestinunt, dafs sein seither geleisteter jälirlichor 
Beitrag von 30 m. auch für die Zukunft weiter 
gezahlt werde. Ebenfalls in Folge testamentari- 
schen Vermächtnisses sind uns aus dem Nach- 
lasse der verstorbenen Frl. Buchner in Nürn- 
berg 42 m. 86 pf. ausgezahlt worden. 

Das freiherrl. v. Tucher'sche Gesammt- 
geschlecht hat dem unveräufserlichen Sliftungs- 
fond BOO m. zugewendet. 

Auch sonst ist uns manche einmalige Gabe 
zugeflossen, theils kleinere, den allgemeinen 
Zwecken dienende, theils gröfsere, die zu be- 
stimmten Zwecken Verwendung fanden, und von 
denen daher bei Betrachtung der einzelnen An- 
gelegenheiten, die dadurch gefördert werden 
konnten, noch die Bede sein wu-d. 

Von diesen steht die Baufrage an der Spitze. 
Wir hatten schon im vorigen Jahresberichte er- 
wähnt, dafs wir in der Lage sein würden, sechs 
im Jahre 1881 neu hinzugekommene Bäume im 
Frühjahre 1882 zu eröffnen. Bis dahin war noch 
ein siebentes Lokal fortig geworden, und so 
konnten die Sammlungen in wesentlich erweiter- 
ten Bäumen untergebracht werden. Wir fanden 
zur Ausführung der Bauten freundliche Unter- 
stützung durch eine gemeinsame Gabe von 500 m. 
von Seiten Ihrer Durchlauchten der Fürsten 
Hermann v. Hatzfeld t-Trachenberg und 
Alfred v. Ha tzfeldt-Wild enburg, sowie 
eine solche von 100 ni. des Herrn Freiherrn 
V. Mettingh in Nürnberg und 200m. von der 
freiherrl. v. Gienanth'.schen Familie in Eisen- 
berg und Hochstein. Zu einem noch auszufüh- 
renden Baue hat die Familie der Grafen v. d. 
Beck e-V ollm erst ein einen Betrag von 1000 
— 2000 m., nach Bedarf auch noch mehr, zuge- 
sagt, und wir hoffen, den fraglichen Bau im 
jetzt beginnenden Jahre ausführen zu können. 
Auch die Angelegenheit des schon in zwei frü- 



heren Berichten erwähnten Saales der deutschen 
landesfürstlichen Städte ist nunmehr soweit ge- 
diehen, dafs die Ausführung vor sich gehen 
kann, nachdem den stiftenden Städten im abge- 
laufenen Jahre noch die Städte Coburg, Erlangen, 
Grabow, Jena und Quedlinburg beigetreten sind. 

Zur Fortsetzung des Fensterschinuckes, wel- 
chen deutsche Adelige gestiftet haben, haben 
Frau Anna Grälin von Buttler, geb. Gräfin 
von Stubenberg, Sternkreuzordensdame in Graz, 
600m., Herr Ludwig Graf von Gumppen- 
bcrg-Peurbach 4SÖm. zur Verfügung ge- 
stellt, während die Herren Fabrikbesitzer Ig- 
naz Lang und J. Fr. K. Pauschinger in 
Nürnberg je 300 m. zum Schmucke anderer noch 
offener Fenster, die Kaufleute Gebrüder Sachs 
in Nürnberg und Herr Fabrikbesitzer Merkel 
in Efslingen je BOO m. zur Eröffnung einer neuen 
Serie mit Darstellungen aus der deutschen Hel- 
densage gespendet haben, und Herr Fabrikbesi- 
tzer Glafey in Nürnberg BOOm. für ein die 
seinerzeitige Begründung des deutschen Zoll- 
vereins verlierrlichendes Fenster gegeben hat. 
Zu dem schon im vorigen Berichte erwähnten 
Berliner Fenster stiftete Herr Kommerzienrath 
Hoffbauer in Berlin 100m. 

So freudig wir alle diese Förderungen zu 
begrül'scn hatten, so erfreulich die dadurch er- 
möglichte Aussicht auf Erwerbung der Lokale 
ist, so genügen diese letzteren aber doch dem 
Bedürfnisse noch lange nicht, und die weitere 
Entwickelung der Anstalt ist jetzt geradezu da- 
von abhängig, dafs möglichst bald die gänzliche 
Ausführung unseres gesammten Bauprojektes 
stattfinde , von welchem wir schon so lange 
Stück für Stück fertig stellen. Es liefse sich 
jetzt voraussehen , dafs innerhalb zehn Jahren 
eine absolute Stockung eintreten mülste, wenn 
nicht mindestens noch eine Beilie von Lokalen 
hergestellt würde, die das Bedürfnifs unabweis- 
lich erfordert. Eine neue Bitte an die Begio- 
rung des deutschen Beiches fand, nachdem die- 
selbe eine gründliche Untersuchung aller Ver- 
hältnisse unserer Anstalt hatte eintreten lassen, 
bei derselben williges Gehör; sie hat dem Bun- 
desrathe und ßeichstage mit dem Etat für 1883,84 
eine Vorlage zugehen lassen, nach welcher sie 
die sämmtlichen innerhalb der nächsten zehn 
Jahre absolut nöthig werdenden Bäume auf 
Beichskosten erbauen will. Die Zustimmung 
des Bundesrathes ist bereits erfolgt, jene des 
Beichstages wird hoffentlich bei der Etatsbera- 
thung nicht ausbleiben. Da das Projekt über den 
seitherigen Grundbesitz hinausgreift und die Be- 
nützung städtischen Areals in Aussicht nimmt, so 
wurden auch mit den städtischen Behörden Nürn- 
bergs Verhandlungen eingeleitet, die das hoch- 
erfreuliche Besultat hatten , dafs die Stadt die 
unentgeltliche Benützung des nöthigen Grundes 
zur Bauausführung genehmigte. Wenn diese 
Bauten das nächste Bedürfnifs dann vollständig 
befriedigen werden, so dürfen wir hoffen, dafs 
bald auch die Ausfülirung der noch übrigen 
TheUe des Projektes folgen kann und alsdann 



der Erfüllung des Programms der Anstalt selbst 
kein Hindernifs mehr im Wege steht. 

Dann wird es sich vor allem darum han- 
deln, der systematischen Abrundung der einzel- 
nen Abtheilungen unserer Sammlungen das aus- 
^ schliefsliche Augenmerk zuzuwenden. Es wird 
dies noch eine schwierige Aufgabe sein; denn 
noch ist viel zu thun , bevor jede Abtheilung 
nicht ein Konglomerat mehr oder minder inte- 
ressanter Sachen, sondern eine wissenschaftliche 
Einheit darstellt. Es ist die höchste Zeit, dafs 
wir unser Interesse auf dies Ziel konzentrieren, 
denn Tag für Tag mindert und vertheuert sich 
das brauchbare Material, so dafs es nicht zu viel 
gesagt ist, wenn wir ruhig aussprechen, dafs nur 
noch wenige Jahre uns gegeben sind, bis alles 
unerreichbar oder unbezahlbar geworden ist, was 
wir doch absolut uötliig haben, ohne das die 
Sammlungen so lückenhaft bleiben würden, dafs 
ilir wissenschaftlicher Werth immer zweifelhaft 
bleiben raüfstc. Welche Preise werden jetzt ver- 
langt gegenüber den vor einem Jahrzehnt ge- 
forderten ! Welch vorzügliches Geschäft haben 
wir mit den Sachen gemacht, die wir vor Jahr- 
zehnten auf Borg gekauft haben, trotzdem wir 
Zinsen zahlen mufsten und heute noch theilweise 
unter der Schuldeulast seufzen, obwohl sie ja, 
wie die Bechnungen ausweisen, sich von Jahr 
zu Jahr mindert 1 Was müfsten wir heute da- 
für zahlen ? 

Doch von diesen Betrachtungen weg zu den 
Sammlungen. Auch diese haben, und zwar alle 
Abtheilungen, im Jahre 1882 wieder Zuwachs 
erhalten und zeigen immer mehr, von welcher 
Bedeutung sie einst sein werden , wenn sie die 
beabsichtigte Abrundung erreicht haben werden. 
Als das wichtigste Ereignifs haben wir die Ein- 
richtung der GemäldegaUerie zu verzeichnen, 
nachdem der seither in der Moritzkapelle zu 
Nürnberg befindliche königliche Bildorsaal auf- 
gehoben und die Bestände mit dem Museum 
vereinigt worden sind, wo nunmehr 2S9 hervor- 
ragende AVerke der altdeutschen Schulen des IB. 
und 16. Jahrhunderts und 134 spätere die Ge- 
mäldegalleric mit zusammen 393 Nummern bilden, 
die durch Direktor v. Beber und Konservator 
Bayersdorfer vorzüglich geordnet und aufgestellt 
worden sind, und denen sich noch 408 Genaälde 
anschliefsen, bei denen der kulturgeschichtliche, 
in der Darstellung liegende Werth den Kunst- 
werth überragt, und die deshalb theUs zu eige- 
nen Sammlungen vereinigt sind, wie z. B. die 
Serie der Kostümbilder, theils jenen Sammlungs- 
abtheilungen sich anschliefsen, denen ihi- Inhalt 
sie zuweist, wie den Denkmälern des kirchlichen 
Lebens, den Waffen und sonstigen Denkmälern 
des Kriegswesens, den Denkmälern des häus- 
lichen Lebens u. A. 

Abermals war in Folge der Aufstellung der 
GemäldegaUerie eine beträchtliche Uraräumung 
auch der übrigen Sammlungen nöthig. Besondere 
Bereicherung erhielt die Waffensammlung durch 
einige eingelegte Gewehre und Pistolen des 16. 



und 17. Jahrhunderts, eine Armbrust, einige 
gothische Rüstuugstheile, einen Helm, ein fi-üh- 
mittelalterliches Schwert, einen mittelalterlichen 
Dolch, zwei Schweizer Dolche des 16. Jahrh. 
Die Sammlung der Hausgeräthe erhielt reichen 
Zuwachs durch eine Anzahl schöner Möbelstücke, 
einige Fayencen, eineu kleinen Silberpokal, Ge- 
schenk des Herrn Oberbauraths Solger in Nürn- 
berg. Die Sammlung kirchlicher Geräthe wurde 
durch ein emailliertes Vortragekreuz des 12. 
Jahrhunderts, ein Rauchfafs derselben Zeit, ein 
Bruchstück einer Krone bereichert ; die Sanun- 
lung der Skulpturen erhielt mehrere herrliche 
Schnitzliguren des 14. und 15. Jahrb., die kleine 
Plastik einige Elfenheinschnitzwerke des 14. 
Jahrb., die Herr E. v. Eichel-Streiber in Eise- 
nach für das Museum um 857 m. 40 pf. kaufte. 
Von besonderem Interesse ist auch ein Elfen- 
beinkamm des 9. Jahrh. Eine grofse Zahl von 
Gipsabgüssen macht die Sammlung der Abgüsse 
immer lehrreicher. Aus der im vorigen Be- 
richte erwähnten Gabe des Freiherrn v. Biet auf 
Kalkhorst wurden beträchtliche Theile des Schles- 
wiger Altars abgeformt. Ein Abgufs des Gos- 
larer Kaiserstuhles wurde mit Beihilfe einer Gabe 
von 200 m. angekauft, die Herr Fabrikbesitzer 
Mefsthaler dem Museum zuwandte ; Herr Bild- 
hauer Habs in Magdeburg spendete drei treffliche 
Abgüsse von Skulpturen des 12., 13. und 14. 
Jahrh. im Dom zu Magdeburg , Herr Freih. v. 
Gienantli in Eisenberg den Abgufs eines römi- 
schen Votivsteines, Herr Dompräbendat Schnei- 
der in Mainz einen solchen eines frühchristlichen 
Steines im Dome zu Mainz ; von Sr. Excel- 
lenz Herrn Kultusminister v. Gofsler erhielten 
wir den Abgufs eines interessanten Grabsteins, 
von Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter von 
Elsafs-Lothringen , Feldmarschall v. Manteuffel, 
eine kleine Reiterstatuette Karl's d. Gr. ; Se. Kgl. 
Hoheit der Grofsherzog von Oldenburg sagte 
gnädigst einen Abgufs der gesammten kostbaren 
Holztäfel-Decke im Schlosse zu Jever zu, Se. Ma- 
jestät König Karl von Württemberg den Abgufs 
des Grabsteines des Grafen Ulrich I. und seiner 
Gemahlin in der Stiftskirche zu Stuttgart. Die 
schon früher zugesagten Abgüsse romanischer 
Skulpturen von der Johanniskirche zu Schwab. - 
Gmünd sind in diesem Jahre eingetroffen und 
aufgestellt worden. Einige interessante roma- 
nische Skulpturen vom Odilienberge bei Roer- 



monde sind geformt, auch einige Abgüsse von 
hervorragend schönen Werken aus Lüttich ge- 
kauft worden. 

Unsere Bibliothek, für welche leider die 
Räume immer enger werden, erhielt wieder von 
Seite der Verfasser und Verleger reichen Zu- 
wachs. Die Inkunabelnsammluug verdankt wieder 
Herrn Direktor und Redakteur Klemm in Dres- 
den, der sich unermüdlich zeigt, manchen schö- 
nen Zuwachs. Der Tauschverkehr mit den Aka- 
demieen und historischen Vereinen brachte deren 
treffliche Publikationen. Die Kupfersticbsamm- 
lung erhielt wieder reichen Zuwachs, insbeson- 
dere für die Sammlung der Landkarten , Pro- 
spekte und historischen Blätter, aber auch eine 
nicht unbeträchtliche Reihe künstlerisch werth- 
voller und wichtiger Blätter aus alten Zeiten. 
Ebenso erhielt die Medaillensamnilung reichen 
Zuwachs ; neben zwei silberneu Medaillen auf 
Karl V., Geschenk des Herrn Antiquars M. Pi- 
ckert in Nürnberg, sind es insbesondere neue 
MedaUlen gewesen, welche die schaffenden Künst- 
ler selbst dem Museum haben zugehen lassen, 
durch welche diese Sammlung bereichert wurde. 
Auch die Münzsammlung erhielt manche seltenen 
Stücke. 

Das Archiv erhielt durch Ankauf und Ge- 
schenk manches Einzelstück. Das freiherrl. v. 
Löffelholz'sche Archiv wurde von der Gesammt- 
familie unter Eigenthumsvorbehalt übergeben. 
Um für die bessere Aufbewahrung der Archi- 
valien zu sorgen, wurden für alle Bestände neue, 
allerdings einfache Schränke hergestellt. 

Alle diese Erwerbungen der Sammlungen 
wurden, soweit sie nicht freundliche Geschenke 
sind, möglich, da der Zuwachs von Jahresbei- 
trägen imd die freundlichen Unterstützungen der 
Pfleger uns sowotil etatsmäfsige Mittel, als solche, 
die für Sammlungseinkäufe insbesondere bestimmt 
waren, brachten. So können wir für die Samm- 
lungen u. A. nennen eine Gabe von 100 m. von 
Seite des Niederösterr. Gewerbvereins in Wien, 
eine solche von 300 m. aus dem Nachlasso des 
verstorbenen Grafen Botho von Stolberg-Wer- 
nigerode , ebensoviel von einem Ungenannten 
und von dem Herrn G. A. Beckh, je 100 m. von 
den Herren Fabrikhesitzer Merkel ia Efslingen, 
Bicrbrauereibesitzeru Gebrüdern Grüner und Kom- 
merzienrath Fleischmann in Fürth, Grofshändler 
Müller in Nürnberg und andere kleinere Beiträge. 



Während unser Museum sich bereichert, 
mindern sich in bedauerlicher Weise die Kunst- 
schätze, welche sich in Privathänden in Nürn- 
berg befinden, und nur selten ist es möglich, 
dafs das Museum die Mittel hat, werthvolle 
Werke fremder Konkurrenz zu entziehen. Es 
ist daher in Nürnberg eine Anzahl kunstfreund- 
licher Männer zusammengetreten und hat eine 
Stiftung begründet, die, durch Jahresbeiträge 
fortwährend gestärkt, bedrohte Kunstwerke da- 
durch für Nürnberg retten soll, dafs sie diesel- 
ben für das germanische Museum ankauft. 1173 
Personen haben im Ganzen 3437 m. Jahresbei- 
träge gezeichnet. Aus dieser Stiftung wurde 
1882 ein silberner Pokal, der von einem liolz- 
geschnitzten Winzer getragen ist, nebst einigen 
kleineren, aber schönen Schnitzwerken erworben. 

Von unsern Publikationen ist diesmal neben 
dem »Anzeiger«, dessen 29. Band erschien, zu- 
nächst der Wegweiser durch die Sammlungen zu 
nennen, von welchem in diesem Jahre vier Auf- 
lagen mit insgesammt 10,200 Exemplaren ge- 
druckt wurden, sowie der Katalog der Gemälde, 
dessen I. Theil, die eigentliche Gemäldegallerie, 
von Direktor v. Reber und Konservator Bayers- 
dorfer verfafst wurde, und der gleichfalls drei 
Auflagen erlebte. 

Die über den Bedarf sonstiger Jahre so weit 
hinausgehende Zahl der verkauften Exemplare 
dieser Publikationen hängt mit dem grofsen Be- 
suche zusammen, dessen sich das Museum im 
Sommer 1882 in Folge der in Nürnberg abge- 
haltenen Bayerischen Landes-Industrie-, Kunst- 
und Gewerbe -Ausstellung zu erfreuen hatte, 
welche dem Museum über 150,000 Besucher 
brachte, deren etwa 27000 an nicht freien Tagen 
theils ermäfsigtes , theils das volle Eintrittsgeld 
von einer Mark zahlten, so dafs an Eintrittsgel- 
dern im Jahre 1882 die Summe von 21,817 m. 
60 pf. erhoben wurde, welcherSumme freilich auch 
erhöhte Verwaltungskosten gegenüber standen. 

Der Verwaltungsausschufs, welcher in den 
letzten Jatiren mehrere Mitglieder verloren hatte, 
hat sich durch Neuwahlen verstärkt und sind in 
denselben die Herren Oberstlieutenant Ising, 
Kommandeur des Zeughauses in Berlin, Hof- 
rath Dr. F. A. v. Lohner, Vorstand der fürstl. 
Hohenzollern'schen Sammlungen in Sigmaringen 
und Dr. R. Steche, Professor an der technischen 
Hochschule zu Dresden, eingetreten. 



Summarischer Auszug 

ans den Keclinnngen des gennanischen Nationalmnsenms über die wii-kliclien Einnahmen und Ausgaben 

fnr die Zeit toiu 1. Januar bis 31. Dezember 1881. 
Einnahme n>. Aasgaben. 



m. pf. 

1) Kassabestand 2766 41 

2) Eückstande 632 48 

3j Zinsen des Aktienfonds 9 36 

4) Zinsen von Aktiviiapitalien 361 71 

5j Jahresbeiträge 97791 21 

61 Einraalifce Geldbeiträge und besondere Stiftungen 37955 Sä 

71 Eintrittsgelder 6276 — 

8) Ertrag der literarisch-artistischen Anstalt 3009 56 

9) Zufällige Einnahmen (Kapitalbewcgung) 4876 46 

Summa 15.3678 51 



1) 



Verwaltung, nämlich ; Besoldungen, andere persönliche Ausg.abon, m. pf. 
Reisekosten, Pflegschaftsausg.aben , Materialien, Heizung, Eeinignng, 
Beleuchtung, Porto, Garten, Taxen, Stempel, Coursverluste, öffentliche 

Lasten, Feuerversicherung 45380 4 

Baukosten 26175 70 

Inventar »180 95 

Sammlungen 29444 30 

Verzinsung und Tilgung der Schulden 29999 24 

Publikationen - 3499 40 

Aufserordentliche Ausgaben _^ 63 2 

Summa 138012 65 



Abschlnss. 

m. pf. 

Einnatunen 153678 51 

Ausgaben . . .  138042 65 

Bestand . . . 15635 86 

Der Bestand ergibt sich fast ausschliefslich aus solchen Geldern für spezielle 
Stiftungszwecke — siehe Ziff. 6 der Einnahmen — deren Verrechnung im Jahre 1881 
nicht möglich war und erst später erfolgen konnte. 



U. E. Sebald, Buchdruckerei in Nürnberg. 



Nürnberg;. Vau Abonnement des Blat- 
ten, welchoB !iUe Monate eischeint, wird 
ganzjiihrig angcuommon und betr.^gt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buclihandlungou Deutschlands 
incl. Oeaterreiche 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu38 
oder C Af. 

Fdr Frankreich abonniert man in 
Paria bei der deutschen Buchhandlung von 
F. Kiinckaieck, Nr. 11 rue de Lille; fUr 



AAIZEIdiER 



FiiR klDI KR 



Neue Folge. 




England hei Williams A Norgate, \i Hen- 
rietta- Street Covent -Gardon in liondon ; 
für Sord* Amerika bei den Poatümtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für du3 germau. Muüoum be- 
stimmten Sendungen auf dem "Wege des 
Buchhandels werden durch den Commin- 
sioniir der literar.-artiBt. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 




\ 




Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 
M 2. 



Februar. 



Wisseiiseliafdielie Mit(lieilmiij;cn. 



Verse zum lobe von Tcgernsee. 

Im Cod. Lat. Monac. 18921 (Gatal. II, III, 220), f. 76, 
und im Cod. Germ. 809, f. 9, in München finden sich 
Verse zum Lobe von Tegernsee; in letzterem mit Ver- 
wirrung der Zeilenfolge und anderen Fehlern aus jenem 
abgeschrieben, oder vielleicht aus gemeinsamer Quelle, 
da einzelne Lesarten hier besser sind als in 1. Obgleich 
als KunstwerJv nicht sonderlich gelungen, und nicht immer 
verständlich, verdient das Gedicht doch Beachtung, um 
so mehr, da es von Peter von Rosenheim verfafst ist, 
einem geborenen Baier, der in Subiaco Mönch geworden 
war und nach der von dort ausgehenden Reform Prior 
in Melk wurde; als solcher leitete er 1426 die Visitation 
und Reform der Klöster im Freisinger Sprengel (Ann. 
Mellic. a. 1426. Kaibiinger, Geschichte von Melk, I, 489 
—491). Der hier gepriesene Georg war jedoch schon von 
1418 bis 1423 Abt, und die Verse sind also früher ver- 
fafst. Sie lauten: 

1. Valles florent undique 
moncium in Tegerense 

roseis fulgorihus < 

liliis fraglantibus. 

Tellus erbifera 

Genera plurima 

produxit bladorum. 

2. Walber ') fecundissimus 
variis radicibus 



5. 



redolet pre ceteris 
locis in etheris (sie). 

Quibus tu medice 

Vales expellere 

vicia morborum. 

Aer illic calidus 
temperatus frugibus 
feCundanter tribuit 
qui ^) fortuna minuit. 

Neo ventus squalide 

Flores dirumpere ") 

prevalet odorum, 
I 
Laeus dat hylariter 
pisces laudabiliter 
singulis temporibus 
estibus frigoribus 

Quos *) abbas nobilis 

Large dans dominis 

fratribus bonorum. 

Turris fortitudinis 
Geori vocaberis 
facetus virtutibus 
legifer in omnibus. 



1) Berg bei Tegernsee, nach Schmeller , bayer. Wörterb. U\ 
894, wo diese Stelle angeführt ist. 



2) So in 1 abgekürzt, in 2 ausgeschrieben. 

3) dierumpere 1. 

4) Quas 1. 



35 



Auzeia-er für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



36 



Tu es lux splendida 
Inibi seniper lucida ■') 

'corrigens pravorum. 

6. Laudo te o Tegerense 
absque omni scelere 
et dei armigeros 
priorem et monachos *) 

Quos tarn monastice 
Status milieie 

recoramendet morum. 

7. Adthesis ao Austi'ia 
vina dant ') largiilua 
et fruges Wavaria **) 
dat tibi in copia 

Quorum ^) rex omnium 
Et sator pauperum 

Quirinus multorum. 

Hec ") magister Petrus de Rosenhain et primus visi- 
tator uostri monasterii in Tegereusee. 1426. 



5) semper prelucida 2. In 1 ist nämlich semper nachgetragen 
und das auch hier vor lucida stehende p, wie es scheint, getilgt. 
Auch macht es den Vers noch schlechter. 

6) decanum et clericos 2, wo die 3 folgenden Zeilen fehlen. 

7) dans 1. 2. In 1 ist ein t über das s gesetzt. 

8) Bavaria 2. 

9) Quarum 1. 

10) Diese Unterschrift steht nur in 1, von etwas anderer Hand. 



Die reiicficrten Feiistcrsohlbänkc am Stadthause 
zu Breslau. 

Am Stadthause zu Breslau, das im Jahre 1862 auf 
dem Grunde des eingerissenen alten Leinvvandhauses er- 
baut worden ist, finden sich Sandsteinskulpturen einge- 
mauert, welche ehemals jenem alten Bau angehört haben. 
Die interessantesten dieser Bildwerke sind zweifellos die 
jetzt auf der Süd- und Westseite eingesetzten Fenster- 
sohlsteine. Kaum können wir den derben Humor des 
Mittelalters , der selbst in seinen anstölsigsten Spässen 
aller Augen preisgegeben wurde, besser illustriert sehen, 
denn hier. Auch der Umstand, dafs die schmalen Friese 
Scenen aus dem täglichen Leben jener Tage vorführen, 
macht sie schon aus kulturhistorischen Rücksichton mit- 
theilenswerth. Ich glaube, dafs der Künstler nicht ohne 
allen Grund bemüht war, die Sittenlosigkeit und die Laster 
seiner Zeit an einem öfTentliclu'n Stadigebäude, einer 
Kaufhalle, so an den Pranger zu stellen. 



Kunsthistorisch betrachtet, verdienen die Skulpturen 
grofse Aufmerksamkeit. Sie stammen vom Jahre ITi^l '), 
aus der Zeit, in welcher hier die eindringende Renais- 
sanceform in heftigem Kampfs mit dem gothischen Ele- 
mente liegt, und in der die interessantesten Stilmischungen 
ihre Entstehung gefunden haben. Die Reliefs sind zum 
Theil mit Energie behandelt und sehr plastisch, ja inanch- 
mal, wie bei dem reizenden Kindertanz -), etwas gewagt 
ausgearbeitet. 

Verwandt mit diesen Skulpturen sind die noch vor- 
handenen, ganz ebenso gehaltenen Gesimse vom ehema- 
ligen Malzahn'schen Hause auf der Altbüfserstrafse, deren 
Haupttheil sich im Museum schles. Alterthümer (Licht- 
hof) befindet. 

Auf der Westseite des Stadthauses finden sich nun 
folgende Darstellungen an den Fenstersohlsteinen : 

Am ersten: eine Hasenjagd; zwei Jäger (natürlich 
Brustbilder) mit Spiefsen — ein dritter hetzt einen Hund 
— dringen auf einen Hasen ein, welcher kopfüber fällt. 

Am zweiten: an der Ecke eine Mönchsmaske ; dann 
folgt eine Jungfrau, einen phantastischen Bockskopf an 
den Hörnern haltend ; daneben sitzt ein nacktes Weib 
nebst einem Buhlen. Es folgt nun ein sonderbares In- 
strument in auffallender Gröfse, das ich nicht zu erklären 
weifs. Die Form erinnert an die mittelalterlichen Juden- 
hüte. Hieran schliefst sich eine anstöfsige derb-burleske 
Scene : ein Narr zeigt kauernd sein entblöfstes Gesäfs und 
verrichtet seine Nothdurft in einen Topf, der von einer 
starken, mit Teufelsmaske versehenen Sau gehalten wird. 
Dürfte dies mit der im Mittelalter nicht seltenen Juden- 
polemik in Verbindung zu bringen sein ? 

Am dritten Fenster: ein Bauer pflügt mit Kühen 
und Pferden, deren Köpfe aber zum Theil dem Schaf 
entnommen sind. Dann sieht man drei Männer eifrig 
damit beschäftigt, auf einen auf dem Rücken liegenden 
phantastischen Vierfüfsler mit Bockskopf einzuhämmern ; 
ein vierter steht daneben und hält ein Trinkgefäfs in 
der Hand. 

Am vierten Fenster : die Buhlerei. Ein Ritter sinkt 
vom Pferde, das eine in weiten Mantel gehüllte Gestalt 
(Geist?) am Kopfe fafst. Vor dieser Scene kniet eine 
Gestalt in wallendem Mantel, mit einem Kreuze in der 
Hand ; und hinter derselben umarmt ein junger Elegant 
(Bruststück) ein Weibsbild ; — doch in diesem Augen- 
blicke fällt dem Buhlen eine hundeartige Bestie in den 
Rücken, und vor sein Gesicht hält der Tod (eine abge- 
magerte Gestalt, in richtiger mittelalt. Darstellung) den 



1) Das Datum findet sich an der gothischen Fensterbekrönung 
auf der Westseite. 

2) Erwähnt in Lübkes deutscher Renaissance, 2 Aufl. II, S. 160. 



Anzeijjer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



38 



Schädel und das Stundeng'las. Dahinter (an der Ecke 
des Frieses) ist der Höllenrachen aufgethan. 

Auf der Südseite finden sich in den Friesen fol- 
gende Darstelluug-en : 

Als fünfte: die  Gerechtigkeit. Das Brustbild des 
Kaisers mit Schwert und Reichsapfel ; dann eine von 
einem Löwenkopf gehaltene Wage, an welcher ein Mann 
mit Stierhürnern und Bart wiegt. In der Mitte des 
Frieses steht das böhmische Oberhoheitswappen (Löwe), 
das Wappen der Stadt Breslau (Johanneskopf) und end- 
lich der schlesische Adlerschijd mit Holmdecken und 
Schildhaltern. An der Ecke erblickt mau ein Weib, vom- 
Henker gerichtet. 

Humorvoll ist der sechste Fries. Er beginnt mit 
zwei tanzenden Harlequins (der eine mit Glöckchen um 
den Hals), dann folgt ein dicker Mönch, der mit einer 
Matrone sehr liebenswürdig thut, hinter ihm ein Affe, 
der bemüht ist, dem Herrn Frater einen Spiegel vorzu- 
halten. Den Beschlufs der Gesellschaft bildet ein haariger 
Zwerg mit der Fiedel und ein Kind, auf dem Topfe die 
Flöte spielend. 

Zu diesen Scenen scheint noch das siebente Relief 
zu gehören : ein junger Elegant umarmt eine scheinbar 
ältere Frauensperson und will sie küssen; ein zweiter 
wird von einem affenartigen Ungeheuer zu Boden ge- 
worfen. Zwei Brustfiguren sind augereiht als Schild- 
halter des Breslauer Wappens (Johanneskopf). Zuletzt 
folgt die kauernde, undeutliche Gestalt eines Bären oder 
Fuchses, der zwei Belzebubs am Brettspiel zu belauern 
scheint. 

Als achtes Relief folgt nun der hochplastische Tanz 
nackter Kindergestalten und als neuntes ein Fries mit 
vegetabilischem Ornament, mit Masken und der Johannes- 
schüssel aus dem Breslauer Wappen, ganz im Geiste der 
bahnbrechenden Frührenaissance. 

Vielleicht gelingt es, die interessanten Darstellungen 
eingehender zu deuten; ich mufs mich augenblicklich 
nur mit der Beschreibung begnügen. 

Breslau. Eug. Kaiesse. 



Zur Geschichte der riiivcrsitätsstipeiHlieii. 

Das nachfolgend mitgetheilte Schulzeugnifs für Johann 
Schwerin, den Sohn eines Barbiers zu Jägerndorf, behufs 
Erlangung eines Stipendiums sowohl an und für sich, 
wie auch die Beurtheilung desselben durch die dazu.-be- 
stellten Examinatoren dürften vielen Lesern dieses Blat- 
tes sicherlich einiges Interesse erwecken. Der Aussteller 
des testimonium, de dato Brieg 1579 Febr. 17, ist M. 
Jacob Paulonius, Rektor des evangelischen Gymnasiums 
zu Brieg. Dieses Institut, durch den Herzog Georg II. 



von Brieg auf der letzten Grenze deutscher Bildung im 
Osten des Reiches 1369 gegründet, übte bald eine mäch- 
tige Anziehung auf die in den benachbarten slavischen 
Ländern zerstreuten Protestanten aus und erlangte da- 
durch einen weit über die nächsten Grenzen bis ins Aus- 
land hineingehenden Einflufs. Tüchtige Rektoren, wie 
Job. Heidenreich, Johann Ferinarius und Sebastian Buch- 
selius, mehrten den Ruf der Anstalt. Paulonius, geboren 
zu Sangerhausen in Thüringen, war von Wittenberg als 
Professor juris nach Brieg berufen und verwaltete das 
Rektorat von 1576 bis 1579. Nach Niederlegung dessel- 
ben setzte er seine Lehrthätigkeit in segensreichster Weise 
fort, bis er, mit mehreren anderen Lehrern des Krypto- 
calvinismus beschuldigt, am 23. Januar 1584 verabschie- 
det wurde. Er kehrte in seine Vaterstadt zurück, wo- 
selbst er dann nach einigen Jahren als Syndikus gestor- 
ben ist. Ueber Schwerin haben sich weitere Nachrichten 
nicht auffinden lassen. 

Die Schriftstücke befinden sich, wie auch mehrere 
andere verwandten Inhalts, im königlichen Staatsarchive 
zu Breslau in Abschrift. 

Brieg. 1579, Febr. 17. 
Cum honestus vir Johannes Schwerin testimonium a 
nobis de profectu, vita et moribus filii sui Johannis 
Schwerin flagitaret, usurus forsan hoc ad petenda subsi- 
dia et inopiae sublevationem, qua omnino opus est iis qui 
in studiis et mercatura bonarum artium versantur et a 
re familiari ita instructi uon sunt ut varios et multiplices 
sumptus, quos omnis liberalis institutio et educatio in 
eruditionis studio requirit, sustinere et perferre queant, 
non debui nee potui parenti optimo eiusque filio in re 
honesta pertinente uon ad ipsum privatim tantum sed 
multo magis ad reipublicae et ecclesiae incrementum deesse 
Non enim in hac scholastica militia et laboribus molestis- 
simis privata quaeruntur compendia et aucupia, ut multi 
putant, sed ante omnia et principaliter hoc agitur, ui 
gloria divini nominis illustretur et propagetur et recta 
justa legitima moderata tranquilla salutaris (quae omnia 
a semidoctis et leviter saltem eruditione tinctis praestari 
non possunt) ecclesiarum et rerum publicarum sit admi- 
nistratio et gubernatio. Quod si recte perpenderent illi, 
quos deus instruxit poteutia et opibus aut in aliqua collo- 
cavit eminentia, ut liberatiores essent in juvandis ac fo- 
vendis pauperum eorumquo qui ad discendas et percipien- 
das necessarias artes idonei essent et impetus haberent 
a natura escitatos studiis, minus forsan laboraretur domi 
et foris minus rixarum turbarum praestigiarum et corru- 
ptelarum, quae magna ex parte a semidoctis oriuntur fastu 
et ambitione turgentibus, in ecclesiis et rebus publicis 
esset sed magis florerent et rectius habitura essent omnia. 
Ideo valde laudanda est quorundam in imperio principum 



39 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



40 



voluntas qui recte discentium studiis et toti posteritati 
cousuluut dum liberalitate et munificontia sua haec pie 
juvant, fovent et ornant. Tnter quos si non primas ob- 
tinet illustrissimus princeps et dominus dominus Georgius 
Friderieus marchio Brandenburgensis etc. dominus noster 
clementissimus certe seeundae nulla in re ei adimi pos- 
sunt*). Sed ne longius evagetur sermo noster, hoc quod 
instituti est prosequemur quod est ut ad postulata honesti 
viri, cuius in capite liarum mentionem feeimus, testari 
nos ad omnes in quorum manus hae nosti-ae pervenerint 
profiteamur, filium eins Johannem Schwerinum hoc triennio 
quo in nostra sehola vixit magna ex parte mores suos 
honeste rexisse et in discendo talom adhibuisse diligen- 
tiam ut non mediocrem spem usus sui quem aliquando 
ab eruditione eins perceptura sit respubliea in animis 
docentiuni excitarit propter progressus in priniis com- 
munium artium rudimentis non contemnendos factos, quos 
si aliquo adliuc tempore praesente magistro et inspectore 
continuaverit et robur in stylo fecerit paulo maius, ma- 
gis ad publicam scholara et süblimiora quae ibi tractan- 
tur studia iudicium eins maturesceret. Etsi enim inter- 
dum exorbitavit sicut haec aetas ad errores et lapsus 
prona est, tarnen monitus a praeceptoribus statim se 
emendavit et non admonitiones tantum ferre potuit sed 
et poenas, quae bonis et frugi etiam adolescentibus ne 
vitiorum illecebris corrurapantur adhiberi interdum ne- 
cesse est patienter sine deformitate et absque fremitu 
sustinuit disciplinae et legi scholasticae per omnia se 
subiiciens nee rebellis unquam fuit, quod ipsum etiam 
bonae naturae et honesti viri ad virtutem excitati indi- 
cium «st. Cum igitur ut ex praecedentibus satis intelli- 
gitur Schwerino huic nee ingenium nee diseendi volun- 
tatem deesse iudicemus et in virum doetum atque Orga- 
num utile et salutare ecclesiae et reipublica evasurum 



*) In dem auf eine Eingabe vom 12. August 1567, betr. Ver- 
leihung eines Stipendiums, erfolgten Entscheide des genannten Mark- 
grafen, de dato Onolzbach den 17. Juni 1567, heilst es: „das wir 
hieraufsen zu landt bei dreien schuelen 72 knaben und dan bei der 

universitet zu Wittenbergk 40 Stipendiaten underhalten und 

solchs mit grossem uncosten." Dem Petenten wurden 40 ü. zu einem 
Stipendium bewilligt und verordnet, „das der halbe theil ime wie auch 
anderen unsern Stipendiaten uff negistkunfftigen Leypziger Oster- 
marckt doselbst soll erlegt werden. Wir können euch aber gnedi- 
ger maynung nicht verhalten, dafs wir aufs etlichen beweglichen 
Ursachen erstlich die fursehung gethon haben, das der wirdige und 
hochgelerte herr Paulus Eberus der heiligen schrifft doctor und 
pfarrer zu Wittenberg zu den beeden Leipziger merckten als Ostern 
und Michaelis alle Stipendien dort jedefsmals zum halben theil in 
Leypczigk empfahet und einnimbt und dieselbe furter unsern Sti- 
pendiaten zu ainer jeder gebuer uns gegen uberraichung irer qui- 
tung aufstheilt, allso das ir keiner derhalben gein Leipczigk un- 
costen uffwenden dartf.'' (Markgraf Georg Friedericli an den Ober- 
hauptmann und Räthe zu Jägerndorf; de dato 1568, April 21.) 



ipsum speramus, et rogamus omnes cuiuscumque status 
et conditionis fuerint ad quos opem et sublevationem 
inopiae auxilium et promotionem petens is confugerit 
rogamus inquam submisse humiliter diligenter et officiose, 
ut huno in praesentia commendatum favore amoro et 
patrocinio suo complecti et honestos conatus ipsius pro- 
futuros aliquando ecclesiae et reijiublica iuvare et pro- 
vehere non graventur. Qua in re et gratum deo, cuius 
gloria recte discentium studiis ornatnr praestabunt offi- 
cium et nos erga unumquemque ea quae decet et par 
est subjectione observantia studiis et offlciis promerituros 
pollicemur. Ex sehola nostra 17. Februarii anno 1579. 
Jacobus Paulonus rector una cum 
collegis in illustri sehola Brigensi. 
Auf Grund dieses Zeugnisses verwandten sich unter 
dem 24. Febr. desselben Jahres der Oberhauptmann und 
die Räthe zu Jägerndorf bei der markgräflichen Kammer 
zu Onolzbach zu Gunsten des Johann Schwerin; das Ge- 
such wurde nebst zwei anderen den Examinatoren vor- 
gelegt, welche darauf hin jinter dem 21. Mai berichteten: 

»Was aber die iczigen drei knaben von Jegerndorff , 

Johann Schwerin und belangt, welche von der 

fürstlichen herrn räthen daselbst an J. G. der Stipendien 
halben vleissig commendiret und verschrieben worden, 
sind sie unfs auch mir Superintendenten ihrer person, 
alters und geschicklichkait halben allerding unbekandt, 
wir vernehmen allein zum thayl aufs ihren uberschick- 
ten supplicationibus, zum theyl aufs des rectoris zum 
Brieg testimonio das sie nach etlicher massen zeug ihres 
allters im achtzehenden jar inn studiis trivialibus nicht 
genugsamb fundiert, sonderlich im stylo und lateyn 
schreyben nicht der gebuer nach exereiert und abgerichtet 
sein, daher wir nicht schliel'sen kennen, das sie der Sti- 
pendien auff eyner universitet fehig sein, oder mit nutz 
und frucht auff eyner universitet studieren mochten, 
were dem nach unsers einfeltigen erachtens ihnen am 
besten geraten, wenn sie noch ein Zeitlang autf den par- 
ticular schulen zum Brieg und Brefslau verharren, sich 
in artibus und exercitiis trivialibus besser üben und hier- 
durch eynen starcken grund zu höhern studiis academi- 
cis legen mochten, und da sie alfsdenn gutte testimonia 
von ihren praeceptoribus neben ihren scriptis übersenden, 
oder aber umb mehrer sicherhait willen zu Jegerndorff 
oder alhie personlich examinirt und itn examine wol be- 
stehen wurden konten sie . . . zu fürlal lender gelegenhait 
mit stipendiis academicis versehen und andern Stipendia- 
ten gleich zum studio theologico (wie vor der zeit ge- 
breuchlich) obligirt un<l verbunden werden.« 

Breslau. Dr. Wächter. 



41 



Anzeiger für Kunde der deulscheu Vorzeil. 



42 



Zum Hoclizt'itsopft'r in Mederöstt'rrcich. 

In Roseidorf bei Reschitz trügt, wenn die Brautleute 
in die Kirche zur Trauung gehen, eine von den kleineren 
»Kranzljungferu« auf einem ndt bunten Blumen bemalten 
Teller einen grofsen frischen Rosmarinzweig, an welchem, 
— gleichsam als Früchte desselben, zwei grofse schöne ' 
Citronen oder Pomeranzen mittelst meist rothev »Seiden- 
bänder befestigt sind , und stellt 'denselben während der 
Trauung als Opfer für den trauenden Geistlichen auf die 
Epistelseite des Altars (Vgl. Golshorn, deutsche Mjihol. 
II. Auü., 220 und Schönwerth, Aus der Oberpfalz I, 88)- 
Bei dem mir voi'liegenden und von einer Hochzeit in 
Roseidorf herrührenden Rosmarinzweig ist übrigens jede 



Citrone von einem rotlnui und einem blauen Seidenband 
kreuzweise umgeben, wobei ich in Bezug auf diese B^irben- 
paarung auf das Aargauer Sprichwort (li. Rochholz, deut- 
scher Glaube und Brauch II, 280) : 

«Roth und blau 

git e schöni Börefrau." 
verweise, und zugleich erwähne, dal's nach Friedreich 
(Symbolik und Jlytlinlogie der Natur, S. 240) die indische 
Wittwe, welche sich nach dem Tode ihres Gatten ver- 
brennen läfst, auf ihrem Gange zum Scheiterhaufen eine 
Citrone, als Sinnbild ihres künftigen Zusammenlebens mit 
dem Gatten, in der Hand trägt. 

Stock er au in Niederösterreich. C. M. Blaas. 



Banten vom Jahre 146 8. 



Den Bildern, welche wir in Nr. 8 des Anzeigers von 
1882 wiedergegeben haben, fügen wir hier noch zwei 



Fig 1 ist die Darstellung wiedergegeben , wie Melusine 
ihre Burg Lusinien erbaut. AVir sehen einen Arbeiter 



'---^, r 




weitere aus dem germanischen Museum bei, beide der 
öfter erwähnten Melusinenhandschrift entnommen. In 



Erde graben, einen zweiten Bäume fällen, oder vielmehr 
einen bereits gefällten Stamm durch Abhauen auf die 



43 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



,44 



richtige Länge bringen; sodann einen Maurer bei der im Hintergrund ein Arbeiter mit der Kelle Mörtel aufgibt, 
Arbeit, während Dame Melusine die Arbeiter aufmuntert, ein zweiter den versetzten Stein durch Haninierschläge 
In Fig. 2 sehen wir Geoffroy mit dem Sohne inmitten der in die Gleiche bringt und ein dritter Mörtel beiträgt. 




rig. 2. 



Arbeiter, mit deren Hülfe er das von ihm zerstörte Klo- 
ster Malliers wieder aufbaut. Im Vordergrund sind die 
Zimmerleuto beschäftigt, die Hölzer zuzuhauen, während 



Den Krahnen mit dem Zugseile und der Rolle sehen wir 
auf beiden Bildern. 

A. Essenwein. 



Nürnberg. 



Deutsche Personennamen in Italien. 

Quellen dieser Mittheilung sind : 

1) Das Nekrolog des Domstiftes zu Cividale : Anlage 
etwa um 1325, mit Reception älterer Aufzeichnungen 
gleichen Charakters, die scheinbar weit vor 1200 zurück- 



reichen; Fortsetzung bis in die Neuzeit; älteste datierte 
Eintragungen von 1204, 1211 u. s. w. 

2) Das Nekrolog des Benediktinerinnenklosters Maria 
in Valle ebendort: Anlage um 1400, gleichfalls mit Re- 



45 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



46 



ception, wie oben, nicht g'oring-er in Alter und Ausdeh- 
nung; älteste datierte Eintragungen 1311 u. s. w. und 
Fortsetzung in die Neuzeit. 

Beide Codices in Pergament hinterliegen im Dom- 
archive zu Gividale. 

Ich gebe die Auszüge aus 1. zuerst. Die Brüche 
weisen auf die Tage und Monate des Todes wie der Ge- 
denkfeier der Betreffenden. Namen, deren deutscher Gha- 
r^jiter mir zweifelhaft, bezeichne ich mit {?). Mit man- 
cherlei Verstümmelungen von wälschem Munde und wäl- 
scher Hand mufs man allerdings vorlieb nehmen. 

\i Ghisla uxor Galuagni 1307 — 6. Astolfus 1311 — 
14. Domina Hengnerlad (Engilrat) uxor Marquardi de 
Orgon ^— 2ü. Acelinus de Formentinis 1470 — 23. Guntil 
mater presb. Petri 1331. 

','2 Alburch uxor condam Leonardueii de Portabrosana 
1378 — 8. Hermin garda mater Venture sartoris — 11. Gisla 
uxor Coraducii domini Galucii 1290 — 14. Ayneius cali- 
garius (c. 1300). 

'/3 Ricardatilia JohannisLongi 1303 — Gvotilingh uxor 
Walframmide Qucula 1330 — 13 Ayneius speronarius 1314 
— 23. Alruni uxor Dietrioi de Ruuignaco 1238 — 2ö. To- 
masinus illius Sibottonis 1293. 

V-t Irmiugard lilia Nodorici de Premeryacho 1237 — 
5. Ii-mingarda fllia Sybottonis 1276 — 6. Hermingarda 
uxor condam Jacobi notarii 1299 — 17. Genlrudis uxor 
Lupoldi de Prestento 1218 — 20. Ayü(^uttus mansionarius 
1268 — Pecila pediseca Bernardi canonici 1328 — 21. Vida 
mater AynQutti mansionarii 1268 — 25. Truta soror Pio (!) 
de Premeriaeo 1308 — 26. Coraducius tilius condam Hin- 
galpreti de Gleis 1303 — 29. Coradina mater Siuridotti 
1308. 

2^/5 Ottach(er)us de Ticiano (c. 1280) — 30. Werim- 
burch ile Portis 1278 — 31. Winesia uxor Aym? satalarü 
1283. 

^je Domina Dyetras 1306 — 23. Widelmoth uxor Bal- 
dachi 1296 — 29. Adalgerius calcifex de ultra ponte 1347. 

'/t Gysla mater domini Adalperi 1302 — 11. Nodongus 
de Rubignacco 1306. 

"js Irming-arda fllia Garoli 1234 — 20. Adilpl-etus fllius 
Henrici de Yplis 1239 — 24. dominus Heroch comes — 
27. Rilint filia Verdirose 1260. 

% Adalmota de Portis 1320 — 11. Engerlada vxor 
Joannini piliparii 1359 — 13. Poppo calcifex 1293 — 
20. Almaricus de Maniacho 1318. 

^',10 Ayngutus mansionarius 1332 — 31. Gerpirch filia 
Milandi (c. 1280). 

^•12 Gerpirch uxor Guarneri de Jamnich (c. 1280) — 
8. Irsnagil — 11. Ingherladis uxor Pelegrini de Jamnich 
1230 — 14. Isendricus de Rodelano 1349 — 19. Almot 
uxor Odorici de Cucanea 1239 — 26. Wirdilia soror (ma- 
gistri) Bonitatis 1293. 



Aus dem 2. Godex stammen : 

Vi Charolus comes, Adaleita, Radia (?) Gadeloth (!) — 
2. Erar, Maidina — 3. Utogunt monialis — 4. Emen- 
drit puella — 6. Hyrmengard — 8. Haduich — 9. Vilim- 
bireh mon., Varnerius — 13. Tuota mon. — 15. Adaieila 
mon. — 18. Gotalmus monachus, Atigarda, Vgono — 
20. Herburch mon. — 21. Richiza, Immengarth — 22. Diet- 
rat — 30. Haduic abbas. 

V2 Leucarda, Tuta — 2. Alpionda — 4. Rutuardus, 
Ghuniza, Truta — 6. Gergurt (!) — 7. Hadpuit (!) conuer- 
sus — 13. Himengart — 14. Truta, Albrigatius presb. 
et canon. — 15. Meltilt — 18. Grimelda mon. — 21.Deimot(!) 

— 22. Geppa, Suuanburch — Gisla mon., Hildegart mon. 
1346 — 26. Richiza mon., 1318. Ilda abbatisa nostre 
congregationis obiit, Helica, Ingelmar — 27. Amelricus 

— 28. Hiltegrut (!) 1330. 

'3 Grim — 3. Aleit, Elica — 4. Imengart mon., 
1343 obiit Einigart nostre congregationis, Albricus, Ra- 
tolt — 8. Kaimut (!) — 10. Hermendrut — 12. Situlo 
mon., Rampretus, Diecher (!) — 13. Gardrut abbatissa — 
14. Hengalmut puella, Gardrut — 16. Volfrat, Volsalch 

— 18. Gissa (!), Ingalbert presb. — 20. Aligunt conuersa, 
Folohredus — 21. Alch (!), Popo, Ghadeloc, Golpu(r)g — 

22. Asquinus mon., Rioza — 27. Achagunt (!) -- 28. 
Eduich — 30. Valerat, Illerut conuerse. 

Vi Herburch abbatissa — 4. Goldruda — 5. Jaldruth 

— 11. Redulfus subdiac. — 13. Friderincha abbatissa nostre 
congregationis, Lucarth layca — 14. Emengart abbatissa 
nostre congregationis, Adalmot mon. — 17. Harteliph 
mon., Giselrat — 18. Hirmengart mon., Zuanburch layca, 
Ergosut (!) clericus — 20. Iltelprant, Rapant — 23. Ge- 
ruich, Irmendach (!) — 26. Isengard. 

V» Ingalm et — 8. Pirisconda, Vilfllt — 13. Almot, 
Tutto — 17. Herburg — 18. Diamot, Li(u)prandus mon. 
19. Gef-u(n)ch mon., Inmengard — 21. Geruich mon. — 
25. Vargendus — 30. Verenburcch. 

V'G Iltegunt mon. — 12. Echelpret presb. — 14. Vui- 
libirch — 23. Humburch mon. 

Vt Sigilfredus — 6. Dumpobus (! Rumpoldus?), Ruot- 
lieb, Rizart — 7. Hermeinardus presb., Gotpoldus, Adal- 
cuta — 13. Griseida de Mugla 1434 — 20. Regnoldus 

— 26. Daleyta (! Adaleita) mon. — 30. Dieta. 

V's Isnidricus (! Isinricus) — 4. Volftrigil , Repretus 

— 7. Verinbirch — 14. Imigla (! Imizla) de Strassoldo 
abbatissa nostri monasterii, Vitimar — 13. Engelenda 
mon. — 23. Arpo presb. — 31. Alrunt, Isaida. 

^^/g Acpeha (! Acicha), Leufridus presb. — 13. Godula 

— 17. Raina — 21. Arioldus subdiac, Gueremburch — 

23. Helmundrut puella — 27. Albrigus — 28. Gebuint — 
29. Richilda abbatissa nostre congregationis. 

Vio Galdrut (! Goldrut), Guelzilg (! Wezil) —3. Adal- 



47 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



48 



bramus — 7. Itelgunt — 19. Ilza — 26. Eingbilt (! En- 
gilhilt), Artuicus, Arbo — 30. Guilfrinuh. 

*/ii Almericus presb. et mon., Varnundus (!), Gri- 
molt — 11. Ospurch — 12. Helmindrudis abbatissa nostre 
congregationis — 13. Guilimbirch — lö. Tangno (Tagino) 
presb. — 19. Ategart — 20. Starcandus, Alcont, Erna. 

Wer sich für den Geist der Namensehöpfung iin all- 
gemeinen und speziell der neuitalischeii interessiert, dem 
gebe ich in Folgendem aus denselben Quellen eine Reihe 
ebenso zierlicher als gemüthsvoUer Beispiele,_die nament- 
lich dem weiblichen Geschlechte gelten, wie Abundantia, 
Altaflor, Bella, Bellissima, Benencontra, Benevenuta, 
Blonda, Clara Stella, Concordia (im Friauler Dialekte Gum- 
quardia), Corona, Flor, Flor-de-camp, Flordibella, Flo- 
renia, Florisgena, Flornouella, Flos, Gradulina, Gratiosa, 
Humilitas, Inclitina (andere Form Inticlina), Intendula, 
Montanella, Morosa, Nouella, Omnia, Ottobona, Palma, 
Palmera, Palmirusa, Rauernella, Serena, Smeralda, Sola 
amoris (andere Form Sola damor), Soprana, Stella, Ven- 
turata, Yenuta (im friaul. Dialekte Vignuda), Verdirosa. 
Den Frauennamen Guardilogia (— loya) weifs ich nicht 
zu deuten, wenn er (dem Italienischen entnommen) nicht 
etwa «Hausschützerin, guter Geist des Hauses'f besagen 
will ; es kann aber auch er die Verstümmelung eines ur- 
sprünglich deutschen Namens sein, als den ich «Wari- 
louch<r ansehen möchte. Für Männer erscheinen Bona- 
quistus, Desideratus, Fioravant, Floridus, Florius, Gloris, 
Orandus, Rubinus, Signu(m) bon(um) und Vigurosius. 

Graz.  ' Zahn. 



Inschriften. 

Auf meinen archäologischen Reisen fand ich einige 
eigenthümliche Inschriften an verschiedenen Rathhäusern, 
welche die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts charakteri- 
sieren und einer Mittheilung nicht unwerth erscheinen. 

1) Im Sitzungssaale des Kindelbrücker Rathhauses : 
Judicabit iudices iudex generalis, 

Reus condemnabitur, sit hie qualis, qualis. 
Ibi nihil proderit! NuUa allegare! 
Et nihil excipere, necque appellare 
Quo nee locus Codici erit nee Digestis, 
Idem erit Dominus : Judex, actor, testis, 

2) Im Sitzuugssaale des Ascherslebener Rathhauses: 
IHR HERRN SEIT EINIG VND KLVG 

DAN IHR HABT SONSD MISGONNER GNVG 



TRACHT DAS GEMEINER NVIZ SICH MEHR 
DES WERDT IHR HABEN LOB VND EHR. 

3) An der Eingangsthüre des Weifsenseeer Rathhauses: 
REGTE IVSTICIAM IVDIGATE SIBI HOMINVM 
PSAl^n (?)_PRO LEGE ET PRO GREGE 

DICTV ALFOSI. 

4) An der grofsen Freitreppe des Rathhauses zu 
Trefurt, welche gleichzeitig nach dem Sitzungszimmer 
und nach dem Rathskeller ftthri : 

Anacharsis dixit. Primum poculum 
quod infunditur sanitatis bibi, alterura 
ebrietatis, tertium insaniae, nihil 
enim similius insano quam ebrius. 
Allein Gott die Ehre. 

Wernigerode. Gustav Sommer. 

F i n d 1 i n gc. 

Auf dem Einbanddeckel eines Gerichtsbuches, welches 
im Jahre 1527 angelegt wurde und sich im Archive 
des Marktes Bibart in Mittelfranken befindet, sind folgende 
Verse, die von einer Hand aus der zweiten Hälfte des 
16. Jahrhunderts herrühren, zu lesen : 

Ihr Rathgeber fodert (fördert) Gottes Ehr, 
Vnd daß sein Dienst rein gehalden wer (werde), 
Gunst Neidt Gsenck (Gezänk) meid vnter euch, 
Einem jeden thut im Rechten gleich, 
.Der Witwen Waisen habt gut acht. 
Die Noth der Gefangenen wol betracht. 
Die Tugent last nicht vnb(dohnt, 
Die Bösen strafft, der Fromen schont; 
Seit freundlich vnd doch auch ehrnsthafft 
So geschieht aus lieb alls was ihr schafft. 
Sohwarzenberg. A. Mörath. 



Der Statt verderben volgt gewifs, hab acht, 

Da (wo) Gerechtigkeit weint, vnd Hochmutt lacht. 



Si Curiam curas, tunc dat tibi Curia curas ; 
Quietus uiuit, cui non est Curia curae. 



Eins manns redt ist ein halbe redt, 
Man soll die thail verhören bedt. 
Aus dem Rathsbuche Nr. 31,453 (saec. XVI.) im ger- 
manischen Museum. Dr. Fr. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nilrnberg. 



Gedruckt bei U. K. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 



1883. 



JW 2. 



Februar. 



Chronik des gernianischen Museums, 



Nürnberg, 31. Januar 1883. 

Das Bedürfnifs des Museums, zu seiner weiteren Eutwicklung 
die nöthigen Räume zu bekommen, hat nach gründlicher Prüfung 
von Seiten der Regierung des deutschen Reiches diese veranlalst, 
dem Bundesrath und Reichstag mit dem Etat für IBBS.öl eine Vor- 
lage zugehen zu lassen, in welcher die Mittel verlangt werden, um 
die jetzt schon erforderlichen und zugleich die innerhalb der näch- 
sten 10 Jahre durch die Entwicklung des Museums bedingten Räum- 
lichkeiten auszuführen. Der Bundesrath hat seine Zustimmung er- 
theilt, und hoffentlich wird auch jene des Reichstages nicht ausbleiben. 
Ist damit auch der gesammte Ausbau der projektierten Gebäudegruppe 
noch nicht ausgesprochen, so können wir doch jetzt hoffen, dals auch 
der Rest sich noch wird bewältigen lassen. Da das Projekt für den 
Gesammtausbau, wie es den Freunden des Museums seit fast einem 
Jahrzeheut veröffentlicht vorliegt, über die jetzige Grenze unseres 
Territoriums weit hinausgreift, so haben die Gemeindebehörden der 
Stadt Nürnberg die unentgeltliche Benützung eines beträchtlichen 
Stückes städtischen Grundes, der zur Ausführung unserer Bauten, 
nöthig ist, genehmigt, und wir haben somit die frohe Hoffnung, dafs 
das Projekt an dessen Durchführung wir schon so lange arbeiten, von 
dem wir seither Jahr für Jahr je ein Stück zur Ausführung brachten, 
sich endlich gänzlich verkörpern wird, eine Hoffnung, die uns zu um 
so innigerem Danke gegen die Reichsregierung und die Stadt Nürn- 
berg erfüllt, je weniger wir ohne deren Dazwischentreten so bald 
die Fertigstellung hätten erhoffen dürfen. 

Für das deutsche llandelsmuseum wurden neuerdings 2 An- 
theilscheine gezeichnet durch die Herreu : Sieler u. Vogel in Leipzig. 

Seit der Veröffentlichung des Verzeichnisses in der letzten 
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Vereinen : Offenburg. Gewerbeverein 5 m. 

Von Privaten: Altdorf. Bauer, Seniinarhilfslehrev, 2 m. ' 
Böhm, Seminarlehrer, (statt bisher 2 m) 2 m. 50 pf ; Fufs, Seminar- 
lehrer, 2 m. ; Griebel , Seminarhilfslehrer , 2 m.; Kaiser, Seminar- 
lehrer, 2 m. 50 pf. ; Lang, Seminarhilfslehrer, 2 m. ; Reif, Seminar- 
schullehrer, 2 m. ; Vogel, Seminarlehrer, (statt bisher 1 m.) 2 m. ; 
Weber , Seminarliilfslehrer, 2 m. Arnstadt. Dr. Drahua 6 m. 
Berlin. G. von Buusen, Reichstagsabgeordneter, 10 m. ; H. Lieber 
3 m. ; Rathgen, Hauptmann, 4 m. Bremen. Casp. Ulrich Bitter, 
Bäcker, 3 m. Detmold. Felix von Donop, Rittergutsbesitzer, in 
Wöbbe! 3 m. ; L. Petri, Baumeister, 3 m. ; Frau Quentin, Medizinal- 
rathswittwe, 3 m. Dillenburg. Wiegand, Rechtsanwalt, 1 m 50 pf. ; 
Dr. Winnen 1 m. Düsseldorf. Jordan, Reclmungsrath, (statt bisher 
6 m.) 9 m. Frankfurt a. M. Ferdinand Köhler, Kaufmann, 2 m. 
Freiburg a. U. Kahle, Bürgermeister, 1 m. ; Laddey, Posthalter, 
1 m. ; ]\Iarkendorf, Fabrikant, 1 m. ; Albin von Rauchhaupt, Kauf- 
mann, 1 m. ; Ernst Sachse 1 m. ; Friedr. Siegel, Gutsbesitzer, 1 m. ; 
Glogau. Karl Flemming, Verlagsbuchhändler, 50 m. Grimma. Dr. 
Kindt, Bezirksarzt, 3 m. ; Kühn, Pfarrer, in Döben 1 m. Dr. Prölfs, 
Professor, 3 ra. ; Recke, Pfarrer, in Sachsendorf 1 m. ; Schieck, 
Professor, 3 m. ; von Uslar, Oberstlieutenant, 2 m. Hersfeld. Cor- 
nelius, Gymnasiallehrer, 3 m. ; Noll, Rittergutsbesitzer, in Meisen- 
bach (statt bisher 1 ra.) 2 m. Kiel. Ladonburg, Professor, 5 m. 
Meerane. Gustav Spiegel, Kaufmann, 1 m. Mergenthelm. Geiger, 



Präceptor ,2m.; Kley , Präceptor, 2 m. ; Vorlaufer, Werkmeister, 
2 m. ; Walther, Postmeister, 2 m. Naumburg a. S. Ferd. Becker, 
Rentier, I m. ; Freigang, Geschäftsführer, 1 m; 0. Hauthal, Buch- 
druckereibesitzer, 1 m. ; Köhler, Domkapitelssekretär, 3 m. ; Bruno 
Radestock, Kaufmann, 2 m. ; Sommer, Mechaniker, 1 m. Nürnberg. 
Karl Hirschmann, Lehrer, 2 m. ; Emmer. Winterhalter, Kaufm., 3 ni. 
Oggersheim. Herrn. Dietz, Direktor, 3 m. Ohrdruf. P. Kling, 
Fabrikbesitzer, 1 m. 5o pf- Roth a. S. Theod. Hamm, k. Förster, 
2 m. Rottweil. Dr. Baltzer, Professor, 2 m. ; Dr. Hepp, Professor. 

2 m Schwerin. Bolten, Rentier, 3 m. : Brunzlow, Oberlehrer, 3 m. 
Stettin. Gödeking, Garnisonsbauinspektor, 3 m. ; Küster, Land- 
gerichtsrath, (statt bisher 1 m.l 3 m. Stuttgart. Wilhelm Grözin- 
ger, Revisor, 2 m; ; Karl von Seeger, Bauinspektor, 2 m.; A. Wis- 
kott, Privatier, 2 m. Waldsee. Daiber, Bahnmeister, 1 m. ; Altred 
Herwig, ev. Pfarrverweser, in Schussenried, 2 m.; Karl Liehet. 
Buchdruckereibesitzer, 2 m. ; Ott, Amtmann, 1 m. Weissenburg 
Ludwig Brand, k. Bezirksamtmann, 2 m. ; Karl Löper, Buch- 
druckereibesitzer, 2 m. Zwickau. Berg, Bergdirektor, 3 m. ; Bräuer, 
Obervorsteher, 3 m. ; Dr. Butter, Medizinalrath, 3 m. ; Fischer, Fabri- 
kant u. Stadtrath, 3 m.; Fischer, Kassendirektor, 3 m. ; Frey, Bau- 
meister, 3 m. ; Gefsler, Kassendirektor, in Schedewitz 3 m. ; Hent- 
schel, Banquier und Stadtrath, 3 m. ; Hering, Bergdirektor, 3 m. : 
Hofmann. Maschinenfabrikant, 3 m.; Dr. Hübel, Kreishauptmann. 
5 ra. ; Keck von Schartzbach 3 m. ; Keller, Baumeister, 3 m. ; A. 
Meyer, Kaufmann, 3 m. ; Modes, Eisenbahndirektor, 3 ra. ; J. Mur- 
sinna, Kaufmann, 3 m. ; F. M. Rosenbaum 3 m. ; Dr. phil. Rosen- 
raüUer 3 m.; Schramm, Stadtbaumeister, 3 m. ; Schulz, Banquier. 

3 ra. ; Dr. Schurtz, Direktor, 3 m. ; Starke, Landgerichtsdirektor, 
8 m. ; Dr. Staude, Medizinalrath, 2 m. ; Varnhagen, Bergdirektor, 
3 m. : Tb. Walter, Kaufmann, 3 m.; Dr. Winzer, Landgerichtsrath, 
3 m ; Wolf, Brauereiinspektor, 3 m. ; Dr. Wolf, Landgerichtsdirektor, 
3 m 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet : 
Von Privaten : Freiburg a. U. Bosse, Amtsrichter, 3 m. ; Herr- 
mann, Amtsrichter, 3 m. ; Klofs & Förster, Champagnerfabrikanten. 
3 m.; Hersfeld. Dr. Klippert, Gymnasialoberlehrer, 3 m. : Dr. 
Wachenfeld, Gymnasialoberlehrer , 3 m. Naumburg a. S. Berg. 
Lieutenant der Reserve, 3 ra. ZwicRau. Mosebach, Stadtrath, 10 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgeschichtliclien Sammr 
lungen. 

(Nr. 8686—8696.) 
Berlin. G. Graf Seckendorff, kgl. Kammerherr: Bronzeme- 
daille auf die Vermählung des Prinzen Wilhelm von Preufsen und 
der Prinzessin Victoria von Schleswig-Holstein. — Bremen. Dr. Bu- 
ch enau, Professor: Ansicht von Bremen, Kupferstich des 17. 
Jahrh. Neuer Abdr. — Düsseldorf. J. Leisten, Maler; 3 Origi- 
nalradierungen des Hrn. Geschenkgebers. Holzschnitt, nach einem 
Gemälde dess. — Eisenberg. Frhr. von Crienanth: Gipsabgufs 
eines römischen Votivsteiues. — Köln. Göbbels, Kaplan: Leuchter- 
tragender Engel und Christkind, 2 Holzskulpturen des' 15 Jahrh, 
St. Weyer, Stadtbaumeister: Grofse Photographie der wiederher- 
gestellten Rathhausvorhalle zu Köln. — Mainz. Fr. Schneider, 
Dompräbendat: Gipsabgufs eines altchristlichen Steines. — Mombach. 
Falk, Pfarrer: Kopie einer Karte der Algesheimer Gemark des 
18. Jahrh. — Nürnberg. Hararaer, kgl. Bezirks-Ger.-Direktor a D.: 
2 kleine Büchlein für ein Puppenhaus, 18. Jahrb. Kobell, Uhr- 
macher: Werk einer Selbstschlaguhr von SchwinszbeVger in Fürth. 



l)[ 



Anzeiger für Kunde der deutschen VorzQit. 



S2 



Speckhardt, Hofuhrmacher: Selbstschlaguhr in silbernem Gehäuse 
von Schwinszberger in Fürth. 2 emaillierte Zifferblätter, 10. Jahrh. 
Werk einer Cylinderuhr mit Steincylinder, 19. Jahrh. 

IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 46,856—46,966.) 

Basel. Dr. MoritzHeyne, Professor: Ders., Kunst im Hause ; 
II. Reihe. 4. — Berlin. A benheim'sche Verlagsh. : Schwehel, deut- 
sches Bürgerthum. 1883. 8. R. v. Deck er 's Verlag: von Wol- 
zogen, aus Schinkels Nachlafs ; 4 Bde. 1862 — 64. 8. Dr. Jul. 
Friedländer, Direktor des k. Münzkabinets : Ders., Gottfried 
Leigebe. 1882. 8. Arthur Milchhöfer: Ders., die Befreiung des 
Prometheus. 1882. 4. Dr. A. v. Sallet, Professor: Ders., Rubens, 
Nil-Büder. 1882. 4. Sonderabdr. Ders., zwei italienische Medaillen. 
8. Sonderabzug. — Dr. Stephan, Staatssekretär des Reichs- 
postamts, Exe: Katalog des Reichspostmuseums. 1882. 8. — Bre- 
men. Dr. Freiherr Herrn, v. Eelking: Krause, Katalog eth- 
nologischer Gegenstände aus dem Tschuktschenlande. 1882. 8. Fräu- 
lein Fanny Traub: Beschreibung des Zehenden Jahrs-Tags der 
Herzogl. Wirtemb. Militär-Akademie. 1780 4. — Brunn. Buschak 
u. Irrgang, Verlagsh.: Genealogisches Taschenbuch der adeligen 
Häuser. 7. Jhg. 1882. u. 8. Jhg. 1883. 16. — Bunzlau. Dr. E. W er- 
nicke: Waisenhauslehrer: Ders., Chronik der Stadt Bunzlau; 
Liefg. 7 u. 8. 1882. 8. — Dresden. Dr. Distel, Staatsarchivar: 
Ders., Nachrichten über einige Bilder, insbesondere über den „Wild- 
dieb" (?) von €hph. Paudiß, im Schlosse zu Moritzburg. 8. Hein- 
rich Klemm, Direktor u. Redakteur: Pregmatica sohre la Impres- 
sion: y libros. Valladolid, J558. 2. Facsimile. Rath der Stadt: 
Ders., Verwaltungs-Bericht etc. f. d. J. 1881. 4. Dr. K. von We- 
ber, Geheimrath, Direktor des Haupt-Staatsarchivs: Neues Archiv 
für Sachs. Geschichte und Alterthumskunde; Bd. III, 1 — 4. 1882. 8. 
Codex, diplomaticus Saxoniae regiae ; II. Hauptbl. 12. Bd. 1888. 
4. — Freiburg i. Br. Universität: Ilegar, Ign. Phil. Semmel- 
weifs. 1882. 4. Pr. von Kries, Gedächtnifsrede auf Otto Funke. 
1881. 4. u. 51 weitere akademische Schriften niclit historischen In- 
haltes. — Görz. Karl Freiherr v. Czörnig, k. k. w. geh. Rath: 
Ders., das Sophien-Schlüfschen in Aufhofen. 1879. 4.  — Gotha. 
Justus Perthes, Verlagsbuchh. : Gothaischer genealogisclier Hof- 
kalender; 180. Jhg. 1883. 16. Almanach de Gotha; 120. annee. 
1883. 16. Gothaisches genealog. Taschenbuch der gräfl. Häuser; 
56. Jahrg. 1883. 16. Gothaisches genealog. Taschenbuch der frei- 
herrlichen Häuser; 68. Jahrg. 1883. 16. — Hannover. H. Wilh. 
H. Mithoff, Oberbaurath a. D. : Ders., mittelalterliche Künstler 
u. Werkmeister Niedersachsens u. Westphalens ; 2. Ausg. 1888. 8. 
— Heilbronn. Gebr. H enning er, Verlagsbuchh. : Deutsche Litte- 
raturdenkiiKili! des 18. Jahrhdts. 7—9. 1882—83. 8. — Hildburg- 
hausen. F. W. Gadow u. Sohn, herzogl. Hofbuchdruckerei: Hu- 
man, Chronik von Kloster Veilsdorf. 1882. 8. — Innsbruck. M. 



Steiner, Antikenhändler: Der Patinakrieg. Die Restaurierung 
des Max-I)enkmals in Innsbruck. 1883. 8. — Kempten. Jos. Kö- 
sel'sche Buchh. : Baumann, Geschichte des Allgäu's; 7. Lfg. 8. — 
Kupferzeil. Dr. F.-K. Fürst Hohenlohe, Durchl. : Ders., das 
Wappen an der ,,turris Caesaris" zu Monopoli. 8. Sonderabdr. — Leip- 
zig. F. A. Brockhaus, Verlagsh.: Histor. Taschenbuch, begründet 
von Fr. v. Raumer, hrsg. von W. Maurenbrecher. 1883. 8. Der neue 
Plutarch, hrsg. v. R. v. Gottschall; IX. Thl. 1882. 8. Alphons 
Dürr, Verlagsbuchh. : Erler , deutsche Geschichte von der Urzeit 
bis zum Ausgang des Mittelalters in den Erzählungen deutscher 
Geschichtschreiber. I. Band 1882. 8. E. A. Seemann, Verlagsh.: 
Dohme, Kunst und Künstler des 19. Jahrhdts. ; 2.-6. Lfg. 1882. 
8. Otto Spamer, Verlagsh.: Schmidt, illustrierte Geschichte von 
Preufseu; Heft 43—45. 8. — München. Dr. tieorgHirth: Ders., 
der Formehschatz ; 1880, H. 12. 1881, Heft 1—12. 1882, Heft 1—12 
4. Ders , kulturgeschichtliches Bilderbuch aus drei Jahrhunderten ; 
, Bd. I (16. Jh.), 6.-12. Lfg. 1882. 4. Ders., Albr. Dürers Feder- 
zeichnungen u. Ilolzschnittwerk. 2. Butsch, die Bücherornamentik 
der Hoch- u. Spätreuaissance ; IL Thl. 1881. 2. Jos. Würdin- 
ge r: Ders., die Römerstrafse von Scharnitz (Scarbia) bis Parten- 
kirchen (Parthanum). 1882. 8. Sonderabdr. — Norden. I. ten Doorn- 
kaat Koolman, Kommerzienrath: Ders., Wcirterbuch der ostfriesi- 
schen Sprache; II. Bd. 1882. 8. — NUrnberg. Bohner, Pharma- 
zeut: Genealog.-militärischer Kalender auf d. J. 1785. 8. — OfTen- 
burg. Albr. Fischer, Kaufmann: Engelhardt, der Ritter von 
Stautfenberg, ein altdeutsches Gedicht. 1823. 8. u. qu. 4. — Rostock. 
Fräulein A. Diemer, Conventualin zum heil. Kreuz: Zäpelihn, 
die Variner u. Warnawer. 1797. 8. Göschel, der Croy-Teppich in 
Greifswald. 1854. 8. Hasse, typographiae Lipsiensis, imprimis saeculi 
quarti, historiae brevis adumljratio. 1840. 4. — Salzburg. Dieter, 
k. k. Hofbuchhändler: Ders., Soldaten -Liederbuch für das k. k. 
Heer. 1882. 8. — Stockholm. Artur Hazelius, Sekretär d. Ver- 
eins zur Förderung des nordischen Museums : Ders., samfuudet für 
nordiska Museets främjande. 1882. 8. — Stuttgart. J. Engel- 
horn, Verlagsh.: v. Leixner, unser Jahrhundert; Lfg. 56 — 62. 
(Schi.) — Wien. S. Maj. Franz Josef I. Kaiser von Oesterreich : 
Becker, die Sammlungen der vereinten Familien- u. Privat-Biblio- 
thek Sr. Maj. d. Kaisers. Bd. II, 2. Abth. u. III, 1. Abth 1879 u. 
1882. 2. Dr. Jul. Glaser, Universitätsprofessor: Ders., ge- 
sammelte kleinere juristische Schriften; Th. I. u. II. 2. xVufl. 1883. 
8. R u d. L e c h n e r 's Verlagsbuchh. : Weifs, Geschichte der Stadt 
Wien; 2. Aufl. 1882. 8. E. Prihyl, Smolle, die Habsburger. 600 
Jahre ihrer ruhmreichen Geschichte. 1882. 8. Fasan, Einiges über 
Zuckerrüben- Anbau etc. 1882. 8. v. Huber, wie sorgt der Verein 
z. Förderung der Interessen der land- u. forstwirthschaftl. Beamten 
für die Zukunft seiner Mitglieder? 1882. 8. Dr. Th. Sickel, 
k. k. Hofrath u. Universitätsprofessor : Ders. ; monumenta graphica 
medii aevi etc.; fasc. 10. 1882. Imp. 2. Nebst: Rieger: die Texte 
etc. 1882. 4. 



Schriltcn der Akademieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind: 



Harz-Verein für Geschichte u. Alterthumskunde: 
Urkundenbuch der Stadt Quedlinburg. Bearbeitet von Karl 
Janicke, herausgegeben unter Mitwirkung des gen. Vereines, des 
Ortsvereins Quedlinburg, vom Magistrate der Stadt Quedlinburg. 
IL Abtheilung. Mit 26 Kunstbeilagen. Halle, 1882. 8. CV und 
419 Seiten. 

Histor. Verein für Stadt u. Stift Essen: 
Beiträge etc. 5. Heft. Essen, 1883. 8. Die Aebtissinnen 
von Essen. Nach dem Brüsseler Katalog mit Varianten und An- 
merkungen herausg. von Dr. 0. Seemann. 44 Seiten. 



Verein f. Gesch. u. Alterthumskunde Westfalens: 
Zeitschrift etc. 39. u. 40. Bd. Münster, 1881 u. 1882. 8. Die 
Gemeinde Datteln. Ein Beitrag zur Geschichte des Vestes Reckling- 
hausen. Von A. Jansen. — Beiträge zur Geschichte des münste- 
rischen Humanisten Murmellius. Von Dr. Clemens Bäumker. — Die 
alten Wallungen, Landwehren, Dammstrafsen und anderweitige 
Alterthümer. Von J. B. Nordhoff. — Buchbinderkunst u. Hand- 
werk in Westfalen. Von dems. — Dr. Wilmans, geh. Archivrath. 
Nekrolog von Dr. W. Diekamp. — Copiarium Gerdense. Von W. 
E. Giefers. — Ueber das Stift Heerse. Vortrag . . . von Carl 



Anzeiger 



l'iir K'uikIo der deutschen Vorzeit 



34 



Spancken. — lieber einige jetzt niiht mclir ffebriiiicliliclie Ortsbe- 
zeichnungen in und bei dem Dome zu Paderborn. Von f Dr. Jul. 
Evelt. — Die ältere Diözese Paderborn nacli ihren Grenzen, Archi- 
diaconaten, Gauen u. alten Gerichten. Beschrieben von Ludw. Aug. 
Theod. llolscher. — Die Anfänge der Städte Borgentreich, Borgholz, 
Peckelsheim. Von W. E, Giefers. — W. E. Giefers. Eine bio- 
graphische Skizze. Von Conr, Mertena. — Aus den Briefen Anton 
Matth. Sprickmann's an Jenny von Voigts, geb. Moser. Mitgeth. v. 
W. Hosaus. — Die Reliquien des hl. Liudger. Zugleich ein Beitrag 
der Entwicklungsgeschichte der Legenden. Von Dr. W. Diekamp. — 
Geschichte Horstmars, seiner Edelherren und Burgmannen. Von 
Dr. Franz Darpe. — Nachtrage zu der Schrift ,.Geschichtliche 
Nachrichten über die Weihbischöfe von Münster'' (Münster, Fr. 
Regensberg. 1862). Von Ad. Tibus. — Zur Geschichte des Gaues 
Soratfeld und der Go- u. Freigerichte im Paderborner Lande. Von 
W. Spancken. — Zur Geschichte der Anfänge des Klosters Falken- 
hageu. Von 0. Preufs. — Die. Befestigungen auf dem Brunsberge 
bei Höxter. Ihre Beschreibung, ihre Erklärung u. ihre Geschichte. 
Von Robitzsch. — Der altdeutsche Maler Gert von Lon zu Geseke. 
Von J. B. Nordhoff. — Aus dem Manuscripte des Domscholasters 
von Engelsheim. Von W. Spancken. — Miscellen. — Vereinsange- 
legenheiten. 

Verein für Erdkunde zu Metz: 

IV. Jahresbericht etc. f. 1881. Metz, 1882. 8. Die geogra- 
phische Verbreitung der christlichen Missionen. Von Dr. Hornburg. 

— Die Inseln u. Halligen Nordfrieslands. Von Dr. Wildermaun. 

Histor. Verein der fünf Orte Luzern, Uri etc. : 
Der Geschichtsfreund etc. XXXVII. Bd. Einsiedeln . . . , 
1882. 8. Vereinsangelegenheiten. — Der Medailleur Joh. K. Hed- 
linger. Von Joh. Amberg^ — GeschichtHche Notizen über das 
Frauenkloster zum obern hl. Kreuz in Altdorf. Von Jos. Gisler. — 
Der Hochverrathsprozefs des Peter Amstalden. Von Dr. Th. v. Lie- 
benau. — Die Glasgemälde im Kreuzgange des Klosters Rathhausen. 
Von J. Rud. Rahu. — Die Anfänge Luzerns. Von Franz Rolirer. 

— Zinsrödel des Frauenklosters in Engelberg. Von P. Adalbert 
Vogel. — Die Urner Chronisten Joh. Püntiner u. J. U. Wolleb. 
Von Frz. Jos. Schiffmann. — Literatur etc. 

Institut archeologique Liegeois: 

Bulletin etc. Tome XVI. — 3« livraison. Liege 1882. 8. 
Notices sur les seigneuries de Vyle et Tharoul. Von H. de l'Es- 
caille. — Liste generale des eglises et couvents de la province ac- 
tuelle de Liege et de quelques biens qui en dependaient vendus 
comme proprietes nationales du 1«' ventuso an V (22 fevrier 1797) 
de la republique fran^aise au l" juillet 1808. Von P. Clerx. 

Oudheidskundige Kring van het land van Waas: 

Annalen etc. IX'" deel, l")« aflev. Dezember 1882. Register 
A. Nr. 125. Vernieuwinge van vorgebooden der Keuren van het 
Land van Waas, Beverem, Dendermonde enz. 

Maatschappij der nederl. Letterkunde z. Leiden: 

Handelingen en mededeelingen . . . over het jaar 1882. Leiden. 
1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Le politique hoUandais. 
Von W. P. Sautyn-Kluit. 

Levensberichten der avgestorbene medeleden etc. Bylage tot 
de Handelingen van 1882. 8. 

Kongelige Danske Vidensk. Selskab: 

Oversigt over .... .Forhandlinger og dets Medlemmers Ar- 
bejder i Aaret 1882. Nr. 2. Kjöbenhaven. 8. 



Kongelige nordiske Oldskrift Selskab: 
Aarbüger etc. 1882, tredie hefte. Kjöbenhaven. 8. Dato 
aeldste bevarede, i Norden udstacdte Breve. Af V. A. Secher. — 
Bemaerkninger til nogle Punkter i Kong Frodes Loo for Haaren. 
Af 6. Fries. — Det aeldste Kjöbenhaven og den nyere Granskning 
... Af A. Heise. — En Spännbuckia frau Löddeköpinge socken 
Af Gomer Bruiuus. — Nogle danske Monter fra Middelalderen i 
fremmede Samlinger. Af Sophus Bergsee. — Tillaeg til Aarbüger 
etc. Aargang 1881. 1882. 8. 

Verein für siebenbürgische Landeskunde: 
Correspondenzblatt etc. V. Jhg. , 1«82. Nr. 12. Hermann- 
stadt. 8. Die Lage der Schwarzburg im Sachsenlande. Von G. 
D. T. — Ein gleichzeitiges Flugblatt über Ludw. Gritti's Ende. 
Von Dr. A. Amlacher. — Der Grenzfrevel in deutschen Rechtsan- 
schauungen. Von I. W. — Kleine Mittheilungen. — 



Teruiischte IVachrichten. 

11) Ketzin im Ost-Havelland. Hier ist ein merkwürdiger 
vorgeschichtlicher Fund auf dem Ketzin gegenüberliegenden 
Trebelsberge gemacht worden. Arbeiter des Gutsbesitzers Herrn Jonas 
stiefsen vor einigen Tagen beim Graben von Mergel auf ein mensch- 
liches Skelett. Beim Entfernen der Erde wurden im weiteren Ver- 
lauf der Arbeit deren 6 freigelegt. Sämmtliche Skelette, mit Aus- 
nahme des eines Kindes, das zu den Füfsen in entgegengesetzter 
Richtung bestattet war, lagen mit den Füfsen nach Osten, so dafs 
das Gesicht der aufgehenden Sonne zugekehrt war. Während 5 
Skelette mit gerade ausgestreckten Armen in Mergel gebettet waren, 
lag beim 6. die rechte Hand unter dem' Kopfe. Unmittelbar am 
Kopfe dieses durch besonders starken Knochenbau und dickwandigen 
grofsen Schädel sich auszeichnenden männlichen Gerippes wurde 
eine Urne freigelegt, die eine feuchte, klebrige Masse, aber keine 
Asche enthielt. Die Urne besteht aus schlecht gebranntem, mit 
kleinen Quarzstücken vermischtem Thon und ist an der Aufsenseite 
mit einem dreifachen Ring von Linearverzierungen umgeben. Die 
Schädelbildung, die Urne und die Reihengräber lassen auf eine gar- 
manische Begräbnifsstätte schliefsen. Auf der höchsten Spitze des 
genannten Berges wurde vor nicht langer Zeit ein Steinkistengrab 
freigelegt, das in seinem Innern zwei Skelette barg. Die Verschie- 
denheit in der Beerdigung der Leichname lälst auf Bewohner schlie- 
fsen, welche zwei verschiedenen Völkerstämmeu angehört haben. 

(Nordd. Allg. Zeitg., Nr. 14.) 

12) Zwischen Kalbe a. S. und Wulfen fand man am 28. v. M. 
Morgens beim Ausgraben eines alten Baumes in einer Tiefe von 
etwa 2 Metern sehr alte Baureste, Säulenfragmente von Porphyr, 
zerbrochene Skulpturstücke und Platten aus seltenen Wandbeklei- 
dungen, Kalkmörtel und Bauschutt. Eine Steinplatte trägt in 4 cm. 
hoher, kaum leserlicher Schrift den Namen Carolus Magnus. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 4.) . 

13) Im September vorigen Jahres yurden zu Ebreichsdorf 
am Ende des Schlofsparkes von Frau Mathilde Gräfin Pongracz, 
geborenen'Gräfin Wolft'-Metternich, zwei römische Grabsteine 
aufgefunden. Sie waren daselbst in älterer Zeit als Materiale beim 
Bau einer Brücke verwendet gewesen und dürften bei ihrem be- 
deutenden Gewichte wohl nicht von weit hergebracht, sondern in 
der Nähe gefunden worden sein. Dieser Umstand verdient aus dem 
Grunde besonderer Beachtung, weil bekanntlich die Römer ihre 



53 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



56 



Gräber an den gröfseren Strafsen anlegten, daher durch den Fund 
von Grabsteinen auf eine vorbeiführeude Strafse geschlossen wer- 
den darf. Der Punkt des neuen Fundes markirt eine Stelle der 
von Vindobona nach Scarabantla (bei Oedenburg) führenden Strafse, 
deren Zug auch durch die zahlreichen Ueberreste römischer Denk- 
male im nahen Weigelsdorf bezeichnet wird. * 

Der eine der beiden Steine ist ganz wohl erhalten, 1,65 m. hoch, 
6 m. breit, oben abgerundet. Ein muschelförmig vertieftes Medaillon 
oben enthält in Hochrelief den Kopf eines jungen unbärtigen Mannes 
mit kurzem Haar und abstehenden Ohren, von vorn gesehen. Unter 
demselben befindet sich ein Streifen mit zwei laufenden Thieren, 
■wie es scheint, ein Schaf, dem ein Hund folgt. Die Inschrift lautet: 
ARIOMANV 
ILIATI.F BOI 
AKNORVM 

XV 
H . S . E 
PATER POSVIT 
Das Iliati f in der zweiten Zeile ist nicht ganz sicher, die 
Buchstaben sind undeutlich. 

Die Arbeit an dem Bilderwerk ist äufserst roh, die Schrift 
mehr eingeritzt als eingemeifselt, die Form der Buchstaben schlecht 
und deren Gröfse ungleich. Nach diesen Merkmalen gehört der 
Stein in eine sehr späte Zeit. 

Der zweite, gröfsere Grabstein war für ein Ehepaar bestimmt; 
er ist sehr beschädigt Oben sieht man einen Mann in Halbflgur, 
mit der Tunica bekleidet , die rechte Hand der Frau zu seiner 
Rechten reichend ; diese hat in den Nacken fallendes Haar, die Ge- 
sichtszüge beider sind unkenntlich. Diese Gürteibilder sind fast 
lebensgrofs und ziemlich gut gearbeitet. Unter ihnen die äufserst 
verwitterte Inschrift , in der nur einzelne Buchstaben mehr halb- 
wegs deutlich sind. Ich habe Folgendes gesehen, ohne für die 
Richtigkeit der Lesung einstehen zu wollen : 
D M 

AVRL URSVLVS 
CARISSIM . AN 
XLVHSI.P.ERNI 
C VIVS . SIBI 
P . SVIT 
Unten, wie es scheint, ein Delphin. 

(v. Sacken in den Mitth. d. k. k. Centr.-Commission.) 
14) Die romanische Stiftskirche zu Idensen bei Wunstorf, 
die um 1125 von dem Bischof Siegwart von Minden erbaut wurde, 
ist zur Zeit. von der Gefahr bedroht, entweder durch einen ge- 
schmacklosen Erweiterungsbau entstellt oder aber von der Gemeinde 
für den Abbruch bestimmt zu werden. In Hannover ist deshalb 
ein Comite zusammengetreten, an dessen Spitze Baurath Hase steht, 
und welchem aufserdem Baurath Köhler, Architekt Unger und an- 
dere mehr angehören. Der Vorschlag des Bauraths Hase geht dahin, 
eine für die eingepfarrten Dörfer ausreichende Kirche in der Nähe 
neu aufzubauen und dagegen der Gemeinde die dauernde Unter- 



haltung der kleinen Stiftskirche aufzuerlegen. Die Gemeinde ist 
nun bereit, nachdem auf Fürsprache des Konservators der Kunst- 
denkmäler von der Regierung 7500 M. bewilligt sind, ihrerseits 
9000 M. gleichfalls herzugeben, wenn der Rest der Bausumme mit 
ebenfalls 9000 M. zu genanntem Zwecke anderweitig aufgebracht 
wird. Nach dem „Wochenbl. f Arch. u. Ing,-' hat nun der Archi- 
tektenverein zu Hannover eine bezügliche Resolution gefafst, da 
Gefahr im Verzuge ist. (Weserztg., Nr. 12905.) 

15) In der St. Cyprianskirche zu Samt he im (Tirol) wurden 
Spuren von Wandbemalungen gefunden. Bei sorgsamer Loslösung 
der Tünche zeigten sich Partieen der Darstellung eines letzten Ge- 
richtes. 

(Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. z. Erf. u. Erh. d. Kunst- 
u. histor. Denkm., VIII. Bd. 4. Heft.) 

16) In Grossaga bei Gera ist ein Töpfchen mit Pfennigen 
und Hellern des 15. Jahrhunderts ausgegraben worden. Der kleine 
Fimd bestand überwiegend aus den bekannten, unter Kurfürst 
Friedrich II. von Sachsen seit 1444 geprägten sog. Landsberger 
Pfennigen, welche den Landsberger Schild mit der Umschrift 
L.\1^D zeigen. Neben diesen enthielt der Fund Pfennige von Jena, 
Weifsensee, Saalfeld, Nordhausen, sämmtlich von bekannten Ge- 
prägen, Pfennige von Wilhelm III. v. Henneberg mit dem burg- 
gräflich Würzburgischen Wappen, die zu den Landsberger Pfennigen 
gehörigen Heller mit dem Löwen über dem Landsherger Schilde 
(Dresdener Doubl. -Kat. 245) und Exemplare jener sog. Altenburger 
Heller, die auf der einen Seite den Löwenschild auf breitem Kreuze 
und auf der andern Seite eine offene Hand zeigen, in der eine Rose 
erscheint (v. Posern, Taf. XIX, 2). (Bl. f Munzfr., Nr. 6.) 

17) In Böhmen ist vor einiger Zeit ein Fund von zahlreichen, 
aus der Kipperzeit stammenden Sechsbätznern (24 - Kreuzern) ge- 
macht worden, unter denen insonderheit mancherlei Exemplare jener 
seiner Zeit verrufenen, jetzt aber zu den Seltenheiten zählenden 
Nachprägungen aus oberitalienischen Münzstätten sich befunden 
haben, wie sie vom Fürsten Syrus Austriacus von Correggio, von 
den Grafen von Dezana, von Bozzolo u. s. w. bekannt sind. 

(Blätter f. Münzfreunde, Nr. 6.) 

18) Sächsische Blätter berichteten, dafs während der letzten 
Juli -Woche in der Nähe von Bobersen bei Riesa beim Bag- 
gern in der Elbe eine Anzahl Silbermünzen aus dem 15. u. 16. 
Jahrhunderte zu Tage gefördejt worden seien imd brachten diesen 
Fund mit der Sage in Beziehung , dafs die Schweden im dreifsig- 
jährigen Kriege in der Nähe Riesa's ihre Kriegskasse vergraben 
hätten. Ein Theil der gefundenen Münzen hat uns inzwischen vor- 
gelegen. Es waren zumeist Thaler und t)enkmünzen des Kurfürsten 
Johann Georg I. von Sachsen aus den Jahren 1623 — 1630. Aufser- 
dem waren gefunden worden: ein Thaler des Kurfürsten August auf 
die Einnahme von Gotha, der Sterbethaler dieses Kurfürsten, En- 
gelgroschen mit den Namen Friedrich, Georg und Johann, sowie 
Friedrich, Johann und Georg, ein kursächs. Schreckenberger von 
1571 und ein 3 - Groschenstück Herzog Albrechts von Preulsen von 
1535. (Blätter f. Münzfreunde, Nr. 6.) 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. E s s e n w e i n. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E, Sebald in Nürnberg. 



STÜrnberg^. Pns Abonnement des Blat- 
tea, welche» ulle Monate oisclieint, wird 
gauzjäihrig iinKenommon und beträgt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchliandlungen Deutschlands 
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oder C ^f. 

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Neue Folee. 




England bei WUliaras A Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent -Garden in Ijondon ; 
für SoTd'Amfrika bei den Postitmtem Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
Htimmten Sendungen auf dem Wege des 
BuchhandelB werdeu durch den Commia- 
aionür der literar.-artist. Anstalt dos Ma- 
aeuma, F. A. B ro c khaua in Leipzig, be- 
fördert. 




ranfi 




Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 
JVf 3 & 4. 



März und April. 



Wissenschaftliche Mittheiliinoen. 



Eigenthüiuliche Wagen, Schiffe und Schlitten 
15. — 18. Jahrhundert. 

(Mit 3 Tafeln.) 

Auf Sp. 303 ff. des Jahrganges 1866 haben w 
diesem Blatte auf Vorläufer der Lokomotive aus 
17. Jahrh. hingewiesen, unter denen 
wir Wagen verstanden, die nicht durch 
Menschen oder Thiere gezogen, son- 
dern theils durch Kräfte der Natur, 
wie den Wind, theils durch eine im 
Innern derselben liegende Mechanik, 
deren bewegende Kraft zwar die 
menschliche war, die aber mit der Me- 
chanik, wie bei den modernen Lokomo- 
tiven, sich im Innern des Wagens be- 
fand, getrieben wurde. Inzwischen ist 
uns manches Aehnliche begegnet, und 
wir sind heute in der Lage, das damals 
Veröffentlichte wesentlich zu ergänzen 



vom 



ir in 
dem 



und zugleich zu zeigen, 
Triebwagen 



dafy solche 
älter sind. 



Kriegsbücher 



schon viel 
Zunächst sind es die 
des Mittelalters, die, wie allerlei andere 
mechanische Werke, uns auch Wind- 
wagen zeigen. Fig. Igibt, auf die Hälfte 
verkleinert, einen Wagen wieder, der 
jederseits vier Windmühlenflügel hat,- 
welche einen Haspel bewegen, der 
ein mit Zapfen am Umfange ver- 




Fig. 1 



sehenes Rad treibt, dessen Zapfen die unter ihm stehenden 
zwei Räder jeder Seite in Bewegung setzt. Die Figur ist 
dem Blatte S"" der Abbildungen aus der Hohenwang'- 
schen Vegezausgabe entnommen, die ungefähr 1470 er- 
schien. Es trägt die üeberschrift : »Das ist ain ivind- 
wagen vnden mit rederu angericht.«? 

Wenn wir hier also in das 3. Vier- 
tel dos 15. Jahrh. gerückt sind, so ist 
kein Grund mehr, daran zu zweifeln, 
dafs die guten Abenteurer, deren einer 
das geheimeWissen des Vorgängers ge- 
heim fortpflanzte, und in deren hand- 
schriftlichem Nachlasse stets dieselben 
Stücke abschriftlich vom Schlüsse des 
14. Jahrh. bis zum 16. Jahrh. fortge- 
schleppt werden, schon viel früher 
solche Windwagen erdachthaben, dafs 
wol an die mechanischen Künste des 
Alterthums direkt angeknüpft ist. 

Wir sehen von der Perspektive 
ab, die uns drei Seiten des Wagens 
zugleich sehen läfst; wenn auch nicht 
richtig, ist diese Art der Darstellung 
doch praktisch. Jedenfalls aber mufs- 
ten die Flügel viel gröfser sein, wenn 
sie wirken sollten. Aber wie sich 
anderes von einem Manuskripte ins 
andere , von einem Buch ins andere 
fortschleppt, so liudet sich auch genau 
dieselbe Darstellung, nur etwas ver- 



59 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



60 



gröfsert, mit eben solchen kleineu Windflügela noch in 
der Yegezausgabe vom Jahre 1334 (Augsb., Heinr. Steyner). 

Derselben Yegezausgabe entnehmen wir auch die 
Figur 2, gleichfalls auf die Hälfte reduziert, die uns 
zuoberst 2 RäderschifTe zeigt. Die Ruderer bewegen je 
eine Kurbel, an der jederseits ein Rad mit vier Schaufeln 
angebracht ist. Die Schiffe zeigen sich somit als Vor- 
gänger der heutigen Raddampfschiffe. Der geschlossene, 
jederseits mit einer Spitze ver- 
sehene Cylinder soll offenbar wie 
unsere Torpedos im Wasser un- 
ter der Oberfläche sich fortbe- 
wegen, wozu gleichfalls die bei- 
den vierschaufeligen Räder die- 
nen, denen durch im Innern 
sitzende Männer eine Drehung 
um eine vertikale Achse , also 
eine turbinenartige Drehung, ge- 
geben wird. Wie die Flügel beim 
Windwagen Fig. 1, so sind auch 
bei den Räderschiffen die Räder, 
resp. Schaufeln, derselben zu 
klein gezeichnet. Es mag mit der 
Geheimnifskrämerei zusammen- 
hängen, welche die damaligen 
Fachleute ausübten, dafs sie ab- 
sichtlich alle Zeichnungen so un- 
richtig darstellten, dafs zwar der 
Praktiker, dem etwa noch münd- 
liche Anleitung gegeben wurde, 
die Sache verstehen konnte, ein 
Uneingeweihter aber nichts da- 
mit zu machen wufste. Denken 
wü" uns alles in das richtige Ver- 
hältnifs gebracht, so unterliegt 
es keinem Zweifel, dafs der Wind- 
wagen durch die Kraft der beweg- 
ten Luft in Gang gesetzt und 

erhalten werden konnte, dafs das Räderschiff (ob der hohle, 
zugespitzte Cylinder ?) fahren konnte. Ob das Räderschiff 
dem Ruderschiff gegenüber eine Kraftersparung erzielte, 
ob es, wenn blos mit der Hand getrieben, eine gröfsere Ge- 
schwindigkeit des P^ahrzeuges, wenn auch durch erhöhte 
Kraftanstrengung, hervorbrachte, überlassen wir Mecha- 
nikern zur Untersuchung, die auch die Formeln feststellen 
und das richtige Verhältnifs bestimmen mögen, ebenso die 
Kraft, welche zur Bewegung der Turbinenräder nüthig 
war, Gröfse und Gestalt, die diese in der That haben 
mufsten, wenn der Trieb überhaupt möglieh war. 

Wie oft freilich solche Werke zur Ausführung ge- 
langten, wissen wir nicht, noch weniger, ob dies alsdann 
stets hl richtigem Kraft- und Gewichtsverhältnisse geschah. 



Von einem verunglückten Unternehmen aus den ersten 
Jahren des 16. Jahrb. haben wir Kunde. 

Ueber einen im Jahre 1504 thatsächlich erbauten 
Wagen mit einer treibenden Mechanik im Innern sind uns 
nämlich Nachrichten erhalten. Herr Archivrath Dr. 
Distel in Dresden hatte die Güte, uns folgende Notiz aus 
des Petrus Albinus handschriftlicher Chronik von Pirna 
mitzutheilen, welche sich in der kgl. Bibliothek zu 

Dresden betindet: »Selzamer wa- 
gen. Im 1504. unterstunde sich 
ein burger der fast viesirlich*) 
war, einen wagen mit rädern 
und schraubengezeug zu ma- 
chen, der solle ohne pferdt, so 
einer drauff sejJ und schraubete, 
für sich faren. Als er es nun 
wolt probiren gegen Dresden 
zwei raeilen zu fahren und rich- 
tet alles nothdurfftig zu, furh 
er nicht weit, blieb in dem kot, 
der die zeit gro|5 war, stecken; 
uff der eben und im truckenen 
bette er es mögen enden. Do- 
bey war ein gvo\i weld volck^), 
idermann wolt solch neue ding 
sehen.« 

Uebrigens ist diese Fahrt, 
wenn auch nicht so ausführlich, 
schon im 1. Theil p. 247 von 
»Diplomatische ufid curieuse 
Nachlese der Historie von Ober- 
Sachsen , und angrentzenden 
Ländern, Zu einiger Erläuterung 
derselben, gehalten von Chri- 
stian Schöttgen und George 
Christoph Kreysig<' (Dresd. u. 
Leipz. 1730) unter dem Artikel 
Fig. 2. Pirn (Pirna) beschrieben. 

Welcher Art dieser Wagen gewesen sein mag, läfst 
sich aus den Burgkmaier'schen Holzschnitten des Triumph- 
zuges Kaiser Maximilians ersehen, in welchem eine Reihe 
von Wagen vorgeführt werden, die auf die verschiedenste 
Art in Bewegung gesetzt wurden. Wir bilden hier in 
Fig. 3 — 7 fünf derselben ab. Sie stimmen am meisten 
mit den heute bei den Eisenbahnverwaltungen gebräuchli- 
chen Draisinen') überein, die auch durch eine Drehmecha- 

1) Im Visieren, also in Geometrie und Meclianik, erfaliren, er- 
findungsreich; nach Schm.-Fr. I, 849 auch häufig in der Bedeutung 
von possierlich, komisch^ 

2) WcltSTolk, verstärkende Zusammensetzung : ungeheuer grofse 
Menge. Vgl. Schm.-Fr. II, 911: Weltskerl, Wcltsrausch etc. 

3) Die Draisinen waren zwei- und dreiräderige Vorganger des- 




61 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



62 




Fig. 3. 



63 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



64 




Fig. 4. 




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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Fig. 6. 



67 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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69 



Anzeiger fUr Kunde der deutscheu Vorzeit. 



70 




Fig. 7. ' 



71 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



72 



nik auf den Schienen fortbewegt werden und dort sehr sicher 
und leicht laufen, auf einer kothigen und durchweichten 
Strafse aber eben so bald stecken bleiben mUfsten, als der 
Wagen des Bürgers von Pirna im Jahre 1504. Wir wissen 
zwar nicht, dafs Maximilian solche Wagen thatsächlich 
besafs; aber bei seiner Liebe für Kuriositäten wäre es 
nicht auffällig, und da alle übrigen im Zuge dargestellten 
Abtheilungen der Wirklichkeit entnommen sind, so sind 
es auch wohl diese Wagen, mindestens in ihrer Konstruk- 
tion, wenn auch nicht in ihrem Aufputze. 

Der Pirnaer Bürger, welcher im Kothe stocken 
blieb, und die abgebildeten Wagen Kaiser Maximilian's I. 
geben uns zu einer kleinen Betrachtung Anlafs. Ohne 
Zweifel war der stecken gebliebene Wagen ähnlich kon- 
struiert wie die Maximilianischen, nämlich ohne ein Uhr- 
werk oder sonstige treibende Kraft aufser der Armkraft 
der Menschen. Die Erfahrung zeigt nun, dafs ein sehr 
kräftiger Mann dazu gehört, um auf einem Schubkarren 
100—150 Kgr. dauernd fortzubewegen, wenn die Wege 
einigermafsen schlecht .sind, weil beim Einsinken des 
Rades die Reibung zu grofs wird und weil zum Zusam- 
mendrücken des weichen Bodens Kraft aufgewendet wer- 
den mufs, welche wegfällt, wenn der Boden hart und 
glatt ist. Mehr Kraft als durch Schieben kann bei einer 
Kurbelbowegung wol kaum ein Mann ausüben. Durch 
die Bewegung wird dem Objekte allerdings Beharrungs- 
vermögen gegeben, und bei absolut glattem Boden würde 
es sich schon, wenn einmal in Gang gesetzt, mit gleicher 
Geschwindigkeit selbst weiter bewegen, ohne dafs mehr 
Kraft stets dazu käme, als die Reibung in den Radachsen 
der Widerstand der Luft, sowie der allerdings beträcht- 
liche Kraftverlust im Getriebe nöthig macht ; jede sonst 
dazu kommende Kraft würde die Geschwindigkeit beschleu- 
nigen. Bei vollkommen glattem Boden kann also, wenn 
das Getriebe einfach genug ist, um nicht zu viel Ki-aft 
zu Verlust zu bringen, in Folge des Beharrungsvermö- 
gens mit verhältnifsmäfsig geringer Kraft ein solcher 
Wagen in rasche Bewegung gebracht und darin erhalten 
werden. Aber die Wege sind, selbst bei gutem Wetter, 
nicht absolut glatt, sondern rauh und veranlassen grofse 
Reibung, um so gröfsere, je gröfser das Gewicht ist und 
je kleiner die Räder. Nun sind aber auf allen solchen 
Triebwagen die Räder kloin und das Gewicht grofs, das 



heutigen Velocipede, welche in den zwanziger Jahren unseres Jahr- 
hunderts in Karlsiiihe (resp. Mannheim ?) von einem Forstbeamten, 
Freiherrn von Drais, erfunden worden, den seine Erfindermanie um 
den Verstand gebracht und zum Kinderspotte gemaclit hatte. Weitere 
Verbreitung fanden sie nicht ; sie wurden durch Stofsen der Füfse 
gegen den Erdboden bewegt, eine Abart auch durch Kurbold rehung. 
Diese fand zuerst bei der badischen Eisenbahn, später auch sonst 
Eingang und hat so den Namen des verrückten Erfinders auf die 
Gegenwart gebracht. 



Triebwerk kompliziert ; die Maximilianischen müssen wir 
doch wol auf 2000 Kgr. anschlagen, es sind also zu de- 
ren Bewegung 8 — 10 Mann nöthig, um sie selbst auf 
guten Wegen jener Zeit dauernd vorwärts zu bringen. 
Jedenfalls war des Pirnaor Bürgers Wagen mehr als 150 
Kgr. schwer, so dafs es selbst bei gutem Wetter, hori- 
zontalen, trocknen, gewöhnlich glatten Wegen nicht nur 
schwer sein mufste, dafs ein selbst kräftiger Mann den 
Apparat in Bewegung setzte, auch nur, dafs er ihn, wenn 
er in Bewegung gesetzt war, dauernd ohne Ubermäfsige 
Ermüdung in raschem Gange erhielt. 

Wir sehen aber doch fort und fort Versuche, solche 
Wagen zu konstruieren. Theils mag die Tradition von 
der Möglichkeit, solche Wagen zu bauen, und von ehe- 
mals vorhandenen, theils der in so vielen Menschen 
steckende Erfindersinn dazu beigetragen haben. 

Nürnberg, das durch seinen »Witz», d. h. durch 
seine Findigkeit, berühmt war, hat natürlich seinen Theil 
dazu beigetragen. Wir haben im germanischen Museum 
ein Manuskript von Berthold Holzschuhor vom Jahre 
1558, worin er eine Anzahl mechanischer Erfindungen 
in Zeichnung und Beschreibung niederlegte*), darunter 



4) Auch er hielt dieselben geheim, wollte, dafs sie nach seinem 
Tode der Familie nützen, aber geheim gehalten werden sollten. Er 
sagt: „Verordne derhalb vnd will, das solchs puch auf absterben 
mein niemandt dann meinem Eltisten Sohn, der meinen tod erleben 
wirdt, Soll verschlosn oder vngeofnet der vormundt oder testamen- 
tary vnd meniglichs eingeautwurt. Oder da er noch tzu dein, vnd 
Achtzehen Jar nit erraicht hete, verpetzschiert vnd verwart durch 
die vormundt Ime vorgetragen vnd behalten bifs er Achtzehen Jar 
volkomen erraicht Ime alsdan one vertzug tzugestelt werden, der- 
selbig mein Eltister Sohn soll sich dessen für sich vnd seine ge- 
schwistrigit alls alle meine Liebe kinder von meinem leib geborn, 
volgender gestalt gebrauchn. Nenilich soll er difs puch bey 
seinem Aid niemandt eroffen, Lesen lassen noch aini- 
che Copy oder abschrift daruon geben in kein weifs 
noch weg, sonder sich solcher kunsterfindung vnd werck für 
Cristenliche Potentaten alls Kaiserliche maiestat, Kunig Fürsten 
vnd herrn gebrauchen, doch souil Imer muglich furkumen, das es 
keinem vncristen noch denen so mit den vncristeu in verpundtnus 
sein oifenwart werde, vmb tzuuerkomen, das es mit der tzeit nit 
wider die Cristenheit gebraucht werden möge, gebrauchen mit pil- 
ligem vnd ansehenlichem nutz vnd geniefs. Solchen nutz soll er Jer- 
lich vnd alle Jar tzum neuen Jar bey seinem aid vnnd gewissen In 
souil thail abthailn souil Jedesmals meiner kinder sein vnd seiner 
geschwistrigit in leben sindt, oder da eins oder mer abganngen weren 
vnd kinder verlassen betten, solche kinder solin für ein Person alls 
vater oder muter gerechent werden, vnd noch tzwen tail darüber 
solin abgetaut werden, also tzuuerstehn. So meiner kinder drey 
In Leben , so solin FunfF thail gemacht werden , von solchen Fünf 
thailn soll ein thail tzuuorderst vmb gottes willen armen Leutten 
geraicht vnd geben werden. Alsdann solln tzwen thail Ime meinem 
eltisten Sun, alls dem der die muh vnd vleys darauf wendt, belei- 
ben, vnd dann einem Jeden meiner kinder seinen geschwistrigiten 



73 



Anzeisrer t'Qr Kunde der deutscheu VorzeU. 



74 



auch einen durch die Triebkraft von im Innern dessel- 
ben stehenden Menschen bewegten Wagen, den er »Ge- 
netto «^) nannte. Wir geben ihn auf Tafel I in einem Drittel 
der Originalgröfse wieder. Er läfst ihn durch acht Männer 
bewogen, deren Arbeit wesentlich eine Kurbelbewegung 
ist, durch welche mittelst verschiedener Uebersetzungen 
die Räder getrieben werden. Ein neunter gibt dem Wa- 
gen die Richtung. Sehen wir von verschiedenen Zeicheu- 
fchlern ab, so müssen wir doch den ^Vagen bei der 
Glröfse auch auf 2000 Kgr. schätzen, die Besetzung von 
8 Insafsen und 9 Bewegenden auf 1200 Kgr., so kann 
auch dieser Wagen sich nur auf sehr guter, horizontaler, 
trockener Strafse bewegen, müfste aber bei schlechtem 
Wetter auf einer Strafse des 16. Jahrh. sehr bald stecken 
bleiben. Wenn also der Erfinder auch sehr viel Werth 
darauf legt, dafs ein ähnlicher, aber viel schwererer, von 




Fig. 8. 



massiven Bloekwänden umgebener Wagen, den er Basilisk 
nennt, für Kriegszwecke gebaut, mit Artillerie besetzt 



oder derselben kind ein thail volgen vnd werden." Zum Schlüsse 
noch empfiehlt er die Werke geheim und als Künste zu halten und 
nicht gemein werden zu lassen. 

5) Er sagt: „Zum vierten Ein Kunstlich geschwindt tzuuor vner- 
hort werckh, welchs von mir Ein Genet genent wirdt. Darumb das 
es hurttich behenndt, vnnd nit zuerlauffen ist. Darauff postiert wer- 
den mag In schneller Eyl ohne Roß noch anndere Tiehr, mit vnge- 
uerlich acht personen, So In tag vnd nacht, oder In vierundtzwainzig 
stundten vff Ebnem Lanudt vngeuerlich vierzig meil wegs postiern 
mugen, vnd noch acht personen oder mer vnuerhindert mit sich furn 
können. Es soll auch kein gewalltiger Herr ohne ein solchs werck 
nit sein. Damit er Im Fall er sich vherfalß, verkundtschaftung ge- 
fenncknus oder annders besorgt, In schneller Eyl von Leutteu ko- 
men kan, mit dem Leyb vnd zimlichem gut, dann es ein zwaiuzig 
Jn dreyssig Cenndtner schwer ertragen mag." 



und mitten in (mu feindliches Heer getrieben werden 
könnte, so dürfen wir uns nicht wundern, dafs die Kriegs- 
geschichte von den Wundern dieses Basilisken nichts zu 
berichten hat. 

Wenn die Luft, insbesondere bewegte Luft, den grö- 
fseren Wagen Widerstand entgegensetzte, so verwendeten 
die Holländer diese als Triebkraft, indem sie den Wagen 
Masten und Segel aufsetzten und sie Schiffen gleich über 
ihre ebenen Strafsen fahren liefsen. Dem Bilde, welches 
wir im Jahre 1866 gegeben, lassen wir hier noch ein 
anderes folgen, welches uns diese Wagen wohl natur- 
richtiger gibt, und wohl erklärt, dafs bei kräftigem, gleich- 
mäfsigem AVinde der Wagen eine gewisse Geschwindig- 
keit annehmen mufste, da je gröfser die dem Winde ge- 
botene Oberfläche war, um so gröfser die Triebkraft wer- 
den mufste. Freilich war der Wagen ganz abhängig vom 
Winde und deshalb auch der praktische Nutzen kaum 
grofs. Unsere Figur 8 gibt in Originalgröfse eine Ab- 
bildung wieder, die auf dem oberen Rande der 1608 von 
Wilhelm Jaufzoou herausgegebenen und von Josua van 
den Ende gestochenen Karte von Holland sich befindet. 

Ebenso wie Wagen baute man in Holland auch Schlit- 
ten mit Segeln, d. h. man setzte ganze Bote im Winter 
auf Schlittenkufen, um sie über die spiegelglatte Eisfläche 
dahin vom Winde treiben zu lassen , der sie denselben 
Weg führen mufste, als wenn das Wasser offen wäre. 
Ein Stich aus der Mitte des 17. Jahrh. von Reinier Nooms, 
gen. Zeemann, aus einer Serie von Schiffen und An- 
sichten aus Amsterdam zeigt in der Mitte einen solchen 
Schlitten. ^) Wir gehen den Stich in Originalgröfse auf 
der beiliegenden Tafel H. wieder. 

Bekannt genug ist der Wagen, welchen Hans Hautscb 
zu Nürnbei-g im Jahre 1649 baute. Nach einem gleich- 
zeitigen Stiche geben wir ihn hier, auf die Hälfte ver- 
kleinert, wieder (Fig. 9). Der Stich steht am Kopfe eines 
Flugblattes das folgende Inschrift trägt : , 

»Eygentlicher Abrifs, mit aller Zier defs Triumphwa- 
gens, welcher zu Nürmberg im 1649. Jahr ist gemacht 
worden von einem Meister defs Zirekelschmids-Handwercks 
Namens Hans Hautsch, seines alters 54. Jahr welcher also 
frey gehet, wie er da vor Augen steht, vnd bedarff keiner 
Vorspannung wie ein ander AYagen, weder von Pferden, 
Ochsen oder anders, sondern wann man sich darauff setzt, 
vnd nimmt den Stab mit dem Wurmskopff in die Hand. 
so kan man den Wagen hin lencken wo man wil, auff die 
recht oder linck Seit, hindersich oder fürsieh, Berg oder 
Thal, wie er dann vnterschiedlich mal zu Nürmberg die 
Vestung hinauff vnd wider herab gefahren, auch zum 
Thiergärtner Thor hinaufs vmb die Vestung herumb, vnd 

6) Verscheyde Schepen en Gesichten van Amstelredam. Naert 
leven afgetekent en opt Cooper gebracht door Reinier Nooms, alyas 
Zeemann, Deerde Del Nr. 8 : De Block-huysen. Bartsch, 94. 



75 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 



76 



zum Lauffer Thor wider, herein, vnd geht solcher Wagen 
in einer Stund ^tausend Schritt, mann kan still halten 
vnd fort fahren wann man wil, vnd ist doch alles von 
Vhrwerck gemacht, der Wagen ist so grofs als ein Land- 
kutschen, wie Kauffleut auff die Mefs fahren, vnd kan der 
Meerdrach Wasser spritzen, die Augen verwenden, die 
Posaun aufdieben, vnd blasen, der Meerdrach kan Wasser, 
Bier, Wein^ Meht alles trincken, aber den Meht trinkt er 
am liebsten, vnd kan aufs der Zung geben allerley wol- 
rieehende Wasser, als Rosen- Zimmet- Eneswasser was 



macht und die Fahrt den steilen Berg hinauf und herab 
nur fingiert, wie ja heute noch die Plakate, welche uns 
zu Sehenswürdigkeiten einladen, vor allem unsere Neu- 
gierde steigern, nicht uns geschichtliche Wahrheit kund 
machen sollen. Indessen wollen wir, da auch Doppel- 
mayr und andere an die Fahrt glaubten, dem erfindungs- 
reichen Zirkelschmied nicht zu nahe treten und an seine 
festen und starken Federn glauben. 

Die Angabe Hautsch's, dafs ein Uhrwerk den Wagen 
treibe, fand allerdings damals schon Zweifel. Georg 




Fig. 9. 



man haben wil, vnd ist solcher Wagen in der Ledergassen 
in defs obgenandten Meisters Haufs zusehen. <f 

Ohne Zweifel war das Flugblatt bestimmt, ausgetheilt 
oder augeschlagen zu werden, wenn Hautsch sich mit 
seinem Werke produzierte. Sowohl die Beschreibung, als 
Abbildung lassen erkennen, dafs hier nicht blos keine 
Zugkraft, dafs auch angeblich keine menschliche Triebkraft 
im Innern wirkte, sondern ein im Innern befindliches 
mechanisches Werk, einem Uhrwerk ähnlich, das ohne 
Zweifel durch Federkraft getrieben wurde. Wenn es 
übrigens wahr ist, dafs der Wagen die steile Strecke zur 
Nürnberger Burg hinaufgefahren ist, so mufs eine be- 
trächtliche Federkraft thätig gewesen sein. Vielleicht 
hat er seine Fahrten aber auch nur auf ebenem Wege ge- 



Philipp Harsdörffer erzählt iu seinen mathematischen Er- 
quickstunden (Nbg. 1651), dafs er dem Meister sofort er- 
klärt habe, es müsse ein Knabe im Innern stecken, der 
eine Kurbel treibe, und gibt sogar eine Abbildung eines 
Getriebes, wie er sich dasselbe dachte. 

Der Jesuit Caspar Schott, Mathematikprofessor in 
Würzburg, erwähnt in seiner Magia universalis naturae 
et Artis (Würzburg, 1658) ebenfalls den Hautsch'schen 
Wagen und fügt bei, dafs Bürgermeister Schaupp in Würz- 
burg ihm von einem ähnlichen Wagen erzählt habe, den 
ein Meister aus Bingen konstruiert habe und auf welchem 
er selbst zugleich mit vier Frankfurter Bürgern in l'/a 
Stunden von Frankfurt nach Höchst und wieder zurück- 
gefahren sei. und welchen dieser Erfinder nur mit einer 



77 



Auzeiger für Kuude der deutscheu Vorzeit. 



Hand getrieben habe. Weniger Erfolg tVeiiicii hatte ein 
anderer Erfinder, ein belgischer Maler zu Rom, der einst 
den P. Schott, sowie den bekannten P. Kircher einlud, 
um ein ohne Pferde zu treibendes hölzernes Kastoll zu 
zeigen, das er erfunden habe, welches 100 Mann fassen und 
mit Artillerie besetzt werden könne. Er zeigte auch sei- 
nen Kasten, konnte ihn aber leer auf ebenstem Boden mit 
gröfster Anstrengung kaum einige Schritte bewegen, so 
dafs ihn die beiden Patres auslachten, was ihn aber nicht 
abhielt, nach Malta zu reisen und seine Erfindung den 
Rittern gegen die Türken anzubieten. 

Bescheidener war in seinen Ansprüchen Stephan Farf- 
1er, der, ohne Püfse geboren, sich ein Beförderungsmittel 
konstruierte, einen kleinen dreiräderigen, später einen vier- 
räderigen Wagen, den er, im Innern sitzend, mittelst einer 
Kurbel trieb. Wir geben in Fig. 10 die Abbildung Doppel- 




mayrs wieder. Der Wagen selbst existiert noch und wird 
auf der Nürnberger Stadtbibliothek gezeigt.') Obwohl sehr 
einfach in seiner Mechanik und in der Benützung geringe 
Schwierigkeiten bietend, da er leicht ist und keine grofse 
Lasten tragen sollte, hat er doch seiner Zeit viel Auf- 
sehen gemacht und ist in einer grofsen Zahl von Ab- 
bildungen verbreitet worden. 

In Paris bewegte sich, nach Mittheilung von Ozanam 
im Jahre 1693, eine Kutsche durch die Strafsen, welche, 
statt von Pferden gezogen, voii einem Diener getrieben 
wurde, der auf dem Trittbrette des Wagens stand und, 
mit dem rechten und linken Fufse schrittweise tretend. 
2 Wagscheite in Bewegung setzte, die, ähnlich wie die 
Bewegung bei dem uns allen noch bekannten Spinnrade 

7) Nach ganz ähnlichem Prinzip hat sich vor einigen Jahren 
Für.st Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen, dem ein Fufsleiden 
freie Bewegung raubte, einen Sessel bauen lassen, der sich, durch 
Kuibelhewegung des darin Sitzenden getrieben, leicht und schnell 
auf dem glatten Salonboden bewegt. 



2 Räder bewegten, die au der Achse der grofsen hinteren 
Kutschenräder angebracht waren und somit diese trieben. 
Wir geben in Fig. 11 ein(; Abbildung des Wagens selbst 
und der Mechanik, die sich in Ozanam's Recreations malhe- 
matiques et physiques, II. Bd.. Taft 61 befindet, wo auch 
a,uf Seite 398 und 399 der Wagen nach den Angaben 
des Arztes Richard von La Rochelle beschrieben ist.") 
Da der Diener, welcher den Wagen trieb, den der darin 
sitzende Herr lenkte, durch das Gewicht seines Körpers 





Fig. 11. 

auf die Was'scheite drückte und ledis'lich eine gehende 
Bewegung zu machen hatte, sich aufserdem mit den 
Händen anhalten konnte, so ist es klar, dafs er längere 
Zeit die Kutsche in Bewegung halten konnte. Indessen 
ma£ "-  



er auf schlechtem Pflaster doch müde genug ge- 
worden sein. 

8) In der Ausgabe von 1725. Doppelmayr citiert eine Ausgabe 
von 1698. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



80 



Der Verfasser der Recre'ations gibt übrigens auf 
Taf. 48 in Fig. 142 noch eine andere Art der Bewegung 
der Hinterräder eines Wagens durch eine Kurbel, deren 
Abbildung wir in Fig. [2 ebenfalls folgen lassen. Er 
beschäftigt sich aufserdem mit dem Problem, gesunkene 
Schiffe zu heben, sowie Schiffe durch das zu Thal fliefsen- 




Fig. 12. 

de Wasser zu Berg zu treiben (S. 394 ff'.). Ersteres 
geschieht durcli 2 Schiffe, deren eines leer, das andere 
schwer belastet ist, mit denen er das gesunkene verbindet, 
worauf er die Last wechselnd je aus dem vollen ins leere 
Schiff ladet, stets die Taue entsprechend anziehend und 
so durch jede Entleerung eines Schiffes das gesunkene etwas 
hebend. Das zweite Problem löst er durch ein oben belind- 
liches feststehendes Wasserrad, welches ein Tau aufrollt, 
durch dessen stete Verkürzung das Schiff zu Berg ge- 
zogen wird, bis es beim Wasserrade angekommen ist. 

Zum Schlüsse geben wir noch auf der beiliegenden 
dritten Tafel ein Schwarzkunstblatt von Gabriel Boden- 
ehr wieder, welches zeigt, dafs der Gedanke des Ber- 
thold Holzschuher auch noch im 18. Jahrb. die Leute be- 
schäftigte. Freilich hat der Erfinder hier nur mit Ideen, 
nicht mit wirkenden Kräften und zu überwindenden Wider- 
ständen konstruiert; denn auch er will nicht nur mit 
einer spielenden Kurbelbewegung die grofse Last treiben, 
also durch die Maschine selb.'^t Kraft und Geschwindigkeit 
zugleich mehren, sondern auch mit einem wenig straffen 
Leitseile die horizontale Scheibe bewegen, welche der 
Bewegung des Wagens die Richtung geben soll. Wie 
das Kostüm zeigt, gehört der Stich der letzten Zeit 
Bodenehr's, also etwa dem Jahre 1760 an und wir sind 
damit, ohne freilich auf Vollständigkeit Anspruch machen 
zu können, der Draisine und dem Velocipede unserer Zeit 
nahe gekommen, das in seinen letzten Verbesserungen die 
Reibung sehr vermindert, das Beharrungsvermügeu aber 
ausgiebig zur Geltung kommen läfst und somiL dem Sport 
eine willkommene Gelegenheit zur Bethätigung gewährt. 
Dafs es praktische Bedeutung erhalten wird, dafs Lasten 
damit transportiert werden , dafs weite Reisen bequemer 
als mittelst der Eisenbahn gemacht werden, dafs wir 
eine Völocipedckavallerie im Kriege in Aktivität sehen 
werden, bezweifeln wir trotzdem noch immer. 

Nürnberg. A. Essouwoin. 



Johannes Kienkok. 

Ueber das Leben dieses merkwürdigen Mannes, wel- 
chem kürzlich 0. Stobbe in der Allg. deutschen Biogr. 
XVI, 161 einen kurzen Artikel gewidmet hat, sind in die- 
sen Blättern, wiederholt Mittheilungen gemacht (s. Anz. 
XX, 288). Noch ist seine Biographie nicht so genügend 
aufgeklärt, dafs nicht ein Dokument willkommen sein 
sollte, welches ihn uns 1370 in seiner Thätigkeit als Ketzer- 
richter in der Olmützer Diücese zeigt. Es findet sich in 
einem aus Böhmen stammenden Formelbuch, welches 
übrigens nicht von erheblichem Werth und sehr nach- 
lässig geschrieben ist, Cod. Berol. Lat. in folio 208, f. 
230 V., und lautet: 

In nomine Domini amen. Anno ualivitatis ejusdem 
M" ccc" Ixx" Ind. viij» , die quarta mensis Julii, hora ter- 
ciarum, in conventu fratrum heremitarum sancti Augustini 
in preurbio Brunnensi constitutus, in mei publici notarii 
presencia et testium subscriptorum (vel infra scriptorum) 
Venerabilis et religiosus frater Johannes Clemkoch (sie), 
Sacre pagine professor ordinis prelibati, Inquisitor heretice 
pravitatis et Judex supra usurarum contractibus per dyoc. 
Olom. per Reverendum patrem ac dominum Johaunem 
episcopum Olom. posiLus, auctoritate ejusdem domini epi- 
scopi in predictis, inquisicione heretice pravitatis et usu- 
rarum contractuum judicio, quandam substitucionem fecit, 
cujus tenor sequitur in hec verba : 

Nos frater Johannes Clemkoch, sacre pagine professor, 
Inquisitor heretice pravitatis et Judex super usurarum 
contractibus per dyoc. Olom. in predictis ofliciis substitui- 
mus in Olom. civitate et partibus Olom. ubi residere vel 
transLre contigerit eos, honorabiles dorainos Vitum Hin- 
konem de Betovia et Jacobum A. canonicos Olom. cou- 
junctim vel divisim, ad citandum, inquirendum, judican- 
dum , senteuciaudum , puuieudum , seculari curie traden- 
dum, quibus (sie) eis visum fuei'it in predictis duobus 
casibus, infra hinc et proximum festum ualivitatis Vir- 
ginis gloriose, declarantes quod nullaui prediutam dyoc. 
citra (sie) in premissis talem (?) auctoritatem preter pre- 
dictos nostros Substitutes, nee in futurum cuiquam (?) 
credi dobeat, quod habeat talem auctoritatem, nisi super 
hoc predicti Reverendi patris .... (Schlufs). 

Berlin. W. Wattonbach. 



Bischof Thietniar s Grahstein im Dome zu Merseburg. 

lUslior galt der Grabstein des so wichtigen Bischofs 
Thietniar von Merseburg für seit 1760 in der Erde ver- 
borgen.* Die Inschriften des Steines, in der handschrift- 
lichen Chronik des im 17. Jahrhundert lebenden Rektors 
Moebius und in Vulpius, Mogalurgia (Martisb., 1700) auf- 
behalten, lauteten an den Schmalseiten : 



81 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



Reverendus Dominus (Dno) bei Vulpius) S. Uitmarus 
Episcopus. Gratia Dei suni quod sum ; 
an den Langseiten : 

Quid sapiant faciant doceant qui recta sequuntur 
Corde manu lingua Ditmari gesta loquuntur. 

Moebius berichtet ohne (Juellenangabe weiter, dafs 
die Gebeine des Verewigten (nebst denen seiner Vorgän- 
ger) mit dem Steine durch seinen Nachfolger, Bischof 
Bruno, aus dem Chor, wo er zuerst bestattet gewesen sei, 
in die Bisehofsliapello (den nördlichen Kreuzflügel des 
Doms) translociert seien, und dafs das ursprünglich et- 
was erhöhte Grab bei Renovationen in der Domkirche 
1664 der Erde gleich gemacht worden sei. Weiter mel- 
det dann Just (Kammerrath, i 1776) bei Ludewig, Rell. 
Mss. T. IV. : j)Ditmar's Grab ist in der Bischofs-Capelle, 
an der Mauer gegen Morgen, und der Stein oder Sarg 
aus einem halbrund ausgehöhlten Sandsteine, welcher 
auf der Erde oder einem andern plätten Steine, aufgele- 
gen, und den Körper iu sich gefafst, mit abgetretener 
luscription anno 1729 von dem Hofverwalter Gasten ge- 
funden, tiefer versenkt, und der Frau Geheimen Räthin 
von Zech Grab darauf gemauert woi'den.« 

;)Als anno 1760 der Herr Geh. Rath und Dom-Propst 
Ludwig Adolph Freyherr von Zech am 8. Mai in eben 
dieses Grab gelegt worden, und man Ditmari Leiohenstein 
ausgehoben, so habe selbigen genau besehen und befun- 
den, dafs es ein weifser Sandstein über V^ Elle dick, in- 
wendig etwas ausgehöhlt, an den Seiten als ein Piedestal 
mit einigen Erhöhungen versehen, welcher also ehedem 
über V* Elle über den Boden hervorgeragt. Die Ober- 
fläche ist ganz eben und die Randschrift sehr ausgetre- 
ten, auch einige Buchstaben mit schwarzer Farbe wieder 
aufgetragen. Was davon herausbringen können, besteht 
in Folgendem : 



CORDE MANV L 



STA LOQVVNTVR 



rt 
-< 
S 



mit schwarzer Farbe. 


eingehauen. 


2 
5' 
<n 






a 






































a 












« 






eingehauen. 


eingehauen. 








QVID FACIANT SAP 



SEQVVNTVR 



» — Die Schrift ist Römisch, aufser dem E und D, 
so Mönchsschrift. « 

Lepsius, kleine Schriften, II, 292, und Schmekel, hist.- 
topogr. Beschr. des Hochstifts Merseburg, p. 77, Anm., 
nahmen — bisher unwiderlegt — an, dafs der Stein 1760 
tiefer in die Erde gekommen sei. 



Das. ist aber nicht zutreffend. Der Stein liegt noch, 
bezw. wieder, an alter Stelle. Dafs er bislang übersehen 
wurde, ist begreiflich, da er vielen argen Unbilden aus- 
gesetzt gewesen und daher kaum zu erkennen ist. Bei 
einer kürzlich vorgenommenen Ausmessung der Bischofs- 
kapelle verrieth er sich durch den Rest seiner Majuskeln, 
und eine genaue Untersuchung gab folgendos, von dem 
Ueberlieferten in etwas abweichendes Resultat: 



0,085 
1 


0,85 


1,60 1,70 1.8 
1 1 






2,0 

1 




ÜORDa • 


'IANV-LIN8V • 


( Ct im 










Farbe 


Parte 






CO 


1 

1^ 


. 












eingehauen 




■Uli 

■lllllil 






ÖC 


S( 


J 


 



I 

0,65 0,38 

Das Denkmal besteht aus einem oblongen, wenig 
widerstandsfähigen, überaus bröckligen, weifsgrauen 
Sandstein von 2,06 Meter Länge und 0,76 Meter Breite. 
Von einem Relief auf seiner Oberfläche ist nichts mehr 
zu erkennen, jedoch ist letztere keineswegs ganz glatt, 
vielmehr will es erscheinen, als habe sie das Bild einer 
menschlichen und dann zweifelsohne einer Bischofsflgur 
im Ornat getragen, deren frühes Verschwinden bei der 
Unsolidität des Materials leicht erklärlich ist. Die Rän- 
der des Steins sind durch einfache gerade Linien vom 
Mittelfelde getrennt und 0,083 Met. breit. Auf ihnen er- 
scheinen die Ueberreste der Umschrift in 0,043 Met. hohen 
Majuskeln von meist römischem Ductus. Was auf der 
oberen Schmal- und der rechten Langseite von Strich 
und Schrift erhalten ist, ist mit schwarzer Farbe aufge- 
tragen, deren Erhaltung der sonst so beklagenswerthen 
Porosität des Materials zu danken ist. Auf der unteren 
Schmalseite ist gar nichts, auf der linken Langseite nur 
ein geringer Rest der Buchstaben in eingemeifselten 
Zügen erhalten. Ein Steinmetz von 1728 hat nicht um- 
hin gekonnt, sich in der Mitte des Steines zu verewigen. 

Eine in Buchstaben und Mafsen getreue Nachbildung 
des noch Vorhandenen erweist, dafs Just's Wiedergabe 
nicht ohne Irrthümer ist, und macht auch die Moebius'- 
sche Ueberlieferung iu einem Punkte unwahrscheinlich. 

Der seltsame Titel nach Möbius und Vulpius kann 
in extenso keinesfalls obenan gestanden haben, weil der- 
Raum dafür ein viel zu beschränkter ist ; ob in gedräng- 
tester Abbreviatur, bleibt, wenn Just noch richtig MAR 
gelesen hat, immer noch mindestens zweifelhaft. Ist von 



83 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



84 



uns richtig R gelesen — das darauf folgende S ist sicher 
— so ist an dieser Stelle der Name Thietmar's nicht zu 
gewinnen, sondern liegt es näher, an eine Abkürzung 
von Marsburgeusis zu denken, so dafs etwa Thietmarus 
(oder Ditmarus, falls letzteres nicht die hineingetragene 
Orthographie des Berichterstatters ist, worüber sich gar 
nichts mehr entscheiden läfst) eps Marsburgeusis oder 
Marsburgeusis eps zu lesen wäre. Ein S. Ditmarus will 
doch trotz Lepsius a. a. 0. gar zu anstöfsig erscheinen. 
Wider die Ueberlieferung der sich reimenden Hexameter 
läfst sich nach dem Befund nichts einwenden. 

Die Buchstaben der Inschrift tragen alle, die aufge- 
malten wie die eingemeifselten, denselben Charakter, ein 
Beweis, wie bald das uns schätzenswerthe Denkmal Mifs- 
bilden erfühl-. — Allerdings kann der Form einzelner 
Buchstaben nach, besonders nach dem geschlossenen ö, 
die Inschrift unmöglich unmittelbar nach Thietmar's Tod 
aufgesetzt sein. Ist einer Yermuthung chronologischer 
Analogie, ohne freiUch Positives zu ergeben, Raum ge- 
geben, so dürfte die Inschrift aus der Entstehungszeit 
der beiden grofsen Domglocken, der Glinsa und des ersten 
Gusses der unter Bischof Heinrich von Ammendorf (1282— 
1300), dessen Siegel vier mal darauf wiederkehrt, neu 
gegossenen Benedicta stammen. Mit der Glinsa gehört 
die letztere zusammen : der alte Spruch, welchen die 
neue Benedicta ^vieder erhalten, reimt auf den der Glinsa. 

Beide lauten : 
Sit dum Glinsa sonat, turbo procul hostis et ignis. 
Dum Benedicta sonat, sit in bis benedictio siguis. (sc. AQ) 
Neben dieser Art Reimliebhaberei spricht für die ungefähre 
Gleichzeitigkeit, dafs, wenn auch nicht in den gleichen 
Typen wie am Thietmar'schen Stein, doch sonst verein- 
zelt gothische in die römischen Majuskeln der Glinsa sich 
einmischen. — 

Hoffentlich bedeutet die bevorstehende Restauration 
des Domes nicht den gänzlichen Ruin für das Denkmal 
des Mannes, der zu noch mehr als diesem Dombau den 
Grund gelegt hat : zu dem Aufbau eines guten Stückes 
deutscher Geschichte. 

Blüsien bei Merseburg. Dr. Burkhardt. 



Das Winde^iirtel. 

Eine Art des Gottesurtheils, das Windesurtel, hat 
man bisher nicht gekannt. Ich theile daher mit', dafs 
die Räthe zu Merseburg im Jahre 1439 eine Sache ent- 
schieden haben «mit eyme wassir addir (oder) windes 
orteile.« Wie wurde das letztere wol vollstreckt? In einem 
im Archiv des Magistrats zu Merseburg aufbewahrten 
Codex (I, 324) ist dieser Rechtsfall (»umme missehand- 
lunge«) mitgetheilt. 

Dresden. Theodor Distel. 



Verzeichniss der Geschütze der Stadt Münden. 

1461, November 1. 

Auf einem losen Blatte (jetzt fol. 66) des Stadtbuches 
von Münden a. d. Weser, saec. XIY— XVI, welches der' 
historische Verein für Niedorsachsen besitzt, steht das 
folgende Inventar der städtischen Feuerwaffen. Leider 
ist ein Stück vom Rande des Blattes abgerissen, so dafs 
der Text Lücken aufweist. 

Diit nagesereven (diese nae.li'jeschriebenen) sint de 
büssen (Büchsen) der stad Munden up dusse tüd (diese 
Zeil) anno domini M" GGGGLX primo omnium sanctorum. 

In primo eyne grote steynbussen mit deme bescre- 
venen namen scilicet Bitte ... 

Item eynen fogeler*), den de koypgilden (Kaufmanns- 
gilden) betalt hebben vor XII mark . . ., dusser stad ge- 
geven up dusse sulven (selben) tüd. 

Item eynen vogeler in der sulven grotede (Gröfse) 
als der koiplude (Kaufleuie) busse. 

Item eynen vogeler.- 

Item II vogeler von glikeme (gleiche) steyne. 

Item XV Kamerbussen, liggen in den bohverken, 
jowelk (jegliche) busse von dren (drei) kameren. 

Item XXI kamerbussen iseren, jowelk busse med dren 
kam(ereu). 

Item eyne grote tarraszbussen von eyneme lode ^). 
■hefft ein blyge (Blei) IIIj (8^2) punt unde . . . 

Item II tarraszbussen, sin (sind) glike grot van 
Idyden (Kugeln) der heflt (deren hat) eyn an blige . . . 

Item XLIII hakelbussen von Solinge gekofft, scheyten 
(schiefsen) gelike Idyde, da (rvan?) gen V(up=') eyn punt. 

Item XVI hakelbussen von eynem löyde unde wor- 
den gekofft von mester Mathiase to Northern unde sin 
de argesten mangk (unter) den hakelbussen, wol dat se 
de grotesten loyde scheyten, unde der gan vere up eyn 

punt. 

Item XXXI handbussen hefft ok Cord Solinge von 
Northusen gemaket unde scheytet eyn lode, der (deren) 
X up eyn punt gan. 

Item X handtbussen, der sin twe ysern, unde sin un- 
gelik von Idyden, unde dusser handbussen gaff Cord 
Meyger seliger eyne pro testamento unde helft I haken. 

Item eyne pussen, de schilt IUI Idde. 

Item*) XX hakelbussen von Corde Solinge , sin von 
eyneme loyde, gekofft anno LXVI. 

Hannover. l^r. R. Döbner. 



1) Name einer Kanone im 15. Jalirh. Schmeller-Fr. I, 835. 
die Voglerin. 

2) Bleikugel. 

3) up fehlt in der Vorlage. 

4) Nachtrag. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



86 



Königliches Leiclieiibcgängiiiss. 

Abbildung' von 1408 zur Geschichte von der schünen Melusine. 
Die grofse steinerne Tumba hat die Reste des von Geremoniale vor sich. Ein Kardinal (der rothen Kleidung 
den Türken verbrannten Königs der Böhmen aus der nach zu schliefsen, nur die Gugel ist weifs) befindet sich 
Melusinenerzählung aufgenommen. Im Beisein der leid- unter der Assistenz. Der Weihwedel und insbesondere 




!nnnf[F[nrTF=ö 




tragenden Angehörigen, unter denen Melusineus einäugi- 
ger Sohn Reinhart kenntlich, -nehmen 3 Bischöfe die 
Einsegnung der Grabstätte vor; während ein Mönch (?) 
Gebete liest, hat der eine der Bischöfe das aufgeschlagene 



das Rauchfafs haben für das 13. Jahrhundert einfache 
Gestalt. Interessant ist die mit Kerzen besetzte Bank 
neben der Tumba. 



Nürnberg. 



A. Essenwein. 



Die Sage von der Schflur messe. 



In Haslach (in Mittelsteiermark) und dessen Um- 
gebung weifs sich das Volk viel von der, meines Wissens 
sonst nirgends bekannten, sogenannten Schwur- 
messe zu erzählen, und ich erfuhr über dieselbe Folgendes : 

Wollte man von einem Verstorbenen wissen, ob der- 



Sage um 12 Uhr Nachts eine Messe — die Schwurmesse 
— lesen , welche von einem Priester gelesen werden 
mufste, der durch ganz besondere Frömmigkeit und über- 
haupt durch die besten Eigenschaften ausgezeichnet war ; 
weshalb man nur schwer für eine solche Messe einen 
selbe selig oder verdammt sei, so liefs man nach der Geistlichen fand, und zudem ein solcher nur ungerne die 



87 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



88 



Abhaltung derselben übernahm. AVar nun für die Schwur- 
messe Zeit und Ort bestimmt, so vorsammelten sich die 
allernächsten Verwandten des Verstorbenen vor 12 Uhr 
Nachts in der betreffenden Kirche, und die Messe, bei 
welcher der Schulmeister ministrieren mufste, begann 
Schlag 12 Uhr. Zum Offertorium (oder Evangelium, ist 
dem Erzähler nicht mehr erinnerlich) erschien dann der 
Verstorbene, je nach seinem ürtheile, entweder in Be- 
gleitung der Engel, oder an glühenden Ketten von Teu- 
feln geführt. Im letzteren Falle entsetzte sich alles, so- 
gar die Hostie färbte sich dunkel, und bei einem Theile 
der Messe, (bei welchem, ist dem Erzähler entfallen) 
konnte man den Unglücklichen nach der Ursache seiner 
Verdammung tragen, worauf er gezwungen war, Antwort 
zu geben. In Wildon, behauptet die Sage, sollen einst bei 
einer Schwurmesse unberufene Zuschauer hohe Leitern 
an die Fenster gelehnt haben, um etwas davon zu sehen, 
— stürzten aber, von dem Furchtbaren, das sich ihren 
Blicken zeigte, fast wahnsinnig geworden, von der Leiter 
herab und erholton sich erst, als die Sonne bereits am 
Himmel stand. 

Stockerau in Niederösterr. G. M. Blaas. 



Aus einer T> olfciibüttler Haudschrift. ') 

Est feodum leengud, est depactio dingud, 
Sed pactus sit pacht, census tyns, redditus yngheld, 
Unghelt angaria, post hec precaria bede, 
Arra sit truweschat, sit tibi sponsalia bruthschat 
Theolus (1) est tollen, exactio schot, vendicatio butynge, 
Huldinge bomagium, circumvallare beieggen, 
Orlege sit gwerra, sed feda lovede signat, 
Proscriptus vredeloess, sit arrestare besetten, 
Vendicare buten, sit expeditio hervard, 
Emoloydum wedde emoloydareque wedden, 
Diflidare entseggen, sed ghiseler dicitur obses, 
Tutor vormunder, usufructus sit tibi lifftucht, 
Cespitare suaven (snapen?), sed palmitare sit uppslan, 
Almasium seu mercipotus wynkopp tibi signat, 
Depactare vordingen, detalliare beschatten, 
Redagium wagentollen, sit pedagium tibi voettoUeu, 
Palmitare hulden, tibi sit inpetere anspreken, 
Stekken cippare, beschatten depositare, 



1) Nr. 525, Heimst, saec XV. — Vergl. Anzeiger 1875, Sp. 
183—184; 1854, Sp. 29. Zeitschr. d. Gesellsch. f. d. Gesch. von 
Schlesw. - Holst, u. Lauenb. IV, 395. 



Repetere forderen, sit detaxare beschatten, 
Uthnemer exemptor, dotalicium sit tibi liffgedingh, 
Grisoga lantvrede, castri feodum borchlehen, 
Vectigal foerloen, sed naulura sit tibi schiploen, 
Ortigavum gardenloen, sit viagium tibi wechloen, 
Greditor est lover, die communicare bewesen, 
tessagium bedefart, sed continuum quoque buerschat, 
Eucenium bodenbroed, civiloquium sit tibi bursprake, 
Nundine iarmarcket, divorcium echtschedinge sit, 
luiperare beden, die designare bescheden, 
Tribunal richtestoel, consistorium quoque raethus, 
Rex solium, doctor kathedram iudexque tribunal, . 
Possidet ac sedem presul pretorque curalem. 
Est ideo tantum dicas adeo quoque certe. 
Wolfenbüttel. 0. von Heinemanu. 



Pl 



J 



y 



Zur Gescliichte des Pfiihlens. 

Im vergangenen Sommer wurde 
mir in Drosendorf ein daselbst in 
einem Hause der Altstadt aufbe- 
wahrtes, sehr spitziges, kegelförmiges, 
stark verrostetes und 33 Cm. langes 
Eisen gezeigt, bei welchem zwei flache, 
von einem Eiseuringe umgebene Fort- 
sätze gleichsam eine Art Tülle bilden. 
Dabei ei'sah ich schon aus dem durch 
die beiden genannten Theile gehenden 
Nagel, sowie aus den ungefähr in der 
Mitte des Eisens befindlichen Löchern, 
dafs dasselbe einst an einer hölzernen 
Stange befestigt gewesen sein mufs, 
und man erzählte mir in Drosendorf, 
von dem daselbst «Pflockir genannten 
Eisen, dafs dasselbe bei der Erwei- 
terung des dortigen Ortsfriedhofes 
an einer Stelle, wo man früher die 



Hingericliteten 



beerdigte , 



im Grabe 



der zuletzt hingerichteten Kindsmör- 
derin, und zwar an dem Orte, wo 
sich das Herz derselben befand , ge- 
funden worden sei. 

Stockerau in Niederösterreich. 
G. M. Blaas. 



Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Fromm ann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

Gedruckt bei U. K. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 



1883. 



JW 3 & 4. 



März k April. 



CJironik des germanischen Museums. 



Nürnberg, den 1. März 1883. 

Seine Majestät König Ludwig II. von Bayern hat die Gnade 
gehabt, nachdem der Termin abgelaufen war, für welchen Allerhöchst- 
derselbe den jährlichen Beitrag von 1260 m. bewilligt hatte, den- 
selben Beitrag auf weitere fünf Jahre, 1883 — 1887, allergnädigst 
zuzusagen und. so unsere nationale Anstalt durch dies Zeichen fort- 
gesetzten allergnädigsteu Interesses auf's neue zu tiefgefühltestem 
Danke zu verbinden. 

Der Reichstag des deutschen Reiches hat in allen drei Le- 
sungen die von der Reichsregierung geforderte Summe zu Bauten, 
welche auf Rechnung des deutschen Reiches unser Gebäude seinem 
gänzlichen Ausbau näher führen sollen , bewilligt , so dafs hoffent- 
lich bald die Arbeiten begonnen werden. 

Zur Stiftung eines Fensters haben mehrere Mitglieder der 
Familie v. Miuni gerode 300 m. zur Verfügung gestellt. 

Der verstorbene Bildhauer Professor Afinger in Berlin hat 
noch vor seinem Ableben angeordnet, dafs dessen Modell zur Arndt- 
statue auf dem hohen Zoll in Bonn unserer Anstalt übergeben 
werde, wo es eine Zierde der modernen Skulpturabtheilung sein 
wird, an deren Durchführung wir freilich jetzt noch nicht denken 
können. 

Dagegen haben wir jetzt, einer Anregung des hiesigen Uhr- 
machervereins folgend , uns bestrebt , das Material zur Geschichte 
der Uhren um so sorgfältiger zu beachten, als dieser Verein selbst 
seit einiger Zeit sich eifrig um diese Abtheilung unserer Anstalt 
bemüht. Auf dessen Anregung und in Folge der Thätigkeit der 
Herren Uhrmacher Seyfried und Hofuhrmacher Speckhardt 
hat eine Anzahl hiesiger und auswärtiger Herren interessante Uhren 
und Werke von solchen dem Museum zum Geschenke gemacht, 
die in den letzten Monaten in unserem Geschenkeverzeichnisse auf- 
geführt worden sind; einzelne Pierren haben auch dem hiesigen 
Uhrmacherverein Geldgaben übersendet, um einzelne interessante 
Stücke, die nicht geschenkweise zu haben sind, für das Museum zu 
kaufen; so die Herren Du Bois et fils, Uhrenhandlung en gros, 
in Frankfurt a. M. 20 m. ; Etzold & Popitz, Uhrenhandlung 
en gros, in Leipzig 50 m. ; D. Fränkel & Comp, in Frankfurt a. M. 
20 m. 

Auf diese "Weise ist es in Verbindung mit einigen Ankäufen, 
die wir selbst gemacht haben, in kurzer Zeit möglich geworden, 
das bis dahin unbedeutende Material zu einer, wenn auch noch 
nicht vollständigen, so doch jetzt schon hochinteressanten Geschichte 
der Taschenuhren vom Ende des 16. bis zur Mitte des 19. Jahr- 
hunderts auszubilden. Hoffentlich findet sich auch das noch Nö- 
thige zur Ausfüllung der Lücken baldigst , ebenso wie es jedenfalls 
auch bald möglich sein wird, das Material zur Geschichte der Stand- 
imd Wanduhren zu vervollständigen. 

Seit der Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden 
folgende neue Jahresbeiträge angemeldet : 



Von Staudesherreu : Bartenstein. Sc. Durchlaucht Fürst 
Johannes zu Hohenlohe-Bartensteiu 17 m. 20 pf. 

Von Privaten: Altdorf. Bär, Lehrer, in Grub, Im.; Bertram, 
Rentbeamter, 2 m.; J. Böhm, Somiuarlehrer, (statt bisher 2 m.) 2 ni. 
50 pf.; Bohrer, Privatier, 2m.; Dauscher, Schulverweser, Im.; 
Daut, Lehrer, 1 m. ; Eugelbrecht, Konditor, 2 m. ; Fleischer, Ober- 
förster, 2m.; Fleischmann, Schulgehilfe, in Oberferriedeu Im.; 
Hafner, Bierbrauer, 2 m. ; Hauth, Amtsrichter, 2 m. ; Heydner, Ho- 
pfenhändler, 2 m. ; Hofer, Notar, 2 m. ; Hofmann , Lehrer, in Burg- 
thann 1 m. ; Heinrich Holz , Kaufmann ,2m.; Jubitz , Lehrer, in 
Rasch, 1 m. ; Kern, Pfarrer, 2 m. : Meyer, Gutsbesitzer, in Rübleins- 
hof 2m.; Murrer, Schulpraktikant, Im.; Dr. Neundeubel, prakt. 
Arzt, 2m.; Pfeiffer, Schulverweser, in Penzenhofen Im.; Andr. 
Reiff, Bierbrauer, 2 m.; Christ. Riediior, Bierbrauer, 2m.; C, C. 
Riedner, Privatier, 2m.; Ruigel, Lehrer, in Pühlheim, Im.; lUip- 
precht, Schreinermeister, 2 m.; Schramm, Lehrer, in Weifsenbruim 
Im.; Stöhr, Schulverweser, in Burgthann 1 m. ; Stürhof, Lehrer, in 
Penzenhofen Im.; Uebler, Thierarzt, 2m; Walter, Apotheker. 
2 m. ; Weifs , Lehrer ,2m.; Zobel , Kaufmami, 2 m. Alzey. Lehr, 



Realiehrer, (statt bisher 1 m.) 



Möller, Postdirektor, 2m.; 



Reufs, Kreisbaumeister, 2m. Berchtesgaden. August Kindl, Vor- 
stand der Schnitzerschule, 2 m. Bremen. John C. Addix, Kaufmann, 
5 m.; Jos. Jobs. Arn. Hachez. Kaufmann, 10m.; Herm. Hinrich 
Meyners, Bankdirektor, 5 m. Calw. Staudenmayer , Professor, 2 m. 
Chemnitz. Ernst Otto Irmer. Laudgerichtsrath, (statt bisher 1 m. 
50 pf.) 2 m. , Edmund Junghans, Amtsrichter, 3 m. ; Dr. Kurt Klöp- 
pel, Laudgerichtsrath, 2 m. ; Dr. Ludwig Koch, Rechtsanwalt, 3 m. ; 
Franz Pabst IL, Kaufmann, 2m.; Bernh. Rudel, Kaufmann, 4m.; 
Arthur Seyfert, Amtsgerichtsreferendar, 2 m.; Wilhelm Taubert, 
Amtsrichter, und dessen "Gattin Luise, geb. Brafs, 3 m. Dörndorf. 
A. Schneider, Pfarrer, (statt bisher 2 m. 50 pf ) 3 m. Dresden. Ar- 
nold Beyer, Börsensensal, 5 m.: 0. Grofsmanu, Kaufmann, 5 m. ; Dr. 
Hänel, Sekretär der kgl. öffentl. Bibliothek, 5 m. ; .Hausmann, 
Reg.-Kath, 5 m. ; Jurack, Referendar, 5 ra ; C. F. Lauge, Prokurist, 
5 m. ; W. Meiuhold , Verlagsbuchh., 5 m.; F. A. Rudolph, Rentier, 
5m. Eisenach. Schmelzer, Oberst a. D., 3m. Erlangen. Theo- 
phil Iselin, stud. theol. , 2 m. Fürth. Drolsbach, Landgerichtsrath, 
2 m.; Gunzenhauser jun. 2m.; Georg HeTs, Schmiedmeister, 2m.: 
Nicolaus Ruber, Schreiner, 2 m. ; Robert Käferleiu, Kaufmann, 2 m.; 
Keller, k. Bezirkamtsassessor, 2 m. ; Gabriel Zeug, Magistratsdiener, 

2 m. Immenstadt. F. Grün, Pfarrvikai-, 2 m. Kisslingen. Ducrue, 
kgl. Realschulrektor, (statt bisher Im.) 2m. Meiningen. Traugott, 
Laun, herzogl. Hoflieferant, 1 m. Nürnberg. Edm. Duisberg, Kauf- 
mann, 5 m.; Robert Förster, Privatier, 20m.; Ganfs, Kaufmann, 

3 m. ; Heb. Hübner, Privatier, 3 m. ; Klostermann und Eitel, Kauf- 
leutc. 5 m. ; Emil Schuhmann, Kaufmann, 5 m. ; Frcifräulein S. von 
Stromer 3 m. ; Karl Tröger, Kaufmann, 3 m. Oppeln. Feuerstock. 
Rechtsanwalt, 3m. Paderborn. Karl von Bardeleben, Major im 
131. Inf.-Reg., 15m. Roth a. S. Hanns Härlein, kgl. Post- und 
Bahuexpeditor, 2 m. ; Fräulein Paula König, Lehrerin , 1 m. 50 pf 
Schwabach. J. B. Kupfer, Akademiker, Im. 50 pf. Stuttgart. Otto 
von Alberti, Assessor b. d. Archivdirektion, 2 m,; Dr. Karl Theod. 
Baur, Bergrath. 2 m ; Berner , Baurath, 2 m. ; von Egle, kgl. Hof- 
baumeister und Oberbaurath, 2 m. ; Julius Federer Konsul, (in Urma 
Stahl und Federer) 2 m. ; Fiuckh , Landrichter, 2 m. ; Heinr. Harp- 
precht, Hauptmann a. D., 2 m. ; Professor Dr. Hartmann, Vorstand 
d. württ. Alterthumsvereins, 2 m. ; Rudolf Hauthal, Hanslehrer, 2 m. ; 
Karl von Hoff', Postrath. 2m.; Karl Krämer, Architekt, 2m.; 
Paul Kurtz, Buchhändler, (Firma H. Lindemann) 2 m.; Mänuer, Bau- 
rath, 2 m. ; Karl Mayer , Privatier un J Eeichstagsabgeordneter, 2 m. ; 
Ludwig INIayer. Professorats-Verweser, 2 m- ; Dr. Heinrich v. Merz, 



91 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



92 



Prälat , 2 m. ; Dr. Karl Müller , Schriftsteller , 3 m.; Dr. Karl von 
Riecke, Steuerdirektor, 2 m.; Dr. phil. Otto Eommel 2 m.; Professor 
Karl Schmidt, Historienmaler, 2m.; Ludwig von Schüz, Direktor 
2 m.; Dr. med. Karl Stoll, Oherstihsarzt, 2 m.; Albert Stotz, Fa- 
brikant, 2 m.; Fr. Stumpf, Oberünanzrath, 2 m.; Aug. Ziemann, 
Privatier, 2m. Worms. Fr. Balfs, Kaufmann, 2m.; Dr. Becker, 
Gymnasialdirektor, 2 m.; Franz Betz, Kaufmann, 3 m.; Dr. Bittel, 
Notar, 2 m. ; Aloys Boiler jr., Kaufmann, 2 m. ; Adam Engel, Kauf- 
mann, 2 m.; Hanesse. Major und Bezirkskommandeur, 2 m. ; Heitger, 
Gymnasiallehrer, 2 m.; Hofheinz, Fabrikant, ö-m. ; F. Kathreiner, 
Chemiker, 2 m. ; Dr. Kertell, Rechtsanwalt, 3 m ; Küchler, Bürger- 
meister, (statt bisher 2 m.) 3 m. ; Max Levy, Banquicr, 2 m. ; Eugen 
Lipp, Kaufmann, 2m.; Lochmann, Postdirektor, Im.; Dr. Marx, 
Gymnasiallehrer, 2 m. ; Joh Hch. Mayer, Kaufmann, 2 m. ; Müller, 
Pfarrer, 2 m. ; W. E. Nebel, Kaufmann, 3 m. ; Ernst Neidhart, Kauf- 
mann, 2 m. ; Nett, Kaufmann, 2 m. ; Georg Reinhart, Fabrikant, 3 m.; 
von Rettberg, Oberstlieutenant und Bat. -Kommandeur, 3m.; Nie. 
Reufs, Pfarrer, 1 m. ; Karl Rischmann, Banquier, 2 m. ; Friedr. Risch- 
mann, Banquier, 2 m ; Dr. Schneider, Direktor, 3m; J. C. Schön, 
Fabrikant, 3 m. ; Graf von der Schulenburg-Wolfsburg, Hauptmann, 
3m.; F. Schütz, Fabrikant, 3m.; Max Seidel, Chemiker, 2m.; 
Leopold Sinsheimer, Fabrikant, 3m.; Dr. Stephan, Rechtsanwalt, 

2 m. ; Julius Stern, Buchhändler, 1 m. ; Franz Valckenherg jr., Kauf- 
mann, 2 m. ; Franz Valckenherg sen., Kaufmann, 3 m. ; W. J. Val- 
ckenherg , Kaufmann, 3 m. ; Wiener , Pfarrer, 2 m. ; Winter , Major 
z. D., 2 m. ; C. Zerhan, Kaufmann, 2 m. Zwickau. Brox , Premier- 
lieutenant und Adjutant, 2 m. ; von Bünau, Hauptmann, 3 m. ; Otto- 
kar Conrad, Kaufmann, 3 m. ; Ernst , Premierlieutenant ,2m.; von 
Pape, Regierungsrath, 3 m. 

Einmalige Beitrüge wurden folgende gespendet: 

Von Privaten: Chemnitz. Otto Becker, Amtsrichter, 3m.; 

Ernst Bucher, Privatmann, 2m.; Georg Cotta, Hutmacher, 2m,; 

Friedrich Gockeritz , Schieferdeckermeister, 2 m ; Heinrich Jäger, 

Wäschefabrik'ant, 2 m. ; Agnes Anna Kertzscher, Kaufmannswittwe, 

3 m. ; Emil Lahl, Amtsrichter, 3 m. ; Wilhelm Plant, Rechtsanwalt, 
3m.; Ernst Raabs, Schraiid, 2m.; Frl. Lina Raabs, 2m.; Unge- 
nannter öOm. ; Albert Voigt, Fabrikdirektor, in Kappej 2m.; 
Max Witter, Amtsgerichts- Referendar , Im Erlangen. Karl Lin- 
der, stud. theol., 2m. Worms. Heim, Baurath, 2m.; Kieseherth, 
Postsekretär, 2 m. ; Dr. Reuter, Fabrikant, 2 m. ; Weicker, Oberein- 
nehmer, 2 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen. 

(Nr. 8697-8711.) 
Berlin, v. Gofsler, Kultusminister, Exe: Eine Partie neuer 
Papier- und Lacksiegel. Pflegschaft; 17 Wappen der Stadt 
Berlin, gezeichnet von Prof Ilildebrandt. — Bonn. Fr. August 
Klingholz: Silberbeschlagenes Taschennotizbuch, 18. Jahrh. Ein 
Holzschnitt des 16. Jahrh. — Chemnitz. Dr. med. Loheck: Drei 
silberne religiöse Medaillen, 1 silberne Geburtstagsmedaille, 1 eiserne 
Medaille des Fürsten Blücher. Tiroler Silher>:uiden, 1623. Type 
vom Buchdruckerjubiläum 1840. A. Miram, Kaufmann: Eiserne 
Medaille auf die Befreiungskriege — Herrenchiemsee. M. Bruno 
Schmidt, Architekt: Gipsabgufs des romanischen Löwenkopfes 
von der Kirche zu Frauenchicmsee. — Lehr. F. M Schubert, 
Photograph: Photographiecn von zwei Grabsteinen in der Pfarr- 
kirche zu Lohr. Lorch a. Rh. A. Keuchen: 2 römische Bronze- 
münzen, 7 mittelalterliche und neuere Silbermünzen. — Lössnitz. 
C. Weber, Fabrikant: Trützschler'scher Gerichtsinsiegelstock, 1728. 
— Nürnberg. Hammer, qu. kgl. Bezirksgerichtsdirektor: Tiroler 
Thaler, 1558. Löwenstein'scher Thaler, 1794. Silberne Pathenme- 
daille, 18. Jahrh Seyfried, Uhrmacher: 1 Taschenuhr, 4 Uhr- 
werke, 1 Schildkrotühergehäuse, 1 Zifferblatt. Speekhardt, Hof- 
uhrmacher: 2 Taschenuhren, 3 Uhrwerke und 2 Zifferblätter, 18. 
u. 19. Jahrh Messingene Weckeruhr, 19. Jahrh. 2 Uehergehäuse 
von Taschenuhren, 18. — 19. Jahrh. Spieluhrwerk für ein Medaillon. 
Glocken einer Repetieruhr und einer Schwarzwälder Uhr, 18. Jahr- 
hundert. St Öhr, Uhrmacher: Damenspindeluhrwerk, circa 1800. 



Uhrmacherverein: Ei von einer Cruciti.xuhr, 16. Jahrh. Durch- 
brochenes Uhrgehäuse aus Messing, 17. Jahrh. Silberne Spindeluhr, 
18. Jahrh. 

II. Für die Bibliothek. 

(Nr. 46,967—47,100.) 

Aachen. Hugo Lorsch: Ders., Meister und Entstehungszeit 
der grofsen Glocke von St. Peter zu Aachen. 1882. 8. Sonderahdr. 
— Bächlingen. G. Bessert, Pfarrer: Ders., die historischen Ver- 
eine vor dem Tribunal der Wissenschaft. 1883. 8. — Berlin. G. 
Grote'sche Verlagsbuchhandlung: Oucken, allgemeine Weltge- 
schichte in Einzeldarstellungen; 11. Hauptabtlilg- , 8. Thl. 1882. 8. 
Franz Lipperheide, Verlagsbuchhandlung: Muster altitalienischer 
Leinenstickerei; U. Sammig. 1883. 4. Adolph Meyer: Ders., die 
Münzen und Medaillen der Herren von Rantzau. 1882. 8. — Bonn. 
Universität: Huefl'er, zwei neue Quellen zur Geschichte Friedrich 
Wilhelms III. 1882. 4. Tannert, die Entwicklung des Vorstimm- 
rechtes imter den Staufen. 1882. 8. Balg, der Dichter Caedmon 
u. s. Werke. 1882. 8. Endemann, Beiträge zur Geschichte der 
Lotterie. 1882. 8. Forst , über Buchanans Darstellung der Ge- 
schichte Maria Stuarts. 1882. 8. Kremer, Behandlung der ersten 
Compositionsglieder im german. Nominalcompositum. 1881. 8. Mit- 
tag, Beiträge zur Geschichte Oesterreichs während der ersten Jahre 
des dreifsigj. Krieges. 1882. 8. u. 51 weitere akademische Schriften 
nichthistorischen Inhalts. — Braunschweig. Friedr. Vieweg & 
Sohn, Verlagshandlung : Lindenschmit, Handbuch der deutschen 
Alterthimiskunde ; Th. I. Liefg. 1. 1880. 8. — Darmstadt. Prinz 
Alexander von Hessen, grofsherzogl. Hoheit: Mainzi- 
sches Münzkahinet des Prinzen Alexander von Hessen. 1882. 8. — 
Donaueschingen. Verein der deutschen Standesherren: Die 
Stammwappen der deutschen Standesherren etc. 1882. 8. — Dresden. 
Louis Ferd. Freih. von EberStein, k. pr. Ingen -Hauptmann 
a. D. : Ders., urkundliche Nachträge zu den geschichtlichen Nach- 
richten von dem reichsritterl. Geschlechte ' Eberstein ; IV. Folge. 
1883. 8. — Eichstätt. Domrestaurations-Vercin : Rechen- 
schafts - Bericht f d. II. Vereinsjahr. 1883. 2. — Gotha. Justus 
Perthes Verlagshaudlung: Oesterley, histor.- geographisches Wör- 
terbuch des deutschen Mittelalters; 10. (Schi.-) Liefg. 1882. 8. — 
Graz. Leopold von Beckh-Widmanstetter: Ders., Grabsteine 
der christlichen Zeit zu Friesach in Kärnten. 1682. 4. Sonderahdr. 
Ders., ilie Grabdenkmäler der Familie Thannhausen in der Domi- 
nikanerkirche zu Friesach. 4. — Greifswald. Universität: In- 
dex scholarum etc. 1883. 4. Verzeichuifs der Vorlesungen, 1883. 
4. — Hannover. Hahn'sche Buchhandlung: Monumenta Germaniae 
historica; scriptores, tom. XXVI. — Heilbronn. Gebr. Henninger, 
Verlagsbuchhandlung: Drei pia desideria für die württemb. Ge- 
schichtsforschung. 1883. 8. Deutsche Litteraturdenkmale des acht- 
zehnten Jahrhunderts; 10. 1683. 8. — Hermannstadt. Wolff: 
Ders., unser Haus u. Hof 1882. 8. — Karlsruhe. Grofsh. bad. 
Conservator der Alterthümer und der Sammlungen: Die 
grofsh'. badische Alterthümersammlung in Karlsruhe ; n. F. 1. Heft, 
1883. 2. — Kassel. Gustav K launig, Verlagshandlung : Piderit, 
Geschichte der Haupt- und Residenzstadt Kassel. 1882. 8. — Kemp- 
ten. Jos. Kösel'sche Buchhandlung: Baumann, Geschichte des 
Allgäu's; 8. Heft. 8. — Kiel. Universität: Schriften aus dem 
Jahre 1881/82 (Bd. XXVllI.) 1882. 4. Wetzel, die Translatio S. 
Alexandri. 1881. 8. und 14 weitere akadem Schriften nichthistori- 
schen Inhalts. — Kupferzell: Dr. F.-K. Fürst zu Hohenlohe- 
Wal den bürg, Durchl. : Ders., sphragistische Aphorismen. II. Lfg. 
Nr. 101 - 200. 1882. 4. Ders., einige Bemerkungen zu Stalins Ge- 
schichte AVürttembergs, das Haus Hohenlohe betr. 1882. 8. — 
Leipzig. E. A. Seemann, Verlagshandlung: Deutsche Renais- 
sance etc. 137. — 100. Liefg. 1882. 2. Verein für geschichtl. 
Hül fswissenschafteu an der Universität Leipzig: Ders. 
Bericht etc.; Mai 1882. 8. — Marburg. N. G. Elwert, Buch- 
händler: Ders., theatrum historiciun urbium, regionum, bellorum et 
miracuiorum 1883. 8. Universität: Cäsar, catalogi studio- 

sorum scholae Marpurgensis particula X. 1882. 4. Sarrazin, über 
die Quellen des Ormuium. 188-ä. 8. u. 7 weitere akadem. Schriften 
nichthistorischen Inhalts. — Montpellier. Henri Delpech: Ders., 



9,1 



Anzeig-or liir Kniiilf^ der deutschen Vorzeit. 



94 



la liataille de Muret et la tactiquc de la cavaleiic an XIII'"" siücle. 
1878. 8. — München. Willi. Freiherr von Bibra, k. Olier- 
landesgericlitsratli : Ders. , Beiträge zur Fainilieiigescliiclitc der 
Reiclisfreiherrn vou Bibra; Bd. I. II. 1880 u. 82. 8. Dr. Eugen 
Merzbacher: Ders., SammUing vou bayerischen Städte- u. Orts- 
Miinzen; I. 1883. 8. Ernst Stahl' sehe Verlagshandlung: Mühl- 
bauor, thesaurus resoliitionum S. C. concilii etc. ; tom. IV. fasc. 14. 
1882. 4. — Petersburg. Freiherr B. von Kühne, k. russischer 
Staatsrath : Ders , das kais. russ. Reichswappen. 8. Ders., hranden- 
burgische Geschenke an die Zaren Alexei Michailowitsch, Peter u. 
Iwan etc. 1881. 8. Sonderabdr. Ders., das Anitschkow- Palais. 8. 
Sonderabdr. Ders., drachms of Aristarchos, dynast of Colchis. 
1877. 8. Sonderabdr. Ders , monnaies Byzantines. 1881. 8. — Re- 
gensburg. Ebner, Kandidat am Lyceuni : Von Tegkendorff das ge- 
schieht etc. , Abschrift eines alten Druckes. 4. — Roermond. A. 
Martin: v. Fisenne, Kunstdenkmale des Mittelalters, II. Serie, 5. 
Licfg. 1882. 8. - Strassburg. Kais. Univcrsitäts- u. Landes- 
bibliothek: Franz, die Chronica Pontiücum Leodiensium. 1882. 8. 



Hamburger, Untersuchungen iU)er Ulrich Fürtrers Dichtung von 
dem Gral und der Tafelrunde. I. 1882. 8. Kalkoff, Wolfger von 
Passau 1191 — 1204. 1882. 8. v. Kap-IIerr, die abendländische Po- 
litik Kaiser Manuels. 1881. 8. Kossinna, über die ältesten hoch- 
fränkischen S]irachdcnkmäler. 1881. 8. Leupold, Berthold von 
ßuchegg. Bischoff von Strafsburg. 1882. 8. v. öttingen, über Georg 
Greflinger von Regensburg. 1882. 8. Rathgen , die Entstehung der 
Märkte in Deutschland. 1881. 8. Rosenkränzer, Bischof Johann I. 
von Strafsburg, genannt von Dürbheim. 1881. 8. Schwemer, Inno- 
cenz III. u. die deutsche Kirche während des Thronstreites von 
1198—1208. 1882. 8. Stoy, die politischen Beziehungen zwischen 
Kaiser und Papst in den Jahren 1360 — 64. 1881. 8. Winckelmann, 
die Beziehungen Kaiser Karls IV. zum Königr. Arelat. 1882. 8. 
Wüllner, die Lautlehre des Hrabanischen Glossars. 1882. 8. — 
Stuttgart. Dr. v. Ilülder, Obermcdizinalrath : Ders., die Abstam- 
mung der Württemberg. Bevölkerung. 1882. 8. Sonderabdr. — Zit- 
tau. G. Korscheit, Oberlehrer: Moräwek, die Kirche zu St. Petri 
und Paidi in Zittau. 1882. 8. 



Schriften der Akademieen, Museen und liistorischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



K. k. mähr. -schlesische Gesellschaft etc.: 

Mittheilungen etc. 62. Jahrg. 1882 u. Notizen - Blatt der lii- 
stor.-statistischen Sektion ders. Gesellschaft. Nr. 1 — 12. Brunn, 
1882. 4. Kurze Beiträge zur Landeskunde Miihrens und Schlesiens. 
Von Bojakowski. — Zur mähr.-schlesischen Adelsgeschichte. Von 
d'Elvert u. Weltzel. — Zur mähr.-schlesischen Biographie. Von 
d'Elvert u. Gans. — Eine prähistorische Kupferschmelzstätte in 
Kailendorf bei Znaim. Mitgeth. von Aug. Komers. — Woher führt 
der Karlswald bei Iglau seinen Namen ? Von J. Kämmerliug. — 
Herzog Johann I. von Auschwitz. 1324 — 1370. Von Rudolf Temple. 
Das Incolat, die Habditirung zum Lande, die Erbhuldigung u. der 
Intabulationszwang in Mähren u. Oester.-Schlesien. Von d'Elvert. — 
Kloster der barmherzigen Schwestern vom heil. Carolus Boromäus 
in Teschen. Von A. Peter. — Zur Geschichte des Postwesens in 
den böhm. Ländern u. der Nachbarschaft. Von d'Elvert. — Noch 
eine Urkunde zur Regierungszeit Herzog Kasimirs von Auschwitz. 
Von Rud. Temple. — Die Pfarrkirche in Olbersdorf Von A. Pe- 
ter. — Kulturgeschichtliche Skizzen aus den Herzogthümern Au- 
schwitz u. Zator. Von R. Temple. — Geschichte des evangelischen 
Gymnasiums in Teschen. Von A. Peter. — Die Subventionirung 
des PVanzens-Museums von Seite des Landes. Von d'Elvert. 

Benediktiner-Orden: 

Wissenschaftliche Studien u. Mittheilungeu etc. IV. Jhg. I. 
Heft. Würzburg u. Wien, 1883. 8. 1. Abth. Studien: Die Vor- 
rede zur Regel des heil. Benedict. Von Edm. Schmidt. — Drei 
Mauriner Studien zur Imitatio. (Schlufs). Von Cölest. Wolfsgruber. 
— Regesten zur Geschichte der Benediktiner-Abtei Brevnov-Brau- 
nau in Böhmen. (Forts ) Von Gsell-Benedict. — Die österreichische 
Benediktiner-Congregation. L Von Adalb. J. Dungl. — Die Schrift- 
steller 0. S. B. . . . im heutigen Königreich Württemberg vom J. 
1750. bis zu ihrem Aussterben. (Forts.) Von A. Lindner. — Ueber 
die Entwicklung der christlich-römischen Hymnenpoesie. II. Von 
Anselm J. Salzer. — Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Bene- 
diktiner-Stiftes Mondsee in Ober-Oesterreich. (Forts.) Von Dr. 0. 
Schmidt. — Aus dem Sonettenkranze „S. Benedict u. sein Orden." 



(Forts). Von P. Franz S. Tomanik. — II. Abfhig. — Mitthei- 
lungeu : Ergänzungen zur Biographie u. literar. Thätigkeit des Abtes 
Rupert Kornmann von Prüfening. I. Von R. Mittermüller. — 
Besitzungen der bayrischen u. schwäbischen Benediktiner-Stifte in 
Tirol bis zum J. 1803. Von P. Cölestin Stampfer. — Im Atelier 
Glibers. Von F. A. Kieuast. — Eingelaufene Berichte. — Ordens- 
Rundschau. — in. Abthlg. Literatur. 

Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

Sammlung etc. Nr. 81. 

Kaiserliche Akademie der Wissensch. in Wien: 

Almanach etc. 32. Jhg. 1882. 8. 

Archiv für Österreich. Geschichte. Hrsg. von der zur Pflege 
Vaterland. Geschichte aufgestellten Commission ders. 
Akademie. LXIV. Bd. I. Hälfte. 1882. 8. Das angebliche Se- 
nioratsgesetz des Herzogs ^fetislaw I. u. die böhmische Succession 
in der Zeit des nationalen Herzogthums. Ein Beitrag zur altböhmi- 
sclien Rechtsgeschichte. Von J. Loserth. — Geschichte der öster- 
reichischen Minoritenproviuz. Von G. E. Friefs. — . Die Wieder- 
vereinigung der Lausitz mit Böhmen (1462). Von Dr. Ad. Bachmann. 

Sitzungsberichte der philosophisch-histor. Classe 
ders. Akademie. C. Band; u. CI. Band, 1. Heft. 1882. 8. Die 
Revolutionen in Constantinopel in den Jahren 1807 u. 1608: Von 
Schlechta-Wssehrd. (Mit 2 Portrts.) — Die Augustinische Psycho- 
logie in ihrer mittelalterlich-scholastischen Einkleidung und Gestal- 
tung. Von Werner. — ' Erasraus von Rotterdam u. Martinus Lip- 
sius. Von Horawilz. — Die Entwicklung der Landrechtsglosse des 
Sachsenspiegels. II. Die Stendaler Glosse. Von Steffenhagen. — 
Beiträge zur Diplomatik. VIII. Von Sickel. — Der cechische 
Tristram u. Eilhart von Oberge. Von Knieschek. — Mittheilungen 
aus altdeutschen Handschriften. 5. Stück : Priester Arnolts Legende 
von St. Julian. Von Scliönbach. 

K. k. Central-Kommission zur Erforschung u- Er- 
haltung der Kunst- u. liistorischen Denkmale: 

Mittheiluugen etc. VIII. Bd. IV. Heft. N. F. Wien, 1882. 



95 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



96 



4. Grabsteine der christlichen Zeit zu Friesach in Kärnten. Von 
Leopold von Beckh-Widmanstetter. (Mit Abbild.) — Das Denk- 
mal des Feldmarschalls Melchior Freih. v. Redern. Von Dr. Alwin 
Schulz. — Einige ältere Elfenbeinarbeiten kirchlicher Bestimmung. 
Voü Dr. K. Lind. (Mit Abbild.) — Die Ruine der altchristlichen 
Basilika in Muggia Vecchia bei Triest. Von R. Eitelberger. — 
Der römische Strafsenzug Lederata-Tibiscum im einstigen Dacien. 
Von L. Böhm. — Die ältesten Siegel der Salzburger Erzbischöfe. 
Von E. Richter. (Mit Abbild.) — Der Pranger zu Gradwein. Von 
Vinc. Leicht. (Mit Abbild.) — Ueber Neuberg. Von J. Graus. — 
Aus Brunnecken. Von Dr. Alb. Ilg. — Reise-Notizen über Denk- 
male in Steiermark u. Kärnten. Von Dr. K. Lind. (Mit Abbild.). 

— Wandmalereien in der Barbara-Kirche zu Kuttenberg. (Mit 
Abbild.) Notizen etc. 

Anthropologische Gesellschaft in Wien: 
MlttheiluDgen etc. XII. Bd. (D. n. F. IIL) IIL u. 4. Heft. 
1682. 4. Die prähistorischen Steingeräthe im Volksglauben. Von 
Richard Andree. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur. 

Herald.-genealogischer Verein ,.Adler" in Wien: 
Monatsblatt etc. 1882. Nr. 25. u. 26. 8. Vereuismittheilungen. 

— Einige kritische Bemerkungen zu den Wappeufenstern und den 
heraldischen Malereien in der Votivkirche zu Wien. Von Adhemar. 

— Unedirte Quellen. IV. Feistritzer. Von Leop. von Beckh-Wid- 
manstetter. — Das Wappen des Königreiches und das des Königs 
von Serbien. Von Karl Krahl. (Mit Abbild) — Literatur. 

Numismatische Gesellschaft in Wien: 
Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. 1882, 2. Halbj. 8 Ueber die Be- 
deutung des Palmzweiges im Abschnitte einiger Münzen des Kaisers 
Gallienus. Von A. Markl. — Ueber wissenschaftliche Classification 
mittelalterlicher u. moderner Münzen. Von Dr. A. v. Pawlowski. 

— Das Münzwesen in Oesterreich zur Zeit' König Rudolfs I. von 
Habsburg. Von Dr. A. Luschin v. Ebengreuth. — Kleine Beiträge 
2ur mittelalterlichen Münzkunde Tirols. — Zur Geschichte des 
Österreich. Müuzwesens im XV. Jahrhundert. Von Dr. C. Schalk. 

— Das Tiroler Pfund Berner. Von Jos. Müller. — Unedirte Me- 
daille auf Florian Griespeck von Griesbach. Von E. Forchheimer. 

— Noch ein unbekannter Thaler des Fürstenhauses Liechtenstein. 
Von Dr. Missong. — Die Münzen und Medaillen der Herren von 
Rantzau. Von Ad. Meyer. — Uebersicht der Münzen und Medaillen 
der Reichsstadt Lindau. Von Dr. C. F. Trachsel. — Ueber das 
Alter des Senkungsverfahrens bei Anfertigung von Münzstempeln. 
Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. — Privat- Geldzeichen aus 
Eger und Umgebung 1848 — 1849. Von G. Schmid. — Literatur. — 
Miscelleu. 

K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. Jhg. 1883. Nr. 208. u. 209. Wien. 8. — 
Geschichte und Geschichtsmalerei. Festrede, . . . gehalten von 
R. v. Eitelberger. — Schlufswort über die erste internationale 
Kunstausstellung i. Wien i. J. 1882. — Die historische Bronze - 
Ausstellung im österr. Museum. ^ Von dems. Die Weihnachts- 
Ausstellung in dems. Museum. Von S. Folnesics. — Literatur. — 
Kleine Mittheilungen etc. 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 

Monatsblätter etc. IV. Jhg. Nr. 3-5. 15. Dec. 1882, 15. Jan. 
u. 15. Febr. 1883. 8. Clubangelegenheiten. — Literatur. — Ver- 
mischte Nachrichten. Jahresbericht 1882 — 1883. VII. Vereinsjahr. 
1383. 8. 



Christlicher Kunstvereiu der Diöcese Seckau: 

Der Kirchenschmuck etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 12 u. XIV. 
Jhg. 1883. Nr. 1. Graz. 8. Die Stiftskirche in Voran. (Schi.) — 
Die kirchliche Bau - Tradition hinsichtlich der Centralbauten. (Sohl.) 
Figurale religiöse Bildhauerei in Uebung (Schi.) — Noch einmal 
Hohen - Feistritz. (Schi.) — Zur Aufbewahrung der h. Oele. — 
Maria Strassengel. — Das Paviment der Kirchen. — Notiz. — Vereins- 
angelegenheiten. 

Geschichtsverein u. naturhistor. Landesmuseum 
in Kärnten : 

Carinthia etc. LXXII. Jahrg. 1882. Klagenfurt, 8. Die Archive 
und Bibliotheken des Jesuitenkollegiums in Klagenfiirt und der 
Stifte Eberndorf u. Millstadt. Von J. Laschitzer. — Urkunde Ernst's 
Bischofs von Bamberg, ausgestellt im Schlosse zu Wolfsberg, 24. 
November 1588. Von P. Herbert. — Aus dem Wolfsberger Raths- 
protokoll 1534—1546. Von dems. — Der Markt Spittal, abgebr. 
a. 29. April 1797. Von L. Beckh-Widmanstetter. — Ueber die 
Zeit der Zerstörung Virunums. Von K. Ilauser. — Wolfsberger 
Schützen -Ordnung vom J. 1571. Von Beda Schroll. — Geschicht- 
liche Notiz : Maler Frohmüller. — Pfarre Friedlach im Dekanate 
S. Veit. Auszug aus dem liber memorabilium , zusammengestellt 
von Frz. Rader. — Eines alten Soldaten Römerstudieu nach der 
Natur. I. Teurnia. Beurtheilt von K. Hauser. — Eine Fischord- 
nung an der Gurck aus dem J. 1577. Aus dem Archive. Von 
dems. — Schlofs Wernberg. Eine histor. Skizze von dems. — 
Die Reise S. M. des Kaisers durch Kärnten in den Tagen von 
8— U. Sept. 1882. — Neue Römerfunde. Von K. Hauser. — Chronik 
1880-1881. Von Rud. R. v. Hauer. — Ueber Pfahlbauten u. 
Crannogs. Von Dr. Jos. Schell. 

K. bayr. Akademie d. Wissenschaften zu München: 

Forschungen zur deutschen Geschichte. Herausgeg. von der 
histor. Commission ders. Akademie. XXIII. Bds. I. Heft. Göttingen, 
1882. 8. Zur Kritik der Historia Augusta des Albertino Mussato. 
Von Dr. W. Friedensburg. — Zur Vorgeschichte des Consensrechtes 
der Kurfürsten. Von Dr. K. Lamprecht. — Die ältesten Land- u. 
Gottesfrieden in Deutschland. Von Dr. S. Herzberg - Fränkel. — 
Das Stammesherzogthum im fränkischen Reiche, besonders nach der 
Lex AJamannorum und der Le.\ Bajuvariorum. Von C. Bornhak. 
— Ueber die Beerbung der Freigelassenen durch den Fiscus nach 
fränkischem Recht. Von Dr. K. Zeumer. — Die Grabschrift Luis. 
Von Dr. H. Hahn. — Die ältesten Bullen des Erzbisthums Ham- 
burg-Bremen. Von Dr. J. v. Pflugk-Harttuug. — VerheiCsungs- 
Acte von Anagni. Mitgeth. v. dems. — Nachtrag zu der Abhand- 
lung „Der Plan der Vernichtung Preufsens nach Champagny's an- 
geblicher Denkschrift". Von A. Stern. 

Sitzungsberichte der philos.-philol. u. historischen Classe ders. 
Akademie. 1882. Bd. II, Heft 2. 8. Wolfgang Zündelin als 
protestantischer Zeitungsschreiber und Diplomat in Italien 1573 — 
1590. Von F. von Bezold. — Des Kurfürston Karl Albrecht von 
Bayern italienische Reise i. J. 1737, von ihm selbst beschrieben. 
Von v. Oefele. — Die Römerstrafse von Scharnitz (Scarbia) bis 
Partenkirchen (Parthanum) und die mit ihr zusammenhängenden Be- 
festigungen. Von Würdinger 

Sitzungsberichte der m a t h e m a t. - p h y s i k. Classe ders. Akad. 
Jahrgang 1882. V. Heft. 8. 

Abhandlungen der historischen Classe ders. Akademie. 
XVI. Bds. 2. Abthlg. In der Reihe der Denkschriften der LVII. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Bd. 1882. 4. Aus dem handschriftlichen Nachlasse L. Westenrieders. 
1. Abthlg. Denkwürdigkeiten und Tagebücher. Von Aug. Kluck- 
hohn. — Ueber die Anfange des kircheni)olitischen Kampfes unter 
Ludwig dem Baier. Von Wüh. Preger. (Mit Auszügen aus Ur- 
kunden des vatikanischen Archivs von 1315—1324.) 

Abhandlungen der philos.-philologischen Classe ders. 
Akademie. XVI. (LV.) Bds. 3. Abtheilung. 1882. 4. 

Allgemeine deutsche Biographie. . . . hrsg. von der histor. 
Commission bei ders. Akademie. 76.— 80. Lfg. Kircher-Kotze- 
bue. Leipzig, 1882. 8. 

Churfürst Maximilian I. von Bayern. Festrede . . . gehalten 
i. d. offentl. Sitzung ders. Akademie am 29. Juli 1882 von Felix 
Stieve. 1882. 4. 

Kunst-Gewerbe-Verein zu München: 
Zeitschrift etc. Jhg. 1882. Heft 11. u. 12. 2. Geschichte 
der Elfenbeinschnitzerei. Von Carl Friedrich. (Mit Abb.) — Die 
Bayerische Landes -Industrie-, Gewerbe- u. Kunstausstellung in 
Nürnberg. (Schi.) — . Vermischte Mittheilungen. — Vereinsange- 
legenheiten. — Unsere kunstgewerblichen Musterblätter. — 
M ü n c h e n e r A 1 1 e r t h u m s V e r e i n : 

Die Wartburg etc. X. Jhg. 1883. Nr. 1 u. 2. 8. Künstler 
und Kunstschreiber. Von Dr. Carl Förster. — Vereinsangelegen- 
heiten. — Verzeichnifs zu den in der Kunstbeilage abgebildeten 
Helmen. — Kleine Mittheilungen etc. 

Historischer Verein für Schwaben und Neuburg: 
Zeitschrift etc. IX. Jhg. 1882. Augsburg, 1882. 8. Die Cor- 
respondenz des Schwab. Bundeshauptmanns Ulrich Artzt von Augs- 
burg a. d. J. 1524 u. 1525. Von Dr. Wilh. Vogt. — Der Besitz- 
stand des Stiftes in Lindau. Von Kari Primbs. — Stand der Be- 
sitzungen, Rechte und Gefälle des Sifts in Lindau im Jahre 1807. 
Von dems. — Das ehemal. Barfüfserkloster in Lindau. Von dems. 
— Fünf Herwarthische Urkunden. Mitgeth. v. H. Herwarth von 
Bittenfeld. — Urkunden-Regesten aus dem Nekrologium des St. 
Morizstifts. Mitgeth. von Chrstn. Meyer. — Die Augsburger Vor- 
stadt, der Wagenhals genannt. Von Dr. R. Hoffmann. — Ueber 
den Bergbau u. Handel des Jakob und Anton Fugger in Kärnten 
und Tirol (1495-1560.) Von Friedr. Dobel. — Sprachliches zu 
Hainhofers Relationen. Von Dr. Anton Birlinger. — Beiträge zur 
Geschichte des Carmeliterklosters u. der Kirche zu St. Anna in 
Augsburg. Von Eberhard Schott. — Der Auerberg im Allgäu. 
Von Hugo Arnold. — Erinnerungen an das ehemalige Frauenkloster 
St. Katharina in Augsburg. Von-Leonh. Hürmann. 

Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg: 
Kunst u. Gewerbe. Zeitschrift etc. XVL Jahrg. 1882. XH. Heft 
u. XVII. Jhg. 1883. I. Heft. 8. Mit Nr. 23. 24. (1882) u. Nr. 1. 
(1883) der „Mittheilungen." Die altdeutschen Gläser in der Muster- 
sammlung des bayr. Gewerbemuseums, von C. Friedrich : II. Angster 
u. Kutrolf. — Hans Burgmair Von 0. v. S. — Die deutsche Künstler- 
gesellschaft San Giorgio in Florenz. Von Stockbauer. — Eine 
deutsche Sammlung unter dem Hammer. Von H. Billung. — Kleine 
Nachrichten. — Literatur etc. — Abbildungen: Glasgefiifse ver- 
schiedener Form u. Zeit. — Italienisches Majolika-Gefäfs. — Buch- 
deckel aus dem 16. Jhdt. — Gedenktafel aus dem S. Peter-Friedhofe 
zu Salzburg. (17. Jhdt.) — Schmiedeisernes Gitter v. P. Labia in 
Venedig. — Glas nach einer Zeichnung v. Stefano della Bella. In- 
tarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz. — Adlerglas oder Reichs- 
humpen. 



Physikalisch-medicinische Societät zu Erlangen: 
Sitzungsberichte etc. 14. Heft. November 1881 bis August 
1882. 1882. 8. Gesellschaftsangelegenhciten. 

Histor. Verein für Oberfranken zu Bayreuth: 
Archiv etc. XV. Bd. 2. Heft. 1882. 8. Beiträge zu einer 
Geschichte des Gesundheits- und Medizinahvesens der Stadt und 
des Fürstenthums Bayreuth. Von Dr. Andräas. — Das Teutsche 
Paradeiß in dem vortrefflichem Fichtelberg. Von M. Joh. Willen. 
(Forts.) — Beiträge zur Geschichte des ehemaligen Klosters Him- 
melkron. Von Bilabel. - Das „Buch der Gebrechen" am Egerer 
Schöffengerichte. Von Ileinr. Gradl. — Vereinsangelegenheiten etc. 
Literarischer Verein in Stuttgart: 
Bibliothek etc. Tübingen, 1882. 8. 158. pubHcation ; (36. 
Jahrg. 1.) Ulrichs von Richental chronik des Constanzer concils 
1414 bis 1418. Hrsgeg. von Mich. Rieh. Bück. — 159. (36. jahrg. 
2.) publ. : Hans Sachs. Hrsg. von A. v. Keller und E. Götze. 
XIV. Band. — 160. (36. jahrg. 3.) publ. : der Kreuziger des Jo- 
hannes von Frankenstein. Hrsgeg. von Ferd. Khull. - 161. (86. 
jahrg. 4.) publ. : haushuch des herrn Joachim von Wedel auf Kremp- 
zow schloss und Blumberg erbgesessen. Hrsgeg. durch Julius frei- 
herrii von Bohlen Bohlendorff etc. — 162. (36. jahrg. 5.) publ. : 
Andreas Gryphius' Trauerspiele. Hrsgeg. von Hermann Palm. 
Königl. württemh. statist.-topograph. Bureau: 
Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. Hrsg. in Verbindung 
mit dem Verein für Kunst und Alterthum in Ulm und 
Oherschwaben, dem württemb. Alterthumsverein in 
Stuttgart, dem histor. Verein f. d. wirttemb. Franken 
und dem Sülchgauer Alterthumsverein. Jahrg. V, Heft 
I— IV. Stuttgart, 1882. 8. Württembergische Baumeister und 
Bildhauer bis ums Jahr 1750. Von Alfr. Klomm. — Chronik und 
Nekrolog des Jahres 1882. — Württemb. Geschichts-Litteratur vom 
Jahre 1881. Von Dr. Hartmann. — Zwei scharfe Rescripte Her- 
zogs Friedrich von Württemberg aus den Jahren 1599 und 1602, 
seine Hofprediger betr. — Das ständische Archiv in Stuttgart. 
Von A. E. Adam. — Ein Freischiefsen in Ulm im Jahre 1556. Von 
Dr. Veesenmayer. — Briefe Martin Frechts, des Ulmer Reformators, 
an seine Gattin aus den Jahren 1548 und 1549. Mitgetheih von 
Bessert und Meyer. — Das Wappen an der „turris Caesaris" zu 
Monopoli.- Von Dr. Est. Hohenlohe. — Eine bis jetzt unbekannte 
Urkunde von Götz von Berlichingen. Mitgetheilt von Dr. W. Heyd. 

— Karl V. in Kirchherg a. d. Jagst. Mitgetheilt von F. G. Bühler. 

— Französische Gefangene in Hall im Beginne des 18. Jahrb. Von 
K. Schauffeie. — Urkunde über eine unbekannte Belagerung von 
Durzbach. Mitgeth. von v. Alberti. — Der Name Crailsheim. Von 
Bessert. — Württembergisch Franken im ältesten Lehenbuch des 
Hochstifts Würzburg. Von dems. — Die Sekte von Schwabisch- 
Hall und der Ursprung der deutschen Kaisersage. Von Dr. Völter. 

— Die ältesten Herren von Weinsberg. Von Bessert. — Die Grund- 
aufgaben der Kalenderrechnnng auf neue und vereinfachte Weise 
gelöst. Von Zeller. 

Münsterbau -Verein zu Constanz: 

Das alte Konstanz. Stadt und Diöcese, in Schrift und Stift 
dargestellt. Blätter etc. II. Jahrg. 1882. . H. 2 u 3. 4. Die er- 
sten neueren Restaurationsarbeiten im Münster zu Konstanz. Die 
St. Konradikapelle — Zur Geschichte von Konstanz in fränkischer 
Zeit. — Wandgemälde in Konstanz ans dem XIV. Jahrh. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Verein f. Gesch. u. Alterthumsk. in Hohenzoilern: 
Mittheilungen etc. . XV. Jahrg. 1881—82. I.Heft. 8. Vereins- 
angelegenheiten. — Ein berühmter Langenenslinger, Michael Hei- 
ding, der letzte Bischof von Merseburg. Skizze von M. Winter. — 
Urkundenauszüge über das Kloster Beuron. Aus dem Stadtarchiv 
zu Freiburg i. B., mitgeth. von A. Poinsignon. — Ein bayerischer 
Gesandtschaftsbericht über die Hochzeit des Grafen Eitel Friedrich IV. 
zu Hohenzoilern, des Stifters der Hechinger Linie, mit Veronika, 
Gräfin von Ortenburg. Mitgeth. von A. Mörath. — Kulturgeschicht- 
liches. Mitgeth. von Dr. K. Th. Zingeler. — Ein Hexenjirozefs 
zu Hechingen v. 1648. Mitgeth. von Dr. Thele. — Die Herren von 
Neuneck. Urkundlicher Nachweis ihrer Glieder und Besitzungen. 
Regesten. Bearbeitet von S. Locher. — Zwei Grenzbereine aus 
dem Beuroner Urbar in Karlsruhe. Mitgeth. von. Dr. A. Birlinger. 

— Miscellen. 

Gesamnitver. d. d. Gesch.- u. AI terthums vereine : 
Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1882. Nr. 12. Darmstadt. 
4. Vereinsangelegenheiten. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. 

— Literatur. 

Verein für hessische Gesch. und Alterthumsk. : 

Denkmal Johann Winckelmann's. Eine ungekrönte Preisschrift 
Jt)hann Gottfried Herders aus d. Jahre 1778. Nach der Kasseler 
Handschrift . . herausgegeben . . von Dr. A. Duncker. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XVIII, Nr. 23 u. 24. u. Heft XIX, Nr. 1 
— 2. Akademie-Angelegenheiten. — Nekrolog. — Literatur etc. 

Münzforsch er -Verein: 

Blätter für Münzfreunde. 18. Jhg. Nr. 105. u. 19. Jhg. Nr. 106. 
15. Nov. 1882 u. i: Jan. 1883. Leipzig. 4. Mit Nr. 1 u. 2 von 
„Numismatischer Verkehr". Nekrolog. Jul. Th. Erbstein f (Mit 
Abbildungen.) — Der Brauuschweiger Münzfufs Herzog Friedrich 
Ulrichs in Westfalen. Aus dem Nachlasse des t üniversitätsrathes 
Wolff in Göttingen. (Schi.) — Der Waldauer Münzfund. Von Ad. 
Glatz. (Schi.) — Münzmeister u. Wardeine der Städte Göttingen, 
Nordheim und Einbeck. — Saxonia. — Münzfunde. — Vermischte 
Nachrichten. 

Numismatisch -sphragistischor Anzeiger etc. Organ dess. 
Vereines. . . XIV. Jhg., 1883. 30. Jan. Hannover. 8. Die 
Münzen der Herzogthümer Bremen und Verden unter schwedischer 
Herrschaft 1648—1719. Von M. Bahrfeldt. — Münzfunde. — An- 
frage betr. das Wappen von Prenzlau. Von E. B. — Kupfer-Münze 
der Grafen von Ostfriesland IUI Stüber 1578. 

K. Sachs. Staatsregierung u. k. s. Alterth.-Verein: 

Neues Archiv f. sächs. Geschichte etc. III. Bd. Dresden, 1882. 
8. Der Konflikt der kursächsischeu Regierung mit Herrnhut u. dem 
Grafen von Zinzendorf 1733-1738. Von F. S. Hark. — Bern- 
hard von Miltitz, kein Weltumsegier. Von Dr. S. Rüge. — Kleinere 
Mittheilungeu : 1. Zur Leisniger Kastenordnung. Von G. Kawerau. 

— 2. Ein-Brief des Magisters Thomas Müntzer an den Rath der 
Stadt Neustadt a. 0. Mitgetheilt von Dr. C. A. H. Burkhardt. — 

Das Hilliger'sche Epitaph in der Thomaskirche zu Leipzig. Von 
Dr. R. Steche. — Das Landeswappen der Oberlausitz. Von Dr. 
H. Knothe. — Das Freiberger Bergrecht. Von W. Hermann u. 
Dr. H- Ermisch. — Ein Bericht über das Armen- und Zuchthaus 
zu Waldheim aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Mitgetheilt 
von Dr. Bruno Stübel. — Bericht über eine der Bautzner Stadt- 



bibliothek gehörige Handschrift aus der Zeit der Reformation. Nebst 
einem Anhang über die diplomatische Thätigkeit des kurfürstlichen 
Rathes Dr. Melchior von Osse während der Zeit des Interims. Von 
Dr. Julius Beruhard. — Patkuls Ausgang. Von Kasimir von Jarochowski. 

— Beiträge zur Geschichte des Jakobshospitals zu Altenburg. Von 
M. J. Meifsner. — Urkundliches über den Besuch des Königs Fer- 
dinaml am Hofe des Herzogs Georg 1538, 18. bis 20. Mai. Mitgeth. 
von Dr. C. A. Burkhardt. — Herzogin Ursula von Münsterberg. 
Ein Beitrag zur Geschichte der Reformation in Sachsen. Von Dr. 
H. Ermisch. — Ueber die Wandgemälde an der Kirche zu Klöster, 
lein. Von Cornelius Gurlitt. — Literatur. 

Oberlausitzische Gesellschaft der AVissenschaften: 

Neues Lausitzisches Magazin etc. LVIII. Bds. 2. Heft. Gör- 
litz, 1882. 8. Geschichte des Tuchmacher-Handwerks in der Ober- 
lausitz bis Anfang des 17. Jahrhdts. Von Herrn. Knothe. — Zur 
Geschichte der Femhändel in der Oberlausitz. Von Dr. Leonard 
Korth. — Nachi'ichten aus den Lausitzen : Schulwesen, literarische 
Anzeigen, Miscellen. — Gesellschaftsangelegenheiten. 

Verein f. d. Museum schles. Alterthümer in Breslau: 

Die Martinikirche in Breslau und das von Rechenbergische Al- 
tarwerk in Klitschdorf (Kr. Bunzlau). Festschrift z. d. 25 jährigen 
Jubiläum d. Vereines. Breslau, 1882. 4. 

Rügisch-Pommersche Abthlg. d. Gesellsch. f Pom. 
Gesch. u. Alterthumsk. in Stralsund u. Greifswald. 

Nachtrag z. Geschichte des Cist. Klosters Eldena und der Stadt 
Greifswald u. 41. — 44. Jahresbericht der Gesellschaft . . . 1879—82. 
Von Dr. Th. Pyl. . . 1883. 8. 

Histor. Verein f. d. Reg.-Bczirk Marienwerder: 

Zeitschrift etc. V. Heftes. 1. u. 2. Abthlg. 1882. 8. Bei- 
träge zur preufsischen Familienkunde : 1- Des Geschlechts von 
Krockow Ursprung u. Heimath. Von G. A. v. Mülverstedt. — 2. 
Die von der Gabeleutz in Preufsen (Ordensritter - Erbherren im 
Gilgeuburg'schen — dto. im Stum'schen). Mitgeth. von R. von 
Flanfs. — 3. Familiennachrichten aus westpreufsischen Kirchen- 
büchern , Grabsteinen. Von dems. — Ein Beitrag zur Hesenge- 
schichte Westpreufsens. Von A. Treichel. — Kleinere Mittheilungen. 
Von R. V. Flanfs. a. Zum 150. Gedenktage des Durchzuges der 
Salzburgischen Emigranten durch Marienwerder, b. Herzog Albrecht 
verleiht die Schulzerei zu Rospitz dem P. Augustiu. 1564, den 
16. Mai. c. Quos ego ! Bescheide König Friedrich II. an die westpr. 
Kriegs- u. Domänenkammer. 1779 S. d. Ordnung der „Balbierer" 
zu Neuteich. 1767. e. Ein Schulexcefs v. J. 1745. f Studierendr 
Preufsen der Erfurter Universität I. 

Verein f. d. Geschichte Berlins: 

Neunzehntes Stiftungsfest des Vereines ... am 28. Jan. 1883. 4. 

Verein „Herold" in Berlin: 

Der deutsche Herold. Zeitschrift etc. XIII. Jhg. 1882. Nr. 1.;. 
u. XIV. Jhg. 1883, K. 1 u. 2. 4. Vereinsangelegenheiten. — Der 
Adel des Bisthums Paderborn im 15. Jhdt. Von J. Gr. v. Oeyn- 
hausen. — Beiträge zur Geschichte der Czettritz und Neuhaus. Von 
A. v. R. — Zur Kunstbeilage. (Alliancewappen der Häuser Savoyeu 
und Bayern.) — Anfragen etc. Die angebliche Abstammung des Bi- 
schofs Johann von Speyer von dem Geschlechte von Schuehen. Von 
J. Gr. V. Oeynhausen. — Das Renaissance- Wappen. Von Hauptmann. 

— Zur Kunstbeilage Nr. 1. Von J. Gr. v. Oeynhausen. Das Jahrbuch 
des Vereins Greif — Erloschene Familien. Von G.-O. — Abrifs einer 
Genealogie der Familie von Germar auf Gorsieben. Nach dem Kir- 



101 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



102 



chenbucho von Dr. G. Schmidt. — Ueber A. Dürers adeliche Abstam- 
mung. Von Tb. Schön. — Die Grafen Hennicke. Von M. Gritzner. — 
Zur Genealogie der von Polenz auf Beeskau. Von Gg. S. — Stamm- 
tafel der Hagemeister auf Hohenselchow. — Bibliographie über 
Genealogie, Heraldik u. Sphragistik aus dem Jahre 1882. Mitge- 
theilt von der Buclihandhing Mitschcr u. Rüstell zu Berlin. — Zur 
lümstbeilage Nr. 2. — Biicherschau. — Miscellen. — Anfragen etc. 
Vierteljahrschrift für Heraldik, Sphragistik u. Genealogie. Hrsg. 
von dems. Vereine. . . 1882. IV. Heft 8. Die von Brock- 
hiisen, von Brockhausen und v. Bruchhausen. Von X. v. Brock- 
husen. — Das kaiserlich russische Reichswappen. Reiter und 
Doppeladler. Von Frh. B. v. Köhne. — Zur Geschichte der 
Familie Nusch. Von A. Nusch — Vereinsangelegenheiten. 

Verzeichnifs der Mitglieder des Vereins Herold. Am 1. Jan. 
1883. Berlin. 8. 

Statut -dess. Vereins. 1882. 8. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte für Musikgeschichte ; XV. Jhg 1883, Nr. 1. u. 2. 8. 
Rückblick. Von Eitner. — Die Opernhäuser Neapels. Von Dr. 
H. M. Schletterer. (Schi.) — Archivarische Studien im Archiv von 
Eichstätt in Bayern. Von Raymund Schlecht. — Anzeigen. — Mit- 
theilungen. 

Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verhandlungen etc. Bd. IX. Nr. 9. u. 10. GeseUschaftsangele- 
genheiten. — Geographische u. Literatur-Notizen. 

Verein f. Gesch. u. Alterthuniskunde des Herzog- 
thums u. Erzstifts Magdeburg: 

Geschichts- Blätter etc. 17. Jhg. 1882. 4. Heft. Magdeburg, 
1882. 8. Ehre, Ehreustrafen, unehrliche Leute im Mittelalter bis 
zur neueren Zeit mit Beziehung auf Sachsen und Magdeburg. 
Von Zacke. — Gabriel Rollenhagen. Von H. Holstein. — Spiele 
aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus andern Gegenden 
Nord -Deutschlands. Gesammelt v. Ph. Wegener. — Miscellen. 
Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg: 
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahi-g. 1883. Nr. 1. 1. Jan. 4. 
Einleitung. — Vereinsangelegenheiten. 

Verein f. anhält. Gesch. u. Alterthumskunde : 
Mittheilungen etc. III. Bd., 6. Hft. Dessau, 1882. 8. Zur 
Geschichte des Dorfes Rieder. Nachtrag. Von Dr. K. Schulze. — 
Ernst Wolfgang Behrisch (1738-1809). Von Dr. W. Hosäus. — 
Der Dessauer Thalerfund. Von Th. Stenzel. — Die Anfänge des 
Dessauer Theaters. Von Dr. W. Hosäus. — Verzeichniis der fürst- 
lichen Personen, welche in der St. Nikolaus-Kapelle zu Ballenstädt 
beigesetzt sind. Von R. v. Röder. — Berichtigung. — Vereinsnach- 
richten. 

Verein für hamburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc. 5. Jhg. Nr. 11 u. 12. 1682. 8. Nekrolog. 
— Zum Aufstand von 1410. Von K. Koppmann. — Der gekrönte 
Helm in den Wappenbildern vor 1400. Von Lieboldt. — Aus der 
Reformationszeit. 4. Job. Bugeuhagen. Von K. Koppmann. — Zur 
Biographie Gg. Kerners. Von Ad. Wohlwill. — Eine verschollene 
Ilamburgische Chronik. — Von dems. — Zu den Perspektiv-Gemälden 
Gabriel Engels. Von Dr. 0. B. — Zur Frage nach der Herkunft 
Hamburgischer Gobelins. I. Von dems. ; II. von K. Koppmann. — 
Dankfest in Hamburg vom 22. März 1714. Von Lieboldt. 

Gesel 1 Schaft f. Schlesw. -Hol St. 'Lauen b. Geschichte: 
Zeitschrift etc. XII. Bd. Kiel, 1882. 8. Zur Geschichte der 



Eindeichungen in Norderdithmarschen. Von Eckermann. — Schlesw.- 
Holsteinische Fischerei -Verhältnisse im XV. Jahrhdt. Von Dr. 
G. V. Buchwald. — Flensburgs alte Stadtmauern. Von Dr. A. Wolff. 

— Kiel als Mitglied der deutschen Hansa. Von Chr. Jessen. — 
Ein schleswig'scher Sackmann. Von Dr. Jellinghaus. — Aus lübecki- 
schen Testamenten von Dr. W. Brehmer. — Die Entstehungsge- 
schichte der schlesw. -holsteinischen Kirchenordnung vom J. 1542. 
Dargestellt von Pauli Petersen. — Geheimrath Michelsen. Nekrolog 
von C. Er. Carsten. — Uebersicht der Geistlichen der evangel.-luthe- 
rischen Landeskirche Schleswig- Holsteins. Von Dr. Fr. Vollbehr. 

— Antirpiarische Miscellen. Von H. Ilandelmann. — Die Gruft der 
Schauenburger zu Itzehoe. Von P. Hasse. — Uebersicht der die 
Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg betreifenden Li- 
teratur aus dem Jahre 1881 (u. 1882 init.) Von Ed. Alberti. — 
Kleinere Mittheilungen. — Gesellschafts-Nachrichten. 

Historischer Verein für Niedersachsen: 

Zeitschrift etc. Jahrg. 1882 u. 44. Nachricht etc. Hannover, 
1882. Hameler Geschichtsquellen. Von Dr. Otto Meinardus. — Aus- 
grabungen bei Harpstedt, Hannover. Bericht von Dr. Müller. — Die 
geistlichen Brüderschaften, insbesondere die Kalands- u. Kagelbrüder 
der Stadt Lüneburg im Mittelalter. • Von Ed. Bodemann. — Briefe 
an den kurhannoverschen Minister Albr. Phil, von dem Bussche von 
der Herzogin (Kurfürstin) Sophie, der Erbprinzefs Sophie Dorothea 
(Herzogin von Ahlden), der Aebtissin von Herford, Elisabeth von 
der Pfalz, Leihniz und der Frau von Harling, aus den Jahren 1677 
— 1697. Herausgeg. von Ed. Bodemann. — Urtheil Leibnizens 
über die Rechtsgültigkeit der Achts- Erklärung gegen Heinrich den 
Löwen 1 180. Mitgeth. von dems. — Auslassungen der Elisabeth Char- 
lotte von Orleans über die Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von 
Dr. Adolf Köcher. — Memoiren der Eleonore von dem Knesebeck, 
Hofdame der Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von dems. — Zwei 
Briefe der Prinzessin von Ahlden. Mitgeth. von dems. — Der 
historische Kern der Rattenfängersage. Von Dr. 0. Meinardus. — 
Der Braunschweigisch-Ostfriesische Adelsordeu der „Treuen Freund- 
schaft" Von Dr. Herquet. — Die Karlsschanzen, südwestlich von 
dem westphälischen Städtchen Willebadessen im Kreise Warburg. 
Von Ä. Harland. — Aufzeichnungen, die Kapelle St. Georgii et 
XIV auxiliatorum (zu Alfeld) betreffend, vom J. 1514. Mitgeth. 
von Ed. Bodemann. — Lüneburger Schulordnung vom J. 1501. 
Mitgeth. von dems. ^ Bemerkung zu dem Aufsatze im Jhrg. 1881: 
. . „Weisthümer aus dem Hildesheimischen." Von F. Günther. — 
Nachtrag. 

Architekten- u. Ingenieur-Verein zu Hannover: 

Vereinsangelegenheiten. 

Viertes alphabetisches Inhaltsverzeichnifs zu Band XVII bis 
XXVII. Jahrg. 1871 bis 1881. Hrsg. von dem Vorstände des 
Vereins. 1883. 3. 

Harz-Verein für Geschichte und Alterthumskunde: 

Zeitschrift etc. XV. Jhg. 1882. Wernigerode, 1882. 8. Ge- 
schichte der k. Saline zu Artern bis zum Eintritt der preufsischen 
Verwaltung. Von A. Schröcker. — Zur Entwicklungsgeschichte 
des Halberstädtisch-, Wernigerödischen etc. Postwesens. Von G. 
Zilling. — Vor hundert Jahren aus einer harzischen Residenz. Die 
Einführung des Stiftshauptmanns von Berg in Quedlinburg i. J. 1774. 
Mitgeth. von v. Mülverstedt. — Hrotsvitha, Canonissin des Stifts 
Gandersheim, die älteste deutsche Dichterin, Vortrag . . . gehalten 
von R. Steinhoff. — Alter u. früheste Erzeugnisse der Papierfabri- 



103 



Anzeiger für Kunde der deulsehcn Vorzeit 



104 



kation in Wernigerode. Von Ed. Jakobs. Goslars Urkiindeuschatz 
und die Bedeutung der Veröffentlichung desselben für die vaterlän- 
dische Geschichte. Vortrag . . . gehalten von G. Bode. — Die 
Marken im Amte Salder. Von H. Langerfeldt. — Das Wappen 
der Stadt Gandersheim. Vortrag von L. Clericus. (Mit 1 Tafel.) 
— Dritter Nachtrag zu den Bergwerksmarken des westlichen Harzes. 
Von Gustav Heyse. — Vermischtes. — Vereinsangelegenheiten. 
Register über die ersten zwölf Jahrgänge der Zeitschrift des 
Vereines . . . (1868—1879) im Auftrage dess., angefertigt von Dr. 
C. Böttger. Wernigerode, 1882. 8. 

G örres- Gesellsch. z. Pflege der Wissenschaften: 

Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 1. Heft. Münster, 1883. 8. 
Zur Geschichte der altbritischen Kirche. Von Funk. — Die Kon- 
stantiniöche Scheckimg. H. Von Grauert. — Die Literatur znr Ge- 
schichte Franz Rakoczi H. im letzten Jahrzehnt (1872 - 1882). H. 
u. Nachtrag. Von v. Krones. — Keccusionen u. Referate. — 
Nachrichten. 

Gesellsch. f bild. Kunst u. vaterl. Alterth. z. Emden: 

Jahrbuch etc. V. Bd. 1. Hft. 1882. 8. Ueber die Echtheit 
des ersten kaiserl. Lehenbriefes für Ostfriesland von 1454 u. sein 
Verhältnifs zu den beiden anderen von 1463 u. 1464. Von Dr. 
Herquet. — Christoph Fr. von Derschau, der erste preufs. Regie- 
rungspräsident von Ostfrieslaud. Von Dr. Kohlmann. — Die Men- 
noniten in Ostfriesland. II. . . . Von Dr. Müller. — Die Entstehung 
der Emder Rüstkammer. Von Schnedermann. — Beschreibung 
mehrerer auserlesener Waffenstücke der Emder Rüstkammer. Von 
Starcke. (Mit 4 Taf Abbild.) — Tilemann Dothias Wiarda. Von 
Bartels. (Mit 1 Lichtdruckportr.) — Kleinere Mittheilungen. — 
Gcsellschaftsangelegenheiten. 

Gesellsch. z. Beförd. d. Guten u. Gemeinnützigen 
zu Basel: 

Neujahrsblatt . . . 1883. 4. Basel im Kriege mit Oesterreich 
1445 — 1449. Von A. Bernoulli. 

Societe d'histoire et d'archeologie de Geneve: 

Memoires et documents etc. Deuxifeme serie, tome premier. 
(T. XXI.) 1882. 8. Obituaire de l'eglise cathedrale de Saint- 
Pierre de Geneve avec une introduetion, des notes et un index par 
Alb. Sarasin. XXX u. 331. S. 

Societe des ctudes historiques . . . ä Paris: 

L'investigateur etc. 48« annee. Jan. — Decbr. 1882. 8. Laure 
et Petrarque. Par Eug. d'Auriac. Avenement de la maison de 
Bragance au tröne du Portugal. Par le meme. — Reines Merovin- 
giennes et Carolingiennes. Par D. du Plan. — Journal du siege 
de Gand, avec la prise de la ville et de la citadelle en l'annee 1678, 
par Tarmee du Roy, commandant en personne. Comrauniq. par M. 
de Nettancourt. 

Societes savantes des departements a Paris: 

Revue etc. VII. Serie, tome V. 1882. 8. 

Foreningtilnorskefortidsmindesmerkersbevariug: 

Aarsberetnin^ for 1881. 1882. 8. 

Kunst og haandverk fra Norges fortid. Udgivet af foreningen 
etc. . . ved N. Nicolaysen. Andet hefte (PI. VI— IX.) Kristiania, 
1882. 2. 

Gesellsch. f. Gesch. u. Alterthumsk. der Ostseeprov. 
Rufslands: 

Mittheilunacn aus der livländischen Geschichte. XIII. Bds. 



2. Heft. Riga, 1882. 8. Riga im Kriegsjahre 1812. Von Dr. W. 
von Gutzeit. S. 117-244. 

Smithsonian Institution in Washington: 
Smiths, miscellaneous collections. 469. List of foreign cor- 
respondents of the Smiths, inst. Corrected to January 1882. 1882. 8. 
Verein f. sieb enbürgische Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. VI. Jahrg. 1883. Nr. 1 u. 2. Her- 
mannstadt. 8. Aus alten Kalendern. Von R. Philp. — Neujahrs- 
brauch. — Beiträge zum siebenbürgischen Wörterbuche. V. Von 
A. Kirchhoff. — Bemerkungen zu der Mittheilung über den 
Votivsteiu des jüngeren Axius Aelianus. Von C. Torma. — Archä- 
ologische Funde am Burgberg von Michelsberg. Von H. Müller. 
Siebenbürgisch-deutsche Alterthümcr. Von Fr. Teutsch. — Stu- 
denten aus Ungarn u. Siebenbürgen an der Prager Universität im 
XIV. u. XV. Jahrhdt. — Zur Geschichte der Union der griechischen 
Kirche mit der römischen. — Zur Geschichte der Familie Haller. 
Von Friedeufels. — Kleine Mittheilungen. — Literatur. — Fragen. 
Jahresbericht dess. Vereines f. d. Vereinsjahr 1881,2. 8. 
Archiv dess. Vereines. N. F. XVHI. Bd. 1. Heft. Her- 
mannstadt, 1883. 8. Michael Conrad von Heidendorf. Eine Selbst- 
biographie. Mitgeth. v. Dr. R. Theil. (Forts.) 



liiteratur. 

Neu erschienene Werke. 

1) Die Baukunst des Mittelalters in Italien von. der 
ersten Entwickelung bis zu ihrer höchsten Blüthe. 
Von Dr. ph. Oscar Mothes, k. s. Baurath .... Mit 
ca. 200 Holzschnitten und 6 Farbendrucktafeln. Jena, H. Co- 
stenoble. 1882. 1.— 3. Theil. 8. 480 Stn. 

Das Buch soll nach dem Prospekte in vier Theilen ausgegeben 
werden und ca. 40 Bogen umfassen, von denen bis jetzt erst drei 
Viertheile erschienen sind. Es ist ein in verscliiedener Beziehung 
sehr gutes Buch, und deshalb, trotz des scheinbar, jedoch auch nur 
scheinbar, unserer Aufgabe fernliegenden Inhaltes, hier der Erwäh- 
nung werth. Aber es läfst sich nur schwer in wenigen Worten 
charakterisieren, insbesondere so lange es noch nicht abgeschlossen 
vorliegt. Nach dem Prospekte hat sich der Verfasser die Aufgabe 
gestellt, „unparteiisch , ohne jede .vorgefafste Meinung , ohne jedes 
Vorurtheil die bisher als geltend angesehenen Ansichten über die 
Entwickelung der italienischen Baukimst des Mittelalters an der 
Hand der Resultate seiner eigenen, sowie sämmtlicher zugänglicher 
fremder, besonders auch der neuesten italienischen Forschungen zu 
prüfen, da, wo diese Resultate jene Ansichten bestätigen, dies freu- 
dig zu bekennen, da aber, wo dies nicht der Fall ist, ohne Scheu, 
aber auch ohne jede tendenziöse Tadelsucht, das bisher Angenom- 
mene zu widerlegen, endlich aber auch allen von ihm etwa vorge- 
fundenen Irrthümern und Vorurtheilen derjenigen Kunsthistoriker, 
welche das Thema vor ihm behandelt haben, ohne Ansehen der 
Person, aber auch unter Vermeidung gehässiger Polemik, kritisch 
entgegenzutreten, endlich aber auch die trotz eifrigen Forschens 
bisher gebliebenen Lücken, soweit dies die neuereu Forschungen 
gestatten, auszufüllen." 

Die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt, ist also wesent- 
lich eine kritische gegenüber der gesammten bisherigen Literatur ; 



105 



Anzeiii'ri- für KiiihIo der deulscheii ^'orzeil. 



1Ü6 



auf Grund der kritisch richtig gestellten Resultate soll sodann das 
Gebäude der italienischen Architekturgeschichte des Mittelalters 
von den Anfangen bis zur höchsten Blüthe eigenartig neu aufge- 
richtet werden. Da findet denn der Verfasser sowohl an den bild- 
lichen Aufnahmen der Gebäude, die seither die Grundlage der Be- 
trachtung gebildet, manche Ungenauigkeit der Darstellung zu rügen, 
als auch an der Auffassung der Baugeschichte. Er stellt theilweise den 
älteren neue Aufnahmen, ebenso den älteren Restaurationsversuchen 
neue gegenüber und bringt eine grofse Zahl bisher noch nicht ver- 
öffentlichter (Jebäude und Einzelheiten zum erstenmal an die Oef- 
fentlichkeit, sowohl nach eigenen Aufnahmen, als nach solchen italie- 
nischer Fachgenossen, die ihre Arbeiten ihm zur Verfügung ge- 
stellt. Das ist von vornherein unter allen Umständen dankenswerth 
und sichert dem Buche bleibende Bedeutung. Ein jeder wird 
es zur Hand nehmen müssen, der die seitlierige Literatur auch 
ferner benützen will, ohne eine Anzahl Mängel in sich aufzunehmen. 
Wie weit der Verfasser mit seinen Bemängelungen im Einzelnen 
im Rechte ist, liefse sich natürlich nur von Fall zu Fall auf Grund 
genauer Untersuchung feststellen, die man vom Referenten nicht 
verlangen kann, dem deshalb doch das Buch sympathisch sein kann. 
Wer manche der Quellen benützt wer viele Aufnahmen mit 
den Originalen verglichen hat, weifs, wie viele Fehler sich einge- 
schlichen haben, und wird für Richtigstellung jedes einzelnen dank- 
bar sein. 

Ueber den neuen Aufbau, welchen er der Architekturgeschichte 
Italiens gibt, läfst sich streiten. Nachdem er schon an der Spitze 
der Einleitung hervorgehoben, dais die klassische Kunst unter den 
Römern in dem letzten Stadium der Entwickelung, theils unter den 
Einflüssen, welche die verschiedenen Nationen geltend machten, die 
vom römischen Reiche aufgenommen waren, theils unter solchen, 
die sich aus religiösen Strömungen, welche sich geltend machten, 
ergaben, neue Elemente aufnehmen mufste, führte er zugleich aus, 
dafs die Errichtung von Gebäuden zu christlichen Kultuszwecken 
in jene Zeit hinaufgeht, in welcher eine Trennung der christlichen 
Kunst von der heidnischen nicht gedacht werden kann, und legt 
also die Frage nahe, ob denn nicht auch ein Einflufs dieser christ- 
lichen Geistesrichtung auf die Gesammtentwickelung der späteren 
klassischen Kunst selbst erkennbar sei. So kommt er auch zu der 
Erkenntnifs, dafs die mittelalterliche Kunst sich ganz langsam, nach 
und nach aus der unter äufseren Einflüssen sich stets ändernden 
klassischen Kunst entwickelt habe, und dafs es ungemein schwer, 
ja ganz willkürlich sei, irgend eine Jahreszahl, irgend ein Ereignifs, 
wie dies auf dem Gebiete der politischen Geschichte geschehen 
kann, als Abschlufs einer alten und Beginn einer neuen Kunstperiode 
zu bezeichnen. Das hat gewifs seine Richtigkeit, aber wir werden 
dadurch doch in bedenklicher Weise des Haltes beraubt, welchen 
bestimmte Stationen auf dem Wege der Entwickelung uns geben, 
und wir finden insbesondere den Verfasser dadurch dann und wann 
in Widerspruch gesetzt mit dem Titel seines Werkes selbst. 

Es läfst sich einmal nicht vermeiden, eine Periodeneintheilung 
vorzunehmen. Wenn nun gewifs jedermann gerne zugeben wird, 
dafs um das Jahr, welches die allgemeine Weltgeschichte als Ab- 
schlufs des Alterthums bezeichnet, ein solcher Abschlufs in der 
Architekturgeschichte undenkbar ist, so mufs man doch auch dafür 
irgendwo den Anfang des Mittelalters suchen. Der Verfasser sagt 
nun, er finde bei genauer Prüfung, dafs für die Baukunst der An- 
fang des ..Mittelalters" da eintritt, wo die vom Alterthum über- 



kommenen Traditionen durch Keime neuer l'ormen gelockert und 
verschoben zu werden beginnen ; so mufs er den Beginn des Mit- 
telalters so weit zurücklegen, dafs er eine ganze Periode herein- 
bekommt, welche andere gewifs mit ebensolchem, wenn nicht mit 
mehr Recht als den Abschlufs der antiken Kunst ansehen und den 
Beginn der mittelalterlichen weit sjjäter legen; und doch kann er 
auch da ebensowenig festen Anhaltspunkt zu einem Beginne fin- 
den, als andere ihn später fixieren können, da ja alle darin über- 
einstimmen, dafs eine bestimmte Jahreszahl nicht festzuhakeu'ist. 
So beginnt er denn, nicht in der Einleitung, sondern im Buche selbst, 
mit einer Kritik der Restaurationsversuche der Basilica ülpia, denen 
er einen neuen gegenüberstellt, und bezeichnet als erste Periode 
die vorkonstantinische Zeit, als zweite die konstantinische Zeit 
selbst , da ja in der That einzelne mächtige Wurzeln der mittel- 
alterlichen Kunst so hoch hinaufgehen. Im übrigen stellt er seine 
eigenen Gruppen auf, wobei er im ersten Kapitel die Entwickelung 
der ,.basilikalen", die ,.eigentlichen Centralbauten" der quadrati- 
schen und kreuzförmigen Anlagen, soweit sie, wenn wir ihn recht 
verstanden haben , auf spezifisch klassischer Tradition beruhen, 
bis zum Schlüsse des ersten Jahrtausends , resp. des achten Jahr- 
hunderts behandelt, im zweiten sodann die Ostgothenbauten , im 
dritten die „Bauten der Lombardei', und zwar in einem ersten 
Theile die Longobardenbauten , welche die Meister dieses germani- 
schen Stammes nicht blos in der Lombardei selbst , sondern auch 
aufserhalb, selbst in Unteritalien, bis zum Schlüsse des 11. Jahrhun- 
derts errichteten. Es ist nm- eine formale Ausstellung, wenn wir 
noch ein wenig schärfer die Untersuchung durchgeführt wünschten, 
wie die beiden Elemente, die den Centralbau in der Kirchenbau- 
kunst hervorgerufen haben, das Baptisterium und das Grab, unter 
sich verschieden und doch zusammenliängend auf altheidnischer 
Grundlage entstanden sind , ob das Baptisterium etwa mit dem Im- 
pluvium der Wohnhäuser, in denen der christliche Kultus zuerst 
ausgeübt wurde, zusammenhängt, oder ob es der ausgebildete und 
erweiterte Brunnen ist, wie das Grab als Rundbau, Quadrat oder 
Kreuzbau eine Fortsetzung der vom prähistorischen Tumulus ausge- 
henden, bei allen Völkern sich eigenartig entwickelnden Kette der 
Mausoleen ist, wie diese theilweise mit dem Herrscherpalaste selbst 
verbunden und wie die Grabkirchen zugleich als Palastkapellen sich 
entwickelten, wie aus ihnen sich durch die über dem Märtyrergrab er- 
richteten Grabstätten die Reliquienkirchen als grofse, monumentale 
Reliquiare von centraler Gestalt ausbildeten, die in und aufser 
Italien noch das ganze Mittelalter hindurch errichtet wurden. Auch 
müfste wohl gerade hier über die Grenzen Italiens hinausgegangen 
worden sein, um zu zeigen, wie die von Germanen beherrschte 
christliche Welt und Kultur im ganzen ersten Jahrtausende eine 
gemeinsame war, die zwar in Italien noch ihren Mittelpunkt hatte, 
von woher die Welt noch vom römischen Weltreiche Befehle zu 
erhalten gewohnt war, das sie als iliren Mittelpunkt ansah, wohin 
sie alle Kulturelemente brachte, um sie von dort wieder allent- 
halben hin zu verpflanzen. 

Gerade weil dies der Fall war, sind wir aber der Ansicht, dafs 
in diesem ganzen ersten Jahrtausende noch der Abschlufs der an- 
tiken Welt liegt, die zwar christlich geworden, aber antik geblieben 
war, weU sie gemeinsame Kultur und gemeinsame Anschauung 
hatte. Sie gieng allmählich zu Grunde, und es entwickelten sich 
aus ihr die neuen Nationalitäten. Deshalb hätten wir gewünscht, 
dafs hier ein Hauptabschnitt gemacht worden und von hier an die 



107 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



108 



spezifisch mittelalterliche Kunst gezählt worden wäre. Es scheint 
uns eine Verdunkelung der thatsächlichen Verhältnisse in der Dar- 
stellung des Verfassers zu liegen, der ruhig, im Contexte weiter- 
fahrend, nun in einem zweiten Theile des dritten Kapitels imter 
dem Titel : „Mittelalterliche Bauten in der Lombardei", die nach der 
definitiven Trennung Italiens in kleine Territorien in diesen er- 
richteten Bauten betrachtet, wobei er ebenfalls über die Grenzen 
der Lombardei hinaus zu ^greifen genöthigt ist. Wir würden sie 
als weitere Entwicklung der lombardischen Bauweise in den ein- 
zelnen Territorien bezeichnet haben. 

Indessen scheinen uns nicht blos die Kapitelüberschriften nicht 
präcise genug den Sinn auszudrücken. Gerade, weil wir es berech- 
tigt finden, der Nationalitätenfrage in einem Lande auch in Bezug 
auf die Baukunst weitgehenden Einflufs zuzuschreiben und die Ein- 
theilung darnach vorzunehmen, wo eine annähernd homogene alte 
Bevölkerung, durch fremde Nationen überfluthet, der politischen 
Einheit beraubt und unter fremder Eroberer Botmäfsigkeit so lange 
gestellt wird, bis diese selbst sich mit der heimischen Bevölkerung 
zu einer neuen Nationalität verschmolzen haben, so möchten wir 
dies auch in der Durchführung mehr hervorgehoben wissen. Es 
ist gewifs berechtigt, die Gruppen der Gebäude auszusondern, wel- 
che die mächtigen Ostgothen , welche die Lougobarden errichtet 
haben, zu sehen, wie weit sie über die Grenzen ihres Besitzes und 
über die Dauer ihrer Herrschaft hinaus thatsächlichen Einflufs ge- 
übt haben; aber wir möchten nicht diese Darstellung beinahe 
blos durch trocken chronikalische Aufzählung geben, die in Ver- 
bindung mit nicht ganz klaren üeberschriften doch jene Thatsache 
nicht charakteristisch genug vor unsern Augen erscheinen läfst. 
Die Anregung aber, in weiter gehender Weise, als dies bisher 
geschehen , jenes mächtig wirkende Element der Nationalität bei 
Untersuchung und Aufbau der Kunstgeschichte Italiens zu berück- 
sichtigen, nehmen wir, wie oben gesagt, gerne an, um so lieber, 
als es gerade für uns Deutsche sicher interessant genug ist, zu 
sehen, welche Einflüsse der Geist germanischer Stämme auf die 
Entwickelung italienischer Kunst genommen hat, aber auch wiederum, 
wie weit andere Verhältnisse jeder Art neben den vorgefundenen 
alten Traditionen den Ausdruck des germanischen Geistes der herr- 
schenden Klasse zurückdrängen und umgestalten mufsten. Dafür 
sind wir dem Verfasser ebenso dankbar, wie für die vielen Berich- 
tigungen und die Fülle der neuen Mittheiluugen in den meist sehr 
gut und charakteristisch gegebenen Zeichnungen. 

Die Ausstellungen, welche wir zu machen haben, sind alle 
mehr formaler Art; denn, ob man die Zeit der klassischen Bau- 
weise bis etwa zum Schlüsse des ersten Jahrtausends, wie wir als 
Abschlufs der Antike und das „Mittelalter" in der Baukunst erst 
etwa vom zweiten Jahrtausend an rechnen, oder ob man, wie er, es 
schon mit der römischen Kaiserzeit beginnen läfst, ist gleichgültig ; 
die Thatsache bleibt bestehen, dafs die erste Periode der christ- 
lichen Kunst keine selbständige, spezifisch christliche Zeit ist, und 
dafs bis zum Schlüsse der ersten Jahrtausends derselbe Geist 
herrschte, der schon in den ersten Jahrhunderten der klassischen 
Kunst neue Elemente zuführte, Elemente, die später mehr und 
mehr hervortreten. Die Frage , wo zweckmäfsiger der Abschnitt 
zu machen wäre, ist ja blos eine formale Frage, wie alle anderen, 
die wir zu berühren hatten. So möge uns der Verfasser auch noch 
eine formale Ausstellung gestatten und es nicht als blofse Nörgelei, 
sondern als Ausflufs des Interesses an seinem Buche ansehen, wenn 



wir bezüglich der Illustrationen sagen , sie hätten schon ein wenig 
Papier mehr verdient. Die Art, wie er, um Raum zu sparen, eine 
Anzahl von Zeichnungen in- und aufeinander schiebt, da abbricht, 
dort schräg stellt, oder gar in die glatt bleibenden Flächen einer 
anderen Zeichnung hinein zei(!hnet, ist oft mehr als merkwürdig. 
Soll denn nur der die Zeichnungen ansehen, der nicht den Ein- 
druck auf sich wirken lassen will, den ein Bauwerk oder ein Ein- 
zeltheil desselben macht ? A. E. 

2) Der Stiftungs- Altar des Grafen Rochus zu Lynar, 
Kurbrandenb. Baumeister, in der Nicolai-Kirche zu 
Spandau. 8. 22 Stu. und 1 Tafel. Festschrift zum drei- 
hundertsten Gedenktage von Peter Walle. Berlin, 1882. 
Jul. Bohne. 

Der Architekt Peter Walle hat zum dreihundertsten Gedenk- 
tage der im Jahre 1582 erfolgten Stiftung des Altars der Nicolai- 
kirche zu Spandau eine kleine, würdig ausgestattete Festschrift 
herausgegeben, in welcher er neben Abbildung und eingehender 
Beschreibung dieses Altars, eines in Stein und Stuck ausgeführten, 
grofsen, in seiner Gesammtform noch an die gothischen Flügelal- 
täre erinnernden, aber völlig in den Formen der spätem Renaissance 
ausgebildeten und reich mit figürlichen Reliefs und Statuetten ge- 
schmückten Werkes, auch eingehendere biographische Notizen über 
den Stifter desselben, Rochus Guerini, Grafen zu Lynar, eines 
viel zu wenig bekannten, um das Kurfürstenthum Brandenburg viel- 
fach verdienten Mannes — er war nicht nur Festungsbaumeister 
und Oberster der Artillerie, sondern auch gewandter Verwaltungs- 
heamter und Diplomat — gibt und dadurch das Andenken an die- 
sen Mann, welcher, 1525 im Florentinischen geboren, von 1578 bis 
zu seinem 1590 erfolgten Tode im Dienste des Kurfürsten von Bran- 
denburg stand, neu belebt. Nur in losem Zusammenhange mit dem 
Hauptinhalt dieser Schrift steht ein Nachtrag derselben, welcher 
Auszüge aus dem im gräflich Lynar'schen Familienarchiv im 
Schlosse Lübbenau aufbewahrten Tagebuche des Grafen (von 1590) 
und seiner Gemahlin (von 1564 — 1585) enthält und den Zweck hat, 
auf diese zwar schon im Jahre 1835 von Friedrich v. Raumer theil- 
weise publicierte, aber noch nicht ausgenützte reiche Quelle für 
Kulturgeschichte von neuem aufmerksam zu machen R. B. 

3) Kunst im Hause. II. Reihe. Abbildungen von Gegen- 
ständen aus der mittelalterlichen Sammlung zu Basel. Her- 
ausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Prof. 
Dr. Moritz Heyne. Gezeichnet von W. Buheck, Architekt. 
Basel, C. Detloff. 4. IV u. 14 Seiten u. 30 Tafeln 

Nachdem wir vor 2 Jahren (Anz. 1881, Sp. 27 f.) auf die erste 
Abtheilung dieses Werkes hingewiesen haben, in welchem der hoch- 
verdiente Vorstand der mittelalterlichen Sammlung zu Basel die 
interessantesten Stücke jener werthvollen und für das Studium der 
Kulturgeschichte und Kunstgeschichte der Schweiz nicht hoch genug 
anzuschlagenden Sammlung veröfl'entlicht , um sie sowohl für das 
geschichtliche Studium, wie für die heutigen kunstgewerblichen Be- 
strebungen nutzbar zu machen, sei hier nur kurz auf das Erscheinen 
der zweiten hingewiesen, die, ähnlich gehalten wie die erste, in treff- 
lichen Zeichnungen und kurzem Texte ebenso ansprechend wirkt. 
Möge bald eine dritte erscheinen ; möge aber auch, was die Samm- 
lung für die Geschichte der Kunst in den Kirchen Herrliches bietet, 
den Fernstehenden nicht vorenthalten bleiben! Möge, was für die 



100 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



HO 



Geschichte der Bewaffnung und andern Fächer vorhanden ist, nicht 
bei der Publikation vergessen werden ! A. E. 



Veruiisctate Nachrictateu. 

19) Oldenburg, 21. Febr. (Urnenfund.) Bei Donnerschwee, 
in einem dem Herrn W. Gramberg gehörigen Grundstück, der Son- 
nenkamp genannt, wurden vor einigen Wochen beim Abgraben des 
Sandes, in einer Tiefe von etwa 50 cm., in gelbem Alluvial-Sand 
drei nett gezierte T^ongefäfse von heller Farbe gefunden. Zwei 
sind soweit erhalten, dafs die Form so ziemlich wieder herzustellen 
ist, von dem dritten fehlen leider viele Scherben, was um so mehr zu 
bedauern, da die Bruchstellen frisch erscheinen, die Scherben also 
leider übersehen sind. Diese Urnen sind den in unsern Steindenk- 
mälern gefundenen sehr ähnlich ; sie enthielten weder Brandzeiehen 
noch Knochen, sondern nur Sand, dieselben'waren daher vermuth- 
lich Weihegefäfse, was auch ihre Form (eine derselben ist becher- 
förmig) glauben läfst. Ein Zeichen mehr, dafs sich in altersgrauer 
A^orzeit auf diesen Höhen der steilen Meeresufer, einst eine heidni- 
sche Stätte des Gottesdienstes befunden, wie der Name Donnerschwee 
andeutet. Herr Gramberg hat diese interessanten Reste hohen Al- 
terthums dem Museum verehrt. (Brem. Nachr., Nr. 54.) 

20) Andernach, 15. Febr. Eine wichtige, die Vorge- 
schichte unserer Gegend betreffende Thatsache ist in diesen 
Tagen festgestellt worden. Auf eine Anzeige des Herrn C. Konen, 
dafs man in einer Bimssteingrube von J. iSI. Schumacher hierselbst 
zerschlagene Thierknochen unter dem Bimsstein ge- 
funden habe, hat Professor Schaaffhausen aus Bonn eine genaue 
Untersuchung der Fundstelle vorgenommen und den unter dem 
Bimsstein rulienden Lavastrom, der hier nur noch eine Mächtigkeit 
von 2 Meter hat, auf einer Strecke von fünf Meter blofslegen las- 
sen. Es zeigte sich, dafs die Spalten zwischen den Lavablockcn 
60—100 Meter tief mit Bimsstein, darunter aber mit reinem Lehm 
ausgefüllt waren, in dem zahlreiche, vom Menschen zerschlagene 
Thierknochen, meist von Ochs und Rind, und viele Feuersteinge- 
räthe lagen. Hier raufs eine alte Niederlassung sich befunden ha- 
ben, von der die Speiseabfälle in die Spalten des Lavastromes ge- 
fallen sind, ehe die Bedeckung mit Bimsstein stattfand. Der Mensch 
war also unzweifelhaft Zeuge dieses vulkanischen Ereignisses. 

(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 86.) 

21) In der zweiten Hauptversammlung des Vereins für die Ge- 
schichte Berlins sprach Stadtrath Friedel über die archäologischen 
Funde, die im Jahre 1882 im Weichbilde Berlins gemacht wurden. 
Der Mittheilung über diese Sitzung in Nr. 49 des Reichsanzeigers 
entnehmen wir, dafs W. .Siemens auf seinem Grundstücke in Char- 
lottenburg ein grofses Gräberfeld aufdeckte und über 100 Urnen 
von roher Gestalt mit wenigen Beigaben erhob. In Wilmersdorf 
ist eine grofse, elegant geformte Urne, ein sogen. Mäandergefäls, 
gefunden worden. In Spandau ist man auf einen Pfahlbau ge- 
stofsen, der Bronzegegenstände u. A. enthielt. Bei Schöneberg, im 
Akazienwäldchen, haben sich Grubenwohnungen aus germanischer 
Zeit mit Bronze- und Eisenresten gefunden. 

22) Im Interesse der möglichsten Vollständigkeit unserer Mit- 
theilungen wollen wir hier auf einen kurzen Aufsatz in Nr. 62 der 
„Nordd. Allgem. Ztg." über die Schalensteine aufmerksam machen, 



der an zwei Vorträge des Draintechnikers Fritz Röder in der histo- 
rischen Gesellschaft zu Solothurn anknüpft, in Welchem letzterer 
den Nachweis versucht, dafs die so viel besprochenen Schalen- 
steine prähistorische Landkarten seien, die sich gegenseitig ergän- 
zen und deren jeder die gegenseitige Lage und Entfernung der da- 
maligen Niederlassungen angebe. 

23) Man liest im „Vhare de la Loire" : Ein neuer Dolmen ist 
soeben in Saint-Pierre-Quiberon im Departement Morbihan entdeckt 
worden. Dieser Dolmen enthielt vier vollkommen erhaltene Men- 
schengerippe und in einer Ecke einen Haufen von 12 oder 13 Scha- 
dein. Unter den Gerippen fanden sich noch zwei Aexte von Silex, 
eine bronzene Stecknadel und einige Fragmente von Gefäfsen vor. 
Herr Gaillard aus Plouharnel, der mit der Restauration und Er- 
haltung der keltischen Alterthümer betraut ist, hat sich sofort an 
Ort und Stelle begeben, um den Dolmen mit den darin aufgefundenen 
Gerippen photographieren zu lassen. Diese Entdeckung ist sehr 
interessant und wirft auf die keltischen Monumente ein neues Licht. 
Bisher hatte man nämlich bei den Dolmens und Menhirs noch nie 
Gebeine aufgefunden. Diese Gerippe von Quiberon scheinen mithin 
den Gelehrten Recht zu geben, welche behaupteten, dafs all diese 
Steine nichts als Gedenksteine von Begräbnifsplätzen. sind. 

[Südd. Presse, Nr. 56.1 

24) Wiesbaden, 19. Sept. Im ,Rhein. Kurier" lesen wir: 
Auf dem Altkönig hat der nassauische Alterthumsverein Nach- 
grabungen vorgenommen, welche zwar nicht zu überraschenden, 
aber doch für das archäologische und das gröfsere Publikum bis- 
her ganz unbekannten, Ergebnissen geführt haben. Im Innern der 
Ringwälle fand sich nämlich als Kern eine Brockenmauer. Dieselbe 
hatte im äufseren Ringwall eine Stärke von 2,50 m., im inneren 
Ringwall aber, der überhaupt weit massenliafter ist, eine Stärke 
von 6,70 m. Wenn man die Wälle mit Recht ansieht als die Trüm- 
mer von eingestürzten Mauern und aus der Masse des Walles, so- 
wie aus der Dicke der Mauern deren einstige Höhe berechnet, so 
hatte die äufsere oder Zwingermauer bei einer Stärke von 2,50 m. 
eine Höhe von 4 m. und die innere oder Hauptmauer bei 6,70 m. 
Stärke eine Höhe von 3,80 m. Wer nun diese Mauern, soweit 
sie blofsgelegt wurden, von aufsen ansieht und die überaus schlechte 
Werkweise beachtet, welche das Parament zur Schau trägt, begreift 
kaum, wie sie auf der freigestellten Höhe von nur 1,60 m. sich 
halten kann, geschweige denn auf eine Höhe von 4 m. aufragen 
konnte ? Wie es möglich war, aus den ungefügen und kaum lager- 
haften Brocken ohne Kalkmörtel, der ja vollständig fehlt, eine 
solche Mauer zu Stande zu bringen? Das erklärt sich nur da- 
durch, dafs wir annehmen, es habe dabei ein anderes Bindemittel 
mitgewirkt: sie sei nach Art der gallischen Mauern, wie sie Cäsar 
beschreibt, oder nach Art der dazischen Mauern, wie sie die Trajans- 
säule abbildet — durch Holzeinlagen in Bänke abgetheilt und ver- 
ankert gewesen. In der That fanden wir an einer Stelle im inneren 
Wall einen zwar von oben verschütteten, aber an den Seitenwänden 
noch wohl erkennbaren Kanal, in dem einst ein solcher verankern- 
der Baumstamm gelegen haben mochte, und darüber fanden wir das 
Gestein mürbe imd geröstet — so, als sei das Holz verbrannt und 
habe das Gestein über sich in diesen Zustand versetzt. Aber noch 
mehr ! An einer anderen Stelle mufs die Holzmenge, die verbrannt 
ist, noch viel gröfser gewesen sein und so viele Asche gegeben 
haben, um das für sich allein unschmelzbare Quarzitgestein anzu- 



111 



Anzeiger 



für Kunde der deutschen Vorzeit. 



112 



greifen iind mit einem fliefsenden und tropfenden Sehlackenüberzug 
zu versehen. (Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u. 

Alterth.-Ver., Nr. 12.) 
25) lieber den Goldfund von Vettersfelde, dessen wir zu- 
erst unter Nr. 202 der vermischten Nachrichten im Novemberhefte 
des vorigen Jahrganges Erwähnung gethan, finden sich nun nach 
und nach nähere Mittheilimgen , die denselben immer bedeutender 
und wichtiger erscheinen lassen, so dafs wir wohl noch eine Er- 
gänzung der unter Nr. 3 in der Januarnummer gebrachten Nach- 
richt geben dürfen. Aus den uns zugänglichen Zeitungen, deren 
Mittheilungen freilich sämmtlich nicht von fachmännischen Kreisen 
geflossen zu sein scheinen, theilen wir hier die Beschreibung aus 
Nr. 36 der „Süddeutschen Presse" mit : 

Berlin 9. Februar. Ein Goldfuud von Vettersfelde in der 
Lausitz ist im Antiquarium der königlichen Museen, dem sogenannten 
Sternsaal, ausgestellt worden. Man bemerkt zunächst einen mit auf- 
gelötheten, aus Draht gebildeten Zierrathen bedeckten Degengriff; der 
Raum für die Hand ist, wie gewöhnlich bei den antiken Waffen, 
sehr klein ; daneben ist ein merkwürdiges Schmuckstück aufgestellt, 
in dem man am wahrscheinlichsten den Brustschmuck eines Kriegers 
sehen wird. Vier runde Platten mit einem erhobenen Buckel in 
der Mitte sind um einen kleineren Kreis angeordnet ; bei jeder Platte 
ist der zwischen dem Rande und dem inneren Buckel befindhche 
Raum durch zwei Gruppen von je zwei Thieren verziert. Ueber 
die Fläche vertheilte Löcher dienten ehemals zur Befestigung auf 
einem andern StoiFe. Dann bemerkt man weiter eine eigenthümlich 
ausgeschweifte Goldplatte, in der man wohl die Vorderhekleidung 
eines Köchers sehen mufs ; unter dem oberen Theil, der wegen der 
beiden Augenausschnitte am meisten an eine Maske erinnert, ist 
die Platte der Länge nach in zwei Streifen getheilt , deren jeder 
mit einer Thiergruppe (ein Löwe resp. Panther greift eine An- 
tilope , bezüglich einen Eber an) verziert ist; darunter sind noch 
Fische angebracht ; nach rechts ist die Platte ausgeschweift und 
mit einem Löwen verziert. Das Hauptstück der Sammlung ist der 
schon mehr erwähnte und beschriebene goldene Fisch. Aufserdem 
gehört noch zu dem Funde eine mit Golddraht verzierte schöne 
Dolchscheide, ein Armband, eine lange goldene Kette, ein Goldreifen, 
der wohl als Halsschmuck diente, da er, wie es scheint, sich öifnen 
läfst, und andere Gegenstände. Ueber die praktische Verwendung 
des Fisches ist bis jetzt noch keine, irgendwelchen Anspruch auf 
Sicherheit machende Vermuthung vorgebracht. Man hat wohl an 
den Schmuck eines Rosses gedacht, doch spricht der Umstand da- 
gegen, dafs von sonstigem Geräth, wie es für Pferde gehört, auch 
nicht das geringste mit aufgefunden ist- Viel wahrscheinlicher ist 
es, dafs uns in dem Fische der Schildschmuck eines vornehmen 
Kriegers erhalten ist. Dafs die Schilde vielfach mit aufgesetzten, 
besonders gearbeiteten Figuren verziert wurden , ist "bekannt und 
wird durch die erhaltenen Denkmäler zur Genüge bewiesen. Dafs 
der ganze Goldschmuck zusammengehört, das geht schon aus der 
üebereinstimmung der einzelnen Ornamente mit Sicherheit hervor. 
Ohne Zweifel haben wir in dem neuerworbenen Goldschmuck ein 
Denkmal, das schon an sich hohe Beachtung verdient, noch wichtiger 
aber dadurch wird, dafs es dem vaterländischen Boden entnommen 
ist. Wie es nach der Lausitz gekommen sein mag, ob auf dem 
Wege des Handels, oder ob es als ein Beutestück aus den südöst- 
lichen Ländern mit nach Norden gewandert ist, das vermag man 
natürlich vorläufig nicht zu ergründen. 



26) Waadt. Auf einem Grundstück des Herrn F. du Bois 
in Champittet wurde ein 12 Meter langer, aus der Pfahlbauzeit 
stammender Kahn blofsgelegt. Derselbe ist jedoch so beschädigt, 
dafs man ihn kaum anderswohin transportieren kann. 

(Anz. i. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 1.) 

27) Kühn au bei Dessau. Arbeiter fanden beim Aufgraben 
einer Fuchshöhle einen länglichen Kasten 10 — 12 cm. dick. Derselbe 
ist der Länge nach gespalten und zeigt auf den inneren Seiten Ver- 
tiefungen, die genau aufeinander passen. In dem Kasten befanden 
sich Metallgeräthe aller Art, kleine Waifen und Schmucksachen 
aufbewahrt, z. B. eine fein vorgearbeitete Axt, an welcher ein 
Stückchen fehlt, ein Brouzemeifsel , eine Anzahl von Ringen, die 
letzteren leider alle zerbrochen; denn die Finder hatten die Sachen 
für edles Metall angesehen und durch anhaltendes Putzen den Gold- 
glanz herzustellen sich vergeblich abgemüht. Im übrigen sind alle 
Gegenstände gut erhalten. Aufserdem fand man ein ziemlich grofses 
Brouzemesser und einen zum Umhängen bestimmten Schmuckgegen- 
stand, ebenfalls von Bronze. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenk., Nr. 2.) 

28) Die Stadt Friedberg in Hessen hat eine neue Wasser- 
leitung erhalten, um deren Legung willen der Boden allenthalben 
aufgerissen wurde. Ueber die reiche Ausbeute an römischen Resten, 
die sich ei'gab, berichtet der inzwischen verstorbene Dr. R. Schäfer 
in Nr. 1 u. 2 des diesjährigen Correspondenzblattes des Gesammt- 
vereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine. Zunächst 
ist eine grofse Zahl von Ziegeln und Ziegelstücken mit Stempeln 
gefunden worden, die theils die vorher schon festgestellte Anwesen- 
heit verschiedener Legionen und Cohorten bestätigen, theils durch 
Nachweis anderer ergänzen. Die Existenz monumentaler Bauten 
liefs sich feststellen, die Kenntnifs des schon früher erwähnten 
Mithräums wurde erweitert, Fundamente römischer Privatbauten 
aufgedeckt, ein römischer Töpferofen gefunden, der zweite in Fried- 
berg aufgedeckt. Unter den Resten von Thongefäfsen waren wenige 
aus Terra sigillata, doch fand sich eine reiche Ausbeute an ge- 
musterten, mit Stempeln beprefsten Scherben ; besonders merk- 
würdig ist eine grofse, circa 1 Fufs hohe schwarze Urne, sowie 
eine Gesichtsurne aus hellem Thon; einige Lampen in Silber und 
Bronzemünzen in grofser Zahl entstammen der ganzen Periode der 
römischen Kaiserzeit von Cäsar an ; einige wenige Schmuckslücke 
aus edlem Metall, dagegen sehr viele Bronzeobjekte, Nadeln und 
ein Kamm aus Bein , Beinspielknöpfe u. a. m. fanden sich. Das 
Jahr war also nicht blos für die Kenntnils des römischen Friedberg 
ein hochwichtiges, sondern auch für die Mehrung des Bestandes 
an kleinen Denkmälern aus der Zeit der römischen Occupation. 

29) In der gemeinsamen Sitzung des historischen und des anthro- 
pologischen Vereins zu Stuttgart vom 27. Januar sprach der Lan- 
deskonservator Paulus über die von ihm im September v. J. ge- 
leitete Ausgrabung des römischen Kastells zu Isny, während Ober- 
baurath v. Egli üb^r die Kennzeichen römischen Quader-, Backstein- 
und Bruchstein-Mauerwerkes sprach. Eine eingehende Beschreibung 
des Kastelies von Isny ist aus dem „Schwab. Merkur' aligedruckt 
in Nr. 17 des Unterhaltungsblattes der ,.Augsburger Postzeitung." 

30) Zürich. In einem Rebberge bei Marthalen sind römische 
Bauüberreste gefunden worden. 

(Anz. i. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 1.) 

31) St. Wendel, 19. Jan. In dem nahegelegenen Dorfe Fursch- 
weiler wurden die Fundamente einer römischen Villa blofsgelegt. 



113 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



114 



Das Ganze ist aus Bruchsteinen aufgcfiilut , welcho in sehr festem 
Kalkmörtel nihen. Im Atrium befindet sich ein nocli ziemlich 
wohlerhaltener Opferaltar, in dessen Nähe Knochen und Stücke 
von Hirschgeweihen gefunden worden sind, so dafs man daraus 
schliefsen kann, derselbe sei der Diana geweiht gewesen. Aufser- 
dem wurde eine Menge von Scherben irdener und eiserner Geschirre 
gefunden. Verkohlte Ueberreste von Balken lassen auf eine gewalt- 
same Zerstörung schliefsen. (Südd. Presse, ^Tr. 20.) 

32) Aus der Provinz Sachsen, 2. Februar. In der gol- 
denen Aue sind zu verschiedenen Malen römische Münzen bei 
Tilleda und Görsbach gefunden worden ; vor ein paar Jahren wurden 
bei Voigtstedt bei Gelegenheit des Eisenbahnbaues mehrere römische 
Gefafse und ein werthvoller Goldschmuck zu Tage gefördert. Vor 
Kurzem wurden bei Ober-Röblingen an der Helme auf einem Plan- 
stücke beim Rajolen mehrere Bronzegegenstände (aus einer Schale 
von 4 Centimeter Höhe und 40 Centimeter Umfang, vier Scheiben 
und Gitterflechtwerk, letztere Schmuckgegenstände darstellend, be- 
stehend) aufgefunden. Diese hat man Hrn. Lindenschmit zu Mainz 
zur Bestimnuuig übersandt, und dieser hat sie für römischen Ur- 
sprungs erklärt. Somit gewinnt die Ansicht mehr und mehr Wahr- 
scheinlichkeit, dafs der berühmte Zug des Drusus von Mainz nach 
der Saale und Elbe durch das Helmethal gegangen ist. 

(Nordd. allgem. Ztg., Nr. 61.) 

33) Der Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde theilt in 
Nr. 1 aus dem Aargau mit, dals bei Z im in gen an der Südwest- 
seite des sogenannten Herrschaftsberges drei Gräber aus burgun- 
discher Zeit aufgedeckt worden sind. Bei einem der Skelette, einem 
Weibe, fand sich ein Halsschmuck aus Korallen vor. 

34) Frankfurt a. M. In den verwichenen Tagen wurde in 
den" germanischen Reihengräbern beiNieder-Ursei ein, 
wenn auch kleiner, so doch historisch bedeutender P'und gemacht. 
Man fand bei 'einem Gerippe eine deutsche (durch den Erddruck 
zerbrochene) Urne und Trümmer von Terra sigillata-Gefäfsen. Letz- 
tere waren ebenfalls zerbrochen durch den Erddruck. Es waren 
Scherben einer runden Schale und einer grofsen Reibschüssel. Au- 
genscheinlich sind der Leiche beide Gefäfse als Hausgefäfse , als 
Hausutensilien oder Beerdigungsbeigaben gerade so beigesetzt wor- 
den, wie die selbstfabrizierte germanische Urne. Die Reibschüssel 
war sehr abgenützt ; viele Körner des Reibbodeus schon ausgerieben. 
— Nimmt man an, dafs der Gebrauch, den Leichen solche Geräthe 
zur Todtenreise oder Lebenshabseligkeiten und Waffen mitzu- 
geben, nur allmählich abblafste, so ist man erstaunt über die Masse 
der Dinge, die bei den Nieder-Urseler Leichen gefunden wurden. 
Ich habe im Laufe der Jahre etwa 35 Leichen theils selbst der 
Erde enthoben, theils entheben sehen ; bestimmt fand ich , dafs die 
Beigaben viel zahlreicher und mannigfaltiger sind , als die in dem 
Bodenheimer Reihengrabfeld. Somit müfste man letzteres für später 
erklären als das Nieder-Urseler. Auch die Ausnützung des Raumes 
und die systematischere Beerdigung bei den Bodenheimer Reihen- 
gräbern schien für diese Annahme zu sprechen. Auch die Beigabe 
der römischen Hausgefäfse scheint es. Es läfst sich nicht gut an- 
nehmen , däls die von römischen Zurückgebliebenen verfertigten 
oder in den römischen Taunenserstädten erbeuteten Siegelerde-Gefäfse 
so lange — bis ins 7., 8. oder gar 9. Jahrhundert — Stand gehalten 
haben. Römische Scherben wird man doch dem Todten nicht 
mitgegeben haben ; alles spricht für intakte Beisetzung der jetzt 
zerbrochen herausgehobenen römischen und germanischen Gefäfse. 
Was ist nun wahrscheinlicher : dafs die römischen Beigaben (Terra 



sigillata, Münzen etc.) 100 Jahre nach der Vertreibung der Römer 
beigefügt wurden, oder erst 400 Jahre später ? Wir wissen, dafs die 
Römer aus der Taunenser und Mattiaker Provinz durch die AUe- 
raannen vertrieben und dafs diese Provinzen von diesem deutschen 
Stamme ca. 200 Jahre bewohnt (Ammian sagt ..diese Allemannen 
hätten more Romanorum gelebt') wurden. Hierfür sprechen König 
Makrian's Erlebnisse, Julian's und Valentinian's Kämiife , die Bur- 
gunderverabredung und Verheerung etc. Wir glauben, dafs das von 
den Allemannen nach der Zülpicher Schlacht abgetretene Mainge- 
biet erst ein Jahr nach der Schlacht abgesteckt und abgegrenzt 
wurde. Wir wissen, dafs um die nämliche Zeit Allemannenstämm- 
chen, ihr Land den Franken lassend, nach Italien ziehen und von 
Theodorich ad fines Italiae (set'te communi) angesiedelt werden. 
Procop nennt sie später „non illi , qui Francis pai'ent , sed ab illis 
diversi''. Der Traum, dafs die an der Salburgstrafse aufgefundenen 
,.Nieder-Urseler Reihengräber vorrömisch oder gar keltisch seien, 
wird wohl verflogen sein An die Beerdigung der Germanen wäh- 
rend der Römerzeit an dieser Steile kann kein Mensch glauben. 
Die Münzen, die ich fand (oboli), sind geprägt nach 200 ; ein Geta 
um 211. Die nach Wiesbaden gelangten Münzen sollen noch später 
sein. Alle aber sind so abgegriffen , dafs ihnen ein Kursieren von 
mindestens 40 - 50 Jahren zuzuschreiben ist. Also stimmt auch der 
Wahrscheinlichkeitsbeweis aus den Münzfunden mit der Zeitbe- 
stimmung der Gräber als nachrömisch überein. Nehmen wir die 
Frankenzeit als von 497 beginnend, so bleibt für die Allemannen- 
zeit approximativ die Zeit von 280—497. Bis jetzt wurde eine 
Diagnose auf allemannische Gräber bei uns rechts des Maines nicht 
gestellt. Als Hypothese sei die Deutung gestattet, dafs die Bei- 
setzung der Leiche, welcher römische Hausgeräthe beigegeben wur- 
den, aus dieser Allemannenzeit herrühre. 

Correspondenzbl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u. 
Alterthuras- Vereine, Nr. 12.) 
35) In Nr. 24 der Palatina berichtet Dr. C. Mehlis über Bli- 
denfeld, eine fränkische Abtei. Die am alten Friedhof 
oberhalb Gleisz eilen bei Klingenmünster in der südlichen Rhein- 
pfalz letzter Tage fortgesetzten Ausgrabungen ergaben günstige 
Resultate. In diesem Leichenfelde sind nach den Ausgrabungen 
drei Schichten von Gräbern zu unterscheiden. In der untersten, 
circa 10 Fufs tief, liegen die Leichen ohne Einfassung von West 
nach Ost. Die Leichen der zweiten Schicht sind in Sarkophagen 
gebettet , die gleichfalls genau von West nach Ost orientiert sind. 
Neben diesen Steinsärgen liegen jüngere Knochenreste, welche dem 
17. und 18. Jahrhundert angehören mögen. Sie liegen regellos im 
Boden. Das meiste archäologische Interesse bieten die bis 2,10 m. 
langen, 0,48 m. breiten, mit dem Deckel 0,40 m. hohen, aus je einem 
Stücke gehauenen Sarkophage. Der Deckel fällt dachförmig nach 
beiden Seiten ab und erinnert an die im Dome zu Trier ausge- 
grabenen Steinsärge, welche spätestens dem 11. Jahrhundert ange- 
hören. Die Gleiszeller Särge sind entweder viereckig ausgehauen, 
oder mit einem Ausschnitte für den Kopf und nach unten ge- 
hender Verjüngung genau den Formen der Leiche angepafst. Bei 
drei von sechs Särgen fand sich ein in der Mitte angebrachtes, ovales 
Loch, das nach dem Befunde erst nach der Einsetzung des Sarges 
in den Erdboden eingespitzt ward. Sollte es als Symbol irgend 
einer religiösen Anschauung gedient haben ? — In den Sarkophagen 
lag je eine Leiche, nur einer barg deren zwei. Die Antlitze 
schauen nach Osten. Die Schädel sind im Durchschnitt regelmäfsig 
gebaut und zeigen weder in der Länge, noch in der Breite eine be- 



115 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



11(5 



sondere Abweichung. Von 5 Schädeln war 1 brachykephal , d. h. 
kurzköpfig. Bei den Skeletten lag nichts aufser einer Anzahl von 
schwarzen oder braunen, dicken, gerieften Gefäfseresten. Dieselben 
waren alle nur in kleinen Fragmenten vorhanden. Oberhalb der 
Sarkophage hatte Ackermann Wissing zwei kleine Silbermünzen 
gefunden. Dieselben sind nur auf einer Seite geprägt und tragen, 
in einem Kranze von erhabenen Punkten, die eine das Christuskind 
mit Kreuz und Weltkugel, die andere ein am Rande durchquertes 
AVappenschild. Erstere Münze mag ein Beweisstück des Münz- 
•»■ rechtes von Klingen münster sein, die zweite Münze scheint 
kurpfiilzischen Ursprung zu haben. Unmittelbar oberhalb der 
Gräber befanden sich die Fundamente eines Gebäudes mit starken 
Aufsenmauern. Innerhalb des Friedliofes war dasselbe auf einer 
Länge von 6 m., einer Breite von 5 m. im Umrifs festzustellen. 
Durchzogen ist es von einer nordsüdlich laufenden Scheidewand, 
so dafs zwei Zellen, jede von etwa Z'h m. Breite und 5 m. Länge 
entstanden. Wie verbrannte Ziegeln, geschmolzenes Metall und 
Glasreste beweisen, gieng dies Gebäude durch Brand zu Grunde. 
Diese Grundmauern setzen sich in derselben Stärke und Ausdeh- 
nung weiter nach Nordost in Weinbergen fort. Zur Zeit ist dieser 
Raum mit Menschenknochen und Gefäfsresten angefüllt, 
welche offenbar von einer tumultuarischen Beerdigung herrühren 
und mit dem ursprünglichen Zwecke des Gebäudes kaum etwas zu 
thun haben. Nach Südosten ist das ganze, früher terrassierte 
Land durchzogen von Fundamenten unbekannter Herkunft. Die- 
selben ziehen bis zu einem Punkte, der im Volksmunde : „am wei- 
fsen Kreuz" heifst und weithin das Klingthal beherrscht. 

Bekanntlich wird die Stätte, wo das von dem fränkischen 
Könige Dagobert (I. oder II. fraglich) gegründete Benediktinerstift 
Blidenfeld gestanden haben soll , das 847 von Erzbischof Habranus 
■weiter unten im Thale als Klinga (Klingenmünster) wieder aufge- 
baut wurde, noch gesucht. Mehlis nimmt nun an, dafs am weifsen 
Kreuz einst in bescheidener Weise sich vor mehr als einem Jahr- 
tausend Kloster Blidenfeld, die Stiftung Dagoberts, erhob. 

36) Das Münster in Aachen soll in Kurzem innerhalb des 
berühmten Octogons eine prächtige Bekleidung der Wände aus 
buntem Marmor erhalten, wie sie bei den Bauten Karls des Grofsen 
oftmals zur Anwendung gekommen ist. Nach mancherlei Versuchen 
ist es geglückt, einen Marmor ausfindig zu machen, der in Färbung 
und Lagerung durchaus dem alten Cippolinomarmor entspricht, der 
an den Denkmälern der römischen Kaiserzeit in grofsen Blöcken 
bewundert und nachher an vielen Stelleu behufs Wiederanwendung 
geraubt wurde. Das schöne Material, das jetzt in den verschieden- 
sten Lagen und Farbenzusammenstellungen in der Schweiz zu Saillon 
bei Saxon (Wallis) gebrochen wird, und das um so höher im Werthe 
steht, als die alten Brüche auf Euböa ganz ausgebaut sind, wurde 
durch den Architekten der Pariser Oper, Charles Garnier, bei die- 
sem Prachtbau zu grofsen Säulen verwendet, wie auch nachher bei 
mehi-eren Kirchenbauten in Lyon, Paris und Genf. Der von den 
Franzosen sogenannte „Cipolin grand antique" lagert in der Stärke 
von einem Meter etwa, gestattet aber in Länge und Breite Blöcke 
von beliebiger Dimension. Seine Färbmig ist elfenbeinartig mit 
dunkeln graublauen, grijnen und violetten Adern. 

(Weserztg., Nr. 12940.) 

37) Essen, 28. Januar. Bei dem Abbruch des hiesigen alten 
Gerichtsgebäudes ist man auf die wohlerhaltenen Theile einer 
Krypta gestofscn, denen die Lokalblätter eine grofse kulturhi- 
storische Bedeutung beimessen. Vor Allem ist man geneigt, aus 



den Gewölben und Säulen derselben auf eine gleichzeitige Ent- 
stehung mit der aus 1051 datierten Münsterkrypta zu schlicfsen, 
da nach den Berichten auch die Verbindung nach dem Dome durch 
einen unterirdischen Gang sichergestellt zu sein scheint. 

(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 48.) 

38) Die schöne Stiftskirche zu Iddensen bei Wunstorf 
scheint in ilirem Bestands erheblich gefährdet bleiben zu sollen, da 
ein vor Kurzem in Hannover unter Baurath Hase zusammengetre- 
tenes Comite zur Beschaffung der erforderlichen Gelder (15000 m.) 
jetzt die Erklärung abgegeben hat, dafs ein Mittel zur Aufbringung 
dieser gewifs nicht grofsen Summe sich nicht habe auffinden lassen. 
Als letzter Ausweg ist nunmehr eine Lotterie zur Ausspielung von 
Kunstgegenständen nach Art der in der letzten Zeit in Aufnahme 
gekommenen kunstgewerblichen Verloosungen in Aussicht genommen, 
wofür die Erlaubnifs bei dem Oberpräsidenten der Provinz Hannover 
nachgesucht werden soll. Bei der Geringfügigkeit des Betrages darf 
man wohl hofien, dafs es gelingen werde, die hochinteressante 
kleine Kirche zu erhalten, nachdem die Staatsregierung bereits einen 
namhaften Beitrag zugesagt hat. (Weserztg., Nr. 12958.) 

39) Goslar, 8. Februar. Der Kaiserstuhl, der nach der 
letztwilligen Verfügung des verstorbenen Prinzen Karl nach hier 
zurückgebracht werden soll, und dessen sich hier die Kaiser der 
mittelalterlichen Glanzperiode in unserer damals kaiserlichen freien 
Reichsstadt bei Reichstagssitzungen, Huldigungen u. s. w. bedienten, 
besteht gröfstentheils aus getriebenem Kupfer. Eine Nachbildung 
desselben befindet sich im alten Huldigungszimmer des hiesigen 
Rathhauses, die alte steinerne Einfassung in der hiesigen Domka- 
pelle. Der Kaiserstuhl befand sich, seitdem das Kaiserhaus als 
Kornmagazin benutzt wurde, im Dome und wurde 1809 öffentlich 
verkauft. Die Witwe des hiesigen Kupferschmiedmeisters Mövers 
erstand denselben behufs Einschmelzung zum Preise von 27 Thlrn. 

- Glücklicherweise wurde diese Absicht nicht so rasch ausgeführt. 
Ein Händler, welcher den Stuhl zufällig sah, bezahlte der Frau 
Mövers 400 Thaler dafür, und so trat der Stuhl die Wanderung 
nach Magdeburg an. Von diesem Händler ist er alsdann später zu 
einem Preise von 3000 Thaler in den Besitz des Prinzen Karl nach 
Berlin gelangt. Der Stuhl wurde zum ersten Male wieder in feier- 
liche Benutzung genommen, als Kaiser Wilhelm den ersten deut- 
schen Reichstag eröffnete. Als der Prinz Karl im Sommer des 
Jahres 1875 in Begleitung seines kaiserlichen Bruders und des 
Kronprinzen in Goslar war, um das Kaiserhaus zu besichtigen, hat 
sich derselbe dahin ausgesprochen, dafs der Kaiserstuhl nach sei- 
nem Tode wieder seinen alten Platz im Mittelbogeu des neu restau- 
rierten Kaisersaales einnehmen solle. (Nordd. Allg. Ztg., Nr, 72.) 

40) Am 23. d. M. verhandelte die braunschweigische Landes- 
versammlung über die Erhaltung der Burg Heinrichs des Löwen. 
Es fehlte nicht an heftiger Opposition gegen jenen Antrag, noch an 
Angriffen gegen die deutschen Architekten, welche diese unbequeme 
Frage angeregt haben. Zur Annahme gelangte schliefslich mit nur 
23 gegen 21 Stimmen folgender Antrag des Abg. Pockels (Ober- 
bürgermeisters von Braunschweigl : 

„an das herzogliche Staatsministerium das Ersuchen zu richten, 
mit dem Stadtmagistrat zu Braunschweig wegen Wiederherstellung 
des noch stehenden Theils der sogen, alten Burgkaserne mit den 
darin enthaltenen Resten der Burg Dankwarderode in Verhandlung 
zu treten und von deren Resultaten der Landesversammluug dem- 
nächst, wenn thunlichst unter Beifügung geeigneter Vorschläge zur 
würdigen Konservierung des Bauwerkes, Kenntnifs zu geben." 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Herr Pockels Latte mitgetheilt , dafs die Stadt den in ihrem 
Besitz befindlichen Bau als Archiv oder Museum sehr gut verwen- 
den könne und bereit sei, die Restauration desselben zu bewirken, 
sobald ihr aus der Staatskasse entsprechende Mittel zur Verfügung 
gestellt würden. 

Wir dürfen demnach hoft'en, dafs die dem Bauwerk drohende 
Gefahr zunächst beseitigt ist. Das Interesse für seine Erhaltung 
und würdige Herstellung würde in den weitesten Kreisen gesteigert 
werden, wenn recht bald die ausgezeichneten Aufnahmen und Restau- 
rationsversnche, welche Hr. Stadtbaurath Winter von der Burg ange- 
feitigt hat, der Oeffentlichkeit übergeben würden. 

(Deutsche Bauztg., Nr. 9.) 
Für Erhaltung der Burg Dankw arderode. An- 
gesichts der wachsenden Opposition, die sich in Stadt und Land 
Braunschweig gegen die Bestrebungen zur Erhaltung der von der Burg 
Heinrichs des Löwen noch vorhandenen Reste regt — einer Oppo- 
sition, die anscheinend auf die Einmischung des „Auslandes"', d. h. 
des Verbandes deutscher Arch.- u. Ing.-V., in die Angelegenheiten 
des souveränen Herzogthums zurückzuführen ist — hat der Arch.- 
u. Ing.-V. zu Braunschweig einen neuen Schritt zur Förderung 
jener Bestrebungen gethan. Er hat eine Denkschrift herausgege- 
ben, in welcher die Bedeutung jenes Baues in kunst- und kultur- 
historischer, sowie in künstlerischer Beziehung noch einmal auf das 
eingehendste und überzeugendste entwickelt und endlich dargethan 
wird, dafs die Vortheile für den städtischen Verkehr, welche man 
von einem Abbruch der Biu'g erwartet, sich auch ohne einen sol- 
chen in anderer und besserer Weise erreichen lassen. Allerdings 
kann man stets nur denjenigen überzeugen, der sich überzeugen lassen 
will, imd wir fürchten, dafs diese aufs höchste anzuerkennenden 
Bemühungen der Braunschweiger Fachgenosseu schliefslich nichts 
fruchten werden, wenn denselben nicht in der öffentlichen Meinung 
von ganz Deutschland ein Bimdesgenosse ersteht. Um diese Bundes- 
genossenschaft lediglich mit Worten zu werben, dürfte jedoch 
schwerlich zum Ziel führen, während es unseres Erachtens ein sehr 
einfaches und sicheres Mittel hierzu gibt: eine möglichst so- 
fortige und vollständige Publikation der Aufnahmen, 
Studien und Restaurations-Entwürfe, welche Hr. Stadt- 
baurath Winter der Burg Dankwar derode gewidmet 
hat. Würde diese ausgezeichnete Arbeit in weiteren Kreisen be- 
kannt, so dürfte man darauf rechnen, dafs der Versuch, die Reste 
jenes Denkmals muthwillig zu vernichten einen Schrei der Entrü- 
stung in Deutschland erwecken würde, dem doch nicht so leicht zu 
trotzen wäre. Welche Hindernisse jener Publikation im Wege 
stehen, sind wir freiUch nicht im Stande zu beurtheilen. Sollte die 
Kostenfrage Schwierigkeiten machen, so bedürfte es, wie wir glauben, 
nur eines Winks an die deutschen Architekten, um die erforderliche 
Summe in wenigen Tagen zusammenzubringen. (Dies., Nr. 23.) 

41) Homberg in Aargau. Auf der Südseite des Schlofs- 
berges wurden für die historische Gesellschaft des Kantons einige 
Gemächer abgedeckt , in denen man alte kupferne Kessel , Bruch- 
stücke von Säulen, einen gut erhaltenen Thür- oder Fensterbogen und 
eine Säule im romanischen Stil, Waffen u. s. w. fand. 

(Anzgr. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4.) 

42) In Merseburg werden in diesem Jahre umfassende Re- 
staurationsarbeiten am Dome stattfinden. Zunächst werden Erdab- 
tragungen zur Freilegung der Kreuzgang - Grundmauern vorgenom- 
men, und dann wird der Abbruch des alten, die Südseite des Domes 
verdeckenden Domgymnasiums erfolgen. (Nordd. Allg. Ztg., Nr.. 78.) 



43) Petersinsel im Bieler See, Kanton Bern. In dem 
noch erhaltenen Theile des Cluniazenser-Klosters sind Reste von 
Wandmalereien entdeckt worden, darunter eine Verkündigung und 
ein Agnus Dei. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4.) 

44) Rheinfelden. Die Wandgemälde in der ehemaligen Jo- 
hanniterkapelle sind, so weit es thunlich war, aufgedeckt worden 
und stellen das Weltgericht und das Leben der Einsiedler in der 
Thehais dar. Dieselben dürften nach 1458 gemalt sein. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde. 1882, Nr. 4 ) 

45) Trier, II. Februar. Am Montag Mittag wurde, so be- 
richtet die „T. L.", in der Krypta der St. Paulinuskirche der Sarg, 
in welchem die Gebeine des h. Paulinus ruhen, unter Assistenz 
der geistlichen Behörden und vor Zeugen eröffnet. Mehr wie vier 
Jahrhunderte sollen verflossen sein, seitdem dieses zum letzten Mal 
geschehen. Der Befund entsprach genau dem diesbezüglichen In- 
halt der Urkunden. In dem Sarge befanden sich noch Reste der 
Seide, mit welcher der Sarg ausgeschlagen war. Das Haupt hatte 
eine chokoladebraune Farbe. (Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 73.1 

46) Aus Schleswig-Holstein, 8. Februar. In der geseg- 
neten Angeler Landschaft, Regierungsbezirk Schleswig, befindet sich 
zur Zeit als Eigenthum eines Hofbesitzers (Andresen Loit) ein 
seltenes Fundstück des Alterthums, nämlich ein Goldstück 
welches von Arbeitern des Besitzers auf einer Pflugkoppel gefunden 
worden ist. Die Inschrift des Münzstücks ist arabisch und lautet 
nach der Uebersetzung des orientalischen Grammatikers Professor 
Hoffmann also : Avers : „Der Sultan der beiden Kontinente Chachan 
der beiden Meere der Sultan Sohn des Sultans." Revers: ..Sultan 
Murad Sohn des Salim Chan. Gott helfe ihm !" Geschlagen iu Ha- 
lab (= Aleppo) im Jahre 982." (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 72.) 

47) Eichstätt, 5. März. Gestern wurde in der Nähe der 
,. Lüften" bei Anlegung eines Steinbruches eine Partie alter Mün- 
zen ausgegraben. (Frank. Kurier, Nr. 128.) 

48) In S lag eise auf Seeland ist beim Ausgraben eines Kellers 
in der Nähe der alten St. Michaelskirche ein werthvoller Münzen- 
und Goldfuud gemacht worden. In einem gemauerten Behältnifs, 
dessen Inneres mit Bleiplatten ausgelegt war, wurden nämlich an 
Goldmünzen gefunden : 37 Goldthaler aus der Zeit Philipps VI. von 
Valois (1328—50), alle von gleichem Gepräge : auf dem Avers sieht 
man den König auf einem gothischen Thronsessel sitzen, in der 
rechten Hand ein Schwert haltend, während die linke Hand auf 
dem französischen Wappenschilde ruht ; ferner 3 Goldgulden aus 
der Zeit Ludwigs II. von Frankreich; 2 Goldgulden vom Burggrafen 
Friedrich V. von Nürnberg (13'?2— 98) und 144 Goldgulden, welche 
in Lübeck, vermeintlich in der Zeit von 1400 — 1450, geschlagen 
worden sind. Der Werth dieser Goldmünzen beträgt diu'chschnitt- 
lieh 10m. An Silbermünzen sind 267 Stück gefunden, davon 210 
von Philipp VI. von Valois, gröfstentheils in Tours geprägt, 56 grö- 
fsere und kleinere Münzen, zur Zeit der englischen Könige Eduard 
I. II. und III. (1272 — 1377) und ein Wittenpenning, in Hamburg ge- 
prägt. Die gefundenen Schmucksachen bestehen aus einem ver- 
goldeten Bronzefingerring und aus sechs massiv goldenen Finger- 
ringen, von welchen letzteren zwei eine Platte mit einem emaillierten 
Christusbild, zwei eingefalste echte Steine, einer eine weifse Perle 
und der letzte zwölf emaillierte kleine Felder zeigt, welche ab- 
wechselnd mit Wappen und Mönchsbuchstaben verziert sind ; ferner 
eine kleine Goldspange in Form verschlungener Hände mit Inschrift, 
drei grölsere, silbervergoldete Spangen von durchbrochener Arbeit 
und mit erhabener Schrift am Rande und 2 ebensolche kleinere ohne 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



ll>0 



Schrift, gegeu 40 noch kleinere Spangen, theil weise mit adeligen 
Wappen und Yogelfedern geschmückt, 6 gröfsere Perlen von silber- 
vergoldeter Filigranarbeit, über 20 glatte, runde silberne Knöpfe, 
einige kleine vergoldete Knöpfe, eine silberne Kette und verschiedene 
kleine Zierrathen, worunter einige viereckige Brakteaten mit einem 
S., imd schliefslich vier Silberbarren im Gewicht von ca. 2 Pfund. 

(Deutsch. Reichsanzg., Kr. 54.) 

49) Aus Arnstadt in Thüringen wird berichtet : Beim Ausroden 
eines Waldstreifens, einige hundert Schritt hinter Heyda, wurden 
unter einem Eichenwurzelstocke ca. 70 Stück Goldmünzen des ver- 
schiedensten Gepräges, aus dem 16. und 17- Jahrhundert stam- 
mend, gefunden. Dieselben waren jedenfalls zur Zeit des Heeres- 
zuges Gustav Adolfs (1632) über den Thüringer Wald und wieder 
zurück, nach einigen Scherben zu schliefsen, in einem Töpfchen 
hierher vergraben und mit einer schwachen Sandsteinplatte zuge- 
deckt worden. (Brem. Kurier, Nr. 60.) 

50) Regensburg, 27. Februar. Beim Abbruch eines alten 
Hauses am Oelberg ist in einer Mauerspalte ein Säckchen mit 
mehreren Gold- und Silbermünzen aufgefunden worden. Die 
Münzen stammen aus verschiedenen Ländern und gröfstentheils aus' 
dem 17. Jahrhundert. Der ganze Fund soll einen Werth von 
c. 400 M. haben. (Süddeutsche Presse, Nr. 50.) 

51) Buchholz bei Annaberg. In einem kleinen Kreise war 
die Idee aufgebracht worden, Alterthümer aller Art, welche sich in 
Familien verstreut fänden, auszustellen. Kürzlich hat nun eine reich- 
haltige Ausstellung derselben stattgefunden. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiqu.-Kunde, Nr. 4.) 

52) In Kirch hasel (einem Dorfe des Fürstenthums Schwarz- 
burg) ist jetzt in einem Bauernhause ein altes, aus der besten Zeit 
der alten niederländischen Schule stammendes, 1 Meter hohes und 
2 Meter breites Oelgemälde, welches eine Bauernszene darstellt und 
von Kunstkennern als unzweifelhaft echt und als von hohem Werthe 
bezeichnet wird, entdeckt worden. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 116.) 

53) In England steht der Verkauf der Bibliothek des Grafen 
Ashburnham bevor. Wahrscheinlich wu-d sich das brittische Museum 
die kostbaren Schätze nicht entgehen lassen. Eine andere Samm- 
lung von nicht geringem Interesse, welche auch zur öffentlichen 
Versteigerung kommen wird, ist die des Herzogs von Ossuiia in 
Spanien. Sie besteht aus 35000 Bänden und 7000 Handschriften, 
zum grofsen Theil der seltensten Art ; in der Hinterlassenschaft be- 
finden sich ferner werthvoUe Gemälde, eine kostbare Wafi"ensammlung 
imd viele andere Kunstgegenstände. In den Cortes ist das drin- 
gende Verlangen laut geworden, diese Schätze dem Lande zu er- 
halten und sie auf Staatskosten anzukaufen. (Weserztg., Nr. 12990.) 

54) Die berühmte Sammlung Ossuiia, eine der reich- 
haltigsten Sammlungen von seltenen Manuskripten und werthvolleu 
Drucken in Spanien, wird , wie die Blätter erfahren und wir unter 
aller Reserve mittheilen wollen , voraussichtlich demnächst auch in 
den Besitz der deutschen Regierung übergehen und sich als wür- 
diges Seitenstück der kürzlicli erworbenen Hamilton-Sammlung an- 
reihen. Unter den Manuskripten befindet sich u. A. eine Abschrift 



des von Christoph Columbus geführten Tagebuchs von Las Casas ; 
der authentische Text des „Roman de la Rose'' (aus dem drei- 
zehnten Jahrb., für welchen die deutsche Regierung 100,000 Frcs. 
bietet ; Manuskripte zahlreicher Stücke von Lopez de Vega und 
Calderon; eine Dante und ein Petrarca, mit prächtigen Miniatur- 
bildern geschmückt ; eine ganze Reihe von Reproduktionen der haupt- 
sächlichsten literarischen Erscheinungen Spaniens und Italiens aus 
dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert etc. Der Werth der 
Sammlungen wird auf 5 Millionen Francs geschätzt. 

(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 116.) 

55) Paris, 26. Februar. Der bevorstehende Verkauf der 6000 
Manuskripte und seltenen Bücher der Sammlung des Lord Ash- 
burnham weckt in der französischen Presse wieder den alten Streit 
über die Diebstähle, welche der gelehrte Italiener Libri in den 
vierziger Jahren als Inspektor der französischen Bibliotheken be- 
gangen hat. Die weltberühmte Sammlung besteht aus vier Abthei- 
lungen, von denen die eine sich nach Libri benennt, welchem Lord 
Ashburnham eine Reihe einzig in ihrer Art dastehender Hand- 
schriften abkaufte. Es handelt sich nun nach den Franzosen darum, 
zu unterscheiden, was Libri auf ehrlichem Wege erstanden und was 
den französischen Museen und Bibliotheken, zu denen er dank dem 
Amte, welches Herr Guizot ihm verliehen, freien Zutritt hatte, ge- 
stohlen und durch Einschaltungen oder andere Kunstgrifie mehr 
oder weniger entstellt hat. Was diese letzteren Denkmäler ver- 
gangener Bildungsepochen, unter denen sich wahre Schätze befinden, 
anlangt, so wird die Ansicht geltend gemacht, dafs an den Erben 
des Lord Ashburnham das Ansinnen gestellt werden könne, dafs 
er der französischen Regierung diejenigen Manuskripte, welche nach- 
weislich aus ihren Sammlungen entwendet wurden, zu dem Ankaufs- 
preise zurückerstatte. Von England wird behauptet, ein Anfang 
dazu wäre bereits vor Jahi-en gemacht und eine beträchtliche An- 
zahl gestohlener Werke oder einzelner Blätter den französischen 
Bibliotheken zurückgeschickt worden. Der Direktor der Manuskripten- 
sammlungen, Herr L. Delisle, berichtigt aber diese Angabe dahin, 
dafs dies in einem einzigen Fall geschehen ist, nämlich hinsichtlich 
einiger Blätter, die aus einem Lyoner Manuskripte herausgerissen 
waren, während die Zahl der von Libri begangenen Veruntreuungen 
sich auf Hunderte beziffert. (Weser-Ztg., Nr. 12987.) 

06) Aus Baden, 14. Febr. Dem Vernehmen nach steht von 
Seiten der Staatsregierung die Bildung einer badischen historischen 
Kommission bevor, welcher die Aufgabe gestellt werden soll, die 
wissenschaftliche Bearbeitung der Geschichte des grol'sherzoglichen 
Hauses und des badischen Landes vorzubereiten und zu fördern, 
zunächst die Sammlung, beziehungsweise die Herausgabe des er- 
forderlichen Quellenmaterials für die Geschichte des fürstlichen 
Hauses und der Gebiete, welche das heutige Grofsherzogthum Baden 
bUden, in Angriff zu nehmen und wissenschaftliche Arbeiten über 
einzelne Abschnitte dieser Geschichte und über die geschichtliche 
Entwicklung der sozialen Zustände des Landes zu veranlassen, oder 
deren Herausgabe zu fördern und zu unterstützen. 

(Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 38. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein'. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald io Xüruberg. 



Nürnberg:. Das Abonnement des Blat- 
tes, welchBB alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen und betragt nach 
der neuesten Postconvention bei allen Poat- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu8S 
oder M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
F. Klinckaiock, Nr. II rue do Lille; für 



AMZEIGER 



FÜR KMH m 



Neue Folge. 




England bei Williams & Norgate, 14 K^iy 
rietta-Street Covent -Gardon iu IjOiidoi\; 
f\lc Nord- Amerika bei doQ Postämtom Bre- 
men und Hamburg, 

Alle für das germau. Mimeum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege dea 
Buchbandela werdeu durch den CommU- 
sionür der literar.-artist. Anstalt doa Mu- 
seums, F. A« Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 




Ü 





^ Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 

M. 5. 



Mai. 



Wissenscliaftlkiie Mittlieilungen. 



Friiiina perfida. 

Die Rhythmen des zwölften und beginnenden drei- 
zehnten Jahrhunderts stehen hoch über den Produkten 
der folgenden Zeiten und haben sich wegen ihres dicliteri- 
scheu Schwunges und ihrer schönen Form weithin ver- 
breitet und lange erhalten. Ihre Spuren finden wir an 
sehr entlegenen Orten vielfach, aber auch überall stark 
von einander abweichend, gewöhnlich arg verstümmelt. 
Sie verbreiteten sieh augenscheinlich fast nur mündlich, 
und nach solcher Ueberlieieruug sehrieb sich bald hier, 
bald dort irgend ein Klei-iker nieder, was ihm im öe- 
dächtnifs geblieben war. So verhält es sich auch mit den 
Versen, welche im Anzeiger, Jahrg. 20, Sp. 2S7 aus dem 
Tegernseer Cod. Lat. Monac. 19488 mitgetheilt sind ; hier, 
und noch mehr im Clm. 14634 saec. XV. aus St. Emme- 
ram, fol. 4'', wo nur die ersten vier Verse stehen, er- 
scheinen sie als Proben der gewöhnlichen, überall be- 
gegnenden Schmähverse gegen die Weiber überhaupt. 
Nun aber hat mir Herr Dr. Hu em er eine Abschrift aus 
dem Cod. Harl. 3222, saec. XII., fol. 97'' zugesandt , ^aus 
welcher nicht nur der Text sich berichtigen läfst, son- 
dern nun auch hervorgeht, dafs das Gedicht von bedeutend 
gröfserem Umfang, und dafs es ganz individuell und an 
eine bestimmte Person gerichtet ist. Bei sorgfältigerer 
Umschau ergab sich aber ferner, dafs es längst gedruckt 
ist, und zwar unter Hildeberty Werken '(pag. 1353), von 
dem es jedoch nach Haui-eau nicht herrührt.' Dieser (Not. 
et Extr., XXVIII, 2, 363— 36ö) findet es Hildeberts un- 
würdig, und weist nach, dafs einige Zeilen dem in dem- 



selben Metrum verfafsten Werke Bernhards von Morlaix : 
De contemptu mundi entnommen sind. 

Da jedoch von der aus einer Handschrift von Evreux 
genommenen Ausgabe abweichende Lesungen hier vor- 
liegen, und a. a.O. nur eine mangelhafte Mittheilung 
gegeben wurde, so möge ein neuer Abdruck hier ge^ 
stattet sein. Die Veränderlichkeit dieser Verse ist auch 
hier lehrreich, wo an mehreren 'Stellen sich nicht mit 
Sicherheit sagen läfst, welche Lesart den Vorzug ver- 
diene, und die weite Verbreitung ist bemerkenswerth. 
Femina perfida, ^) femina sordida, digna catenis -}, 
Mens^) male conscia, mobilis, impia, plena venenis, 
Horrida ^) noctua, publica janua, semita trita, 
Igne rapacior, aspide sevior, est tua ^) vita. 
5 Vipera pessima, fossa novissima, mota lacuna, 
Omnia suscipis, orania decipis, omnibus una. 
miserabilis, insaciabilis "), insaciata : 
Credere qui tibi vult, mala sunt sibi ') multa parata. 
Desine scribere, desine mittere carmina blanda, 
10 Carmina mollia, carmin'a turpia, vix memoranda. 
Neo *) tibi mittere, nee tibi scribere, disposui me, 



1) F. sordida, f. pessima Harl. ; F. sord., f. fetida, Mon. 

2) dignaque peuis Mon. 14634. 

3) Gens Mon. 4) Bei Hild. folgen 5. 6. 3. 4. 8. 7. 9. 
5)totaMon. C) So Hild. u. Mon. Immiserabilis intolerabilisHarl. 
7) sibi sunt mala Hild- gegen den Reim. 

S) Diese zwei Verse fehlen im Hart, finden sich aber, wenn 
auch umgestellt, im Mon. wo sie den Schlufs bilden, und so lauten: 
Kil tibi credere, nil tibi mittere disposui me : 
Nil tibi jam volo, nil tua (jam) colo, reddo tibi te. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Nee tua jam colo, nee tua jam volo, reddo tibi te. 

Me mihi vivere, pace quieseere, sunt mea vota; 

Me mihi confero, te tibi desero ^), sis tua tota. 
15 Quoslibet elige, coUige, dilige, sint tibi mille ; 

Sit tibi pulchrior et ^'') preciosior ille vel ille. 

Mens tua saxea "), ferrea^ vitrea, plumbea, nequam, 

Fingere, fallere, prodere, perdere, rem putat equam. 

Summa potentia funditus omnia destruet ^°) ante, 
20 Quam mea sumere, vel ^^) mea tangere, sustineam te. 

Da wir nun aber einmal dem Cod. 14634, mit dem 
auih 14818, f. 136zumTheil übereinstimmt, uns zugewandt 
haben, mögen noch einige Verse daraus über das uner- 
s<-höpfliche Thema folgen, mit Ausschlufs jedoch der vielen 
mit Femina beginnenden Monosticha, von welchen im 
Anz. XVIII, 307 und XX, 2d7 schon genug gegeben sind. 

Si tuba Maronis saplentia vel Salomonis, 
Vel vox Nasouis facundia vel Ciceronis, 
Ore meo flueret, vix dicere lingua valeret, 
Quot scelerum partes, quot femina noverit artes. 



' Femina quem superat numquam vivit sine pena, 
Libertate earet vili constrietus habena. 
Felices illos quos non ligat illa cathena; 
Heu ! nisi mors faciat, non rumpitur illa sagena. 

Sunt tria gaudia pax, sapientia, copia rerum. 
Hec tria diluit, hec tria destruit, ars mulierum. 



Sit tibi consultum, mulieris spernere vultum : 
Depingit vultum, quia vult ut des sibi multum. 

Der erste Vers, aber mit ganz andei'er Folge, flndet 
sich bei F. Bech, Verzeichnifs der Domherrnbibl. zu Zeitz, 
S. 20, aus einer Incunabel. 

Quot momenta tenet tempus, quot sidera celum, 
Tot motus animi femina queque tenet. 



Femina cum jurat, quod te super omnia curat, 
Aspice quod jurat, quam parvo tempore durat. 
Postquam discedis et eam fidam tibi credis, 
Attribuens munus si tunc accesserit unus, 
5 Turpis vel luscus vel toto corpore fuscus, 
Hunc tibi preponet, si plurima munera donet. 
Non homini cedit, nee sponte favet nee obedit, 
Non ad iter recti valet ullo verbere flecti. 
Quo vexata magis fuerit mala femina plagis, 
Tanto majorem seiet exercere furorem. 
Auf die beiden Verse an Maria, welche auch XX. 
2.S8 den Schlufs bilden, hier aber durch ein § getrennt 



sind, folgen noch unmittelbar Sprüche, die keine Ver- 
bindung mit einander haben : 

Dogma tuum sordet, si te tua culpa remordet. 

Cessant a sistro pueri cedente magistro. 

Qui studet invitus, raro vult esse peritus. 

Omnia si perdes. famam servare metaento. 

Femina sola bona, tibi tradita da mihi bona (sie). 

Grescunt sermones, ubi conveniunt mulieres. 
Berlin. Wattenbach. 



9) Consului mihi, consule tu tibi Hild. 
10) carior aut Hild. — 11) vitr. pl. s. ferrea Hild. 
12) destruat Hild. — 13) quam Hild. 



Das Meisterstück des iNüriiberger llinnachers 
Nicolans )Iüncli. 1640. 

Die folgende Beschreibung eines Meisterstückes von 
der Hand des Künstlers selbst reichte der brauuschweig- 
lüneburgische Gesandte am KurfürsteukoUegialtag zu 
Niürnberg, Jacob Lampadius, am 22. Februar 1640 seiner 
Regierung ein. Er schreibt nach Besichtigung des Kunst- 
werkes, es sei kein Werk für ihn und seinesgleichen, 
sondern gehöre für Fürsten. Ueber die Entschliefsung 
Herzog Georgs auf diese OfTerte verlautet nichts aus den 
Akten. Doch möge die Beschreibung des Meisters als 
ein Beitrag zur Geschichte des Nürnberger Kunsthand- 
werkes aus trüber Zeit, nach dem Original im k. Staats- 
archiv zu Hannover, mitgetheilt werden 

Verzaichnus, was mein Niclaus München klei- 
nen Uhrmachers alhier in Nürmberg gefertig- 
tes Maisterstuckh verrichten thuctt. 

Erstlich ein Uhr so 24 Zohl hoch unnd 7 braitt unnd 
ganz verguldt ist : verriebt uff den ersten vierecketen 
braitten blech wie volgt. 

Inn der Mitten ist ein runder Schildt, darinen der 
ViertKZaiger zaigt die Minuthen unnd viertl zugleich. 
Der Stundtzaiger zaigt zweymall zwülff, gehet in 24 Stun- 
den ein mall herumb, dann auff diefsem schilt zaigts in 
der Mitten die Tagleng, wie der Tag ab- unnd zunimbt, 
solche auff alle Pollushüch zu gebrauchen nutz ist. 
Aufserhalb dem Schilt zaigts den ^) imm'erwerenden Ga- 
lender, alle Nahmen unnd Tag darauff verzeichnet. 

Auff diefsem Blech in obenbeeden Ecken zaigts erst- 
lich der Römer Zinfszall unnd die Sontags-Buchstaben 
unnd jedes in einem sonderbaren -) schilt. 

Auff den undern beeden Eckeu zaigts erstlich die 
zwölff himlischen Zaichen , dardurch die Pollusscheuben 
gehet, auff einem schilt unnd silbern Blech geschmelzet. . 

Auif den andern undern Eckh in einem sciiildt die 
7 Plannethen unnd alle Tag einer herfür gehet, so auch 
auff einen silbern Blech geschmelzet. 



1 ) Vorlafre : dem. 21 besonderen. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Auff der andern seilen des viereeiteten lirait- 
ten Bleclis 

ist in der Mitten ein runder sehildl, darinen zaigts 
(lafs asteriaubium (Asfrolabiiini), unnd der erste Zaiger 
zaigt den Mensolien, der ander die zweymall zwölffe, der 
gellet in 24 Stunden einmall heruiub und sehneidt alle 
2t Stundt ein gradt vom Thiej'-Craifs hinweg, in welchem 
die Sonne gehet, darauff die zwölff himlischen Zaichen 
geschnitten, auch alle vornehme "Stern, so am himmel 
seindt, mit nahmen verzaichnet. Under diefsen Thier- 
Craifs geet ein Zaiger, würdt der Trach genant, der 
durch alle vornehme Stern in 18 Jarn ein mall herumb- 
gehet, auff welchem Schilt oder Blech auch alle Riefs 
der Plannethen unnd himmelshöch seindt. 

Oben an diefsem vierecketen Blech ist an einem Eckh 
in einem schiltlein ein Zaiger, darmit man richten kan 
die Wellsche oder Teutsche Uhr, was es schlagen soll : 
auff dem andern obern Eckh ist auch ein schiltlein, dar- 
mit kan man mit den Zaiger richten, wann es zu frü 
oder zu spat gehet. 

Auff den underu beeden Ecken ist erstlieh ein schilt- 
lein, darinen es zwölffe oder die Teutsche ^3 ühr zaiget, 
darbet auch eine vergulde scheuben, darmit man den 
Weckher richten kan, umb welche Zeit es wecken soll; 
auff den andern Eckh wider ein sehildlein, darinen ein 
Zaicher, mit welchen man richten kan, dafs es weckhen 
oder nicht weckhen soll. 

Zum dritten auff der einen schmallen seif- 
ten oder Blech 

zeigts auff einen silbern Blech, wie viel es viertl ge- 
schlagen hat. 

Zum vi erden auff dem andern schmallen 
Blech 

zaigts auch auff einen silbern Blech die. Teutsche 
und Wellsche ühr. 

Voigt, was inwendig dafs haubtwerckh ver- 
riebt und schlagen thutt. 

Zum ersten schlegt es" die Teutsche^) Uhr zweymall 
zwölff, zum andern die Wellsche oder Böhmische *) Uhr 
24 Stundt durchaufs ; zum driten die 4 viertl, zum vier- 
ten die Minuthen, so alle Stundt 60 mall schlegt; will 
man aber haben, das es nicht schlagen soU, kan man 
solche mit einen kleinen schlüsselein verreiben: zum 
funfften weckht es, umb welche Zeit man haben will. 

Diefses Werckh ist ganz verguldt unnd mit silbern 
Züpfferblechen unnd stehet auf einen vergulten Fufs, da- 
rauff die 4 Zeit defs Jars mit Früchten getrieben sindt, 
darauff kan man die Uhr umbdi-ehen, wie man will. 
Solches Werckh hat zwo Thier (Thiiren) so mit vier 
.AVellschen seilten (Säulen) umbfangen, welche nach der 



Argetectur gericht sein, oben hats zween gäng mit ge- 
trehenten Seillen, welche auch gerings herumb mit ge- 
drehenden Krüglein gezieret seindt. Auff den vier Eckhen 
seindt Postanientlein, darauf gedrehete Krug stehen. 
Oben ist solches mit einer Wellschen hauben, darinen 
die drey glooken henckhen, daran die Hemer schlagen, 
unnd oben auff der Wellschen hauben ein hübscher ge- 
dreheter Krug, so auch alles ganz vergult ist. 

Diefse Uhr oder Maisler-Stuckh würdt um 500 RthJr. 
gebotten, da (wenn)- aber ein gewiefser Kaufifer darumb 
vorhanden seyn möchte, kan solche einem uff dafs nechste 



umb 400 Rthlr. gelafsen werden. 



Hannover. 



Dr. Döbner, Archivar. 



n«ral<li$clic Notizen. 

1. Heraldische und dekorative Pelzmuster.') 

Auf einem Bilgeri'schen Sig. IV. A. 2. v. J. 1299, 
mit der Legende: »* s. h. peregrini. civi. turicensis", 
findet sich der hier unter Fig. 1 abgebildete gespaltene 




Fig. I. 

Wappenschild, rechts daniasciert und links rail dem 
eckigen heraldischen Pelzmuster (den sog. Eisenhüt- 
lein). Es ist dies — nach dem dreieckschildförmigen 
Sig. IV. A. 1. des »Theodicus armiger dominus de Esch« 
v.'^J. 1278 '0 und dem Sig. IV. G. Graf Ludwigs von Oet- 
tingen v. J. 1289 ^) — das mir bis jetzt bekannte dritte 
älteste Vorkommen dieses seit dem 15. Jahrh. fast all- 
gemein gebräuchlichen heraldischen Pelzmusters. 

Ich glaube, sicher annehmen zu können, dafs diese 
Form erst im letzten Viertel des 13. Jahrh. sowohl in der 
Sphragistik und Heraldik, als in der Plastik und Malerei 
eingeführt worden ist und deshalb für die betreffenden CJe- 
genstände als zeitbestimmend angesehen werden kann. 
Ein merkwürdiges Beispiel gleichzeitiger Anwendung 
des alten runden und des späteren eckigen Pelz- 
musters bei ein und deqiselben Wappen findet sich auf 



3) Vorlage : Teusclie. 4) wol Römische. 



1) Vergl. mein heralil. und decorat Pelzwerlc im Mittelalter, 
neue Auflage (k. Hofbuchhandlung von Julius Weise in Stuttgart, 
1876). 

2) Das Original ist allerdings nicht mehr ganz deutlich zu er- 
kennen. 

3) Vergl. „Anzeiger," 1867, Sp. 339. 



127 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



128 



den beiden Siegeln der Gebrüder Hunnawiler an einer 
Urkunde v. J. 1327 im Spitalarchive zu Colmar. 

Während auf dem dreieckschildförmigen Sig. IV. A. 1. 
Conrads der Schrägbalken von Kürsch die alte Form zeigt 
(Fig. a), ist auf dem runden Sig. IV. A. 2. Wernhers be- 
reits die neuere Form zu sehen (Fig. b).*) 

b 





Sehr interessant sind die Wappen in Dreieckschilden 
mit verscliiedenen alten Pelzmustern auf den kostbaren 
runden Kupfersehalen in Email champleve in der Samm- 
lung des Grafen Hans Wilczek. In derselben Sammlung 
befindet sich auch eine Kopie des Familienbuches der 
(kpodilista von Padua v. J. 1433 ^), in welchem u. A. ein 
mit einer Pelzdecke behangener Löwe als Wappenbild 
und mit Pelz gefutterte Helmdecken sehr interessant sind. 

Die Kürschner führten häufig in ihrem Zunftwappen 
Pelzwerk. So z. B. — aufser der Kölner Kürschnerzunft 
i. J. 1388 *) — die Strafsburger , und zwar früher die 
runde und später die eckige Form ; die Augsburger und 
Leipziger: Schrägbalkeu von Kürsch, die Potsdamer auf 
ihren Sig. IV. A. 2. v. J. 1399: einen Schild von Kürsch 
wie Fig. 2, und die Eberswalder auf einem gleichartigen 
Siegel v. J. 1628 wie Fig. 3. 





Fig. 2. Fig. 3. Fig. 4. Fig. 5. 

Ein ganz eigenthümliches Pelzmuster (Fig. 4) findet 



4) Auf einem Sig. IV. A. 2. Diethmar's von „Hunewilr" v. 
J. 1376 ist der Sclirägbalken nicht angegeben (wol nur ein Ver- 
sehen des Stempelschneiders), und das eckige Pelzmuster (wie Fig. b.) 
könnte dadurch, ohne Vergleichung mit den beiden erwähnten 
Siegeln v. J. 1327, leicht als 3 schräggestellte ,.Eisenhütlein-' bla- 
soniert werden. Aehnliche Verstöfse kommen auch bei Pappen- 
heim'schen und Gerenstein'schen Wappen vor durch Uebertragung 
dieser Wappen aus älteren dreieckschildförmigen Wappenschilden 
in neuere, unten abgerundete Schilde. Vergl. m. Monographie über 
das fürstenbergische Wappen, Taf. VII''-, Fig. 15 u. 16. 

5) Schalen und Wappen sind abgebildet im „Adler" VI u. VII, 
1881, Taf. VI. und Taf. XVIII— XXI. 

6) Vergl. „Anzeiger' 1872, Sp. 317, wo übrigens die Angabe 
der Stadt Köln noch fehlt 



sich als Mantelfutter auf dem spitzovalen Sig. III. B. 2. a. 
der Rauhgräfin Katharina v. J. 1323. 

Audi das hier (Fig. 3) abgebildete Mantelfutter auf 
einem mittelalterlichen Wandgemälde in der Kirche von 
Ober-Winterthur ') (die Krönung Maria) zeigt ein unge- 
wöhnliches Pelzmuster. Mau wird kaum im Mittelalter 
deutsche Abbildungen von Mänteln finden, die nicht mit 
Pelz gefüttert oder doch wenigstens besetzt sind. 

2. Ueber die Bedeutung des kaiserlichen Doppel- 
adlers ■*). 

Th. Lindner in seiner Schrift über *das Urkunden- 
wesen Karls IV. und seiner Nachfolger" bezeichnet den 
(unbedingt heraldisch stilisierten) Doppeladler auf dem 
Revers des Doppelsiegels Kaiser Sigismuuds ") als das 
Symbol des Imperiums — nicht als Wappeubild — und 
stützt sich dabei auf die bekannte Legende «Aquila Eze- 
chielis« etc. mit der Bemerkung: «der Hinweis auf Aquila 
Ezechielis "), sonst das Symbol des Apostels Johannes, 
mufs doch einen Sinn haben und im Zusammenhange mit 
dem Kaiserthum stehen.«' 

Ich erlaube mir aber, meine bescheidenen Zweifel in 
die Richtigkeit dieser ganz neuen Ansicht in Folgendem 
kurz zu begründen: 

Dafs der Doppeladler auf den deutschen Siegeln — 
soweit derselbe nicht Wappenbild war, wie z. B. bei den 
Grafen von Saarwerdin ") — vor Annahme desselben 
als Reichswappen durch Kaiser Sigismund als Symbol 
des Imperiums zu betrachten ist, sowie sein byzantini- 
scher Ursprung, dürfte wohl ebenso anzunehmen sein, 

7) Vergl. Mittheilung d. antiquar. Gesellschaft in Zürich, XXI, 
4. 1882.  

8) Vergl. m. Schrift : ,.Zur Geschichte des heraldischen Doppel- 
adlers." Neu bearbeitet (J. Weise, 1871.) 

9) Vergl. C. Heffner: die deutschen Kaiser- und Königs-Siegel, 
1875 ; Taf. XIII, Nr. 97. Dieses Werk verdient aber durchaus nicht 
die Bezeichnung: „recht mangelhaft." Hätten wir nur erst von 
allen Siegelkategorien ähnliche Werke, dann stände es besser um 
unsere deutsche Siegelkunde. Das Verbessern und Ergänzen wäre 
ein Leichtes! 

10) ,,In der christlichen Kunst kommt der doppelköpfige Adler 
als Attribut auf den Bildern des Propheten Elisäus vor zur Be- 
zeichnung des zweifaltigen Geistes, den er sich von Gott erflehte. . . 
Der Adler ist endlich schon in der ersten christlichen Kunst das 
Symbol des Evangelisten Johannes geworden und seitdem immer ge- 
blieben. In der ältesten Zeit der christl. Typologie haben die Evan- 
gelisten selbst die Gestalt der symbolischen Thiere. Diese Symbole 
sind dem Propheten Ezechiel entlehnt, der die vier geheimnilsvollen 
Gestalten beschreibt, die den Wagen Gottes tragen." Dr. jur. S. 
im deutschen Hausschatz, 1875/76, S. 827. Das Symbol des Evan- 
gelisten Johannes ist ein naturalistisch gezeichneter eiuköpfiger 
Adler, kein heraldischer. 

11) Graf Ludwig von Saarwerden führte denselben bereits auf 
seinem schildförmigen Sig. IV. A. I. vom J. 1185. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



130 



wie der römische Ursprung des einfachen als allgemeines 
Herrschersymbol") bis zur Annahme desselben als Reichs- 
wappen durch K. Rudolf von Habsburg. 

Dafs aber der deutsche Kaiser in der ersten Hälfte 
des 13. Jahrb., zur Zeit der höchsten Blüthe der Heral- 
dik, statt eines Reichswappens — wie seine Vorgänger 
den einfachen Adler — ein blofses Symbol auf seinem 
Majestätssiegel geführt haben sollte, ist schon an und für 
sich höchst unwahrscheinlich: es wird aber überdies 
durch den Avers des Siegels widerlegt, auf welchem 
unter den fünf Wappenschildeii ^=') in erster Stelle das 
Reichswappen mit dem Doppeladler erscheint. 

Wäre der Doppeladler auf der Rückseite dieses Sie- 
gels nur »Symbol« gewesen, so würde sicherlich nach 
allen heraldischen Regeln' und Gewohnheiten auf der 
Vorderseite im Wappenschilde der einfache Adler als das 
bisherige kaiserliche 'Reichs wappen aufgenommen 
worden sein. 

Bei keinem Wappenbilde ist zudem der heraldische 
Charakter so streng ausgeprägt wie bei dem Adler durch 
seine ganz widernatürliche Stellung (alis, cauda et pedi- 
bus expansis ; aigle eployee). Der Adler als symbolisches 
Bild wird aber in der Regel naturalistisch dargestellt. 

Die beiden, was die Körper betrifft, mehr naturali- 
stisch als heraldisch stilisierten Adler mit ä Köpfen auf 
diesem Siegel sind willkürlich gewählte Sehildhalter und 
erinnern an die Sehildhalter auf den Siegeln Kaiser Lud- 
wigs des Bayern und Kaiser Karls IV. Diese sind aller- 
dings mehr symbolischer Natur, wie die rückwärts schau- 
enden Adler auf den meist als Rücksiegel gebrauchten 
Sig. II. A. mit der Legende: * juste. judicate. filü. ho- 
minum, wie sie K. Ludwig IV., K. Heinrich VII. , K. Grün- 
ther von Schwarzburg und K. Karl IV. geführt haben '*). 

Eine ähnliche Darstellung findet sich auf dem Sig. IL 
B. vom Jahre 13oä mit der Legende: s. paois. general. 
reg. roman. inter renum et mosam, wovon hier das Sie- 




Fig. ti. 



gelbild unter Fig. 6. Eine ganz auffallende Komposition 
für jene Zeit! Mit Recht bemerkt Dr. Sello, — dessen 

12) Vergl. die Adlerscepter der vorheraldischen Zeit bei 
C. Heffner a. a. 0., Taf. I, 21. Taf. II, 22, 23 u. 25 und Tat. 111, 26. 

13) 1 das deutsche Reich, 2 und 4 Ungarn, 3 Böhmen und 5 
Luxemburg; vergl. C. Heft'ner, a. a. 0., Taf. XllI, 96. 

14) Vergl. „Anzeiger" 1871, Sp. 129. 



Güte wir diese Abbildung verdanken, — er habe bis zur 
Auffindung dieses Siegels die Ausstattung eines Wappen- 
adlers mit Schwert etc. für eine viel spätere heraldische 
Unsitte gehalten. Allerdings erst nach vierthalbhundert 
Jahren findet sich das Schwert (mit dem Scepter) in der 
rechten Kralle des Reichsadlers und der Reichsapfel in 
der Linken auf dem Siegel Kaiser Karls VI. (1711 — 40). 

K. Sigismund hat den Doppeladler als Wappen des 
deutschen Kaisers eingeführt, und alle seine Nachfolger 
haben dieses Wappen beibehalten. Der Grund zu dieser 
Neuerung ist nirgends angegeben und wird somit auch 
jetzt kaum mehr mit Sicherheit festgestellt werden können. 

Dafs neben diesem der einfache Adler als Wappen 
des deutschen Königs beibehalten wurde, beweisen un- 
ter anderen die Siegel Friedrichs III. und Maximilians II. 
Als Könige führten sie den einfachen, als Kaiser den 
Doppeladler. 

Lindner's Erklärung der Legende ^'Aquila Ezechielis« 
etc. auf dem Revers des Siegels des K. Sigismund kann 
richtig sein ; allein die Legende bestimmt, nach meiner 
bisherigen Erfahrung, den Charakter eines Siegelbildes 
nicht unbedingt, und dieselbe steht auch nicht noth- 
w endig — wie dies bei den sog. Devisen der Fall ist, 
— in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Siegelbilde, 
wie so manche gereimte Legenden auf mittelalterlichen 
Siegeln beweisen. 

3. (Jewaltsame Aneignung eines fremden Wappens. 

Im XVI. Bande der Bibliothek des literarischen Ver- 
eins zu Stuttgart findet sich nachstehende Stelle in den 
aventinischen Excerpten aus den ca. 1240 — 1250 verfafsten 
Aufzeichnungen Albert Behams : 

»Filius sancte Elizabeth '^) rapuit insignia marchio- 
num Misnie, nigrum leonem in aureo clypeo. Süb eodeni 
clypeo militavit, et posthac vult deferre, '*) unde magna 
discordia inter fllium Elizabeth et suos et Misnios et 
suos exercitus. 

Ein derartiger Wappenraub scheint mir doch zu jener 
Zeit etwas ganz Unerhörtes und von dem darüber ent- 
brannten grofsen Streite zwischen den Häusern Thürin- 
gen und Meifsen und ihren Ritterschaften sollten sich doch 
noch weitere urkundliche Nachrichten erhalten haben ''). 

Es würde sich lohnen, dieser in heraldischer, wie in 
historischer Beziehung doch höchst interessanten Bege- 
benheit noch näher nachzuforschen. 

Freiherr Schenk zu Schweinsberg, eine gewichtige 
Autorität in solchen Dingen und speziell über diese Ver- 



15) Der i. J. 1242 kinderlos verstorbene Landgraf Hermann 
von Thüringen. 

16) Die Uebertragung, resp. Vererbung sollte wohl auf seine i. 
J. 1284 verstorbene Schwester Sophie, Gemahlin Herzog Heinrichs 
von Brabant, f 1247, gehen. 

17) Weder Knochenhauer noch Böttiger erwähnen die Sache. 



131 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



132 



hältuisse, findet den Grund zu diesem AVappenweelisel in 
der eventuellen Belehnung des Landgrafen Hermann mit 
der Markgrafsi'haft Meifsen , welche um d. J. 1240 nur 
noch auf zwei Augen stand. 

Ich gestehe, dafs ich vorerst noch einige Zweifel 
in die historische Richtigkeit dieser Angabe Behams setze. 

Könnte ihr nicht eine Verwechslung der Wappen von 
Thüringen, Meifsen und Brabant zu Grunde liegen oder 
eine der vielen heraldischen Legenden? 

Kupferzell. F.-K. 



Zur freinilli^cii Leibeigcnscliaft. 

In Nr. Ö des vorigen Jahrganges des Anzeigers 
haben wir aus dem Archive des germanischeu Museums 
einen Fall von freiwilliger Aufgabe des freien Standes 
aus dem Rothenburgischen veröffentlicht, dem wir heute 
ein weiteres Beispiel aus deraBisthume Ghur folgen lassen. 
Dieses ist dadurch von besonderem Interesse, dafs sich 
der Betreffende seine Freiheit um «drisig Gurwalsch 
mark" von einem früheren Herrn Johanns Brocg, ge- 
nannt Sprüntz, erst erkaufen mufste, jedoch nicht, um im 
Genüsse derselben zu bleiben, sondern, um sie sofort wie- 
der aufgeben und sich freiwillig dem Gotteshause zu 
unser Frauen zu Ghurwalden zu eigen geben zu können, 
freilich merkwürdiger Weise unter der Bedingung: Er 
und seine Erben sollen von allen ungewöhnlichen, be- 
sondern Steuern und Schätzungen, welche das Gottes- 
haus von seinen Leuten etwa fordern wollte, ausgenommen 
sein und nur geben, was sie freiwillig und ungezwungen 
darzureichen für gut finden, während ihnen dagegen alle 
Gnaden, Freiheiten und Privilegien des Gotteshauses zu 
Ghurwalden, wie andern eignen Leuten desselben, zu Gute 
kommen sollten. 

Nachstehend geben wir die Urkunde nach ihrem 
AVortlaute wieder : 

Ich Johanns Brocg genant Sprüntz '), Künd mit disem 
brief Allen dien (Jenen) die in sehent oder hdrent lesen, 
vnd vergich (bekenne) Das sich min aigen Man Hain- 
rich von Ca maiors, der iUugere, nu sesshaft ze vmblix, 
von mir vnd von minen erben sich selber, sinü kind, die 
im von -recht nach tail siner ehalten ^) oder ze der hüpsch 
sond (sollen) nach volgen, recht vnd redlichen köfft hat, 
vmb drisig Gurwalsch mark, ie acht pfuud mailesch ') 
für ain mark ze raitent (zu rechnen), Dero pfennig 
(plur. = welches Geldes) ich aller von im gewert bin, vnd 
in minen redlichen nutzz bekert (rericendel) hab. Dar 
vmb enzich (entziehe) ich mich vnd min erben, wizzent- 
lichen mit krafft dis briefs, aller der aigenschaft, rechtes, 
vordrung, vnd ansprach (Ansprüche), so wir zu dem ob- 
genanten Hainrichin da ca maiors vnd zu sinen kinilen. 



vnd zu dero aller lib vnd Gut, kündint (könnten) vnd 
mdchtint haben, oder hie nach gewinnen enchains wegs.*) 
Nach dem köfi" vnd lidgung (Ledii)unf/) do ergab sich der 
obgenant, wilond (weiland) min aigen man, sich selber vnd 
sinü kind, die nach im mit recht ze taileu volgen sond, 
an das Gotzhus vnser frowen ze Curwalt premonstrayer 
Ordens, das er, der selb Hainrich da ca maiors, vlrichs 
Hirsbuchs saugen Sun von Gampz, den ich von Eber- 
harten dem eitern von Sax köfft hab mit allen siner 
zugehört, sol dienen, als ander desselben Gotzhus aigen 
Lüt. vsgenommen wäri, das nu oder hie nach ain Probst 
vnd das Gapitel des Gotzhus ze Curwalt ain gros StUr 
oder ain schazung vf iro Gotzhus Lüt wdltint leggen, 
so sol der obgenant Hainrich von Ca maiors vnd sinü 
kind von den vngewonlichen Sturen vnd schazung, v.s- 
genomen sin. vnd sol dann nüt (nichts) geben, won das 
(aiifser loas) er gern, vnd vntwungenlichen (ungezwungen) 
wilklichen (williglich) git. Es sol dem obgenanten Hain- 
richen da ca maiors dem Jüngern vud sinen kinden öch 
alle die Gnaden, fryhaiten, vnd Priuilegia, so das Gotz- 
hus ze Curwalt sunderlich vnd iro orden gemainlichen 
von Bapsten, Künigen vnd Kaysern, oder von andern 
Gaistlichen vnd weltlichen fürsten band (haben), zu- 
sprechen vnd angehören, als sü öch andren iro Gotzhus 
aigen Lüt mit recht zusprechent vnd angehörent, an 
(ohne) alle geuerd. Ich obgenanter Johanns Brocg vnd 
min erben, so ich nit (am Leben) bin, süllent öch vmb 
disen obgeschriben köff. des obgenanten Hainrichs da ca 
maiors, vnd siner .erben gut weren (gute Gewährsleute), 
sin nach recht für alle ansprach, das er sich selber, sinü 
kind, iro lib vnd Giit von mir köfft hat, vnd dem Gotz- 
hus ze Curwalt sich selber vnd ellü (alle) sinü kind mit 
lib vnd mit Giit ze aigen geben hat. da von süllent ich 
vnd min erben öch des selben Gotzhus. Probstes. vnd 
Gonuentes gut weren sin nach recht, an Gaistlichem vnd 
an weltlichem Gericht, wenn, wie, vnd wa (wo) sü des 
iemer notdürftig werdent, vnd süllent das vnuerzogen- 
lichen (unverzüglich) tun mit guten trüwen, an alle geuerd. 
Das dis alles vnd iegklichs besunder von mir vnd von 
minen erben war, vest, vnd stat belib (bleibe), vnd dirr 
(dieser) obgeschribner köff desterbas (desto besser, mehr) 
krafft vnd macht mug haben, des ze vrkünd vnd merer 
sicherhait henk ich obgenanter Hanns Brocg min aigen 
Insigel für mich vnd für min erben an disen brief Der 
geben ist ze Cur, an sant Gregorien tag. Do man zalt 
von Cristi gehurt, drüzehenhundert jar. sechs vnil Acht- 
zig Jar. 

Original auf Pergament im Archiv des germanischeu 
Museums. Das Siegel fehlt. 



Nürnberg. 



Hans Busch. 



1) d. i. Splitter, Spreifsel, Nadel, Uebersetzung des churwäl' 
sehen broc, (vgl. fniz. broche)- 



133 



AnzL'ig:er für K'iiinli'; der deuUschenVorzeit. 



134 



2) Ehehalte ist hier nicht in seiner gewöhnlichen, noch heute 
in oberdeutschen Mundarten fortlebenden Bedeutung (= Dienstbote, 
Hausgenosse ; s. Schm.-Fr. I, 8. Grimm, Wbch. III, 43), gebraucht, 
sondern wol in der seltneren von Ehegattin (vgl. Grimm, a. a. 0. 
44: Ehehaltin) oder für Ehe überhaupt, und zwar im Gegensatze 
zu dem folgenden Ausdrucke ,.ze der hüpsch'', d. i. im Konkubinat. 
Vgl. das schweizerische „Hübschkind'' für uneheliches Kind, Kebs- 
kind, (Stalder, Schweiz. Idiotikon II, 58. Tobler, appenzellischer 
Sprachschatz 269) u. das mittelhochd. hübschcerinne für Kebsweib, 
Buhlerin (von hübesch, d. i. höveseh, wie franz. courtisanne v. cour 
und ital. cortesana v. corte. Schmeller-Fr. I, 1040. Grimm Wbch. 
IV, II, 1852, 2. 1856). 

3) Wol = mailändisch. 

4) Das negative enchains (= necheines) wegs, keineswegs, steht 
hier in seltener Weise (wie ursprünglich das mhd. dehein, dechein) 
in affirmativem Sinne: in irgendeiner Weise; vgl. Tobler, app. 
Sprachsch. S. 160^ : en kain, ullus ; Grimm, Wbch. V, 458'' : inkein, 
ullus, und Sp. 290 des neuen schweizerischen Idiotikons,*) eines 
wahrhaften Mationahverkes , in welchem das seit 18 Jahren durch 
Hunderte in den an edlem Urerz unserer Muttersprache so reichen 
Kantonen der deutschen Schweiz mit patriotischem Eifer gesammelte 
umfassende Material nach einem wohldurchdachten Plane und in 
vortrefflicher, historischer Behandlung zu Tage gefördert wird. 

Dr. F r o m m a n n. 



*) Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerischen 
Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der Antiquarischen Ge- 
sellschaft in Zürich unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizer- 
volkes. Herausgegeben mit Unterstützung des Bundes und der 
Kantone. Bearbeitet von Friedr. Staub und Ludw. Tobler. Frauen- 
feld, Druck und Verlag von Jacques Huber. I.— IV. Heft, 1881 u. 
1882. Lex.-Format. 



Zur Einhorn - Legende. 

Unter deu mittelalterlichen Thierlegenden hat jene 
des Einhorns verhältnifsmäfsig- am längsten sich erhalten 
und mit Vorliebe bis ins 16. Jahrhundert Verwendung 
erfahren. Zeugnifs dessen ist die sog. himmlische Jagd 
in ihren mehrgestaltigen Versionen. Unlängst wurde ich 
jedoch mit einer Darstellungsweise bekannt, die zur Aus- 
bildung der Legende eine höchst merkwürdige Lesart 
bietet und in dieser Fassung kaum bekannt, wenn nicht 
gar einzig ist. 

Auf einer kreisrunden Emailplatte von etwa 6 Ctm. 
Durchmesser sitzt zur Rechten des Beschauers eine ju- 
gendliche Frauengestalt. Von der Linken eilt das Ein- 
horn auf sie zu und hat sich mit Kopf und Vorderleib 
auf ihren Schofs gelegt. Hinter dem Einhorn erhebt sich 
ein Baum, darauf eine männliche Gestalt, die von rück- 
' wärts mit der Lanze gegen das Thier ausholt und ihm 
eine Verwundung beibringt ; dieselbe ist hinter dem Blatt 
durch einen Blutfleck angedeutet und durch diese Stelle 
als tüdtlich gekennzeichnet. Die Jungfrau legt schützend 



ihre Linke auf das Thier und erhebt mit der Rechten hoch 
empor eine flache, tellerartige Schale. 

Der Kern der Legende von der Jungfrau, die das 
Einhorn allein zu gewinnen im Stande ist, mit ihrer Be- 
ziehung auf die Menschwerdung Christi aus Maria, der 
Jungfrau, ist auch hier in nicht zu mifskonnender Weise 
zum Ausdruck gebracht. Neu ist jedoch der angedeutete 
Tod des Einhorns. In der späteren Passung der Legende 
erscheint das Moment des Todes nicht. Wohl ist da der 
himmlische Jäger (in Gestalt des Erzengels Gabriel) mit 
seinen Rüden ; auch sind in den Hunden die Motive und 
Früchte des Erlösungswei'kes versinnbildet, also der Er- 
lösungstod Christi (unter dem Einhorn dargestellt) be- 
reits selbstredend mit eingeschlossen ; allein die Tödtung 
des Einhorns tritt nicht hervor. Hier jedoch ist sie recht 
eigentlich zum Kernpunkt der ganzen Darstellung ge- 
macht. Die Verwundung geschieht unversehens, von dem 
auf dem Baume versteckten Feinde ; sie geschieht meuch- 
 lings, von rückwärts ; sie ist auf Tödtung angelegt, indem 
sie das Einhorn an einer nach Jägerbrauch als gefährlich 
erachteten Stelle, hinter dem Blatt, trifft; der Stofs wird 
endlich mit der Lanze ausgeführt. In all diesen Einzel- 
heiten treffen Besonderheiten zu, welche den Tod Christi 
charakterisieren. Christi Tod wird als das Werk Satans 
betrachtet. Dieser wird von' der heil. Schrift als Feind 
(Inimicus autem, qui seminavit ea [zizania], est diabolus. 
Matth. 13, 39), als Menschenmörder (Ule [diabolus] homi- 
cida erat ab initio. Joann. 8, 44) bezeichnet, Judas Is- 
kariot wird in dem Verrath des Herrn als Werkzeug des 
Satans geschildert (Et post buccellam, introivit in eum 
satanas. Et dixit ei Jesus : Quod facis, fac eitius. Joann. 
13, 27) ; der Lanzenstofs aber, womit die Seite Christi er- 
öffnet ward, mufs als der Erweis vom Abscheiden des 
Herrn recht eigentlich als typisch für den Opfertod 
Christi überhaupt angesehen werden (Unus militum lan- 
cea latus eins aperuit. Joann. 19, 34). Dafs die That 
vom Baum her geschieht, hängt sicher mit dem Gedan- 
ken zusammen, dafs, wie vom Baume im Paradiese das 
üebel und der Tod, so auch vom Baume des Kreuzes 
der Tod Christi und die Errettung vom Tod der Sünde 
sich herleiten. In so weit dürften alle Einzelheiten des 
Typus und des Antitypus nach dieser Seite hin sich 
decken. Dafs die Jungfrau^ die Gottesmutter, und in 
dritter Linie die Kirche in der Legende gleichfalls Wech- 
selbegriffe sind, ist keines Nachweises bedürftig. Wenn 
nun in der fraglichen Darstellung die Jungfrau die 
Schale emporhebt, so liegt wohl sicher der gleiche Ge- 
danke zu (irunde. welcher die Gestalt der Kirche beim 
Kreuze stehend das Blut Christi auflangen läfst: die 
Kirche als Bewahrerin der Heilsmittel, welche in dem 
Blute Christi ihren eminenten Ausdruck finden. In un- 
serem Falle also wäre nebst der Opferung Christi auch 



13f) 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



136 



die Verwahrung seiner Gnade in der Kirche an die Ein- 
horn-Legende geiinüpft. Jedenfalls beachtenswerth ist 
der umstand, dafs es nicht ein Kelch ist, welchen die 
Jungfrau erhebt, sondern eine tellerartige Schale von 
der Form einer liturgischen Patena; ob es zulässig und 
vielleicht zu belegen wäre, dafs hierin ein Anklang an 
den heil. Gral wollte ausgedrückt werden, möchte ich 
nur frageweise anregen. 

Was nun die Ausbildung des Stückes im Einzelnen 
betrifft, so ist die Darstellung in eine silberne Platte in 
vertieftem Relief geschnitten und mit durchsichtigem 
Email vielfarbig ausgeschmelzt. Der GJrund ist gemustert 
und blau ; die innere Umrandung mit flachem Mafswerk 
und rothen Spitteln verziert. Die Fleischtheile sind im 
Metall stehen gelassen und vergoldet; auch das niedlich 
in ein gegürtetes, kurzes Gewand gekleidete Figürchen 
des Verfolgers ist ganz in Metall. Nach der eigenthüm- 
lich schlanken, stilvollen Haltung und sonstigen Beson- 
derheiten darf das Stück wohl sicher als rheinische Ar- 
beit um die Mitte des 14. Jahrhunderts betrachtet werden. 
Ein Vergleich mit dem Mittelstück der Patena des sog. 
Willigiskelches im Mainzer Dome berechtigt ebensowohl 
zu dieser Auffassung, wie zu der Annahme, dafs das 
Stück einst in ähnlicher Weise verwendet gewesen, näm- 
lich im Mittelgrund einer Patena, wodurch die vorbild- 
liche Darstellung vom Opfertode Christi und seiner sacra- 
mentalen Erneuerung in der Feier der heil. Messe als 
tiefsinnige Gegenüberstellung vollkommen gerechtfertigt 
war. 

lieber die Vorgeschichte des Stückes konnte ich nur 
erfahren, dafs es erweislich aus der Propstei Pfaffen- 
hofen bei Sauer-Schwabenheim in Rheinhessen, einer ehe- 
maligen Dependenz vom hl. Maximin in Trier, stammt 
und zuletzt in ein Rococo-Möbel eingelassen war. Merk- 
würdiger Weise ist auch die ganze Rückseite mit spiral- 
förmigen Ranken, woran kleine, mehrblätterige rothe 
Blüthen sitzen, verziert; der Grund ist auch hier blau, 
und im Mittel kauert ein niedliches, maskenartiges Thier- 
figürf'hen, wie solche den mittelalterlichen Miniaturen 
und Emailarbeiten (z. B. im Schatz des Mainzer Doms 
an dem achteckigen Gefäfs) geläufig waren. Zwar sind 
beide Seiten von Beschädigungen nicht frei, aber doch 
ist die Erhaltung im Ganzen befriedigend. 

Leider wollte es mir, trotz der weitestgehenden 
Schritte, nicht gelingen, das in mehrfacher Beziehung in- 



teressante Stück einer öffentlichen Sammlung zu sichern; 
das Stück ist inzwischen doch durch Ankauf in das 
kgl. bayer. Nationalmuseum in München gelangt. 

Mainz. Friedrich Schneider. 



Der verehrte Verfasser hat nichts dagegen zu er- 
innern gefunden, dafs ich eine von der seinen theilweisc 
abweichende Deutung, obwohl er derselben sich nicht 
glaubte anschliefsen zu können, hier anfüge. Es scheint 
mir die Deutung des FigUrchens auf dem Baum als Dia- 
bolus homicida nicht zutreffend. Dasselbe stimmt mir 
zu sehr mit jenen Figürchen der Minne überein, die in 
den Elfenbeinschnitzwerken des 13.— 14. Jahrh. eine so 
grofse Rolle spielten, die, weil von den Franzosen zuerst 
verwendet, da dort amour männlichen Geschlechtes ist, 
als junger Mann dargestellt erscheint, obwohl sie mit 
dem klassischen Knaben Amor kaum mehr verwandt ist. 
Ich erinnere z. B. an das Täfelchen in Maihingen, abge- 
bildet bei V. Eye und Falke, Kunst und Leben der Vor- 
zeit (Ausgabe v. 18.^8) I. Bd., Taf. 46. 

Das sowohl weltliche als geistliche Liebe zugleich 
bedeutende deutsche Wort ;^Minue" mag die Brücke ge- 
wesen sein, über welche die Caritas zu einer mit dem 
Amor gleichartigen Darstellungsweise gelangt ist. Die 
Caritas, einer der Rüden in der Jagd des Einhornes, die 
Liebe Gottes zu den Menschen ist es aber, welche von 
Anbeginn an zum Rathschlusse der zu vollziehenden Er- 
lösung geführt und so auch im Symbole dem Abbilde 
des Erlösers, dein Einhorn, den Tod gibt, nachdem es 
im Schofse der Jungfrau Zuflucht gefunden. Gerade 
durch diese Gestalt, welche die Minne Gottes hier ange- 
nommen hat, wird aber der deutsche Ursprung des Stü- 
ckes, das in seiner Erscheinung doch auch einiges vom 
französischen Charakter trägt, fast eben so sicher, wie 
aus der Provenienz klar gelegt. Er ist aber auch kein 
der Sj^mbolik bei der Jagd des Einhornes fremdes Ele- 
ment, sondern nur eine der frühereu Zeit unseres Stückes 
entsprechende, nicht alle Einzelmomente erschöpfende 
Wiedergabe desselben Gedankens in dieser Darstellung 
enthalten , wobei aber noch der in der Jagd des Ein- 
hornes aufgegebene Gedanke der Bewahrung der Heils- 
mittel durch die Kirche hinzutritt. 

A. Esseu wei n. 



N ü r n b e r g. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. E s s e n w e i n. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei C. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BKILAfiiE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1883. J\? 5. Mai. 



Chronik des 2:ermanisehen Museums. 



Nürnberg, den 25. April 1883. 

Se. Excellenz der kgl. preufs. Herr Finanzminister Scboltz hat 
unsere Anstalt zu grofsem Danke verpflichtet, indem er durch Er- 
lafs vom 12. März dem Museum die Erbschaftssteuer im Betrage 
von 800 m. für die uns im Jahre 1881 zugefallene Rosenberg'sche 
Sammlung erlassen hat. 

Von einem Ungenannten sind uns für die Sammlungen 300 m. 
übergeben worden; \on Fabrikbesitzer Tafel in Nürnberg zu dem- 
selben Zwecke 50 m. 

Die Herren Ruttmann & Klein, Uhrenhandlung en gros, in 
Kempten haben dem hiesigen Uhrmacherverein 30 m. zur Förderung 
der Bemühungen desselben um unsere Uhrensammlung gesendet. 
Das heutige Geschenkeverzeichnifs kann abermals eine Anzahl Ge- 
schenke für diese Abtheilung unserer Sammlungen melden. 

Nachdem die Bewilligung neuer Baumittel von Seite des Rei- 
ches in der letzten Nummer dieses Blattes gemeldet werden konnte, 
hat der Bau nunmehr bereits begonnen, und wir hofien, im Laufe 
des Baujahres noch einen beträchtlichen Theil der Bauten fertig- 
stellen zu können. 

Leider hat unser Verwaltungsausschufs einen schweren Verlust 
erlitten, indem ihm durch den Tod des kais. Reg.-Raths Dr. Ed. 
Freiherrn von Sacken in Wien ein treues und eifriges Mitglied ent- 
rissen wurde. 

Seit Veröfientlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden 
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von öffentlichen Kassen : Buchholz. Stadtrath 15 m. 
Kronach. Stadtmagistrat (statt bisher 6 m.^ 10 m. 

Von Privaten : Bremen. Joh. Theod. Lürman, Kaufmann und 
kgl. bayr. Consul, 10 m. Dresden. Dr. F- Dieffenbach, IT. Redak- 
teur d. Dresdn. Journals, 5 m.; C. Mankiewicz, Bauquier, 15 m.; Dr. 
med. Fr. 0. Manuel 3 m.; Graf E. Rex-Zehista, Premierlieutenant. 
10 m. ; Dr. Martin Schubert 50 m. ; Professor Dr. Treu, Direktor 
der kgl. Antikeusammlungen, 5 m. ; Dr. Heinr. von Zeschau 5 m ; 
Graf von Waidenburg, kgl. jjreufs. Legationsrath, 20 m. Helm- 
brechts. .L G. Pittrof, Bürgermeister, 2 m. Hersbruck. Beck, 
Pfarrer , in Osternohe, 2 m. ; Amalie Geng , Privatiere , Im.; Frl. 
Kuni Hörl 1 m. ; Heinr. Prager, Kaufmann, in Ottensoos, 2 m. ; Her- 
mann Pfager, Kaufmann, in Ottensoos, Im; Reindel , Pfarrer, in 
Eschenbach, Im.; Veit Sperl , Reisender, Im. Hildesheim. Dr. 
med. Dittmar, I. Arzt der Heil- und Pflegeanstalt, 2 m; Carl Kessel- 
hut, Photograph, 2 m.; Meifsner, Hauptsteueramtskontroleur. 8 m.; 
Dr. jur. Schmidt, Stadtsyndikus, 3 m. Kronach. Fritz Pfretzschner, 
Privatier, 8 m. Kronstadt. Dr. Eduard Gusbeth 1 m. Leipzig. H. 
MenJelssohn, Verlagsbuclihändler, 5 m. ; August Siebert, Kaufmann, 
5 m. ; von Streich, Reichsgerichtsrath. 3 m. Nürnberg. Ad. Hiesinger, 
Werkzeugfabrkt., 2m; Georg Lutz, Wirth, 2m.; August Schmidt 
o m. ; Christ. Schmidt, kgl. I. Staatsanwalt, 3 m. ; Sölder, Kaufmann, 
2 m. Pyrbaum. Seyler, Dekan, 6 m. Rothenburg a. T. Beck, Prak- 
tikant, 2 m.; Klein, Buchhändler, 2 m.; Scherm, Assistent, 2 m. 
Tauberbischofshelm. Bach, Obereinnehmer, 2m.; Killinger, Amt- 
mann, 2 m.; Dr. Martens, Lehramtspraktikant, 2 m.; Rasina. Ober- 
amtmann, 2 m. ; V. Usedom, Lehramtspraktikant, 2 m. Werneck. Ro- 
thenbacb, Vikar, 1 m. Wernigerode. Lent. geh. Regierungsrath Ü m. 
Wismar. Michaelis, Weinhändler, 3 m. Zwickau. Bamberger, Bauquier, 



3 m.; Bauermeister, Banipiier, 3 m.; Hunger, Gymnasialoberlehrer, 

2 m. ; Jungmann, Gymnasialoberlehrer, 2 m. ; Serre, Lieutenant, 3 ni. 
Als einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 
Dresden. R. Baldamus, Kaufmann, 10m.; Karl von Carlowitz, 

Majoratsherr auf Kukuksteiu, 10 m. Wörth a. 0. Wilhelm Frhr. 

von Lützelburg, kgl. Amtsrichter, 2 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen, 

(Nr. 8713—8734.) 
Berlin. Landesdirektor der Provinz Brandenburg: 
Photographie eines Kelches. — Chemnitz. Oskar Körner, Kauf- 
mann ; Thaler auf die Rückkehr Königs Joliann, v. Sachsen, 1866. 
— Frankfurt a. M. Dr. jur. J. Siebert, Rechtsanwalt: Belage- 
rung von Gibraltar. 1779. Kpfrst. — Freiburg 1. Br. Fritz Geiges, 
Maler: i Fufsbodenflicsen, 15. Jahrh. 2 glasierte Dachziegel, 2 
glasierte, mit Krappen geschmückte Gratziegel, 15. Jahrh, Gips- 
abgüsse von 2 Ofenkacheln des 15. Jahrh. — Fürth. Röder, Pfar- 
rer : Christus am Kreuz mit Maria, Johannes u. Magdalena ; Leder- 
pressung, 17. Jahrh. — Hildeshelm. Cordt von Brandis, k. Haupt- 
mann a. D.: Stammtafel der Familie Ebert in Niedersachsen. — 
Krakau. Dr. Lothar Dargun, Dozent: Ein Spiel Walter-Scott- 
Tarokkarteu. — Leipzig. Alwin Zschiesche Nachf. (Georg Mül- 
ler) : Eine grofse Serie (ca. 500 Stck.) zusammengehöriger Holzstöcke 
des 18. Jahrh. — Nürnberg. Karl Distel, Fabrikbes. : Innungs- 
schild des Nürnberger Nadler- u. Fischangelmacher- Gewerbes von 
1636. Frau Susanna Meyer, AVundarztswittwe : Ein Dachs- 
hund, kleines Oelgemälde von J. A. Klein. Möfsel, Antiquar: 
Ansicht der Karthause, Bleistiftzeichnung von Maar. Joh, Nie- 
dermann : fieschnitzter hölzerner Pfeifenkopf, 18. Jahrh. E. Pfei- 
fer, Breunereiverwalter: i Grabgefäfse, gefunden 1882 bei Grabowo. 
Fr. Schultheifs, Kirchner: 4 Flugblätter des 18. u. 19. Jahrh 
Alphous Seiler, Kaufmann: Eine Serie von Lackabdrücken der 
Gemmen der Nürnberger SteinschneiderfamiUe Dorsch, 18. Jahrh. 
Thiels, Privatier: Glasgemaltes Wappen, 18. Jahrh. Uhrma- 
ch er \.e rein: Werk einer grofsen Taschenuhr (Reiseuhr) nebst 
Glocke u. Bruchstücken des vergoldeten Messinggehäuses aus der 
ersten Periode der Taschenuhren, ca. 1540. Werk einer ähnlichen 
Uhr nebst Glocke, 17. Jahrb. 5 Kloben von Spiudeluhren. 18. Jahrh. 
Bruchstück eines Uhrwerkes, 17. — 18. Jahrh. — Rostock. K. E. H. 
Krause, Rektor des Gymnasiums: Der älteste Baum unserer 
Flora, Lithogr. Blatt von Ludw. Krause. — Sangerhausen. Dr. 
Schmidt: 2 Bruchstücke mittelalterlicher Seidenstoffe. — Wien. 
Dr. Franz Frhr. v. Mensi, k. k. Ministerialkonzipist : Minia- 
turkalendercheu (Mignou-Almanach). 1813. Einige Flugblätter und 
Loose des 19. Jahrii. — Wolfenbüttel. Dr. P. Zimmermann, 
Archivsekretär : Gipsabgufs eines Siegels Heinrichs des Löwen. 

II. Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,101—47,292.) 
Alzey. Grof sherzogl. Schullehrer-Seminar: Programm 
etc. 1883. 4. — Berlin. Kais. stat. Amt: Statist. Jahrbuch etc.; 
4. Jahrg. 1883. 8. E. Krause: Ders., ein neues Verfahren zur 
Conserviruug der Eisen -Alterthümer. 1882. 8. Sonderabz. Weid- 
mann'sche Buchhandl. : v. Sybel und Sickel, Kaiserurkunden in 
Abbildungen; 5. Lfg. — Brunn. Mährisches (Jewerbe-Museum: 
Das mährische Gewerbe -Museum in Brunn. 1883. 8. — Dresden. 
Comite der Tiedge-Stiftuug: Mittheilung etc. 1882. 4. Vitz- 
thum'sches Gymnasium: Polle, Briefe von Ernestinc Vofs an 



139 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



140 



Kudolf Abeken; IL 1883. 4. Pr. Dr. C. F. U. v. Gerber, kgl. s. 
Staatsminister, Exe. : Codex diplom. Saxoniae regiae ; II. Hauptthl. 
7. Bd. 1883. 4. — Düsseldorf. A. Bagel, Verl.igsh. : Deiters, Re- 
stauration und Vandalismus. 8. — Freiburg i. Br. Her der 'sehe 
Verlagsh. : Real-Encyklopadie der christl. Altertbümer ; hrsg. von 
Kraus. 8. Lfg. 1883. 8. — Frankfurt a. M. Mitteldeutscher 
Kunstgewerbe-Verein: Jahres-Bericht etc. 1882. 8. Real- 
und Volksschule der Israelit. Gemeinde: Biirwald, der 
alte Friedhof der israel. Gemeinde zu Frankfurt a. M. 1863. 4. 
Stadel'sches Kunstinstitut: 10. Bericht etc.; März 1883. 4. 
— Fürth. Roder, Pfarrer: Instruction, weisen sich ein jeder Gas- 
senhauptmann ... zu verhalten. 1658. Pgm. Hs. 4. — Graz. Deut- 
scher akadem. Leseverein: 15. Jahresbericht etc. 1882. 8. — 
Heidelberg. Universität: Neumann, Bernhard von Clairvaux u. 
die .\nf<uige des .zweiten Kreuzzuges. 1882. 8. Kielsling, Beiträge 
zur Kritik einzelner Annalen des XL Jahrh. 1882. 8. Weinitz, der 
Zug des Herzogs von Feria nach Deutschland i. J. 1633. 1882. 8. 
und 4 weitere akademische Schriften nicht historischen Inhalts. — 
Jena. Universität: Freund, Beiträge zur antiochenischen und 
zur konstantinopolitanischen Stadtchronik. 1882. 8. Hertzsch, de 
scriptoribus rerum imperatoris Tiberii Constantini. 1882. 8- Koch, 
vita Henrici IV. 1882. 8. Rauchenstein, der Feldzug Cäsars gegen 
die Helvetier. 1882.8. v. Scheffler, über d. Epochen der etruskischen 
Kunst. 1882. 8. Schweitzer, die Entwicklung der national. Dichtung 
in Norwegen. 1881. 8. und 45 weitere akademische Gelegenheits- 
schriften. — Königsberg. Universität: Härder, der EinHufs Por- 
tugals bei der Wahl Pius VI. Malotka, Beiträge zur Geschichte 
Preufsens ; 1882. 8. Richter, die Chroniken Bertholds und Bernolds. 

1882. 8. Skowronnek, quellenkritische Beitrage zur Wallonstein- 
frage. 1882. 8. und 4 weitere akadem. Schriften. — Leipzig. Breit- 
kopf u. Härte 1: Frauzos, deutsches Dichterbuch aus Oesterreich. 

1883. 8. C. G. Freytags Verlag: Gindely, Geschichte des dreifsig- 
jährigen Krieges. 1. — 3. Abth. 1882.8- J. Guttentag, Verlagsh.: 
Reifsmann, Christoph Willibald von Gluck. 1882. 8. Dr. Oscar 
M 1 h e s , k. sächs. Baurath : Ders., die Baukunst des Mittelalters 
in Italien ; L— IIL Theil. 1882. 8. Durch die B. G. Teubner'sche 
Verlagsbuchh. : Seemann , Geschichte des k. Gymnasiums zu Neu- 
stadt in Westpreufsen. 1882. 4. Inowraclawer, Meier Helmbrecht 
von Wernher dem Gartenaere. 1882. 4. v. Karwowski, ein Brief 
der Herzogin Mathilde von Oberlothringen au König Miecyslaw IL 
von Polen. 1882. 4. Dietrich, über den Bau des Trauerspiels Emi- 
lia Galotti. 1882. 4. Hartwig, aus dem Leben des Prinzen Chri- 
stian von Waldeck. 1882. 4. Bernhardt, Nachrichten über das Le- 
ben des Job. Phil. Krebs und seines Sohnes Rudolf Krebs. 1882. 4. 
Süpfle, über den Kultureinflul's Deutschlands auf Frankreich. 1882. 4. 
V. Jan, die griech. Saiteninstrumente. 1882. 4 Kromayer, kurzer 
Bericht über die Entwicklung des Gymnasiums zu Weilsenburg v. 
1871 — 81. 1882. 4. Breitung, Bemerkungen über die Quellen des 
Dio Cassius LXVI— LXIX. 1882. 4. Stein, die Nibelungensage im 
deutschen Trauerspiel; I. Thl. 1882. 4. Cramer, die Nibelungen- 
strophe. 1882. 4. Albers, Konig Dagobeit in Geschichte, Legende 
u. Sage. 1882. 4. Polle, Briefe v. Ernestine Vols an Rud. Abeken. 
1882. 4. Weifsschuh, Religion, Charakter und Sitte der Deutschen 
nach der Germania des Tacitus. 1882. 4. Held, Geschichte der 
humanistischen Lehranstalt in Ravensburg. 1882. 4. Häufsner, die 
deutsche Kaisersage. 1882. 4. Eisenlohr, Beiträge zur histor. Gram- 
matik der englischen Sprache. 1882. 4. Behne, vergleichende Gram- 
matik und ihre Verwertung etc. 1882. 4. Wisser, zu Spervogel. 
1882. 4. Trenkamp, über Otto I. Bischof von Münster. 1882. 4. 
Baranowski und Weber, ostlitauische Texte. 1882. 8. Dauber, Ver- 
zeichnifs der Lehrer des Helmstädter Gymnasiums von 1817 — 1882. 
4. Berwerth und Fabini, fachwissenschaftlicher Katalog der Biblio- 
thek des Gymnasiums in Schäfsburg. 1882. 4. Keiutzel, der Heliand 
im Verhältniis zu seinen Quellen. 1882 4. Baumann, zur Ge- 
schichte von Mühlbach. 1882. 4. Reifsenbergor, 2. Nachtrag zu : 
Die siebenbürg. Münzen des Frh. S. v. Bruckenthal'schen Museums. 
1882. 4. Platz, die Capitularien der fränkischen Könige. 4. Eng- 
lert, commentatio de catalogo archiepiscoporum Moguntinensium 
Wimphelingiana. 1882. 8. Höger, kleine Beiträge zur Bestimmung 
und Erklärung der im Codex Falkensteinensis, im Codex Garzensis 
und im Codex traditionum Augiensium vorkommenden Persoijen- und 



Ortsnamen. 1882. 8. Jörg, die Naturwissenschaft des Paracelsus. 

1882. 8. Mayer, li Miserere. Pikardisches Gedicht aus dem XII. 
Jahrh. 1882. 8. Fesenmair, D. Diego Hurtado de Mendoza, ein 
spanischer Humanist des 16. Jahrh. 1882. 8. Wimraer, die histori- 
sche Kulturlandschaft. 1882. 8. Schneeberger , die Wechselbezieh- 
ungen zwischen Schillers Teil u. Shakespeares Jul. Cäsar. 1882. 8. 
Albert, drey griechische Mythen in Calderons Sakramentspielen. 1882. 
8. Völcker, Geschichte d. Studienanstalt Schweinfurt; I. Thl. 1882. 8. 
Jäcklein, die Frithjofsage, aus dem Altnordischen übersetzt. 1882. 8. 

— Marburg. Rein, Professor: Katalog zur geograph. Ausstellung 
zu Frankfurt a. M- 1883. 8. Breusing, Leitfaden durch das Wiegen- 
alter der Kartographie bis zum Jahre 1600. 1883. 8. — Münster. 
J. B. Nordhoff: Ders., der vormalige Weinbau in Norddeutsch- 
land; 2. Ausg. 1877. 8. — Nördlingen. C. H. Beck'sche Buchh. : 
Zeiträg, Sammlung kalligraphischer Musteralphabete ; IV. Heft:' 
Monogramme, qu. 4. Schultheis, europäischer Geschichtskalender; 
14.-22. Jhg. 1873—81. 8. Vogt, die bayerische Politik im Bauern- 
kriege und der Kanzler Dr. Leonh. v. Eck. 1883. 8. Bestmann, 
Geschichte der christlichen Sitte. Theil I und II, 1. 1880 und 83. 
8. — Nürnberg. G. Benda, Antiquar: Neu-Corrigirtes Catholisch 
Namenbüchel. 8. J. F. Rüll: Neues Repertorium von seltenen 
Büchern; 1.-3. Stück. 1795—97. 8. Alphons Seiler, Kauf- 
mann: de Pluvinel, . . Reitkunst. 1628. 2. The od. Freih. von 
Tucher: Gervasius, Eleazaris uraltes chymisches Werk; 2. Aufl. 
1760. 8. — Offenbach. Grof sherzogl. Realschule: Programm 
etc. 1883. 8. Metz, über die pseudoskopische Ablenkung paralleler 
Linien , wenn dieselben in gewisser Weise von Querstrichen durch- 
setzt sind. 1883. 4 — Oldenburg. Bültmann u. Gerriets, Ver- 
lagsh. : Raschke, die Genossenschaften im Mittelalter und die heut 
anzustrebenden Innungen. 1882. 8. — Pforta. Dr. II. Ilädicke: 
Ders. : die Reichsunmittclbarkeit und Landsässigkeit der Bistümer 
Brandenburg und Havolberg. 1882. 4. — Pforzheim. Kunstge- 
werbeschule: Programm etc. 1883. 8. — Plauen. Gymnasial- 
und Realschul an stalt: Fischer, Studien zur byzantinischen 
Geschichte des 11. Jahrh. 1883. Pr. — Rostock. Gymnasium u. 
Realschule I. 0.: Klöpper, Herder's Weimarer Schulreden in 
ihrer Bedeutung für Erziehung und Unterricht. 1883. 4. Pr. D r. 
K. E. H. Krause, Direktor: Ders,, zum dreihundertjähr. Bestehen 
des Bröcker-Stiftes in Rostock. 1883. 8. — Saarlouis. Adalb. Ru- 
d 1 f : Ders. , eine Götterstätte im Eifellande. 8. Sonderabdr. — 
Salzwedel. K. Gymnasium: Jahresbericht etc. Ostern. 1883. 4. 

— Schweinfurt. C. F. Gadeuiann: Zimmermann, auserlesene 
Predigten; 11. Thl. 1759. 4. — Stettin. Roh. Grafsmann, Ver- 
lagsh. : Ders., die Menschenlehre , oder die Anthropologie. 1883. 8. 

— Stuttgart. K. württemb. Ar chiv- Direkt! on : Wirtember- 
gisches Urkundenbuch ; 4. Bd. 1883. 4. (2 Exempl.) K. statist.- 
topograph. Bureau: Beschreibung des Oberamts Künzelsau. 

1883. 8. — Tübingen. Universität: Systematisch-alphabetischer 
Hauptkatalog der k. Universitätsbibliothek in Tübingen ; Philosophie, 
1. Ergänzungsheft. 1882. 4. Tübinger Universitätsschriften aus d. 
J. 1882. 4. XXVIII. Zuwachsverzeicbnifs der k. Universitäts-Biblio- 
thek. 1881 — 82. 4. Bessert, das Wesen des Servituten-Besitzes. 
1882. 8. Ruprecht, der Erbpacht. 1882. 8. und 33 weitere akade- 
mische Gelegenheitsschriften. — Tüngen. Th. Blell, Kreisdepu- 
tierter : Ders., zwei Vorlegeschlösser des jüngeren Eisenalters. 8. 
Sonderabz. Ders. die Eisenalterthümer uns. heidn. Vorzeit etc. 8. 
Sonderabz. Ders. , die fränkischen Rundschilde des 6. Jahrhdts. n. 
Chr. 8. Sonderabz. — Wien. Wilh. Braumüller, k. k. Hof- u. 
Universitätsbuchh. : Rollet, die Göthe-Bildnisse, biogr. u. kunstgesch. 
dargestellt; 1.-4. Liefg. 1881 und 82. 4. v. Höfler, Don Antonio 
de Acuiia, genannt der Luther Spaniens. 1882. 8. Metternich- 
Winneburg, aus Metternichs nachgelassenen Papieren; Bd. I. — V. 
1880—82. 8. Quellenschriften für Kunstgeschichte etc. ; XII — XVIH. 
1878—82. 8. Dr. Frz. Frhr. v. Mensi, k- k. Ministerialkonzipist: 
Almanach auf d. J. 1797. 16. Oesterr. Bauern -Kalender auf d. J. 
1856. 12. Neuer österr. Kalender f. d. J. 1866. 12. Neuer Bauern- 
Kalender auf d. J. 1883. 12. K. k. österr. Provinzial-Kalender f. 
d. J. 1789, 1791, 1797. 4. Neuer österr. Schrcib-Kalender auf d. 
J. 1806. 4. Neuer Krakauer Schreib-Kalendcr auf d. J. 1831. 4. 
Neuer Krakauer Kalender auf d. J. 1859. 8. Oesterreichischer 
Bauernkalender für d. J. 1866. 8. 



141 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



142 



III. Für das Archiv. 

(Nr. 4807-4810.) 

Chemnitz. Joseph Feller, Bucbhiindler : Erlafs des Kaisers 
Karl VI. für deu Grafen Alexander Karoly von Kagy Karoly. 1725. 



Pap. — Nürnberg. Gut tkneclit, Privatier: Brief des Georg Eb- 
ner, d. d. Altdorf, 14. Febr. 1.577. Pap. — Autograph des Kurfürsten 
Maximilian Joseph von Bayern. 1803. Pap. — Wien. Dr. Franz 

Frhr. v..Mensi, k. k. Ministerialkonzipist : Brief des Mineralogen 
Fr. Mobs an Prof Franz Riepel. 1825. Autogr. 



Schriften der Akadeiiiieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind: 



Verein für siebenb ürgiscbe Landeskunde: 

Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 3. Hermannstadt, 
8. Studenten aus Ungarn und Siebenbürgen an der Prager Uni- 
versität im XIV.— XV. Jahrhdt. (Schi.) Von Jos. Teige. — Das 
Ausscbuhen der Frauen in der Fafsnacht. Von J. Wolff. — Lite- 
ratur etc. 

Magyar tudomanyos Akademia in Budapest: 

Körösi, Budapest nemzetisegi ällapota es magyarosodäsa. etc. 
1882. 8. 

Almanach etc. 1883. 8. 

Emlekbeszedek etc. 1882. I.— V. szäm. 8. 

Ertekezesek a tasard. etc. VF köt. I.— VF szäm. 1881—83. 8. 

Ertekezesek a törtenelmi etc. IX. köt. XI. szäm ; u. X. kö- 
tet. L— III. u. V.— X. szam, 1882 u. 83. 8. 

Ertekezesek a nemzetgazdas. etc. I. köt. I. — V. szäm. 1882. 8. 

Vämbery, a magyarok eredete. etc. . . I. II. K. 1882. 8. 

Ertesitij etc. XVI. evfolyam. . . L— VI. szäm. 1882. 8. 

Monumenta Hungariae historica. etc. 1882. 8. 

, Ungarische Revue hrsg. v. Paul Hunfalvy u. Gustav 

Heinrich. . . VII.— X. Heft 1882, u. L— III. Heft. 1883. 8. 

Ortvay, Magyarorszäg regi vizrajza etc., ... I. u. II. kötet, 
1882. 8. 

Pesty, a Magyarorszägi värispänsägok törtenete etc. 1882. 8. 

Benediktiner- und Cisterzienser-Orden : 

Studien u. Mittheilungen etc. IV. Jhrg. 1883. 2. Heft. 8. 
Propst, Dekan u. Prior in ihrem gegens. A^erhilltnisse. Von Ben. 
Braunmüller. — Regesten zur Geschichte der Benediktiner- Abtei 
Brenov-Braunau in Böhmen. Von R. Schramm. (Schi.) — Beitrag 
zur Lebensgesclüchte des Anton Wolfradt, Abtes von Kremsmün- 
ster, Fürstbischofs von Wien. Von Dr. B. Gsell. (Schi.) — Ueber 
die Entwicklung der cbristl.. römischen Hymnenpoesie (III.) Von 
A. Salzer. — Die Schriftsteller 0. S. B. im heutigen Königreich 
Würtemberg v. J. 1750 bis zu ihrem Aussterben. Von A. Lindner. 
(Forts.) — Das Stift Heiligenkreuz u. s. Besitzungen i. J. 1683. 
Ein Beitrag zur heurigen Jubelfeier der Belagerung Wiens durch 
die Türken. (I.) Von Dr. B. Gsell. — Die erste Kirchenversamm- 
lung auf deutschem Boden. (I.) Von Dr. P. Ambrosius. — Die 
österr. Benediktiner-Congregation (II). Von . Adalb. Dungl. — Bei- 
träge zur Geschichte des ehemaligen Benediktiner- Stiftes Mondsee 
in Ober-Oesterreich. Von Dr. 0. Schmid. (Forts.) — Aus dem So- 
nettenkranze : „S. Benedikt u. sein Orden". Von Fr. S. Domanik. 
(Forts.) — Ergänzungen zur Biographie und literar. Thätigkeit des 
Abtes Rupert Kornmann von Prüfening. Von R. Mittermüller. 
(Schi.) — Seelbuch des ehemal. Bened. Nonnenklosters Schönau in 
Nassau. Von F. W. E. Roth. — Zur Geschichte des Cäcilienklo- 
sters in Köln. (I.) Von J. B. D. Jost. — Zur Geschichte des Klo- 



sters Bleidenstatt 0. S. B. in Nassau. Von F. W. E. Roth. — 
Berichte. — Nekrologe. — Literatur. 

Deutscher Verein z. Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

Sammlung etc. Nr. 82. Die Sprachgebiete Europas am Aus- 
gange des Mittelalters, verglichen mit den Ziiständen der Gegen- 
wart. Von F. Blumentritt. 

Herald.-genealogischer Verein „Adler" in Wien; 

Jahrbuch etc. IX. Jahrgang. Wien, 1882. 4. Mit XIII Bild- 
tafeln und in den Text gedruckten Illustrationen. — Vereins-Chronik. 

— Ziu- Genealogie des Hauses Rohan. Von Dr. E. G. Graf von 
Petenegg. — Eine kärntnerische Familienfehde. 1591. Von L. von 
Beckh-Widmanstetter. — Das dänische Reichs- und Königswappen. 
Histor. -heraldische Abhandlung von Dr. jur. Gurt 0. von Querfurth. 

— Die erblichen Gesellschaften (Zünfte) im alten Freistaate von 
Bern. — Von A. Frh. v. Steiger-Münsingen. — Das Wappen des 
Papstes Adrian VI. Von M. Grafen von Nahuys. — Das Wappen 
der Stadt Wiesbaden. A'ou H. A. G. von Göckingk. — Ueber das 
Adelswesen auf den jonischen Inseln. Von Frz. Alex. Altmann. — 
Das Wappen der Grafen von Lichtenstein-Castelcorn. Von J. L. 
Klemme. — Alphabet. Register der Standeserhöhungen Kaiser 
Karls V., welche in den im k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchive 
aufbewahrten Registraturäbüchern Kaiser Karls V. eingetragen sind. 
(Forts.) — Ueber den Adel im Königreich der Niederlande. Von 
H. A. G. V. Göcking. — Zwei Vermählungen im Hause Longueval in 
der Linie Vaux-Bouquoy. Von Arnold Frh. von Weyhe-Eimke. — 
Freydal. . . . Von Quirin Leitner. — Die kaiserlichen Wappenbriefe 
und Adelsdiplome, beziehungsweise Adelsbestätigungen der verschie- 
denen Familien Winckler . . . Von A. von Dachenhausen. — Die 
Sires von Neufchätel. Eine Studie von J. L. Klemme. — Das 
Stammwappen des Hauses Habsburg. Von Dr. E. G. Grafen von 
Petenegg. — Das Wappen „Neu-Oesterreich." Von dems. — Die 
Anfänge des Hauses Habsburg. Von Dr. Th. von Liebenau. — 
Literatur. 

Monatsblatt de^s. Vereines. Jhg. 1883. Nr. 27. 8. Vereinsan- 
gelegenheiten. — Ein hohenlohisches Wappen an der „turris Cae- 
saris" zu Monopoli. Von Dr. F. K. Fürsten zu Hohenlohe-Wal- 
denbürg. — Literatur. — Nekrologe. 

K. k. österr. Museum für Kunst und Industrie: 

Mittheilungen etc. Jhg. 1888. Nr. 210. AVien. 8. Franz Ritter 
von Hauslab. Nekrolog, gesprochen von R. von Eitelberger. — 
Die florentinische Bronze.  — Literatur etc. 

Dombau verein zu Wien: 

D"bmbauvereins-BIatt. IH. Jahrg. 1883, Nr. 17. 8. Der ehe- 
malige St. Ursula-Altar zu St. Stephan. Von Dr. AV. A. Neumann. 

— Urkundliche Mittheilungen über St. Stephan. A'on E. Hütter 



143 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



144 



— Kaiser]. Mandat wider das Spacieren Im St. Stephans Thuemb- 
kirchen. 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883. Nr. 6. 8. Clubangelegen- 
heiten. , 

Naturwissenschaft!. Verein für Steiermark in Graz: 

Mittheilungen etc. Jhg. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten. 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 

Der Kirehenschmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 2. 8. Maria 

Strafsengel. (Forts.) — Das Paviment der Kirchen. (Forts.) — Das 

Quersehiff des Domes zu Gurk in seiner ursprünglichen Anlage. 

Von Alfr. Schnerich. (Mit Abb.) — Die Kirchen der Renaissance 

in Mittelitalien. Von P. Laspeyres. — Pietät bei Restaurationen. 

— Notizen. 

Kunst-Gewerbe-Verein zu München: 

Zeitschrift etc. Jahrg. 1863. Heft 1 u. 2. 2. Die Getafse der 
Keramik. Vortrag von Dr. P. F. Krell. (Mit Abb.) — Vereins- 
chronik. — Vermischte Mittheilungen. — Literatur. — Unsere 
kunstgewerblichen Musterblätter. 

Münchener Alterthums verein : 

Die Wartburg etc. X. Jhg., 1883, Nr. 3. 8. Künstlerurtheil u. 
Kunsturtheil. Von Max Schasler. — Nekrolog: Dr. Karl Mayer 
von Mayerfels. Von Dr. C. Förster. — Vereinsangelegenheiten. 

— Kleine Mittheilungen etc. 

Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg: 
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. von Dr. 0. von 
Schorn. XVII. Jhg. 1883. II. und III. Heft. 8. Mit Nr. 2—5 
der Mittheilungen. Die Ausstellung der Central-Union der Deko- 
rativ-Künste zu Paris. Von Herrn. Billung. — Die altdeutschen 
Gläser in der Mustersammlung des bayr. Gewerbemuseums. Von 
C. Friedrich. Mit Abb. — Kleine Nachrichten. — Literatur. — 
Abbildungen: Theil des Bettes der Maria Antoinette. — In Gold 
gestickte Haube vom Ende des 18. Jhdts. — Ornamentmotiv 
vom Palazzo ducale in Mantua. — Elfenbeinhumpen aus dem 
17. Jhdt. — Truhenschlofs aus ders. Zeit. — Nürnberger Haube 
vom Ende des 17. Jhdts. — Tapete aus dem J. 1788 nach Zeich- 
nungen von Prieur. — Intarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz. 

— Glas nach einer Zeichnung von Stefano della Bella. — Mar- 
morfufsboden aus der Certosa bei Pavia. 

Mannheimer Alterthums-Verein : 

Jahres-Bericht f. d. Geschäfts-Jahre 1881 u. 1882. 1883. 4. 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine : 

Correspondenzblatt etc. 30. Jahrg. 1883. Nr. 1 u. 2. Darm- 
stadt. 4. Vereinsangelegenheiten. — Die Ausgrabungen auf der 
ersten Stätte des Klosters Lorsch. V«n E. Wörner. — Zur Ge- 
schichte der Mainzer Archive. Mitgetheilt von W. Velke. — Ueber 
vorhistorische Erdeinschnitte in der Umgegend von Friedberg. 
Vortrag . . von Gustav Dieffenbach. (Mit 1 Tafel Abbild.) — Rö- 
misches aus Friedberg in der Wetterau. Von R. Schäfer. — Rec- 
tification der Strafsheimer Votiv - Inschrift in der Stadtkirche zu 
Friedberg. Von dems. — Eine neue römische Inschrift in Mainz. 
Von Dr. J. Keller. — Ein neuer Fund von Sarmizegetusa. Von 
Pfr. Arz. — Ein Hügelgrab im Lorscher Walde. Von Fr. Kofier. 
Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur. 

Lahnsteiner Alterthumsverein : 

Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . . 
1. Jhg. 1883. Nr. 1 u. 2. 



Geschichte des Vereins. Vorwort zum Rhenus. Von G. Zülch. 
Urkundliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von C. 
von Ledebur. — Zur Geschichte des Königsstuhis und der Wenzels- 
kapelle. Von J. Hellbach. — Die Grabstätte des Archidiaconus 
Heinrich von Bolanden zu Garden. Von F. W. E. Roth. — Ueber 
griechischen Einflufs auf die rheinisch-gallische Töpferkunst , sowie 
über eine Gallier-Ansiedlung zu Horchheim und deren Entstehungs- 
zeit. Von Const. Konen. — Vermischtes. — Zur Geschichte der 
alten Thurmuhren im Rheingau. Von F. W. E. Roth. — Wildrut, 
die Mutter Conr. Kurzbolds, Grafen in Niederlahngau, schenkt dem 
Kloster Seligenstadt den Zehnten in der Diezer, Braubacher und 
Oberlahnsteiuer Mark . . (i. J. 933.) Von J. Hellbach. — Rech- 
nung des Johannes Hirfsfelt, Kellners im Schlofs Lahnstein. 1444— 
1446. Von G. Zülch. — Der Arnsteiner Hof. Von dems. 

Verein für nassauische AI terthumskund e und Ge- 
schichtsforschung: 

Annalen etc. 17. Bd. 1882. Wiesbaden. 8. Vereinsnachrichten 

— Zur Geschichte des Rheingaues. Beiträge zur Geschichte der 
Klöster Rupertsberg und Eibingeu. — Die Beschreibungen des 
Rheingaus von Bartholomäus Angeln und Jobs. Butzbach aus dem 
XIV. u. XV. Jhdt. Von Prof Fr. Otto. — Kaspar Hedios Send- 
brief an die Rheingauer vom 25. Novbr. 1524. Von dems. — Brand 
zu Bingen 1540, 27. Juli. Von dems. — Brief des Pfarrers Gg. Steritz 
zu Bingen 1577. Von Dr. Widmann. — Zur Geschichte von Eber- 
bach während des dreifsigj. Krieges. Von dems. — Karte des 
Rheingaues von 1575. Von Prof Fr. Otto. (Mit 1 Taf.) — Stati- 
stisches : Die Waldschmieden bei Weilburg im XV. Jhdt. Von Fr. 
Otto. — Die Zahl der Pferde vor dem 30jähr. Kriege. Von dems. 

— Die Zahl der in den Jahren 1629—1631 in der Herrschaft Dil- 
lenburg verbrannten Hexen. Von Lautz. — Kleine Mittheilungen 
zur Geschichte Königsteins. Von Dr. Widmann. — Der Brand von 
Villmar im September 1536, Gedicht des Reinh. Lorich von Hada- 
mar. Mitgeth. v. Dr. A. Krebs. — Eine Reise des Grafen Ludwig 
Friedrich von Nassau-ldstein im Jahre 1654. Mitgeth. von J. G. 

— Nauborn, nicht Nievern. — Kindlinger, Habel und die naussaui- 
sche Alterthums-Gesellschaft. Von Frh. von Medem. — Die Höhlen 
bei Steeten a. d. Lahn. Von von Cohausen. (Mit 5 Tafeln.) — Der 
neue Höhlenfund von Steeten. Von Dr. H. Schaaffhansen. (Mit Ab- 
bild.) — Gräber. Von v. Cohausen. — Wallburgen, Höhlen. Von 
dems. — Zur Schlacht bei Cronberg am 14. Mai 1389. Von Dr. 
Widmann. — Römische Bauwerke. Von v. Cohausen u. L. Jacobi. 

— Mittelalterliche Bauwerke von v. Cohausen u. Heckmann. — 
Zur Topographie des alten Wiesbaden. Von v. Cohausen und Dr. 
Reuter. — Inschriften etc. 

Kais. Leopoldino-Caroliuische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XIX, Nr. 3 — l. Akademie-Angelegen- 
heiten. — Nekrolog. — Literatur etc. 

Vogtland, altertumsforschender Verein zu Hohen- 
leuben : 

52. u. 53. Jahresbericht etc. u. 4. u. 5. desgl des geschichts- 
u. altertumsforschenden Vereins zu Schleiz. (1882). 8. Der Fran- 
kenwald. Von Meyer. — Die ältesten Stadtrechte. Von Dr. Al- 
berti. (Forts) — Berichte über Ausgrabungen. Von R. Eisel. 
(Forts.) — Ueber die Provinz Sorawe. Von Dr. Saalborn. — Zwei 
Schlüssel u. ein Kompafs. Von Dr. Köhler. — Das deutsche Volks- 
märchen. Von P. Garthe. — Gesellsehaftsangelegenheiten. 



140 



Anzeigi'i' für Kunde der deutschen Vorzeit. 



140 



Münzfor scher- V.erein: 

Blätter für Münzfreunde. XIX. Jahrg. 1883. Nr. 107. Redig. 
von C. G. Thieme. Leipzig. 4. Hervord, eine herzog! . Jülich 'sehe 
Münzstiitte. 1578, 1579, 1582. Von P. Joseph. — Mittelalterliche 
Frankfurter Bleiraarken. Von dems. — Vermischte Nachrichten. 

Numismat.-sphragistischer Anzeiger etc. Hrsg. von Walte und 
Bahrfeldt. XIV. Jhg. Nr. 2. Hannover, 1883. 8. Die Münzen 
der Ilerzogthümer Bremen und Verden unter schwedischer Harr- 
schaft. 1G48— 1719. Von M. Bahrfeldt. (Forts.) — Bemerkungen 
zu Schlickeysen, Abkürzungen etc. 2. Aufl. 

Alterthumsgesellschaft Prussia zu Königsberg: 

Sitzungsberichte etc. im 88. Vereinsjahre. November 1881 — 
1882. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Die Eisenaltertümer un- 
serer heidnischen Vorzeit in den Sammlungen Deutschlands und 
ihre Konservierung. Von Th. Blell-Tüngen. — Arabische Münz, 
funde in Altpreufsen. Von Dr. Rüdiger. — Ostpreufsische Hügel- 
gräber bei Wangniek bei Landsberg, Kr. Pr. Eylau. Von v. Sau- 
den. — Ueber den Pfahlbau im Soldiner-See in der Neumark. Von 
v. Kamienski. — Ueber ein Urnenfeld der Nieder -Lausitz in der 
Mark Brandenburg. Von v. Fromberg. — Das Gräberfeld zu Tra- 
ten, Kreis AVehlau. Von Lorek-Popelken. — Der Tartarenhelm 
von Georgenburgkehlen, Kr. Insterburg. Von Th. Blell-Tüngen. — 
Ein altrussischer Helm von Kowno. Um 1400. Von dems. — Der 
Wasianskysche Bogenflügel. Von Dr. Zander. — Ein Beitrag für 
die Stammbücher. Von Beckherrn. — Das Gräberfeld von Sto- 
bingen, Kr. Wehlau. Von Dr. med. Sommer. — Das kgl. Schlofs 
zu Königsberg i. Pr. Von Kuttig. — Die neuesten gröfseren prä- 
historischen Gräberfunde zu Löbertshof, Kreis Labiau. Von Scher- 
bring. — ^ Ausgrabungen in Pofsritten, Kr. Labiau. Von dems. — 
Vier Hügelgräber vorchristlicher Zeit zu Friderikenhain , Kr. Or- 
telsburg. Von Dr. Bujack. — Vereinschronik. 

Das Prussia-Museum i. Nordflügel des K. Schlosses zu Königs- 
berg i. Pr. Die ausgestellten Alterthümer der historischen Zeit 
mit Einschlufs der Burgwallfunde. 1883. 8. 

Revidiertes Statut der Gesellschaft. 8. 

Verein für Heimathskunde in Müncheberg: 

Sitzungsbericht vom 6. Februar 1883. — Vereinsangelegen- 
heiten. — Mittheilungen aus dem alten Protokollbuch aus den 
Jahren 1717 u. 1718. 

Verein Herold in Berlin: 

„Der deutsche Herold."' Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1883. 
Nr. 3. 4. Nachruf. — Ein heraldisches Jubiläum. Vereinsan- 

gelegenheiten. — Die Wappen der studentischen Korporationen. 
Von Hauptmann. — Wappen der Familie Tesmer (Tesmar). Von 
J. Tessmer. — Ansprüche der Hessen -Hanauischen Vasallen im 
Elsafs auf höhere Titulatur. 1743. Von Dr. S. zu S. — In Sa- 
chen des Wappens I. K. u. K. H. der Kronprinzessin auf der 
Held'schen Jubelmedaille. Von L. Clericus. — Ehewappen I. I. 
K. K. H. H. des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin. (Mit 
Abb.) — Miszellen. — Anfragen. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 

Monatshefte für Musikgeschichte : XV. Jhg. 1883. Nr. 3.6. Ar- 
chivarische Studien im Archiv von Eichstätt in Bayern. Von Ray- 
mund Schlecht (Schi.) — Rynoldus Popma van Oevering. Von 
Eitner. — Ein spanisches handschriftliches Sammelwerk von 1704. 
Von dems. — Joh. Krasmus Kindermann. Von dems. — Anzeige. 
— Mittheilungen. 



Deutscher Graveur- Verein zu Berlin: 
Graveur-Zeitung etc. VH. Jahrg. 1882. Nr. 3. 4 Zu den 
Kunstbeilagen. 

Verein f. Gesch. und Altertumskunde des Herzog- 
tums u. Erzstifts Magdeburg: 

Geschichts-Blätter etc. 18. Jhg. 1883. 1. Heft. Mägdeburg, 
1883. 8. Spiele aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus 
anderen Gegenden Norddeutschlauds . . . Gesammelt von Ph. We- 
gener. — Weitere Auszüge aus dem Copialbuche im Stadtarchive 
zu Burg, enthaltend Begebenheiten aus der Zeit des Schmalkaldi- 
schen Krieges. Mitgeth. von Wolter — Die Bibliothek des Klo- 
sters Berge. Von Dr. Holstein. — Die wüsten Marken des Stadt- 
feldes von Aken. Von W. Zahn. — Dr. Heinr. Toke, Domherr zu 
Magdeburg. Beitrag zur Vorgeschichte der Reformation. . Bear- 
beitet von Ernst Breest. — Literatur. — Vereinschronik. 

Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg: 

Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883. Nr. 2. 1. Febr. 4. 
Nürnberg im XVI. Jahrhundert. Von Otto Brandt. — Technische 
Notizen. 

Verein für hamburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc. 6. Jhg. 1883. Nr. 1—3. 8. Hamburgi- 
sche Medaillen v. J. 1882. Von C. F. Gädechens. — Aus den 
Rechnungsbüchern des Schiffbauer-Amts. Von J. F. V-oigt. — Be- 
amte der Hamburger Münze i. J. 1617. Von C. Walther. — Blaue 
Flagge. Von R. Ferber. — Zur Kirchengeschichte. Von W. Sil- 
lem. — Hautelisse- Weber in Hamburg. Von K. Koppmann. — 
Geschütz - Inschriften. Von C. F. Gädechens. — Die eingewander- 
ten Reformirten in Hamburg und Stade nach ihren Gewerben. — 
Begnadigung vom Galgen zum Schwert. Von K. Koppmann. — 
Zum Sturz des St. Catharinen-Thurmes 1648 Febr. 15. Von C. Wal- 
ther. — Literatur. 

Gesellsch. f. ältere deutsche Geschichtskunde etc.: 
Neues Archiv etc. VHL Bd. 2. Heft. Hannover, 1883. 8. 
Die Register Gregors VII. 2. Papsturkimden in Karlsruhe (bis 
zum J. 1198). Von Jul. v. Pflugk-Harttung. — Nachträge zu den 
Regesten Karls IV. Mitgeth. von Th. Lindner. — Nachricht von 
drei Handschriften in Eisleben, Von W. Wattenbach. — Zur hand- 
schriftlichen Ueberlieferung der Werke des hl. Bonifatius. Von 
A. Nürnberger. — Miscellen. 

K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen: 
Gelehrte Anzeigen etc. 1882. I. u. IL Bd. 8. 
Nachrichten von ders. Gesellschaft u. d. Georg - Augusts - Uni- 
versität. Aus dem Jahre 1882. Nr. 1^23. 1882. 8. 

Centr al- Gewerbe -Ver. für Rheinland, Westfalen etc: 
Westdeutsches Gewerbeblatt. Organ dess. V. Jahrg. I. Nr. 1. 
Düsseldorf. 1883. 8. Programm etc. Die Pflanze in Kunst und 
Kunstgewerbe. Von Dr. Fr. Heinzerling. Mit Taf. I., IL u. HI. 
Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 
Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde ; Januar- 1883. 
Nr. 1. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. — Fundberichte aus dem 
Wallis u. aus Beromünster. Von J. Rahn. (Mit Abbild.) — Dol- 
che aus dem Bieler See mit Wappenschilden am Knaufe. Von 
H. Zeller- Werdmüller. (Mit Abb.) — Verding das Ratthus zu 
Sursee betreffend anno 1538. Von Dr. Th. v. Liebenau. — Der 
ehemalige Capitelsaal und die neue Pfalz des Stiftes St. Gallen. 
Von J. Ludw. Meyer. — Zur Statistik schweizerischer Kunstdenk- 



147 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



148 



mäler. Von J. R. Rahn. V. Canton Freiburg. — Kleinere Nach- 
richten. Zusammengestellt von Dr. H. Escher. — Literatur. 

Section histor. de l'institut R. G.-D. de Luxembourg: 

Publications etc. Annee 1883. — XXXVI. (XIV.) 8. Ar- 
chives de Clervaux, analyses et publiees par M. F. X. Würtb- 
Paquet ... et N. van Werveke. 616 u. XCI Seiten. 

Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles: 

Bulletin etc. Sixieme annee- — 1882. Kr. 5. Novembre — 
Decembre. 8. 

Koninklijke akademie van wetensc happen : 

Verbandelingen. Afdeeling letterkunde vijftiende deel. Amster- 
dam. 1883. 4. De abdij Bloemhof te Wittewierum in de der- 
tiende eeuw. ßijdrag tot de geschiedenis van kerk en beschaving 
in Xederland door Arm. "W. Wijbrands. VII u. 223 Stn. 

Verslagen etc. Afd. Letterkunde. Tweeds reeks. Elfde deel. 
Over de uitgaven en den text der ethica van Spinoza. Von J. P. 
N. Land. — Over de krijgsverrichtingen van 1691 in de Keder- 
landen, tot aan den dood von Louvois. Von W. J. Knopp. — 
Twee romeinsche gedenksteenen te Hörne bij Roermond. Von J. 
Habets. (Mit Abbild.) — Over de ligging der post-statien op de 
romeinsche heerbaan van Tongeren naar Nijmegen. Von dems. — 
Over vier drukken met het jaartaal 1670 van Spinoza's Tractatus 
tlieologico-politicus. Von J. P. N. Land. — Over een brief van 
den kardinaal Baronius betreffende het martelaarschap van Halt. 
Gerard. Von R. Fruin. 

Naam- en Zaakregister op de verslagen etc. . . . Deel I— XII. 
1882. 8. 

Kongl. Svenska vitterhets historie och antiqu. aka- 
demie: 

Antiquarisk tidskrift för Sverige . . . Sjette Del, 3J' haftet. 
Stockholm, 1880-82. 8. 



Tcrniischte Nachrichten. 

57) Neuerdings sind wieder zahlreiche Reste von Pfahlbauten 
im Zürchersee gefunden worden , wie in dem von H. Messikommer 
in Wetzikon und R. Forrer in Hottingen herausgegebenen „Unter- 
haltungsblatt für Freunde der Alterthumskunde" zu lesen ist. Die 
Fundgegenstände stammen sowohl aus der Stein- wie aus der Bron- 
zezeit (Scbw. Grenzp. v. 4. März, Nr. 54 u. „N. Z. -Ztg." vom 
27. Febr., Nr. 58, Bl. 2) und sind besonders ihrer Ornamente halber 
interessant. Dieselben decken sich vollständig mit den Mustern, 
welche Schliemann in Hissarlik nachgewiesen hat. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.) 

58) Das erste Heft des Jalu-gangs 1883 der Mittheilungen der 
k. k. Centralcommission für Kunst- und histor. Denkmale enthält 
wieder eine Reibe von eingehenden Fundberichten prähistorischer 
Gegenstände in Velis bei Jicin, Hofineves, Königsgrätz, Podbaba 
(nächst Prag), Bozen und Sereth (Bukowina), durch welche die Fund- 
chronik des Jahres 1883 wesentliche Ergänzungen erhält. 

59) In Grencheji wurde kürzlich von Dr. Schild eine römi- 
sche Station entdeckt. Zahlreiche Funde von Ziegeln, Amphoren, 
Ampeln , Töpfen , Terracotten etc. sind gemacht worden (Schw. 
Grenzp. v. 8. März, Nr. 57). 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.) 

60) Trier, 31. März. Unweit Wasserbillig hat man nach 



dem „Westdeutschen Korrespondenzblatt' bei Anlage eines Wein- 
berges zahlreiche Gräber aufgedeckt. Die Todten waren 
theils verbrannt (in diesem Falle waren die die Knochen enthalten- 
den Urnen mit Kalksteinplatten umstellt), theils waren die Leich- 
name beerdigt. Einer dieser letztern lag in einem aus vierzehn 
Dachziegeln zusammengestellten Sarkophage. Neun davon waren 
mit dem Stemi)el der Fabrikanten versehen, und zwar werden die- 
selben Fabrikanten genannt, die für den Bau der römischen Kirche, 
welche den Kern des Trierer Doms bildet, und für die römischen 
Thermen in St. Barbara Material geliefert haben. Danach mufs 
jenes Grab den genannten Bauten ungefähr gleichzeitig sein, d. h. 
es ist zwischen 324—385 entstanden. In einem anderen Grabe fand 
mau neben einer bestatteten Leiche eine kleine Gesichtsurne. 
Sämmtliche Alterthümer sind für das Trierer Museum erworben. 

(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 154.) 

61) Ellwangen, 6. April. Dieser Tage stiefsen Arbeiter in 
einem Gemeindesteinbruch nahe am Orte Pfalilheim und in der 
Nähe des früheren Nonnenbades auf einen Grabhügel, welcher in 
einer Tiefe von ca. 4 Fufs zwei menschliche Skelette barg. Diesel- 
ben lagen hart neben einander mit dem Kopf gegen Abend. Zu 
den Fülsen fand man gut erhaltene Lanzen, an den Seiten kürzere 
und längere Schwerter, ferner einen gut erhaltenen eisernen Zaum, 
Stücke von eiserner Rüstung, Metallknöpfe und Sattelschnallen. 
Einzelne Knochentheile waren noch gut erhalten, während andere, 
anscheinend gut konservierte, an der Luft sofort zerfielen. Einer 
der Schädelknochen ist von auffallender Stärke, und ein vorhandener 
Kiefer zeigt noch sämmtliche Zähne. Als in der Umgebung das 
Terrain abgeklopft wurde, kam man auf hohl tönende Stellen und 
bei sofortigem Nachgraben fanden sich in nächster Nähe in einer 
Tiefe von ca. 2 Fufs zunächst Pferdezähne, dann Theile eines mensch- 
lichen Skelets. Die Bruchstücke des Schädels waren umgeben mit 
Perlen von gebranntem Thon, welche in Draht angefafst waren, auch 
einige Metallknöpfe und Theile einer wahrscheinlich goldenen Spange. 
Aufserdem wurden noch am Platze aufgefunden : Ziegelbrocken, 
Theile von Thongeschirr, Eiseustücke etc. Auf das Vorhandensein 
von Särgen wiesen einige Reste und Brocken von Holz. Sämmtliche 
vorgefundeneu Gegenstände wurden durch den Ortsvorsteher sorg- 
fältig gesammelt und sind auf dem Rathhaus in Pfahlheim aufbe- 
wahrt. (Staatsanzeig. f. Württemberg, Nr. 79.) 

62) Oberlahnstein, 20. April. Bei der Anlage eines An- 
schlufsgeleises vom Bahnhofe zu Oberlahnstein fanden Arbeiter in 
der Gegend, wo nach den Vermuthungen der Alterthumsfnrscher 
vor grauen Zeiten Oberlalmstein gestanden haben soll, in mälsiger 
Tiefe und in regelmäfsigen Zwischenräumen menschliche Gerippe. 
Die grofse Zahl derselben, sowie der Umstand, dafs einige zwischen 
Bruchsteinen vergraben lagen, lassen es als sicher erscheinen, dafs 
man hier einen uralten Begräbnifsplatz vor sich habe. Da 
in früheren Zeiten die Todten nur in der nächsten Nähe der Kir- 
chen beerdigt wurden, so gewinnt die von den Alterthumsforschern 
aufgestellte Vermuthung sehr an Wahrscheinlichkeit. 

(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 184.) 

63) Auf dem Uetliberg wurde jüngst in der Nähe des Hotels 
ein Grab mit den Ueberresten eines Leichnams und mehreren Ge- 
genständen aus einer früheren Epoche gefunden. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.) 

64) Im österreichischen Museum zu Wien ist zur Zeit eine 
Stoffsammlung ausgestellt, die .nur Stoffmuster vom 3.-9. Jahrb. 



149 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



150 



unserer Zeitrechnung enthiilt und über 500 verscliiedene Nummern 
zählt. Auf Anregung des Professors Dr. Karabacek in Wien hat 
dessen Freund, Kaufmann Theodor Graf in Kairo, Nachforschungen 
nach Leichenfeldern der christlichen Griechen und Römer in Aegyjj- 
ten aus der nachpharaonischen Zeit angestellt, weil nach Annahme 
desselben die Stoffe jener Zeit, die zwar auch bei uns vorkommen 
müfsten, aber total zerstört sind, sich in Folge der glinstigen Boden- 
verhältnisse nur dort sich conserviert haben könnten. Einem nach 
dreijährigen mühevollen Anstrengungen aufgefundenen Begräbnifs- 
platz entnahm er die aufgestellte Sammlung von Gewändern, Spitzen, 
Stofl'resten, Flechtwerk und sogar Gobelins aus dem angegebenen Zeit- 
räume. Es finden sich Stoffe, welche noch antik -griechische Ein- 
flüsse erkennen lassen und solche mit römischen Zügen ; es sind 
Fragmente vorhanden , welche koptische Schriftzeichen tragen und 
solche von unzweifelliaft persischem Charakter. Neben rohem oder 
feinem Linnen findet sich auch Baumwolle bis zum leichtesten 
Byssusgewebe und wieder Stoffe aus thierischer Wolle und Seide. 
Die Stoffe zeigen lineares und figürliches Ornament. Blüthen- und 
Blattmotive sind vorherrschend, doch finden sich auch Löwen, Hunde, 
Vögel und vieles andere, bisher Ungeahnte, höchstens bei kirchli- 
chen Schrifstellern Erwähnte. Die angewandten Techniken zeigen 
die reichste Abwechslung. Als die interessanteste erscheint die 
Gobelin-Technik, welche mit grofser Virtuosität angewendet ist. 
Erhöht wird die Bedeutung dieser Funde noch dadurch, dafs nicht 
blos einzelne Fetzen von Stoffen vorgefunden wurden, sondern 
ganze Gewänder, und zwar nicht allein Leichengewänder, sondern 
auch Prunkgewänder. Unter den ausgestellten Stücken befinden 
sich einige Unterkleider, Hemden und Ueberwürfe, Decken, Gürtel, 
Mützen, Kinderkleidchen, welche noch ganz deutlich ihre ursprüng- 
liche Gestalt bewahrt haben, ja in einzelnen Fällen sogar noch die 
alten Schlingen und Knöpfe tragen. Durch gleichzeitig mit aufge- 
fundene Münzen sind die allgemein bewunderten Stoffe genau da- 
tiert ; die höchst wichtigen epochemachenden Funde werden helles 
Licht auf die Geschichte der Gewebe jener Zeit werfen, über welche, 
bis jetzt nur so wenig Zuverläfsiges bekannt war. 

G5) Würz bürg, 14. April. Seit wenigen Tagen ist mit der 
Restaurierung am hiesigen Dom begonnen worden. Das Haupt- 
portal wird nach einem Plan des kgl. Bauamtmanns Friedreich im 
romanischen Stil hergestellt, sonst werden keine wesentlichen Aen- 
derungen vorgenommen. Die Steinhauerarbeiten sind dem Bildhauer 
Endres übergeben worden, während die Leitung sämmtlicher Ar- 
beiten dem kgl. Bauamtmann Friedreich unterstellt ist. 

(Korrespondent v. u. f. Deutschi., Nr. 190.) 

66) Nordbaus en, 3. April. Das älteste kirchliche Bauwerk 
des Landkreises Nordhausen, die im romanischen Stile erbaute 
Kirche des früheren Nonnenklosters Münchenlohra, ist auf Staats- 
kosten restauriert worden. Sie hat an ihrer Westseite die im vo- 
rigen Jahrhundert durch einen Domänenpächter abgebrochenen 
Thürme und das nördliche Seitenschiff' wieder erhalten und bietet 
einen überaus gefälligen Anblick dar. Jetzt ist man mit der Restau- 
ration des Innern der Kirche beschäftigt. Das Kloster ist um 1230 
von den Grafen v. Beichlingen auf Lohra gestiftet und nach dem 
Bauernkriege 1525 von den Grafen von Honstein säkularisiert wor- 
den. Seit dem Jahre 1700 ist es eine preufsische Domäne. 

(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 156.) 

67) Ulm, 17. April. Nach dem Betriebsplan des Münsterbau- 
amts für dieses Baujahr werden die Arbeiten in nachstehender 



Reihenfolge vorgenommen : 1) Verstärkung der oberen Tburmfenster 
auf der West- und Nordseite bis zum Verspannungsbogen oben, 
fertig Ende Mai; 2) der Abbruch des Thurmdaches soll, wenn mög- 
lich, beginnen Anfang Juni, fertig sein Ende Juni; 3) Gerüst; ab- 
gebunden Mitte Juli, aufgestellt Wochen später; 4) Aufstellung 
einer neuen Gaskraftmaschine, Mitte September ; 5) Abbruch des 
Oktogons und weiter herunter, von Mitte September bis zum Schlufs 
des Jahres ; 6) die Arbeiten an der Verstärkung der Ostseite des 
Hauptthurmes worden am Schlüsse des Etatsjahres fertig sein auf 
eine Höhe von 27 Metern ; die ganze Höhe der Verstärkung beträgt 
40 Meter. (Staatsanz. f. Württemb., Nr. 90.) 

68) G raub finden. In S. Giorgi in Bonaduz bei Reichenau 
im Domleschg befinden sich bekanntlich Malereien aus dem fünf- 
zehnten Jahrb. (s. Rah'ns „Kunstgeschichte", S. 674 u. ff). Die 
Kapelle ist nahe daran, einzufallen, und bedarf dringend einer Re- 
stauration. Das Komite des Vereins für Erhaltung Schweiz. Kunst- 
denkmäler ist denn auch zu dem Zweck mit dem Architekten 
V. Tscharner in Chur in Verbindung getreten und erwartet von 
demselben einen Rapport über die allfälligen Kosten einer solchen. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde , Nr. 2.) 

69) Basel. Im Januar wurde die Reiterstatue des heiligen 
Martinus, ein Bildwerk aus der Blüthezeit der gothischen Skulptur, 
von ihrem alten Standpunkte heruntergelassen, um in der Bauhütte 
ausgebessert zu werden und dann als Modell für einen neuen Mar- 
tinus zu dienen. Die alte Statue befindet sich in sehr schlechtem 
Zustande ; der Kopf des Reiters sowohl als des Pferdes sind in 
ihren Hauptbestandtheilen Ergänzungen des 16. Jahrb., im Ueb- 
rigen ist der rothe Sandstein so sehr verwittert, dafs an eine Auf- 
stellung im Freien nicht mehr kann gedacht werden. Man mufs 
sich daher mit einer Ausbesserung, wozu Herr Bildhauer Sehlöth 
in anerkennenswerther Weise seine Hilfe zugesagt hat , begnügen ; 
ein sehr tüchtiger Bildhauer wird die Kopie anfertigen , worauf 
dann das Original in der mittelalterlichen Sammlung oder im Mün- 
ster wird untergebracht werden. An die Kosten der Herstellung 
sind schon durch Vermittlung des „Christlichen Volksboten" Fr. 1000 
beigesteuert worden. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.) 

70) Das erste Heft des Jahres 1883 Mitth. der k. k. C.-C. f. K. und 
histor. Denkmale bringt einen eingehenden Bericht über die jüngst 
entdeckten Wandgemälde in der Kirche zu Niederhofen im Enns- 
thale, die theilweise 1495 — 99 von Job. Schörndl gemalt und 1499 
— 1546 durch einen Mönch aus Admont fortgesetzt wurden. 

71) Thurgau. In einer alten Kapelle zu Gerlikon fand laut 
„Thurgauer Volksztg." v. 18. Febr. (Nr. 21) Lehrer Gubler eine 
Folge von Freskomalereien. Dieselben schmücken die nordöstliche 
Wand des Chores und stellen Theile aus der Passionsgeschichte 
dar. Jetzt sind sie fast überall freigelegt (cf. Allg. Schw.-Ztg. 
V. 20. Febr., Nr. 43). — Ueber die in der Kapelle von Gerlikon 
(Pfarrei Gachnang) entdeckten Wandgemälde erhalten wir folgende 
Mittheilung : Die (spätgothischen ?) Bilder schmücken die gerad- 
linige Ostwand des Chores. Die untere Wandfläche ist teppichartig 
dekoriert, darüber nimmt ein spitzbogiges Mafswerkfenster die 
Mitte ein. An den Leibungen desselben sind die Pietä und der 
über den Satan triumphierende Erzengel Michael gemalt. Zu bei- 
den Seiten des Fensters sind die Wandflächen in vier gleich grofse, 
paarweise übereinander geordnete Kompartimente getheilt, welche 
Scenen aus der Passionsgeschichte, vom Gebet "am Oelberge bis 
zur Himmelfahrt des Heilandes, enthalten. Aus dem Stile dieser 



lol 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



152 



Bilder schliefst der Berichterstatter auf gleiche Urheberschaft mit 
den unlängst entdeckten Wandgemälden in Oberkirch bei Frauen- 
feld. (Anz. f. Schweiz. Alterthmskde., Nr. 2.) 

72) Dem Märkischen Museum ist vom Rittergutsbesitzer 
V. Platen auf Köritz bei Neustadt a. D. ein ganzer Münzfund 
als Geschenk überwiesen worden. Es sind ca. 240 Silbermünzen, 
sogenannte Wendenpfennige, welche, in einer gerieften Urne verwahrt, 
auf dem Rittergut Mechow, Kreis Ost-Prignitz, beim Lehmgraben, 
'h Meter tief ausgegraben wurden. Die Münzen haben, nach Mit- 
theilung der „Voss. Z.", auf einer Seite ein gerades Kreuz, bei 
einigen von Perlen umgeben, bei anderen nur in den 4 Winkeln 
Perlen oder Ringel ; auf der andern eine Vierblatt-Rosette. Im 
Schriftkreise sind theils buchstabenartige Charaktere, theils ganz 
fremdartige Darstellungen. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 164.) 

73) Rüdesheim, 19. März. Bei dem Wegräumen des Schut- 
tes auf der hiesigen Brandstätte sind heute, wie man sagt, circa 35 
Goldmünzen aus dem 15. Jahrhundert in dem ungefähren Werth 
von 800 Mark aufgefunden worden. (Augsb. Postztg., Nr. 73.) 

74) In Cöthen (Anhalt) wurden am 3. imd 10. März. ds. J. 
zwei verschiedene Münzfunde gemacht. Der erste war ein Silber-, 
der zweite ein Goldmünzenfund ; jener wog an 4 Pfund, dieser fast 
1 Pfund (28 alte Loth). Der Silberfund enthielt besonders hessi- 
sche und meifsnische Groschen, an ersteren : Krongroschen von 
Ludwig IL, Fürsten- und Schildgroschen desselben und von Lud- 
wig III. und zwei Groschen von Heinrich III. von Marburg, in- 
gleichem einen Groschen Friedrichs von Lüneburg, sowie einseitige 
Pfennige aus dem 2. und 3. Viertel des 15. Jahrh. (Hessen und 
Sachsen, z. B Götz, 3808, 9, 10, 3910—16 u. s. w.) 

Den Goldmünzenfund habe ich gestern flüchtig durchgesehen. 
Vorläufig berichte ich über denselben Folgendes : 

Die Münzen desselben, 119 Goldgulden, Dukaten, Zecchinen 
und dergl., sind aus der Zeit von etwa 1480 — 1631. Die drei äl- 
testen ohne Jz. sind Goldgulden des Mainzer Erzbischofs Dietrich, 
Grafen von Isenburg (1459 — 1482); ein Dortmunder Goldgulden = 
Köhler 2826, also bis 1493 geprägt; endlich ein ostfriesischer 
Goldgulden von Enno I. ( — 1491). Die älteste Jahrzahl, 1490, zeigt 
ein Scbwabacher Goldgulden des Markgrafen Friedrich von Bran- 
denburg- Ansbach, von welchem sich auch die Jahrgänge 1496, 1500, 
1507 fanden; die jüngste Jahrzahl, 1631, zeigt ein Goldgulden der 
Stadt Braunschweig. Es fanden sich weiter 8 Goldmünzen mit ara- 
bischen Inschriften, 8 von Christian IV. von Dänemark, II von 
Metz, 4 von Carl von Lothringen (Nancy) und Heinrich IL, 4 von 
Gabriel von Ungarn und Siebenbürgen, 12 aus den Niederlanden. 
Von deutschen Stücken seien erwähnt : Stralsund 1628, Rostock 
1630 (3), Stadt Halberstadt 1628, Magdeburg 1624, 30, Lübeck 
o. J., Lüneburg o. J., Aachen o. J. und 1622, Goslar 1629, Erfurt, 
Denkmünze von 1597 u. Goldgulden 1622, Nürnberg 1604, 12—14, 
Frankfurt 7 Stück o. J., 1617—21. Worms 1614, 17, 18, 19. An- 
halt und Sachsen sind im Funde nicht vertreten. So viel für heute ; 
Näheres später — so Gott will. 

Lausigk bei Quellendorf, 14. März 1883. Th. Stenzel. 
(Blätter für Münzfreunde, Nr. 108.) 



75) Gen t. Ueber einen interessanten Prozefs berichtet Messa- 
ger des sciences historiques. 1882 , Livr. 3. Im Jahre 1798 war 
daselbst eine Armbrust- Schützengilde, La gilde de St. Georges, 
gesetzlich aufgehoben, und ihr Eigenthum, wie das aller übrigen be- 
waffneten Gilden, zu Staatseigeuthum gemacht worden. Es bestand 
aufser Dokumenten ihres Archives aus einem Kelch von ziseliertem, 
vergoldetem Silber, ein Kilo und 16 Dekagramm schwer, einer silber- 
nen Lampe und einer silbernen Schale. Ohne Wissen und Willen des 
Staates sind nun diese Gegenstände für 22000, respektive 1000 und 
600 Francs von den Nachfolgern jener aufgehobenen Gilde, einer 
jüngeren Schiefsgesellschaft, Societe de St. Georges ou Confrerie 
de Farbalete, verkauft worden, und ist schliefslich der zuerst genannte 
Kelch für 30000 Francs in den Besitz eines der Pariser Rothschilde 
gelangt. Die jetzt bestehende Societe de St. Georges ist nun ver- 
urtheilt worden, dem Staat 31600 Francs und Zinsen, sowie die 
Dokumente, oder im Falle des Nichtlieferns der letzteren 20 Francs 
pro Tag zu zahlen. Auf Befragen seitens der belgischen Regierung 
hat Rothschild erklärt, dafs er gegen Erstattung des Kaufpreises 
den Kelch zurückgeben wolle. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitätenkde., Nr. 5.) 

76) Zürich. Von der Bürgergemeinde Wiedikon sind die 
ihr bisher zugehörigen Becher der Antiquarischen Gesellschaft in 
Zürich verkauft worden. Diese Ehrengeschirre — 8 an der Zahl 
— sind silberne und theilweise vergoldete Kelche, einfach formiert 
und mit bescheidenen, aber charaktervollen Zierden im Stile des 
17. Jahrhdt. ausgestattet. Sämmtliche Becher scheinen zürcheri- 
sche Arbeiten zu sein. Der jüngste derselben, mit zierlich getrie- 
benen Ornamenten und allegorischen Figuren, trägt das Datum 
1756. Auf zwei andern wiederholt sich die Inschrift: „Hans Hein- 
rich Scliwytzer Zunftmeister und Bauw Herr, verehrt disere zwey 
Geschir einer ehrsamen Gemeind Wiediken Anno 1664'' , ein wei- 
teres Paar trägt die Widmung: „H. Jakob Hottinger Lobli. Gmein 
Wiedikn verehrt.'' Ein neuntes Geschirr, der ,.Weibelbecher", hat 
die Form eines rohen hölzernen Büttenmäunleins. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthmskde, Nr. 2) 

77) Das Dürer'sche Porträt des Nikolaus Muffel, ehemals in 
Pommersfelden, das auf der Versteigerung zu Paris im Jahre 1867 
der Russe Narischkin um 75000 Eres, ersteigert und inzwischen auf 
Leinwand hatte übertragen lassen, ist bei der Auktion der Gallerie 
Narischkin im Hotel Drouot, an derselben Stelle wie vor 16 Jahren, 
von der Berliner Gallerie um 78000 Frcs. erstanden worden. 

78) Das ehemalige Karthäuserkloster Bu.xheim bei Mom- 
mingen befand sich sammt seiner hochberühmten Bibliothek und 
vielen Kunstschätzen seit Langem im Besitze des gräfl. Bassen- 
heim'schen Fideikommisses. Nunmehr wird Bibliothek und Kunst- 
sammlung nebst den kostbar geschnitzten Bibliutliekschränken, den 
Chorstühlen zweier Kirchen, die sich durch Reichthum und Schön- 
heit auszeichnen, in München durch Rath Förster versteigert. Schon 
in nächster Zeit soll die Ueberführung nach München erfolgen, 
wo die Schätze vor der Versteigerung längere Zeit ausgestellt wer- 
den sollen. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommaun. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. B. Sobald in Nürnberg. 



Nürnberg^- I^"^ Al'onnement des Blat- 
tes, weklies ulle Monate erscheint, wird 
ganzjährig iiuBeuommen und beträgt nach 
der neuesten Postconvention bei alleu Post- 
ämtern und Buchhandlungen Dentschlaiids 
incl. Oesterreicha 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu33 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris hei der deutschen Buchhandlung von 
F. Klinckaieck, Nr. 11 rue de Lille; für 



ANZGIGER 



FCll mu DER 



Neue Folge. 







England bei Williams A Norgate, 14 Hon^^ V 
riotta- Street Covent- Garden in London;*- ' 
für N^ord- Amerika bei deu Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Coinmis- 
sionar der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Bro c khaus in Leipzig, be- 
fördert. 



N' 




Dreissigster Jahrgang. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 



1883. 



M 6. 



Juni. 



Wissenscliaftlkiie Mittlieiliiiii^en. 



Ein Brief des Gabriel Uolzschiiher ans Indien vom 
Jannar 15S0. 

Die alten Nürnberger und Augsburger Handelsherren 
zeichneten sich durch grofsartigen Unternehmungsgeist 
aus , der durchaus nicht gebeugt wurde , als die Ent- 
deckung der neuen Welt den Handels wegen andere Rich- 
tungen gab und die süddeutschen Reichsstädte Nürn- 
berg und Augsburg, welche zu jener Zeit nicht al- 
lein den Mittelpunkt des deutscheu Handels, sondern des 
Binnenverkehrs überhaupt bildeten, ihrer glänzenden 
Stellung zu berauben drohte und schliefslich auch deren 
Rückgang veranlafste. Die süddeutschen Kaufherren 
waren vielmehr eifrigst bestrebt, die neuen Entdeckungen 
für ihre Zwecke nutzbar zu machen und auszubeuten. 
Sie betheiligten sich bei den Unternehmungen portugie- 
sischer Kaufleute und sandten bald selbst ihre eigenen 
Schiffe von Portugal aus in die neu entdeckten Länder, 
um die Produkte derselben, Gewürze und Spezereien, 
Gold und Edelsteine, der alten Welt zuzuführen und sich 
reichen Gewinn zu erwerben. Die überseeischen Unter- 
nehmungen der Welser, Vöhlin, Fugger, Imhof, Hirsch- 
vogel u. s. w. aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahr- 
hunderts, deren günstige Resultate märchenhaften Glanz 
über diese Familien verbreiteten, sind weltbekannt ; weni- 
ger ist dies mit den späteren der Fall, die allerdings 
auch nicht so hohes Interesse beanspruchen, als jene. 

Von den Angehörigen süddeutscher Patrizierfamilien, 
welche sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrh. nach 



Indien begaben, ist auch Gabriel Holzschuher zu nennen, 
der jüngste Sohn des im Jahre 1533 verstorbenen Seba- 
stian Holzschuher und der Anna Sauermännin. Gabriel 
wurde am 9. Januar des Todesjahres seines Vaters geboren 
und ist nachmals »bey Herrn Leonhard Tucher und seinen 
Mitverwandten in Handels-Geschäften gewefsen und nach 
Franckreich und Spanien gereifset.« Am 4. April 1379 
stach er zu Lissabon in die See, um in Indien eine der 
damals sehr ergiebigen Pfefferhandlungen einzuinohteu. 
Er blieb 16 Jahre dortselbst und kam erst im Jahre 1398 
wieder zurück nach Nürnberg, wo er am 27. Januar 1609 
unvermählt starb. Weiteres berichten die Chroniken über 
seine Lebensverhältnisse nicht ; auch über seinen Aufent- 
halt in Indien ist nicht mehr bekannt, als was uns ein 
Brief darüber berichtet, den er kurz nach seiner Ankunft 
in Indien an seinen Schwager^) Schlauderspach zu Nürn- 
berg geschrieben. 

Dieser von Gatterer in seiner historia genealogica 
dominorum Holzschuherorum (Norimb. 1733) auf Seite 
243 in der Anmerkung 28 erwähnte Brief ist noch im 
Original erhalten. Er findet sich in der Handschrift des 
Karl Sigismuud Holzschuher von Aspach zu Thalheim : 
Historia Familiae Holzschuheriane vom J. 1724 (Nr. 28,884 
der Bibliothek der germanischen Museums) bei dem 
Artikel über Gabriel Holzschuher eingeheftet, der nicht 
mehr über Gabriel raittheilt. als das, was wir schon 



 1) Schwager ist nicht in unserer heutigen Bedeutung zu neh- 
men, sondern als Bezeichnung der Verwandtschaft überhaupt. 



lob 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



156 



erwähnten, oder was aus dem Briefe hervorgeht; nur 
berichtet eine Notiz auf einem später an dieser Stelle 
eingehefteten Zettelchen noch, dafs Gabriel Holzschuher 
*mit einer Mohrin in Portugall einen Filium naturalem, 
Joh. Francesco, gezeugt hat.« Der Inhalt des Briefes ist 
in mannigfacher Beziehung nicht uninteressant ; denn er 
gibt eine Beschreibung der Reise, Auskunft über die Ver- 
pfleguugsverhältnisse auf den! Schiffen, die allerdings 
nicht die besten waren, so dafs die armen Soldaten sieh 
in 'wenig beneidenswerther Lage befanden, schildert die 
ersten Eindrücke, die das Land auf den Reisenden machten 
und was demselben bei seinem kurzen Aufenthalte in In- 
(üen als besonders merkwürdig erschien, und gibt auch 
Aufschlufs über das Geschäft des Gabriel Holzschuher. 
Er scheint ein umsichtiger und energischer Mann gewe- 
v.en zu sein, da er der Oberste unter drei Parteien war, 
die eine Pfefferhandlung mit einander unternommen hat- 
ten, welche als. »ein fein thun« bezeichnet wird, das die 
Unternehmer, wenn sie nicht Unglück mit den Schiffen 
haben, zu reichen Leuten macht. Die hohe Bedeutung 
des Pfeff'ers zu jeuer Zeit ist bekannt; die vielfachen, 
heute noch gäng und gäben Sprichwörter, in denen der 
Pfeffer eine Rolle spielt, zeugen auch davon. Von beson- 
derem Interesse sind uns Gabriels Aeufserungen über 
die politischen Verhältnisse Indiens und dessen Stellung 
zu den europäischen Staaten. liim erscheint Portugal 
zu schwach für Indien; dagegen hält er die damalige 
erste Kolonialmacht. Spanien, namentlich wegen der Un- 
einigkeit der eingebornen. indischen Fürsten, für geeig- 
net, mit 50,000 Mahn sich ganz Indien zu erobern, was 
von Spanien versäumt, von den Engländern aber später 
mit um so günstigerem Erfolge nachgeholt wurde, welche 
durch die Erwerbung Indiens den Grundstein zu dem 
gegenwärtigen hohen Rang Englands als erster Kolonial- 
macht legten. 

Das Buch, in welches Gabriel von Tag zu Tag die 
Reise aufschreiben liefs, und das er nach Europa bringen 
lassen wollte, ist wol nie auf unsern Erdtheil gekommen, 
da sich keinerlei Spuren von demselben erhalten haben; 
ebenso kam seine Absicht, nach 'ö Jahren wieder Europa 
zu besuchen, nicht zur Ausführung. Erst nach 16 Jahren 
sollte er zurückkehren. 

Indem wir nachstehend den Wortlaut des Briefes 
wiedergeben, bemerken wir, dafs nur der Schlufs dessel- 
ben, von der bezeichneten Stelle an, von Gabriels eigner 
Hand herrührt, der gröfsere Theil aber offenbar von 
einem Dritten uach einem Goncepte abgeschrieben wurde, 
da sich nur so eine Reihe sinnstörender Schreibfehler er- 
klären läfst, welche zu grofsem Theile von Gabriel eigen- 
händig berichtigt wurden. Wir setzen die Berichtigungen 
in Klammern der Schrift des Textes bei ; das in Gursiv 
Gedruckte ist dagegen von uns zur Erläuterung beigefügt. 



Der Brief lautet : 
Laus d e 1380 a d i J e n n e r In C o c h i n In I n d i a. 

Ein gnadenreich glückselig gutt Neu Jar, von gott 
dem allmechtigen (zw) aller wolfart vnnd Seligkeit wünsch 
ich dir (Edler vnd vester) günstiger Freundlicher vnnd 
lieber schwager Schlauderspach -) geder zeitt beuor, da 
du sampt deiner lieben hausfraw vnd allen den deinigen 
sampt aller freuntschafft jn gutter gesuntheit werdt, 
wers (wurdt) mir ein sonderliche freüdt zuuernemen 
(sein), Gott der her woll dir vnd vns allen solche yeder 
zeyt mit freuden verleichen, allweyl mir dan nit zweiffeit, 
günstiger lieber schwager, das du, auch meine liebe ge- 
schwisterigtt, vnnd andere gutte hern, so woll von meiner 
freuntschafft, als ausserhalb solcher, zu zeitten meiner 
vnbequemschen (-ischen) Spacier Rays werd ingedenck 
sein, vnd vmb kurtzweil (wegen) wissen mochten, wie ich 
solche verbracht, auch ob ich noch bey leben bin, hab 
ich nit wollen vnterlassen dich vffs kurtzt davon zu be- 
richten, was gestallt ich vber diessen pach Mauigrers 
(Nauigirt) vnd herkomen bin als volgtt. 

Von meinem verucken aus Lisabona, hab ich Dir 
pro dublicando geschrieben was gestallt ich mich mit 
Meinem Volck alda ambargiert (ambarciert) also auff 4 
apriel vergangen, füren wir, jm Namen gottes alle S schiff 
von Lisabona ab , blibh (blieben) vber 6 tag nit beyei- 
nander, nam als baldt ein ydlichs (jegliches) sein beson- 
dere Linia vnd weg, vber (vmb) jtzlicher mayster oder 
Piloto vermantens (vermaiut) am besten zu treffen, vnd 
am ersten herein zukomen vnd allweyl solche schiff (so) 
groß vnd mechtig, forchteten sie sich vor Ngemandt 
(Niemandt), Sich von einander zu thailen, da mir (tch-) 
nun mit vnserem schiff ein Monat lang gefarn, vnd an 
die Costa de ginea (Küsfe run Guinea) mit (mitten) jn 
der (die) weldt, vnder die Linia Acpumoctial (Aequinoctial) 
kamen, traffen (traf) wir yeder zeit an wegen, von Lisa- 
bona zu spatt waren (warden) abegefarn, das in derselben 
gelegeuhait bey der Linia auf vnd nider, biß solche passiern 
künden, 47 tag zeitt verliern müssen, also vonn wegen 
der grossen hitz, daselb dan die Sonnen am stercksten 
vnd liaisten in der gantzen weldt ist, vnser grosse bein 
(Pein) hitz halben auff dieser Rays gewessen (gehabt).' 

Von dar bis 34 gradus im andern tayl der weldt, 
gegen den sül: (südlichen) oder polo aiitantico (antarctico) 
hinauff ai cabo de Boasperanza (zum Kap der guten 
Hoffnung) heten wir guten windt, auch gutte zeytt, aber 
grosse keldt, von dar aus, gab es etliche starcke Tormen- 
tas (Stürme), die warheit t\i sagen, dazumal het ich mich 
lieber jnn deinem sali (Saal), als doselbsten (als nit da- 
selb) wollen befunden, got lob wir kamen durch. Ist 



2) Der Brief war wol an Sebastian Schlauderspach, geb. 1530, 
t 1583, gerichtet. 



157 



Aazeiffer für Kunde der deutschen Vorzeit. 



IS 



gleich woU ein altter gebrauch, iiein schiff ferdt aus oder 
herein, das nit von Tormentas an solchem ordt habe zu 
sagen, welche gegen (getar vber) 150 raeyl wegs weytt 
(wert), die passiert man jn 3. 4. tagen, sonnst ausserhalb 
solchen ort, hatt es derer wenig, auch nit groß, von dar 
kamen wir (herab) auff 16 gradt in die hoch (Höhe) de 
Montzamtique do selbst hatt der konig von portugal ein 
Forteza (Fesiiiiui , Fort) vnd volck, alweyls aber schon 
zw spatt jm Jar, dorfften wir nit dohin, sonder blyben im 
weyden Möer auff 50 meil wegs, von dar neben für füren, 
dan da wir vns zu Landt begeben, betten wir von danueu 
nit khouden abfarn, jnuerniern (hibernieren, überwiiüerii) 
müessen von danuen (dar) kamen wir (gai') herab wide- 
rumb auff gemelte Linia Acpinoctial (Aequinoctial), da 
passiert wir sie in 3 tagen, bis wir wider herüber auff 
die vorige seyten Morth (Nortt) oder polo Arctico kamen, 
wir sein alhie in Gochin auff 9 gradus von solcher Linia 
(vnd) gleich auff der selten de Europa, Lisabona ligtt im 
39 gradus, von der Linia, ist daselbst zimblieh warm, da- 
durch abzunemen, allweyl alhie, eben 9 gradus dauon 
sein, was hitz wir haben, und sonderlich vnder der Linia 
(betten) da 47 tag blyeben müsten. kamen, gott dem all- 
mechtigen sey lob vnd danck auff 10 Q,ctober jn Jndia, 
in die statt Gott'((joa) an, so des königs von portugal, 
vnd sein fürnemste haul.ttstatt hie lants ist, Der massen 
von Lisabona (bis) dahin 6 mouat vnd 6 tag vnder wegen 
gewest, jn solcher zeyt kein Landt, weder vill noch wenig, 
sonder nurd (tun') himel vnd erden (verstehe : Wasser) 
gesehen, Gott der her verleicht sonnderliehen gnadt (se- 
gen) vnd segen (gnadt) zu solchem reyissen, sonnst nit 
muglich ein halb jar der gestallt zwischen Portugal zw 
passieren, jn suma wer mit prouiant. Kamer vnd koch 
wol versehenn, wie ichs, gott lob alles gehabt hab, der 
emfandt (empfindt) solcher raiß destweniger, aber gemaln 
volck, leydt grosse nott, an essen vnd driucken, sonder- 
lich an wasser, welches vmb kein gelt zu bekhomen, jn 
solcher grossen hitz erleydt sichs nit, vil wein zu drin- 
cken, begert ein ieder nurt wasser, des ich gott lob, wie 
all andere Mantenimento (Lebensmittet) vberigehabt, jn 
vnserm schiff senudt beyt (bei die, (jegen) 500 peschon 
(Person) gewest, dauon gottlob vnder wegen von portugal 
bis nach India, jn allem vber 25 derer -auff dem meer nit 
gestorben, gleich (wol) vnsere (ettliche) particulares, so 
mit vberigem speis vnd drauck versehen gewest, haben 
den armen leuten, Soldaten vill geholffen, in solchem 
halbenn jar haben wir 5000 Meil geschifft, ob mau 'woU 
nit mer dan (alher) 3500 mej^l von Lisabona bis her nach 
Indias rechnett, versteht sich den geraden weg, so brau- 
chet man doch, mit dem vmbfaren so man contrario 
windt halber hin vnd widerferdt (an Zeit 5000 meil. Ich 
hab mancherley meer) flsch gesehen, davon vill zu schrei- 
ben, sonderlich derer, so auff dem meer vmb fügen, flügeh 
(flügel) haben; das wirt mancher nit glauben wöllenn, Ich 



hab solcher tausentmal fliegen sehen, ein büchsenschus 
weytt, das mich aber noch mer verwundert das andere 
grosse fisch jm mer (möer) hadt, welche die Menschen 
lebendig fressen, als ich dann selbs gesehen, Nemlich ein 
man fiel aus vnserm schiff jns mer, mit starcken windt, 
als (also) das wir seiner nit erwartten. Noch anderer ge- 
staldt zu hilff mochten komen, allein jnerom (,jme ain) 
hültzen block, so darzu verordnet, an einem sayl zu wurf- 
feu, den er zuletzt erwüscht, sich daran hiltt, vermainti 
sich zu saluiern, als baldt vnsere Marinieres (Matrosen) 
solchen block sampt dem Man gegen dem schiff zogen, 
auff (ein halben) büchsen schues vom schiff, kam ein gros- 
se fisch tuberon (Haißsch) genaudt, von vnden aus dem 
mer, springet auff den Man zerreyst den zustücken, vor 
vnsern äugen das wardt ein erbermlicher todt. 

Es hatt auch allerley vogel auff dem Meer, darunder 
der (dero) vill, so nie kein landt gesehen, sich jm mer er- 
halten, essen viseh. seuchenn (scheuchen, scheuen) nit vor 
den leutteu, wir haben der jm schiff mit heuden gefaungen 
seinndt (so groß) als enden, sie sollen nichts zu essen 
(sein), schmecken gar stark nach vischen (fischen). 

Ich (hab) diesse rays von tag zu tag lassen auf- 
schreiben, ein buch dauon gemacht, so sich (ich) mit der 
zeit, da mir gott wieder hinaus hilfft sampet andern villen 
saltzamen dingen mit mir will füren. Diesse vberfartt. 
ist beschaffen, wer die nit secht (sieht) vnd versucht. 
der glaubtt noch gedenkt nicht (nit) das sie so rüsam 
(sy so muesamb) sey, Gott lob ich sampt meinem volck. 
4 junge Teutsche, seiudt frisch vnnd gesundt bis her 
kommen nach India (biß her nach India khommen, aber) 
alsbaldt ich ans Landt kommen  von Diennern seindt 4 
junge portugeser gestorben, wegen verenderung des laüdts 
[Landes), auch vmb (man) im schiff mit essen vnd drincken 
ein (nit) Ordnung braucht, hernach am landt vill fruchten, 
als feygen, vnd sonnst andere speis zu essen, ist anfangs 
geferlich. sonderlich der weiber halb, derer es alhie gar 
vberige anzal schwertzin hatt, ist von allen schiffen am 
Landt zimblieh vill volcks gestorben. Mus sich anfangs ei- 
ner woll haltten, bis er (das) gewant (gewohnt), gott lob 
ich belindt mich schon woll. Vnsere 5 schiff seyudt gott lob 
alle, Nemlich 3 juGoa vnd 2 alhie (ge)starcks (gestracks) 
von Lisabona herkommen, sein itze alle 5 schieff hie in Co- 
chin, ich l;)in 4 wochen in solcher statt Goa gewest ein haus 
alda auffgericht, von dar bin ich per meer hergefarn sein 
100 meyl, die ferdt man in 10. 12 tagen, der pfeffer wirdt 
alhie in Gochin Gongirt (Gargirt, verladen) 20 meil von 
Galicutt, derhalben all schieff her kommen müssen, Ich 
werdt 2 haus haltten haben, eins jn Goa, das ander alhie. 
bin gleich woll noch nit Resoluiert an welchem ort ich 
selbs wohnen, vnd mich haltten wirdt, obschon Goa die 
haubttstatt alda der Vice Rey von Portugal hoff helft, . 
ist verdriesslich alle jar von dar (da, dort), vnd wider 
dahin zuforn. dann ich mich personlich alhie bey diesser 



159 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



160 



vnsser pfeflfer handlung befinden muß, tiiu der oberst vn- 
der (den) 3 partbeien. Solche pfeffer handlung ist ein 
feyn thun, gebort grosser fleisvnd diligentia darzu, wegen 
(welchen) 6 wochenn lang zeytt haben, solchen allhie von 
dem (hieigen) Konig De Coebin so vnser freundt ist, 
zuempfahen, vnd in die schiff zu ladenn, Nach abfarn 
solcher schiff pro Portugal hab ich sarapt meinem volcli 
gar wenig zu thun, diesse pfeffer handlung ist gar Nütz- 
lich da gott der her genadt verleicht, das die schieff, 
glücklich vnd woll aus, vnd ein khomen, werden die 
Contractores reich leutt, ligtt solche schiffardt herein vnd 
hinaus (zw fharn) alls an, das man zu rechter Zeitt zwies- 
sen (zu wissen, nämlich) jm Monat Mai'tzo, von Lisabona 
herein, vnd alhie pro portugal jm Jeuner abfart, da es 
sein kan, an baydenn orden die 15 solcher oder halbe 
baide monnat nit passirn, so es also gesiebt (geschieht) 
hatt es wenig gefar, aber spater abzufarn is'ts geferlich, 
trifft man grosse Tormentas an, vnd mus etwa vberwin- 
dern, wo die schiff nit gar zu grundt gefarn (ghen), 
das gesiebt (geschieht) gleich woll seilten, es sey dann 
das sye auffarn , anstossen , zerbrechen , vnd verderben 
müssen ; darauff ist grosse achtung zu haben , Diesser 
Zeit werden wir meines erachtens nit mer als 4 schieff 
idifertigen, so an 20 M. Gentner pfeffer führen, ob wir 
woll 30 M. Centner soltten schicken, das geltt (dar) zu 
haben, ist so grosse Suma, so geling (schnell, rasch) 
nit zu bekommen, was dann daran fehlt, kan mit gutter 
gelegenhaitt , nach abfarn diesser schieff für khunfftig 
jar gemacht werden, Sonnst von anderer Specerey, Negel 
{Gewürznelken), Muscatt Nüs, Ingwer (Imber) Maihs 
(Matzis , Muskatblüthe) vnd Ganael (Canel , Zimmtrinde), 
auch von allen andern diges (drogae. Droyuen, Gewürzen), 
getht ein Noturfft (dies jar) von binnen pro portugal, 
aber von Edelgestaim getht gar wenig wegen der Krieg, 
so die hieigen haydnische Konig, derer dan gar vill, 
jn diessen Landen, einer gegen dem andern füerdt , kan 
das Edel gestaim aus dem landt nit zu vns jn vnser 
stetht khomen, welche alle heraus am Mer gelegen, was 
binergen (binnein warts) ins Landt gehortt als den jn- 
dianern, heyden, vnd Morn, wir haben (eben) 2 ader {oder) 
3 solcher Konig zu Freundt, Rest, welches ein grosse 
anzal alle vnsere feyndt sein, vnser Armada hatt stets 
mit jnen per Meer zu streytten. Konig von portugal ist 
mit seiner macht für dis groß landt zu schwach. Da {der) 
König aus Spanien solt portugal vberkbomen, der wirdt 
der Rechte kunigs (!) für dis Lanndt sein, gantz Indiea 
(!) alle Königreich vnd prouentzies bis an China hinneyn, 
so an tartaria stöst, be(vber)komen Saine Spanische {Ma- 
iesfüf), Indias, zu diessen portugesischen muntieren alles 
vnder jnnen (jm) haben, das er mit 50 M., man verrich- 
ten kundt, ob die Indianischen konig, schon (grosse meng 
am) volck (haben), vnd solcher konig vill sein, ist solch 
volck nüt streytbar, thutt ein Christ mer, als sechs In- 



dianer, zu dem haben solche Konig wndereinander stets 
g vnd Differe 

Nürnberg. 



Krieg vnd Differenzen 



Hans Bosch. 



(Schlafs folgt.) 



Sphragistische Notizen. 

I. Ein höchst merkwürdiges Beispiel des monogram- 
matischen Zusammenschiebens eines Wappens mit einem 
architektonischen Bilde ist das hier Fig. 1. abgebildete 



Fig. 1., 




Sig. IV. A. 1. der Stadt Ripen in Jütland v. J. 1295 mit 
der Legende : sigillum civitatis ripensis, rechts mit 3 hal- 
ben gekrönten Leoparden des königlich dänischen Wap- 
pens und links mit einer romanischen Kirche. 

Die Stadt Weifsenburg führte i. J. 1446 ein ähnliches 
Siegel mit der Legende: * sigill. civitatis vvizzenbvr- 
gensis. rechts ein halber Reichsadler, links eine halbe 
Burg ; allein letztere ist kein architektonisches Siegelbild, 
sondern ein redendes Wappenbild. 

^'8- ^- II. Dieses spitzovale Sig. 111. B. 2. c. 

(Fig. 2) Heinricb's von Sebele, Scho- 
lastikers von St. Maria zu Erfurts, v. 
J. 1339, mit der Legende: >> s. henr.' 
scolast, ecc. sce. marie erford, ist das 
mir bis jetzt bekannte einzige geist- 
liche Siegel dieser Gattung mit Schild 
und Helm. Auf diesem kleinen Sie- 
gel tindet sich alles vereinigt, was 
überhaupt auf einem Siegel abgebil- 
det werden kann: Schrift, Bild, Por- 




lÜl 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



162 



trat und vo 11s lau diges Wappen; ein wahrer sphnis;i- 
stischer Mikrokosmus. 

Fig. 3. 




111. Ein Beispiel, wie schwer es oft i.st, die Wappen 
auf mittelalterlichen Siegeln richtig zu blasonieren , bie- 
tet das gemeinschaftliche Sig. IV. A. 2. der Herren 
Dietrich und Hesso Vögte von Wasselnheim v. J. 126 i 
mit der Legende : »>> S' advocatorvm. de. waselnheim.« 
dessen Wappenschild hier unter a abgebildet ist. Da- 
durch, dafs auf diesem Siegel der Querbalken mit dem 
Schildrande verbunden ist, würde man kaum das Wappen 
der Vögte von Wasselnheim, Fig. b, herausfinden. Auch 
auf einem dreieckschildförmigen Sig. IV. A. 1. Hartung's 
von Rotzenhusen (Rathsamhausen) v. J. 1329 ist das 
Wappen, ein grüner Querbalken im weifsem Felde mit 
rothem Schildrande, auf die gleiche Weise dargestellt. 

 " F.-K. 



Alte Geschütziiischriften in der Stadt Bremen. 

Die meisten und kernigsten derselben sind in der 
zweiten Abtheilung der «Denkmale der Geschichte und 
Kunst der freien Hansestadt Bremen« von dem früheren 
Reisenden und späteren Stadtbibliothekar, dem leider vor 
einigen Jahren verstorbenen J. (x. Kohl, veröffentlicht; 
doch habe ich aufserdem noch verschiedene in einer al- 
ten Handschrift des um die Mitte des vorigen Jahrhun- 
derts lebenden Archivars von Post gefunden, die ich hier 
mittheilen will. Dieses Manuskript befindet sich in un- 
serer Stadtbibliothek. 

Manche der Stücke trugen die Namen ihrer Verfer- 
tiger; und ich glaube, es ist nicht ohne Interesse, viel- 
leicht auch nicht ohne Nutzen, sie hier zu erwähnen. 
Am häutigsten 'kommt Berend Lichtenow vor, der aller- 
dings zu einer Zeit lebte, die der Entfaltung seiner 
Wirksamkeit besonders voi'theilhaft war, während des 
schmalkaldischen Krieges und der durch diesen hervor- 
gerufenen Belagerung Bremens durch den Herzog Erich 
von Braunschweig und den schwedischen Oberst Wris- 
berg, zu deren schliefslicher Niederlage in der Schlacht 
bei Drakenburg wol Lichtenow's Produkte mitgewirkt 
haben mögen, wenn auch die Bremer erst spät auf der 
Wahlstatt anlangten. Den Namen des Meisters können wir 
auf zehn Geschützen nachweisen; drei derselben heifsen: 
«Meister PumiTa« (Meister Bum-Bum würden wir jetzt 
sagen), »Johann van Gennen«, »De witte Strues« (dei' we/fse 



S/r((iiJV), wähi-end die anderen sieben allgemeine Sprüche 
enthalten zur Aufmunterung, Gottesfurcht etc. Die mei- 
sten seiner Stücke tragen die Jahreszahl 1548. 

Hermann Oldinger figuriert auf ilrei Geschützen. Zwei 
Inschriften derselben als unverfiffentlicht theile ich unten 
mit, die dritte findet sich auf dem «Flegende Geist«. Sie 
stammen aus den Jahren 1S2S und 1030. Im alten Bre- 
mer «Rhederbuch« steht bei dem letzteren Geschtitz als 
Rechnungsbemerkung: *H. a. [.'530 up syn (auf .teinen) 
lohn mester H. Oldinger 20 t1. do he (er) de slangen 
goht (gofs) vor wynachten«. An einem andern Orte wird 
ein 1448 berühmt gewesener Meister Gerd Oldinger er- 
wähnt. 

»Christoffer Brinkmann gofs mich« stand auf zwei 
Geschützen von 1662 und 166.x 

Auf der »Magdalena« und »Martha«; standen die Ini- 
tialen M. P., auf jener aufserdem die Jahreszahl MDXLVII. 
Der Verfertiger aber hiefs mit vollem Namen : Matties. 
Petze. Paul Kolfe lebte um 1620; dreimal finden wir 
seinen Namen; den von Jürgen Barchraan um dieselbe 
Zeit sechsmal ; den von Kilianus Wegewart zweimal auf 
Bremer Geschützen. 

Auch ein Nürnberger Meister kommt vor, wenigstens 
nennt er sich : Matthias van Nuhrenberk ; er verfertigte 
1538 und 1539 »zwei metallene Junffernstuoke« , so ge- 
nannt, weil deren Inschriften sich auf die klugen und 
thörichten Jungfrauen der Bibel bezogen, aufserdem die 
»Ursula«. Die letzteren noch nicht veröfTentlichten In- 
schriften folgen unten. 

Ein Mieter kommt 1669 zweimal vor. 

Einmal ist Jürgen Morian als Verfertiger -eines Stü- 
ckes von 1573 erwähnt. 

Die noch nicht gedruckten Inschriften sind folgende : 

Anno Domini Millesimo QuingenteSimo Trigesimo 
Quarto Regnante Carole Quinto Imperatore Anno Impe- 
rii Ejus Undecimo Civitas Bremensis Me Fieri Fecit. 

Equus paratur ad diem belli, Dnus autem salutem 
tribuit (Spr. Salom. 21, 31). 

Zu den bei der Geschützkonversation laut raisonnie- 
renden Frauenzimmern, der »Schönen Helena«, der »Mar- 
tha«, »Magdalena«, der »Scharpen Grete«, von der es 
heifst: »ein stuck: so 100 ffi schiefset«, etc. und den bei- 
den »Scharpen Metzen« gesellt sich noch eine dritte des 
letzten Kalibers und Namens. Sie sagt von sich : 
De scharpe Metz 
Bin ick genant 
Den vienden doen 
Ik w'edderstand. 

. Diese beiden Stücke verfertigte Hermann Oldinger 
laut der angeführten Handschrift. — 

Einzelne Geschütze trugen nur die Inschrift des Mei- 
sters mit oder ohne Zusatz. Jahreszahl etc.. z. B. : 



163 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



164 



Anno 1663 
Mit Gottes hulffe und beistand gofs micli M. Chri- 
stoffer Bringeman. Bremen. 

oder : 
Anno 1669 
Milter me fecit. 
Meister Berend Liolitenow schliefst fast immer seine 
Kanonenpoesie mit dem frommen Reim: 
Help Godt ut uodt 
Berend Lichtenow my goet {gofa). 

Drei Stücke hatten folgende Inschriften : 
Auf befehl eines edlen Hochweisen Raths der Stadt 
Bremen haben H. Johannes Schweling, Elterman Gerdt 
Dohle und Casper Dreier als verordnete Schottherren wie 
auch Michel Zimmerman, Stückhauptmann und Zeugmei- 
ster, mich giefsen lassen. < 

Meister Christoffmer Brinkman gofs mich. 
Zu den heiligen Frauen, die Kohl anführt, finden sich 
noch zwei andere, die er, der sonst so galante Manu, trotz 
ihrer Berühmtheit nicht kennen gelernt zu haben scheint. 
Auf dem Marthasbollwerk stand und sprach 
Catharina: 
Den Fienden tho scaden 
Mit Godt beraden 
Des Mesters kunst 
Is sonst umbsunst. 
Eben daselbst stand und sprach in zuversichtlichem 
Selbstlob Frau 

Judith. 
Ick wer genand Frw Judith 
Mi Feind ick selbst pesstrith (bes/rilt) 
Und sickt (siegte) in ritterlich ob 
Des erlaukt ik gros lob. 

Zu der stattlichen Vogelschaar, die ihren Brummge- 
sang damals auf Bremens Mauern zu gelegener Zeit er- 
tönen liefs, gesellt sich noch der daselbst bisher un- 
bekannte Specht; er zwitschert naseweis: 

Fragestu wie ick hete (heifse) ? De Specht. 

Den fienden to schaden bin ick gerecht. 

Auch der Name des folgenden Geschützes, das auf 
der Bastion stand, wo wir jetzt unser Theater erblicken, 
damals Mj'senkiste (31eisenkasieti) genannt, wol von einem 
Baum, in dem viele Vögel nisteten, dürfte einem Vogel, 
dem Zaunkönig, entnommen sein. 
Ick hete Tunschlyker (Zaunschleicher) 
De viende möton (müssen) vor my wieken (weichen) 
Dat doth öhm (macht ihnen) gantz bange 
Dat se wyken vor minen Klange. 
Aon. 1551. 
Dahin gehört : 

Ick hete de wilde goes (Gans) 
Mein feind hebbcn ein Sterf droes. 



Ebenso : 

Ick hete de witte Strues (weifse Straufs) 
Und höre (gehöre) tho Bederkesa up dat Hues 
Dat schal den vienden dreten (verdriersen). 
De raht van Bremen heft mi laten geten. 
Anno Dni 1537 .jähr. 
Help Godt uth noth 
Berend Lichtenow my goet. 
Bederkesa gehörte früher zu Bremen ; noch jetzt hat 
sich auf seinem Amthof ein kleines Rolandsbild erhalten, 
das im vorigen Jahre wieder dort aufgestellt wurde. 

Ein anderes Gethier, dessen Anschauung im Volke 
wir uns schon besser als im Einklang mit seiner furcht- 
baren Wirkung und daher als Geschütznamen passend 
denken können, ruft: 
De Basiliske bin ick gebeten (geheifsen). 
Herman Oldings heft (hat) my uth dem für (Feuer) 

laten fleten (fliefsen) 
Scharp schote kan ick scheten. 
Nicht unabsichtlich dürfte hier die Fassung der zwei- 
ten Verszeile gewählt sein für den aus dem Feuer ge- 
borenen Basilisken. 

Zum Schlufs dieser Abtheilung noch zwei Inschriften, 
die einem Stücke angehörten und sich, wie öfter vor- 
kommt, auf ein anderes bezieben; so, um bei unserer 
alten Bremer Artillerie zu bleiben, antworten sich die 
beiden Jungfernstücke ; so droht Berend von Lichtenow's 
oben erwähnter «Meister Pumffa« mit dessen »Johann 
von Gennen«. 

Die eine Inschrift lautet: 
Gryfaen (Greifan) lafs dich nicht verachten 
Unser is thovel (zuviel) wy willen wachten {wachsam 

sein). . 

Von der anderen war nur noch ein Torso übrig : 
Ick hasse des Gryfaen viendt 
Valcke ick wil by dir (sien?) 

Un ok dorch de ... . 

Un se dir binden 
.... XV. XIII dar bi Hinrik . . . 
Gofs my den Gryphaen gebeten. 



Hilf Godt das (des) Eyes geneten 

Civitas Bremensis fieri fecit. 
.So lese ich. Das Ei ist nun aber sehr oft ein Aus- 
druck für die Kugel des Geschützes, wenn dieses diMi 
Namen eines Vogels trägt. Daher, und weil er dem 
»Valckec seine Hülfe verspricht, halte ich es für wahr- 
scheinlich, dafs der Grj-phaen der Vogel Greif sein soll. 
Als Beweis für diese Eisymbolik führe ich hier drei aus 
der schon früher veröffentlichten Bremer ornithologischen 
Geschütz-Noraenclatur an. Döi* »Kukuk« ruft: 



le.'i 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



166 



Ik hele de Kukuk 

De niyu Ey drukket 

Den geit de buk up (Bauch nuf). 

Die «Wachtel«. 
De Wachtel ick hete 
Ein gude spise | min Ey 
Ick an die Fiende wiese. 

Der j>Rabe'f. 
Ick hete de swarte raven 
Wen min Ei trapet (trifft) 
Strecket de Klawen (Klauen). 



Der Nürnberger Meister setzte Folgendes auf seine 
Bremer Werke: 

Ursula bin ik genant 
Den viendeu gar woU bekant. 
Do ik ehn (ihnen) dapper wedderstand. 
Matthias van Nurenberg heft mi gegaten. 
Ao. 1352. 
Es stand auf dem Rondel vor dem Heerdenthor. 
Auf dem Abbenthorswall stand des Meisters anderes 



Geschütz, dessen noch nirht publizierte Inschrift das 
Korrelat zu dem andern j-Junffernstuck«, das die klugen 
Jungfrauen repräsentierte, bildete. 
Jenes bisher unbekannte hiefs : 

De vyffte [fünfte] doUe Junffer. 
Ick bath so sehr den wysen Junckfrowen 
Vele I mehr umb ehren oly {Oel] mede tho delen 

{mitzutheilen) 
Uns wart des brudegams hui de sus [ftonat) feo;len 

{fehlen). 
Matthias van Nurenbergh godt my.  
Ao. Dei MDCCCGGXXXVIII. 
Auf der Holzpforte stand ein Geschütz, das folgende 
noch nicht veröffentlichte Inschrift trug : 
Ick hete selenrick {seelenreich) 
Me fint mennige mi gelik. 
I.i4ft. 
Bei «Man findet numcl^ mir gleich«, ist zu supplie- 
ren : »Hier auf den Bremer Wällen« ; es ist dies eine 
Drohung den Feinden gegenüber. , 

Bremen. Frhr. Dr. Herm. v. Eelkiug. 



Ycniiähliiii» und Köiiigskröiiuiig. 

Abl)ildung von 1468. 



Es ist wieder ein Bild aus der Melusine, das dem 
Leser in beistehender Figur vor Augen geführt wird. Es 
stellt Gyot dar, der Florie, des Königs von Armenien 



Tochter, zur Gemahlin und damit die armenische Konigs- 
krone erhält. 



N ü r n b e r g. 



A. Essen wein. 




167 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



168 



Belagerung einer Stadt. 



Darstellung vom Jahre 1468. 



mächtig gekrümmt, vorne jedoch sehr breit. Durch einen 
beweglichen Schirm decken sich die Türken. Der eine 
der Vertheidiger, ohne Rüstung, selbst ohne Helm, wirft 
In mannigfacher Beziehung interessant jst das hier Steine auf die Angreifer und hat einen derselben von der 
wiedergegebene Eriegsbild aus der Melusinenhandschrift, Sturmleiter abgehalten und getödtet. Der andere, mit 




obwohl nur 2 Angreifer und 2 Vertheidiger Zu scheu sind, einem Eisenhut bedeckt, hat eine Handbüchse zum Schusse 

Es soll die Belagerung Prags durch die Türken darstellen, fertig an die Wange angelegt. Im Vordergründe wird 

Keiner der Krieger ist in voller Rüstung dargestellt, der Leichnam des mit dem Tod in die Hand des Feiu- 

Der Türke trägt einen krummen Säbel, bei welchem der des gerathenen Königs von Böhmen verbrannt. 
Griff nur eben die Fortsetzung der eisernen Klinge ist, Nürnberg, 

ohne dafs eine Parierstange vorhanden wäre. Er ist 

Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

VerantwortHcher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nuiulierg. 



A. Essenweiu. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER PUR KÜNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1883. JM 6. Juni. 

Chronik des gerniaiiischen Museums. 



Nürnberg, den 25. Mai 1883. 

Den adeligen Familien, welche Stiftungen gemacht haben, um 
ihre Namen und Wappen in den Fenstern unseres Kreuzganges zu 
verewigen und so unserer Anstalt ein dauerndes Zeichen ihres be- 
sonderen Interesses zu geben, haben sich die P'amilien v. Hanstein 
und V. Wintzingerode mit je 300 m. angeschlossen. Denselben 
Betrag hat uns abermals ein Ungenannter übergeben, um ein in- 
teressantes Stück für die Sammlungen zu kaufen. 

Eine interessante und hochwillkommene Bereicherung des 
Schmuckes unserer Räume ist uns durch einen innigen Verehrer 
Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm angemeldet worden, 
der eine Marmorbüste des Kaisers durch Professor Schilling in 
Dresden anfertigen läfst, um sie sodann dem Museum als Schmuck 
eines jener Räume, die auf Kosten des deutschen Reiches errichtet 
sind, oder noch errichtet werden, anzubieten. Natürlich wird das 
Anerbieten eines solchen Kunstwerkes mit innigstem Danke ange- 
nommen. Hoffentlich gibt es Veranlassung, dafs uns noch ähn- 
liche Werke angeboten werden, welche nicht Mos Kunstwerke 
sind, sondern auch lebendige Erinnerungsdenkmale an allerhöchste, 
höchste und hohe Gönner und Wohlthäter der nationalen Anstalt, 
denen diese so viel verdankt, dafs ihre Freunde gerne auch deren 
Bilder inmitten der Werke erblicken, die ihnen zu danken sind. 

Eine weiter gehende Förderung der Abtheilung für Geschichte 
der Wissenschaften beginnt sich soeben zu vollziehen, indem eine 
Reihe deutscher Apothekenbesitzer sich vereinigt hat, um in ähn- 
licher Weise , wie die Abtheilung für Handel und Verkehr durch 
das selbständige Handelsmuseum gefördert wird, die Geschichte der 
Medizin, Pharmazie und Chemie durch eine selbständige, als „phar- 
mazeutisches Museum" zu bezeichnende Abtheilung zur Darstellung 
zu bringen und so unserem Museum seine umfassende Aufgabe zu 
erleichtern. Sobald die Sache organisiert sein wird, sollen auch an 
dieser Stelle weitere Mittheilungen erfolgen. Einstweilen haben die 
Betheiligten sich an die pharmazeutische Zeitung gewendet und in 
derselben eine warme Förderung ihrer Bestrebungen gefunden. 

Die Sammlung von Gipsabgüssen der wichtigsten deutschen 
Skulpturen erhält ebenfalls fortwälirende Förderung. So hat in Leip- 
zig die Pflegschaft es in die Hand genommen und bereits Unter- 
stützung gefunden, die Abgüsse der wichtigsten sächsischen Werke, 
soweit wir sie noch nicht besitzen, uns zu stiften; in Regensburg 
haben sich einige Herren vereinigt, uns Abgüsse der merkwürdigen 
Skulpturen des DoUingersaales zu beschaffen ; in Augsburg haben 
es einige Herren in die Hand genommen, für Stiftimg von Abgüssen 
wichtiger Augsburger Skulpturen thätig zu sein ; Mitglieder des 
Frhrl. v. Gemmingen'schen Geschlechtes bemühen sich mit Erfolg, 
ihre Stammesvettern zur Stiftung eines Abgusses des Grabmals 
des Kurfürsten und Erzbischofs Uriel v. Gemmingen im Dome zu 
Mainz zu bestimmen. Auch diese Beispiele werden hoffentlich wei- 
ter wirken. 



Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden 
Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Standesherren: Se. Durchlaucht Albrecht Fürst zu 
Oettingen-Spielborg 25 m. 

Von Privaten: Altenmuhr. C. H. Volkhardt, Pfarrer, 2m 
Bremen. Dr. med. Karl Ludw. Luce 5 m. BUckeburg. Burchard, 
Oberbürgermeister, 3 m. Erlangen. Dr. Clafs, Universitätsprofessor, 
(statt bisher 2m.) 3m. Forchheim. Gottlieb Böhm, Apotheker, 
2 m.; Boxdorfer, kgl. Gerichtssekretär, 2 ra. ; Wilhelm Burkardt, 
Privatier, 2 m. ; Bühring & Weiler 2 m. ; Hermann Ebbinghaus, 
Maschinenpapierfabrikant , 2m.; J. Engelbrecht, Fabrikbesitzer, 

2 m.; Engelmaier, Kaufmann und Vorstand der Gecieindebevoll- 
mächtigten ,2m; Dr. Flierl , pr. Arzt ,2m.; B. Grolskopf , Bier- 
brauer und Magistratsrath, 2 m. ; Dr. R. Hagen, Chemiker und Fa- 
brikbesitzer, 2 ni. ; Hürner, protest. Stadtvikar, 2 m.; Hofmann, 
Stadtschreiber, 2m.; Hornschuh, Fabrikbesitzer (Firma Weber & 
Ott), 5 ra. ; Kleemann, Lehrer, 2m.; Kölbel, kgl. Rentamtmann, 
2m.; Krapp, Dekan und Stadtpfarrer, 2m.; F. Kratzer, Maurer- 
meistre, 2m; Mahler, kgl. Bezirksamtsassessor, 2m.; Maier, Kauf-' 
mann und Magistratsrath, Im.; May, Bezirksthierarzt, 2m.; B. F. 
verbeck, Privatier, 2m.; Christ. Preclitel, Lederfabrikant, 2m.; 
Rasp, Bezirksgeometer, 2 m.; Röfsner, Farbenfabrikant, 2in. ; Ignaz 
Schneider, Bierbrauer und Magistratsrath, 2 m.; F. Schneider, Bier- 
brauer ,2m.; Schweizer & Cie. , Brillen - und Glasschleife, 2 m. ; 
F. Seltsam, Fabrikbesitzer, 3 m.; Wiesueth, Bierbrauer und Ma- 
gistratsrath, 2 m.; Wirth, königl. Notar, 2m.; Wüst, Melber 
und Magistratsrath, 2m. Glessen. Baist, Rechtsanwalt, Im.; Chr. 
Bansa, Direktor, Im.; Dr. med. Blum Im.; Dr. Böse, Pro- 
fessor, 3 m.; Dr. Otto Buchner, Professor, (statt bisher 2 m.) 
3m. ; CoUmann, Apotheker, 3m.; Dr. Dittmar, Rechtsanwalt, 

3 m. ; Dornseifl' 3 m. ; W. Ferber, Buchhändler, 1 m. ; Dr. med. Fuhr 
Im.; Wilh. Gail, Fabrikant, 5m.; Dr. med. Haupt Im.; von Hip- 
pel, Professor, 3 m. ; Kempff', Fabrikant, 2 m. ; G. V. Koch, Zahn- 
arzt, 1 m. ; F. Kraft, Rechtsanwalt, 2 m. ; Lommel, Apotheker, 3 m. ; 
Dr. Naumann, Pfarrer, 1 m. ; von der Ropp, Professor, (bezahlte 
bereits 1882) 3 m. ; Schellenberg, Instrumentenmacher, Im.; G. H. 
Schirmer, Fabrikant, 3 m.; Dr. Sehürer, Professor, 2 m.; Schwan, 
Weinhändler, 1 m. ; Erich Wasserschieben, Fabrikant, 3 m. ; Dr. 
Wilbrand, Professor, 2 m.; Wilson, Direktor, 3 m.; Ziufser, Wein- 
händler, 1 m. Hamburg. Dr. Otto Rüdiger 3 m. Neumarkt 1. 0. 
Jos. Bögl, Buchhändler, 2 m. ; Friedrich Gofswein, Gasthof- und 
Brauereibesitzer, 2 m. ; Michael Gofswein, Gasthof- und Brauerei- 
besitzer, 2 m. ; S. Goldschmidt, Kaufmann, 2 m. ; Luxenhofer, Maler 
u. Vergolder, 2 m. ; Dr. Neuhaus, prakt. Arzt, 2 m. ; M. Oettinger. 
Kaufmann, 2 m. ; Joseph Seidenschwarz, Hauptlehrer, 2 m. ; M. We- 
ber, Kaufmann, 2 m.; Joseph Wolfer, Kaufmann, 2 m.; Job. Zei- 
ninger, Schlossermeister, 2 m. Nürnberg, A. Rumpf, Weinwirth, 
3 m.; Johann Scharf, Cafetier, 2 m; Oskar Steinel, Redakteur, 2m.: 
Max Versen, Redakteur, 2 m.; Gg. Leonh. Wagner, Bäckermeister. 
2 m. ; Stefan Wagner, Kaufmann, 3 m. Scheinfeld. Pfeifler, Stadt- 
schreiber, 2 m. ; Schmelz, kgl. Oberamtsrichter, 2 m. ; Dr. Scluieider, 
prakt. Arzt, 1 m. Stuttgart. Gaufs, Rechtsanwalt, 2 m ; Fr. Cirub. 
Oekonomierath, 2 m. ; Ad. Jordan, Kaufmann, 2 m. ; Dr. von Leins. 
Oberbaurath, 2 m. ; Ad. Neeff', Kaufmann, 2 m. 

Als einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 

Von Privaten : Germershelm. Wündisch, Dekan, 2 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 



171 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



11-2 



I, Für die kunst- 



und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen, 

(Nr. 8735—8746.) 

Burgfarrnbach. Konr. Witticli, Gutspiichter : Grofse Urne 
und kleine Schale von geschwärztem Thone, gefunden in Nieder- 
hessen. — Nürnberg. Händel, Uhrmacher: 6 Werke von Taschen- 
uhren, 18. Jahrh. ; 18 Zeiger von solchen; 4 Zifferblätter; 1 Ueber- 
gehäuse; 1 Weckeruhr; 3 Uhrschlüssel. Herrmanstörfer, Kauf- 
mann: zwei alte messingene Mafsstäbe. 11. Peters, Apotheken- 
besitzer: Eine Partie älterer, theilweise falscher Silber- und 
Kupfermünzen, 16. — 19. Jahrh. A. Rumpf, AVeinwirth : Abschied 
des Calas von seiner FamUie, Radierung von A. L. Möglich nach 
Chodowiecki : auf Kupfer gemaltes Miniaturporträt eines Bischofs, 
18. Jahrh. ; graviertes Pulverhorn aus einer Hirschstange mit mo- 
derner Fassung. Eduard Schutt, Kaufmann: Reiterpistol mit 
Steinschlofs, ca. 1800. Speckhardt, Hofuhrmacher: Ein in 
Kupfer getriebenes vergoldetes Uhrgehäuse, 18. Jahrb.; 5 Uhr- 
schlüssel. Uhrmacher-Verein: Englische Selbstschlaguhr in 
silbernem Gehäuse, 18. Jahrh. — Pappenheim. Grofs, Uhrmacher: 
Drei Spindeluhrwerke, 17.— 18. Jahrh. — Prag. B. Bischoff, Ku- 
stos des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen: Galva- 
noplastischer l^iederschlag des ältesten Prager Stadtsiegels. — Un- 
genannter: Glasgemalte Schweizer (?) Wappenscheibe vom Beginne 
des 16. Jahrh. 

IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,326—47,400.) 

Basel. Gemeinnützige Gesellschaft: Thun, die Vereine 
und Stiftungen des Kantons Baselstadt im Jahre 1881. 1883. 4. — 
Bremen. Technische Anstalt für Gewerbtreibende : Dies., 
Bericht f. d. Jahr 1882. 2. W. Sattler, Professor: 23 Leichenpre- 
digten u. dergl. Hs. u. Dr. — Breslau. Wilh. Köbner, Verlags- 
handlung: Germanistische Abhandlungen, hrsg. von K. Weinliold ; 
I. n. 1882 u. 1883. 8.— Brunn. MährischerLandesausschufs: 
Dudik, Mährens allgemeine Geschichte; X. Bd. 1883. 8. — Dres- 
den. Louis Ferdinand Freih. v. Eberstein: Ders., Beigabe 
zu den geschichtl. Nachrichten von dem reichsritterl. Geschlechte 
Eberstein; 2. Aufl. 1883. 8. — Erfurt. Fr. Bartholomäus, 
Verlagsbuchhandlung: Rommel, deutscher Spruchschatz. 8. Lor- 
bach, Wein-Lieder u. Sprüche. 8. Hoffmann von Fallersieben, 
Lieder der Landsknechte unter Georg u. Kaspar von Frundsberg. 
8. Ziegler, Aphorismen aus Lessing's hamburgischer Dramaturgie. 
8. Frenzel, Berliner Dramaturgie; L II. 8. Lichterfeld, Ent\yieke- 
lungsgeschichte der deutschen Schauspielkunst. 8. Schramm, italie- 
nische Skizzen. 8. — Freiburg i. Br. Herder'sche Verlagsbuch- 
handlung: Opitz, Maria Stuart; Bd. I. IL 1879 u. 1882. 8. — Greifs- 
wald. Dr. A. Häckermann: Ders., Thomas Thorild, der skandi- 
navische Lessing (im Sonntagsblatt zum Greifswalder Tagblatt, 1883. 
Nr. 4—18) 4. — Halle. Otto Hendel, Verlagshandlung: Ge- 
schichtsquellen der Provinz Sachsen u. angrenzender Gebiete ; Bd. 
VIII, 1. — XV. 1879-82. 8. Beschreibende Darstellung der älteren 
Bau- u. Kunst-Denkmäler der Provinz Sachsen; Heft 1—7. 1879—83. 
8. Kawerau, Caspar Güttel. 1882. ,8. Sonderabddr. — Kassel. Dr. 



E. Gerland: Cöster u. Gerland, Beschreibung der Sammlung astro- 
nomischer, geodätischer u. physikalischer Apparate im k. Museum 
zu Kassel. 1878. 4. Gerland, das sogen. Dampfschiff Papin's. 8. 
Sonderabdr. Ders., Nachtrag zu Leibnizens u. Huygens Briefwech- 
sel mit Papin. 8. — Leipzig. J. G. Bach's Verlag. (Ed. Störmer): 
Kretschmer u. Rohrbach, die Trachten der Völker vom Beginn der 
Geschichte bis zum 19. Jahrhdt. ; 2. Aufl. 1882. 4. E. A. See- 
mann, Verlagshandlung: Woltmann u. WuTmann : Geschichte der 
Malerei; Bd. I. II. 1879 u. 82. 8. — Lübeck. Dr. The od. Hach: 
Hach, das Lübeckische Landgebiet in seiner kunstarchäologischen 
Bedeutung. 1883. 8. — LüttIch. Universität: Heibig u. Grand- 
jean, catalogue des coUections leguees k la ville de Liege par Ulysse 
Capitaine ; t. I — III. 1872. 8. Bibliotheque 'de Tuniversite de Liege: 
catalogue des manuscrits. 1875. 8. Exposition de l'art ancien au 
pays de Lifege; I. II. 1881. 8. Hubert, etude sur la condition des 
protestants en Belgique depuis Charles V. jusqu'ii Joseph II. 1882. 
8. u. 40 weitere kleinere Schriften verschiedenen, nicht historischen 
Inhalts. — Luzern. C. F. Prell, Verlagshandlung: von Liebenau, 
das alte Luzern , topographisch u. kulturgeschichtlich geschildert. 

1881. 8. — Marburg. L. Bickell, Conservator : Ders., Erinnerung 
an die Elisabethkirche zu Marburg. 1883. 4. — München. D r. J. N. 
Sepp, Universitätsprofessor: Ders., Frankfurt das alte Askiburg. 

1882. 8. The od. Ackermann, k. Hofbuchhandlung: Archivali- 
Zeitschrift, hrsg. V. Dr. Fr. v. Löher; VI. VII. Bd. 1881 u. 82. 8. 

— Nürnberg. Maximilians-Heilungs- Anstalt: Dies., 69. Jah- 
resbericht V. J. 1882. 1883. 4. Fr. Schultheifs, Kirchner: Trew, 
Entschuldigung der unschiüdig beschuldigten Ceres zu Lauff. 1680. 
8. — Strassburg. C. F. Schmidt's Universitäts-Buchhandlung: 
Mündel, Haussprüche u. Inschriften im Elsafs. 1883. 8. Sonderabdr. 

— Stuttgart. W. Spemann, Verlagshandlung: Archivalische Zeit- 
schrift, hrsg. von Frz. v. Löher; I.-V. Bd. 1876— 18S0. 8. Wis- 
mar. Hin stör ff 'sehe Ilofbuchhandlung : v. Maltzan, einige gute 
mecklenburgische Männer. 1882. 8. — Worms. Dr. Renz: Rau, 
Verzeichnifs der Modellsammlung vou Handgeräthen zur Bodenbe- 
arbeitung. 1881. 8. Ders., Verzeichnifs der Pflugmodellsammlung. 
1881. 8. 

III. Für das Archiv. 

(Nr. 4811—4814.) 

Bremen. W. Sattler, Professor: Urkunden und Aktenstücke 
zur Geschichte der Familie Gruber zu Nürnberg, 1591 — 1706. Perg. 
u. Pap. Urkunden u. Aktenstücke zur Geschichte der Familie Schober 
zu Nürnberg, 1680—1748. Pap. Beschreibung des Inventars, das 
Margaretha, des Georg Kern, Wirths im Schiefsgraben, Wittib, dem 
Christoph Erlabecken käuflich überlassen hat. 1694. Pap. Inventa- 
rium über das Vermögen des Georg Paidus Büchner, Flaschner, 
Harnisch- u. Kürafsmachers zu Nürnberg, 1771. Pap. — Graz. 
V. Beckh- Widmannstetter, k. k. Hauptmann: Quittung des 
Beruh. Eyswein, Bürgers zu Kraynburg, über 125 fl. U44. Pap. Ab- 
schrift. S teiermärkisches Landesarchiv: Erlafs des kais. 
Landgerichts Burggrafthums Nürnberg in Sachen Walters ca. Sauden. 
1637. Pap. — Nürnberg. A. Rumpf, Weinhäudler: Gerechtigkeits- 
brief des Bischofs Franz Conrad von Bamberg für Job. Jos. Richter 
zur Errichtung einer vierten Apotheke in Bamberg. 1754. Perg. 



Schriften der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind:  



Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

Sammlung etc. Nr. 83. 8. Maria Theresia und die österrei- 
chische -Volksschule. Von Dr. F. Rulf. 



K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien: 
Monatsblatt etc. Nr. 28. April 1883. Gesellschaftsangelegen- 
heiten. — Zum Wappen der Buchdrucker. Von L. Mohr. — Ne- 
krolog. — Literatur etc. 



173 



Anzeigor für Kmide der döutschen Vorzeit 



174 



K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 211. Wien. 8. 
Drei Spezial-Ausstellungen im Museum. — Zur Geschichte des- Zin- 
kes bei den Alten. Von Ostheim. — Abwege der Glasmalerei. 
Von Dr. A. Jele. — Literatur. — Kleine Mittheilungen. 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 

Der Kirchensclimuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 3. 8. Maria 
Strafsengel. (Forts.) — Das Paviment der Kirchen. (Schi.) — Be- 
richt übet die Thätigkeit des Vereines i. d. J. 1881 u. 1882. 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthumsvereine : 

Correspondenzblatt etc. 31. Jhg. 1883. Nr. 8. Darmstadt. 4. 
Vereinsangelegenheiten. — Antikes Schwert im Mainzer Museum. 
Von Fr. Schneider. — Walter von Cronberg, Administrator des 
Hochmeisterthums in Preufsen u. Meister des deutsclien Ordens in 
deutschen und welschen Landen, verleiht der Gemeinde Igersheim 
bei Mergentheim ein Gerichts- Siegel. 1537. Von Fr. Ritsert. — 
Eine Gerichtskostenordnung des 17. Jahrhunderts. Von F. W. E. 
Roth. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Literatur. — No- 
tizen etc. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 5 u. 6. 1883. 4. Akademie- 
Angelegenheiten. — Literatur etc. 

Historische Kommission der Provinz Sachsen: 

Beschreibende Darstellung der älteren Bau- u. KunstdeukmUler 
der Provinz Sachsen . . . 5.-7. Heft. Halle, 1882 u. 1883. 8. 
Der Kreis Sangerhausen. Bearbeitet von Dr. Jul. Schmidt. Mit 
einer Glockenschau von Gustav Sommer. (Mit Abb.) — Der Kreis 
Weifsensee. Unter Mitwirkung von Dr. H. Otte bearbeitet von 
G. Sommer. (Mit Abb.) — Die Grafschaft Wernigerode. Bearbeitet 
von G. Sommer mit Darstellung der natürlichen u. geschichtl. Orts- 
u. Landeskunde von Dr. C. E. Jacobs. (Mit Abb.) 

Münzforscher -Verein: 

Blätter für Münzfreunde, Zeitschrift etc. XIX. Jahrgang. Nr. 108. 
Leipzig, 1883. 4. Dritter Vereinstag deutscher Münzforscher . . 
zu Wien 1883. — Erklärung der auf Kippermünzen Herzog Fried- 
rich Ulrich's von Braunschweig erscheinenden Umschrift PA. PR. 
S. N. I. L. Von J. u. A. Erbstein. — Zur Geschichte des Münz- 
wesens der Stadt Einbeck. Von A. Düning. — Ein Mariengro- 
schen der Stadt Hildesheim mit der Jahrzahl 1253 statt 1523. 
Von J. u. A. Erbstein. — Unedirte Paderborner Münzen. — Von 
Weber. — Bernburger Gulden von 1796. Von v. Röder. — Münz- 
funde. — Erläuterungen zu Tafel 73. 

Museum f. Völkerkunde in Leipzig: 

Zehnter Bericht etc. 1882. 8. 

Verein Herold in Berlin: 

,,Der deutsche Herold", Zeitschrift etc. XIV. Jhg. 1883, Nr. 4. 
4. Vereinsangelegenheiten. — Zum vierhuudertjährigen Jubiläum 
des Grüqenberg'schen Wappenbuchs, 9. April 1883. Mit Abb. — 
Aktenkassirungen. — Bücherschau. — Miscellen. — Genealogische 
Notizen, etc. 

Vierteljahrsschrift etc. XI. Jhg., Heft 1. Berlin, 1883. 
8. Das Wappen der grofsherzoglichen Häuser Mecklenburg -Stre- 
litz n. Mecklenburg-Schwerin. Von 0, Teske-Neustrelitz. — Excerpte 
aus Kirchenbüchern. Von Dr. G. Schmidt. — Das polnische Wap- 
penwesen. Von Graf Stanislaus von Mieroszowice - Mieroszowski 
(M. 11 Tafeln.) — Vereinsangelegenheiten. 



Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte etc. XV. Jhg. 1883. Nr. 4. 8. Gaspard Duif- 
foprugcar. Von W. J. v. Wasielewski. — Eine musikhistorische 
Abhandlung eines deutschen Musikers aus der Mitte des 18. Jahr- 
hunderts. — Mittheilungen. 

Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 

Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde. Nr. 2. April 

1883. 8. Schalensteine auf dem Bürenberg. Von Eug. Schmid. 

(Mit Abb.) — Die Gaesates. Von Dr. W. Gisi. — Gallischer Gold- 

stater, gefunden zu La T^ne bei Marin Von J. Amiet. (M. Abb.) 

— Das Haus zum Loch in Zürich. Von H. Zeller - Werdmüller. 

(Mit Abb.) — Die Antiquitäten von Seedorf. Von Dr. Th. von Lie- 

benau. — Der Schild von Seedorf Von J. R. Rahn. (M- Abb.) — 

Reliquien, Ablässe und Zierden zu St. Andreas in Basel. Von 

Dr. R. Wackernagel. — Fagadenmalerei in der Schweiz. Von S. 

Vögelin. — Zur Statistik schweizerischer Kunstdenkmäler. Von 

J. R. Rahn. V. — Miscellen. — Kleinere Nachrichten. — Literatur. 

Societe ro.yale Beige de geographie ä Bruxelles; 

Bulletin etc. Septieme annee. 1883. Nr. 1. Janvier-Fevrier. 8. 



liiteratiir. 

Neu erschienene Werice. 
4) Herzogliches Museum (zu Braunschweig). Führer durch 

die Sammlungen. Braunschweig, 1883. 8. 8 unpaginierte 

und 250 Stn. 
Deutschland besitzt eine Reihe von Museen, die in ihrer Ge- 
sammtheit eine solche Fülle von Schätzen bieten, wie sie kein an- 
deres Reich — vielleicht etwa Italien ausgenommen — umschliefst. 
Nur entzieht sich in Deutschland so manches der Kenntnifsnahme 
weiterer Kreise, die gewohnt sind nur eben die umfangreichsten 
grofsen Museen der Betrachtung werth zu halten. Der Begriff 
„grofs" ist auch da relativ zu nehmen. Es ist eine grofse Samm- 
lung oder eine Reihe beträchtlicher Sammlungen, die das herzog- 
liche Museum zu Braunschweig umfafst, und doch ist der Inhalt des 
Museums noch immer nicht nach seiner wirklichen hohen Bedeutung 
geschätzt. Mit Freude ergreifen wir daher die Gelegenheit, auch 
unsrerseits darauf aufmerksam zu machen, wie lohnend der Besuch 
dieser herrlichen Sammlungen ist. Sie verdanken ihre Begründung 
dem Kunstsinn des Herzogs Karl I., der am 6. Sept. 1755 das 
Kunst- und Naturalienkabinet begründete , das gegen Schlufs des 
vorigen Jahrhunderts die Bezeichnung herzogliches Museum erhielt 
und reich vermehrt wurde, bis die Franzosenzeit über Deutschland 
hereinbrach, in welcher Denen das Museum auf das gründlichste 
plünderte, so dafs es nur noch geringen Umfang hatte. Wenn auch 
1813 u. 1815 der gröfste Theil der geraubten Schätze zurückkam, 
so hat doch das Gebäude heute noch nicht alle Spuren der Zer- 
störung verwischt , so dafs erst der jetzt geplante Neubau den 
Schätzen einen würdigen Aufenthaltsort bringen wird. Indessen hat 
der verdiente V^orstand, Professor Dr. Riegel, dessen thatsächlich 
energischer Vertretung der Museumsangelegenheiten die Bewilligung 
der Mittel zu danken ist , eine kurze Beschreibung der Samm- 
lungen drucken lassen, die geeignet ist, auch jetzt schon die Auf- 
merksamkeit des grofsen Publikums auf die seiner Obhut anver- 
trauten Kunstwerke zu lenken. Die Sammlungen umfassen das 
berühmte Majolikakabinet, das sich im vergangenen Jahrhunderte 



17Ö 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



176 



zu Salzdahlum befand, sowie die Gemäldesammlung (930 Nummern), 
die insbesondere reich ist an niederländischen Meistern des 17. Jahr- 
hunderts. Einige Säle enthalten plastische und meclianische Kunst- 
werke, sowie kunstgewerbliche Erzeugnisse aller Art, sowohl aus 
dem Mittelalter als den spätem Zeiten, und theilweise aus aufsereuro- 
päischen Ländern , wobei insbesondere das Mittelalter durch her- 
vorragende Arbeiten vertreten ist, sodann geschichtliche Kuriosi- 
täten und "Waffen. Wichtig ist auch die Sammlung prähistorischer 
Alterthümer, endlich die besonders reiche Kupferstichsammkmg. 

Wenn diese Sammlungen, die jetzt schon zu Deutschlands Zier- 
den gerechnet werden können, erst in einem Neubau günstige Auf- 
stellung gefunden haben werden, wird ihre Bedeutung hoffentlich 
von keinem mehr unterschätzt, vielmehr von allen so gewürdigt 
werden , wie jetzt schon von den Fachleuten. 



Teriuisclite IXacIirichteii. 

79) Aus der Provinz Sachsen, 27. April. Bei Ober- 
eichstädt (unweit Querfurt) sind schon öfter altgermanische Stein- 
gräber aufgefunden worden. Vor einigen Tagen wurde abermals 
ein solches geöffnet. Dasselbe war auf einer kleinen Anhöhe ge- 
legen, und seine Seiten und Decke waren durch Steinplatten ge- 
bildet ; neben dem Gerippe stand eine Urne mit etwas Asche. 

(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 196.) 

80) Dirschau, 22. Mai. Beim Fundamentieren des zu er- 
bauenden Konzertsaales wurde heute Morgen in Mannstiefe eine 
grofse Anzahl von zum Theil wohlerhaltenen urnenartigen Ge- 
fäfsen aufgefunden, deren Material und Anfertigungsweise aber 
dafür sprechen, dais es Wirthschaftsgeschirre aus alter Zeit sind ; 
namentlich spricht dafür auch ein Bruchstück mit Giefstülle. Die 
Farbe der Gefäfse ist grauschwarz ; äufserlich zeigen die meisten 
deutliche ^ßeifung. (Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 236.) 

81) Wratsch, Krain. Im Laufe des heurigen Winters fand 
ein Arbeiter einen ringsum mit grofsen Steinen umstellten Grab- 
hügel, der zwei menschliche Gerippe (Mann und Frau) barg, die 
nun sammt Beigaben ins Eigenthum des Hofmuseums in Wien (an- 
thropologische Sammlung) übergehen werden. Neben den Gerippen 
fanden sich reiche und interessante Bronzegegenstände. Neben dem 
Kopfe des Mannes lag ein aus Bronzeblech genieteter Helm, dessen 
Form von der aller bis nun bekannt gewordenen antiken Helme 
sehr abweicht Bei den Füfsen dieser Leiche lagen vier durch- 
brochene Bronzerädchen mit verrosteten Resten einer eisernen 
Trense nebst Pferdezähnen, die der heimische Forscher Deschmanu 
als Schmuck des Riemenzeuges am Kopfe des Pferdes hinstellt. 
Zur Seite des Gerippes stand eine rothe Urne aus Thon, mit einem 
Bronzedeckel versehen. D.meben lagen viele kreuzartige Bronze- 
knöpfe mit Schlupfe, die eine Art Gliederkette gebildet haben dürf- 
ten ; ferner eine lange eiserne Lanze, ein langer eiserner Kelt mit 
Oehr an der Oeffnung und dem Reste einer noch in der Tülle 
steckenden hölzernen Handhabe (ganz mit Eisenoxyd überzogen), 
deren knieförmige Biegung an dieser Stelle erhalten blieb. Das 
weibliche Gerippe trug einen geschlossenen, mit Punkten verzierten 
und mit Gold patinierten Halsschmuck aus dünnem, zwei Finger 
breitem Bronzeblech. An beiden Armen erblickte man schöne Arm- 
ringe aus Bronze, auf der Brust mehrere Bronzefibeln mit Knöpfen 
am Bügel. Auf der gleichen Stelle lagen zwei Fibeln mit einge- 



setztem Bügel aus Bernstein, eine raubenartige Glasfibel und ein 
Stück von der Form der sogenannten Armbrustfibeln. 

(Ztschr. f. Mus. u. Antiqu.-Kde., Nr. 6 n. Dr. Anzg., Nr. 62.) 

82) Im Bruche zu Billigheim werden, wie der pfälzische 
Kurier meldet, durch Nachgrabungen von Seiten der anthropologi- 
schen Sektion der Pfalz Pfahlbaureste aufgefunden, in denen ein 
Feuersteinmesser sich erhalten hatte. Doch muls der Bau lange 
Zeit gedient haben, denn es wurden auch Reste von Hohlziegeln 
und mittelalterlichen Töpfen in grofser Zahl darin gefunden. 

83) Fr Kofier macht in Nr. 5 des Korrespbl. d. d. Gesch- u. 
Alterth.-Ver. auf prähistorische Wohnstätten in Holz hausen vor 
der Höhe aufmerksam, die sich in einer Lehmgrube als kesseiförmig 
eingesenkte Erdlöcher finden, deren Inneres, tief schwarz sich vom 
gelben Lehm abhebend, aus fester Erde, durchsetzt von Holzkohlen 
und Gefäfsresten , besteht. Ein kleines Steinwerkzeug wurde ge- 
funden ; vorher schon sollen Knochenreste gefunden worden sein. 

84) Ein römisches Grab wurde dieser Tage nahe dem alten 
Friedhofe zu Mödling bei Wien auf einer Schotterstätte aufge- 
deckt. Nach dem Befund des Dr. Hg enthielt dasselbe das Skelett 
einer weiblichen Leiche, deren linker Oberarm mit einem Bronze- 
ring versehen war und zwischen deren Füfsen ein Glasgefäfs stand. 
Die Wände des ca. 180 Centimeter langen Grabes sind mit Sand- 
steinplatteu gefüttert. Merkwürdig ist der Umstand, dafs die Decke 
des Grabes durch eine grofse Steinplatte gebildet wird, deren nach 
unten gekehrte Fläche ein Relief trägt. Auf demselben ist eine 
sitzende, mit Trauben bekränzte Figur zu erkennen, vor ihr zwei 
kleinere Figuren in langen Gewändern. Im Fond dieser Darstel- 
lungen zeigen sich Spuren von rother, an den Gewändern von blauer 
Bemalung. Nähere Untersuchung über den merkwürdigen Fund 
ist eingeleitet. (Nbgr. Stadtztg., Nr. 59.) 

85) Insterburg, 22. Mai. Im Schlofsteicbgraben wurden, 
wie die ,.J. Ztg." berichtet, in letzter Zeit mehrere prähistori- 
sche Gegenstände zu Tage gefördert, darunter ein Getreide- 
reibstein. Aufserdem fand man dort einen Haifischzahn, einen 
eisernen Wurfspeer und verschiedene Theile von Rüstungen. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 240.) 

86) In Lei Stadt in der Pfalz wurde, wie Dr. Mehlis in einer 
Reihe von Blättern, u. a. im Korrespondenzblatte des Ges. -Ver. d. 
d Gesch.- u. Alterth.-Ver. Nr. 5, ausführlichst berichtet im Funda- 
ment des abgebrochenen Kirchleins St. Leodegar ein Bruchstück 
eines frühchristlichen Grabsteines gefunden. Leider ist der Name 
nur bruchstückweise erhalten. 

87) Würz bürg, 21. Mai. Wir haben jüngst den Verkauf 
des alten Kapitelsaals der hiesigen Neumünsterkirche an Bildhauer 
Lorenz Gedon von München gemeldet. Der weitere Abbruch des 
Anwesens, das seit der Säkularisation theilweise als Scheuer be- 
nutzt worden war, brachte noch ein anderes merkwürdiges Alter- 
thum zu Tage, von welchem kein Mensch eine Ahnung hatte. Die 
1804 erneuerte Anschlufsseite des Lusemgärtchens, in welchem 
AValter von der Vogelweide beerdigt liegen soll, erwies sich näm- 
lich als die äul'sere Umfassungsmauer eines Kreuzganges. Der Be- 
sitzer, Herr Rosenthal, liefs denselben sofort, als man erkannte, 
welche Merkwürdigkeit die Mauer barg, vollständig blofslegcn und 
wird den Plan seines Neubaues dahin ändern , dafs dieser Kreuz- 
gang erhalten bleiben kann. Derselbe ist in romanischem Stil ge- 
halten, hat 16 Bogenöffnungen , abwechselnd von Säulen und Pila- 
stern getragen. Von den Schäften der Säulen sind zwei rechteckig. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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drei gewunden und drei glatt bearbeitet ; alle sind verschiedenartig 
ausgeführt; das Gleiche ist bei den Kapitalen und ihrer Ornamen- 
tik der Fall. Der mittlere Pilaster enthält ein Christusbild und 
ein Bischofsbild ; der eine Schlufspilaster ein Mariabild , während 
der andere nischenartig ausgearbeitet ist. Die Erbauung des Kreuz- 
ganges ist auf das Ende des neunten oder Anfang des zehnten Jahr- 
hunderts zurückzuführen ; da 854 die 746 von dem hl. Burekard 
erbaute erste Neumünsterkirche mit Stift am Bonifaztage, bei einem 
Erdbeben vom Blitz entzündet, abbrannte und, nach Angaben der 
Chronik, alle Mauern einstürzten. Im Boden des Kreuzganges fand 
man etwa 30 Schiidel und zahlreiche Knochenreste, die jetzt im 
Lusemgärtchen beigesetzt sind. Da diese Menschenreste in Holz- 
särgen lagen, welch letztere ganz verfault sind, läfst sich nicht be- 
stimmen, ob sich nicht unter ihnen vielleicht die schon längst ge^ 
suchten Gebeine Walters von der Vogelweide befunden haben. Al- 
lerdings sollen diese nach der Sage unter der Linde im Lusem- 
gärtchen beerdigt worden sein, aber Nachgrabungen bis auf den 
Felsgrund haben dort keine menschlichen Reste gezeigt. Eine ge- 
naue Aufnahme des Kreuzganges wird Herr Bauamtraann Friedreich 
in der „Bauzeitung" veröffentlichen. 

(Neueste Nachr. u. Münch. Anzgr., Nr. 143.) 

88) Die Ruine Sehlofseck, ehemals Leiningen'scher Besitz, 
ist vor einiger Zeit durch Dr. Mehlis untersucht und theihveise vom 
Schutte befreit worden. Man hat die romanische Thorfagade aus 
den im Graben gefundenen Trümmern wieder zusammengestellt. 
Neuerdings macht die Stralsburger Post in Nr. 128 darauf aufmerk- 
sam, dals auf der mit Adlern, dem Wappenthier der Leiningen, ge- 
schmückten Kämpferplatte, welche den Thorbogen trägt, in arabi- 
schen Zifl'ern die Zalü 1202 eingebauen sei, sowie der Name Pad- 
hvo, während schon früher an einem Quader das Wort f Hirgavi ge- 
lesen worden sei. Die Zahl wird als Jahreszahl der Erbauung, die 
beiden Worte als „Namen von Steinmetzen , die vom benachbarten 
Benediktinerkloster Limburg stammen", erklärt. 

89) In den jüngsten Wochen lief die Nachricht durch die hie= 
sigen Blätter, dafs von der sog. Primizkapelle, d. i. dem ehemaligen 
grofsen Refektorium des Klosters Heilsbronn , welches seit langer 
Zeit in Privatbesitz sich befindet und worin eine Bierbrauerei be- 
trieben wird, das, übrigens stark defekte, spät romanische Portal an 
einen ungarischen Magnaten um 15000 m. verkauft worden sei und 
zerlegt nach Ungarn geführt werden solle. Schon seit Jahren, seit 
die grofse Kirche, die Begräbnifsstätte der Ahnen des deutschen 
Kaisers, restauriert worden war, schien es uns, als ob von den Be- 
sitzern alle denkbare Pression in dem' Sinne ausgeübt werde, dafs 
entweder die bayerische Regierung oder Se. Maiestät der Kaiser 
ihnen um hoben Preis das Besitzthum abkaufen solle. Wir unserer- 
seits hatten nie die Absicht, den Besitzern alter Baudenkmale das 
Beispiel zu geben, dafs durch Drohungen mit dem Abbruche oder 
Verkaufe mit Erfolg eine Pression ausgeübt und so aus öifentlichen 
Geldern eine solch grofse Summe flüssig gemacht werden könne, 
die jeden anderen Besitzer zu ähnlichem Vorgange reizen müfste. 
Die zu uns kommenden Unterhändler fanden daher kein Entgegen- 
kommen. Wir hatten aber auch die jüngste Nachricht um so mehr, 
als die Klage damit verbunden war, dafs auch das germanische Mu- 
seum nichts für die Erhaltung (die natürlich ganz aufserhalb unserer 
Aufgabe läge) oder Erwerbung des Portales, resp. des ganzen Bau- 
werkes gethan habe, lediglich für eine Finte gehalten, um eine Pres- 
sion auf den Kaiser zu üben, da unserer Meinung nach .auch ein 



„ungarischer Graf" hätte sehen müssen, dafs das Portal aus sehr 
weichem Steine hergestellt ist, somit beim Abbruch und Transport 
so grofsen Schaden leiden würde, dafs es kaum mehr hätte aufge- 
stellt werden können. Indessen ist auch die etwa vorhandene Ge- 
fahr der Entführung durch einen vung.arisclien Grafen" beseitigt. 
Der Frank. Kurier schreibt in Nr. 201 : Wie der Allg. Ztg. in Be- 
stätigung anderweitiger Nachrichten aus Kloster Heilsbronn ge- 
schrieben wird, hat der deutsche Kronprinz vom ungarischen Grafen 
W. , der das Portal an der Primizkirche käuflich erworben hatte, 
die Cession des Kaufvertrags erlangt. Es steht zu hotten, dafs so- 
gar eine Restauration der ganzen Primizkirche, vielleicht schon in 
Bälde, ins Werk gesetzt wird. Die Kaufsumme betrug 5000 m. 

Man hat bei dieser Gelegenheit auch den Ruf nach einem Ge- 
setze erneuert (vgl. deutsche Bauzeitung Ni-. 41), das solche Vor- 
gänge überhaupt unmöglich mache. Auch wir könnten ja ein solches 
Gesetz nur freudig begrüfsen ; aber kein Gesetz könnte wirklich 
nützen, welches nicht einfach das jetzt freie Eigenthum der Besitzer 
beweglicher wei unbeweglicher Denkmäler wesentlich beschränkte. 
Ein etwaiges Vorkaufsrecht des Staates allein hätte keinen Zweck, 
da ja bekanntlich oft genug die Regierungen „kein Geld haben," 
und da mitunter, thatsächlich oder nur scheinbar, solche Preise ge- 
boten werden, welche der Staat also geben müfste, dafs er es sich 
doch oft genug würde überlegen müssen, ob er sich dazu verstehen 
darf, solche Prämien darauf zu setzen, dafs immer mehr Leute sich 
entschliefsen, loszuschlagen. 

Ein Gesetz aber, welches das Eigenthumsrecht der jetzigen Be- 
sitzer beschränkt, also deren Besitz theilweise entwerthet, hat doch 
heute kaum Aussicht, in sämmtlichen Staaten des Reiches Annahme 
zu finden, da es doch gewifs sein Bedenkliches hat , wenn die Ge- 
setzgebung sich auf den Weg begeben wollte, das Eigenthum in 
Frage zu stellen, indem sie zeigte, dafs sie jedes Eigenthumsreclit 
beschränken könne, sobald sie Interesse daran findet. 

Wir sehen also nichts anderes für zweckmäfsig an, als vor- 
sichtig zu sein und jede solche Frage sorgfältig zu studieren und. 
wenn eine Pression in dem Sinne ausgeübt werden soll, dafs irgend 
jemanden seine Besitzung theuerer abgekauft werden solle, als er 
sie sonst anbringen würde, einfach die Sache zu ignorieren. 

Wir erinnern uns an einen Fall, wo vor einiger Zeit ein 
ländlicher Besitzer drohte, eine ihm gehörige Ruine abzubrechen, 
wo ebenfalls die schönsten Zeitungsartikel über diese Barbarei mit 
der Aufforderung durch die Welt liefen , die gleichfalls theilweise 
an das germanische Museum gerichtet waren, die Ruine zu kaufen, 
um sie zu erhalten. Es sollte ein Aufruf erlassen und so die Mittel 
beschafft werden u. s- w. Kluge'Leute erkannten jedoch, dafs der 
Bauer kein Interesse daran haben könne, die Ruine abzutragen, da 
er zu einem angeblich beabsichtigten Neubau die Steine billiger aus 
einem benachbarten Bruche bekommen könne, als durch Abbruch der 
Ruine, dafs er aber auch gar keinen Neubau nöthig habe, dafs also 
lediglich eine Pression auf kunstsinnige und wohlhabende Leute 
ausgeübt werden solle, die, wenn sie von Erfolg begleitet gewesen 
wäre, sicher sofort ein Dutzend anderer Landleute veranlafst hätte, 
mit dem Abbruch anderer ebenso interessanter Burg- und Kirchen- 
ruinen zu drohen. Man unterliefs jeden Schritt ; trotz der schönen 
Zeitungsartikel kaufte niemand die Ruine, und sie steht heute noch, 
wol auch noch lange , da doch selten ein Bauer eigensinnig genug 
ist, sich's Geld kosten zu lassen, blos um eine Barberei auszuüben, 
die ihm keinen Nutzen bringt. 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



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Wir haben vielleicht die Situation falsch aufgefafst, wenn wir 
an den angeblichen ungarischen Grafen nicht glaubten, der 15000 m. 
für die Zerstörung des Heilsbronner Portales ausgeben sollte, um 
eine Schiffsladung voll Reibsand auf sein Gut zu bringen. 

90) Marienburg, 24. Mai. lieber die Restaurationsarbeiten 
in der St. Marienkirche und dem Hochschlosse berichtet die 
„Nog.-Z.'', dafs die Dekorationsmalereien in der Kirche durch den 
Kirchenmaler Haase aus Berlin mit zwei tüchtigen Gehilfen in An- 
griff genommen sind. Zur Herstellung der Terracotten, Reliefs, 
Konsolen für die Kirche und die goldene Pforte ist ein Modelleur 
der Firma March & Sohne in Charlottenburg seit etwa 14 Tagen 
hier beschäftigt. Der Historienmaler Weinmayer aus München, 
welcher im vergangenen Jahre den schonen Christuskopf ülier dem 
Hochaltar übermalte, wird Anfang nächsten Monats wieder hier er- 
wartet, um die Heiligenbilder, welche die Wände der Kirche schmü- 
cken, in alter Pracht wiederherzustellen. Die Kommission von 
Sachverständigen für den Restaurationsbau des Hochschlosses trift't 
gleichfalls Anfangs Juni zur Feststellung der Arbeiten für das 
nächste Etatsjahr hier ein und wird auch über die Dekoration der 
Kirche definitive Beschlüsse fassen. Der imposante Nordflügel des 
Kreuzganges geht seiner Vollendung entgegen. 

(Nordd. AUg. Ztg., Nr. 240.) 

91) Wie man vor einiger Zeit aus Olmütz mittheilte, hat das 
dortige Domkapitel den Beschlufs gefafst, die Metropolitankir- 
che zum heiligen Wenzel, einen aus dem 14. Jahrh. datierenden 
gothischen Bau, nach dem ursprünglichen Plan auszubauen. Als 
erste Quote für diese Arbeiten hat das Domkapitel einen Betrag 
von 400,000 fl. ausgeworfen. Auch der Kardinal Fürsterzbischof 
Landgraf Friedrich von Fürstenberg hat seine Unterstützung 
zugesagt und eine namhafte Subvention für den Dombau in Aus- 
sicht gestellt. (Allg. Kuustchronik, VII. Bd., Nr. 20.) 

92) Der aus dem Dome zu Goslar stammende sog. Kaiserstuhl 
war seit Jahrzehnten in den Besitz des Prinzen Karl von Preufsen 
gelangt, der testamentarisch verordnet hat, ihn nach seinem Tode 
wieder nach Goslar und zwar fn das Kaiserhaus zu bringen. Die 
Nordd. Allg. Ztg. schreibt nunmehr in Nr. 218 darüber: Goslar, 
9 Mai. Der Kaiserstuhl ist, wie man dem „H. C." schreibt, gestern 
Abend per Bahn hier angekommen und war auseinandergenommen 
in zwei grofse Kisten gut verpackt. Heute Morgen ist derselbe 
im hiesigen Kaiserhause aufgestellt worden, wo er bis zu seiner 
definitiven Plazierung im grofsen Kaisersaale in der Vorhalle vor 
demselben zur allgemeinen Besichtigung stehen bleibt. Der altehr- 
würdige Stuhl ruht bekanntlich auf sandsteinernem Unterbau, dessen 
Füfse aus vier grofsen Kugeln bestehen, Rücken- und Armlehnen, 
sind aus Bronze. Der Stuhl ist 669 Kilogr. schwer. Eine Beschrei- 
bung des Stuhles mit der prinzlichen Unterschrift und dem Siegel 
soll bei demselben aufgehängt werden, während ein Duplikat der- 
selben an dem bisherigen Standorte des Kaiserstuhls auf Schlofs 
Glinike verblieben ist. Die Uebergabe des Stuliles an die hiesige 
Stadt ist unter den üblichen Formalitäten durch Quittung etc. 
erfolgt. (Nordd. AUgem. Ztg., Nr. 218). 

93) In der Stadtkirche zu Wittenberg hat man einige Bilder 
von Lukas Kranach vermauert gefunden. Darüber schreibt die 
Nordd. Allg. Ztg. in Nr. 198: Wittenberg, 29. April. Von den 
beiden in der Rückwand des stattlichen Altars unserer schonen 
Stadt- und Pfarrkirche nach einer aus dem vorigen Jahrhundert 
stammenden Nachricht vermutheten und auch wirklich mit den Bild- 



flächen nach dem Altarinnern zu vermauert aufgefundenen Kra- 
nachbildern ist das eine bereits freigelegt worden und erweist 
sich, obwohl noch mit Mörteltheilen bedeckt, gut erhalten. Das 
etwa 2 Meter hohe und 1 Meter breite Oelgemälde stellt die 
Opferung Isaaks dar. Im Mittelgrunde erhebt sich ein Berg, auf 
welchem Abraham in gläubigem Gehorsam das von Gott geforderte 
Opfer bringen will. Auf dem statt dos Altars aufgeschichteten 
Holzstofse kniet gebunden Isaak, den Kopf vor dem ttidtlichen 
Streiche beugend, und Abraham holt, das Antlitz fest gen Himmel 
gerichtet, mit dem grofsen Messer zum Todesstofse aus, wird aber 
von einem Engel gehindert, sein geliebtes Kind zu tödten. Auf 
dem Wege zum Berge harren die beiden Knaben mit dem Esel, 
und am Eufse des Berges hat sich ein Widder mit seinen Hörnern 
in einem Dornengebüsch verwickelt. In einem Seitenthale dehnt 
sich eine morgenländische Stadt aus. Das Gemälde ist auch in den 
Einzelheiten mit allem Fleifs ausgeführt, und die Farben haben sich 
in auffallender Weise frisch erhalten. Die Vermauerung des Bildes 
war übrigens zwei Steine stark sorgfältig ausgeführt und liefs von 
dem Bilde etwa 15 Centimeter frei. Im Rahmen finden sich noch 
Spuren von eisernen Bändern, aus welchen ersichtlich ist, dafs früher 
das Bild, wie jedenfalls auch das andere Seitenbild des Altars, als 
Seitenflügel in Angeln beweglich war. Ueber den Kunstwerth des 
Gemäldes läfst sich ein sicheres Urtlieil noch nicht fällen, doch Ist 
es gewifs hocherfreulich, dafs das Werk eines tüchtigen Meisters 
aus seinem Versteck herzorgezogen worden ist. Mit der Freilegung 
des zweiten Bildes ist bereits der Anfang gemacht. Beide Gemälde 
sollen einer sorgfältigen Reinigung unterzogen werden. Räthselhaft 
bleibt, warum man diese in den Altar eingemauert und so unsicht- 
bar gemacht hat, da doch sonst die übrigen hier befindlichen 
Schöpfungen unseres Meisters Lukas Kranach in hohen Ehren ge- 
halten worden sind. 

94) Im Feuilleton Nr. 53 des Pfalz. Kuriers macht Dr. Mehlis 
auf ein zweites Madonnabild aus Kloster Limburg aufmerksam (ein 
erstes, sehr schönes, lebensgrofses hölzernes Standbild der Madonna, 
welches daher stammte und dem 13.— 14. Jahrhundert angehört, 
wurde vor einigen Jahren, nachdem dessen künstlerische Bedeutung 
und deshalb hoher materieller Werth ebenfalls durch Dr. Mehlis 
in allen zugänglichen Zeitungen hervorgehoben war, auf einer Auk- 
tion für die Kirche S. Maria a. d. Kapitol in Köln erstanden), wel- 
ches dem 15. Jhdt. angehört, 77cm. hoch ist und, wie der Schlufs 
des Artikels vermuthen läfst, jetzt jedenfalls verkäuflich ist. 

95) Nürnberg. Auf dem Bauplatze des Herrn Maurermei- 
sters Reichardt am Kirchenwege zu St. Johannis wurde nach dem 
Nürnberger Anzeiger ein vollständiges Skelett gefunden, bei welchem 
13 Stück Sill)ermünzen lagen, die aus dern^ Jahre 1623 stammen; 
(nach anderer Mittheilung sind es Groschen von 1624 bis 1630, auch 
befindet sich eine Reformationsjubiläumsmünze dabei). 

96) Eine grofse Aufregung, berichten die ,, Times", entstand 
während der Versteigerung der alten Kupferstiche und Radie- 
rungen des Doktor Guffith in London, als das fast einzige Exemplar 
erster Qualität vom Rembrandt'schen Porträt des Dr. Arnoldus 
Tholinx, auch „der Advokat ToUing" oder „Petrus Van- Toi" ge- 
nannt, an die Reihe kam. Von diesem Blatte, schreibt der Londoner 
Berichterstatter der „Frankf Ztg.", existieren überhaupt nur fünf 
Abzüge, von denen drei sich in öffentlichen Museen befinden. Die 
vorausgehenden Kupfer wurden zu 33 Pfd. St. versteigert ; als aber 
„The Tholinx' erschien, schlug der Versteigerer der Versammlung 



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Anzeiger für Kunde clor deutschen Vorzeit. 



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sofort vor, mit dem Gebot von 500 Pfund zu beginnen. Die Herren 
Colnaghie giengen auf den Vorschlag ein, und nun begann zwischen 
ihnen und dem Kunsthändler Clement aus Paris ein Wetteifern bis 
auf 800 Pfd. St. ; dann zogen sich die ersteren zurück, und an ihre 
Stelle trat Herr Noseda, der den Franzosen Schritt für Schritt 
hinaufsteigerte; und als er ein Angebot von 1100 Pfd. St. gemacht, 
gab sich die Aufregung im Saale durch wiederholtes Beifallsrufen 
kund. Zuletzt zog sich auch Noseda zurück. Allein zur grofsen 
Freude aller Anwesenden wurde der Kampf vom alten Kunstsamm- 
ler Herrn Addington aufgenommen, der unter dem allgemeinen Bei- 
falle 1200 Pfd. St. bot und sofort bis zu 1500 Pfd. gieng. Aber 
auch jetzt noch wurde er vom Franzosen überboten, der denn auch 
den Schatz um 1510 Pfd. Sterl. davontrug, was 230 Pfd. mehr 
ist als überhaupt je für einen Ivupferstich bezahlt worden. Der 
Franzose Clement hatte übrigens im Auftrage des berühmten Samm- 
lers Herrn Dubuit aus Reuen gehandelt, welcher das beste Werk 
über alte Kupferstiche und Radierungen verfafst hat. Derselbe 
Kunstkenner besitzt auch einen Kupferstich, für welchen er vor 
einigen Jahren den damals höchsten Preis von 1180 Pfd. St. bezahlt 
hatte. Es war der erste Stich des „Hundertguldenblattes''. Für 
das einzige zweite Exemplar derselben Radierung bezahlte man jetzt 
305 Pfd., für eine Landschaft mit einem Thurme „von Rembrandf 
808 Pfd. und für dessen „Bürgermeister Six" 505 Pfd. — was lauter 
höchst aufserordentliche Preise sind. 

(Korrespondent v. u. f. Deutschi., Nr. 246.) 

97) Die berühmte historische Kunst- und Geräthe- 
sammluug auf Schlofs Altmeersburg am Bodensee, 
■welche der verstorbene bayer. Kämmerer Carl Edler Mayer v. Mayer- 
fels daselbst während seiner Lebzeiten gesammelt, wird am 16. Au- 
gust und die, folgenden Tage in dem genannten Schlosse zur Ver- 
steigerung kommen. Die Sammlung besteht aus einer gi-ofsen An- 
zahl Rüstungen, Schwerter, Hellebarten, sowie überhaupt Waffen 
zu Schutz und Trutz, Krüge, Gläser, kirchlicher und profaner Gefäfse, 
Gold- und Silbergegeustände, Möbel, Gemälde, Glasmalereien, einer 
Sammlung alter seltener Siegelstöcke etc. ; ferner eine grofse Biblio- 
thek, in welcher sich seltene kostbare Werke, besonders Heraldica, 
befinden. (Südd. Presse, Nr. 110.) 

98} Berlin, im April 1883. Die jährliche Plenarversammlung 
der Centraldirection der Monumenta Gennaniae hat in den Tagen 
vom 31. März bis 2. April hier stattgefunden. 

Vollendet sind im Lauf des letzten Jahres 
von der Abtheilung Scriptores : 

1) Tomus XXVI der grofsen Ausgabe in Folio ; 

2) Deutsche Chroniken, Bd. IV, Abth. 1 in 4.; 

3) Waltrami, ut videtur, liber de Imitate ecclesiae conservanda. 
Recognovit W. Seh wenkenbecher. in 8.; 

4) Annales Bertiniani. Denuo recensuit G. Waitz. in 8.; 
von der Abiheilung Leges : 

5) Sectio V. Formulae Merowingici et Karolini aevi. Edidit K . 
Zeumer. Pars prior, in 4.; 

von der Abtheilung Epistplae : 

6) Epistolae saeculi XIII. e regestis pontificum Romanorum se- 
lectae per G. H. Pertz. Edidit C. Rodenberg. Tomus I. in 4.; 

von dem Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche 
Geschichtskunde : 

7) Band VIII in 3 Heften. 

Viel bedeutender ist die Zahl der Bände, welche sich im Druck 



befinden und, zum Theil nur zufallig, nicht zum völligen Abschlufs 
gekommen sind. 

Das gilt namentlich in der Ahtheilung Antiquitates unter Lei- 
tung des Prof. Mommsen von den Bearbeitungen des Avitus von 
Dr. P e i p e r in Breslau, des Ausonius von Prof. S c h e n k 1 in Wien, 
des Symmachus von Prof. Seeck in Greifswald, die der, Vollendung 
nahe sind. Begonnen hat der Druck des Sidonius von Dr. Lüt- 
johann in Kiel und des Ennodius von Dr. Vogel in Regensburg. 
Jenem werden die Briefe des Ruricius beigefügt. 

Die Abtheilung Scriptores, die unter der Leitung des Vor- 
sitzenden der Centraldirection steht, hat in der Reihe der Ge- 
schichtschreiber der Staufischen und nächstfolgenden Zeit bis zum 
Ende des 13. Jahrhunderts den 26. Band vollendet, der alles ent- 
hält, was französische Autoren für diese Periode darbieten. Die 
Ausgaben des Guillelmus de Nangis von Dr. Brosien, des Philipp 
Mousket von Prof. Tob 1er und mehrerer kleinerer Stücke von Dr. 
Holder- Egg er wurden in diesem Jahr gedruckt; das ausführliche 
Register lieferte mit dem letzteren zusammen Dr. Francke, der 
als ständiger Mitarbeiter eingetreten ist. Hieran wird sich dem- 
nächst Band 27 mit Auszügen aus den englischen Historikern der 
Zeit anschliefsen, mit deren Bearbeitung noch Prof. Pauli in (iöt- 
tingen beschäftigt war, als ihn ein früher Tod ganz unerwartet der 
Wissenschaft entrifs. Dr. Lieber mann in Berlin ist jetzt bereit- 
willigst in die Lücke eingetreten und hat die Sache so weit geführt, 
dafs der Druck sofort beginnen kann. Inzwischen war der Druck 
des Tomus 14 fortgesetzt, der weitere Nachträge zu den ersten 12 
Bänden bringt: aulser mehreren kleineren Werken fanden Aufnahme 
der neuerdings bekannt gewordene spätere Theil der Gesta epi- 
scoporum Cameracensium aus der jetzt in Paris befindlichen Hand- 
schrift und die Tournaier Geschichtsbücher, diese zum ersten Mal 
kritisch bearbeitet aus den Handschriften in Cheltenham, Tournai 
und Brüssel, an die sich die Gesta episcoporum Magdebtirgensium 
anschliefsen, herausgegeben von Prof. Schum in Halle, der eine 
unerwartet grofse Zahl von, wenn auch meist neueren, Handschriften 
zusammengebracht hat : eine im hiesigen Hausarchiv verglich Dr. 
Holder -Egger, der in ihr das Original der einen Fortsetzung 
aus dem 14. Jahrhundert erkannt hat ; eine andere von Wertli ibt 
in der Bibliothek des Fürsten Metternich zu Königswart zu Tage 
gekommen, ganz zuletzt noch eine in Bremen aufgetaucht. Band 15 
wird die bisher übergangenen Vitae der karolingischen, sächsischen 
und fränkischen Zeit bringen ; benutzt sind dafür neuerdings Hand- 
schriften aus München, Wien und Maihingen. — Der Druck der 
merovingischen Scriptores ist, wenn auch langsam, fortgesetzt; die* 
Historia Gregors, herausgegeben von Prof. Arndt in Leipzig, bis 
zum Anfang des 7. Buchs gelangt. Auch die Bearbeitung der Mira- 
cula von Dr. Krusch nähert sich ihrem Abschlufs. Mit einer 
einzelnen Schrift Gregors, den Acta S. Andreae, hat sich in Frank- 
reich A. Bonnet näher beschäftigt und die Ausgabe in den Mo- 
numenta übernommen. Er sowohl wie Dr. Krusch beabsichtigen 
auch über die Grammatik und Rechtschreibung Gregors eingehender 
zu handeln. — Die Arbeiten für die Edition des Liber pontificalis 
hat der Leiter der Abtheilung gefördert. An die späteren Papst- 
geschichten, deren Bearbeitung in den Händen des geh. Raths von 
Giesebrecht in München liegt, werden sich die Schriften von 
päpstlicher und kaiserlicher Seite aus der Zeit des Investiturstreits 
anschliefsen. Eine derselben, das Buch des Waltram (oder Walram) 
De Imitate ecclesiae conservanda ist in der Bearbeitung des Dr. 



183 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



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Schw enkenbecher vorläufig in einer Octavausgabe erscliienen. 
Die Edition von Humberts über adversus Simoniacos hat Prof. 
Thaner in Innsbruck vollendet; mit den Schriften aus der Zeit 
Heinrichs V. ist Dr. Bernheim in Göttingen beschäftigt. Aufser- 
dem hat Dr. K. Francke seine Thätigkeit hauptsächlich diesem 
Gebiete zugewandt. — Eine neue Ausgabe der Annales Bertiniani 
besorgte der Leiter der Abtheilung. — Eine besondere Reihe bil- 
den die deutschen Chroniken, von denen die erste Hälfte des vierten 
Bandes die Limburger Chronik enthält, auf Grund eines reichen 
handschriftlichen Materials in wesentlich verbesserter Gestalt heraus- 
gegeben vom Archivar Wyfs in Darmstadt, der den Schreiber Tile- 
mann Elhen von Wolfhagen als Verfasser ermittelt und zur Fest- 
stellung seiner Sprache eine bedeutende Anzahl von ihm geschrie- 
bener Urkunden aus den Archiven zu Wiesbaden und Limburg 
nebst einem ausführlichen Glossar beigefügt hat. Demnächst wird 
der Druck der Kaiserchronik, bearbeitet von Dr. Schröder in 
Göttiugen, beginnen. 

In der Abtheilung Leges erschien die erste Hälfte der For- 
melsammlungen merovingischer und karolingischer Zeit, bearbeitet 
von Dr. Zeumer, und gleichzeitig die Ausgabe der Pariser Hand- 
schrift der früher sogenannten Carpentierschen Formeln in Tironi- 
schen Xoten in phototypischer Nachbildung mit Erklärung von 
Director Schmitz in Köln, die auch für ein wichtiges Capitidare 
Ludwigs d. Fr. in Betracht kommt. Dr. Zeumer hat inzwischen 
die alamannischen Formeln mit Hülfe der Handschriften in München 
und Sangallen bearbeitet und ihnen bereits eine eingehende kritische 
Abhandlung im 3. Heft des 8. Bandes des N. Archivs gewidmet. 
Begonnen und ziemlich weit vorgeschritten ist der Druck bei der 
Ausgabe der Lex Bibnaria von Prof. Sohm in Strafsburg, die, 
verbunden mit der kleinen Lex Chamavorum, sich als zweites Heft 
an den 5. Band der Leges in der Folioausgabe anschliefst, für 
welchen aufserdem eine neue Ausgabe der Lex Bomana U.tinensis 
in Aussicht genommen ist, während die Lex Wüigothortim später 
die Sectio I der Quartausgabe eröffnen wird. — Auch der Druck 



der neuen Ausgabe der Capitularien von Prof. Boretius in Halle 
ist in gutem Fortgang. Für die fränkischen Concilien, welche 
Hofrath Prof. Maafsen in Wien übernommen, hat sich eine wich- 
tige Handschrift in der Hamilton-Sammlung gefunden, die für Berlin 
erworben ist. — Prof. Weiland und Frensdorff, beide in 
Göttingen, setzen die Arbeiten für die neue Ausgabe der Reichs- 
gesetze und die Sammlung der älteren Stadtrechte fort. 

Der Leiter der Abtheilung Diplomata, Hofrath Prof. S i c k e 1 , 
vollendete eine eingehende Untersuchung über die wichtige Urkunde 
Ottos L für Papst Johann XH., die neuerdings veröffentlicht ist und 
auch dem älteren Privilegium Ludwigs' d. Fr. eine sorgfältige kriti- 
sche Prüfung widmet, aufserdem mannigfache Beiträge zur PalUo- 
graphie und Diplomatik des 10. Jahrhunderts enthält. Demnächst 
ist der Druck des 3. Hefts der Diplomata wieder aufgenommen, der 
die Urkunden Ottos L zu Ende führen wird. 

Die Abtheilimg Epistolae unter Prof. Watte ribach 's Leitung 
lieferte den ersten Band der päpstlichen Briefe, wie sie vor langen 
Jahren schon Pertz aus den Regesten im Vaticanischen Archiv 
abschreiben konnte, geordnet, ergänzt und, soweit es nüthig schien, 
erläutert von Dr. Rodenberg. Der umfangreiche Band (über 90 
Bogen) betrifft die Zeit Honorius' HL und Gregors IX. ; der nächste 
wird sich vornehmlich mit Innocenz IV. beschäftigen. Inzwischen 
hat auch der Druck des Begistrum Gregors d. Gr. einige Fortschritte 
gemacht und wird im nächsten Jahr rascher gefördert werden 
können. 

Von der grofsen Sammlung der Poetae Latini aevi CaroUni, 
mit welcher der Leiter der Abtheilung Antiquitatcs, Prof. Dümmler, 
sich fortwährend beschäftigt hat, ist ein erheblicher Theil des zwei- 
ten Bandes gedruckt und die Vollendung im Lauf des Jahres zu 
erwarten. Daneben beginnt der Druck der Verbrüderungsbücher 
von Sangallen, Pfävers und Reichenau, herausgegeben von Dr. Piper. 
Auch Archivar Bau mann in Donaueschingen hofft im Lauf des 
Jahres mit der Sammlung der alamannischen Nekrologien zum Ab- 
schlufs zu gelangen. 



Dringende Bitte. Sollten aufser den nachstehend verzeichneten noch weitere Wappen-Siegel (oder ähnliche Bild- 
Siegel, aber keine Porträt-Siegel) vor dem Jahre 1200 bekannt sein, so bitte ich, im Interesse unserer deutschen Siegelkunde, 
um gütige Bezeichnung derselben. 

Kupferzeil, März 1883. Dr. Fst. Hohenlohe. 



Verzeichuiss 

1157. Herzog Berthold IV. von Zäringen. 
1159. Graf Arnold von Lenzburg. 
1163. Graf Rudolf von Ramsberg '). 
1165. Graf Emich von Leiningen. 
1167. Graf Chuno von Lenzburg. 
1177. Graf Berthold von Lechsgemünd. 
1180. Heinrich von Liebenstein. 
1185. Graf Ludwig von Saar werde. 



vou Wappen -Siegeln aus dem 12. 

1185. Eberhard von Elierstein. 

1186. Otto von Lohdeburg'). 

1187. Graf Albert von Klettenberg. 
1190. Graf Moritz von Oldenburg. 

1190. Herzog Adelbert von Teck. 

1191. Herzog Heinrich der Löwe von Bayern 

und Sachsen. 
1197. Herzog Mattheus von Lothringen. 



.Jiihrliundert : 

1197. Marschall Herrand von Wildon. 

1198. Graf Walram von Lurenburg. 

1199. Graf Boppo von Wertheim. 
1199. Castelan Egidius von Cons '). 
1174 ff. Graf Hartmann von Dillingen. 
1179 ft". Graf Ludwig von Oettingen. 
11 . . Graf Friedrich von Leiningen. 
11 . . Graf Poppe von Henneberg. 



1) Ob Wappen- oder Siegelbild ? 2) Wol Siegelbild. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei V. E. Sebald in Nürnberg. 



Nürnberg;. Das Abonnement des Blat- 
tes, welclioa alle IMoniite eischemt, wird 
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ARIZEIttER 



FÜR RUHE DER 



Neue Folge. 




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für Nord-Amerika bei den Postä^ 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museui! _^^ 
stimmten Sendungen auf dem Wege de^ 
Buchhandels werden durch den Commis- 
aionär der literar.-artiet. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. BrockhauBin Leipzig, be- 
fördert. 





^1 

Dreissigster Jahrgang 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 

M 7. 



Jiili. 



Wissenschaftliche Mittheilmigeii. 



Ein Brief des Gabriel Holzschiiher aus Indien vom 
Januar 1580. 

(Schlufs.) 

Dis laudt (au) jm selbst ist schlecht, hatt allein 
ann (von) Koi-d, Reys, vnd flaiseh gar vill, aber kein 
wein , noch paumol , auch vber S oder 6 sortten frücht- 
ten nit, den wein, (auch) oll (Oehl), (auch) holendische 
kes, bringt man aus portugal, das Landt ist soramer 
vnd wiuder in einer bubstautz (Subsianz) von (wirni, 
Wärme) durchs gantz jar, macht kein differeutz von 
einer zeitt gegen der andern, jm winder so liais als su- 
mers zeitt, allain den gautzen winder durchaus Regnets 
stehts so sumers Zej^t gar nit gesiebt (geschieht) ; die tag 
sein durchs gantz jar von 12 stunden, werden nit Lenger 
noch Kurtzer, bleyben die bäum vnd gras, durchs gantz jar 
stets grün, wir habeu alhie feygeu einer span lang, die 
hatt man durchs gantz jar frisch von Bäumen alle tag, 
ist die fürneuiste frucht, vund Mainst mantrimento (meiste 
Nahruni)) so woU für reiche als arme leutt, hatt sonnst 
ein andere frucht, dauon das volck lebtt vnd (sich) ent- 
hellt [erhält), seind schöne hohe päumen, die Nennt man 
palmeras, tragen ein frucht, so gro|3 auch der gestallt als 
Millaun (u'ie Melonen), die ist jnwendig vol wasser, aus 
solcher frucht macht man ding, der es nit waj-^ oder 
sieht, kans nit glaubeu. Magst mirs aber gentzlieh glau- 
ben, dan (ich) gar gutten bericht dauon hab. Erstlich 
macht man weinu, der ist gutt zu triucken, mer oll ist 



zu essen auch zu brennen, auch essig vnd wasser zu 
triucken, mer (ferner) zucker, auch Millieh, vnd Karten 
(Gardon) vnd sonderlich pappir darauf mann schreibt, 
mer eteres (esfera, Stroh- oder Bastmatte) so man an die 
erden legtt, in die kamern braucht, auch macht mau al- 
lerley hültzene geschier sehüssel, vnd vill ander ding, 
mecht einer gedeucken, wie mügiich so mancberley dings, 
vnd alle contrario eins gegen dem andern, Mer macht 
mau aus solchem bäum ein gantz schiffart als nemlich 
das sehieff, segel vnd segelthuch, Negel, sayl vnd strick 
auch werck oder Stopa {Werg), hültzene Ziegel, die heus- 
ser zu bedecken, also das kein anderer zeug ausserhalb 
solcher paum dar zu kumpt, auch füren solche sehieff, 
Die prouiant dareinn geladenn, zu esseu vnd triucken, 
von einem ortt zum andern zuuerkauffen, alles von sol- 
chem zeug, dermassen das gantze sehieff, auch die warn . 
so darinn geladenn, auch speys vnud Trannck, dauon sye 
sich im schiff ernern. als (alles) vonn solchem bäum 
komet. Solche schiff vnd zeug, hab ich schon bis her selbs 
gesehen, ist ein seltzam ding, hab nit wollen vnderlassen, 
dirs vnd andern {diese und andere) seltzamkeytt anzu- 
zaigen, so alhie sein, Konfftig jar mitt gottes hilf, will 
ich dir mer particularidades von hieigeu gebrauch, vnd 
seltzamkeydenn schreiben, jch bin in solchem Noch selbst 
Neu, vnangesehen {ich) schon bey 3 Monaten jn diesenn 
Landen, wie denn siehe ich alle tag Neue gebrauch, da- 
uon ein groß buch zu schreybeu, will trachten vill selt- 
zam tling zusamen bringen, mit der zeit vber S jähr mit 



187 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



188 



mir hinaus fürn, wan ich auff meyn jtzigen fürnemen- 
hleyb, wills gott an meinem hinaufziehen will ich ein 
andern weg Nemlich per tera au dio handt nemeu von 
hinnen per Mer gen Ormuß ') auff arabia (Persia) von 
dar hatts gutte gelegenhayt durch das Süffilandt [Russ- 
huid f) von dar durch Turckia, wie ich von denen (den- 
jennigen) versthee so aus jtalia herein vnd hinaus ziehen, 
solchen weg brauchen, hats gar gutt gelegenhayt {dar) 
vnib man solche starcks (stras) vill braucht, von Ormus 
nach Italia, find man leutt, jn ormus, die einen versihern 
I^emen 3. jm (bis) 400 dt (Dukaten) gebenn Purgschafft 
vmb iO m. (nulle duc.) zu zaln, da sye einen nit sicher 
ilurch bringen, soll ein gemaiu ding sein, will mich zu- 
uor von allem wol jmforrairn, hab zeyt genug darzu, auff 
solchen weg, hats von hinnen per Italia oder terußlant 
{Deutschland ?') vber 2000 meyl nit, die kan man jn 6 mo- 
naten verrichten, vnnd das gelobtt Landt als Jerusalem 
vnnd alle andere der gleichen ortt durchaus auch sehen. 
Darzu ich dau grossen lust hab, vnd mer ann solchen gut- 
ten Landt zusehen, als nit auff dem meer, vmb auch nit alle 
stundt in gefar zu stau, das schiff vnnd (noch) leutt, gar 
vnder gehe, ich solt dir sonnst von vill andern seltzam- 
keytten schreyben, so itzt nit sein kan. Bis konfftig Jar, 
will ich dir abcontrafoetung schicken was gestaltt hie zu 
Landt ydermann gekleydt geetht, alles blos vnd Nack- 
hentt, Man vnd (auch) weyb, so woll der Konig vnd Ede- 
leutt {als) der gemaiu Man bedecken allain die schäm, 
die portugesser gien (gehen) bedecktt, aber gar leicht, 
alles von Leinbatt oder seyden, kein wüllen thuch kann 
man der grossen hitz halben Leyden etc. 

Es hatt Mancherlay glauben oder Ceremonias hie zu 
Landt vnder dem volck, jedoch von den judianern Be- 
khern sich jrer vill, ye lenger je mer so zu Christen 
weren (werden), andere bleyben hayden was aber von 
Morn vnd Juden, die bleybenn auff jrem glauben, hat 
ilerhalben allerley Sectas hie Laudts, wie woll in den 
steten vnd fleckenn, so die portugesser jnnen haben, 
sein die hayden oder Indianner der merer tayl bekhert 
zw Cristen, gien jn vnsser kirchenn, kann noch nit vn- 
derlassen, dir von einem andern hiegön gebrauch zu 
schreiben, Nemlich das die hieigen Konig allezeyt ein 
ycdlicher 30. 40. ja 100 weyber hatt, vnd so vill jm der 
(deren) gefaln, wan er stirbt, oder jm krieg vmbkompt, 
müssenn syeh solche seine weyber alle lebendig selbs jn 
einem feuer verbrennenn, Item an villen ortten ausser- 
halb hie hatts vnder dem gemainen haidnischem volck, 
gebrauch. Da nun ein geringner (gemainer) verheureter 
(-ratter) man stirbt, mus sich sein weyb lebendig verbren- 
nen, wo nit ist sie verspott, vnnd veracht. Auch ist noch 
ein anderer gebrauch. Da ein Für meine (fürnehme, vor- 
nehme) Jun ckfraw vonn adel, oder guttem gesiecht ver- 

31 Die in den persischen Meerbusen führende Strasse von Ormus. 



hayrett, tracht jr freu(n)tschafft, das der Konig die 
erste nacht bey jr schlaff, dem gibtt man vill gelds dai'- 
zw, sonnst anderer gestalt, kan sye nit heiratten, solcher 
Sachen hat es noch vil.mer, Konfftig jar will ich dir 
mit gottes hilflf, was seltzams zu einer gedechnus schi- 
ckenn so mit gelegenhayt vber kommen will, die zeit 
ghet mir jtzt zu baldt hinweck vnd in meiner pfeffer 
handlung zu schaffen, das ich dir mer particular nit kan 
sehreiben, vnd will also hiemitt abbrechen,- Mein bitt 
wollest von Meinetwegen hern schlUsselfelder (meine 
dienst anzeigen daneben jr w. (Weisheit) die wienig 
Substantz von dissen Prief vermelden) sampt andern 
guitten hern vnd freinden vermelten bis mir gott der herr 
wiederumb zu euch verhülfft, als dann wollen wir von 
seltzamen dingen reden frülich vnd lustig sein, so ver 
(sofern) vns gott der her die gnadt vnd leben bis dahin 
verleucht 

D. D. S. allezeyt 
Gabriel holschuger. 

auch*) wollest mein grueß an zaigen deiner lieben 
hausfrawen, deiner Frau Schwieger, deinen geschweyen, 
auch Schwägern wilwoldt (Wilibald) haller, ^) den wolle 
von meinet wegen alle gutte bekanthe geseln, meine 
dienst anzaigen, vnd da es sich begibt, von meinetwegen, 
ein hoch glas voll wein lassen herumb gehn, dau woll weiß, 
jmer vil meiner ingedenck werden sein. Vettern Haus- 
sen*) vnd Allexander Stockhamer') Friderich**) vnd Se- 
boldt') 'Sawerman, Schwager Pauragartner^") vnd aln 
(allen) herrn. Sonderlichen veitt") und Jeronimus'-) holtz- 
schuchern, vnd jederman so meiner jn bestem jn gedenkh 
sein wirdt, gelieb (beliebe) meine dienst anzuzaigen — 

Auch Sonderlich "meinen geschwestergitten wolst mein 
grus anzaigen, khunftig jaren, will jch jnnen auch ein 
hieig New jaar schiekhen, den gelieb dir zw gelegenhait 
auch ein wennig von dissen brief mit zu theilen, den 
jnnen für dißmal nit schreib, (dar)vmh (da/s ich) nit 
an der zeit hab etc. 

hieint liegendt gelieb dir den hern tuchern zw ant- 
wortten {übergebe^i) , vnd dir hiemit zu than, lieb vnd 
dienst schaff vnd gebiett, die gnadt gottes sey (mit) vns 
allen etc. Will mit der Zeit, gern vernemen, wie es mit 
mein bruder Christoff") seins gesiebt halb beschaffen etc. 



4) Von hier an hat Gabriel Holzschuher den Brief eigenhändig 
geschrieben. 

5) Wol der Stifter der Wilibald Haller'schen Linie, geb. 1550, 
t 1580. — 6) Geb. 1530. — 7) 1532—1610. — 8) Wol Fried- 
rich IL, geb. 1521, i (?) — 9) Wol Sebald IL, geb. 1518. 

10) Balthasar Paumgartner, Pfleger zu Altdorf, mit dem die 
Schwester Gabriels, Barbara, in zweiter Ehe verheiratet war. 

11) Pfleger der Holzschuherischen Stiftung, geb. 1515, t '580. 

12) Amtmann des Umgeldes, f 1598. 

13) Christoph Holzschuher, geb. 1518, ledig t 1593. 



189 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



190 



Nach Beschlufs vorstehenden, sein mir ettliche klaine 
diemants stein zu banden khomen, dauon hiemit, sein noch 
rauch vnd vugeschuitten, gleich wie sie aus dem ertreich 
khommen, da sy waxen, Solche weil dir gern aufs best 
a Costi (nach dort, d. i. nach Nimibcrd) verkhauffen an 
ander Ortt als Venedig, Antorff laudtstal {Lundsiuhl in 
der Pfalz ?) oder Prag, vnd der gleichen ortt würden 
sy mer geltten, aber vmb so wenniger will, auch vmb nit 
mehr Risico zw bestan, jstz beest a Costi verkhauft wer- 
den, Gosten mich alhie 51 ducatten, waß du darauß er- 
lost. Solch gelt gelieb dir meinem bruder ChristofT,'') 
vnd Schwester geugerin^*) zu stellen das sie vnder jnuen 
allen mein geschwestergitten, zw einem Newen jarr auß 
thaillen, den gutten willen annemmen , will ju (ihnen) 
mit der Zeit waß Pessers schickhen, Sonderlich das sy 
der Gosmo gengerin'*) darmit nit vergessen. 

Mehr ghet damit noch ein diemandt stainlein, jnn 
pappier eingewickhelt, mit Spitzen, so auch wngeschlifen 
vnd also gewachssen gar an kain radt khomen, ist von 
schonnen hellen glantz, Soleher stain so noch nit ge- 
schnitten, oder an khain radt zw schleifen khomen, Soll 
die tugent haben, da er also rauch jn goldt eingefast 
wirdt, zw wissen (nämlich), das ein Spitz dauon, vnden 
durch auff den finger, solchen ploß anrür, oben vnd vnden 
frey, allein neben rumb mit golt, jn ein ring eingefast 
sey, Soll guett sein, für ein fraw die schwanger ghet, 
die solchen ring an fmger tregt, Soll nitt vbel geberen 
vor der Zeit, wan sy schreckhen empfächt, wie oft man- 
cher geschieht, man helt alhie vill darauf, (da/s es) ein 
gewisse Kunst sein, vnd dafür helffen soll. 

gemelter stain jst von ghar guter art, auch so schon 
als wan er geschlieffen , oder geschnitten wehre, erleidt 
sich woll solcher gestalt vngeschlieffen anzwtragen, hab 
den vnder 200 stuckhen auß klaubt, jst von den pesten. 
Ob solch present woll ring (gering), vnd billich ein 
vil pessers sein sollt, aber allain wegen der tugent, 
schickh ich dir solchen für dein liebe hausfraw, den wolst 
jr vb erantworten, vnd wolst sampt jr den guten willen 
von meiner wegen annemmen, biß auf ein ander mall, will 
ich dir was bessers verehren, damit jch gegen dir ver- 
schul dt, die ehr vnd freundtschafft , mir yeder Zeit ge- 
wissen hast, verhoff auch z\v gott, wann ich vber füuff 
jare nach Gostj khumb, die gegen dir vnd den deinigen 
verdienen vnd verschulden, beiligendts Paquett gelieb 
dir herrn tuchern zw antwortten 

gemelter dein, D: W: Schw. 
gabriel Holtzschucher mpr. 
Nürnberg. Hans Bosch. 



14) Magdalena Holzscliuher, geb. 1527, Gemahlin des Hans 
Cofsmanü (Cosmo) Gienger, t zu Breslau 1595. 



Nachru'litcii über Ualthasar llackfr aus >urnberg. 

Neben einem Paul Buchner verdient unter den her- 
vorragenderen Schülern Leonhard Danner's ') in Nürnberg 
auch einmal der Schraubennlacher Balthasar Hacker ge- 
nannt zu werden. Bereits lö7S war Hacker aus Danners 
«Diensten« getreten und hatte zu Nürnberg sein «eigen 
thun.« Damals arbeitete er für den »polnschen herrn« 
und für den Herzog von »Soffoy« , erhielt bald einen 
Ruf an den kursächsischen Hof und forderte, da er sich 
mit Rücksicht auf Danners hohes Alter^) von Nürnberg 
nicht gern wegwenden wollte , den hohen Jahresgehalt 
von 200 Thalern. ") Am 22. Januar 1576 brach Hacker 
in Nürnberg auf und kam acht Tage später in Dresden 
an. Wie Paul Buchner*) nach der noch vorhandenen 
Bestallung aus dem Jahre 1558 sonderlich das kurfürst- 
liche Drehe- und andere Zeug mit treuem Fleifs bewahren 
sollte, so wird auch Hacker seinem fürstlichen Herrn 
vornehmlich an der Dreliljank zur Seite gestanden haben. — 
Nach einigen Jahren sehen wir Hacker auf Reisen. Von 
Nürnberg aus schreibt er (am 1. August 1578) an den Kur- 
fürsten von »einem Werk, das er machen lasse« um Geld. 
Einige Wochen später meldet er, dafs er Nachts zwischen 
Morengo und Martinengo auf der Strafse beraubt worden 

sei. ^) 

Von Hackers Arbeiten werden erwähnt: 

1) eine Kugelkunst, so er 1588 in die Kunstkammer 
geliefert hat, im Preise von 100 Thalern. ^) 

2) ein künstlicher Kasten wie ein Schreibtisch, für 
den Kurfürsten 1588 gefertigt. 

3) ein Stuhl für den Kurfürsten, über welchen uns 
folgende Beschreibung — der Stuhl selbst dürfte unter- 
gegangen sein — vorliegt: ') 

»Dis ist ein stuel, den mann inn einem fürstlichen 
Zimmer, über landt, im felde, inn kriegsleufften, und 
sonsten zu allerley notwendigkeitt gebrauchenn kann, ist 
gemacht mit einem sammeten pfüel unud sammeten küssen, 
auch mit einem tischlein mit sammet ul^erzogen, sampt 
einem pultbrett unnd schubeladen, darinnenn einn schacht- 

1) In den Mitth. des k. Sachs. Alterth. Ver. Heft 29, S. lU. 
wo Danner (= Tanner; er hat eine Tanne auf seinem Petschaft) 
fälschlich Leopold getauft wird, ist einer seiner berühmtesten Ar- 
beiten gedacht. Dieselbe ist keine Drahtzieh-, sondern eine Drech- 
selbank und wohl mit der unter 2 zu erwähnenden identisch. 

2) Koch unterm 16. Mai 1584 schickt er an den Kurfürsten 
August eine künstliche „Poltzbank" und fünf Schreibtischchen. 
(K. S. Hauptstaatsarchiv Loc. 8524. B. VI, Bl. 201 1^ iu Verb, mit 

Cop. 492, Bl. 76 » "■ "■) 

3) Ebenda: Ergangene Schriften etc. Loc. 4519, Bl. 405. 

4) Er selbst schrieb seinen Namen bald Buchner, bald Puchuer. 

5) Ebenda: Loc. 8523, B. III, Bl. 96. 129. 

6) Ebenda: Cop. 551, Bl. 242'^- 

7) Ebenda: Mathematica etc. Loc. 9762, Bl. 105 fg. 



191 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



192 



Spielbrett unud iuu den armgelendern, darauff die arme 
liegen, seindt instrument, darauffdas tischlein leitt {liegt). 
Unnd wann man das tisehlein nicht brauchet, legt mans 
mit gewinden zusammenn , das es dem stul nichts be- 
uimbt, vnd wann ein herr oder potentat im stuel sitzet, 
halt er einen fufstritt, darauf die füsse ruhen, vnnd mann 
kann die füsse weit vonn sich, oder nahe zu sich ziehen, 
und in gleicher höhe verbleiben. Mann kann auch in 
dem rückgelender das anlehnen so weitt vonn sich lassen, 
so weit man will, unnd solches aufT eine sonderliche artt 
unnd weise, so bishero nicht im brauch gewesen, unnd 
mitt grosser mühe zu wege bracht wordenn, unnd wann 
ein herr oder potentat ruhen vnd schhiffenn will, kann 
mann das rückgelender niederlassen unnd den fufstritt 
über sich ziehen, so wirt es ein bette, darzu braucht 
mann das sammele küssen, welches mit golt und seidenn 
gestickt, das mann im liegen unters haupt gebrauchett. 
Der stuel ist auch unden mit rollen gemacht, das mann 
darauff einen fürsten unnd herrn im sitzen oder liegen 
fortführen kann. So seindt auch darbey zeheun kleine 
kestlein mit leibfarben chartecken gefuttert , darinnen 
kann mann allerley wUrtz unnd recept halten, unnd im 
fall der nott wie eine kleine apoteck gebrauchen, unter den- 
selben kestlein seindt schubledelein, darinnen kann manu 
Schreiberei unnd andere notwendige Sachen halten, welches 
ich umb geliebter kürtze willen nicht alles erzehlen 
iiiagk, unnd ^weiffelt mir nicht, hüchstgedachter mein 
gnedigster herr werde hieran ein gnedigst gefallen haben, 
wann ihr churf. Gn. alles selbst inn augenschein nehmen, 
unud besichtigen werden. Es ist auch im stuel ein loch 
gemacht, das mann kan im sitzen oder liegen ohne alle 
verenderung seine nottwendigkeit verbringen, darzu ein 
instrument verordenet, das mann unter den stuel setzett, 
auch hoch unnd nieder ziehen unnd zumachen kann, 
unnd ist so gemacht, das inn einem zimmer ohne alle 
mittel stehen kan, darzu auch geordeuet ein artt wie 
ein trucken herdt, das mann kann inn einer purgirung 
Ihücher wermen, unnd oben auch ein krüglein zum reu- 
i-hern vnnd wohlriechenden wasser w^ermen, unnd unter 
den gemelten Instrumenten stehett ein instrument, das 
kann man zusammenlegen, im füren, darinnen stehet, das 
unter den stuel gehöret, und mögen die stück, wie vor- 
gemelt stets in einem zimmer stehn, dann man wirt ver- 
meinen, es sey zur zier dohin gestellet. Es ist auch ein 
sammetes dünnes pulsterleinn darzu verordnet, das man, 
im fall das loch im stuel nicht zugemacht wehr, darauiT 
wirft, und nicht mercket. So ist auch der sluel sampt 
seinenn zugehörigen unnd gemelten stücken inn einen 
kästen eingerichtet, das mans über landt, und wohin man 
will, führen kan. Unnd weill ich höchstgedachtem mei- 
nem gnedigsten herrn, dem churfürsten zu Sachssen etc. 
Iiieheuorn frordem) hieruon vntertlienigste meldung unnd 



Vertröstung gethan, habe ich denselbigen mit vielfeltiger 
grosser mühe und unkostenn , unnd solt er mich gleich 
mehr gestandenn haben, endtlichen verfertigett , unnd 
zweiffelt mir nicht, ihr churf. gn. werden mich hinwieder 
gnedigst bedenckenn unnd meinen gehabten fleis in gnaden 
vermercken unnd auffnehmen.« 

Dresden. Theodor Distel. 



Schiedsspruch zwischen Ritter Florimis von Sasseu- 
dorp lind der Bürgerschaft von Soest über gemein- 
schaftliche Besitzrechte an Salzwerkeii in Sasseii- 
dorf, Kr. Soest. 1385, April 13. 

Zur Ergänzung der im »Westfälischen Urkunden- 
buche« mitgetheilten Dokumente über die Salinen zu 
Sassendorf (II, S. 48, Nr. 1937; 111, S. 136, Nr. ä86 und 
S. 333, Nr. 673), sowie als Beitrag zur Geschichte des 
Bergwesens, theilen wir nachstehend den Text eines im 
genannten Urkundeubuche nicht enthaltenen Schieds- 
spruches mit, dessen Original sich heute nicht mehr in 
Westfalen, sondern im Besitze Sr. Durchlaucht des Für- 
sten von Hatzfeldt-Trachenberg auf Trachenberg in Schle- 
sien [Urk. Nr. 7] belindet. Er lautet: 

»In nomine domini amen. In causa, que vertitur in- 
ter dominum Florinum de Sassendorpe militem et suos 
heredes ex parte una et opidanos Susatenses ceterosque ex 
altera, qui habent salinas in predicta villa Sassendorpe 
sitas spectantes ad puteum salis, in quo et eidem domiuo 
Florino ius competit cum eisdem. Que inquam causa sive 
discordia ex eo suborta fuerat, quod dictus Florinus diui- 
bus salinis ab antiquo ad predictum puteum spectantibus 
alias decem salinas superaddidit in aliorum eiusdem putei 
possessorum ut eis videbatur preiudicium et gravamen. 
Nos Theodericus et Johannes dicti Wolenspit et Gode- 
scalcus de Brochusen milites ex parte prefati Florini et 
nos Adam de Thodinchusen et Herbordus dictus Make 
tunc magistri civium in Susato et Albertus de Palsode 
iunior ex parte coopidanorum nostrorum et aliorum. ha- 
bencium ius in dicto puteo de consensu parclum consti- 
tuti arbitri et electi, arbitrio pena centum niarcarum val- 
lato, quam pecuniam pars arbitrium non servans solvet 
parti arbitrium observanti arbitrio nichilominus in suo 
robore duraturo arbitrium ipsum habito diligenti traotatu 
super premissis cum matura deliberacione pronuntiandum 
duximus et proiHinlianuis in huncmodum: (juod videlicet, 
sepedictus Florinus et sui heredes de predictis duodecim 
salinis eoruni tres de)ionenl, et contenti eruni noveni sa- 
linis seu iure novem aquarum in predictum iiutcum nee 
unquam plures apponent salinas nee quicquam iuris sibi 
amplius in eodem puteo vendicabunt, salvo lamon sibi 



193 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



194 



per omnia iure suo in eensu suo, quem possessores aliii- 
rum salinarum sibi de salinis eorum annuatim consueve- 
runt. . Item arbitrando dicimus, quod opidani Susacenses 
et alii, quicumque ins habent in predieto puteo , numero 
salinarum suaruni, quas nunc habent spectantes ad eun- 
dem puteum, contenti manebunt nee alias superaddeiit 
nee quicquani mutabitur de statu iuris, in quo nunc sunt, 
nisi hoc flat de communi consensu et voluutate omni se- 
pedicti putei possessorum. In cuius rei testimonium et 



robur firmitatis perpetue presentem paginam super eo 
conscriptam sigillorum nostrorum munimine fecimus com- 
muniri. Insuper predicti Florini et opidi Susacensis si- 
gilla sunt apposita ad maiorem evidenciam premissorum. 
Actum pronunciatum et datum idus apriles anno domini 
millesinio co". lxxx''quinto.« 

An Pergamentstreifen acht Iheilweise gut erhaltene 
Siegel. 

Breslau. Dr. Wächter. 



Turnier, 

Abbildung vom Jahre 1468. 

Wir schliefsen die Reihe der vorgeführten Abbil- in der Erzählung vorkommenden Feste abschliefst. Es 
düngen aus dem Melusinenkodex mit der Darstellung zeigt uns nicht blos die volle Rüstung des Mannes und 
eines ritterlichen Stechens, das eines der verschiedenen Pferdes, sondern läfst auch die in einem bedeckten Gange, 



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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



196 



(wol ein Wehrg-ang, der seine offene, unbewelirte innere 
Seite dem Hofe des Selilosses zukehrt) die Zuschauer 

sehen. 

Nürnberg. A. Essenweiu. 



Schädigung eines Vertriebenen. 

»Dyt ist die verlusl schade ind naymo die myr Jo- 
hanne van Coveltzhoven') scheffen zu Gdlne bynnen der 
stat van Coelne geschiet ind genomen is ind noch bruch 
is as her na geschreven volgt. 

Item in dem irsten: so is myr genomen in bynnen 
myme huysse van myme solre zwei hundert malder roggen 
dar van do zerczyt eyn eychlich malder galt up dem ge- 
meynen marte iiij mr. ij (3. 

summa viii'^ xxxiij mr. iiij ß. 

item so is mir genomen bynnen dem vurß. huyss 

nünczich malder weys, dat malder galt do zerczyt up 

dem marte viVa iür. 

summa v<= Ixxxv mi*. 

ind want ich verbürgen wolde as viel nuys korns 
as des vurß. korns was weder up den solre zu leveren 
ind myr des neyt weder varen enmochte, so hoffen ich 
dat men mich nu neyt mit körne bezalen enmoge also 
as dat körn nu gilt ind soll bezalen as vurß. steit. 

item zwey voder wincz die wert waren do zerczyt 

ij<= inr. 

item ein birkorn van vunfT amen vur xxv mr. 

item up die nacht do myn wy£f der got genedich 
si, uis quam, do wart yre genomen bynnen dem huisse 
ein paternoster myt eyme gülden vurgespane dat as 
guit was as viii. gülden. 

item so verlois myn wyff ein gülden vingeren myt 
eyme blaen saphire as gut as viii gülden ind ouch zwa 
ranczen. 

item Styna myne dochter die nönne die verlois ein 
schrin da ynne was as gut as iij gülden. 

item iiij roit stolachen der heilten zwei umer eyn 
X. elen ind eyn ix eleu ind ein viii elen. 

item ein grocze gemailt schartze die gehurt up myn 
bedde die zu ryssen ind verderflich wart up die nacht 
do myn wyff uis quam. 

item eyn roede schartze die'vunff elen lank was ind 
iiij, elen breyt. 

item zwei bedde mit iren poelen ind zwa schartzen 
darzu. 

item ein nuwe grois becken dat up eyme schrägen 
plach zu stain. 



1) Johann v. Covoltzhoven gehörte zu den bei der Revolution 
des Jahres 1396 aus Köln vertriebenen Bürgern. Er erhielt 1403 
durch Vermittlung König Ruprechts die Erlaubnifs zur Rückkehr. 



item ein grois breit becken ind zwei cleyne becken. 

item ein grois duppen dat heilt xviij quarten ind 

darzu dry duppen der ein heilt v quarten ind ein iiij 

quarten ind ein iij quarten ind einen grotzen scherfen 

kessel. ^ 

item iiij groise zenen piateil ind xxxij zenen scotelen 
ind XV tablyt. 

item ij halfverdel fleschen ind ij quart flesghen ind 
ij zenen kannen ind ein par yseren flessen. 

item iij yseren pannen, eine roeste ind eyn schume- 
leffel ind eyn kochmetz ind einen yseren spys ind ij par 
gaffelen ind eyn rechyseren. 

item eynen silveren leffel ind ein pledereu metz mit 
silver beslagen. 

item ein swert iij helmetze ind eyn herbielen. 

item V. groze zenen luchter. 

item ein nuwe par slaitlachen van xx eleu ind ij par 
slaiflachen dat par van xij elen ind iiij par boeden slaif- 
lachen. 

item xxxij elen lynens doichs ind as viel dyslachen 
as vur xlv elen gebiirt ind as viel vurtwelen ind han- 
twelen as vur xxv elen gebürt. 

item iiij cluyster die vur zwene stocke gehorent. 

item zwei par yseren seil die van dem harnen synd 
gedaen. 

item ein par brantrechten. 

item zwei par nuwer wapenhenschen. 

item zwei schermbreder die van golde gelacht waren. 

item ein par joeter hoysen ind ein scheuen hutgin 
van eyme gülden. 

item einen seiter ind ein unser vrowen getzyde 
boich. 

item zwei par patinen die van golde gelacht waren. 

item die brieve die in myme huyss genomen wurden. 

item viii nüwer kornsecke ind iiij stuk garutz ind 
vj piint vlaes. 

item ij baseler der wat (!) eyn mit silver beslagen. 

item eyne haugaffel ind eyne mystgaffel. (S. 2.) 

item ein metz, dat Johans myns soens was ind eynen 
engelschen bogen ind ein par heidenscher tesschen. 

item as viel cleider die in zwen kisten genomen 
wurden ind vort wa sie waren as gut as Ix mr. 

item die mait die do in dem huysse was die verlois 
as gut as xxxj ß. 

item eyn klut kertzen ind eyne flicke ind xviij hoynre, 
V capune, iiij äntvogel, vi par duöen. 

item diesen vurß huisrait ind cleynoit dal acht ich 
zusamen as gut as c. aldeschilde off besser, off myr my- 
nen hiiisrait ind cleynoit weder as gut as id was up den 
dach do id myr genomen wart. 

item so en is myr bynnen zwen jaren mynre erfli- 
cher renten zinse ind peichte ind van den ampten van 



197 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



198 



den geburehusen van deme moilter neit worden uisge- 
scheiden dat ich an der stat van Coelne haven. 

item alsulchen zimmerholtz, dat zumale eichen holtz 
was as eyn gezymer zu eynre schüren van zeyn gebun- 
den lanck, ind eyn gezimmer zu eynre marstallingen des 
selven holtz van xc voissen lanclf ind langer, ind eyn 
gezimer zu eyme huyss da ynne ein halfen woynen soilde 
ind dar zu Ix groser ungezimreder holtzer . . wal kun- 
dich is . . zymmerholtz vurß. mir up der minrebroder 
kirchofT bynne Coelne genomen is, ind achten dat holtz 
vursz. zu saraen up xiiij" mr. ind want allet dat vurß 
gut myr also hart ind vaste bekrüyt ind gespert was ee 
id zu royve ind zu brande komen was, dat myme wyve 
engein hroitkorn werden enmochte noch mir engein gut 
van dem myme mochte volgen, ind myne doehter wolde 
mir van yren bedden eyn senden dat myr neit volgen 
enmoclite ind ir genomen wart ind man waynde dat id 
myn were, ind synt ich, noch myne soene der stat neit 
enzacht hatten noch enzagen wolden, ind want ich noch 
geyn scheffen sintz gutz dat hie bynnen Coelne hadde 
vur dem kriege gebruchen enmochte, als id ouch wale 
kundich is, dat alsulche körn as her Heinrich vamme Cu- 
syne der aide, scheffen zu Coelne deme got genedich sy, 
vur dem kriege verkoicht hatte der stat van Bunne, der 
man dat usser Coelne neit enwolde lassen volgen, ind 
ich ouch myn gut geime usgevoirt hette, des myr neit 
geschien enmochte noch ich noch myn wyff des neit ge- 
bruchen enmochte as vurß. is ind ouch wael kundich is, so 
gesynnen ich, dat man mir dat vurß zymmerholtz eyn 
mit anderem myme güede lassen volgen, synt ouch her 
Gerard van Benasys syn holtz gevolgt is dem dat zer 
selver czyt genomen wai't up der vrowen broder kirchoff 
bynnen Coelne. <f 

Diese Aufzeichnung befindet sich auf einem in zwei 
Hälften gerissenen Papierblatte in grofs Folio. 

Köl n. Dr. L. Korth. 



Zur wclfischen Siegelkiiiide. 

Mit Recht macht Lothar von Heinemann in seinem 
Buche tiber Heinrich von Braunschweig, Pfalzgraf bei 
Rhein, S. 199, darauf aufmerksam, dafs »Heinrich der Löwe 
nach seinem Sturze sich nur einmal, und zwar zu einer 
Zeit, in welcher der Kampf zwischen ihm und dem Kaiser 
Friedrich endgültig noch nicht entschieden war, mit sei- 
nem vollen ehemaligen Titel j>Herzog von Bayern und 
Sachsen«, sonst aber stets nur »Herzog Heinrich« ohne 
weiteren Zusatz nennt«. Dem entsprechend, hat sich auch 
das Siegel Heinrichs seit der Zeit gänzlich verändert; 
es bringt gleichfalls den Verzicht auf die Herzogthümer 
Bayern und Sachsen deutlich zum Ausdruck. Es zeigt 
nämlich nicht mehr wie früher den Herzog zu Rosse mit 



Fahne und Schild und die stolze Umschrift : «Dux Bawa- 
rie et Saxonie«; es enthält nur das alte Sinnbild des Her- 
zogs, das ihm seinen Beinamen verlieh, den Löwen, und 
die kurzen Worte: »Sigilluiii Henrici Ducis«. Der Löwe 
ist sehr natürlich dargestellt, nichts weniger als stilisiert. 
Abbildungen des Siegels lieferten bereits die Origg. Guelf. 
III, S. 31, Tab. I, Fig. 7 und v. Hodenberg, Galenberger 
Ui'kb. IX, Anlage A, deren Wiedergabe an beiden Orten 
jedoch manches zu wünschen übrig läfst. 

Dieses Siegel') findet sich nun an allen von Heinrich 
dem Löwen nach seinem Sturze ausgestellten Urkunden, 
so weit sie uns bekannt und in Urschrift erhalten sind. 
So an den Urkunden für Wunstorf von c. 1181 (v. Hoden- 
berg, Calenberger Urkb. IX., S. 3), für Ilsenburg v. 1188 
(Usenb. Ui-kb. ed. Jacobs, 1. Hälfte^), S. 37), für Loccum 
V. 2. Oct. 1188 (v. Hodenberg, Calenbei'ger Urkb. III, 
S. 23), für Walkenried v. 6. Juni 1191 (Origg. Guelf. III, 
S. 373 und Walkenrieder Urkb. I, S. 3ö), für Salem v. 
2. April 1194 (Wirtemb. Urkb. II, S. 302. ürkundenbuch 
der Cistercienserabtei Salem, ed. v. Weech I, S. 73. Orig. 
in Hannover). Die Echtheit des Siegels, der letzten Ur- 
kunde erscheint dem Herausgeber von Weech zweifelhaft. 
Gewifs mit Unrecht, da dasselbe mit den Siegeln der an- 
deren Urkunden, wie mich eigene Anschauung gelehrt 
hat, vollkommen übereinstimmt. 

Die zweite, undatierte Urkunde Heinrichs des Löwen, 
welche v. Weech a. a. 0., S. 76 mittheilt und in das Jahr 
1194 setzt, ist nicht in Urschrift erhalten; wir wissen da- 
her nichts über ihre Besiegelung. Hat v. Weech mit 
seiner Datierung das Richtige getroffen, so ist wol in der 
ersten Zeile j'Saxonie« hinter «dux« zu streichen. Das 
kann um so unbedenklicher geschehen, da im Codex Sa- 
lemitanus ja auch bei der ersten Urkunde, die zugleich 
im Original erhalten, hinter «dux« ein «Saxonie« in Klam- 
mern eingefügt ist. 

Ferner sagt v. Heinemann a. a. 0., S. 188, die Witwe 
des Pfalzgrafen Heinrich, Agnes, geb. von Landsberg, 
habe sich auf einem ihrer Siegel »Herzogin von Wien- 
hausen« genannt. Diese Bezeichnung ist gewifs in hohem 
Grade auffallig, obwohl die Fürstin nach dem Tode ihres 
Gemahls das Kloster Wienhausen stiftete und ihre meiste 
Lebenszeit seitdem dort zubrachte, v. H. beruft sich auf 
die Abbildung des Siegels in den Origg. Guelf. III, S. 243, 
Tab. XX, wo die Umschrift lautet : Sigillum Agnetis du- 
cise in Winhusen«^). Aber das Wort ducise in dei'selben 



1) Bei V. Schmidt-Phiseldeck: „Die Siegel des Herzogl. Hauses 
Braunschweig und Lüneburg", bildet das Siegel die Nr. 5, während 
unter 1 — 4 die Reitersiegel Heinrichs aufgeführt werden. 

2) Nach freundlicher Mittheilung des Herrn Archivraths Dr. Ja- 
cobs in Wernigerode. 

3) V. Schmidt-Phiseldeck, a. a. 0. Nr. 12. 



199 



Anzeiger für Kunde der deutschen V'orzeit. 



200 



ist oiiae Zweifel lalseh. Denn der untere Tlieil des Sie- 
gels (Orig. in Wienhausen) ist jetzt ausgebrochen, und 
gerade das Wort »ducisec fehlt. Jedenfalls ist die Lücke 
von dem Verfertiger jener Zeichnung nach eigenem Gut- 
dünken in unglücklicher Weise ausgefüllt, wie wir der- 
gleichen Willkürlichkeiten und Entstellungen in den Ab- 
bildungen der Origines nicht vereinzelt finden. Ich 
glaube noch jetzt, vor dem »in<f ein »VE« erkennen zu 
können; schwerlich aber kann aus dem Erhaltenen ein 
»SE« gelesen werden. Wir würden dann in der Lücke 
ein »vidue« ergänzen müssen und ganz dasselbe Siegel 
vor uns haben, welches sich an drei Isenhagener Urkun- 
den aus den Jahren 1243, 1246 und 1247 befindet (cf. v. 
Hodenberg, Lüneburger Urkundenbuch V, S. 1, 8 und 10). 
Hier ist die Darstellung des Siegels dieselbe wie dort; 
die Umschrift, an dem Siegel der Urkunde von 1247 voll- 
ständig erhalten, lautet: SltJILLVM. AGNETIS. VIDYE. 
IN. WINHVSEN. Dem entspricht, dafs uns auch in der 
Umschrift eines zweiten Siegels der Fürstin : »Agnes vi- 
dua ducis Heinriei de Bruneswic" (v. Schmidt-Phiseldeck, 
a. a. 0., Nr. 11) die Bezeichnung »vidua« entgegentritt. 
Wolfenbüttel. P- Zimmermann. 



Ein Brief von Leibniz. 

Monsieur 

J'ay receu l'honneur de deux de vos lettres. On m'a 
aussi apporte de Leipzig die Bedeutungen und Inn.schrif- 
len einer Wienerischen redenden Erleuchhing ; ou il pa- 
raist, Monsieur, que vous ave's le plus de part, et vous 
ne pouvies demander un plus eclatant theatre pour etaler 
vos beaux talens. Ainsi je vous suis bien oblige de vos 
Communications. Vos devises et vos emblemes ont un 
tour ingenieux. La devise de la nouvelle Lune, dont la 
pertc de lumiere, est une perte du monde, convient ad- 
mirablement bien ä une veuve qui a perdu un grand 
Frince son epoux. II est vray qu'une Eolipse du soleil 
aurait pü recevoir le meme raot, 

Idem periit mundoque mihique 

Je me souviens d'avoir vü autres fois un livre inti- 
tule la vergine trionfante e il capricorno scher- 
nito, sur la dispute entre Emanuel Tesauro et son An- 
tagoniste. 

Mais je suis de votre sentiment, Monsieur, qu'en ma- 
tiere d' Astrologie on a eu plus d'egard ä la demeure de 
la Lune dans les flgures Celestes qu'ä la demeure du 



Soleil; dont la raison est assez manifeste, c'est que le so- 
leil demeure trop long temps dans le meme signe, et ainsi 
il y a trop de latitude ; au Heu que le sejour de la Lune, 
est court, et par cousequent plus particulier et plus de- 
termine' aux naissances. — Je serais bien aise d'avoir 
votre sentiment, Monsieur, et celuy de (Monsieur) M. de 
Fischers, ,s'il ne seroit ä propos d'avoir au.ssi quelque 
egard ä S. Charles Magne, et ä S. Charles Comte de 
Flandre tous deux predecesseurs de l'Empereur Tun dans 
l'Empire, l'autre dans une partie des pais heredifaires. 

Quant ä la Societe des Sciences il faut avoir patience. 
Ce que je ne verray pas sera vu par d'autres ; et je se- 
ray tousjours bienaise paravance d'y avoir un peu con- 
tribue'. 

Voicy un Hexastique que j'ay fait sur l'heureuse 
naissance ou tous les bien intentionnes doive prendre part : 
Hexastichon votivum. 
Quae Beigas Italosque Tibi Germania debet 

In NATO junctas CAROLE cernat Aves. 
Austria prae reliquis toto Gens eminet orbe, 

Perpetuam facias ELISABETA PARENS. 
Delicias hominum Clementis munus Olympi 
Dent Regem VOBIS fata videre Virum. 
On m'a dit que M. le Bibliothecaire ä souvent l'hon- 
neur de parier ä l'Empereur, et meme ordinairement 
toutes les semaines. J'en suis ravi, et cela peut contri- 
buer ä augmenter la curiosite' de ce grand Prince. Au 
reste je suis avec zele 

Monsieur 

votre tres humble 

et tres (obeissant) serviteur 

Leibniz. 

P. S. 
J'ay connu a Vienne un jeune mais savant homme 
de Strasbourg nomme M. de Bartenstein. On m'a dit 
qu'il est entre' dans le service de l'Empereur j'en serais 
bien aise. Je ne say s'il a l'honneur, Monsieur, d'etre 
connu de vous. Si vous me faites l'honneur de m'ecrire 
je Vous supplie de faire donner les lettres ä M. Schöttel. 

Hanover ce 4 de juin 1716. 

Das Original des obigen Briefes ist einer »Correspon- 
dance de M. Duvalff auf der fürstl. Thurn und Taxis'sehen 
Hofbibliothek zu Regensburg vorgebunden. 

Regensburg. Dr. C. Will. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redalcteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der Mterarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1883. JW 7. Juli. 

Chronik des germaiiisclien Museums. 



Nürnberg, den 25. Juni 1883. 

Das Handelsmuseum, von dessen Fortgänge wir längere Zeit 
hier nicht mehr berichtet haben, ist inzwischen keineswegs in der 
Entwickelung gehemmt gewesen ; die mittlerweile fällig gewordenen 
späteren Raten der Antheilscheine haben - es möglich gemacht, 
manclies interessante Stück zu kaufen, imd fort und fort sind ein- 
zelne Geschenke eingegangen. Insbesondere hat auch die Literatur 
des Haudelswesens bereits entsprechende Vertretung neben den 
übrigen Denkmälern gefunden, und die Handbibliothek des Handels- 
niuseums ist nicht mehr unbeträchtlich. Die Handelskammern 
Deutschlands wenden dem Unternehmen Interesse zu und haben 
sich wiederholt mit der Förderung desselben durch ihren Einflufs 
beschäftigt; insbesondere haben sie auch, wie die Verzeichnisse 
beweisen, durch Zeichnung von Antheilscheinen sich betheiligt. So 
sind neuerdings von den Aeltesten der Kaufmannschaft in Berlin 5, 
vom kgl. Commerz-Collegium zu Altona und der Handelskammer 
für Unterfranken und Aschaffenburg ie 2, von der Handelskammer für 
den Kreis Freiburg zu J'reiburg i. Br. und der Handelskammer zu 
München-Gladbach je 1 Antheilschein gezeichnet worden. 

Die Angelegenheit des pharmazeutischen Museums erfreut sich 
immer weiter gehender Theihiahme. Kaum vcrgelit ein Tag, an 
welchem nicht Gegenstände für dasselbe bei uns abgegeben werden, 
so dafs die pharmazeutische Zeitung schon mehrere längere Ver- 
zeichnisse der eingelaufenen Geschenke veröffentlichen konnte- 

Dem Fonds für Erwerbung nürnbergischer Werke für das ger- 
manische Museum sind neuerdings 123 Personen mit 3G8 m. Jah- 
resbeitrag beigetreten. 

Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende 
neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Geuieiuden : Eupen. Stadtgemeinde 10 m. 

Von Vereinen : Berlin. Verein „Herold'' 10 m. Erlan- 
gen. Studentenverbindung „Wingolf 25 m. 

Von Privaten : Bremen. Ed. Wilh. de Vofs, Privatmann, 5 m. 
Donauwörth. Mich. Abt, Bierbrauer zur Krone, 1 m. ; Abrah. Birn- 
baumer, Kaufmann, 1 m. ; Wilh. Braun, Kaufmann, Im.; Karl 
Gademann , k- Rentbeamter, 2 m. ; Albert Sayle , Kaufmann, 1 m. 
50 pf. ; Jos. Scheckenhofer, Privatier, 2 ni. ; J. A. Straulino, Eisen- 
händler, 1 m. Gerabronn. Bayer, fürstl. hohenl. Forstmeister, zu 
Barteustein 2 m.; Bing, f. hohenl. Domäneuassessor, in Langen- 
burg 1 m. ; Bessert, Pfarrer, in Bächlingen 1 m. ; Dr. Bürger, 
Oberamtsarzt, in Laugeuburg I m. 50 pf. ; Frank, f. holienl. Rent- 
amtmauu, in Langenburg 1 m. ; Hahnn, f. hohenl. Sekretär, in 
Bartenstein 1 m. ; Kretschmer, Kaplan, in Langenburg 1 ni. ; 
Muntsch, f. hohenl. Domänenrath, in Bartenstein 2 m. ; Kieder- 
reuther, f. hohenl. Forstwart, in Bartenstein 1 m. ; Oettinger, Post- 
verwalter, in Langenburg 1 m. ; Rinzy, Postexpeditor, m Barteu- 
stein 1 m. ; Frhr. v. Rüder, f. hohenl. Domänendirektor, in Langen- 
• bürg b m. ; Schellenberger, Apotheker, in Bartenstein 1 m. ; 
Schwartz, Amtsrichter, in Langenburg 1 m. ; Dr. Stelzer, Stadtarzt, 
in Hartenstein 2 m. Leipzig. Gustav Platzer, 5 m.; F. Reiffer- 
scheidt, Kaufmann, 2 m. ; W. Schlömilch, Bankvorstand der Gothaer 
Bank, 3 m. ; Aug. Sufsmann, Kaufmann, 5 ni. ; Karl Walther, Direk- 
tor der Kammgarnspinnerei, 3 m. Merseburg. Max Berger, 3 m. ; 
Nürnberg. F. Decker, Ingenieur, 4 m. Stuttgart. E. v. Tröltsch, 



k. w. Major a. D., 2 m. Weimar. August Wolf, Archivassistent, 
3 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 
- Von Privaten: Langenburg. Kolb, Stadtvikar, 1 m. ; Leip- 
zig. Gustav Platzer 10 m. NIederstetten. Botsch, Lehrer, 1 m. ; 
G. Dill, Kaufmann, 1 m. ; Früholz, Lelirer, 1 m. ; Leblsücliuer, 
Stadtpfarrer, 1 m.; Müller, Stadtschultheifs, 1 m. ; Nörr, Lehrer, 
1 m. ; C. Wied, Ileallehrer, 1 m. ; Dr. Wolshofer, 1 m. Vorbach- 
zlmmern. Eberbach, Pfarrer, 1 m. Wermuthshausen. Ehemann, Pfar- 
rer, 1 m. Wlldenthombaoh. Essig, Pfarrer, 1 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

1. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 

lungen. 

(Nr. 8747—8765.) 

Greiz. Vermächtnifs des t Oberstlieutenants von Schlüm- 
bach: Grofser Fayencekrug mit vergoldetem Silberbeschläge imd 
Deckel, 17.— 18. Jahrh. — Hüll (England). Herrn. Bus: Feines 
englisches Spindeluhrwerk , 1830 — 5U. Doppeltes Taschenuhrge- 
häuse. — Mainz. Clemens Kiesel, Atelier für Zinkographie: 
Reproduktion einer Ansicht von Mainz aus dem 17. Jahrhundert 
— Mergenthelm. Steinleitner, Uhrenfabrikant: Wecker in ei- 
nem Messiugkastcn, um 1700. — Nürnberg. Geuder, Antiquar: 
Messergriff' aus Elfenbein, 16. — 17. Jahrh. Kgl. Kreisarchiv: 
22 Bll. Nürnberger Karten, Porträte, Ansichten etc. in Kupferst. 
u. Holzschn., 16.— 18. Jahrh. Kühn: Kaufmann: Elfenbeinkom- 
pals, 16. Jahrh. Lamb recht, Kaufmann: Werk einer Standuhr 
mit Spindel- und Viertelschlaggang, sowie Datumzeiger, um 1680. 
Franz Sc he mm, Kunstanstaltbesitzer: Panorama der bayr. Lan- 
desausstellung, Kpfrst. V. Geyer. Otto Schrimpff, Kaufmann: 
Gesticktes Damenkostüm, 18 Jahrh. Speckhardt, Hofuhrmacher: 
10 Stück gröfsere und kleinere Glocken von Stand- u. Wanduhren. 
Uhrmacher verein : Gröfsere Spieluhr mit Spindel- und Viertel- 
schlaggang, in Holzgehäus ; c. 1680. Goldene Cyliuderuhr, flachsten 
Genres , 1820 — 30. Schwarzwälder Viertelsclilagiüir mit Wecker. 
1780—1800. Silberne Spindeluhr, c. 1800. Ungenannter: Spin- 
deluhr vom Beginne des 18. Jhrhdt. in schwerem silbernen Gehäuse, 
mit einem Emailbilde und Steinen. — Salzungen. Römers hau- 
sen, Apotheker: Wanduhr mit hölzernem Werke u. 4 Zifferblättern, 
17.-18. Jahrh. Legbüchse, 17. Jahrh. 

IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,401—47,424.) 

• Berlin. Dr. Jul. Friedläuder. Direktor des k. Münzkabinets: 
Ders., die geprägten Italien. Medaillen d. 15. Jhrdts. 1883. 4. 0. 
Spamer, Verlagshandlung: Schmidt, illustr. Geschichte von Preu- 
fsen; 46. u. 47. Heft. 8. Dr. W. Wattenbach, Universitätspro- 
fessor: Ders., das paläographische Prachtwerk des Grafen Bastard, 

8. Sonderabz. — Bernburg. J. Bacmeister, Hofbuchhändler: 
Müldener, das Buch vom Wetter, oder das Wetter im Sprüchwort ; 

2. Aufl. 8. — Bruxelles. Comraission de l'expositiou natio- 
nale de 1880: Catalogue off'iciel, I.— IV. section. 1880. 8. — Bunz- 
lau. Dr. E. Wernicke: Ders., Clironik der Stadt Bunzlau ; Lfg. 

9. u. 10. 1883. 8. — Dresden. H. Klemm, Redakteur : breviarium 
Moguntinense. 1474. 8. — Eger. Heiur. Gradl: Ders., die Grüu- 
dungszeit Egers. 1883. 4. Sonderabdr. — Gotha. Justus Perthes, 
Verlagsh. : Aunuaire diplomatique et consulaire des etats des deux- 
raondes. 1883. 12. — Guben. Dr. Hugo Jentsch, Gymnasialober- 



2m 



Anzeiger iür Kunde der deutschen Vorzeit. 



ä04 



lehrer : Ders., die prähistorischen Alterthümer der Gymnasialsammlung 
zu Guben. 1883. 4. — München. Dr. J. >!■ v. Söltl, Univers.-Prof. : 
Ders., Gustav Adolf. 1883. 8. E. Stahl, Verlagsbuchh. : Mühlbauer, 
thesaurus resolutionum s. c. concilii etc. tora. IV. fasc. 15. 1883. 4. — 
Nürnberg. Oskar Heinrich: Geliert, Lustspiele; 3. Aufl. 1755. 
8. Miller, histor. moralische Schilderungen zur Bildung eines edlen 
Herzens; V. Th. 1763. 8. Pillon, Professor: I musaici della soci- 
etä musiva Veneziana. 8. Volksbildungs- Verein f. Nürnberg 
und Umgebung: Der Volksbildungsverein für Nürnberg und Um- 
gebung 1872—1882. 8. Dr. Beruh. Ziemlich: Ders., Gothe und 
das alte Testament. 1883. 8. — Schwerin. Dr. Friedr. Laten- 
dorf, Gymnasiallehrer: Ders., hundert Sprüche Luthers zum alten 
Testament in hoohd. niederdeutsch u. niederländischer Fassung. 
1883. 4. — Stockerau. C. M. Blaas, Professor: Neuer Bauern- 
kalender auf das Gemein- Jahr 1882. 12. — Strassburg. Dr. Berg- 



mann, Professor: Elsafs-lothringischer Thierschutzverein zu Strafs- 
burg. 1883. 8. — Stuttgart. J. B. Metzler'sche Buchhandlung: 
Beschreibender Katalog der k. Staats - Sammlung Vaterland. Kunst- 
und Alterthumsdenkmale ; L Abthlg. : Mayer, die Reihengräber- 
funde. 1883. 8. 



IIL Für 

{Nr. 48 
Nürnberg. Adam Friedr. 
Hier. Gugel für Matth. Keller u. 
über eine Drathmühle zu Lauf 
Privilegiums der 6 Spiegelfabrik 
durch Kaiser Franz II. 1799. 
Nürnberger Hauskaufbriefe von 
dazu gehörige Schuldbriefe von 



das Archiv. 

15-4816.) 

Meier: Kaufbrief des Christoph 

Andr. Koster, Bürger zu Nürnberg, 

1656. Perg. Erneuerung des kais. 

anten des Nürnberger Territoriums 

Perg. Stich, Ilutfabrikant : 5 

1669, 1675, 1681, 1768 u. 1798; 2 
1708 u. 1768. Pap. 



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind: 



Kongelinge Danske Vidensk. Selskab: 

Oversigt over .... Forhandlinger og dets Medlemmers Ar- 
bejder i Aaret 1882. Nr. 1. Kjöbenhaven. 8. 

Finska fornminnes förening: 

Tidskrift etc. VI. Helsingissä. 1883. 8. 

Felliner literarische Gesellschaft: 

Jahresbericht etc. pro 1882. Fellin, 1883. 8. Der älteste 
schwedische Kataster Liv- u. Estlands. Eine Ergänzung zu den Bal- 
tischen Güterchroniken. Im Auftrage der Gesellschaft herausgege- 
ben von Dr. Th. Schiemann. (Mit 2 Facsim.) Reval, 1882. 8. 

Regia deputazione di storia patria: 

Miscellanea etc. Tomo XXI. Sesto della seconda serie. Torino. 
1882. 8. XXXIX u. 544 Stn. 

Verein für siebenbürgische Landeskunde: 

Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 4 u. 5. 8. Aus 
dem Rechenbuch des Martin Ungleich. — Aus dem Liber Capituli 
Leschkirchensis. Von J. M. — Siebenbürgisch-deutsche Alterthümer. 
(Forts.) — Epigraphisches. — Kleine Mittheilungen. — Literatur. 

— Miscellen. 

K. k. Central-Commission zur Erforschung u. Er- 
haltung der Kunst- u. historischen Denkinale: 

Mittheilungen etc. IX. Bd. I. Heft. N. F. Wien, 1883. 4. Die 
Beuroner Benedictiner-Congregation und die Restaurierung der 
Benedictiner- Abtei „Emaus" in Prag. Von R. Eitelberger. -^ Die 
Holzschnitte der Handschrift des Heilthum - Büchleins im Pfarr- 
Archive zu Hall in Tirol. Von L. Frh. von Hohenbühel, genannt 
Heufler zu Rasen. (Mit Abbild.) — Ein Kunstwerk altetruskischer 
Metalltechnik. Von K. Deschmann. (Mit 2 Tafeln.) — Studien über 
Steinmetz-Zeichen. III. Von Frz. Rziha. (Mit Abbild, u. 10 Tafeln.) 

— Bericht der Commission über ihre Thätigkeit im J. 1882- — 
Notizen über Denkmale in Kärnten. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abb.) 

— Ueber Archive in Karten. Von Leopold von Beckh- Widman- 
stetter. — Notizen. (Mit Abbild.) 

K. k. heraldische Gesellschaft ^Adler'' in Wien: 
Monatsblatt etc. Nr. 29 u. 30. Mai und Juni 1883. — Gesell- 
schaftsangelegenheiten. — Literatur. — 

Statuten der Gesellschaft. Wien. 1883. 8. 



Der 
Urkundliche Mit- 



K. k. Osterr. Museum f. Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 212. Wien. 8. Ra- 
phael und das richtige Datum seiner Geburt. Vortrag von Dr. Th. 
Frimmel. — Die historische Bronze- Ausstellung im Museum. — 
Literatur. — Kleine Mittheilungen. 

Jahresbericht dess. Museums für 1882. 8. 

D m b a u V e r e i n z u W i e n : 

Dombauvereins-Blatt. III. Jahrg. 1883, Nr. 18 u. 19. 8. 
ehemalige St. Ursula-Altar zu St. Stephan, 
theilungen über St. Stephan. V>.n E. Hütter. (Schi.) — Der St. 
Agnes-Altar. Von W. A. Neumann. — Vereinsangelegenheiten. — 
Zur Literatur von St. Stephan. Von W. A. Neumann. 

AVissenschaftlicher Club in Wien: 

Monatsblätter etc. IV. Jahrg. 1883. Nr. 7 u. 8. 8. .Cluban- 
gelegenheiten. Literatur. — Vermischte Nachrichten. 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 

Der Kirchenschmuck. XIV. Jhg. 1883. Nr. 4 u. 5. 8. Raf- 
fael Santi. — Ueber das älteste Vorkommen des Schalldachs. — Gi- 
ovanni Pietro de Pomis. Von Jos. Wastler. — Maria Strafsengel. 
(Forts.) — Aus dem Inventar einer mittelalterlichen Klosterkirche. 
— Notizen. 



Teruiischte jVachricliten. 

99) Vom schwäbischen Meere, 2. Juni. Dieser Tage wurde 
wieder ein sehr interessanter Pfahlbaufund in einem Privattorf- 
moor in der Gemarkung Litzelstetten gemacht, indem ein Torfar- 
beiter in der untersten Torfschichte in einer Tiefe von 5 Meter eine 
leider in Stücke gegangene Holzschüssel zu Tage forderte. Diese 
Schüssel oder Gelte, wie man dies Holzgeschirr nennen will, ist wie 
die deutlichen Spuren an der Aufsen- und Innenwand zeigen, aus 
einem ganzen Erlenklotz mit dem Steinbeil ausgemeifselt, hat eine 
mäfsig gebauchte, sich nach unten verengende Seitenwandung von 
1 's Centimeter Stärke und am " oberen Rande einen Durchmesser' 
von 33 Centimeter Das Fundstück befindet sich im Besitze des 
Domänenverwalters Walter in Konstanz und wird zweifelsohne dem- 



M) 



Anzeiger nir Kunde der deutschen Vorzeit. 



206 



nächst im Rosgaiten-Museum daselbst zur allgemeinen Einsicht auf- 
gestellt werden. (Badische Landeszeitung Nr. 127.) 

100) Zu den Kosten der Ausgrabungen der römischen Thermen 
in St. Barbara bei Trier ist nach der ,. Bonner Ztg.,, ein kaiser- 
liches Geschenk von 10 000 m. bewilligt worden. 

(Staatsanz. f. Württemberg, Nr. 138.) 

101) Trier, 27. Mai. An der Luxemburger Grenze, aber noch 
auf preursischem Gebiet, läfst ein Grundbesitzer schon seit geraumer 
Zeit eifrig nach rumischen Alter thümern graben. Dabei ist 
neuerdings eine römische Strafse gefunden worden; daneben lagen 
gut erhaltene Theile eines Monumentes ; Särge, Urnen, Kränze 
u. dgl. werden massenhaft zu Tage gefördert. 

(Südd. Presse u. Münch. Nachr., 2. Blatt, Nr. 128.) 

102) K. Provinz Schleswig-Holstein. Gelegentlich der 
Abtragung eines Hünengrabes am Borgsumer Wege auf der 
Insel Föhr, südlich der St. Laurentiikirche, zum Zwecke der Ge- 
winnung des für den Strandschutz und die Befestigung der See- 
deiche so wichtigen kostbaren Steinmaterials sind recht interessante, 
wissenschaftlich werthvolle Funde und Feststellungen gemacht 
worden. Die Grabstelle im Umfange eines kleinen Hauses, einen 
kegelförmigen Hügel darstellend, ward nach der Mitte zu aulge- 
brochen. Hier fanden die Arbeiter als innersten Raum eine 10 
Fufs lange, 4 Fufs breite und 2 ',2 Fufs hohe Grabkammer, deren 
Aufsenwände mächtige Feldsteine, deren Decke ein Felsstück von 
circa 30 Zentner Schwere und dessen Boden ein doppeltes, mit 
grobem Sand bedecktes Steinpflaster bildeten. In der Kammer fan- 
den sich: ein gut erhaltenes Schwert von 17 Zoll Länge, mit Ver- 
zierungen versehen und von schöner Arbeit, 4 Zoll lange Nadeln 
und andere Gegenstände von unbekannter Bestimmung. Ueber der 
Grabkammer befanden sich fünf thönerne Urnen, wie sie unsere 
heidnischen Vorfahren zur Bestattung der vorher zu Asche gebrann- 
ten Todten verwandt haben. Es mufs bedauert werden , dafs für 
die Leitung der Ausgrabungen derartiger Denkmäler der vorchrist- 
lichen, Zeit, deren Funde nicht nur in ihrer Beschaft'enheit, sondern 
auch in ihrer Lage zu einander wichtige Momente bieten, die in 
ihrem wissenschaftlichen Werthe doch unschätzbar sind und bleiben, 
nicht solche Männer zugezogen werden, denen berufsmäfsig hier- 
über ein sicheres Urtheil innewohnt. Wir möchten die Aufmerksam- 
keit der Universitäten und einschlägigen Vereine auf die obenge- 
nannte Nordsee-Insel wenden. Hier sind noch zahlreiche Grabstät- 
ten einer verschollenen Epoche unberührt von Menschenhand, und 
ihnen droht beim Mangel an Steinmaterial auf jener Insel in kür- 
zerer oder längerer Zeit das gleiche Schicksal. Die fünf Urnen 
sind zerbrochen, ihr Inhalt wol verschüttet; die übrigen Bronze- 
sachen werden, hoffentlich dem Kieler Museum vaterländischer Al- 
terthümer übermittelt werden. (Nordd, Allgem. Ztg. Nr. 262.) 

103) Katscher, Kreis Leobschütz, 6. Juni. Auf dem Grund- 
stück des Töpfermeisters Tscheika auf der zur Gemeinde Langenau 
gehörigen Feldmark Ehrenberg stiefsen vorgestern Arbeiter beim 
Abschachten von Boden auf ein menschliches Skelett. Sie melde- 
ten dies sofort, worauf sich der als Alterthumsforscher rühmlichst 
bekannte , emeritierte Lehrer Gröger aus Langenau an Ort und 
Stelle begab und die Ausgrabung mit gewohnter Vorsicht unter 
seiner Aufsicht weiter fortsetzen liefs. Hierbei kam man nach einer 
l,ü Meter starken Humusschicht auf Lehm, in welchem in einer 
Tiefe von 1 Meter das Gerippe ohne Spuren irgend welchen Be- 
hältnisses, mit der rechten Hand unter dem Kopfe, die linke auf 



dem linken Oberschenkel ruhend, eingebettet lag. Arm-, Bein- 
knochen und Rückgrat erwiesen sich noch ziemlich fest, die übri- 
gen kleineren Knochen jedoch waren ganz vermorscht. Ungefähr 
0,25 Meter über dem Kopfe hatte man drei Aschengefäfse gefun- 
den, von denen das eine beim Herausnehmen aus dem Boden voll- 
ständig zertrümmerte, zwei jedoch nothdürftig erhalten wurden. In 
einem derselben fand sich eine Silbermünze von der Grörse und 
Stärke eines 5 Pfennig-Nickelstückes, welche auf dem Avers einen 
Kopf mit der Umschrift : Argent. communis und eine nicht erkenn- 
bare Jahreszahl, auf dem Revers eine stehende Figur zeigt, welche 
in der linken Hand eine Fahne, in der rechten anscheinend einen 
Helm hält. Die Umschrift auf dieser Seite ist unleserlich. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 262.) 
101) Bei Erdarbeiten in Mainz wurde aus der Römerzeit ein 
Paar römische Schlittschuhe aus Hörn aufgefunden. 

(Frank. Kurier, Nr. 290.) 

105) Varally (Hunyader Komitat), 8. Juni. Nächst Varhely 
werden unter der Leitung des Archäologen Emich mit bestem Er- 
folge eben Ausgrabungen betrieben. Nächst den Mauern eines 
Amphitheaters stiefs man auf die Ruinen eines Gebäudes, welches 
anscheinend ein Badehaus gewesen. Die Ausgrabungen, um den 
Tempel des Sonnengottes Mithra blofszulegen, dürften bal- 
digst in Angriff genommen werden. Die Funde kommen in das De- 
vaer Museum. (Südd. Presse, Nr. 131.) 

106) Rosenheim, 9. Juni. Ein altgermanisches Grab wurde 
jüngst von Professor Fink in der Nähe von Leonhardspfunzen 
aufgefunden. Ungefähr 2 Meter unter der Rasendecke fand man 
den Schädel eines hochbetagten Menschen zwischen kleinen und 
grofsen Steinen eingebettet, nahe dabei Stücke eines geschwärzten 
Gefafses von grauem Thon und etwas angekohltes Holz. Etwas 
tiefer als der Kopf lag das Gerippe eines Pferdes sehr gut er- 
halten. Dabei fand sich eine Verzierung aus Bronze, wahrschein- 
lich zum Schmuck des Rosses bestimmt. Das Grab hat eine Länge 
von 3 Meter in der Richtung von Nord nach Süd, eine Breite von 
1 — 1'= Meter und ist ganz mit Steinen ausgelegt. 

(Neues Münchener Tagbl., Nr. 165.) 

107) (Götterwagen.) Bei Ringkjöbing in Jütland, im Dei- 
bjerger Moor, wo im vorigen Jahre ein prachtvoller Götterwagen 
gefunden worden, sind jüngst die Ueberreste eines zweiten, ähnli- 
chen Wagens aufgefunden. Der Konservator des Kopenhagener 
Museums, Dr. Petersen, welcher in dieser Veranlassung die Fund- 
stätte besucht, hat die nothwendigen Nachgrabungen vornehmen 
lassen, und es ist ihm bis jetzt gelungen, die Reste zweier solcher 
Wagen aufzufinden. Der eine lag 40 Fufs von dem im vorigen 
Jahre aufgefundenen entfernt und ist zum Theil mit prächtigem 
Beschlag versehen ; zwei Räder tragen Eisenbeschlag. Es scheint 
unzweifelhaft, dafs bei dieser Gelegenheit fernere interessante Funde 
zum Vorschein kommen werden. 

(Nordd. Allgem. Ztg , Nr. 272.) 
lOS) Der Eichstätter Volkszeitung Nr. 135 wird unterm 
14. d. Mts. gemeldet, dafs die begonnenen Restaurationsarbeiten im 
Dome zu interessanten Entdeckungen führten. Nach Wegnahme 
der Chorstühle fanden sich rundbogige Thüren, durch welche man 
zu Treppen und über diese zu Kapellen in den beiden Chorthürmen 
gelangt. Das Chorpflaster lag, wie sich ergab, früher um drei 
Stufen tiefer als jetzt. An den Chorwänden sind sehr leicht die 
Stellen zu erkennen, wo die alten Chorstühle standen. Den bischöf- 



207 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



208 



liehen Choren gegenüber fand sich eine Nische mit Sitzen, über 
die sich ehemals ein sehr zierliclier Baldachin aus der Wand her- 
aüswülbte. 

109) Nach den Mittheilungen des Staatsanzeigers für Württem- 
berg hat sich in Efslingen ein Verein für die Restauration der 
Frauenkirche gebildet , nachdem der Zustand derselben jetzt ge- 
radezu gefahrdrohend geworden ist. 

110) Windsheim, 31. Mai. Nachdem im August 1875 der 
Zahn der Zeit sein zwar langsames, aber sicheres Zerstörungswerk 
an unserer Stadtmauer durch Einsturz eines Theiles derselben 
augenscheinlich zu Tage treten liefs, wurde der Abbruch derselben 
derart fortgesetzt, dafs jetzt nur noch einige hundert Meter auf der 
südwestlichen Seite stehen. Die Steine wurden zum Bau der hiesi- 
gen Vizinalbahn, sowie zum Weg- und Häuserbau verwendet. In 
diesem Frühjahr wurde nun aucli der Heuweg- und Rothenburger- 
thurm eingelegt, so dafs unsere Stadt uuu ihre mittelalterliche Phy- 
siognomie ganz verloren hat. (Frank. Ztg., Nr. 128.) 

111) Bronn w eiler, 2. Juni. Von Pfarrer Dr. Bunz in Ohmen- 
hausen, Landeskonservator Prof Dr. Paulus und Prof Dr. Hartmänn 
sind im romanischen Schiff und im gothischen Chor unserer Kirche 
Theile von Gemälden aufgedeckt worden. Am Triumphbogen baut 
sich ein Haus auf, welches als das des Pilatus erscheint. Aus dem- 
selben schauen naiv verschiedene Personen auf den unten erschei- 
nenden Christus. Im Chor beten rechts und links vom Sakraments- 
häuschen Engel von tüchtiger Zeichnung und Farbe. Die Bilder 
gehören wahrscheinlich den Jaliren 1430 — 50 au. 

(Staatsanz. f. Württemb., Nr. 128.) 

112) Mähringen, 4. Juni. Im Chor der hiesigen'Kirche wur- 
den kürzlich unter einer mehrfachen Kalkdecke verborgene Wand- 
malereien entdeckt, welche in voriger Woche durch den Landes- 
konservator besichtigt wurden. Auf der einen Wandseite des Chors 
ist die Darstellung des Paradieses mit vielerlei Gethier und dem 
ersten Menschenpaare, auf der anderen Seite die Austreibung des 
letzteren aus dem Paradies. Nach Ausspruch von Prof. Paulus kann 
die Malerei, trotz des historischen Werthes derselben, einer Reno- 
vierung nicht unterzogen werden, weil sie durch bedeutende Wand- 
risse und abgeschlagene Stellen stark beschädigt ist. 

(Staatsanz. f Württemb., Nr. 129) 

113) Gelegentlich gröfserer Baureparaturen in der protestanti- 
schen St. Jakobskirche zu Augsburg hat man dieser Tage 
einen höchst interessanten Fund gemacht. Beim Abbruch 
der alten Orgel entdeckte man nämlich unter mehrfacher Ueber- 
tünchung aus älterer und neuerer Zeit mehrere überraschend schöne 
grölsere Fresken, darunter den hl. Antonius, den hl. Jakobus, 
den Welterlöser und die Krönung Maria. Eine darunter aufgefun- 
dene, in Stein gehauene Inschrift weist die Jahreszahlen 1461 und 
1496 auf Eines der alten Bilder ist von dem Patrizier Welser 
gestiftet. Kunstverständige zweifeln nicht, dafs die J'resken von 
Vorbildnern und Lehrern der altborühmten Augsburger Maler Burk- 
mair und Holbein herstammen und als höchst schätzbare Schöpfun- 
gen der schwäbischen Malerschule zu betrachten sind. 

(Nordd. AUg. Ztg., Nr. 262.) 



114) Nachdem die „Nordd. Allgem. Ztg." unterm 31. Mai aus 
Wittenberg berichtet hatte, dafs dortselbst im Zeughause, auf 
dem Grunde des ehemaligen Franziskanerklosters, auf Wunsch Sr. 
Majest. des Kaisers Nachgrabungen zur Auffindung der Gräber des 
askanischen Fürstenhauses stattgefunden haben, berichtet sie bereits 
in Nr. 260 vom 3. Juni: Die Ausgrabungen in der Füsilier- 
kaserne, an deren Stelle früher die Kirche der Franziskaner 
gestanden, sind beendet und haben im Ganzen 14 Särge, da- 
runter einen zerbrochenen Marmorsarg und mehrere Kindersärge, 
zu Tage gefördert. Die Holzsärge sind so verwittert, dafs nur noch 
bei einem die Holzart festgestellt werden konnte. Die Kindersärge 
standen vor dem Altarraum. Waffen sind nur wenige in der Gruft 
gefunden und von dem Regierungsrath v. Hirschfeld, der die Aus- 
grabungen leitete , in Verwahrung genommen. Ein Zweifel an der 
Identität der gefimdenen Reste mit den gesuchten der A s k a n i e r 
kann, der „Magdeb. Ztg.-' zufolge, nicht aufkommen, da die Ori- 
ginalgrabsteine, deren Inschrift Melanchthon, als die Kirche im 
Jahre 1544 zu einem Kornmagazin eingerichtet wurde, abgeschrie- 
ben hat, noch auf den Grabstätten liegen. Von einem der aufge- 
fundenen Grabsteine ist ein Gipsabgufs genommen worden, um die 
Inschrift durch einen auswärtigen Archäologen entziffern zu lassen. 
Die gefundenen Ueberreste sind von dem geheimen Sanitätsrath 
Dr. Wachs anatomisch geordnet, in neue Särge gelegt und sollen, 
so weit bis jetzt bekannt, in der Schlofskirche beigesetzt werden. 
Das Auftinden dieser Begräbnifsstätte ist im Wesentlichen dem 
Gymuasialdirektor Dr. Stier in Zerbst zu danken, der in seinem 
„Wittenberg im Mittelalter" auf die Gräber der Askanier aufmerk- 
sam macht. 

115) Ramslau, 5. Juni. Vor kurzer Zeit wurde beim Um- 
graben des Brunnens im Garten des Bauerngutsbesitzers Scupin 
in Ellguth ein irdenes Töpfchen in Urnenform mit 100 Goldmünzen 
gefunden. Dieselben sind noch so gut erhalten, dafs man in der 
Prägung die Schrift „S. Ladislaus Ungaria", sowie einen Kopf mit 
Heiligenschein ziemlich deutlich erkennen kann. 

(Nordd. Allgem. Zeitg., Nr. 260.) 

116) Zu Hameln ist beim Neubau des „Bremer Schlüssel" 
(Besitzer : Herr C. L. Dose) im November v. J. ein nicht unbe- 
trächtlicher Fund von Thalern, Gulden und Ortsthalern gemacht 
worden. Thaler fanden sich von verschiedenen braunschweigisehen 
Herzögen, von Schauenburg (Justus Hermann), Hohnstein (Ernst, 
1591), Kui'sachsen (Moriz), Weimar (Job. Philipp mit s. Brüdern), 
Ansbach (Joachim Ernst), Salzburg, Tirol und Böhmen, ferner von 
den Städten Hamburg, Lübeck, Wismar, Erfurt, Frankfurt a. M., 
Nürnberg und Kempten, dann von Dänemark, von Florenz (1595) 
und verschiedene niederländische. Die Gulden bestanden aus sol- 
chen von Braunschweig, Stolberg (Wolfg. Georg), Hamburg und 

. Lübeck, aus böhmischen und niederländischen. An Ortsthalern er- 
gaben sich solche von Sachsen, Magdeburg (Joachim Friedrich), 
Erfurt, Halberstadt (Hemrich Julius, 1593), Schauenburg (Ernst), 
Frankfurt a. M., Hamburg, Wismar und Böhmen, Das älteste 
Stück des Fundes war ein Thaler der Stadt Kempten von 1547; 
die jüngste, häufig vertretene Jahreszahl war 1624. 

(Blätter für Münzfreunde, Nr. 109). - 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. E s s e n w e i n. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums iu Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald io Nürnberg. 



Nürnberg;. Das Abonoement des Blat- 
tes, welches alle Monate erscheint, wird 
ganzjährig angenommen uml beträgt nach 
der neuesten Postconveution bei allen Poet- 
itmtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Ooöterreichs 3 fl. 36 kr. im 24H.-Fus3 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris bei der deutschen Buchhandlung von 
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Neue Folge. 




England bei Williams A Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent- Garden in London; 
ii\r }iord- Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commia- 
sionär der literar.-artiBt. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brock hauöin Leipzig, be- 
fördert. 




\ 




Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 



August. 



Wissenschaftliche Mittheilungen. 



rpber Basler («oltlschiuicdczoiclieii. 

Durch das Bilderwerk von Rudolf Fechter: Gold- 
schmiedearbeiten der Züufte und Gesellschaften in Basel 
(Verlag- von H. Georg daselbst; bis jetzt zwei Lieferungen) 
wird der Blick neuerdings hingelenkt auf die zahlreichen 
schönen Sachen, die die Kunst der Basler Goldarbeiter 
vornehmlich im 17. Jahrhundert geschaifen hat. Mancher- 
lei dergleichen ist in hiesigem , mancherlei in fremdem 
Privatbesitz oder in Sammlungen weithin zerstreut, da 
die zahlreichen Goldschmiede nicht nur für die kleine 
Stadt von 12 bis löOOO Einwohnern, sondern auch für 
den Export, namentlich in die rheinischen Länder, arbei- 
teten ; bereits um 1483 erscheinen sie auch zu Strafs- 
burg in und aufser den Marktzeiten. Das Basler Zunft- 
buch verzeichnet von 1524 bis 1600 52, während des 17. 
Jahrhunderts 72 und von 1701 bis 1764 49 Goldschmiede; 
von manchen derselben sind Arbeiten, die über das Ge- 
wöhnliche hinausgehen, nachzuweisen. 

Es wird gewifs nicht unfreundlich aufgenommen 
werden, wenn ich auf Grund eigener Forschungen und 
zahlreicher Besichtigungen, die durch liebenswürdige 
Mittheilungen der Herren Privatdocent Dr. M. Rosenberg 
in Karlsruhe und Architekt R. Fechter hier ergänzt wor- 
den sind, einiges über die Basler Goldschmiedezeichen 
veröffentliche. Eine auch nur annähernde Vollständigkeit 
ist nicht beabsichtigt und kann nach Lage der Sache 
nicht beabsichtigt sein; es sind nichts als Notizen, was 
ich gebe. 



Das Basler Beschauzejchen, wie es seit dem 16. Jhrh. 
erscheint, ist der Baselstab, d. h. die heraldische Verän- 
dei-ung eines Bischofsstabes. Seit dem 14. Jahrb. braucht 
der Bischof von Basel als Marke für das Eigenthum sei- 
nes Hoflialtes diesen Stab, und die Stadt nimmt ihn be- 
reits im frühen l,ö. Jahrb. dergestalt als Wappen an, 
dafs sie ihn verkürzt und gedrungen geschweift dar- 
stellt, ihm im oberen Theile, vor Aufsetzung der Krüm- 
mung, ein dreilach gegliedertes Beschläge gibt und den 
Stachel in einen breiten Dreispitz auslaufen läfst. Die 
Krümmung selbst geht bald nach links, bald nach rechts. 

Dieser Baselstab erscheint als Beschauzeichen allein, 
im runden oder ovalen Feld, häufig im 16. und 17. Jhrh.; 
häufig aber im 17. und 18. auch mit Zusätzen versehen. 
Die zwei, seit nachweislieh dem 17. Jahrh. gleichzeitig- 
angestellten, »Bunzenmeister'f führten kleine Unterschei- 
dungszeichen, die wieder zu ihrer Kontrole dienten ; und 
jedem neu ernannten solchen Beschauer wurde von der 
Zunft ein eigener derartiger Stempel bestellt. Zunftaul- 
zeichnungen darüber sind bis jetzt nicht ans Licht ge- 
treten ; einiges ergibt sich aus datierten Arbeiten. 

So kommt im 17. Jahrhundert gewöhnlich der Basel- 
stab mit einem B dahinter vor im ovalen Felde; im 
runden auf einem Werk von 1678; im achteckigen auf 
einem von 1708. Der Baselstab wird von dem folgenden 
B durch einen Punkt getrennt, im herzförmigen Schilde, 
1663. Darunter steht ein Stern, gleichfalls im herzför- 
migen Schilde, 1685. Der Baselstab ist vom B durch ei- 



ill 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



212 



nen Strich getrennt, 168ö. Der Baselstab mit blofseiu B 
im achteckigen Feld, 1682, 1708, Der Baselstab umgeben 
von einem »Kränzlein« ('vierzehn kleinen Kreisen) 1733. 
1761, Der Baselstab umgeben von einem Reit, im ova- 
len Schilde, 1732. 1733, in 8 Form, 1768, 1782, und so 
mag noch die eine oder andere Variaute vorkommen, die 
auf die oben angegebene Ursache zurückführt. 

Die älteste von mir gesehene Basler Goldschmiede- 
arbeit mit Beschau- und Meistei'zeichen ist der Becher 
des Erasmus von Rotterdam von 1530, jetzt in der mittel- 
alterlichen Sammlung, abgebildet in meinef »Kuust im 
Hause«, Heft 2, Taf, 14, Beschauzeichen der einfache 
Baselstab im runden Felde, Meisterzeichen ein Lamms- 
oder Schweinskopf; der Verfertiger ist danach vorläufig 
nicht bestimmbar. Hiernächst ein Kelch im Kirchenschatze 
zu Baden im Aargau, Renaissance- Arbeit, aus Kloster 
Wettingen stammend, auf welchem das Beschauzeichen 
in merkwürdig alter Form, der Baselstab noch sehr ge- 
streckt, wie im lö, Jhrh, und auch im Schilde dieses Jahr- 
hunderts, erscheint; Goldschmiedezeichen etwas undeut- 
lich, sicher ist ein anfangendes F, unsicher dagegen der 
folgende Buchstabe, der jetzt als I gelesen wird, aber 
wol der Rest eines B ist; diese Vermuthung als richtig 
genommen, ergibt sich als Meister Friedrich Bildtsehnitzer, 
der 1526 Zunftreeht erlangte. 

Im 17. Jahrhundert werden nun die erhaltenen Ar- 
beiten häufig. Hier arbeiten für die reich gewordene 
Stadt wie für aufserhalb Goldschmiedefamilien, in denen 
der Beruf vom Vater auf den Sohn, Enkel, Urenkel ver- 
erbt, und die mit den Wurzeln ihrer Kunst und ihrer 
Tradition noch im 16. Jahrh. stehen. 

Eine der berühmtesten derselben war die Familie 
Fechter, die vom Ausgang des 16. Jahrhunderts bis über 
die Mitte des 18. nicht weniger als 9 Goldschmiede lie- 
fert. Der älteste darunter Adam Fechter d. ä,, geboren 
1568, zünftig 1595, gestorben 1629; die berühmtesten: 
Sebastian Fechter, Vater und Sohn, die zusammen arbei- 
teten; der erstere geboren 1611, zünftig 1633, gestorben 
1692; der letztere geboren 1651, zünftig 1673, gestorben 
1687, Es folgen: Adam Fechter d, j,, geboren 1649, 
zünftig 1670; Jacob Fechter, geboren 1659, zünftig 1682, 
gestorben 1691; Johann Ulrich Fechter d. ä. , geb. 1674, 
zünftig 1702, gest. 1747; Johannes Fechter, zünftig 1735; 
Johann Ulrich Fechter d. j., zünftig 1741, gest, 1766; und 
endlich Johann Jacob Fechter, zünftig 1750. Von Adam 
Fechter d, ä, kenne ich nichts. Dagegen haben sich von 
Sebastian Fechter, Vater und Sohn, eine Reihe hervorragen- 
der Arbeiten erhalten; ich nenne von vielen nur den grofsen 
Nautilusbechor der Safranzunft in Basel, eine Trinkkanne 
in der mittelalterlichen Sammlung, das Reliquienkästchen 
des heil. Hilarius in der Stiftskirche zu Säckingen, eine 
Trinkschale der Gefellschaft der Böcke in Zürich, einen 



Pokal der Pfisterzunft in Bern. Ihr Goldschmiedezeichen 
waren zwei gekreuzte Schwerter, die Griffe oben, zu den 
Seiten S und ¥. Von Adam Fechter d, j. hat sich erhalten 
ein Trinkglas der Gesellschaft zum Rebhaus in Basel mit ei- 
nem silbernen Löwen als Kelchträger, von 1684, und die 
silbergetriebene Decke des, Wappenbuchs der Zunft zum 
Schlüssel in Basel, von 1690, eine prächtige Arbeit. Adam 
Fechter führt eine fünfblätterige Blume tief unten inv 
Schilde, darüber A F. Von Jacob Fechter ist mir nichts 
bekannt. Johann Ulrich Fechter d. ä. fertigte: einen Will- 
komm der Schlossergesellen zu Basel 1709; einen Vexier- 
becher der Vorstadtgesellschaft zur Mägd daselbst in 
Form einer Jungfrau mit Wappenschild, Palme und ver- 
goldetem Hauptkranz, 1722; den Kelchträger eines Trink- 
glases der Gesellschaft zum Rebhaus, einen Löwen mit 
Rebmesser 1728; eine silbergetriebene Dose, im Privat- 
besitze zu Mainz, Sein Zeichen sind die gekreuzten Schwer- 
ter, die Griffe unten, zu den Seiten die Buchstaben V 
und F, Bei dem Willkomm der Schlossergesellen ist dies 
Zeichen noch durch eine Krone zwischen den Schwert- 
spitzen vermehrt. Von Johannes FechteT ist der silberne 
Kelchträger eines Trinkglases der Vorstadtgesellschaft 
zum Rupf in Basel (jetzt in der mittelalterlichen Samm- 
lung), von 1749, ein Armbrustschütze auf hohem Fufs 
und ein Paar silberne Salzfässer mit Deckel, in Besitz zu 
Frankfurt, Er zeichnet mit den gekreuzten Schwertern, 
die Griffe unten, zwischen den Spitzen eine Krone, zu Sei- 
ten die Buchstaben I und F, Johann Ulrich Fechter, Verfer- 
tiger vonKelchträgeru zu Trinkgläsern der Vorstadtgesell- 
schaft zur Hären (ein wilder Mann, 1750) und zum Rebhaus 
(ein Löwe, 1746), sowie von verzierten Buchschliefsen 
von 1761 (Privatbesitz in Köln), hat als Zeichen die ge- 
kreuzten Schwerter in der Weise wie sein älterer Namens- 
vetter und Johannes, zwischen den Schwertspitzen aber I, 
zu den Seiten V und F, Von Johann Jacob Fechter ist 
mir nichts bekannt. Häufig hier vorkommende silberne 
Efsgeräthe der Fechter sind dabei aufser Acht gelassen. 

Eine alte Goldschmiedefamilie war auch die der Me- 
rlan. Im Zunftbuche begegnen: Theodor Merlan, zünftig 
1542. Beatus Merlan, zünftig 1553. Samuel Merlan, 1566. 
Bartholome Merian, 1567. Dieboldt Meriann, 1569. Erhart 
Merian, 1584. Hans Ulrich Merian, 1593. Hans Jacob 
Merean, 1622, und als letzter Sebastian Merian, 1671, 
Dieser letztere hat den grofsen Becher der Zunft zu Haus- 
genossen von 1687 gefertigt; die mittelalterliche Samm- 
lung besitzt aufserdem von ihm ein zierliches, vei'goldetes 
Efsbesteck, Sein Zeichen ist das Wappen seiner Familie: 
ein schräg von links nach rechts getheilter Schild, auf 
der linken Seite der rechts schräg gelegte Wolfsangel, 
so dafs der obere Widerhaken herunter, der untere hinauf 
geht, rechts ein Stern ; ohne Buchstaben. 

Die Basler Familie Fäsch hat folgende Goldschmiede 



213 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



214 



geliefert: Hans Rudolf' Fiiseh, zünftig 1329, Hans Rudolf 
Fäsch der Jung 1333, Jeremias Fäseh 1378, Hans Jacob 
Füsch 1704, Hans Rudolf Fäsch 1719, Hans Jacob Fäsch 
(im Zunftbuche Fesch) 1732, Andreas Fäsch 1734. Von 
Jeremias Fäsch scheint der prachtvolle Dolch in silber- 
getriebener Scheide, mit Darstellungen aus dem Leben 
des verlornen Sohnes, herzurühren, der im Jahre 1383 
für den Bürgermeister Remigius Fäsch (f 1610) gefer- 
tigt ward (jetzt in der mittelalterlichen Sammlung; 
abgebildet: Kunst im Hause, Heft 2, Taf. 1.")); er ist ohne 
Beschau- und Meisterzeichen , trägt aber das Fäschische 
Familienwappen, und ein Theil der zu diesem Dolche ge- 
brauchten Modelle sind aus altem Fäschischen Familien- 
besitz in die Mittelalterliche Sammlung geliommen. Hans 
Jacob Fäsch d. ä. ist Verfertiger eines Deekelpokals zu 
Frevburg i. B., sein Zeichen ist HF. 

Die Familie der Birmann (Biermann) stellt 1623 einen 
bedeutenden Künstler, Jacob B. Er ist der Meister eines 
der schönsten «Ehrengeschirre«, die noch zu Basel existie- 
ren, des silbervergoldeten Trinkgefäfses der Gesellschaft 
zum Rebhaus, von 1637 : ein aufrecht schreitender Löwe, 
in der Rechten das Rebmesser, mit der Linken sich auf 
einen starken Rebenstock mit Blättern und Trauben 
stützend. Das Goldschmiedezeichen ist I B, und dies 
könnte zweifelhaft sein , da auch andere Meister dieser 
Zeit mit I B ihre Namen beginnen; aber unter den 
Wappen der Gesellschaftsgenossen, die amFufse des Trink- 
geschirres eingegraben sind, begegnet auch das seinige: 
eine Birne mit den: Stiel nach oben, dadurch in schräger 
Kreuzung zwei Pfeile, Spitze ebenfalls nach oben, gebohrt; 
über dem Wappen aber steht I B und B'ecit; und dies 
ist für ihn als Verfertiger und zugleich für sein Zeichen 
beweisend. Danach .wird sich nun auch ein Deckelpokal 
von vergoldetem Silber, von 1638, mit dem Basler Beschau- 
zeichen und dem, Stempel I B, auf der Kunstausstellung 
zu Karlsruhe ISSl aus dem Besitz Sr. K. H. des Grofs- 
herzogs von Baden befindlich ' gewesen (beschrieben in 
Rosenbergs Katalog, No. 343), als von Jacob Bii-mann her- 
rührend bestimmen lassen. 1653 erseheint im Zunftbuche 
Jacob Biermann der Jünger, dessen Zeichen nun, zum 
Unterschiede von dem seines Vaters, das Familienwappen, 
die oben beschriebene Birne mit den Pfeilen^ ist, zu den 
Seiten die Buchstaben 1 und B (das einfache I B geht 
später auf einen andern Goldschmied, vergl. unten.) Er 
hat den Becher der Schlüsselzunft zu Basel, in Form eines 
grofsen Schlüssels, gefertigt. Der 1669 zünftige Peter 
Biermann, von dem die städtische Alterthumssammlung 
zu Freiburg i. B. einen sog. Apostellöffel bewahrt, zeich- 
nete, ohne Wappen, P B. Von den 1715 verzeichneten 
Lucas Birmann, sowie von Johann Jacob Biermann, 1756 
erscheinend, ist mir nichts bekannt. 

Aus der Familie Beck sind Goldschmiede hervorge- 



gangen : 1638 Christoph Beck, Sohn des Rathsherrn Se- 
bastian Beck, und 1660 ein ganz gleichnamiger Christoph 
Beck, Sohn des Gerichtsherrn Albert Beck: ferner 1670 
Albert Valentin Beck und 1697 ein dritter Christoph 
Beck. Das Zeichen der Beck ist ihr Familienwappen, die 
entfaltete Rose mit Stiel, der oben in der Mitte über der 
Blume ansetzt und rechts derselben im Rund bis zur 
Mitte unten läuft ; ohne Buchstaben. Ein Beck hat laut 
des Zeichens die silberne Meisterkrone der Zunft zu Haus- 
genossen geschmiedet, die 1663 angeschafft wurtle; ein 
anderer die Meisterkrone der Zunft zu Spinnwettern Qetzt 
in der mittelalterlichen Sammlung), tue nach der Arbeit 
wol erst in den Anfang des 18. Jahrhunderts fällt. 

Endlich die Familie der Falkeisen: 1653 Ezeehiel. 
1671 Leonhard, 1709 Peter, 1730 Sebastian. Von Leon- 
hard Falkeisen ist manches bekannt, aber nichts, was 
irgendwie das Gewöhnliche überschritte. Sein Zeichen 
war L. F. In der mittelalterlichen Sammlung befindet 
sich von ihm ein grofser silbervergoldeter Doppelbecher, 
der Universität gehörig, und ein kleiner Becher mit ge- 
triebenem Blumenwerk. 

Andere Basler Goldschmiede, von denen Arbeiten iibrig, 
sind : Hieronymus (Jeronimus) Linder , zünftig 1648 ; 
Zeichen ein schräg gestelltes Hakenkreuz, in der Mitte 
von unten nach oben ein Pfeil durchgehend (das Linder'- 
sche Wappen;. Zu den Seiten I und L. Von, ihm ist 
das Trinkgeschirr der Zunft zu Rebleuten von 1668, ein 
schön gearbeiteter Wolf mit dem Rebmesser. — 1678 
Emanuel Linder; Zeichen, ein Rosenbaum mit Wurzeln 
und drei Zweigen mit je einer Rose, zu den.Seiten E und 
L. Arbeit: eine Trinkschale der Weinleutenzunft zu 
Basel, von 1684. — 1683 Hans Rudolf Huber; Zeichen 
R H; Arbeit: eine kleine, aber geschmackvolle Trinkschale 
der Zunft zu Fischern (in der mittelalterlichen Sammlung), 
von 1683. — 1698 Ernst Ludwig Meyer, Sohn des Gold- 
schmiedes Hans Rudolf Meyer, 1665; Zeichen DI ; Arbeit: 
eine kumpige Henkelschale, auf dem Grunde getrieben 
zwei Schwäne, im Besitze Sr. Maj. des Königs von Würt- 
temberg, auf Sclilofs Rebenhausen. — 1698 Hans Heinrich 
Schrotberger ; Zeichen H S ; Arbeiten : ein gröfserer 
Becher mit gravierten Wappen, jetzt auf der Landesaus- 
stellung in Züi'ich, und eine Trinkschale der Weinleuten- 
zunft in Basel, von 1709. — 1677 Johann Brandtmüller; 
Zeichen I B ; Arbeiten : das Trinkgeschirr der Vorstadt- 
gesellschaft zur Krähe, in Form einer Krähe mit einer 
Schelle am Fufse, von 1681, und die silberne Bütte eines 
sog. Huttenmanns von 1682, derselben Gesellschaft gehö- 
rig, beide jetzt in der mittelalterlichen Sammlung. Ein 
Bruder oder Vetter von ihm w^ar Johann Friedrich Brandt- 
müller, zünftig 1680, der die silbergetriebene Decke des 
Wappenbuchs der Schmiedezunft (jetzt in der mittelalter- 
lichen Sammlung) im Jahre 1708 erstellte ; Zeichen I F B. 



215 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



216 



Nocti erscheint 1711 ein Friedrich Brandtmüller Jünger, 
von dem nichts bekannt. 

Der letzte Basler Goldschmied von einigerniafsen 
liünstlerisoher Bedeutung war Abel Handtmaun, zünftig 

Basel. 



174Ö. Sein Zeichen ist die aufgereckte Hand, im Hand- 
tt^Uer sichtbar; eine Arbeit von ihm der Kelchtrüger eines 
Trinkglases der Yorstadtgesellschaft zum Rupf von 1779, 
ebenfalls unserer Sammlung einverleibt. 

M. Heyne. 



itlittclaltcrlichcr Haiisrath und das Leben im deutschen Hause. 



1. 



Wie wir in früheren Jahrgängen das Material, welches 
unser Museum für das Studium einzelner Kulturgebiete 
bereits vereinigt hat, wenn auch nicht vollständig, so 
doch auszugsweise, in ganzen Reihen von Aufsätzeu zu- 
sammengestellt haben, so gedenken wir, auch eine kleine 
Reihe von Aufsätzen der Betrachtung des Materiales zu 
widmen, welches bereits zum Studium des Lebens im 
deutschen Hause, vorzugsweise im Bürgerhause, gesam- 
melt ist, sodann das Mobiliar und die kleinen Geräthe, 
welche das Haus wohnlich, das Leben augenehm machen, 
wenigstens theilweise darzustellen. Vereinzelt haben wir 
ja schon manches ähnliche gegeben ; es bleibt aber noch 
immer genug zui-- Betrachtung übrig. Theilweise wer- 
den wir an solche frühere Einzelaufsätze wieder anknüpfen, 
theilweise auch auf die Bilderhandschriften zurückkommen, 

Fig. 1. 




aus denen wir früher anderes ausgezogen haben, insbeson- 
dere auf die des Trojanerkrieges (von 1441) und die Me- 
lusinenhandschrift (1468), nachdem wir die Einzelbe- 
trachtungen in früheren Nummern geschlossen haben. 
Wir werden auch hier die bunte Reihenfolge walten las- 
sen, welche unsere früheren Serien bei den Lesern be- 
liebt gemacht hat; und wir wollen gerade mit einer Mit- 
theilung aus der Melusinenhandschrift beginnen, von der 
wir in der letzten Nummer gewissermafsen Abschied ge- 
nommen haben. 

Unter den Bildern derselben sind jene die interes- 
santesten, welche Darstellungen aus dem süddeutschen 
bürgerlichen Leben in der Zeit der Entstehung der Hand- 
schrift wiedergeben. Wohl spielt die Erzählung in den 
höchsten Gesellschaftskreisen ; allein der Illustrator des 



Fig. 2. 




217 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



218 



Buches war dieser Gesellschaft fremd. 
Mochte er auch vielleicht einmal auf 
Reisen einen König oder Herzog ge- 
sehen haben ; das Leben am Hofe, die 
Einrichtung eines königlichen Schlos- 
ses war ihm fremd. Wie der ganze 
Gesichtskreis des Hlustrators enge und 
prosaisch war, so dachte er sich das 
Leben der Grofsen auch nicht anders 
als jenes der Bürger. Er bleibt des- 
halb stets mit seinen Darstellungen 
im Bürgerhause, und eben darum sind 
uns seine Bilder interessant genug. 

Wir verweisen auf Fig. 1 u. 2, 
die uns das Schlafgemach des Bürger- 
hauses zeigen, das grofse Ehebett und 
die Wiege, in welche die Kinder ge- 
legt und festgeschnürt sind. In Fig. 1 
sehen wir eine Frau angekleidet zu 
Bette. Es ist die Scene einer Ent- 
bindung; die Hebamme hat bereits 



Fig 3. 




das Kind in Händen. Niemand würde 
aber erralhen, dafs hier Melu.sine dar- 
gestellt ist, die das zweite Mal gebiert. 
Das Bett ist ziemlich einfach ; es in- 
teressiert uns besonders der Baldachin. 
Himmel, der aus Stoff über das Haupt 
gespannt ist, sowie das lange Kistchen 
zur Seite der Bettstelle, das zugleich 
als Trittstufe zum Besteigen des Bettes 
dient. Im zweiten Bette liegen die 
Personen nackt, wie man damals 
schlief. Es hat keinen Baldachin. Es 
ist aber auch nicht etwa das Ehepaar 
hier zu Bette dargestellt, sondern es 
sind die beiden Ammen, welche für 
das von Melusine hinterlassene Zwil- 
lingspaar von Säuglingen bestellt 
sind. Wie die Zwillinge in gemein- 
schaftlicher Wiege, so liegen die Am- 
men in gemeinschaftlichem Bette. Die 
säugende Frau aber ist die nach ihrem 



Fig. 4. 



Fig. 5. 




219 



Anzeie-er für Kunde der deutschen Vorzelt. 



22ü 



Heimg'ang-e öfters erscheinende Melusine, welche, auch 
nachdem sie die Erde verlassen hat, noch stets ihre Kin- 
der säugt. Fig'. 3 zeigt uns die Frau des Hauses im 
Lehnstuhl. Einen ganz ähnlichen Stuhl besitzt unser 
Museum im Original. Von allem Hausrathe des Mittel- 
alters sind gerade Stühle am seltensten. Unser Exemplar 
befand sich in Tirol, wo Antiquar Ueberbacher das Stück 
in einem Dorfe unweit Bozen fand, in das es sicher wohl 
von einer Burg (vielleicht Runkelstein?) gelangte; denn 
das Schuitzwerk dürfte doch nicht auf bäuerlichen Ur- 
sprung deuten. 

Fig. 4 zeigt uns eine Gesellschaft, speisend am Tische, 
über welchen weifses Linnen mit eingewebten blauen 
Streifen gedeckt isL Als Sitz sehen wir einen einfachen, 
runden Stuhl mit vier schräg gespreizten, runden Beinen. 
Die Gäste haben hölzerne, runde Teller und Messer ; einer 
speist mit dem kurzstieligen Löffel; der vorne sitzende hat 
ein grünliches Trinkglas mit Batzen; aufserdem liegen 
Stücke Brot auf dem Tisch. Der Aufwartende bringt eine 
tiefe Schüssel. Eine ähnliche steht auf dem Tische auf 
einem von Thierfüfsen getragenen Ringe; die gelbe Farbe 
deutet auf Messing." Zum Speisen der festen Stücke 
nimmt man die Finger. Die sitzenden haben ihre Kopf- 
bedeckungen auf. 

In Fig. 3 werden wir an das Bett eines Sterbenden 
geführt, dem der Priester Absolution gibt; auf einem run- 
den, vierbeinigen Stuhle, über welchen ein weifses Tuch 
gebreitet ist, steht das Giborium, dessen Mäntelchen zu- 
sammengeschoben ist. Ein Schreiber nimmt den letzten 
Willen auf, den er über den Beinen auf einen Pergament- 
streifen niederschreibt, während ein anderer Assistent 
die brennende Kerze hält, die am Todtenbette anzuzün- 
den eine Sitte der katholischen Kirche ist, welche im 
Mittelalter pünktlich gehandhabt wurde. Das Bett ist 
wieder einfach gezimmert und ziemlich niedrig. 



Nürnberg. 



A. Essen wein. 



Brotvrrkniif- iiiid Scliaii-Ordiiiiii»- für die Stadt riiiir 
vom 13. Jiiiii 1408. 

Bei dem regen Interesse, das den Polizeiverorduungeu 
des Mittelalters entgegengebracht wird, glauben wir, auch 
eine im Archive des germanischen Museums bcllndliche 
Ordnung für die Pfister (Bäcker) der Stadt Chur mit- 
theilen zu sollen, welche Bischof Harlmann zu Chur 
(1390—1416) «an vnsers herren fronlicharas abent, do 
man zalt nach Cristus gehurt jm vierzehenhundertsten 
Jar, dar nach ,jn dem achtoden jar« (d. i. am 13. Juni 
1408) erlassen hat. Die Urkunde enthält namentlich Be- 
stimmungen über den Verkauf des Brotes, der nur nffent- 



lich an bestimmtem Platze stattfinden sollte, und über 
die Beschauung desselben durch den Stadtammann und 
diejenigen, die er dazu verordnete. Wie aus der Ordnung 
hervorgeht, beschäftigten sich die Ghurer Bäcker auch 
mit dem Getreidehandel, der ihnen für dieselbe Zeit 
— ein Jahr — verboten wurde , für die ihnen das Brot- 
backen untersagt war, wenn sie, die Anordnung für den 
öffentlichen Brotverkauf übertraten. Auch für die Münz- 
verhältnisse jener Zeit sind die Bestimmungen über den 
Getreidehaudel von Interesse. 

Wir lassen die Urkunde nachstehend folgen : 
Wir hartman , von Gottes gnaden Byschoff ze Cur, 
Tönt kunt vnd Bekennent mit disem brief das wir mit 
guter Vorbetrachtung, nach Rät vnsers Gapitels vnd nach 
Rät vnsers stattammans vnd gemains Rates ze Chur, 
durch bessrung vnd gemains nuczes willen unser burger 
vnd ander erber Lüt vns erkent vnd vfgeseczt band 
(haben) ze haltenn dise nächgeschribne stuk. Des ersten, 
daz die pfister ^) all ze Cur, die da vail brot Bachent, 
allwegen bachen sond (sollen) vnd sollen daz brot ver- 
kauffen an der Brotloben '^) offenlichen vnd da vail haben 
vnd nieua anderswä "), es wtiri denn, das wir oder die 
Corherren ald ■*) die priesterschaft vnd och vnser Burger 
zö aines pfisters hus schikten vmb brot, daz wir vnd 
sy vber Tysch bruchen wdlten, das mugent sy vns allen 
also wol geben vngeuärlich vfs jren hüsern. welher 
pfister diz Ordnung nit wdlt halten, der sol ain ganczes 
Jar nüt Bachen an (ohne) gnäd vnd an abküssen ^) vnd 
sol darzu dehain^u gewerb ") haben mit dehainer Lay körn 
ze verkoufen ald ze kouffeu vnd och von kouffmanuschaft 
(Handel) wegen mit nieman kain gemaind (Gemeinschaft) 
haben, vnd wie dik (oft) ain jeklicher pfister dawider 
tat, so ist er zu jedem mal vervallen ze biifs, vns zehen 
Schilling Costenczer pfenihg, der stadt och zehen Schilling 
pfening vnd dem amman sine recht. Weiher pfister 
körn oder mel hat, der sol bachen vnd diz (diese) Ordnung 
halten by der egenanten pen, welher aber vngeuärlich 
weder körn noch mel hett, der ist nit gebunden ze bachen. 
Es sol öch der amman allwegen, wie dik jn das dunkt 
notdurftig (zu) sin, daz brot geschowen mit den (denen), 
die er gern zu jm nimpt vnd jn gut dünken zu dem 
schowen. vnd ob den amman vnd die schower, die er 
zu jm nimpt, dunkt daz brot ze klain sin, so sol er den 
pfistern, die daz klain brot band, gebieten, daz sy ie 



1) Pfister (aus latein. pistor), Bäcker. Sclimeller.-Fr. I., 443. 

2) Brotiaube, üffentlielie Halle, Bogengang, unter welchem 
Brot feil gehalten wird. 8chm.-Fr. I, 1405. 

3) nirgend (mittelhochd. niene) anderswo Schm.-Fr. II, 1712. 

4) ald, alder, oder. Schm.-Fr. I, 67. 

5) Ablassen, Nachlafs, Nachsicht. 

6) keinerlei Betrieb, Geschäft. 



221 



Anzeiger iüv Kunde der deulseheii Vorzeil 



222 



zwtü lirot geben vmb dry haller vnd dem iuniimnn 
sinen ban '). welcher pflsler dawider h'it, der ist aber 
(abermals) die egenant pen verfallen, wie dik daz ze 
schulden kunt (kommt), wenn och der amniann vnd 
die Schower, die er zii jni ninipt, daz brot schowent, so 
sei sy nieman misshandlen mit worten noch werchen. 
wer sy aber luisshandlety mit vnbeschaidnen worten 
ald werchen, Es war wib oder mann, der ist all wegen 
die egenant pen verfallen. Redde (Redete) aber jeman 
als vnbeschaidenlich wider vnsern amman vnd die 
Sohower, das vns vnd den Rat düchte (deuchte), das sy 
hertlicher (härter) ze straffen wären, dez (dazu) haben 
wir allwegen gewalt behalten, welher öch koru oder ander 
wert verkouffen wil hie ze Cür^ der sol dar an uemen 
aller Lay müns nach dem als die werung hie ze Cur ist. 
Es sigint (seien) Guldin, alt plapphart ^) nUw plapphart 
vud Gostenczer, jeklich müns nach siner werung, vnd 
send (sollen) den pflstern noch vnsern burgern nit türer 
geben denn Gesten (Auswärtigen) vnd och vmb alt plapp- 
hart oder vmb Gostenczer nit türer geben denn vmb 
nüw plapphart oder guldin. als dik jeman dawider täte, 
der war allwegen die egenauten pen verfallen. Des ze 
vi'kund haben wir Byschoff hartmaun vnser jnsigel vnd 
wir der Rät vnsrer statt minder (kleineres) jnsigel ge- 
henkt an disen brief, Der Geben ist ze Cur an vnsers 
herren frönlichams abent, do man zalt nach Cristus 
geburt jm vierzehenhundertsten jar. dar nach ju dem 
achtoden jar. 

Originalurkunde auf Pergament. Die Siegel sind 
noch an der Urkunde. 

Nürnberg. Hans Busch. 



7) das Gebotene, Vorgeschriebeue. Schra.-Fr. I, 242. 

8) Plaphart, Blaphart, Plappert, Blaffert, ehemalige Scheide- 
münze, Dickpfeunig (ca. 3 Kreuzer an Werth). Sehm. -Fr. I, 460. 

Dr. Fr. 



Malerurkiiudeu aus Löncuberg i. Sclil, 

In Prof. Alwin Schultz' urk. Geschichte der Bres- 
lauer Malerinnung (1866) ') und in dessen Untersuchun- 
gen zur Geschichte der schlesischen Maler, 1500—1800 
(1882) -) werden mehrfach Mitglieder einer Malerfamilie 
na^nhaft gemacht, welche aus Löwenberg stammten und 
sowohl dort als in Breslau thätig gewesen sind. Das 
älteste derselben ist Nikolaus Landsberg (Landsberger), 
dessen Aufenthalt in Breslau sich bis 1509 bestimmt nach- 
weisen läfst. Er ist identisch mit Meister Niclos von 
Lemberg (mittelalterlicher Name für Löwenberg), wie 
sich aus den nachstehenden Urkunden eines Stadtbuchs 



1) S. 84. 89. 2) S. 98. 



von Löwenberg ergibt. Dort tritt er und sein Bruder 
Hans bereits 1490 auf: 

Acta molerensium (!) vnd irer stiefmuter. 

. . . Nickil Hitzer in vormundschafft Margarethe siener 
tochter aneynem vnd Nickil vnd Hans die moler, in Vor- 
mundschaft Jörgen, Valentini, Katherine vnd Ursule, irer 
vnmundischen geswisteren, am andern teylle (sc. vertra- 
gen sich), also das sie zcu uestin (zunächst) allen thalbin 
gute frundt seyn suUen vnd aller vnwille zcwisehen 
yn (ihnen) begebin ; auch soll die morgengabe gancz abe- 
gethan seyn. Zcum andern so sullen die gen. moler irer 
stiffmuter vor ir dritte teyll vnd irer stiffgeswlstern 
vor ire vetterlichin angefeile gebin 10 gülden vngr. 
Auch sullen sie der frauen fulgin lassen ire betthe- 
gewandt vnd cleydir, die sie hineyn bracht hat (sc. in 
die Ehe) mitsampt dem bellitcz (Pelz) vnd rocke von 
harrasz (Arras ; gemusterter Wollenstoff), das ir ir man 
gegebin hat. 1490 fer. 3. an. Agnetis (19. Jan.) , Stdtb. 
f. lD2b. — Der verstorbene Gemahl hiefs Martin; denn 
1491 fer. 6. an. Phil, et Jac. (1. Mai) steht verzeichnet : 
Marg. Mertin Lantzbergyn sich vorzciegen hat ken Nikil 
Landsberge dem moler, in macht siener bruder vud ge- 
swisteren, von wegen ires mannes driftet eylles halbin, 
bekennende, das ir eyne volkomene vorguugunge do- 
vor gescheen sey. Auch so hat N. Hitzer globit (gelobt), 
das her Bernhardin, frawen Blargarete vnmundisehin 
kindt, wenne isz zcu sienen mundigen iaren komet, das 
her isz auch dorzcu brengen wil, das isz sich ken Nickil 
moler vorzceyeu sali. (Stdtb. 170 b.) — Ein letzter Aus- 
gleich zwischen dem ältesten Bruder u. seineu Geschwi- 
stern erfolgte fer. 4. p. Stanisl. (9. Mai) 1492 : . . . Hans, 
Jorge vnd Valtann Lantzberger gebruder vor sich vnd 
Hans in vormundschafft Kattherine vnd Ursule habin 
eyntrechtiglichen bekannt, dasz sie eyuen volkomeu ent- 
scheit mit Nikil L., irem brueder vmb allisz iresz vetter- 
lichen vnd muterlichen angefelle gehabit heften in sulchir 
forme : 1) so sullen den zcweyen iunckfrawen auszfolgen 
irer muter cleyder vnd allisz kasteugerethe, auszgenomen 
dasz betthegewandt, dasz ist Nickil zcugeeygent. 2) so 
habin sie Nickil vorkawfft hawse, hofe, allisz haws- 
gerethe, allen bawerothe (Baumaterial?), czciene gefese 
(zinnerne Gefäfse), kanneu, schussil, pfannen, kessil vnd 
gezcewc zcu dem handwerg der moler, von tafil- 
bilden etc. vnd ym dasz gegebin vnd angeslagen vor 
120 marg. Dovon sali Nickil alle schulde vud gulde 
beczalin. Darnach sal her itzlichem sienem geswie- 
steren gebin 10 marg groschen, wenne sie isz bedurffende 
seyn wurden vnd desz nicht leuger entperen wühlen. 
(Stdtb. 180 b.) 

Nach einem alteu Geschofs - Register , dessen Abfas- 
sung der Löwenberger Historiker Sutorius in die Zeit 
von 1484 — 1503 verlebt, wohnten auf der Laubaner Strafse 



■22'i 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



224 



•Mertin moler« , auf der Judenstrafse »Nicolaus moler<f. 
Jenen halte ich für den um 1490 verstorbenen Vater. 
Dieser verzog dann mit seinen Brüdern Hans und Georg 
nach Breslau. Von seinen Schülern möchte ich den 
Benedikt Sauder hervorheben, von dem ich nachweisen 
konnte, dafs er 1313 zu Freiberg in Sachsen als Maler- 
geselle lebte. ^) 

Kirchen in der Umgegend von Löwenberg und auch 
einige im Bunzlauer Kreise besitzen noch bemalte Schnitz- 
arbeiten, welche aus dem Ende des 13. Jahrb. herrühren. 
Es ist wohl möglich, dafs Nik. Landsberg eine Anzahl 
davon verfertigt hat. Man mufs es bedauern, dafs Suto- 
rius in seiner Geschichte von Löwenberg I, 123 so ober- 
fläehhch von einem Kontrakt handelt, den 1310 die Annen- 
und Marienbrüderschaft mit einem Maler schlofs, der 
einen Flügelaltar (mit Darstellungen aus Joachims Ge- 
schichte) in der Kapelle zum h. Kreuz herstellen sollte. 
Der Verfertiger erhielt 40 M. Angeld. Von seiner Arbeit 
selbst habe ich keine Spur mehr zu entdecken vermocht. 

Bunzlau. Dr. Ewald Wernike. 



3) Mitth. V. Freiburger Alterthumsverein, 17. H. 1880, S. 23. 



Die Herkiiuft drr büiKliivriscIi-roiiinuisclioii Sprache. 

Im Viuschgau, welches bekanntlich an das romani- 
sche Grauliünden grenzt, erzählt man sich : Als einst der 
Teufel mit einem Sack, in dem er alle Sprachen der Welt 
hatte, durch die Luft flog, brach ihm derselbe in Grau- 
bünden auf, so dafs alle Sprachen herausfielen. In der 
Eile klaubte er nicht alles zusammen ; daher hat die 
bündnerisch-romanische Sprache von allen Sprachen et- 
was. (Mündlich aus Nauders in Tirol.) 

St.ockeraü in Niederösterreich. 

C. M. El aas. 



Die sogeiiaunteii rrlanlikreiizc in Aicdcrösterrcicli. 

Nach Weinhold: «Die deutschen Frauen in dem Mittel- 
alter« II, 201 wurde im Mittelalter der Gast beim Auf- 
bruche ein Stück Weges begleitet und dann mit einem 
Segensspruche und unter dem Kreuzzeichen verabschiedet. 
Dazu bemerke ich, dafs sich in Niederösterreich fast al- 
lenthalben, in einiger Entfernung von den Ortschaften, 
an der Landstrafse ein sogenanntes ürlaubkreuz beiludet, 
bis zu welchem man — wie es heilst — in frühern Zeiten 



den vom Orte Ausziehenden das Geleite gab und sich 
dann von ihnen beurlaubte. Diese Denkmale waren, wie 
aus der Benennung ersichtlich ist, ursprünglich wol 
Grucifixe oder einfache Kreuze; gegenwärtig aber bestehen 
sie aus einer älteren, in Stein plastisch ausgeführten Dar- 
stellung des Abschiedes Jesu von Mai-ia. 
Stock er au in Niederösterreich. 

G. M. Blaas. 



Acta Bari). Kesscleryiin et Pctri Kesseler de Legnicz. 

Actum in vigilia S. Barbare virg. Anno 1478 haben 
wir Burgermeister vnd ratmaune der statLewenbergcineji 
ganczen volkomen entscheid vnd Vorrichtung gemacht 
czwuschen Barb. Kesselerynn, Mertin Kesselern irem sone, 
Veozens vnd Francze Jungenickoln iren brudern an eyme 
vnd meister Peter dem Sweinsneider zu Legenicz 
am andern teiln vmb den totslag, den der gen. mei- 
ster Petir an Nie. Kesselern, seinem dyner, der gemelten 
frawen Barbaren son in vnvnrsichtikit vnd vnachtsamkil 
halben getan hot : Alzo dar her em alhie im closter ei- 
nen dreysigsten zu seiner zele selikit bestellen vnd seine 
bestatung ordinlichen ausrichten sal vnd in ire bruder- 
schaft schreiben lassen, eyne naw capelle seczen, eine 
Romfart ken Breslow leisten, vnd der obgen. frawen 
Barbaren 10 marg guter ganghaftiger moncze gebin etc. 
(Löwenberger Stadtbuch, f. 43 b.) 

Bunzlau. Dr. E. Wem icke. 



Gcrichtshändc. *) 

Auch bei Bern befindet sich in einer ziemlichen Ent- 
fernung von der Stadt, an der grofsen Thunstrafse, ein 
steinerner, etwa acht Fufs hoher Stock, auf dessen oberer, 
einem Seitenweg zugekehrten Seite eine Hand mit den 
aufgerichteten Schwurflngeru eingegraben ist. Dieselbe 
könnte das Wappen der Berner Familie von Sinner sein, 
ist aber viel wahrscheinlicher die Bezeichnung der an 
diesem Seitenwege abschliefsenden Bannmeile (Burgfrie- 
dens), da an diesen Gebietsgrenzen gewöhnlich von den 
Ausgewiesenen die Urfehde abgeschworen werden mufste, 
nicht mehr in diesen Burgfrieden zurückzukehren. 



Bern. 



J. Schnell. 



*) Zu diesem Anzeiger 1881, Sp. 237 uml 1882, Sp. 69 u. 261. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei L'. K. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KÜNDE DER DEIT8(JI1E\ VORZEIT. 



1883. 



X9 8. 



August. 



Chronik des gerinaiiischcii Museums. 



Nürnberg, 25. Juli 1883. 

Das Interesse des deutscheu Apothekerstaudes an der Ergän- 
zung des Materials, üvelclies unser Museum zur Geschichte der 
Pharmazie bereits seit Jahrzehnten gesammelt hat, bewährt sich 
von Tag zu Tag mehr , und es läfst sich jetzt schon voraussehen, 
dafs diese Abtheilung recht bald zu einem jjharmazeutischen Central- 
museum erweitert sein wird. Fortgesetzt mehren sich die Bestände, 
die einstweilen aufbewahrt werden; und da auch baare Geldmittel 
zur Erwerbung solcher Objekte nothig sind, die etwa aus den Hän- 
den von Händlern nicht geschenkweise zu erhoffen sind, da ferner 
durch Tragung des Portos für vielseitige Einsendungen Kosten er- 
wachsen , und solche s. Z. für die Ordnung und Aufstellung der 
Gegenstände in beträchtlicher Zahl erwachsen werden, so hat der 
Bezirksverein der Apotheker von Mittelfrankeu für die Sache 200 m., 
jener von Schwaben und Neuburg 50 m. eingesandt. Auf der Tages- 
ordnung der nächsten Delegiertenversammlung des deutschen Apo- 
thekervereines steht der Antrag des mittelfränkischen Bezirksver- 
eines, dieses pharmazeutische Centralmuseum durch einen gröfseren 
jährlichen Beitrag zu unterstützen. 

Für das Handelsmuseum ist seit der jüngsten Mittheiluug wie- 
der je 1 Antheilschein gezeichnet worden, von Seite der Handels- 
kammern zu Slannheim und Nordhausen und der Herren Hermann 
Limmer, MüMbesitzer und Mitglied der ba3-erischen Abgeordneten- 
kammer, zu Kulmbach, und Hugo Lissauer, Kaufmann, zu Berlin. 

Unsere Leipziger Pflegschaft hat erfreuliche Meldungen übei' 
den Erfolg ihres Aufrufes hielier gelangen lassen, nach welchen 
eine beträchtliche Zahl von Theiluehmern theils einmalige Beiträge 
gegeben, darunter Herr Buchhändler Fritz Bädecker 100 m., theils 
Jahresbeiträge gezeichnet hat, die zur Herstellung von Abgüssen 
hervorragender sächsischer Skulpturen Verwendung finden sollen. 

Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende 
neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von Vereinen : Berlin. Verein für die Geschichte Berlins 
10 m 

Von Privaten : Bamberg. Gg. Lotter, k. Bauamtsassessor, 
3 m. Berlin. C. Altmann, Kaufmann, 3 m.; Eisner und Kirchheim 
10 m. ; Bänke und Schlösser 10 m. ; F. Heckmann, Kaufmann. 10 m. ; 
Dr. Moritz Löwinsou 6 m. ; Piud. Mosse, Verleger, 10 m. ; Sachsse, 
Ober-Postdirektor, 10m.; Dr. Max Weigert !0m. Bückeburg. Karl 
Stutzkopf 3 m GemUnden. Dr. Kussius Im.; G. Mayer, Eisenbahu- 
offizial, 1 m. ; M. Reuter, Veterinärarzt, 1 m. ; Ad. Scheidter, k. Ge- 
richtssekretär, 1 m. ; Jos. Schultheis, k. Amtsrichter, 1 m. Gräfen- 
berg. Albrecht, Lehrer, iu Xamhof, 1 m. ; Fickenscher, Kantor, in 
Beerbach, Im. Höchst a. M. Dr. Afinger, Chemiker, 2m.; Breuer, 
Fabrikant, 2 m.; Dr. Selig, prakt. Arzt, 2 m. Leipzig. Fritz Bäd- 
ecker, Buchhändler, 10 m. ; J. Bänsch-Drugulin 3 m. ; Dr. phil. Max 
Bereud, Fabrikbesitzer, 5 m.; Otto Birling, Landgerichtsrath, 6 m.; 

E. M. v. Bomhard, Reichsgerichtsrath, 5 m. ; Geh. Justizrath C. W. 

F. Dorn, Rechtsanwalt b. R.-G., 10 m. ; Dr. jur. C. H. Dreyer, Reichs- 
gerichtsrath, 5 m. ; Balthasar Elischer, Buchhändler, 10 m. ; Dr. phil. 
R. Engelmann. Buchliändler, 6m.; Karl Geiger, Kaufmann, 5m.; 
Dr. jur. H. v. Grävenitz, Reichsgerichtsrath a. D., 5 m. ; Th. Habe- 
nicht, Fabrikbesitzer, 10 m. ; J. G. Herrmann, Kaufmann, 3 m. ; Aug. 
Heyne, Kaufmann, 10 m. ; E. Holzweifsig , Kaufmann , 3 m.; Herm. 



Hucke, Buchhändler, 5 m. ; Dr. phil. Ferd. Köhler, Oberlehrer, 3 m ; 
Dr. phil. H. Kolbe, geh. Hofrath und Professor, 10 m.; Käseberg 
u. Oertel, Xylographen, 10 m. ; Dr. phil. Karl Lampe-Vischer, Buch- 
händher, 5 m. ; Dr. B. Lindner, Privatdocent, 10 m. ; Herm. Magnus, 
Kaufmann, 5m.; Dr. jur. 0. S. L. Mittelstadt, Reichsgerichtsrath, 
5 m.; Franz Mosenthin, Eisengiefsereibesitzer, in Eutritzsch, 3 m.; 
P. Pabst, Musikalienhändler, 5 m. ; Aug. Pries, Buchdruckereibe- 
sitzer, 2 m. ; E. Röder, Kommerzienrath u. Bankier, lü m. ; Dr. med. 
M. Sänger, Privatdocent, .^m. ; Dr. jur. 0. Schill, Rechtsanwalt, 
3m.; Otto Schneider Cm.; Herm. Schulz 3m.; E. A. Seemann. 
Buchhändler, 5 m.; Dr. jur. M. E- Simson, wirkl. Geh. Rath, Prä- 
sident des Reichsgerichtes, Exe, 10 m. ; Otto Steche, Fabrikbesitzer, 
10 m.; M. Stengiein, Reichsauwalt, 10 m.; Dr. jur. T. L. Thomsen, 
Rechtsanwalt b. Reichsgericht, 5m.; Gg. Weidenbach, Architekt, 
3 m.; Mart. Wigand, Buchhändler, 6 m.; Dr. jur. Ose. Zenker. 
Rechtsanwalt, 5 m. ; Limburg. Chr. Rübsamen, Regieruugsbau- 
meister, 2m. Posen. J. Herse, Bürgermeister, 3m. Soden. Dr. Köh- 
ler, Sanitätsrath, 2 m. ; Weifs 2 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 
Von Vereinen : Leipzig. Studentischer Verein für historische 
Hülfswissenschaften 20 m. 

Von Privaten: Leipzig. Fritz Bädecker, Buchhändler, 100m.: 
Otto Dohle, Kaufmann, 3m.; J. G. Herrmann, Kaufmann, 3m.; 
Ed. Kummer, Buchhändler, 5 m.; Dr. phil. Karl Lampe-Vischer. 
Buchhändler, ö m. ; E. Mackenthun, Kaufmann , 20 m. ; Wilh. Otto 
3 m. ; W. Petsch, Reichsgerichtsrath, 10 m. ; Dr. med. C. H. Schild- 
bach 10 m.; Hugo Schwarz, Reichsgerichtsrath, 5 m.; E. A. See- 
mann. Buchhändler, 10 m. ; Tittel & Krüger, Fabrikbesitzer, in Plag- 
witz 10 ni. Wien. Ferd. Kwisda, Apotheker, 8 m. 

Unsern Sammlungen giengeu ferner folgende Geschenke zu : 

I, Für die kunst- und kulturgescliichtliclien Samm- 
lungen. 

(Kr. 8766-8769.) 
Gratz. Anna Gräfin von Buttler, geb. Gräfin und Herrin 
zu Stubeuberg, Sternkreuzordensdame : 9 Stubenbergische Porträte, 
Kupferstiche von B. Kilian, Eimmart u. A. — Nürnberg. Gg. Ried- 
ner, Privatier: Verbessertes Sackkalenderlein auf das 1784. Jahr. 
Rudolstadt. A. Bianchi: Kleine Erd- und Himmelsgloben, Nürn- 
berg 1736. Reisecompafs mit Sonnenuhr des 18. Jahrh. Schnupf- 
tabaksdose mit Reisekarte, Brieftasche, 2 Spiele Karten und 3 Holz- 
stöeke zum Kartendrucke, 18- Jahrh. Die Proportionen des mensch- 
lichen Körpers, Federzeichnungen nach G. Audran ; 18. Jahrh. — 
Thurnau. Dr. liönigshofer, Bezirksarzt a. D. : Lederstiefel mit 
Gold- und Silberstickerei, orientalisch. — Ungenannter : 1 silberne 
und 1 kupferne Medaille, 1882. 

IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,425—47,579.) 

Berlin. G. Grote'sche Verlagsbuchh. : Allgemeine Geschichte 
in Einzeldarstellungen, hrsg. v. Oncken; III. Abthlg., 8. Tbl.: das 
Zeitalter Friedrichs d. Gr. 1882. 8. Magistrat: Das Berlinische 
Stadtbuch aus dem Ende des XIV. Jahrhdts. 1883. 8. Hermann 
Weifs, Professor: Ders., Kostümkunde; 2. Aufl. II. Bd. 1883. 8. — 
Bilin. Dr. jur. K. Profsliner: Ders., das Bad Ratzes iu Süd- 
Tirol. 1883. 8. — Bremen. Archiv der freien Hansestadt: 
Bremisches Urkundenbuch. hrsg. von Ehmck u. Bippen; Bd. IV, 
1. Lfg. 1883. 4. — Budapest. Dr. Emerich Henszlmann: 



iil 



Anzeiger tür Kunde der deutschen Vorzeit. 



2iS 



Keifsenberger es Henszlmann, a nagyszebeni es a szekesfeherväri 
regi templom. 1883. 4. — Donaueschingen. Karl Egon Fürst 
zu Fürstenberg, Durchl. : Riezler, Geschichte d. fürstl. Hauses 
Fürstenberg u. seiner Ahnen bis zum J. 1509. 1883. 8. — Dres- 
den. Wilh. Streit, Verlagsh.: Die deutsche Bühne, deren geschichtl. 
Entwicklung in Bild u. Wort. 1682. 4. Das Reich der Töne; 

3. Aufl. 4. Die Welt der Farben. 4. — Eger. Heinr. Gradl: 
Stadtarchivar: Ders., Bamberger Turnier-Orduung v. 1478. 8. — 
Karlsruhe. Badische historische Commission: Dies, Mit- 
theilungen etc.; Nr. 1. 1883. 8. — Kiel. Heinr. Handelmann, 
Professor: Ders., der Fremdenführer im schlesw.-holstein. Museum 
Vaterland. Alterthümer zu Kiel. 1883. 8. — Köln. Dr. A. Rei- 
chensperger, Appellationsgerichtsrath a. D.: Ders., Rede, ...ge- 
halten zur Frage wegen des Baues eines Reichtagsgebäudes. 1883. 

4. — Marktbreit. Wilh. u. Ed. Tauber'sche Erben: Christian- 
Erlangischer Zeitungs-Extract (Joh. Gottfr, Groisens Auszug der 
neuesten Weltgeschichte); I.-XVH. Jhg., 1741— 1749 u. 1751—58. 
8. Eisenhart, Erzählungen v. besonderen Rechtshändeln ; I. — VIII. Thl. 
1767 — 1774.8. Thomasius, historia sapientiae et stultitiae; t. I— III. 
1693. 8. Abel, proufsische u. brandenburgische Staats-Historie; 
Thl. I. II. 1710. 8. CeremonialeBraudenburgicum. 1700. 8. Schnurr, 
Kunst-, Haufs- u. Wunder-Buch. 1690. 8. Boltz, der wohl-instruirte 
Amts- u. Gerichts-Actuarius ; I. -III. Thl. 1733. 39 u. 41. 8. Hen- 
niges, de summa imperatoris Romani potestate circa profana. 1677. 
8. Jlelissantes, das erneuei-te Alterthum. 1713. 8. Francisci, 
Traur-Saal steigender u. fallender Herren; 2.-4. Thl. 1673, 77 
u. 81. 8. Oldenbutger , thesaurus rerum publicarum; p. I— IV. 
1675. 8. Gundling, Gundlingiana; 1.— 45. Stck. 1715—32. 8. 
Gundling, Sammlung kleiner teutscher Schriften; 1. II. 1737 u. 52. 
8. Denkwürdiger u. nützlicher Antiquarius des Neckar-, Mayn-, 
Lohn- u. Mosel-Stroms. 1740. 8. Denkw. u. nützl. Antiquarius des 
Elb-Stroms. 1741. 8- Jung, eigentliche u. gruudhaltende Fortsetzung 
der ... Genealogie von denen Burggraflfen zu Nürnberg. 1735. 8. 
Neu-eröffneter Welt- u. Staats-Spiegel; Thl. 1—100. 1710—16. 8. 
Merkwürdige Reichs- Hof -Raths-Conclusa; 1.— 5. u. 7.-8. Thl. 
1726 — 32. 8. Franck, kurtze Beschreibung der vier Monarchien. 
1727. 8. Zincke, Leipziger Sammlungen von wirthsch., Polizey-, 
Cammer- u. Finantz-Sachen ; Bd. 1 — 15, nebst General-Register zu 
1—12. 1744—61. Lüuig, die Teutsche Reichs-Cantzlei; 8 Thl. 1714. 
8. Biedermann, die Glückseligkeit der Toden etc. Gedächtnifs-Pre- 
digt für G. Ad. v. Varell. 1766. 2. de Pufeudorf, de rebus a Carolo 
Gustavo Sveciae rege gestis commeutariorum libri VII. 1696. 2. 
Hübner, aller durchl. hohen Häuser in Europa . . . Genealogien. 1717. 
8. Häiüen, Jahr- Buch alter u. neuer Nachrichten etc. 1743. 4. 
Reinhard, Einleitung zu den weltlichen Geschichten der vornehmsten 
Staaten. 1761. 4. Zenner, compend. staats-histor. Kriegs- u. Frie- 
dens-Lexicon. 1733. 8. Höpfner, Roma media. 1713. 8. Thomasius, 
des Freyh. v. Pufendorff polit. Betrachtung der geistl. Monarchie 
des Stuhls zu Rom. 1714. 8. Unterricht über die Gesetze für die 
Einwohner der preufs. Staaten. 1793. 8. Pütter, kurzer Begriff des 
teutschen Staatsrechts. 1768. 8. Wolff-, ausführt Nachricht von 
seinen eigenen Schriften etc. 3. Aufl. 1717. 8. Freyer, nähere Ein- 
leitung zur Univeralhistorie; 6. Aufl. 1765. 8. Zopf, erläuterte 
Grundlegung der Universal-Historie; 11. Aufl. 1763. 8. Knollius, 
vocabularium biblicum novi testamenti. 1751. 8. Mylerus ab Ehren- 
bach, de principibus et statibus imperii Rom. Germau. 1685. 8. 
Die heutigen christlichen Souverainen von Europa. 1699. 8. v. Her- 
den, Grundfeste des heil. rüm. Reichs teutscher Nation. 1669. 8. 
V. Schröder, fürstl. Schatz- u. Rent- Cammer. 1737. 8. Grundrifs 
der Fürsten-Kunst. 1734. 8. Nelckenbrecher, Taschenbuch eines 
Banquiers u. Kaufmanns; 5. Aufl. 1801. 8. Defs Herzogth. Wür- 
temberg allerhand Ordnungen. 1708. 8. Constitutiones criminales 
Caroli V. imp. etc. 1702. 8. Schwedische Fama etc. 13.-33. Theil. 
1712 — 18. 8. Struve, ausführliche Historie der Religions-Beschwerden 
etc.; Thl. I u. II. 1722. 8. Glafey, Kern der Geschichte des h. 
chur- u. fürstl. Hauses Sachsen. 1721. 8. Gundling, CoUegium über 
den jetzigen Zustand von Europa, 1712. 8. Reglement ... wegen 
künftiger Administration der Sportul-Cassen. 1782. 8. Allgem. Re- 
gistratur- und Canzeley-Reglement. 1782. g- Allgemeine Deposital- 
Ordnung f. d....k. preufs. Lande. 1783. 8. Des Furstenthumbs Wür- 
temberg gemeine Landsordnungen. 1585. 2. Gobier, gerichtliche 



Procefs. 1578. 8. Oertel, Repertorium derer gesammten evang. Re- 
ligions-Beschwerden. 1770. 2. Sammlung histor. Schilderungen u. 
Ajiecdoten berühmter Männer; I. u. HL Thl. 1769 u. 70. 8. Samm- 
lung einiger Staats- Schriften, welche nach dem Ableben Kaiser 
Carl des VI. zum Vorschein gekommen; I. — IV. Bd. 1741 u. 43. 
8. Allgem. Handlungsrecht f. d. preufs. Staaten. 1800. 8. Jugler, 
Be)träge zur Jurist. Biographie; 1. u. 3. — 6. Bd. 1773—80. 8. Jus 
publicum Romano -Germanicum. 8. Matricul des h. Rom. Reichs 
Stände Anschlags. 8. Lampadius, de republica Romano-Germanica. 
1688. 8. Fürstenerius, tractatus de jure suprematus ac legationis 
principum Germaniae. 1696. 8. Tacitus, das alte Teutschland etc. 
1724. 8. Pistorius, thesaurus paroemiarum Germanico-juridicarum; 
cent. VIII. 1724. 8. Erleichterte Mythologie etc. 1724. 8. de Zan- 
thier, delineatio historica de globi crucigeri imperialis origine et 
fatis etc. 8. Scheuchzer, loimographia Massiliensis etc. 1720. 8.' 
Erneuerte Policey-Ordnung des h. Reichs-Stadt Schwäbischen Hall. 
1703. 8. Erneuerte Procefs-Ordnung des h. R. St. Schwab. Hall. 
1706. 8. Defs heil. Rum. Reichs Statt Schwab. Hall.. .Ordnung des 
gemeinen Haals. 1683. 8. Häflischtr Hauptleuth Instruction auf 
dem Land. 1713. 8. Ordnung, wornach sich die Hebammen u. 
Wehe-Mütter etc. zu richten haben. 1604. 8. Obrigkeitliche Ver- 
ordnung, wornach sich des H. Reichs-Stadt Schw. Hall ünterthanen... 
in ihrem Christeuthum zu richten und zu verhalten haben. 1710. 8. 
Ceremoniel der Tischer etc 1705. 8. Ceremoniel der Beutler etc. 
1705. 8. Ceremoniel iJer Böttger etc. 1705. 8. Ceremoniel der 
Drechsler. 1705. 8- Ceremoniel der Kürschner etc. 1707. 8. — 
Metz. G. Rudel, Hauptmann u. Comp.-Chef im k. b. 8. Inf.-Reg. : 
Revue Alsacienue, 3. — 5. annee, 1879—82. 8. — Mombach bei 
Mainz. Dr. Franz Falk, Pfarrer: Ders., die Presse zu Marieu- 
thal im Rheingau und ihre Erzeugnisse. 1882. 8. — Mühldorf. 
Wilh. Freih. v. Lützelburg, k. Amtsrichter: Seuffert und 
Lauk, Kommentar über die bayerische Gerichtsordnung; 1. — 4. Bd. 
1853 — 58. 8. Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege des 
Königreichs Bayern; Bd. 1—13. 1854—67. 8. — München. Direk- 
tion des bayer. Nationalmuseums: Führer durch das k. 
bayer. Nationalmuseum in München ; 3. Aufl. 1883. 8. Bierdimpfl, 
die Sammlung der Musikinstrumente des Ijaier. Nationalmuseums. 
1883. 8. Ders. , die Sammlung der Folter-, Straf- und Bufsinstru- 
mente etc. 1883. 8. Ders., die Funde aus der Fürstengruft zu 
Lauingen etc. 1881. 8. — Nürnberg. Mahla, Kommerzieurath : 
Biblia. Deutsch v. Dr. M. Luther, Nürnberg 1649. 2. Desgl. mit 
Erklärungen v. L. Oslander. Lüneb. 1665. 2. Desgl. hrsg. v. Chr. 
M. Pfaft'. Tübingen , 1729. 2. (2 Exemplare.) Desgl. mit Vorrede 
von Dilherr. Nürnb. 1755. 2. Lange, evangelisches Licht u. Recht; 
2. Aufl. 1736. 2. Ders., apostolisches Licht u. Recht; 3. .\ufl. 
1735. 2. Reilly, Schauplatz der fünf Theile der Welt. 1791. qu. 2. 
Bibel, hrsgeg. von Canstein. 1727. 8. — Prag. Lese- und Rßde- 
halle der deutschen Studenten: Jahresbericht etc., Vereins- 
jahr 1882 83. 1883. 8. — Ravensburg. C. A. Busl, Plärrer: Ders., 
zur Geschichte des Prämonstratenserklosters u. der Kirche Weis- 
senau. 1883. 8. — Regensburg. A. Coppenrath, Verlagsbuchh. : 
Seidl, deutsche Fürsten als Dichter u. Schriftsteller. 1883. 8. — 
Riga. Anton Buchhöltz, Sekretär: Katalog der Riga'schen cul- 
turhistor. Ausstellung. 1883. 8. —Salzburg. Heinr. Dieter, k. k. 
Hofbuchhändler : Bekk , die Vertheidiger Wiens in den Türken- 
kriegen 1529 u. 1683. 8. — Schw. Hall. Schauffeie, Konditor: 
Gros, Mällerbuch der Salzsieder zu Schw. Hall. Hs. 19. Jhdt. 8. — 
Stockholm. Dr. Arthur Hazelius, Direktor des nordischen Mu- 
seums: Ders., Bidrag tili var odlingshäfder ; I. II, 1. 2. haftet. 1882. 
8. Ders., minnen frän nordiska museet- 4 haftet, qu. 2. Ders, 
Progi'amm zu einem beabsichtigten Gebäude für das nordische Mu- 
seum in Stockholm. 1883. 8. Kramer, le musee d'ethnographie 
Scandinave ä Stockholm, 2. ed. 1879. 8. Hazelius, samfundet für 
nordiska museets främjande. 1881 u. 82. 8. — Wallerstein. Dr. Wilh. 
Freiherr Luffclholz v. Kolberg, fürstl. Domanial-Kanzleirath 
11. Archivar: Ders. , Oettingana. Neuer Beitrag zur Oettingischen 
Geschichte. 8. — Zürich. Universität. Hotz, on the use of the 
subjunctive mood in Anglo-Saxon. 1882. 8. Thomas, Sir Gawayne 
and the greeu knight. 1883. 8. Willy, Schopenhauer in seinem 
Verhältnisse zu J. G. Fichte u. Schelling. 1883. 8. u. 34 weitere 
akademische Schriften nichthistorischen Inhalts. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Yorzeil. 



230 



III. Für das Archiv. 

(Nr. 4817-4819.) 
Loburg. E. Weruicke, Oberpfarrer: Autograph des Fürsten 



Leopold von Anhalt -Dessau. 1749. Pap. — Liitzel stein (Elsafs). 
W. Kiefer: Lehrbrief des Hammerschmiedsgeselleu Job. Wil- 
helm Cappufs von Durnberg. d. d. Holzappel, den 25. April 1718. 
Pap. 



Schriften der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine, 

welche nns hn Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Keg. Istit. Ven. di scienze, lettere ed arti: 
Memorie etc. Vol. XXI, parte III. Venezia, 1882. 4. 
Verein für sieb enbürgische Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883. Nr. 6. 8. Ein Schreiben 
von Honterus — angeblich — an Sebastian Münster. Mitgeth. v. 
G. D. Teutsch. I. — Beiträge zum siebenbürgischen Worterbuche. 
(VI.) Von J. Meschendörfer — Literatur. — Miscellen. 
Benediktiner- u. Ci sterziemser-Orden : 
Studien und Mittheilungen etc. IV. Jhg. 1883. 3. Heft. 8. 
Studien : Das IV. Capitel der Regel des h. Benedict. V. Edm. Schmidt. 
— Ueber die Entwicklung der christl. röm. Hymnenpoesie. (IV.) 
Von Anselm Salzer. — Die Schriftsteller 0. S. B. im heut. Königr. 
Württemberg etc. Von A. Lindner. (Forts.) — Die erste Kirchen- 
versammlung auf deutschem Boden (II.) Von P. Dr. Ambrosius. — 
Das Stift Heiligenkreuz und seine Besitzungen im J. 1G83. (IL) 
Von Dr. Ben. Gsell. — Die Pflege der Medizin im Benedictiner- 
Orden. Von Dr. E. Ofner. — Beiträge zur Geschichte des ehemal. 
Benedictinerstiftes Mondsee in 0. Oest. Von Dr. 0. Schmidt. — 
Die österr. Benodictiner-Congregation (III.) Von Adalb. Dungl. — 
Aus dem Sonnettenkranze : ,.St. Benedict u. s. Orden." Von Frz. 
S. Domanik. (Forts). — Mittheilungen: Reihe der Aebte von St. 
Emmeram in Regensburg. Von Ben. Braunmüller. — Woher war 
der Reformabt Theodorich von Kremsmünster ? (saec. XI.) Von 
Dr. Pins Schmieder. — Excidium vere horribile Abbatiae Sti. Jlaxi- 
mini prope Treviros etc. (I.) Von Ph. Diel. — Correspondeuzen und 
Actenstücke zum Leben und Wirken des Bischofs Friedr. Nausea 
in Wien. Von Dr. Seb. Brunner. — Conrad von Rodenberg, Abt 
zu Johannisberg im Rheingau, 0. S. B. Von T. W. E. Roth. Zur 
Geschichte des Cäcilienklosters in Köln. Von J. B. D. Jost. — 
Ein Ordens - Pastoralfall. Von R. Mittermüller. — Zwei unedierte 
Briefe des Trithemius. Von A. Goldmann. — Decretum (Urbis et 
Orbis.) — Literatur. 

Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnützi- 
ger Kenntnisse in Prag: 
Sammlung etc. Nr. 85. 8. 

Anthropologische Gesellschaft in Wien: 
Mittheilungen etc. XIII. (d. n. F. III.) Bd. 1. Heft. 1883. 4. 
Beitrage zur Urgeschichte Böhmens. Von Job. N. WoldHch. (Mit 
Abbild.) — Urgeschichtliche Forschungen in der Umgegend von 
Wien in Mittel-Steiermark. I. Von v. Radimsky. Mit Abbild.) — 
Anwendung der Steinwerkzeuge. Vortrag von E. Beyer. — Literatur. 
K. K. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien: 
•Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 31. 8. Gesellschaftsaugelegen- 
heiten. — ,.Vox clamantis in deserto" ä I'adresse der Herren Archi- 
tekten. Von F.-K. — Das neuste österreichische Adelswerk. Von 
Dr. Ernst Edler v. Franzenshuld. — Literatur etc. 



K. K. österr. Museum f. Kunst u. Industrie: 

Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 213. u. 214. Wien. 8. 
Die historische Bronze-Ausstellung im Museum. Von Dr. Th. Frim- 
mel. — Literatur. — Kleine Mittheilungen. — Katalog der histor. 
Bronze -Ausstellung . . . Wien, 1883. 8. 

Dombauverein zu Wien: 

Dombauvereins- B.att. lU. Jahrg. 1883, Nr. 20. 8. Der St. 
Petri u. Pauli- Altar. Von W. A. Neumann. — Die Restauration 
des St. Stephansdomes in Wien in den Jahren 1853 — 1880. Von 
Frz. Kleindienst. (IV.) 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 

Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883, Nr. 9. 8. Clubangelegenheiten. 

K. bayer. Akademie der Wissensch. zu München: 

Forschungen zur deutschen Geschichte. Herausgeg. von der 
histor. Commission bei ders. XXIII. Bds. 2. Hft. Göttingen, 1883. 8. 
StraTsburg während des Bauernkrieges 1525. Von Dr. K. Hartfel- 
der. — Der rheinische Landfriedensbund von 1254 im deutschen 
Norden u. in den Niederhanden. Von Dr. Fr. Zurbonseu. — Die 
Legende von der Erwartung des Weltunterganges u. der Wiederkehr 
Christi im Jahre 1000. Von Dr. H. von Eickeu. — Kleinere Mit- 
theilungen : Zu einer Stelle der Anuales Reinhardsbrunneuses. 
Von J. Caro. — Zur Kaiaerwahl 1519. Mitgeth. von Dr. A. Eezek. 

— .Der Einzug Karls A'. u. Ferdinands I. in Aachen zur Krönung 
12. Januar 1531. Blitgeth. von Dr. F. Noack. — Die angeblichen 
protestantischen Neigungen des Bischofs Julius Echter von Würz- 
burg. Von Dr. M. Lossen. 

Kuust-Gewerbe-Verein zu München: 

Zeitschrift etc. Jahrg. 1883. Heft 3—6. 2. Die Gefäfse der 
Keramik. Von Dr. P. F. Krell. (Mit Abbild.) (Schi.) — Das deut- 
sche Kunstgewerbe und die Ausstellungen. Vortrag . . von Fr. 
Recht. (Schi.) — Vereinschronik. — Nekrolog : Frz. v. Seitz f. — Un- 
sere kunstgewerblichen Musterblätter. — Neue Kunst in alten Bah- 
nen. Von Georg Hirth. — Adrefsbuch des Vereines. Für das Jahr 
1883. Mit einem kunstgewerbl. Fachregister als Führer für die im 
Vereine vertretenen Zweige kunstgewerblicher Pflege und Thätig- 
keit . . . 1883. 8. 

G örres-Ges ellschaft : 

Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 2. Heft. München, 1883. 8. 
Zur Passionspredigt des Mittelalters. IL Von Keppler. — Papst 
Paul V. und das venezianische Inderdict. I. Von Nürnberger. — 
Die neuere Literatur zur päpstlichen Diplomatik. I. Von Diekamp 

— Recensionen u. Referate. — Notizen. 

M ü n c h n e r A 1 1 e r t h u m s v e r e i n : 

Die Wartburg etc. X. Jahrg. 1883. Nr. 4. 8. Künstler- 
urtheil u. Kunsturtheil. Von Max Schasler. — Vereinsangelegen- 
heiten. — Kleine Mittheilungen etc. 



231 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



232 



Histor. Verein in u. für Ingolstadt: 
Sammel- Blatt. VI. — Vlll. Heft..^ Ingolstadt, 1881—83. 8. 
Beiträge z. Geschichte der militärischen Verhältnisse in der. Stadt 
Ingolstadt. — Beiträge zur Geschichte der Stadt Ingolstadt. — 
Vereinsangelegenheiten. — Regesten, gesammelt von Fr. X. Oster- 
mair. — Verschiedenes. 

Histor. Verein von Oberpfalz u. Regensburg: 
Verhandlungen etc. 37. (d. n. F. 29.) Bd. Stadtamhof, 1883. 8. 
Verfassungsgeschichte von Regensburg von der gernian. Ansiedlung 
bis zum Jahre 1256. Von Frz. Gfrörer. — Ausführliche Geschichte 
der Studienanstalten in Regensburg 1538-1880. Zweiter Theil. 
Geschichte des kath. Gymnasiums zu St. Paul . . . Von Chr. H. 
Kleinstäuber. — Die Regensburger Rathszeichen. Von W. Schratz. 
(Mit 19 Tatein Abbild.) — Nekrologe, 

Bayrisches Gewerbemuseum zu Nürnberg: 
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. XVII. Jhg. 1883 ; -4—6 
Heft. 8. Mit Nr. 6—12 der „Mittheilungen-'. Zur Geschichte 
.der Salzburger. Weifsgeschirr -Fabrikation. Von Camillo Sitte. — 
Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des bayrischen Ge- 
werbemuseums. Von Carl Friedrich. (Forts.) — Die Holzarchitektur 
Nürnbergs. Von C. Lachner. (Mit Abbild.) — Die Seideugewebe- 
Ausstellimg des Museums schlesischer Alterthümer zu Breslau. 
Von E. Bahrfeldt. - Kleine Nachrichten. — Literatur etc. Abbil- 
dungen : Riedenburger Majolikakrüge von J. Moser und den beiden 
Brüdern Pisotti. — Buchdeckel aus der Sammlung des Bayr. Ge- 
.werbemuseums. 17. Jhdt. — Ornamentmotive vom Palazzo ducale 
in Mantua. — Glas von Stefano della Bella. — Buchdecke aus dem 
IG. Jhdt. Nach einem Origfaiale in der fürstl. Wallersteinischen 
Bil)liothek zu Maihingen. — Stuckdecke des Tonnengewölbes in der 
Grabkammer Andrea Doria's in San Matteo zu Genua. — Intarsia- 
füllungen aus der Certosa bei Florenz. — Buchdeckenverzierungen 
aus dem 16. Jhdt. Capital aus bemaltem und vergoldetem Kalkstein. 
Vom 16. Jahrb. — Chorstuhlwerk von S. Spirito in Florenz. 
Jahresbericht für 1882. 8. 

Historischer Verein für Unterfr. u. Aschaffenbg : 

Archiv etc. XXVI. Bd. 1. u. 2. Heft. Würzburg, 1882. 8. 
Die Prälaten und Canoniker des ehemal. Collegiatstiftes St. Peter 
und Alexander zu Aschaffenburg. Zusammengestellt von A. Am- 
rhein. — Der Reichsadler auf den Wappen-Siegeln der deutschen 
Kaiser und Könige. Mitgetheilt von Dr. F. K. Fürsten von Hohen- 
lohe- Waidenburg zu Kupferzeil. — Kleine Beiträge zur Geschichts- 
uud Sagenforschung im Frankenlande. Von Dr. Alex. Kaufmann. 
(Forts.) — Wo lag das vormalige Kloster Einfirst a. d. S. ? Beant- 
wortet von Job. Ad. Kraus. — Zur Gieschichte des Ueberfalls von 
Würzburg durch Wilh. von Grumbach und seine Helfer am 4. Ok- 
tober 1563. Mitgeth. von P. Dom. Grammer, 0. M. C. — Neu- 
entdeckte Hünengräber. Mitgeth. von Dr. Fischer. Jahresbericht 
. . für 1881 . . . 1882. 8. 

Die Geschichte des Bauernkrieges in Ostfranken von Magister 
Lorenz Fries. Herausgeg. mit Unterstützung des Landraths von 
Unterfr. u. Aschaffenbüvg im Auftrage des Vereines von Dr. Aug. 
Schäffler u. Dr. Th. Henner. . . II. Bd. 2. Liefg. : Bogen 14-22. 
Wirzburg. 1881. 8. 

Badische historische Commission: 

Mittheilungen etc. Nr. 1. Karlsruhe, 1883. 8. Bekanntmach- 
ung über die Berufung u. Statut derselben. 



Aachener Geschichtsverein: 

Zeitschrift etc. 5. Bd. 1. u. 2. Heft. 1883. 8. Der Marien- 
schrein des Aachener Münsters. Von P. St. Beisel, S. J. (Mit 2 
Abbildungen.) — 

Die St. Jakobskirche in Aachen. Von C. Rhoeu. (Mit 1 Ab- 
bild.) — Monsignor Agostino Franciotti u. der Aachener Friede von 
1668. Von A. v. Reumont. — Die Jesuitenkirche zum h. Michael in 
Aachen. Von Dr. M. Scheins. — Zur Geschichte des Aachener 
Reiches. I. Name und Entstehung. Von H. J. Grofs. — Die Statu- 
ten der Dürener Schneider- u. Tuchscheererzunft von 1545. Von 
P. St. Käntzeler. — Kleinere Mittheilungen. — Literatur. 

Historischer Verein der Pfalz: 

Mittheilungen etc. XI. Speier, 1883. 8. Rufiana-Eisenberg, ein 
Beitrag zur Topographie und Archäologie der Rheiulande. (Mit 
zwei Tafeln.) Von Dr. C. Mehüs. — Die prähistorische Karte der 
Pfalz. Von dems. — Der Weilberg bei üngstein. Von dems. — Neu- 
Leiningen, Beschreibung und Geschichte der Burg. Von Karl Emich, 
Grafen zu Leiningen-Westerburg. (Mit zwei Tafeln.) — Ueber die 
Zeit der Entstehung von Pirmasenz. Eine geschichtliche, sprach- 
liche und topographische Untersuchung. . . Von Hermann Zapf. — 
Ein Justizmord in Landau. Von Alwens. — Vereinsangelegenheiten. 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthumsvereine: 

Correspondenzblatt etc. 31. Jhrg. 1883. Nr. 4. u. 5. Darmstadt. 4. 

Zu Conrad Cirünenbergs, Ritters und Bürgers zu Constanz, 
Wappenbuch. Von Fr. Ritsert. — Die Funde in Rauschenberg 
1830 und 1836. — Neue Ausgrabungen in der Römerstadt Heddern- 
heim. Von Dr. Lotz. — , Die römische Ruine bei Brotzingen. — 
Beiträge aus Böhmen. Von Jos. Teige. — 

Ein frühchristlicher Grabstein von Leistadt i. d. Pfalz. (Mit 
Abbild). Von Dr. C. Mehlis. — Archäologische Funde bei Dürkheira 
a. d. Hart. Von Dems. — Ringwälle im hessischen Odenwald. Von 
K. Christ. — Wirksamkeit der einzelnen Vereine. — Notizen. 

Lahnsteiner Altertumsverein: 

Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . . 1. Jhg. 
1883. Nr. 3—6. 4. 

Urkimdliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von 
C. von Ledebur. (Forts-). — Zur Geschichte des Königsstuhls und 
der Wenzelkapelle. Von J. Hellbach (Forts.). — Rechnung des 
Johannes Hirfsfeld, Kellners in Schlofs Lahnstein, 1444—1446. Von 
G. Zülch (Forts.). — Die ältere Gereonskirche zu Köln. Von J. 
B. D. Jost. — Aus einer verschollenen Urkundensammlung. Von 
R. Pick. — Die Wahl Ruprechts von der Pfalz. 1400. — Ver- 
mischtes. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 7—8. 1883. 4. Akademie- 
Angelegenheiten. — Literatur etc. 

Münzforscher-Verein : 

Blätter für Münzfreunde. Zeitschrift etc. XIX. Jahrg. Nr. 109. 
Leipzig, 1883. 4.  Ueber Christian Wermuth und seine satirischen 
Medaillen. Von M. J. Meifsner. - Ein Doppelschilling Herzog 
Friedrich Ulrich's von Braunschweig mit der irrigen Jahrzahl 1612. 
Von J. und A. Erbstein. — Einige Bemerkungen über die holien- 
lohischen Fünfzehner kaiserlichen Gepräges vom Jahr 1685. Von 
Dr. A. Bussen. — Münzfundc. — Neue Medaillen. 

Numismat.-sphragist. Anzeiger etc. Hrsgeg. v. H. Walte und 
M. Bahrfeldt. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 3-6. Hannover. 8. Die 



Anzciffor füi- Kunde der deutsfhen Vorzeit. 



2U 



Viertelthaler Joachims I. von Brandenhurg. — Ueber die herzogl. 
Münzsammlung zu liraunschweig. Von Dr. J. Menadier. — Bemer- 
kungen zu Schlickeysen ,, Abkürzungen etc." 2. Aufl. (Forts.) — 
Münzfund in Regensburg. Mitgeth. von W. Schratz. — Gustav 
Ileyse f. — Die Münzen der Herzogthümer Bremen und Verden 
etc. (Forts.) 

Deutsche Gesellschaft z. Erforschg. vaterl. Sprache 
u. A 1 1 e r t h ü m e r i n L e i p z i g : 

Mittheilungen etc. Achter Band. 1. Heft. 1883. 8. Abbil- 
dungen einiger alterthümlicher Gegenstände aus den Sammlungen 
der Gesellschaft. Zusammengestellt und mit Erläuterungen versehen 
von H. A. Altendorff. 

Westpreufsischer Geschichtsverein zu Danzig: 

Zeitschrift etc. Heft X. 1882. 8. Vereinsangelegenheiten. 

— Herodots Gelonen keine preufsisch-litauische Völkerschaft. Von 
St. Maronsky. — Historische Jfachrichlen über die Landschaft um 
Berent und die Anfänge ihrer Germanisierung. Von H. Schuch. — 
Urkunde des Cartäuserklosters Marienparadies bei Zuckau, von 1496. 
Mitgeth. von Dr. Pyl. 

Physikal -Ökonom. Gesellschaft zu Königsberg, 

Schriften etc. 23. Jahrg. 1882. 1. und 2. Abtheilung. 4. 
Beitrage zur Kenntnifs der Steinzeit in Ostpreul'sen und den an- 
grenzenden Gebieten. Von Dr. 0. Tischler. 

Beiträge zur Naturkunde Preufsens, hrsg. von ders. Gesellschaft. 
5. — Der Bernsteinschmuck -der Steinzeit von der Baggerei bei 
Schwarzort und anderen Lokalitäten Preufsens. . . Von Dr. Richard 
Klebs. (Mit 12 Tafeln.) .1882. 4. IV, und 75 Stn. 

Historischer Verein für Ermland: 

Monumenta historiae Warmiensis. Bd. VII. HI. Abth. Biblio- 
theca Warmiensis, oder Literaturgeschichte des Bisthums Ermland: 
. . . hrsg. von Dr. Frz. Hipler. Band UI, Bogen 21—43 : Briefe ' 
und Tagebücher des Fürstbischofs von Ermland Joseph von Hohen- 
zollern (1776—1836). Braunsberg, 1883. 8. XXXXI. u. 258 Stn. 

Verein für die Geschichte Berlins: 

Schriften etc. Jahrg. 1883. (21. Lieferung.) 2. Namhafte Ber- 
liner. Taf. 6, 7 mid 8. — Berliner Siegel. Taf. 6: — Berliner 
Medaillen. Taf. 15. — Kunstbeilagen Nr. 10, 1, 2 und Nr. 17. 

Bericht über den Stand und die Thätigkeit des Vereins wäh- 
rend des XVHI. Vereinsjahres (1882). 1883. 8. 

Verein Herold in Berlin': 

„Der deutsche Herold". Zeitsclu-ift etc. XIV. Jahrg. 1883, 
Nr. 5 und 6. 4. Die Löwengruppe an der Nordsee. Von J. A. 
Mensinga. — Das kaiserl. russische Reichs-Wappen nach der neue- 
sten Feststellung. Von Frhr. B. v. Köhne. (Mit 1 Tafel.) — Ein 
V. Pfuel-Hagen'sches Ehewappen. (Mit Abbild.) — Auferstandene 
Todte- Von L. Glericus. (Mit Abbild) — „Ueber A. Dürers ade- 
liche Abstammung". Von L. v. Beckh-Widmannstetter. — Semester- 
bericht des Vereins für geschichtliche Hilfswissenschaften („Roter 
Löwe") an der Universität Leipzig. — Genealogie der Familie von 
Germar in der Neumark, aufgestellt von M. K. Frhr. v. Schlotheim. 

— Zur Genealogie der Soharnhorst. . Gesammelt von H, K. Eggers. 

— Die Ausstellung der Silberhochzeits-Geschenkfi. — Das Wappen 
von Florenz. Von E. D. d. j. (Mit 1 Tafel.) — Genealogische No- 
tizen. Von v. Dachenhausen. — Miscelleu. — Bücherschau. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte etc. Jahrg. 1883. Nr. 5. — 7. 8. Gaspard Duifl'o- 
prugcar. Von W. J. v. Wasielewski. — Eine musikhistorische Ab- 



handlung eines deutschen Musikers aus der Mitte des 18. Jahrh. 
(Schi.) Biographisches über Job. Stobäus. Von Dr. L. H. Fischer. 

— Biographisches über Joh. Weichmann. — Heinrich Albert über 
das Generalbafs- Spiel. Von Eitner. — Totenliste des Jahres 1882 
die Musik betr. — Die Oper. Mitgeth. v. H. M. Schletterer. — Nachtr. 
zur Bibliographie der Werke Erasmus Kindermanns. — Mittheihingen. 

Gesellsch. f. Anthr., Ethnol. u. Urgesch. z. Berlin: 
Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. 1882, Heft VI und XV. Jahrg. 
1883, Heft I. u II. "8. Die Gemme von Alsen und ihre Verwandten. 
Von Dr. M. Bartels. — Abergläubische Kuren u. sonstiger Aberglaube 
in Berlin und nächster Umgebung. Von E. Krause. — Schlange 
u. Aal im deutschen Volksglauben. Von W. v. Schulenburg. 
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verhandlungen etc. Bd. X. Nr. 1. Gesellschaftangelegenheiten. 

— Geographische u. Literatur- Notizen. 

Kunstgewerbe-Verein zu Magdeburg: 
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jhrg. 1883, Nr. 3—6. 4. Vereins- 
angelegenheiten. — Nürnberg im 16. Jhdt. Von 0. Berndt. (Schi.) 

— Ueber Glas und seine Verwendung im Kunstgewerbe. Von Jul. 
Wüste. — Rafael. Vortrag von Dr. H. Reichau. — Literatur. 

Verein f. anhält. Geschichte u. Alterthumskupde : 
Mittheilungen etc. III. Bd. 7. Heft. Dessau, 1883. 8. Ge- 
schichte des Dorfes Wilsleben. Von Becker. — Bedeutung der 
Namen einiger anhaltischen Ortschaften und Wüstungen vor dem 
Harze. Von Dr. K. Schulze. — Ueber die sogenannten Schlofsberge 
unweit Dessau. Von P. Robitzsch. — Die Grabstätten des anhal- 
tischen Fürstenhauses in der Schlofskirche zu Ballenstedt. Von v. 
Röder. — Die Anfänge des Dessauer Theaters. Von Dr. W. Hosäus. 

— Neueste Münzfunde in Anhalt. Von Th. Stenzel. — Vereins- 
nachrichten. 

Verein für hamburgische Geschichte: 
Zeitschrift etc. N. F. IV. Bds. 4. Heft. Hamburg, 1883. 8. 
Zur Geschichte der Niederländer in Hamburg von ihrer Ankunft 
bis zum Abschlufs des niederländischen Contracts 1605. Von Dr. 
Wilh. Sillem. — Z« den Verhandlungen über -den Eintritt der 
Hansestädte in den Rheinbund. Von Dr. A. Wohlwill. — Der 
Spökelberg bei Schiffbeck. Von Dr. Ernst Rautenberg. 

Histor. Gesellsch. d. Künstlervereines z. Bremen: 
Bremisches Jahrbuch etc. 12. Band. Bremen, 1883. 8. Ver- 
einsangelegeiiheiten. — Das bremische Gymnasium illustre im 17. 
Jahrh. Von J. Fr. Iken. — Burchard Lösekanne und Statins Speck- 
hahn. Von Dr. A. Kühtmann. — Der Bildhauer Diderik Gercken. 
Von Dr. F. J. Meier. — Bremische Kanonen-Inschriften nebst an- 
deren Mittheilungen über das städtische Geschütz. Von Dr. W. v. 
Bippen. — Die Verfasser der ältesten Bremischen Stadtchronik. 
Von dems. — Zur Geschichte des Bremischen Postwesens, aus den 
Akten des Bremischen Stadtarchivs mitgeth. von dems. — Kleinere 
Mittheilungen. — Verzeichnifs der in der Allgem. Deutschen Bio- 
graphie, Band 1 — 16, erschienenen Lebensbilder Bremischer oder 
der Bremischen Geschichte angehöriger Persönlichkeiten. 
Naturforschende Gesellschaft in Emden: 
67. Jahresbericht etc. 1881,82. 1883.- 8. 
Histor. Verein für Stadt und Stift Essen: 
Beiträge etc. 6. Heft. Essen, 1883. 4. Uebersicht der Ge- 
schichte des Landkreises Essen. Von W. Grevel. 1883. 4. 
Antiquarische Gesellsclmft in Zürich: 
Mittheilungen etc. XLVII. Die Kirche von Oberwinterthur 



ä3ö 



Aazeig-er für Kunde der deutschen Vorzeit. 



236 



und ihre Wandgemälde. Von J. R. Rahn. Zürich, 1883. 4. (Mit 
3 Tafeln.) 

Histor.-antiquar. Gesellschaft von Graubünden: 
Jahresbericht etc. Jhg. 1881 u. 1882. Beilage zu demselben: 
Currätische Urkunden. Als Fortsetzung von Blohr's Codex diplo- 
maticus, zusammengestellt von Chr. Kind. Chur, 188ä. 8. 

Urkunden zur Verfassungsgeschichte Graubündens. 1. Heft. 
Zeit der Entstehung der einzelnen Bünde und ihrer Verbindungen. 
(Bis zum Ende des 15. Jahrh.) Zusammengestellt von Dr. Constanz 
Jecklin. Als Forts, von Mohr's Codex dipl. V. Bd. Chur, 1882. 8. 
Societe des etudes historiques . . . ä Paris: 
L'inyestigateur.etc. 48»"' annee. Novembre — Decembre 1882. 
8. De la rehabilitation de Louis XIII. Par Camoiu de Vence. — 
La danse macabre. Par Gustave de Vaudichon. — Napoleon I«' 
k nie d'Aise du 7 au 15 Juillet 1815. Par Leon Hilaire. — Le 
theätre frangais au moyen-äge. Par A. du Sein. — Rapports etc. 
Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles : 
Bulletin etc. Septieme annee. 1883. Nr. 2. Mars— Arvil. 8. 
Oudheidskundige kring van hat land van Waas: 
Aunalen etc. Negende deel, tweede afl. Juni 1883. Sint Ni- 
kolaas. 8. Verslag. 1881-82. Rapport. — La grande carte de 
Flandre par Gerard Mercator (1540). Von Dr. J. van Raemdonk. 
— Het armeesterschap te Sint Nikolas in vorige tijden. Von. J. 
Societe hollandaise des sciences ä Harlem: 
Archives Neerlandaises, Tome XVII, 3.-5""' und Tome XVIII 
im« livraison. Harlem, 1882 und 1883. 8. 



Veruiiächte Xaclirichteu. 

117) Vor etwa 3 Wochen stiefsen Arbeiter beim Pflügen auf 
einem in der Niederung belegenen, dem Gutsbesitzer Herrn Pohl 
in Renczkau gehörenden Ackerstück auf eine Urnenstätte. Es fand 
sich eine schwarze, geglättete und stark ausgebauchte Urne von 
20'2 cm. Höhe, 30 cm. Bauchdurchmesser und 22 cm. Halsdurch- 
messer, mit einem sehr kleinen Henkel und nur mit einem einfachen, 
glatten Bandornament verziert. Diese Urne stand auf einem flachen 
Stein. Ueber diese vorzüglich erhaltenen Urne, welche mit Asche, 
Knochen und Sand gefüllt war, befand sich eine andere Urne von 
abnormer Grofse derartig gestülpt, dafs der Boden derselben oben, 
die Halsöifnung auf der Erde sich befand, und somit die unter ihr 
stehende, schwarze Urne ganz geschützt war. Da der Boden der 
übergestülpten Urne sich etwa nur 20 cm. unter der Ackerfläche 
befand, so war er sowohl, wie die Wandungen von der Pflugschar 
erfafst und zertrümmert. Beim Herausheben zerfiel die Urne; die 
Stücke werden sich aber zusammensetzen lassen. Sie besteht aus 
grobkörnigem Thon, hat Wandungen von etwa 2 cm. Dicke, ist innen 
glatt, aul'sen rauh und röthlich gebrannt. Doch dürfte die Höhe 
wohl 45 cm., der Bauchdurchmesser 50 cm. betragen, Mafse, die 
ganz abnorm sind. Schmucksachen sind weder in den Urnen, noch 
in der Umgebung aufgefunden. Herr Pohl hatte die Güte, den 
Fund dem städtischen Museum zu überweisen. 

(Thorner Ostd. Ztg., Nr. 151.) 

118) Vom schwäbischen Meer, 8. Juli. Nachdem schon 
vor einigen Jahren durch Domänenvorwalter Walther in Konstanz 
ein ziemlich gut erhaltenes Gehäuse einer Schildkröte einem 
Pfahlbau in der Gemarkung Litzelstettcn enthoben und in der Ros- 



gartensammlung zus Ansicht ausgestellt worden, gelang es demselben 
auch in diesem Sommer, an gleicher Stelle durch Torfarbeiter eine 
Masse Bruchstücke und Splitter von Schildkrötschalen sammeln zu 
lassen. Darunter befindet sich auch ein mit 2 Löchern versehenes 
hinteres Bauchstück, welches offenbar als Zierrath zum Anhängen 
gedient haben mag. Bei der Häufigkeit dieser oft bis in die klein- 
sten Splitter zertheilten Schalenstücke liegt der Gedanke nahe, dafs 
unsere Pfahlbaubewohner die Schildkröten auch zu ihrer Nahrung 
verwendeten, und denselben vielleicht die heute noch als Delikatesse 
gerühmte Schildkrötensuppe nicht unbekannt war. 

(Badische Landeszeitung, Nr. 160.) 

119) Loxstedt, 18. Juli. In dem benachbarten Dünenfähr 
wird seit einigen Tagen unter Aufsicht des Studienraths Dr. Müller 
aus Hannover rüstig gearbeitet, um die dort eingesenkten Urnen 
der Ureinwohner dieser Gegend freizulegen. Es sind bereits 67 
Urnen in Höhe von 1 Fufs und eben solchem Durchmesser unver^ 
sehrt ausgehoben worden. (Brem. Cour., Nr. 129.) 

120) Salez (Graubüudten.) 60 alte rhätische Bronzebeile wur- 
den Anfangs d. J. gefunden. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. 2.) 

121) Krumb ach. (Prähistorischer Fund.) Vor mehreren 
Wochen wurden in Na tten hausen bei Anlegung eines Hopfen- 
gartens circa 32 Stück Bronze-Armringe gefunden ; bei deren An- 
sicht mafs ich denselben ein Alter von 1800 Jahren bei und er- 
klärte solche für Schmuck-Armspangen celtischer Frauen. Bei Be- 
sichtigung des Fundortes fand ich, dafs derselbe weder ein Grabes- 
hügel, noch eine Wohnstätte gewesen, und da die Ringe nach mei- 
nem Dafürhalten noch nicht getragen wurden, so könnten dieselben 
von einem Händler in einer Kriegsperiode etc. versteckt worden 
sein. (Krumbacher Bote, Nr. 76.) 

Ein uns zur Ansicht zugesendeter Ring war spiralförmig ge- 
wunden aus einem schmalen Bronzestreifen und zeigte bei etwa 20 
Umdrehungen eine ungefähre Breite von 10 cm. D. R. 

122) Apeu bei Bremen. Eine brillante Lanzenspitze in Bronze 
wurde kürzlich auf dem Moore bei Apeuberge unterm Torf auf dem 
Sande gefunden. Die Spitze ist von Herrn Orth hierselbst erwor- 
ben und wird demnächst dem Museum zugesandt. 

(Bremer Nachr., Nr. 77.) 

123) Spandau. Interessante Funde aus der Bronzezeit sind 
hier in der letzten Zeit bei der Vornahme von Fortifikationsarbei- 
ten zu Tage gefördert worden. Man hatte an derselben Stelle schon 
früher einmal prähistorische Funde gemacht, die nun durch die 
neuen Ausgrabungen in überraschender Weise ergänzt werden. Pro- 
fessor Nehring, der am Freitag an der Fundstelle gewesen, hat 
u. A. auch eine Reihe von Thierresten konstatiert, die einen wich- 
tigen Einblick in das Hauswesen der Bronzezeit gestatten. Schon 
bei den ersten Funden war der Oberschädel eines Hundes entdeckt 
worden, den damals Professor Nehring mit dem Torfhund der 
schweizerischen Pfahlbauton identifiziert hatte. Die neuen Funde 
lassen es nun aber wahrscheinlicher erscheinen, dafs wir es hier 
mit einer ganz besonderen Si)ezies zu thun haben, die zwischen dem 
Torflmnd der Steinperiode und dem sogenannten Bronzchund In 
der Mitte steht, und die sich vielleicht mit dem von Wiener Ge- 
lehrten zuerst aufgestellten Canis intermedius deckt. Auch das 
Schienbein eines Pferdes, und zwar eines solchen von kolossaler 
Gestalt, ist ausgegraben worden ; an gleichalterigen Fundstätten war 
man bisher nur auf Reste einer kleineren Pferdcreasse gestolsen. 



Ml 



Anzeiger iiir Kunde der deutschen Vorzeit. 



238 



Die gefundenen Knoehenreste vom Schwein gehören dem Torf- 
schwein, dem sus palustris, an, einer ziemlich kleinen Rasse, die an 
(las indische Hausschwein erinnert. Unter den sonstigen Funden 
konstatierte Professor Nehring auch Knochen vom Ilauarind und, 
was besonders interessant erschien, solche einer zierlichen, dünn- 
knochigen Ziege und eines Schafes, das ziemlich niedrig ge- 
stellt sein mufste. Von wildlebenden Thiere'n finden sich Reste vom 
Reh, von einer mittelgrofsen Entenart und von einem anderen 
gröfseren Wasservogel, wahrscheinlich einem wilden Schwan. Man 
hofft, in den nächsten Tagen noch weitere Funde machen zu können. 

(Nordd. AUg, Ztg., Nr. 338.) 

124) Der Frankfurter Museumsverein und mehrere Mitglieder 
des nassauischen Alterthumsvereins machten am 8. Juli d. J. unter 
Führung dos Obersten v. Cohausen einen Ausflug zur Unter- 
suchung der Ringwülle des Altkönig. Eine Mittheilung im Rhei- 
nischen Kurier Nr. 164 gibt eine anschauliche Schilderung der in- 
teressanten Anlage. Es heifst dort : Immer im Walde vorwärts 
schreitend, gelangten wir auf der Ostseite des Berges an den äufsern 
Ring, der hier durch Uebereinandergreifen der Steinwälle den ur- 
sprünglich einzigen Eingang offen liefs. Nachdem diese p]igenthüm- 
lichkeit, die den Angreifer seine nicht durch den Schild gedeckte 
Rechte dem Vertheiiger blofszustellen nöthigte, besprochen und nach- 
dem auf gleiche durch das ganze Mittelalter in Anwendung gebrachte 
Anordnungen hingewiesen war, folgte man dem Zwinger, der zwis- 
chen dem äufseren und dem inneren Ring den Gipfel umzieht, "und 
gelangte an_ den gleichfalls nach Osten geöffneten alten Eingang zum 
Inneren der Feste. Auch der Zwinger ist eine Anordnung, welche 
wir an vielen Wallburgen und an fast allen mittelalterlichen Stadt- 
und Burg-Befestigungen wieder finden. Er setzt den Angreifer in die 
fatale Lage, nach Ueberwindung des ersten Hindernisses vor einem 
zweiten, noch stärkeren zu stehen, von dem aus er in der Front 
bekämpft wird, während er von beiden Seiten durch den im Zwinger 
geschützt heranmarschierenden Vertheidiger angefallen wird. 

Am alten Eingange des inneren Ringes waren schon im vorigen 
Jahre Nachgrabungen gemacht und durch sie war konstatiert wor- 
den, dafs er einst durch einen Thurm oder' Thorbau von Holz ver- 
theidigt worden ist. Man fand damals vielen Brandschutt , ver- 
schlackte oder mit Glasur überzogene Quarzite, das Gestein, aus 
dem die Ringwälle überhaupt bestehen, einige kloine Gegenstände, 
Topfscherben im Wallburg-Charakter, einen Spinnwürtel und ein 
eisernes , etwa § förmiges Messer. Sehr glücklich war man aber 
diesmal, indem einer der Frankfurter Herren in dem aufgeworfenen 
Schutte eine damals übersehene, jetzt durch den Regen rein ge- 
spülte Bronze-Fibula erspähte und dem Konservator des Nassaui- 
schen Landesmuseums übergab. Sie stellt ein etwa eidechsenähn- 
liches, mit Schmelzeinlagen verziertes Gebilde dar, wie derartige 
nicht allzuoft sich in unseren Hügelgräbern finden und dem der 
Römerzeit weit vorausgegangenen Handelsverkehre mit Etrurien zu- 
geschrieben werden. 

Nachdem der aussichtslose Gipfel, eine mit üppigen Fichten 
umstandene Rasenfläche, erstiegen und von hier wieder abwärts die 
drei oder vier Trichter-Gruben, in welchen sich Regen oder Schnee- 
wasser lange halten mochte, aufgesucht waren, kam man an die 
merkwürdigste Stelle auf der Südwestseite des inneren Walles, die 
durch die Nachgrabung im Mai 'aufgeschlossen worden war. Die 
Inuseite des Walles war von dem SteingeroU entblöfst und zeigte 
eine 16 Met. lange, 1 bis 1,25 Met. hohe, senkrecht aufgemauerte 



Wandfläche, welche in Abständen von etwa l's Met. durch 25 Cm. 
breite und ebenso tiefe senkrechte Falzen getheilt war. Auch in 
der äufseren Wallböschung war eine solche Aufmauerung und Fal- 
zentheiluug freigelegt, um zwischen beiden die 6,60 M. dicke Trocken- 
mauer zu messen. Wir erkannten daher, dafs der Kern des Stein- 
walles durch eine Trockenmauer gebildet ist, welche, wenn wir die 
Falzen richtig deuten, durch eine Holzkonstruktion zusammenge- 
halten war, die allerdings verwest ist, die aber ohne Zweifel in 
Holzständern bestand, welche die Falzen ausfüllten und durch Holz- 
anker oder Zangen, die quer durch die Mauer gingen, verbunden 
waren. Solcher Zangen mochten mehrere in verschiedenen Höhen 
die mauefhohen Ständer auf der Inn- und Aufseriseite mit einander 
verankert haben. 

Es wurde endlich noch die gleichfalls durch übergreifende 
Walläste mit dem Zwinger verbundene Umwallung. auf der Süd- 
westseite überschaut, die sich als Pferche für das geflüchtete Vieh 
zum quellenreichen Thal hinabstreckt. Es wurde daran erinnert, 
wie noch bei der Belagerung von Königstein 1796 die Bewohner 
ihre Schweine hier untergebracht haben. 

125) Freiburg. In einem Grabhügel bei Lentigny fand man ein 
12 Gi'amm schweres Armband von reinem Golde, wie behauptet 
wird, etruskischen Ursprungs. Der Hohlreif zeigt acht Flächen, 
deren jede mit geometrischen Zeichen versehen ist, die aus gebro- 
chenen Strichen und kleinen Punkten in den Zwischenräumen und 
aus kleinen Kreisen bestehen. Das Armband ist in der Ausschmü- 
ckung einer im Freiburger Museum aufbewahrten antiken goldenen 
Krone ähnlich, die bei Chatonnaye ausgegraben wurde. 

(Anz. f. Schweiz. Altthkde., Nr. 3.) 

126) Aus Sitten schreibt uns Herr R. Ritz unterm 19 April: 
„Unser diesjähriger Frühling ist aufi'allend reich an Gräbeifunden 
in hiesiger Gegend. Zuerst wurden "bei Erdarbeiten des Vorfrüh- 
lings abermals Gräber in der Gegend Ayent aufgedeckt, und zwar 
beim Weiler la Place, am nördlichen Fufse des Hügels, aivf wel- 
chem die Burg der Freiherrn zum Thurm stand, und von welcher 
die Sage meldet, dafs in deren tiefen Gewölben nebst andern Schä- 
tzen reiche Gewänder aufgehäuft liegen. Die neuen Funde in den 
Gräbern von la Place bestanden diesmal aus : 1) Haarnadeln, wo- 
von eine grofse mit runder Bronzeplatte, verziert mit Linien, die 
sich in der Mitte kreuzen, ferner 2) aus mehreren Armschienen von 
Bronze, geziert mit Zickzack - Linien , und 3) ebenfalls aus Bruch- 
stücken von Muscheln (diesmal austerartig) und kleinen knopfartigen 
Dingen aus Bein. Bei Leuck, hart ob der Burgschaft, wurden 
im März drei Gräber aufgedeckt, angereiht, umgeben von Felsplat- 
ten und bedeckt mit einer grofsen Platte. In einem dieser Gräber 
lag auf der Brust des Skelettes eine sehr stark oxydierte und in- 
krustierte Fibel in Gestalt eines Plättchens mit Muschelgehängen 
an den vier Ecken. Weitere historische  Gräber wurden ebenfalls 
im Monat März aufgefunden zu beiden Seiten des Hügels, auf wel- 
chem die Burgruinen von la Soie (Seta) stehen, und zwar in der 
Nähe des Flusses Morge : a) zuerst bei Chätroz 4 Gräber, fast 
viereckig, mit Schieferplatten umgeben, nach Angabe der Arbeiter 
circa 1 Meter haltend. Leider wurden auch hier die Skelette wie- 
der verscharrt ohne vorhergehende Anzeige, b) In Wui^soz 
(Seite gegen Chandolin) ein Grab mit Skelett, bei welchem 4 Bron- 
zeringe lagen, wovon zwei ziemlich gut ei'haltene dem Museum über- 
geben wurden. (Anz. f Schweiz. Altthkde., Nr. 3.) 



239 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



MO 



127) Eigenthümlich ist eiu Grabfund aus voriger Woche in ei- 
nem Weinberge hart bei Plan-Conthey. Dort wurde beim Umgra- 
ben einer Stelle des Weinbergs ein grofser Sarg von Blei aufge- 
deckt, von der Länge von 1,82 bei einer Breite von 0,48 und Tiefe 
von 0,32 m. Die Bleidicke mifst fast l's cm. Der Sarg war von 
schweren Steinplatten hellgrauen Jurakalks umgeben, von einer 
grofsen derartigen Platte zugedeckt (Länge 1)87 m.) , die abei- be- 
reits entzwei gespalten gefunden wurde. Um die Platten herum 
lagen noch viele Mörtelstücke, theilweise mit feinen Ziegelbröcklein 
gemischt, und Trümmer von römischen Ziegeln, sehr hart und hell- 
klingend, mit aufstehenden Seitenkanten. Die Lage des Grabes von 
Westen nach Osten, Kopf gegen Sonnenaufgang gerichtet; 4 Fufs 
Erde lag über dem Grabe. Aber nur wenige Knochen fanden sich 
vor, meist sehr vermodert, Stücke der Hirnschale, Rückenwirbel etc. 
Keine weiteren Gegenstände sonst vorfindlich. Domherr Grenat 
besuchte diese Grabstätte noch in voriger Woche. Der Bleisarg 
wurde für das kantonale Museum angeschafft. In der Nähe befand 
sich ein (gneifsartiger ?) Stein, mit einer ovalen künstlichen Höhlung. 

(Anzeiger f. Schweiz. Alterth. -Kunde Nr. "..) 

128) Aus Bensheim wird der Darmstädter Zeitung Nr. 197 ge- 
meldet, dafs im Vertrage, den die Gemeinde Reichenbach mit 
einem Frankfurter Unternehmer über die Ausnützung der auf dor- 
tiger Gemarkung liegenden vielen Steine geschlossen und der bei Al- 
terthumsfreunden Beunruhigung erregt hatte, ausdrücklich vorge- 
sehen sei, dafs sowohl das Felsenmeer, als auch alle Stücke, welche 
Spui'en antiker Bearbeitung zeigen, geschützt seien, so insbesondere 
der sog. Regenbogen im mit concentrischen Kreisen geschmückten 
Syenitfels. Die Districte, in welchen die Riesensäule, die zweite 
Riesensäule, die sog. Kiste, ein bearbeitetes Capital u. s. w. als 
Ueberbleibsel römischer Handwerksübung liegen, werden noch nicht 
in Benutzung genommen. Aber auch hier sind die Steine constatiert 
und werden, wenn der Betrieb bis dahin vorrückt, was voraus- 
sichtlich nicht so bald geschehen wird, gleichfalls entsprechend 
kenntlich gemacht werden. Der Altarstein, sowie zahlreiche in 
seiner Umgebung liegende Steine, die antike Bearbeitung tragen, 
befinden sich in Beedenldrcher Gemarkung ; auf sie erstreckt sich 
der Eingangs erwähnte Vertrag nicht. 

129) Blainz, 3. Juni. Die Bauveränderungen an den südöst- 
lichen Vorwerken der Citadelle , welche durch die Einführung der 
Bahn erforderlich sind und tief in die Erdaufschüttungen einschnei- 
den, haben in diesen Tagen zur Blolsleguug gewaltiger römischer 
Bauanlagen geführt. Dieselben liegen hinter der Neuthorkaserne 
und den Artilleriestallungen und ziehen von Nord nach Süd. Es 
sind mächtige Mauern von grofser Ausdehnung, von denen zwei 
parallel angelegt sind, die dritte jedoch nach Süden zu gegen erstere 
convergiert. Die äufsersten derselben sind theilweise gegen Grund 
gemauert. Die mittlere hat sicher frei gestanden. Auflallender 
Weise liegen die Mauerzüge so nahe beisammen, dafs nur schmale 
Gänge zwischen denselben bleiben. Das Mauerwerk besteht aus 
gemischtem Material, so zwar, dafs in unregelmäfsiger Folge gut 
gerichtetes Schichtmauerwerk mit Ziegeln grofsen Formats wechselt ; 
die Fundamentreste bestehen aus Rauhmauerwerk. Der mittlere 
Mauerzug besteht aus mächtigen viereckigen Pfeilern ; die Bogen- 
anfänge treten stark zurück und lassen einen breiten Absatz vor 
sich. Die erhaltenen Bogentheile lassen noch zwei Wölbeschichten 
von Ziegeln erkennen, die durch flach eingelegte Ziegelsteine von 
einander geschieden sind. Die Ausführung ist äufserst sorglich. 



Jedenfalls standen die Pfeiler sammt den Bogenwölbuugen einst frei; 
welchem Zweck sie aber mögen gedient haben, läfst sich dermalen 
nicht erkennen. Gewifs ist nur, dafs dieselben einem mächtigen 
Bau angehört haben ; das zeigen nicht nur die Verhältnisse, sondern 
namentlich auch die sorgliche Anlage der Bögen mit ihrem zurück- 
tretenden Fufs, ein Umstand, der auf schwere Belastung hinweist 
und die Absicht, deren Wirkung in den soliden Pfeilerkeru zurück 
zu verlegen. Von Anhaltspunkten zur Bestimmung der Bauzeit ist 
bis jetzt nur ein gestempelter Ziegelstein mit der Blarke der 22. 
Legion gefunden worden. Die ganze Bauanlage fällt in die Linie 
der Bahngeleise und mufs somit demoliert werden ; allein es ist be- 
reits Vorsorge getroffen, dafs zunächst alle Theile, soweit immer 
thunlich, freigelegt und genau aufgenommen werden. Auf weitere 
Ergebnisse darf man in der That gespannt sein. Nach der ganzen 
Lage der riesigen Baureste sollte man fast glauben, sie hätten wäh- 
rend des Mittelalters bis zur Anlage der Citadelle im 17. Jahrhun- 
dert frei gelegen. Leider sind Angaben irgend einer Art darüber 
nicht bekannt. Unter allen Umständen ist diese Entdeckung ein 
sehr beachtenswerther Beitrag zur Topographie des römischen Mainz, 
dem man an dieser Stelle gewifs keine so bedeutende Bauanlage 
bis dahin zugeschrieben hätte. 

(Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. deutsch. Gesch.- u. Alterth.-Ver., Nr. 6.) 

130) Grenchen, (Solothurn). Eine römische Station wurde 
ent leckt und zahlreiche Funde von Ziegeln, Amphoren, Ampeln, 
Töijfen, Terrakotten etc. wurden gemacht. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthkd., Nr. 2.) 

131) Dr. Kohl in Pfeddersheim bei Worms entdeckte un- 
längst einen römischen Votivstein, der als der erste den Parzen 
gewidmete, welcher im Rheinlande gefunden wurde, Interesse erregt. 
Dessen Inschrift ist von Zangemeister in Nr. 6 des Correspbl. d. 
Ges. Ver. d. d. Gesch. u. Alterth. -Vereine erläutert. 

132) Der Mannheimer Alterthumsverein hat zwei römische In- 
schriftsteine aus der Gegend von Lobenfeld erworben, über welche 
in Nr. 163 des Mannheimer Journals berichtet ist. Die eine ist 
der Untertheil eines 1881 ausgegrabenen Altars. Die Inschrift 
lautet: 

. . . ANI 
[NE DI]ESSIS 
DE SVO 
F E C E R V N T 
C V R A Q V I N T I 
DACCI 
Die vier letzten Zeilen der Inschrift sind klar: eine Anzahl 
Personen haben aus eigenen Mitteln diesen Altar einer Gottheit 
(deren Name fehlt) durch Quintus Daccus setzen lassen. Die erste 
Zeile ist zu ergänzen: Vicani, d. h. Gemeindemitglieder einer Dorf- 
schaft; diese sind also die Inschriftsetzer. Die zweite Zeile enthält 
zweifellos die Hauptsache, nämlich den Ortsnamen; leider ist aber 
gerade dieser Theil der Inschrift verstümmelt, indem die einge- 
klammerten Buchstaben bald nach Auffindung des Steines abge- 
schlagen wurden , ohne dafs man das fehlende Stück noch hätte 
auftreiben können. Dagegen gelang es, neben dieser Inschrift, 
welche Herr Dr. Beneke, jetzt in Basel, bei einer wissenschaftlichen 
Exkursion in Spechbach ankaufte und kürzlich unserm Verein zum 
Geschenk machte, noch eine weitere, jetzt gleichfalls in unsern 
Sammlungen befindliche, zu erwerben. Dieselbe wurde erst kürzlich 
unweit der vorigen aus weitläufigen römischen Fundamenten, ,.alter 



241 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



242 



Keller" genannt , in der schon erwähnten ,.kleinen Spechbaeh" aus- 
gegraben; sie ist zwar leider auch nur ein BruchsWck, dient aber 
niclit mir zur Erklärung der ersteren Inschrift, sondern ist noch 
besonders durch die darauf befindlichen Gotternamen von Wichtig- 
keit. Sie lautet: 

...... I^ 

. . . MERTE 
. . C A N I 
' . E D I E X S 
Wir ergänzen die 2 ersten Zeilen: Mercurio et Rosmertae, so 
dals wir das in so vielen Inschriften bekannte Götterpaar hier ge- 
wonnen haben; ein Fund, der insofern einzig dasteht, als es der 
erste Fall ist, dafs die Göttin Rosmerta auf einer rechtsrheinischen 
Inschrift vorkommt. Ihr Hauptvorkommen ist Metz und Lothringen, 
wie auch Trier luid das Moselland, also die Gegenden, welche schon 
vor den Zeiten der Römer durch eingewanderte germanische Tre- 
virer und andere deutsche Stämme besiedelt waren. Dieselben 
brachten den Kultus des genannten Gotterpaares aus dem Innern 
Deutschlands mit, wie denn Mercur in Verbindung mit Rosmerta 
nur eine Umsehreibung für Wodan und dessen Gemahlin Freya ist. 
133) Vor einigen Tagen wurde in Karlsburg auf der südöstlichen 
Seite des Festungs-Glacis,, bei Gelegenheit der Uebungsgrabungen 
des dortigen Pionnier-Corps, ein römischer Votivstein herausgegraben. 
Derselbe lag '/a m tief unter der Oberfläche, umgeben von zahl- 
reichen gehauenen Steinen, Mosaik-, Dach- und Mauerziegeln, von 
denen einige den Stempel LEG. XIII GEM. trugen. Der Marmor- 
block, dessen obere, scheinbar kunstvolle Verzierungen leider zum 
gröfsten Theile abgeschlagen sind, ist etwa 120 cm. hoch und an 
den Seitenflächen 50 und 40 cm. breit. Alle 4 Seiten sind platt 
gehauen , und an der Stirnseite ist folgende Inschrift gut erhalten : 
SARAPID 
lOVI . SOLI \ 
ISIDI I, LUNAE 
6 DIANAE ,f 
DIS DEABVSQ 
COJfSERVAT RIß 
L. AEMIL CARVS 
LEG. AVG. PR. PR. 
III DACIARVM. 
S(e)arapidi, Jovi, Soli, Jsidi, Lunae, Dianae, Diis Deabusque con- 
servatoribus, Lucius Aemilius Carus, legatus Augusti pro praetore 
trium Dacjarum. 

Es ist das wol derselbe Lucius Aemilius Carus , welcher um 
das Jahr 173 Statthalter von Dacien war, und dessen Aufenthalt 
in Apulum schon durch frühere dortige Funde bezeugt ist. 

Der schöne Stein befindet sich jetzt auf der Festung in dem 
Garten des Herrn Majors Bauer, welchen mehrere schon bekannte 
römische Denksteine zieren. 

(Korrespondenzbl. d. Ver. i. siebenb. Landeskde., Nr. 7.) 
134) Das Münzkabinet der Königlichen Museen hat 
in diesen Tagen wiederum eine werthvolle Bereicherung erhalten. 
Beim Ausbaggern des Flufsbetts der Mosel bei Reil, in der Gegend 
von Zell, ist ein Goldmedaillon des Constans, Sohns Constantins des 
Grofsen, ans Licht gekommen und durch die Aufmerksamkeit und 
Einsicht der königlichen Regierung zu Coblenz für die vaterländi- 
sche Central-Sammlung gerettet worden. Solche gröfsere Gold- 
stücke waren nicht Münzen, sondern Medaillen, Denkmünzen; sie 



sind alle selten ; dies in Rede stehende Stück war sogar noch nicht 
bekannt, und sein Werth wird durch die stempelfrische Erhaltung 
noch erhöht. Die Vorderseite stellt den Kopf des Kaisers dar, die 
Kehrseite zeigt ihn gerüstet mit dem Labanim in der Hand und 
von der neben ihm stehenden Victoria bekränzt. Die Umschrift 
ist: GAVDIVM POPVLI ROMANI; unter den Figuren ist der 
Prägort genannt SMAQ, Sacra Moneta AQuileiensis. Das Stück 
ist im öfl'entlichen Zimmer des Münzkabinets neben anderen, zum 
Theil weit gröfseren römischen Goldmedaillons zur Besichtigung 
ausgelegt. Kunstwerth haben diese nicht, desto höheren Werth die 
daneben liegenden Bronzemünzen aus den Zeiten der ersten Kaiser. 

(Deutsch. Reichsanz., Nr. 101.) 

135) Bei Stand kirchen im bayerischen Oberlande wurde 
vor einiger Zeit eine Anzal Plattengräber aufgedeckt und ein aus- 
führlicher Bericht in der Allg. Zeitung gegeben. Das ,.Aquarium-' 
zu München hat eines der besterhaltenen Plattengräber vom Tauben- 
bergerhofe zu Standkirchen erworben und ausgestellt. In dem aus 
5 glattbehauenen Platten gebildeten Grab, dessen Deckel nicht mehr 
existiert, fanden sich, wie überhaupt in den bis jetzt aufgedeckten 
Gräbern beim Taubenbergerhofe, nur Skelette ohne weitere Zu- 
thaten, als einige Hufeisen. 

136) Aus Thüringen, 6. Mai. In den Fluren vieler Dörfer 
Mittelthüringens liegen augenscheinlich künstlich aufgeschüttete Hü- 
gel, welche „Höche", „Höks", „Hanks"' genannt werden. Ein sol- 
cher „Hök" wurde vor einigen Tagen in der Flur von Blieder- 
stedt (bei Sondershausen an der Helbe) geöfi'net. Der dortige 
Bürgermeister Zietz liefs den Hügel abtragen und wegfahren. Bis 
7 Fufs tief von der Spitze bestand der Hök aus lockerer Erde, 
einen Fufs tiefer stiefs man auf eine Grabkammer, welche durch 
schräg gesetzte Steine gebildet wurde. In der Grabkamnier lagen 
mehrere menschliche Skelette ; die Knochen waren von bedeutender 
Länge und Stärke, die Kinnladen besafsen grol'se und starke Zähne. 
Bei weiterer Nachforschung kamen Uruenscherben und eine gut er- 
haltene Urne von 8 cm. Höhe und 5 bis 6 cm. Durchmesser zum 
Vorschein. Diese Urne, welche mit Verzierungen versehen ist, 
stand mit der Oefi'nung nach unten und enthielt feine Erde von fet- 
tiger Beschaffenheit ; ihr Boden trägt ein Zeichen , welches wie 
zwei verbundene schräge Kreuze aussieht. Neben den Gerippen 
fand man aufserdem noch eine stark verrostete Speerspitze von 
45 cm. Länge und in der Mitte von 3 cm. Breite. Die Füfse der 
Todten lagen nach Osten, so dafs das Gesicht dem Osten, dein auf- 
gehenden Lichte zugewendet gewesen ist. Die Fundstücke wurden 
von dem Besitzer des Ackerstücks dem Sondershäuser Alterthums- 
verein übergeben , welcher dieselben seiner Sammlung einverleiben 
wird. Im nächsten Herbst gedenkt man auf dem Höke weitere 
Nachforschungen zu veranstalten. 

(Corresp.-Bl. d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.- u. Alterth.-Ver., Nr. 6.) 
137) Stade, 29. Juni. Bei Gelegenheit des am letzten Sonn- 
tage, den 24. d., veranstalteten Austinges des historischen Vereins 
zu Hamburg wurden von den Mitgliedern der Gesellschaft auch die 
in der Nachbarschaft von Buxtehude befindlichen Steindenkmäler 
und Hünengräber einer Besichtigung und bezw. eingehenden Unter- 
suchung unterworfen. Letztere, vier colossale und bislang noch 
unberührte Erdhügel, liegen im Domanialgehölz der unfern Buxte- 
hude belegenen Ortschaft Hedendorf, erstere befinden sich dagegen 
in geringer Entfernung von Hedendorf auf dem Grunde des v. Dü- 
ring'schen Gutes Nottensdorf, woselbst in der Nähe des Dorfes 



MS 



Auzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



244 



Gn:nd-OIdendorf aufser einer Menge anderer Denkmäler und Stein- 
setzungen zwei aufgedeckte Steinbetteu in weitem, vielfach von 
dichtem Buschwerk überwucherten doppelten Steinriuge liegen, wo- 
von das eine noch vollständig erhalten, das andere, aber der mäch- 
tigen Felsen wegen schon halb zerstört ist. Diese hochinteressan- 
ten Zeugen einer grauen Vergangenheit wurden also von den Ham- 
burger Gästen besichtigt und dann in deren Gegenwart eins der 
vorhin erwähnten Hünengräber geöffnet, dessen Blofslegung seitens 
des Buxtehuder kunstgewerblichen Vereins durch umfassende Erd- 
abräumungen bereits vorbereitet worden war. Die mit grofser Span- 
nung erwarteten Fundstücke bestanden in einem eisernen Schwerte 
und in einer grofsen, anscheinend phönicischen Perle, die ohne 
irgend welche Unterlage und Anwendung sonstiger Schutzmittel 
platt auf dem Untergrunde des Erdbodens lagen. Eine Urne wurde 
nicht gefunden, auch nicht die geringsten Reste von Scherben, wohl 
aber unverkennbare Spuren verbrannter Kohlen. 

(Weser Ztg. Nr. 13109). 

138) Christiania, 19. Juni. Auf Stavijordet bei Eidsvold 
sind im vorigen und in diesem Jahre nicht nur werthvoUe, sondern 
in antiquarischer Hinsicht sehr interessante Funde an Goldsachen 
gemacht worden. Beim Aufräumen eines Grabens in einem Torf- 
moore wurden im vorigen Jahre ein schwerer Goldbarren und drei 
theilweise beschädigte Goldbrakteaten gefunden. Diese Sachen 
wurden für die Alterthumssammlung hiesiger Universität erworben. 
Von der Direktion wurde aber der Besitzer des Torfmoores darauf 
aufmerksam gemacht, dafs auf jener Stelle, nach der Beschaffenheit 
des Fundes zu urtheilen, sehr wahrscheinlich noch mehrere ähn- 
liche Sachen zu finden sein würden. Diese Vermuthung ist nun 
auch bei einer kürzlich vorgenommenen genauen Untersuchung des 
Moores bestätigt worden. Man fand nämlich, wie der „Voss. Z." 
berichtet wird, dicht neben der ersten Fundstelle noch zwei Gold- 
brakteaten, vier goldene Spiralringe (sogenannte Bezahlungsringe), 
ein Stück von einer runden goldenen Stange und schliefslich zwei 
schwere , prachtvoll gearbeitete Goldbeschlage zu Schwertscheiden, 
im Gewicht von resp. 43,6 und 38 gr. Die Sachen gehören dem 
Zeitraum vor der Vikingerzeit an. Der Goldbarren ist der einzige 
bisher in Norwegen gemachte Fund dieser Art aus dem älteren 
Eisenalter; denn Bezahlungsgold aus jener Zeit ist stets in Form 
von Spiralringen gefunden worden. Die Schwertbeschläge gehören 
zu den schönsten und seltensten Alterthümern Norwegens. Merk- 
würdig ist der sehr verschiedene Goldgehalt der Sachen , nämUch 
von 14 bis 23 Karat. Die Alterthumssammlung der Universität 
hat den ganzen Fund, dessen Goldwerth ca 650 Kr. beträgt, erwor- 
ben. (Nordd. Allgem. Zeit., Nr. 292.) - 

139) Die schönen Reste des Neumünsterkreuzganges zu Würz- 
burg befanden sich in einer Mauer und auf Grund und Boden der 
einem Privaten gehört, welcher z. Z. im Begriffe ist, einen grofsen 
Neubau daselbst aufzuführen, und die Absicht äufserte, jene in den- 
selben einzufügen, was indessen undurchführbar scheint. So wurden 
die Reste von einem Comitee erworben, das sich die Aufgabe stellte, 
ein würdiges Denkmal Walthers von der Vogelweide zu errichten 
und nun in der Erhaltung resp. Wiederherstellung des Kreuzganges 
das schönste Denkmal für den Dichter erkannt hat. Allerdings 
mufs die Bogenstellung abgetragen werden, wird aber wenige Schritte 
von ihrer ersten Stelle wieder aufgebaut. 

140) Wilhemshaven, 24. Juni. Bei den Erdarbeiten am 
Banter Kirchhof ist ein interessanter Fund gemacht. Aus einer 



Moorschicht wurde ein kleineres Gefäfs aus schwarzem Thon , voll- 
ständig wohl erhalten, ausgegraben, welches seiner Beschaff'enheit 
nach zu den menschlichen Handarbeiten einer mindestens 1000 Jahre 
rückwärts liegenden Periode angehören mufs. Das Gefäfs ist mit 
Henkel versehen und ähnelt in der Form einem grofsen, recht 
massigen Tassenkopf, der noch Spuren unvollkommener Glasur er- 
kennen läfst. Der Fund ist im Besitz des Magistrats und soll an 
das Museum in Berlin gesandt werden. 

141) Zahlreiche Alterthümer werden gegenwärtig, wie die 
„Köln. Ztg." meldet, bei den Ausschachtungsarbeiten für einen 
Neubau an der Südseite des Hahnenthorplatzes bei Köln ausgegra- 
ben. Man ist dort anscheinend auf die Lagerreste oder den Aus- 
schufs einer mittelalterlichen Thonwaarenfabrik, auch „Döppches- 
bäckerei'' genannt, gestofsen, da die Töpfchen, Krüge, Schalen und 
sonstige Brandreste in grofser Zahl zu Tage gefördert werden. 
Einige wenige der gefundenen Gegenstände scheinen von besonde- 
rem Interesse zu sein, nämlich diejenigen, welche in sehr flotter 
Zeichnimg Jagdreliefs zeigen: Hunde, Hirsche u. s. w., in laufender 
Bewegung dargestellt. Interessant ist auch, dafs das Lager dieser 
Alterthümer sich unter den Fundamenten der in den unteren Thei- 
len in Köln noch vorhandenen Stadtmauer befindet, die gefundenen 
Sachen also der Stadtmauer, welche in den Jahrzehnten vor und 
nach dem Jahre 1200 erbaut wurde, an Alter überlegen sein müssen. 

(Deutsch. Reichsanz , Nr. 170.) 

142) In der alten Kirche zu Blutenburg haben sich nach Hin- 
wegnahme der alten Tünchen Fresken gezeigt. Rath Dr. Karl 
Förster als Sachverständiger hat sich dahin geäufsert, dafs diese 
Fresken zwar sehr zerstört, aber doch von so hohem künstlerischen 
und kunsthistorischen Werthe seien, um eine theilweise Restaura- 
tion der Fragmente als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. 

(Südd. Presse u. Münch. Nachr., Nr. 149.) 

143) Gerlikon, (Thurgau.) In einer alten Kapelle ist eine 
Folge von Frescomalereen, Theile aus der Passionsgeschichte dar- 
stellend, entdeckt und freigelegt worden. 

(Anz. f Schweiz. Alterthumskdo., Nr. 2). 

144) Uri. Bei der im Frühjahr 1883 vorgenommenen Repa- 
ratur der aufserhalb Andermatt gelegenen Columbanskirche wurden 
an der Nordseite, circa 1 Meter von der Kirchenmauer entfernt, 
eine Anzahl von Münzen aus dem Ende des XV. bis Anfiing des 
XVI. Jahrhdts. gefunden : nämlich 19 legierte savoyische Münzen, und 
von Silber : 1 Carolus II dux Sabaudife (1504 53), 1 Berner Plap- 
pert mit Mönchsschrift, 1 Freiburger '» Plappert, 1 Münze des 
Bischofs Matthäus Schinner von Sitten (1499 — 1522). In- und aufser- 
halb der Kirche wurden in einer Schichte von 4—5' Tiefe eine Un- 
masse von Gebeinen gefunden. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. a.) 

145) Zur Wiederherstellung des Heidelberger 
Schlosses hat der Badische Architekten - und Ingenieurverein 
folgende Vorschläge gemacht: 1) Vor allem den Otto-Heinrichsbau 
durch Dachung, Gebälke und überhaupt durch inneren Ausbau so 
zu schützen, dafs er zu gemeinnützigen Zwecken verwendbar ist; 2) 
den Bau Friedrichs IV. durch die geeigneten Bauvornahmen in guten 
Zustand zu vorsetzen ; 3) den achteckigen Thurm in gleicher Weise 
wiederherzustellen; 4) die Bauten Rudolfs und Rupprechts durch 
Dachungen zu schützen und so weit wiederherzustellen, als dies im 
Aeufsern nothwendig erscheint; 5) die übrigen Thürme in ihrem 
gegenwärtigen Zustande sorgfältig zu erhalten; dann in zweiter 



245) 



Auzeis'er für Kunde der deutscheu Vorzeit. 



Ü4« 



Linie: 6) den Bau Friedriclis II. wiedei-herzustelleii und 7) den 
englischen Bau in seinem gegenwartigen Zustande als Ruine zu be- 
lassen. Die Frage , wie restaurirt weiden soll , wird dahin beant- 
wortet: mit äufserster Gewissenhaftigkeit — im engsten Anschlüsse 
an die Architektur der einzelnen Bauten — mit grofster Selbstver- 
leugnung des Architekten, mit Unterlassung des Hereintragens neuer 
Kompositionen, wie dies bei Restaurationen so gern geschieht. 

(Weserztg. Nr. 13093.) 
146) Hamburg, 27. Juni. Das Kranzhaus auf dem Brook, 
welches wegen der Zollanschlufsarbeiteu demnächst vom Erdboden 
verschwinden wird, war heute, so berichten die „Hamb. Nachr.", von 
Alterthumsliebhabern sehr lebhaft besucht. Im zweiten Stock dieses 
altebrwürdigen Gebäudes waren der Reihe nach die Schriften und 
Bücher des Vereins, die Bierkannen und Pokale von Silber und 
Zinn, Bildhauerarbeiten u. s. w. ausgestellt. Unter den alten Schriften 
erblickten wir u. A. die Pässe aus dem 16. Jahrhundert, 
welche mit den Worten beginnen: „Wir Bürgermeister und Rath 
der Kaiserlichen und freyen Reichsstadt Hamburg bekunden , dafs 
Gottlob die Luft reyn und gesund sei u. s. w." Das Statuteubuch 
der Innung vom Jahre 1533 , in dickes Schweinsleder gebunden, 
nimmt als Nr. 1 der Sammlung den Ehrenplatz ein. Ihm folgen 
das Artikelbuch, das Kannenbuch, die Ordnung der Schift'bauer und 
das Ladenbuch von 1452. Originell sind die in plattdeutscher 
Sprache geschriebenen Abrechnungen für die „Högen" (Vergnü- 
gungen). Dieselben geben Zeugnifs von den damaligen billigen 
Zeiten. — : In den Rechnungen -ist zum Beispiel das Ochsenfleisch 
mit 2 Schillingen (15 ^) pro Pfund aufgeführt. , Der Ochsenbrateu 
spielte bei den Festivitäten der Schifl'bauer überhaupt eine grofse 
Rolle; nebenher wurden Lammfleisch, Fische, Geflügel, Backobst, 
Reismus mit Rosen- und Kanehlwasser verabreicht. Eine Maler- 
rechnung aus jenen Zeiten gibt uns ebenfalls viel zu denken. Die 
Innung besafs nämlich im 15. Jahrhundert ein Amtshaus bei den 
Mühren und ein zweites auf dem Brook. Auf einem Platze hinter 
diesem Hause errichtete man ein sogenanntes Lusthaus, den ,.Ro- 
senordt." Derselbe wurde von dem Maler Dirck Degener decoriert, 
nämlich ,,von innen und aufsen vermalt", die Pfosten gelb, Stacket 
braun, 8 Bögen grün, aufserdem „etzliche Kerls" in Lebensgrofse 
gemalt und mehrere Oefen ,.fein gestrichen" für 15 Mark-Banco. 
Im Jahre 1684 brannten Kehrwieder und Brook vollständig nieder, 
und auch das Erbe der SchifiTjauerinnung ging dabei in Flammen 
auf; es wurde ein neues erbaut und später Eigenthum der Kranken-, 
Todten- und Wittwenlade der Schiffbauerbrüderschaft, genannt die 
Brüderschaft des Leichnams Christi zu St. Catharinen. Es ist dies 
das jetzige Kranzhaus. Die Sitte, das Haus alle drei Jahre mit 
einem Kranze von frischem Laube zu schmücken, stammt aus dem 
Anfange des 15. Jahrhunderts und pflanzte sich bis auf den heutigen 
Tag fort. Unter den-zahlreichen silbernen Trinkgefäfsen fällt haupt- 
sächlich der von einem Herrn P. H. F. Richters zu seinem 50jäh- 
rigen Geschäftsjubiläum den Schiifbauertagelühnern gewidmete 
' Pokal ins Auge. Derselbe ist künstlerisch ausgeführt und auch von 
bedeutendem materiellen Werth.  Ein Efsservice für 50 Personen 
vom Jahre 1734 zeugt von dem gediegenen Geschmack der alten 
guten Zeit ; denn es befinden sich darunter zinnerne Präsentschüsseln 
im Gewichte von etwa 10—12 Pfd. — Eine messingne Lichterkrone 
aus dem Jahre 1648 wiegt nicht weniger als 265 Pfd. — Unter den 
Bildhauerarbeiten bemerkten wir eine Gruppe, .die 12 Apostel dar- 
stellend ; dieselbe ist künstlerisch ausgeführt , doch hat man das 



Alter nicht festzustellen vermocht. Ferner ist noch eine Anzahl 
von Schiffen und Gemahlen ausgestellt. Unter den ersteren bemerkt 
man auch die Panzerfregatte ,.König Wilhelm." Manche Erinner- 
ungen aus der „guten alten Zeit" knüpfen sich an diese Ausstellung, 
und sollten daher Freunde von Alterthümern es nicht versäumen, 
sich dieselben anzusehen. (Weserztg. Nr.' 13108.) 

147) Die „Allg. Ztg." schreibt : Ein für die Kritik der älteren 
deutschen Literatur hochinteressanter Fund wurde dieser 
Tage von dem mit der Bearbeitung des Katalogs für die Versteige- 
rung betrauten Münchener Antiquar Karl Fr. INIayer in der ehe- 
maligen Bibliothek des Karthäuser-Klosters Buxheim gemacht. Als 
Vorsetz- und Schlufsblatt in einer im Kloster selbst gebundenen 
Inkimabel waren zwei Blätter einer Pergament-Handschrift verwen- 
det, leider dem Format entsprechend zugeschnitten, welche sich bei 
näherer Prüfung als Fragmente einer Handschrift von ,.König 
Roth er" aus dem Ende des 13. Jahrh. erwiesen. Das Fragment 
enthält gegen 400 Verszeilen und gehört einem Theile des Gedich- 
tes an, für welchen man bisher mii eine handschriftliche Quelle 
besafs, nämlich die Heidelberger Handschrift. Von dieser nun 
weicht die vorliegende wesentlich ab, indem sie bald mehr Verse 
hat, bald aber auch solche Verse fehlep, die uns überliefert sind. 

(Frank. Kurier, Nr. 354.) 

148) Ein reicher Fund an Münzen aus dem 10. und 11. Jahr- 
hundert ist in Borzecice im Kreise Krotoschin gemacht. Bei der 
Ausgrabung eines grofsen Steins auf dem Grundstück eines Bauern 
Matuszek fanden die Arbeiter eine Urne mit etwa 580 Silbermünzen, 
deutschen, ungarischen, böhmischen und angelsächsischen Ursprungs, 
Bruchstücke von Silberschmuck und zerschlagene Silberbarren. Der 
Fund soll dem königl. Münzkabinet in Berlin zugestellt werden. 

(Brera. Courier, Nr. 20Ö.1 

149) In Dürrenmiingenau (Bayern, Mittelfrauken) machte 
ein Oekonom einen Münzfund, der aus ca. 3200 Stück bestand. Der- 
selbe enthielt durchgängig Dickpfennige aus dem 13. und 14. Jahr- 
hundert und vertheilte sich auf bayrische Herzüge, Bischöfe von 
Regensburg und eine gröfsere Anzahl sog-. Wiener Pfennige. 

F. Gebert. 

150) In Sallavaux stiefs ein Bauer beim Pflügen auf eine Büchse, 
die etwa 4000 alte Schw-eizer Silbermüuzen enthieh. Es befinden 
sich Murtener Stücke darunter mit dem Bären von Bern, über dem 
ein Adler schwebt, sowie Freiburger Münzen. 

(Anz. f. Schweiz. Alterthumskde., Nr. 3.) 

151) In Hayna (Pfalz) fand dieser Tage, wie wir im Pf. K. 
lesen, der Oekonom Wünschet .bei Ausbesserung seiner Scheune 
einen mit Gold- und S il her münzen gefüllten Hafen : 372 Stück 
Silbermünzen von der Gröfse eines Guldenstückes, 72 Stück gröfser 
und stärker als ein Kronenthaler, 30 Goldmünzen aus dem 13. bis 
zum 16. Jahrhundert und aufserdem noch 3 gröfsere Goldstücke. 

(Frank. Kurier, Nr. 318.) 

152) In Eich statt verfolgte ein Bewohner eine Eidechse, 
schlug auf den Spalt , jn welchen sich dieselbe verkroch , und es 
fielen hierauf aus diesem einige alte Münzen heraus. Nach weiterem 
Suchen fand sich ein Schatz von ca. 600 Münzen aus der ersten 
Hälfte des 16. Jahrhunderts vor, jedoch nur Münzen bis ' t Thaler- 
gröfse. Als Slünzherren waren vertreten ; Regensburg (Stadt und Bi- 
schof), Oettingen, Augsburg, Salzburg, Pfalz-Neuburg, Kempten 
(Stadt), Bayern etc., wie überhaupt der ganze Fund eine grofse 
Aehnlichkeit in der Zusammensetzung mit dem bekannten grofsen 



2i7 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



248 



INeunstätter (bei Ansbach) hat. Nürnberg, Brandenburg und Sachsen 
■waren unvertreten. F. Gebert. 

153) In Berghausen a. Mainburg i. d. Hollerdau wurde bei Ur- 
barmachung einer Oeduug ein Münzfund gemacht, dessen voller 
Bestand mir nicht bekannt wurde. Als ich ihn erhielt, waren es 
noch ca. 1700 kleine Münzen und 3 Thaler. Letztere waren 2 Kürn- 
berger o. J. und von 1628 imd ein erzherzogl. österreichischer, 
von Leopold 1621 geprägt. Die kleinen Münzen, welche nicht über 
1632 hinausgehen, vertheilen sich auf: Bayern (die Mehrzahl), Salz- 
burg, kaiserliche Münzen für verschiedene Kronläuder, Augsburg, 
Kegensburg, Nürnberg, Montfort, Kempten (Stadt und Abtei), Würt- 
temberg, Pfalz-Neuburg; in einzelnen Exemplaren waren vertreten 
Erbach, Brandenburg-Franken, Churbrandenburg (1 Stück von 1562), 
Magdeburg, Deutschorden, Strafsburg, Colmar, Olmütz, Chur, Schaff- 
hausen, Bamberg, Würzburg, Fugger, Constanz etc.  Eine grofse 
Anzahl kleiner und grofser Münzen soll am Fundorte zu Ketten 
verarbeitet worden sein. F. Gebert. 

154) Magdeburg, 20. Juni. Heute Morgen wurde beim Auf- 
brechen des Pflasters im Hofe des Hauses Breiteweg 187 ein be- 
deutender Münzfund gemacht. Derselbe besteht im Ganzen 
aus 127 Silber und 24 Goldmünzen, von welchen jedoch eine total 
zerstört ist. Unter diesen Münzen ist die jüngste ein polnischer 
Zweidrittelthaler vom Jahre 1634; dann ist noch ein braunschweig- 
lüneburgischer Thaler von 1633 und ein Sterbethaler des Herzogs 
Johann Casimir von Sachsen darunter mit der Inschrift: Natus den 

-12. Junii ^ 1564 obiit 16. Julii 1633. Man wird also nicht irren, 
wenn man annimmt, dafs dieser Schatz noch während des dreifsig- 
jährigen Krieges, wahrscheinlich kurz nach 1634, verborgen wor- 
den ist. Die Silbermünzen sind zum gröfsten Theil (S6) Thaler, 
die übrigen sind meist Zweidrittelthaler, nur wenige halbe Thaler. 
Merkwürdig ist, dafs darunter nur ein oder zwei magdeburgische 
Thaler sich finden, während die anderen aus den verschiedensten 
Ländern und Städten des damals so buntscheckigen deutschen 
Reiches stammen. Während unter diesen einige Stücke nur ein- 
mal vorhanden sind, sind Osterreichische, niederländische, sächsi- 
sche und braunschweigische Thaler zahlreicher vertreten. Unter 
den Zweidrittelthalern überwiegen die aus den vereinigten Nieder- 
landen. Die ältesten Stücke gehen bis gegen die Mitte des 16- 
Jahrhunderts zurück. — Die Goldstücke sind, mit Ausnahme eines 
Doppel - Dukaten von Zeland, Dukaten aus Brandenburg — diese 
mit besonders schönem Gepräge — , Metz, Mainz, Erfurt, Zeland, 
Frankfurt, Deventer, Ungarn, Oesterreich, Tirol und einer von 
Gustav Adolf (1632). Die Stücke sind fast alle gut erhalten und 
haben aufser dem materiellen daher auch einen nicht unbedeuten- 
den numismatischen Werth. (Nordd. Allg. Zeit., Nr. 284.) 

155) Bremer Münzen aus dem 17. und 18. Jahrhun- 
dert. Die Elsflether Kirche wird gegenwärtig im Innern restauriert. 
Beim Aufreifsen des Fuisbodens und beim Wegräumen der unter 
demselben befindlichen schlechten Erde fand man mehrmals ge- 



mauerte Gräber, die oft mit 2 Fufs Wasser angefüllt waren. Dieser 
Umstand ist denn auch wohl der Grund gewesen, dafs das Holz 
der Säi'ge, so weit es im Wasser gestanden hatte, ganz gut er- 
halten war ; gewöhnlich fehlte nur der Deckel. Auffallend ist auch, 
dafs von den Verstorbenen, die doch, wie wohl anzunehmen ist, 
ca. 100 Jahre in den Gräbern gelegen haben, die Gerippe häufig 
noch fast ganz erhalten waren. In einigen Gräbern und zwischen 
der Erde fanden sich einige Geldstücke, meist Bremer Kupfer- und 
Silbermünzen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die jetzt im Besitz 
eines Kirchenältesten sind. (Bremer Kurier, Nr. 150.) 

156) Zu den Gesetzesvorlagen für die nächste Session des 
preufsischen Landtages dürfte ein Gesetzentwurf, betreft'end die 
Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alterthümer ge- 
hören, über dessen Gesiclitspunkte die ,.Magd. Ztg.'' Folgendes be- 
richtet : Die bestehenden , in Cabinetsordres , ministeriellen Verfü- 
gungen etc. enthalteneu Vorschriften zur Erhaltung der Denkmäler 
und Alterthümer sollen sich als ungenügend erwiesen haben. Es 
wird auch in mafsgebenden Kreisen als ein Fehler bezeichnet, dafs 
in den Dotationsgesetzen von 1875, durch welche den Provinzen 
auch die zur Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alferthümer vor- 
handenen Staatsfonds überwiesen wurden, nicht direkt die Verpflich- 
tung der betreffenden Verbände zur Erhaltimg der Kunstdenkmäler 
etc. ausgesprochen ist. So kam es häufig zu Klagen , dafs alter- 
thümliche Gegenstände gleich bei ihrer Auflindung zerstreut oder 
verkauft und so, abgesehen von der Nichtergänzung der Samm- 
lungen etc. , der wissenschaftlichen Verwerthung für Archäologie 
und Vaterlandskunde entzogen wurden. Auch die wiederholt an die 
Behörden ergangene Anweisung, dafs sie bei allen Anträgen auf 
Niederlegung oder yeränderung von Stadtmauern, Thoren, Thürmen 
etc. die Frage nach dem Werthe der betreffenden Bauwerke als 
Kunst- oder geschichtliche Denkmäler beim Kultusmiuisterium zur 
Entscheidung zu bringen haben, bevor sie in ressortmäfsiger Weise 
über derartige Angelegenheiten vorfügen, hat nicht den erwarteten 
Erfolg gehabt. Behufs Vorbereitung eines Gesetzes, betreffend die 
Erhaltung der Kunstdenkmäler und Alterthümer, sind im Kultus- 
ministerium bereits im vorigen Jahre unter Anderem Ermittelungen 
darüber angestellt worden, welche wissenschaftlichen Vereine, deren 
Bestrebungen direkt oder indirekt auf die Erfahrung oder Erhal- 
tung der beweglichen oder unbeweglichen Denkmäler gerichtet sind, 
in den einzelnen Provinzen bestehen, sowie über die ihnen gehöri- 
gen Sammlungen, Bibliotheken etc. und über die von ihnen für ihre 
Zwecke verwendeten Mittel. Da seitens der Communalverbände in 
vielen Fällen in Abrede gestellt worden, dafs es sich um ein Denk- 
mal- handle, so dürfte in der zu erwartenden Gesetzvorlage ange- 
geben werden, dafs zu den zu erhaltenden Deidimälern nicht nur 
Bauwerke jeder Art, als Kirchen, Schlösser, mittelalterliche Befesti- 
gungen, Ruinen, prähistorische Denkmäler, z. B. Steingräber, son- 
dern auch Bilder, Schnitzereien, Urnen, Münzen u. dergl. gerechnet 
werden. (Weserztg., Nr. 1312'J.) 



Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Frommann. 
Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg 



Gedruckt bei ü. E- S e b a 1 d in Nürnberg. 



Nürnberg^. Das Abonnement dea Blat- 
tes, welches alle Monate etsclieint, wird 
ganzjährig aügenommeti unil iieträgt nach 
der neuoaten Poatconvention hei allen Poat- 
amtern und Buciihaudhingon Deutschla7ids 
incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24fl.-Fu33 
oder 6 jV. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris beider deutschen Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für 



ARIZEICiER 



FÜR ÜIDI DER 



Neue Folge. 




England bei Williams A pforgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent -Garden in London; 
fUr Xord- Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchliandels werden durch den Commis- 
sioniir der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. Brockhaus in Leipzig, be- 
fördert. 




Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GEIVMAIVISCHEN MUSEUMS. 

M. 9. 



September. 



Wissenschaftliche Mittheilimoen. 



9littelciltcrliclier Hausrath und «las Leben im denti^rhen Hause. 

IL 
Zwar nicht im Innern des Hauses, aber doch in dem und hier in Fig. 1 wiederholt ist. Sie zeigt eine Gesell- 
zum häuslichen Leben gehörigen Garten findet die Scene schaft vom Schlüsse des 13. Jahrh., die sich mit Wein und 
statt, die schon im Anzeiger 1876, Sp. 3, 4 abgebildet Spiel im Freien die Zeit vertreibt. Wie schon dort ge- 




Fig. 1. 



251 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



252 



sagt ist, ist die Jahreszahl gefälscht. Das Kostüm zeigt 
eben den Schlufs des 15. Jahrhunderts als Entstehungs- 
zeit an. Wir wollen hier auf die Form der Kanne be- 
sonders aufmerksam machen, die der junge Mundschenk 
in der Hand trägt. Sie kommt in 
dieser Gestalt während der ganzen 
Zeit des gothiseheu Stiles im Mit- 
telalter vor und findet sich fast 
gerade so schon in den Miniaturen 
der Welislaw'schen Bilderbibel aus 
dem 13. Jahrh. ') 

Solche Kannen wurden je nach 
dem Zwecke aus Messing und Zinn 
hergestellt. 

Unser Museum besitzt eine An- 
zahl derselben aus beiden Metallen, 
die wir, da sie, wie eben gesagt, 
schon im 14. Jahrhundert, ander- 
seits aber auch noch bis ins sech- 
zehnte Jahrh. hinein vorkommen, 
zwar nur schwer genau datieren 
können, in denen wir jedoch aus- 
nahmslos Exemplare vom Schlüsse 
des 1.1. oder Beginn des 16. Jahr- 
hunderts zu sehen geneigt sind. 
Sie sind in Fig. 2—6 in gleicher 
Gröfse, je in ',3 der Originalgrölse, 
dargestellt. Die mächtige Zinn- 
kanne Fig. 2, gehört erst der Zeit 
Karfs Y. an. Sie trägt drei Stem- 
pel, aus denen hervorgeht, dafs sie 
von einem Nürnberger Zinngiefser 
B. S. gefertigt ist. Sie zeigt die 
innigste Verwandtschaft der Form 
mit der in Fig. 1 erscheinenden 
Kanne. Trotz ihrer Gröfse, — sie 
ist .00 cm. hoch — fafst sie nur 
2,35 Liter. Man pflegte die Gefäfse, 
wenn sie mit Wein gefüllt waren, 
der Kühlung wegen in einen Kes- 
sel kalten Wassers, in einen Brun- 
nentrog oder ein fliefsendes Wasser 
zu stellen (vgl. auch die Flasche 
bei den bauenden Mönchen, 1882, 
Sp. 193 u. 194). Da eignete sich 
dann diese schlanke Kannenforni 
deshalb vorzüglich, weil sie eine 

gröfse Oberfläche, also Abkühlungsfläche, im Verhältnisse 
zur Menge des Inhaltes bot, gerade wie unsere modernen 



Fig. 2 




Glasflaschen. Ebenfalls aus Zinn ist die Kanne Fig. 8, 
die zwar niedriger ist als die erste, aber doch bei 33 cm. 
Höhe 3 Liter fafst. Sie sollte also eine Flüssigkeit auf- 
nehmen, die nicht gekühlt zu werden brauchte. Auf dem 
Boden im Innern befindet sich ein 
rohes Crucifix, im Innern des De- 
ckels eine Rose. Eine ganz ähn- 
liche Kanne, freilich mit langer 
Ausgufsröhre, besitzt das Museum • 
zu Basel, die von M. Heyne pub- 
liziert ist ^). Die in Majuskeln auf 
dem Deckel angebrachte Inschrift 
Oleum inflrmorum zeigt, dafs sie 
den Vorrath geweihten Oeles fas- 
sen sollte, aus welchem nach Be- 
darf sodann in das kleine, zu den 
Kranken zu tragende Gefäfscheu 
Oel gegossen wurde. Heyne glaubt, 
dafs sie dem Hofhalte des Baseler 
Bischofs angehörte. Das mag vor- 
her vielleicht der Fall gewesen 
sein ; aber es ist durchaus nicht 
gerade nöthig, das anzunehmen. 
Mit irgend einem Vermächtnisse 
kann sie, die wohl schon vorher 
Oelkanne war, in die Kirche und 
damit aus profanem in kirchlichen 
Gebrauch gekommen sein. Sie kann 
aber auch einfach von einem Zinn- 
giefser, der solche Kannen feil hielt, 
für die Kirche gekauft worden sein; 
denn bei verschiedenartigen Ge- 
brauchsgefäfsen läfst sich für jene 
Zeit ein Unterschied in den For- 
men jener, die kirchlichem, von 
denen, die häuslichem Gebrauche 
dienten , nicht nachweisen. Die 
Majuskeln der Inschrift der Base- 
ler Kanne deuten auf das 14. Jahr- 
hundert hin. Obwohl nur leicht 
profiliert, zeigt doch die Gliede- 
rung der unsrigen, dafs sie bereits 
einer Zeit angehört, die auch für 
das gewöhnlichste Geräthe einigen 
i Schmuck übrig hatte , so dafs wir 
sie wohl erst dem Ende des fünf- 
zehnton Jahrhunderts zurechnen 
dürfen , trotzdem das Crucifix im Innern romanisch er- 
scheint. 

Werthv(dler im Sinne ihrer Zeit sind die aus Messing, 



1) Wocel, Welislaw's Bilderbibel aus dem dreizehnten Jahrh. 
(Prag 1871), Taf. XXVII, 8, wo die Kanne einen Ausgufs zeigt. 



2) M. Heyne, Kunst im Hause ; 2. Reihe, Taf. XXIV. 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeil. 



254 



einem werthvolleren Material, gegossenen Kannen, die doch nur, wenn der Ausgufs verstopft und so die Kanne 
übrigens im Metall so dünn sind,'dafs man in Verlegen- ganz gefüllt ist. Thatsäehlich fafst Fig. 4 nur 0.80, 

Fig. 3. 



Fig. 4, 




heit käme, zu entscheiden, ob sie ge- 
gossen sein können, oder getrieben 
sind. Und doch müssen sie ja ge- 
gossen sein, weil sie, wenn getrieben, 
irgend eine Naht zeigen müfsten, wo 
sie zusammengesetzt sind, da das Trei- 
ben aus einem Stücke durch die Gre- 
stalt ausgeschlossen ist. 

Die Form der beiden in Figur 4 
und 5 abgebildeten Stücke ist jener 
der zinnernen Weinkanne, Fig. 2, ganz 
ähnlich; es befindet sich daran jedoch 
je ein Ausgufs in Gestalt eines Thie- 
res. Fig. 4 zeigt einen Drachen ; Fi- 
gur S einen Löwen. Fig. 4 fafst bei 
35 cm. HfUie 0,90 Liter, Fig. S bei 
28,5 cm. Höhe 0,45 Liter, bei beiden je- 




Fig. 5 0,35 Liter. Messing konnte kaum 
zu Kannen A'erwendung finden, in de- 
nen Getränke aufloewahrt wurden. Mau 
wird also an Wasserkannen zum Hän- 
dewaschen denken müssen, die viel- 
leicht zu jenen Messingbecken gehör- 
ten, die, zu Nürnberg in der »Beck- 
schlagergasse«r gefertigt, durch die 
ganze Welt ihren Weg nahmen, und 
von denen auch unser Museum eine 
stattliche Zahl besitzt. Einige der- 
selben sind im Anzeiger 1876, Sp. 193 
verüffentlicht. Wie die Beckenschläger 
die Becken, so fertigten die »Kandel- 
giefser« die Kannen. AVeun auch an- 
derer Form, indem sie niedriger und 
weiter ist, hatte doch die in Fig. 6 



200 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



256 



abgebildete Kanne mit 20 cm. Hül:c und 0,35 Liter In- 
halt, da sie ebenfalls von Messing ist, kaum eine andere 
Bestimmung als die beiden vorgenannten. 

Was die Herkunft der Stücke betrifft, so befand sich 
Fig. 2 schon in der P"'rhrl. v. Aufsefs'schen Sammlung, 
ohne dafs ihre frühere Herkunft z. Z. nachzuweisen wäre; 



ebenso Fig. 4 und 6, die der Gründer unseres Museums 
jedenfalls auch wie die erstgenannte in Franken gefun- 
den hat. Fig. 2 wurde vor etwa 13 Jahren bei Gunzen- 
hausen ausgegraben und von einem dortigen Händler 
erworben. Fig. 3 stammt aus der Piökert'schen Samm- 
lung. 



Wie die Erzeugnisse der Nürnberger 
Beckenschläger im 13. und 16. Jahrb., aber 
auch später noch, ihren Weg durch die 
ganze Welt machten und auf Messen und 
Märkten ebenso feilgeboten wurden, wie 
heute das nassauische blauverzierte , graue 
Steinzeug, für welches keine Entfernung 
zu grofs ist, so hat der Handel vom 12. 
Jahrh. an, vorzugsweise im 13., die email- 
lierten Kupfergeräthe aus Limoges allent- 
halben hingeführt. Neben den Bischofs- 
stäben, Reliquienbehältern, Chrisambüehs- 
chen, Ciborien, Rauchfässern, Weihrauch- 
schiffchen und Leuchtern für den kirch- 
lichen Gebrauch 
waren es auch 
Leuchter für den 

profanen Ge- 
brauch ') u. Hand- 
waschbecken, die 
Vorgänger jener 
späteren Nürn- 
berger, die ihren 
Weg überallhin 
fanden und auch in 
Deutschland, wie 
ihr heutiges Vor- 
kommen in Kir- 
chenschätzen und 
Museen beweist, 
allenthalben zu 
Hause waren. 

Freilich sind sie 
vornehmer als je- 
ne späteren Be- 
cken; denn siesind 
nicht nur email- 
liert, sie waren, so 
weit nicht der Far- 
benschmelz seine 
Wirkung übte, 
vergoldet, wovon 
heute fast bei al- 
len, aher nurSpu- 

1) Anzeiger 1868, Sp. 12ü, Fig. 2. 




III. 

reu noch geblieben sind. Auch zeigt der 
häufig vorkommende Wappenschmuok, dafs 
sie für die Kreise der Vornehmen bestimmt 
waren. Es gehörten je 2 gleiche zusammen, 
deren eines der Diener unter die Hände 
dessen hielt, der das Handwasser nahm, 
während er aus dem zweiten Wasser über 
die Hände gofs. Mitunter hat das eine von 
den beiden, jenes, aus welchem das Wasser 
gegossen wurde, einen Ausgufs in Gestalt 
eines Thierkopfes. 

In den Miniaturen des 13. und 14. Jahrb., 

aus welcher Zeit die Limousiner Becken 

Fig. 1. stammen, erscheinen sie selten. Darcel hat 

in seiner Beschrei- 
bung des Scha- 
tzes der Kirche zu 
Conques, wo sich 
auch ein solches 
Becken findet ^), 
die Darstellungen 
nachgewiesen, die 
sich in einem Ma- 
nuskript der Na- 
tionalbibliothek 
zu Paris und auf 
einem aus Sois- 
sons stammenden, 
nunmehr in Eng- 
land aufbewahr- 
ten Elfenbeindip- 
tychon befinden 
und eine dersel- 
ben nach dem Ma- 
nuskripte abge- 
bildet, die wir hier 
in Fig. 1 wieder- 
geben. Sie stel- 
len sämmtlich Pi- 
latus dar, der sich 
die Hände wäscht. 
In dieser Abbil- 
dunghat die Aus- 
gufsnhale keinen 

2) A. Darcel, trcsor de l'eglise de Conques (Paris, 1861) p. 73. 




237 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



258 



Thierkopf, sondern das Wasser wird über den Rand ge- 
gossen. 

Unser Museum erhielt vor einiger Zeit durch das 
freundliche Eintreten unserer Berliner Pflegschaft eine 
solche Schale und bekam etwas später ein zusammen- 
gehöriges Paar. Wir bilden hier in Fig. 2 eines jener 
jetzt seltenen Stücke ab. Es hat einen Durchmesser von 
23 cm., einen 1 cm. breiten flachen Rand, einen leicht auf- 
wärts gewölbten flachen Boden von 9,3 cm. Durchmesser 
und biegt sich energisch zu etwa 4 cm. Tiefe ein. 

Auf dem Boden ist zwischen Ornamentranken ein 
Reiter dargestellt, welcher die Fiedel spielt; auf dem 
eigentlichen Körper sind 6 von Frauengestalten gehaltene 
Rundmedaillons, deren jedes einen Wappenschild trägt. 
Die Wappen dürften Ideal wappen sein; die Figuren und 
Ornamente waren vergoldet, der Hintergrund ist blau; 
an einzelnen Stellen ist zu sehen, dafs der Verfertiger 
erst rothes Email in die Gruben gebracht, wol aber der 
Farbenwirkung wegen, die ihm nicht gefallen mochte, 
wieder entfernte, um blaues einzuschmelzen, jedoch nicht 
ohne da und dort leichte Spuren des erst aufgetrage- 
nen Roths zurückzulassen. Der Grund in den Medail- 
lons ist meergrün; die beiden sich gegenüber stehenden 
Wappen mit den 3 Flügeln und den 3 Halbmonden haben 
lichtblauen Grund ; die Pfähle und Schrägbalken der sich 
gleichfalls gegenüber stehenden beiden Wappen sind roth ; 
Roth, Blau und Weifs sind die Farben des dritten Wappen- 
paares, dessen eines, zu Füfsen des Reiters, durch die Dar- 
stellung des Pelzwerkes interessant ist, bei welchem mit 
dunklen, blauen, von oben herabhängenden, runden Za- 
cken aufwärtsgehende sich zusammenstücken, die vom lich- 
ten Blau ins Weifs verlaufen. Aehnlich ist die Darstellung 
des Beckens von Conques, nur ist die Mittelfigur eine 
andere; auch die Wappen sind andere, und zwar scheinen 
diese keine Phantasie-, sondern wirkliche Wappen zu sein. 
Wahrscheinlich wurden auf Bestellung gern wirkliche 
Wappenschilde gegeben, während jene, für den Markt zum 
allgemeinen Verkauf bestimmten und überallhin versen- 
deten Stücke Phantasiewappen führten. Zum Schlufs ver- 
weisen wir noch auf die Schriftstellen über die Verwen- 
dung dieser Becken , welche de Labord ') nach französi- 
schen Quellen, A. Schnitz =) nach deutschen Quellen zu- 
sammengestellt hat. 

Nürnberg. A. Essenwein. 



nralitzichbaiik oder ürechselbauk f 



1) Kotice des emaux exposes dans las galeries du Musee de 
Louvre. (Paris 1853) II« partie p. 150. 

2) A. Schultz, das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger, 
(Leipzig, S. Hirzel, 1879) 1. Bd., S. 325 ff. 



Auf Sp. 190 d. l',l. hatte Archivrath Dr. Distel in der 
Anmerkung 1 sich dahin ausgesprochen, dafs die in den 
Mittheilungen des kgl. Sachs. Alterthumsvereins, Heft 29, 
S. 114 erwähnte Bank keine Drahtziehbank, sondern eine 
Drechselbank und wol mit einem Werke Hackers vom 
Jahre lo84 identisch sei. Die einfache Form dieser Mit- 
theilung hatte uns keinen Anlafs gegeben, das Gitat nach- 
zuschlagen und zu untersuchen, um was es sich handle. 
Nunmehr aber werden wir durch Prof. Dr. Steche in 
Dresden aufmerksam gemacht, dafs es sich dabei um 
jenes kostbare Werk handelt, das, jetzt im Musee Carna- 
valet in Paris, bis zum 3. Mai 1854 in der königl. Mo- 
dellkammer zu Dresden sich befand. Wenn wir auch 
das Werk selbst nur nach Photographien kennen, und 
uns der Einzelheiten nicht genügend entsinnen, um selbst 
darüber eingehend zu schreiben, mfissen wir Distel's Aus- 
spruch doch anzweifeln, nachdem wir wissen, um was es 
sich handelt, um so mehr, als er der erste ist', welcher 
die seitherige allgemeine Annahme bestreitet. 

Dr. Steche schreibt uns, dafs die Bank im Lohrmann'- 
schen Katalog der Sammlungen der mathematisch -phy- 
sikalischen Instrumente und der kgl. Modellkamnler in 
Dresden (1833), S. 46, Nr. VIII, Werkzeuge etc. unter Nr. 1 
beschrieben ist als ejne ^-hölzerne, 13 Fufs lange, verzierte 
Zugbank mit Triebstange, Zugkette, vielen Drahtzieheisen, 
Drahtzangen, Ringen, Schrauben, Haken etc. 1338.'f Im 
Kataloge des Musee Garnavalet ist sie ebenfalls als »banc 
a ötirer les me'taux« bezeichnet. Sie unterscheidet sich 
in der Konstruktion nicht von den heute noch gebräuch- 
lichen Drahtziehbänken, wie sie in Goldschmiedewerk- 
stätten auch in Dresden gefunden werden. Die Werk- 
zeuge, welche dazu gehört haben und zeigen, dafs es 
sich darum handelte, Drähte von verschiedenartigem Quer- 
schnitte zu ziehen, befinden sich theilweise noch bei der 
Bank, so Drahtzange, Drahtzugeisen, Schwengel und Ringe ; 
eine Anzahl derselben besitzt Herr Achllle Jubinal in Pa- 
ris, sowie das Musee Cluny daselbst. Zwei Stücke im hi- 
storischen Museum zu Dresden bezeichnet Dr. Steche als 
sicher ebenfalls zu dieser Bank gehörig. 

So weit wir uns erinnern, tragen die reichen Ein- 
lagen der Bank eher den Charakter der Mitte als des 
Endes des 16. Jahrh. und die Jahreszahl 1558, die Lohr- 
inann gibt, scheint uns eher zuzutreff'en als 1384. Wenn 
übrigens aufser dem-Monogramme des Intarsiators A. M., 
dem die Bank ihre eigentliche Bedeutung dankt, und sei- 
nem Wappen, einem halben Scheuer, auch Danners Mono- 
gramm und Wappen angebracht ist, so kann die Bank 
doch nicht Hackers Werk sein. 

Wir wollten die von Dr. Steche uns mitgetheilten 
Thatsachen, die auch mit unseren Erinnerungen überein- 



2a9 



Anzeiger lur Kunde der deutschen Vorzeit. 



260 



sliiumeu, docli auch hier veröffentlichen, nachdem wir 
das fragliche Citat Distels haben passieren lassen, ohne 
es nachgeschlagen zu haben, obwohl solches eigentlich 
Pflicht des verantwortlichen Redakteurs gewesen wäre, 
von deren Erfüllung uns nur der Mangel jeglichen Be- 
denkens abgehalten hat. Sicher würde der Verfasser, 
wenn wir ihm dann vor dem Drucke unsere Bedenken 
hätten mittheilen können, die Anmerkung weggelassen, 
oder eine Begründung seiner von allen seitherigen An- 
nahmen abweichenden Bestimmung des Werkes versucht 
haben. 

Nürnberg. A. Esseuwein. 



Die heiligeu Bliits-Kapelh' der Cistercienser- Abtei 
Doberaii. 

An der Nordseite der herrlichen Kirche der ehemali- 
gen berühmten Cistercienser-Abtei Doberau in Mecklen- 
burg liegt, etwa 50 Fufs von der ersten der fünf radian- 
teu Kapellen des Chores entfernt, ein thurmartiger, acht- 
eckiger Bau. Sein Aeufseres vor der Restaurierung haben 
W. Lübke (deutsch. Kunstbl. 18o2, Nr. 37) und Dr. Lisch 
(Meckl. Jahrbücher 9, 412) beschrieben; dieser auch das 
Innere und die darin , von ihm entdeckten alten Wand- 
malereien (das. 19, 873—77.) Nach manchem Jahre ent- 
würdigenden Mifsbrauohes ist er 1879 durch den Archi- 
tekten Möckel aus Dresden restauriert und das Innere 
durch den Professor Karl Andrea wieder geziert. 

Von einheimischen Schriftstellern und auswärtigen 
Kunstforschern (W. Lübke, a. a. 0. ; Carl Schnaase, Gesch. 
d. bild. Künste 6, 318) wird das Gebäude jetzt stets als »die 
Kapelle des hl. Blutes« bezeichnet. Dafs dieser Name ihm 
mit Recht nicht gegeben werden kann, beweisen die Ur- 
kunden. 

Der Reimchronist Ernst von Kirchberg erzählt im 
listen Kapitel (Westphalen, Monum. ined. IV, 757, sq.) 
ausführlich »daz wundirlich Mirakil von dem heiigen 
Blude zo Doberan.» Ein Hirte zu Steffeushagen barg die 
bei der Kommunion empfangene heilige Hostie in seinen 
Stab, um so sein Vieh zu schützen. Zwei Lichte, die un- 
bemerkt von ihm und seinem Weibe bei ihrem Bette 
brannten, wo der Stock zeitweilig verborgen wurde, nahm 
eine später zu ihnen gezogene Frau ^yahr. Nach einem 
Zwiste mit der »Wirthin« zeigte sie dies dem »Dorfrich- 
ler« an. Der Abt und der Bischof Brunward von 
Schwerin, der just im Kloster anwesend war, öffnen den 
Stab und finden, 

»daz dy heyige Hostia gud 
waz alle worden war (wahres) Blud.« 
Mit geziemender Ehrfurcht wird sie nach dem nahen 
Doberan gebracht und »wirkt hier Wumler ohne Zahl.» 



Nach Kirchberg soll dies unter Abt Hugo 1201 ge- 
schehen sein. Latomus (Genealo-Ghronicon v. 1610 bei 
Westphalen, Mon. IV, 201) und auch Dr. Lisch nennen 
dafür dies Jahr. Doch nach den Urkunden (Meckl. Ur- 
kundenbuch I, Nr. 197) war noch 1210 Gottfried des 
Klosters Vorstand, und als solches wird Hugos in ihnen 
erst 1218 gedacht (das. I, 224). Zur Ausgleichung des 
Widerspruches scheint mir, durch die Angabe des Berich- 
tes »nach etswilche czid«, nahe zu liegen, dafs des Wun- 
ders erster Theü in dem gedachten Jahre, die Ueber- 
führung des heiligen Blutes nach Doberan unter dem 
genannten Abte stattfand. 

Wo »das hl. Sacrameut« dort verehrt ward, zeigt 
uns unter den publicierten Urkunden erst die des Bischofs 
von Schwerin, Friedrichs IL von Bülow, vom 4. Juli 1368 
(J. B. 9, 297): »in capella porte monasterii.« Dieselbe 
Stätte weisen die seiner Nachfolger Nicolaus Büddeker 
und Werner Weimers von 1450 und 1461 , die Kapelle 
als »in porticu monasterii« bezeichnend.*) 

Porta monasterii ist im liber usuum s. ord. Cisterc. 
und den Statuten des Ordens (Marlene et Durand, Thes. 
nov. Anecd. IV, 1243—1647) immer das Klosterlhor. Nur 
so kann das Wort an allen Stellen, in denen es bezugs 
Doberans und seiner ersten Tochter Dargun in den bereits 
publicierten Urkunden vorkommt, übersetzt werden, 
(U.B. IX, 6596, §40. 76. 82. 85. 11^; III, 1224, die Stel- 
len in der Anmerkung, und V, 3355 ; VIII, 5474). Die 
heiligen Bluts-Kapelle lag also nicht bei der Kirche, son- 
dern fern von ihr, am Klosterthore. Das beweist deutlich 
auch die erste Urkundenstelle, wo die »capella, que ad 
portam est fundata« erwähnt wird. Für das Weihefest 
derselben stiftete durch Zuweisung von Hebungen aus 
Dänschenburg am 22. März 1248 (U. B. I, 603). Fürst 
Heinrich Borwin III. dem Konvente »ein Mahl, aus Weifs- 
brot, Wein und Fischen« bestehend. Der Rest der Auf- 
künfte soll »zum Gebrauch der Armen oder zum Nutzen 
der Pforte« verwendet werden (»in usus pauperum sive ad 
porte utilitatem«). Wie dies zu verstehen, zeigt u. a. die 
Bemerkung, womit das Stiftangenbuch vonZwetel (Joh. v. 
Fräst, liber fundat. 476) die Aufzählung der Servitien- 
stiftungen einleitet, dafs dafür Reuten ausgesetzt seien 

»zur Erquickung der Mönche und Gonversen und 

zur Speisung der Armen am Thore (pauperum in porta 
alendorum)« ; dann die Angabe der Geschichte des Klo- 
sters Villars (Thes. Anecd. 111,1300): »Unsere Pforte be- 

*) Anmerkung. Aus dieser Angabe möchte man folgern können, 
dafs Doberans Klosterthor später einen Vorbau erhielt, wie dies 
auch andern Orts geschah (Viollet-le-Duc, Dict. d. l'arch. 7, 384.) 
Dafür könnte auch sprechen, dafs, während es anfangs bezugs der 
Almosen -Vcrtheüung heilst: ad portam (Urk. VII, 4514; VIII, 5097. 
V, 3411) in einer vom 21. Dec. 1431 (J. B. 9, 305) dafür ,.yn de 
porten'' gesagt wird. 



261 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



262 



sitzt diese Güter mit der Bedingung-, ilals sie davon wö- 
chentlich 2000 Brode aus der Bäclicrei erhalte« zur 
Almosenvertheilung. Nach dem liber usuum (cap. 120) 
und den Stählten (1183, 14; 1193, 4) war das Klosterthor 
die Stätte, wo die Mönche, gläubig überzeugt, in jedem 
bedürftigen Bruder dem Herrn selber nach seinem Worte 
(Matth. 25, 40) zu dienen (Manrique, Annales eist. I, 23. 
Alberichs Statuten von 1101) durch den Pförtner oder 
seinen Substituten (solatium) den Armen und Elenden 
reichlich Speise und Trank und Kleider darreichten, so 
dafs, zumal zu Zeiten von Mifswachs und Hungersnoth, 
ihre Wohilhäligkeit nur als durch ein götiliches Wunder 
ermöglicht gepriesen wurde (Manrique, a. a. 0. 126. 170). 

Wie zu Doberan, so befanden sich vielfach Kapellen 
neben dem Klosterthore der Abteien der Cistercienser; 
so nördlich desselben zu Giteaux, »des ganzen Ordens 
hochverehrter Mutter«, 1282, 26. (ViolIet-le-Duc, a. a. 0. 
I, 271, Fig. 7). Für Zwetel erwähnt eine Urkunde von 
1328 die capella in' porta (Stiftungenbuch 712). Zu Pel- 
plin, Doberans zweiter Tochter, wird 1417 und 1418 eine 
in honorem Corporis Christi geweihete als ante portam 
genannt (J. B. 36, 118). Anlafs zur Anlage derselben 
war die Sitte, jeden in das Kloster einkehrenden Gast 
zuerst zum Gebete in die Kirche zu leiten (lib. us. o. 87. 
u. c. 120). Um den weiteren Weg in diese zu kürzen, 
und vielleicht auch, um Störung der Brüder bei den zahl- 
reichen Gottesdiensten und der Verrichtung ihrer Andacht 
in ihr und bei ihren schweren körperlichen Arbeiten zu 
anderen Stunden zu meiden, errichtete man diese Thor- 
kapellen den Gästen, »die einem Kloster nimmer fehlten«, 
wie es im Stift un genbuche heifst (S. 66), wo eben aus sol- 
chen Rücksichten die alte Gewohnheit des Ordens, das 
Abtshaus nahe der Pforte zu erbauen, begründet wird. 

Gleiche' Erwägungen werden auch den Konvent Dobe- 
rans veranlafst haben, in seiner Thorkapelle das heilige 
Blut zu verwahren. Mancher Wanderer, welcher nur 
begehrte, vor dem Heiligthum seine Andacht zu verrich- 
ten, konnte es, ohne Störung der Brüder, thun und dann, 
geistlich gestärkt und leiblich erquickt durch die wohlthä- 
tigen Mönche, weiter wallen. Die Stätte für das heilige 
Sakrament war auch durch die Rücksicht auf das weib- 
liche Geschlecht geboten. Die Urkunde Bischof Fried- 
richs II. läfst das deutlich erkennen, wenn er bezugs der 
Besuchung desselben »der in der Pforte bleibenden 
Frauen« gedenkt (eis feminis in porta reraanentibus). 
Zahlreiche Statuten, von denen Alberichs von 1101 (Man- 
ritiue I, 23) an , zeigen , wie durchaus zutreffend die Be- 
hauptung des Cisterciensers in dem bekannten Dialoge 
mit einem Cluuiacenser ist, welcher uns die Anschau- 
ungen, zumal der deutschen Glieder des Ordens (Thes. 
An. V, 1638, 2.Ö) aus der Zeit zwischen 1133 — 1174 (das. 
1371) wiederspiegelt, — dafs nämlich Frauen von dem 



Bezirke des ganzen Klo.sters (a totius monasterii septis) 
völlig ausgeschlo.ssen gehalten wurden (das. 1609 und 
42). »In das Klosterthor einzutreten«, war streng ver- 
boten jedem Weibe (1134, 7. Manrique I, 27,3), welches 
Standes und Ranges sie auch war (1203, 1 ; 1231, 13). 
Hart ward jedes Glied des Konventes bestraft, welches 
dies zugelassen (1193, 6; 1232, S). Wie genau Doberan 
auch diese Vorschriften beobachtete, bezeugen die Urkun- 
den. Fürst Heinricli Borwin III., der nicht nur als Enkel 
und Urenkel des Wiederherstellers und Gründers, Hein- 
rich Borwins I. und Pribislavs, sondern auch durch eigene 
Stiftungen (U.B. I., 331 u. 603) sich das Verdienst eines 
Fundators der Abtei erworben, ist genöthigt, vom heiligen 
V^ater Innocenz IV. 1248 ein Schreiben zu erwirken, (ü. 
B. X, 7172), welches seiner zweiten Gattin, der nach 
Kirchberg . (J. B. 10, 48. nach der Originalshandschrift 
citiert) 1232 gestorbenen Sophie von Schweden, gestattet, 
zwei- bis dreimal jährlich mit sechs ehrbaren Matronen 
zur Verrichtung ihrer Andacht das Kloster zu betreten. 
Wie in ähnlichen Fällen (Thes. An. II, 80. 52. 113. 38), 
wird auch hier dicErlaubnifs nur mit dem Zusätze ertheilt, 
»falls ihr keine Gewohnheiten und Satzungen des Ordens 
entgegenstehen«. (Anders J. B. 41, 131). Erst 1385 
(J. B. 9, 299) erlaubt Abt Gerhard von Clairvaux, als 
päpstlicher Comniissar, dem Abte, nach Ermessen für be- 
stimmte Fälle und Zeiten vornehmen, und edlen Frauen 
das Betreten des Klosters und der Kirche zu gestatten, 
im Hinblick darauf, dafs weltliche Personen ihnen diesen 
»mit Gewalt« zu erzwingen versuchten. 

Die ehemalige Stätte der auch verschwundenen 
Pfortenkapelle Doberans, welche einst das heilige Blut 
barg, glaube ich noch nachweisen zu können. Anfangs 
1881 ward ein Theil der vom verschonten Klosterthore 
nach Süden hin ablaufenden ehrwürdigen Mauer, welche 
nach Kirchberg (cap. 133, a. a. 0. 778.) Abt Konrad III. 
von Lübeck (v. 1283—1290. U. B. III, 1677. u. 2087) er- 
richtete zwecks Anlage einer recht überflüssigen Chaussee 
niedergerissen. Beträchtliches fand ich Anfang Mai ged. 
Jahres schon zerstört. Ein Rest, vom Thore ab 3,20 m. 
gegen Abend vortretend und nach Mittag fortlaufend, 
stand noch. Hier sah ich, etwa 3 m. von der Südwand 
des Vorsprunges ab, in der westlichen, zwei Stumpfen, 
aus je 3 Rundstäben gebildet, 1,73 m. von einander auf 
einer jetzt ebenen Bank etwas über Manneshöhe tlber 
dem ausgehobenen Boden ; ofTenbar Reste eines ehemali- 
gen Fensters. Dafs es einst zu einem genau orientierten 
quadraten Bau gehörte, ergibt sich daraus, dafs nach 
zuverlässiger Mittheilung innerhalb des Klostergebietes 
3 m. vom Thore ab, also 8 — 9 m. von jener Fensterwand, 
im Abend ihr gegenüber »ein 8 m. langes mächtiges 
Fundament« gefunden ward. Sicher war es nicht für 
das kleine Gebäude in Fachwerk gelegt worden, das bis 



263 



Anzeiger lür Kunde der deutschen Vorzeit. 



dahin der Mauer ang-eklebt war. Dafs in Jiatholischer 
Zeit hier ein gottgeweihter Raum bestand, läfst sich schon 
aus der Breite des Fensters schliefsen. Zumal in der 
Umfassungsmauer würde man eine solche für jeden an- 
deren Bau gemieden haben. Weit schmaler sind auch 
die im ehemaligen von Konrad III. (Kirchberg, a. a. 0.) 
aufgeführten Abtshause, das jetzt als Pferdestall gemifs- 
braucht wird, und in der schönen Ruine an der südlichen 
Klostermauer, die «Wolfsscheune« genannt, wol einst 
ein Gasthaus. Für den quadraten Bau als Pfortenkapelle 
scheint mir auch der Name zu sprechen, den das Volk 
einem dort später errichteten Arrestlokale gab: «puhrt- 
stuw (Pfortenstube)«. Der erste Theil der alten Bezeich- 
nung der Kapelle blieb bewahrt; der zweite ward den 
Verhältnissen entsprechend umgestaltet. 
tJrahl (Mecklenb.). 

(Schlufs folgt.) 



L. Dolberg. 



Schreiben eines Johannes Regioniontaniis an die 

Stadt Köln, d. d. Erfurt 1503, Februar 32. 

Salus in Christo, vult deus, clarissimi et prudentissimi 
viri, aspici solem et lunam et ut aspiciamus invitat nos 
magnitudine et pulchritudine corporum ac splendorc. imo 
et cogitatio nostros oculos ad similia illa lumina inspi- 
cienda incitat. ao multae sunt causae consilii divini cur 
velit et ipsa lumina et eorura curricula et metas conside- 
rari, discerni ac numerari circuitus. primo et certo statu- 
amus, homines hocque totum domicilium terram ae- 
rem ac reliqua ordinata naturae non casu extitisse, sed 
agnoscamus opificem sapientera beneflcum veracem ac iu- 
stum. deinde monet oplendor, dei naturam luci similem esse. 
circuitus autem, annos et meuses nominari docuit ut 
tempora patefactionum divinarum et in tota vita multa- 
rum actionum ordinem observemus. praecepit etiam ini- 
tium anni sumendum esse a Martio. quare certum est, do- 
ctrinam de anni ratioue esse utilem ac licitam. ideoque 
ad annum 1563 calendarium ac prognosticon conscripsi, 
quod sub vestrae dominationis nomine aedidi, cum quod 
sciam v. d. artem hanc magni facere, tum quod certus 
sim V. d. eam intelligere ac admirari. volui quidem ipse 
streham hanc v.' d. offerre , sed aegritudine adversa im- 
peditus hactenus fleri non potuit. ne autem differatur, 
volui hunc conductum nuntium ad v. d. mittere, huma- 
niter ac cum omni subiectione petens, ut v. d. munus 
hoc artis praeclarissimae gratioso animo suscipiat meaeque 



imbecillitati ac studiis opem ferat. dabo operam, ut ali- 
quando videar gratus. orbatus sum ope parentum, ami- 
corum destitutus, invitus ergo aliorum Maecenatum opem 
imploro. scio etiam v. d. semper bonas artes et earum 
cultores premiis ornasse. quare de v. d. liberalitate optima 
quaeque mihi persuadeo. et ne mea prolixitate v. d. mo- 
lestus sim , v. d. totam rem publicam ac subditos deo 
commendo qui v. d. regat ac protegat ad animae et cor- 
poris salutem tribuatque singulis felicissimam guborna- 
tionem et faciat, ut inceptus anuus faustus et salutaris 
Sit. amen, datae Erffordiae 1563. 8. Kai. Martii. 

Vestrae dominationis deditissimus minister 

Joannes Regiomontanus 
Magister et mathematicus. 

Adresse : Glarissimis viris, nobilitate generis sapientia 
et eruditione praestantissimis reiqublicae Coloniensis con- 
sulibus et senatoi'ibus omnibus, dominissuis prudentissimis. 

Köln. Dr. L. Korth. 



Ein Wettrennen zu Freiberg in Sachsen (1490). 

Nickel Harttisch hat sich vorwilligt, das erN Weiß- 
nickel unnd seiner geselschafft X gr. auff den wetloufft, 
den sy vormals auff Nicolai haben angeslagen unnd itzt 
in wein vortruncken sein, unnd X gr. auch zu wein dar- 
zu geben wolle unnd sali auff montag (Johannis) ewan- 
geliste ^) schirst mit Weißnickels pferd, das er vormals 
hat sollen lauffen laßen, unnd Nicl. Harttisch roten pferde 
von der Großen Birchen ^) unnd Birboum ^) hinter Erbis- 
torff ■*) anhalden unnd iglicher umli IL gülden, die bey mich 
statvoit ze legen, biß zcum zcill der vogelstangen alhie ^) 
lauffen lassen. Welchs pfert dann zcum irsten zu sol- 
chem zcill der vogelstangen vorlauffen unnd komen wir- 
det, dem sal ich statvoit solch golden antwertten. So aber 
vnder in einer, welcher das were, nach des seigers stunde 
eilffauffbstimptem tag ze mittage mit seinem pferde nicht 
ußzcihen noch komen wurde, alsdan so sal der ander sein 
pferd von obin bestimpten zcill des anlassen biß zu dem 
zcill der vogellstangen lauffen laßen und damit den wett- 
laufft gewonnen haben. 

(Aus dem Freiberger Gelübdbuch von 1490, Fol. ö"»- 
Hauptstaatsarchiv zu Dresden, Loc. 9876.) 

Dresden. H. Er misch. 



1) 6. Decbr. 2) 27. Decbr. 3) Die Namen von zwei Gruben. 
4) Erbersdorf, wsw. von Freiberg. 6) nämlicli zu Freiberg. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essen wein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums iu Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg. 



Mit einer Beilaae. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 
1883. JW 9. September. 



Chronik des i!;ermaiiisclieii Museums. 



Nürnberg, den 25. August 1883. 

Seit unserer jüngsten Mittheilung sind wir durcli eine Gabe 
von 100m. erfreut worden, welche Herr St. L. Graf von Radolin- 
Radolinsky unserer Anstalt zum Geschenk gemacht hat, und eine 
solche von 50 m., die Herr Dr. v. Seidlitz, Direktorialassistent der 
kgl. Kupferstichsammlung in Berlin, als Zeichen der Anerkennung 
der Förderung seiner bei uns gemachten Studien übersandt hat. 

Nachdem uns vor einiger Zeit durch freundliche Vermittlung 
des Herrn städt. Ingenieurs Gaab in Nordlingen ein hübscher 
Grabstein des 1518 t Mang v. Wernau übergeben worden ist, hat 
jüngst die Kirchenverwaltung zu Münchberg in Oberfranken be- 
schlossen , dem Museum unter Eigenthumsvorbehalt 3 Grabsteine 
der Familie Fraas aus den Jahren 1636, 1647 u. 1677 zu über- 
lassen, da an der Stelle, wo sie sich befanden, ihre Erhaltung ge- 
fährdet war, ohne dafs etwas für dieselben hatte geschehen können. 
Unter solchen Verhältnissen ist es natürlich lobenswerth und er- 
freulieh, wenn Grabsteine, die sonst allerdings ihre Bedeutung vor- 
zugsweise an der Stelle haben, die ilinen historisch zukommt, in 
einem Museum untergebracht werden ; und obwohl wir für die lange 
Reihe von Grabsteinen, die in unserm Museum glänzen sollen, Gips- 
abgüsse der Originale in Aussicht genommen haben, so sind doch 
unter solchen Verhältnissen die Originale selbst bei uns wohl auf- 
gehoben. Es haben ja auch früher schon manche durch Aufnahme 
in unser Museum Rettung gefunden , wo neben der Reihe von Ab- 
güssen sich auch Origiualsteine vom 4. bis 19. Jhdt. finden, die al- 
lein schon eine stattliche Reilie bilden würden. 

lieber die Entwicklung der dem Publikum vorgeführten Samm- 
lungen haben wir zu berichten, dafs nunmehr, nachdem während 
einer Anzahl von Jahren neues Material zur Geschichte der Glas- 
malerei gesammelt worden war, die seither schon schöne Reihe alter 
Glasgemälde durch Aufstellung dieses Materials so erweitert wurde, 
dafs nunmehr in ca. 600 Nummern eine vollständige Uebersicht der 
Erzeugnisse dieser Kunst vom 12. bis zur Mitte des 19. Jhdts. ge- 
geben ist. Neben den grofsartigen Arbeiten der monumentalen Glas- 
malerei des 12. bis 16. Jhdts. sind vom Schlüsse des 15. Jhdts. an 
die kleinen Werke der Kabinetsmalerei reich vertreten, mit denen 
vorzugsweise die profanen Räume geschmückt wurden. Doch hat 
neben denselben auch das 17. Jhdt. noch schöne Monumentalschei- 
ben für unsere Sammlung geliefert. Der allmähliche Verfall der 
einst so blühenden Kunst, wie er am Schlüsse des 17. Jhdts. ein- 
trat, vorzugsweise im 18. sich vollzog, lälst sich bis zum Jahre 1805 
verfolgen, aus welchem Jahre ein preul'sisches Staatswappen vor- 
handen ist, das freilich die Kunst auf allertiefster Stufe zeigt. Fast 
zu derselben Zeit, als diese Kunst trotz solcher vereinzelter Spät- 
linge als ausgestorben betrachtet werden durfte, trieb sie wieder 
die ersten neuen Blüthen, und unsere Sammlung enthält als deren 
älteste einen Schmetterling, der Frank, dem Wiedererfinder, zuge- 
schrieben wird. Die 20ger und SOger Jahre unseres Jahrhunderts 
sind durch eine nicht unbedeutende Reihe der Werke von Sauter- 



leute und Kellner d. il. vertreten. Wir glauben nicht, dafs irgend 
eine unserer Schwesteranstalten eine lehrreichere Serie besitzt. 

Bereicherung fand auch die Reihe der Uhren im letzten Monat 
wieder durch Gaben des Uhrmachervereins und hiesiger Uhrmacher. 
Zur Förderung dieser Bestrebungen haben ungenannt bleiben wol- 
lende Freunde des Unternehmens 25 m., die Herren Mayer und 
Daub in Mainz 20 m. dem Uhrmacherverein zu Nürnberg übergeben. 

Unser Handelsmuseum wurde durch Zeichnung eines Antheil- 
scheines von Seite der Handelskammer für den Kreis Baden zu Ba- 
den-Baden, je zweier solcher durch die Handels- und Gewerbe- 
kammer zu Dresden und durch den „Verein für Handlungscommis 
von 1858'' in Hamburg erfreut. 

Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende 
neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Von politisclieu Korporationen: Vaihingen. Oberamts- 
korpora tiou 10 m. 

Von Privaten : Aachen. Rhön, Architekt, 2 m. Absberg. 

Link, kath. Pfarrer und Distriktsschulinspektor, 4m. Bückeburg. 
Bernh. Sturtzkoijf, Rentier, 3 m. Erlangen. Dr. J. Rosenthal, Pro- 
fessor, 5m. Fürth. Wilh. Staufer, Hauptzollamtsverwalter, 2m. 
Kaiserslautern. Bettinger, Brauereidü-ektor, 3 m. ; Lud. Levy, Ar- 
chitekt, 2m.; Muck, Rechtspraktikaut, Im.; Dr. Schönfeld, Kon- 
servator, 3 m. Kassel. Fleitmann, Rittergutsbesitzer zu Freien- 
hagen, 3 m.; Rickmers, Fabrikant, 5 m.; Dr. Schier, Rechtsanwalt, 
3 m. ; Schuhmacher, Rentier, 3 m. ; Walther von Montbary, General- 
lieutenant a. D., 3 m.; Weifs, Regierungsbauraeister, 3 m. Osna- 
brück. Kaufmann, Landrichter, 3m. Ottensoos. Schmitzbei'ger, 
Expeditor, 1 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet: 

Von Privaten : Bremen. Dr. jur. Carl Tetens, Senator, 10 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I, Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen. 

(Nr. 8770—8778.) 

Nürnberg. G. Ben da, Antiquar: 6 Flugblätter in Kupferstich, 
17. — 19. Jahrb. R. Bergan: 3 Lackabdrücke mittelalterlicher 
Siegelstempel. Domeyer, Privatier: Kleines Geldbeutelchen, aus 
einer Nufs gefertigt, 17. Jahih. Nufs als Amulet incl. Fibgran- 
fassuug, 17. Jahrb. Kühn, Kaufmann: Emaillierter Kupferdeckel 
einer Taschenuhr, 18. Jahrh. Flugblatt v. 19. Jahrh. H. Schwabe, 
Professor : 2 Handzeichnungen , Bleistiftskizze von Leibl , Bleistift- 
skizze von Berger. Seyfried, Uhrmacher: Spindeluhrwerk mit 
Stunden-, Monats-, Mondwechsel etc., 18. Jahrh. Speckhardt, 
Hofuhrmacher: Emailliertes Zifferblatt, ca. 1800 — 1830. Uhr- 
macherverein: 4 Spindeluhren, 18. Jahrh. 2 Cyliuderuhrwerke, 
19. Jahrh. Boden eines Spindeluhrwerkes, 18. Jahrh. Taschenuhr- 
gehäuse aus vergoldetem Kupfer. Altes Taschenuhrpateutglas, 20 
Taschenuhrenkloben, 9 emaillierte Zifferblätter, ItS. u. 19. Jahrh. — 
Posen. Frhr. v. Hardenberg, k. Zollinspektor: Einige Flug- 
blätter in Kupferstich und Holzschn. 16. und 17. Jahrh. Kopie 
einer Initiale mit dem Hardenberg'schen Wappen. 



267 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



II. Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,580-47,652.) 

Basel. Dr. Moritz Heyne, Prof.: Ders., die Basler Glasma- 
lerei d. 16. Jhdts. 1883. 8. Sonderabdr. — Berlin. E, S. Mittler u. 
Sohn, Verlagsbuchh. : Jahresberichte der Geschichtswissenschaft 
etc.; hrsg. von Abraham, Hermann u. Meyer; I. Jhg. Ib78. 1880. 
8. Woldemar v. Seidlitz: Ders., Michael Wolgemut. Die 
Wandlungen seiner Malweise. Sonderabdruck. 8. — Bistritz (Sie- 
benb.) Gewerbeschule: Daichendt, Leitfaden für die Verfassungs- 
lehre von Ungarn. 1883. 8. Pr. — - Bonn. P. Hauptmann, Ver- 
lagsh.: Richter, St. Castor zu Coblenz ; II. Bd. 1881. 8. — Darm- 
stadt. Ernst Wörner, Rechtsanwalt: Ders., Miscellen aus der 
Geschichte und Kunstgeschichte Darmstadts. 1883. 8. Sonderabdr. 

— Donaueschingen. Progymnasium: Ausfeld, über die Quellen 
zu Rudolfs von Ems Alexander. 1883. 4. — Dresden. Statist. 
Bureau des k. silchs. Ministeriums d. Innern: Dass., Ka- 
lender u. Statist. Jahrbuch f. d. Königr. Sachsen auf d. J. 1884. 
1883. 8. St. L. Graf von Radolin-Radolinsky : Notices sur 
les familles illustres et titrees de la Pologne. 1862. 8. Grässe, Ge- 
schlechts-, Namen- u. Wappensageu des Adels deutscher Nation. 1876. 
8. — Frauenfeld. J. Hub er, Verlagsh. : Bächtold u. Vetter, Biblio- 
thek älterer Schriftwerke der deutscheu Schweiz ; Bd. I. IL IV. 

1877. 78. u. 82. 8. Staub u. Tobler, schweizerisches Idiotikon. 
IV. Heft. 1883. 4. - Graz. Dr. J. B. Holz in g er, Hof- u. Gerichts- 
advokat: Ders., zur Naturgeschichte der Hexen. 1883. 8. Sonder- 
abdr. Ders., Strafrechtsdenkmäler. 2. Sonderabz. Ders., über d. 
Gesetz v. 9. Jänner 1882, wirksam für d. Herzogthm. Steiermark, 
betr. die Vertilgung von Kleeseide. 1883. 8. Sonderabdr. — Greifs- 
wald. Universität: Index scholarum etc. 1883 — 84. 4. Verzeich- 
nifs der Vorlesungen etc. 1883. 4. — Gütersloh. C. Bertelsmann, 
Verlagsh. : Heman , Thomas und Felix Platter, zwei Lebensbilder 
a. d. Zeit der Reformation und Renaissance 1882. 8. — Hanau. 
Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Natur- 
kunde: Dies., Bericht etc. ; Januar 1879 — Decbr. 1882. 1883. 8. 

— Hannover. Hahn'sche Buchh.: Scriptores rerum Germanicarum : 
Waltrami liber de unitate ecclesiae conservanda. 1883. 8. — Heil- 
bronn. Gebr. Henninger, Verlagsh.: Seuffert, deutsche Litera- 
turdenkmale des 18. Jhdts.; Nr. 11: Klopstocks Messias. 1883. 8. 
Reifferscheid, Briefe von Jakob Grimm an H. W. Tydemau. 1883. 
8. Reifferscheid, Freundesbriefe von Wilhelm u. Jakob Grimm. 

1878. 8. Fischer, Briefwechsel zwischen Jakob Grimm u. David 
Friedrich Gräter. 1877. 8. Wendeler, Briefwechsel des Freih. Karl 
Hartwig Gregor von Meusebach mit Jakob und WiUi. Grimm. 1880. 
8. — Jena. Herrn. Costenoble, Verlagsh.: Schröter, Geschichte 
der deutschen Ilomer-Uebersetzung im 18. Jahrhdt. 1882. 8. Mo- 
thes, die Baukunst des Mittelalters in Italien; IV. Tbl. 1883. 8. 
Fried r. Frommann, Verlagsh.: Stüve, Geschichte des Hoch- 
stiftes Osnabrück; IIL Th. 1623 — 1648. 1882. 8. — Iglau. K. k. 
Staats-Obergymnasium: Wallner, Geschichte des Gymnasiums 
zu Iglau; IL Th. 1883. 8. Pr. — Karlsruhe. Badisch er Frauen- 
verein: Ders., 2:;. Jahresbericht etc. f. d. J. 1882. 1883 8. — 
Kempten. Jos. Kösel'sche Buchh.: Baumann, illustr. Geschichte 
des Allgäu's; 9. Heft. 8. — Konstanz. Grofsherzogl. Gymna- 
sium: Amersbach, über die Identität des Verfassers des gereimten 
Evangeliums Nicodemi mit Heinr. Hesler, dem Verfasser der ge- 
reimten Paraphrase der Apokalypse; 1883. 4. Pr. — Leipzig. F. A. 
Brockhaus, Verlagsh.: Fefsler, Geschichte von Ungarn; 2. Aufl. 



24. (Schi.) Liefg. 1883. 8. Die deutsche Universität Dorpat. 1882. 
8. Brockhaus, der Kurfürstentag zu Nürnberg i. J. 1640. 1883. 8. 
Alphons Dürr, Verlagsh.: Lamprecht, Initial-Ornamentik des 
8. 13. Jhdts. 1882. 4. Th. Griebens Veriag : Lyon, Minne- und 
Meistersang. 1883. 8. J. C. Hinrichs'sche Buchh.: v. Harlefs, 
Jak. Böhme und die Alchymisten ; 2. Aufl. 1882. 8. E. A. See- 
mann, Verlagsh.: Dobme, Kunst und Künstler im 19. Jhdt. ; 7. — 
10. Liefg. 1883. 8. T. 0. Weigel, Verlagsh.: Otte, Handbuch der 
kirchhchen Kunst-Archäologie des deutschen Mittelalters ; 5. Aufl. 
bearbeitet von E Wernicke ; Lf. 1 u. 2. 1883. 8. — Linz. ber- 
öste r reicher Gewerbe-Verein: Bericht über das Wirken und 
Gebahren im 40. Vereinsjahre, 1882—83. 1883. 4. Staats-Ober- 
Realschule: Ebner, die Longobardcn unter den Königen Albuin 
und Cleffo. 1883. 8. Pr. — Marburg. Gymnasium: Chronik des 
Gymnasiums zu Marburg von 1333 — 1883. 4. — Melk. K. k. Ober- 
gymnasium des Ben edictinerstift es: Gumpoltsberger, Melk 
in der Türkennoth des Jahres 1683. 1883. 8. Pr. — München. Ernst 
Stahl, Verlagsbuchh.: Mühlbauer, thesaurus resolutionum s c con- 
cilii etc., tom. IV., fasc. 16. 1883. 4. — Nürnberg. Fritz Emmer- 
ling: Fischerus, elegia in natalem incarnati tilii Dei etc. 1566. 4. 
Historischer Mercurius ; 31. Theil. 1714.8. Bibel, verdeutschet durch 
Dr. M. Luthern. 1715. 8. Hübner, Staats-, Zeitungs- u. Couversations- 
Lexicon. 1748. 8. Schmidt, fortgesetzte vollständige Sammlung hei- 
liger Reden. 1748. 4. Kinderlehr-Büchlein etc. 1756. 8. Altdorfische 
neu-eingerichtete Lieder-Tafel. 1754. 8. Nürnbergisches allgemeines 
Gesang-Buch. 1769. 8. Handelsvorstand: Ausführliche, wahr- 
hafte und authentische Beschreibung der grofsen u. jammervollen 
Wasserüberschwemmung zu Nürnberg, welche sich am 27. u. 28. 
Febr. 1784 ereignet hat. 4. Freund, verbesserter Haupt-Kalender 
auf das 1734. Jahr. 4. K. Kunstgewerb-Schule : Dies., Jahres- 
Bericht f. d. Schuljahr 1882,83. 1883. 8. — Rastatt. Grofsher- 
zogl. Gymnasium: Kremp , hebräische Studien. 1883. 4. Pr. — 
Regensburg. K. Lyceum u. »k. altes Gymnasium: Jahres- 
bericht etc., Studienj. 1882,83. 1883. 8. Seidl, Andre Chenier. 
1883. 8. Pr. — Ruhrort. Andrea u. Comp., Buchh.: Geschichte 
der Stadt Ruhrort. 1882. 8. — Schässburg. Evangel. Gymna- 
sium: Berwerth u. Fabini, fachwissenschaftl. Katalog der Biblio- 
thek des Gymnasiums in Schäfsburg ; IV. Tbl. 1883. 4. — St. Gallen. 
Friedr. Fischbach, Direktor der Kunstgewerbeschule: Ders., 
Ornamente der Gewebe, gr. 2. Ders., die Geschichte der Textil- 
kunst. 1883. 8. — Stuttgart. Th. Göbel: Ders., Friedr, König u. 
die Erfindung der Schnellpresse. 1883. 4. — Troppau. Staats- 
Gymnasium: Neumaier, des Lanzelet des Ulrich von Zatzikhoven. 
1883. 8. Pr. Wernigerode. Otto, Graf zu Stolberg- Werni- 
gerode, Erl.: Botho zu Stolberg- Wernigerode, Geschichte des 
Hauses Stolberg von 1210—1511. 1883. 8. — Stockerau bei Wien. 
C. M. Blaas: Ders., die Biene in der deutschen Volkssitte und 
-meinung. 1883. 8. Sonderabdr. — Wien. Comite zur Feier der 
400jähr. Einführung der Buchdruckerkunst in Wien: 
Mayer, Wiens Buchdruckergeschichte, 1482—1882. I. Bd.: 1482— 
1682. 1883. 4. K. k. akadem. Gymnasium: Weils, die röm. 
Kaiser in ihrem Verhältnisse zu Juden u. Christen; (Schi.) 1883. 
8. Pr. — Zittau. G. Korscheit, Oberlehrer: Nachrichten über 
die allgemeine Stadtschule zu Zittau; 70. Stück. 1883. 8. Renner, 
krit. u. gramat. Bemerkungen zu Homer. 1883. 4. Pr. Köhler, 
Freifrau Katharina von Gersdorf. 1883. 4. Pr. — Zug. Kantonale 
I nd ustrie- Schule u. städt. Ober-Gymnasium: Ribcaud, 
die zugerischen Pflanzennamen. 1883. 8. Pr. 



Schril'ten der Akadeniieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 

Friesch genootschap van geschied-, oudheid- en derde deel, aflevering twee. Leeuwarden, 1882. 8. Dat boek van 

taalkunde: den oorspronck. een handschrift, met inleiding en aanteekeningen, 

De vrije Vries. Mengelingen etc. Vijftiende deel, derde reeks, namens het . . Genootschap etc. bewerkt door G. H. vau Borssum 



269 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzelt. 



270 



Waalkes. — De Heinlmttersche gemeente te Akkum in 1797. (Uit 
mededeelingen van de beeren J. S. Bokma . . en G. Colmjou ) 

Vieronvijftigste Verslag etc. over het jaar 1881 — 1882. 

Kongelige Nordiske Oldskrift-Selskab : 

Aarbüger etc. 1882 Fjerde und 1883 Forste Hefte. Kjoben- 
havn. 8. Den europaeiske Bronzealders Oprindelse og forste üd- 
vikling, oplyst ved de aeldste Bronzefund i det sydöstlige Europa. 
Af Dr. Sopbus Müller. — Meddclelse angäende Faoröernes litteratur 
og sprog. Af Dr. Svend Grundtvig. — Skoldefrisen i Sorö Kirke. 
Et kritisk Bidrag til dansk Heraldik. Af Henry Petersen. 

Finska Vetenskaps-So cietet zu Helsingfors: 

Bidrag etc. Haftet 37 u. 38. 1882. 8. 

Öfversigt etc. XXini. 1881 — 1882. 8. 

Acta societatis scientiarum fennicae. Tomus II. Helsingforsiae. 
1883. 4. 

Gesellsch. f. Gescb. u. Altertbsk. der Ostseeprov. 
Russlands : 

Katalog der Riga'scben culturhistorischen Ausstellung . . 1883. 
8. VI und 244 Stn. Mit lö Lichtdi-ucktafeln. 

Gelehrte estnische Gesellschaft zu Dorpat: 

Sitzungsberichte etc. 1882. 1883. 8. Gesellschaftsangelegen- 
heiten. — Meister Stephan von Dorpat und sein Schachgedicht. Von 
F. Amelung. — Die Legenden der beiden heil. Antonii. Von Brand- 
stetter. — lieber einige Alterthümer aus dem Kirchspiel Hallist und 
Umgegend. Von J. Jung. —  Ueber gothische Lehnwörter im Estni- 
schen. Von Dr. Leo Meyer. — Das Sehachgedicht Meister Stephans. 
Von Dr. Schlüter. — Der Rinne-Kalns und seine Bedeutung für die 
ostbaltische Archäologie. 

Verein für si eb enbürgische Landeskunde: 

Korrespondenzblatt etc. VL Jhg. 1883, Nr. 7. 8. Sieben- 
bürgisch-deutsche Altertümer. (Forts.) — Die Kaisder Kommune 
im Besitz der dritten Quarte des Kaisder Pfarrerzehntens. Von J. 
Fröhlich. — Zur Geschichte des evangelischen Gymnasiums A. B. in 
Hermannstadt. Von H. — Epigraphisches. — Literatur etc. 

Archiv etc. N. Folge. 17. Bd. 8. Heft. . . Hermannstadt. 8. 
Zur Etymologie ^iebenbürgischer Flufs- und Bachnamen. Von J. 
Wolflf. — Beiträge zur alten Geschichte des Schenker Stuhles und 
der Markgenossenschaft im Sachsenland. Von Dr. Fr. Teutsch. — 
Unter Oesterreichs-Doppeladler Kriegsgeschichtl. Erinnerungen an 
und für seine Landsleute. Von G. D. v. Hermannsthal. (Schi.) — 
Zur Geschichte der Sachsen unter der Regierung Gabriel Bathory's. 
Von G. D. Teutsch. 

Verein f. Gesch. der Deutschen in Böhmen: 

Mittheilungen etc. XXI. Jahrg. Nr. 1-4. Nebst der literar. 
Beilage von Dr. Ludw. Schlesinger. Prag, 1882 u. 83. 8. Land 
und Leute im böhmischen Erzgebirge: Von C. Laube. — Studien 
zu böhmischen Geschichtsquellen. I. Die geschichtlichen Momente 
in dem Gedicht Ulrichs von Eschenbach „Wilhelm von Wenden." 
Von Dr. J. Loserth. — Magdeburger Schöppensprüche für Brüx. 
Von Dr. L. Schlesinger. — Das deutsche Volkslied in Böhmen. 
n. — V. Von A. A. Naaff. — Ueber den Fund von römischen 
Münzen in der Urquelle zu Teplitz. Von Dr. Gustav C. Laube. — 
Künstler der Neuzeit Böhmens XL Konr. Wiesner. Von Rud. 
Müller. — Beiträge zur Geschichte Nordwestböhmens. Von H. 
Gradl. — Der Grenzwald Böhmens. Von Dr. J. Loserth. — Böhmen. 
und Sachsen. Von H. Gradl. — Notizen zur älteren Topographie 
der Budweiser Gegend. Von K. Köpl. — Beiträge zur älteren Ge- 



schichte Böhmens. Von Dr. J. Loserth. — Ein deutsches Formel- 
buch. Von L. Schlesinger. — Miscellen. — Vereinsangelegenheiten. 
Die Wallenstein-Litteratur. Von Gg. Schmid. 

Register zu den Bänden I— XX der Mittheihmgen etc. Von 
Otto Lohr. 1882. 8. 

Zwanzigster Jahresbericht d. Vereins, f d. V. Jahr 1881—82. 
1882. 8. 

Mitglieder- Verzeichnifs dess. Vereins. 1882. 8. 

DeutscherVerein zur Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

Sammlung etc. Nr. 86. 8. Zum hundertjährigen Jubiläum des 
Luftballons. Kurze Geschichte der ersten Ballonfahrten im Jahre 
1783. Von Reinhold Schmidt. 

Verein für Landeskunde von Niederösterreich: 

Blätter etc. N. F. XVL Jhg. Nr. 1—12. Wien, 1882. 8. 
Favianis, Wien u. Mautern. Von Dr. Fr. Kenner. — Oesterreicher 
an italienischen Universitäten zur Zeit der Reception des römischen 
Rechtes. Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. (Forts, u. Schi ) — 
Beiträge zur niederösterreich. Rechts- und Verwaltungsgeschichte. 
Von Dr. G. Winter. (Forts.) — Ueber die Besitzverhältnisse in 
Niederösterreich zur Babenberger Zeit. Von Joh. Wendrinsky. — 
Zur Literatur der Weistümer Von M. A. Becker. — Beiträge zur 
Geschichte des österreichischen Münzwesens während der Zeit von 
1622 — 1650. Von Joh. Newald. — Versuch einer Topographie der 
verschollenen Ortschaften im Viertel unter dem Wienerwalde. Von 
St. Nein. — Das Geschlecht der Dachsberge in Niederösterreich. 
Von Dr. A. Kerschbaumer. — Rudolf von Habsburg und der öster- 
reichische Staatsgedanke. — Von Dr. H. R. von Zeissberg. — Das 
Münzwesen in Oesterreich zur Zeit König Rudolfs I. von Habsburg. 
Von Dr. A. Luschin von Ebengreuth. — Herzog Albrecht I. und 
die Dienstherren von Oesterreich. Von Dr. Gottfr. Friefs. — Ueber 
die authentischen Portraits König Rudolfs von Habsburg und dessen 
Grabsteine. Von Dr. E. Frhr. v. Sacken. — Das Stammwappen 
des Hauses Habsburg. Von Dr. E. G. Grafen von Petenegg. — 
Sphragistische Denkmale Albrechts, des ersten habsburgischen Her- 
zogs von Oesterreich, und seiner Gemahlin Elisabet. Von Dr. K. 
Lind. — Die Ruhestätten der ersten österreichischen Habsburger. 
Von dems. — Vereinsangelegenheiten etc. 

Register zu den Blättern d. Vereines, Jahrgänge 1865 — 1880. 
Wien, 1882. 8. 

Festschrift zur sechshundertjähr. Gedenkfeier der Belehnung 
des Hauses Habsburg mit Oesterreich. Von den histor. Vereinen 
Wiens^ Wien, im Selbstverlage des obigen Vereines. 1882. 8. 

Topographie von Niederösterreich. . . 2. Bd. 10. u. 11. Heft. 
Der alphabetischen Reihenfolge (Schilderung) der Ortschaften 7. u. 
8. Heft. Bogen 48—63. Wien, 1882. 4. 

K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien: 

Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 32. 8. Gesellschaftsange- 
legenheiten. — Die Prager Zunftfahnen. Von K. Grafen Mera- 
viglia-Crivelli. — Zur Geschichte des französischen Blasons. Vom 
Grafen Maurin de Nahuys. — Literatur. — Anzeigen. 

K. K. österr. Museum für Kunst und Industrie: 
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 215. Mit 1 Bei- 
lage. Wien. 8. Heinrich von Ferstel. Nekrolog von R. v. E. — 
Theophil von Hansen. Von dems. — Katalog der Th. Grafschen 
Funde in Aegypten. Von Dr. J. Karabacek (Forts.). 



271 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



272 



Gesellschaft für vervielfältigende Kunst: 
Die graphischen Künste etc. V. Jahrg., II. Heft. Wien, 1883. 
2. Die Galerie Schack in München. Von Dr. 0. Borggrün. 

Kronprinz-Album. 24 Lichtkupferstiche. Text von dem Ehen- 
genannten. Wien, 1883. 2. 

Wissenschaftlicher Club in Wien: 
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1888, Nr. 10 nebst der aufser- 
ordentl. Beilage Nr. 7. 8. Clubangelegenheiten. — Heinr. Freiherr 
von Ferstel f. Rudolf Ritter von Haidinger f. — Raphael Santi von 
Urbino. Von Dr. C. von Lützow. — Literatur. — Auf dem Trüm- 
merfelde Aventicums, des „Caput Helvetiorum". Eine Studie von 
J. Doblhoff. (Mit Abbildungen.) 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 
Der Kirchen-Schmuck etc. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 6 und 7. 
8. Erinnerungen an Maria Saal. (Mit Abbild.) — Maria Strafs- 
engel. (Schi. Mit Abbild.) — Giovanni Petro de Pomis. Von Jos. 
Wastler. (Schi.) — Die kirchliche Kunst im Domstifte Seckau. — 
Ueberblick über die Geschichte der Darstellung Christi am Kreuz 
bis zum dreizehnten Jahrhundert. — Ueber Paramentik. 

K. bayr. Akademie d. Wissenschaften z. München: 
Abhandlungen der histor. Classe. XVI. Bd. 3. Abthlg. Mün- 
chen, 1883. 4. Die Briefsammlungen Petrarca's und der venetiani- 
sche Staatskanzler Benintendi. Von Gg. Voigt. — Aus dem hand- 
schriftl. Nachlasse L. Westenrieders, 2. Abthlg. : Briefe Westen- 
rieders. Mit einem Anhange : Tagebücher aus den Kriegsjahren 
1805 und 1809. Von Aug. Kluckhohn. — Kaiser Karl V. und die 
römische Curie 1544 — 1546. 3. Abthlg.: Vom Wormser Reichstags- 
abschied bis zur Eröffnung des Trienter Concils. Von Aug. von 
Druffel. 

Sitzungsberichte der philos.- philologischen und histor. Classe 
ders. Akademie. 1882. II. Bds. 3. Heft., und 1883. 1. Hft. Ein 
Gedicht und ein Brief aus Freising von den Jahren 1084 und 1085 
und ein Labyrinth mit Versen säramtliches aus Cod. lat. 6394 der 
Münchener Bibliothek , nebst Nachtrag. Von Wilh. Meyer. (Mit 
Abbild.) — Die Genesis der christlichen Basilika. Von Dehio. 
(Mit Abbild.) — Beitrag zur militär. Würdigung, des Schmalkaldi- 
schen Krieges. Von A. v. Druifel. — Die unechte Geburt nach alt- 
nordischem Rechte. Von Maurer. — 

Sitzungsberichte der mathemat.-physikalischen Classe ders. Aka- 
demie. 1883, Heft 1. München. 8. 

Gedächtnifsrede auf Karl von Halm, gebalten in der öffentl. 
Sitzung ders. Akademie. ... am 28. März 1883 von Eduard Wölif- 
lin. München, 1883. 4. 

Briefe und Akten zur Geschichte des dreifsigjährigen ^frieges 
in den Zeiten des vorwaltenden Einflusses der Witteisbacher. 5- 
Band. Die Politik Baierns 1591—1607, 2 Hälfte. Bearbeitet von 
Felix Stieve .... hrsg. durch die histor. Commission bei ders. 
Akademie. München, 1883. 8. VI u. 984 Seiten. 
Görres-Gesellschaft: 

Histor. Jahrbuch etc. IV. Bd. 3. Heft. München, 1883. 8. 
Die neuere Literatur zur päpstlichen Diplomatik. II. Von Diekamp. 
— Die Nuntiaturberichte Giovanni Morone's vom Reichstage zu 
Kegensburg 1541. I. Von Dittrich. — Papst Paul V. und das 
venezianische Interdict. Von Nürnberger. — Literatur. 
Münchener Alterthums verein : 

Die Wartburg etc. X. Jhg. 1888. Nr. 6. 8. Künstlerurtheil 
und Kunsturtheil. Von M. Schasler. (Schi.) — Neuaufgefundene 



Wandgemälde in der Kirche zu Blutenburg. — Vereinsangelegen-, 
heiten. — Kleine Mittheilungen. 

Breisgau-Ver. „Schau-ins-Land" zu Freiburg i. Br.: 
Schau-ins-Land. 10. Jahrg. 1883. 4. Unsere alten Münster- 
glooken. Von F. Geiges. (Mit Abbild.) — Eine Ueberschwemmung 
des Breisgaues in alter Vorzeit. Von 0. von Eisengrein. — Wob- 
linsberg. Von G. Maurer. (Mit Abbild.) — 

Gesammtver. d. d. Gesch.- u. Alterthums vereine : 
Correspondenzblatt etc. 31. Jahrg. 1883. Nr. 6. Darmstadt. 
4. Ueber mittelaltrige Ortsbefestigungen, Landwehren, Warten und 
Pafssperren mit besonderer Rücksicht auf die hessischen und an- 
grenzenden Territorien. Von Wörner und Heckmann. (Mit Abbild.) 
— Ueber einen in der Nähe von Worms entdeckten römischen Vo- 
tivstein. Von Dr. Kühl. — Zu der bei Worms entdeckten Inschrift 
der Parcae. Von Karl Zangemeister. — Franziskus von Cronbergs 
Wappen. 1574. — Eltviller Feuerordnung saec. 16. — Wirksam- 
keit der einzelnen Vereine. — Notizen. 

Verein für Erdkunde etc. zu Darmstadt: 
Notizblatt etc. IV. Folge, 3. Heft. Nr. 15. 1882. 8. Mit 
Beilage der Mittheilungen der grofsh. hess. Centralstelle für die 
Landesstatistik. 

Lahnsteiner Altertumsverein: 

Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins etc. . . . 
1. Jahrg-. 1883. Nr. 7. 4. 

Urkundliche Nachrichten über die Familien von Lanstein. Von 
C. von Ledebur. (Forts.) — Zur Geschichte der Königsstulils und 
der Wenzelkapelle. Von J. Hellbach. (Forts.) — Rechnung des 
Johannes Hirfsfelt, Kellners in Schlofs Lahnstein 1444 — 1446. Von 
G. Zülch (Forts.) — Der Überfall in Schlangenhad 1709. (Aus 
einem Gerichtsbuche zu Erbach im Rheingau.) Von F. W. E. Roth. 
 — Aus einer verschollenen Urkundensammlung. Von R. Pick. — 
Vermischtes. 

Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. 
Zeitschrift etc. IV. Bd. 1. Heft. Romanistisehe Abtheilung. 
Weimar, 1883. 8. 

Kais. Leopol diuo- Ca rolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle; 

Leopoldina etc. Heft XIX, Nr. 9—14. 1883. 4. Akademie- 
Angelegenheiten. — Literatur etc. — Die 13. allgemeine Versamm- 
lung der deutschen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und 
Urgeschichte. 

Freiberg er Alterthums- Verein: 

Mittheilungen etc., herausg. v. H. Gerlach. 19. Heft. 1882. 8. 
Deutsches Wirtshausleben im Mittelalter unter besonderer Be- 
rücksichtigung Freiberger Verhältnisse. Von Dr. E. Ileydenreich. 
— Ein Freiberger Steuerregister aus dem Jahre 1546. Von Hingst 
und Gerlach. — Johannes von Freyberg, ein vergessener mittel- 
hochdeutscher Dichter und sein Gedicht „das Rädlein". Von Dr. 
Heydenreich. — Eine verlorene Chronik der Stadt Freiberg. Von 
Dr. H. Ermisch. — Gottfried Silbermann. Aus einem Vortrage von 
Dr. Dibelius. — Ein Beitrag zur Reformationsgeschichte : Die Flucht 
der Nonne Ursula, einer Herzogin von Münsterberg, aus dem Frei- 
berger Magdaleneukloster betr. Von Dr. Herzog. — Bilder aus 
Freibergs Vergangenheit. Von H. Gerlach. 1. — Literatur. — 
Vereiusangelegenheiten. 

Verein für Geschichte und Topographie Dresdens 
und seiner Umgebung: 



273 



Anzeis-er für Kunde der deutschen Vorzeit. 



274 



Mittheilungen etc. 4. Heft. 1883. 8. Der Bufsprediger Jo- 
hannes von Capistrano in Dresden und den Nachbarstädten 1452. 
Von Dr. 0. Richter. — Ein Brief Melanchthons. Mitgetheilt von 
dems. — Dresdener Strafsenscenen von 1552. Mitgeth. von dems. 

— Alt -Dresden und dessen Brand im Jahre 1685. Von E. Wido- 
mann. — Eine Quelle zur Baugeschichte Dresdens. Von C. Gurlitt. 

— Die Spiegelschleife bei Dresden. V^on A. Hantzsch. — Eine 
Ordnung für das Alumnat der Kreuzschule aus der 2. Hälfte des 
16. Jahrh. Mitgeth. von Dr. 0. Meltzer. — Ueber dramatische 
Aufführungen an der Ivreuzschule. (Nachtr.) Von dems. — Kleine 
Mittheilungen. Von Dr. 0. Richter. — Vereinsangelegeuheiten. 

Verein für Geschichte der Stadt Meifsen: 

Mittheilungen etc. I. Bds. 2. Heft. Meifsen, 1883. 8. Das 

Kloster zum heil. Kreuz. Von Dr. Seeliger. — Heinrich Leubing. 

Von Dr. Loose. — Der Durchzug Salzhurger Emigranten durch 

Meifsen. Nach dem Berichte des Stadtschreibers Gg. Gotth. Welk. 

— Vereinsbericht. 

Oberlausitzische Gesellschaft d. Wissenschaften: 
Neues Lausitzisches Magazin etc. 59. Bd. 1. Heft. Görlitz, 
1883. 8. Herzog Johann von Görlitz. Von Richard Gelbe. 

Verein für Geschichte und Alterthum Schlesiens: 
Zeitschrift etc. Namens des Vereins herausgeg. von Dr. C. 
Grünhagen. XVH. Bd. Breslau, 1883. 8. — Schlesien unter Kaiser 
Karl IV. Von C. Grünliagen. — Der Peterspfennig in Schlesien bis 
in die Mitte des XIV. .Jahrhdts. Von Dr. B. Maydorn. — Oppeln 
in der Franzosenzeit. Von 1807-1808. Von Dr. E. Wahner. — 
Geschichte der kathol. Pfarrer Patschkau. Von Dr. Kopietz. — 
Die Schule zu Steinau a. 0. zur Zeit der Piasten. Von H. Schu- 
bert. — Schlesier als Rectoren der Universität Leipzig in den ersten 
Jahrhunderten ihres Bestehens. Von Dr. P. Pfotenhauer. — Lau- 
rentius Corvinus, der Breslauer Stadtschreiher und Humanist. Sein 
Leben und seine Schriften. Von Dr. G. Bauch. — Das Minoriten- 
kloster zu Loslau. Von Hirsch. — Ueber die Verbesserung des 
niederen Schulwesens in Schlesien in den Jahren 1768 — 1769. Von 
Ed. Reimann. — Archivalische Miscellen. — Nekrologe. — Vereins- 
augelegenheiten. 

Scriptoves rerum Silesiacarum. XU. Bd. Geschichtschreiber 
Schlesiens des XV. Jahrhunderts. Herausg. von dem obigen Vereine. 
Breslau, 1883. 4. 

K. preufs. Akademie der Wissens eh. z. Berlin: 
Philosophische und histprische Abhandlungen aus dem Jahre 
1862. Berlin, 1883. 4. 

Sitzungsberichte etc. aus d. J. 1883, Nr. I— LIV. 1S83. 8. 
Ueber die Ueberlieferung der Annales Bertiniani. Von 6- Waitz. 

— Bericht über die polit. Correspondenz König Friedrichs II. Von 
Duncker. — Beiträge zur Geschichte der Mark Brandenburg aus 
Handschriften der königl. Bibliothek. Von Wattenbach. (Forts.) — 
Jahresbericht über die Thätigkeit der Kaiser! deutschen archäolog 
Gesellschaft. — Nachtrag zu Leibnizens und Huygens Briefwechsel 
mit Papin . . Von Gerland. 

Verein Herold in Berlin: 

„Der deutsche Herold-'. Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. (1883.) 
Nr. 7. und. 8. Berlin. 4. Vereinsangelegenheiten. — Ueber den 
Ursprung und das Wappen der Beaulieu-Marconnay Von A. de 
Basseroche. — Drei Adels-, bezw. Freiherrn- und Grafen-Diplome. 

— Quadische Ahnentafel aus der 1. Hälfte des 15. Jahrh. (Mit 1 
Tafel.) — Zur Bezeichnung des Adels. Von W Hagemeister. ^ 



Ahnentafel im Besitz des Herrn Julius von Römer zu Neumark. — 
Zur Genealogie der Familie von Rex nach den Kirchenbüchern von 
Uckrow. Von Gg. S. — Möllendorf. Ergänzungen zur Stammtafel 
des Geschlechtes in Nr. 4, Jahrg. 1878 des „Herold''. — Florentiner 
Grabsteine. Von E. D. d. J. (Mit 1 Tafel). — Genealogische No- 
tizen. — Miscelleu etc. 

Vierteljahrsschrift für Heraldik etc. XI. Jhg. 2. Heft. Ber- 
lin, 1883. 8. Beiträge zur Geschichte der freiherrl. Familie Röder 
von Diersburg. Von Hermann Frhr. Röder v. D. — Die Ilaccius. 
Von H. K. Eggers. — Adeliche Denkmäler in einzelnen scUesi- 
schen Kirchen. Von Friedr. v. Schwerin. - Vereinsangelegenheiten. 
Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshefte etc. Jahrg. 1883. Nr. 8. 8. Heinrich Schütz 
und Christoph Kaldenbach. Von Dr. L. H. Fischer. — Die Vor- 
gänger Bach's und Händel's — Totenliste des Jahres 1882, die Mu- 
sik betreffend. (Schi.) — Mittheilungen. — Die Musikwerke der k. 
Universitäts-BibHothek in Göttingen. Verzeichn. von Albert Quanz. 
Gesellsch. f. Anthropologie, Ethnologie u. Urgesch. 
zu Berlin: 

Zeitschrift etc. XV. Jahrg. 1883, Heft III. 8. Der Zauber 
des „rückwärts Singens und Spielens." Von Dir. W. Schwartz. 
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verhandlungen etc. Bd. X. Nr. 3 und 4. 8. Gesellschafts- 
angelegenheiten. — Geographische und Literatur-Notizen. 
Deutscher Graveur- Verein zu Berlin: 
Graveur-Zeitung etc. VIII. Jahrg. 1883. Nr. 1. 4. Vereins- 
angelegenheiten. — Zu den Kunstbeilagen. 

Verein f. Gesch. u. Altertumsk. des Herzogtums u. 
Erzstiftes Magdeburg: 

Geschichts-Blätter etc. XVIH. Jhg. 1883. 2. Heft._ Magde- 
burg. 8. Dr. Heinrich Toke, Domherr zu Magdeburg. Beitrag zur 
Vorgeschichte der Reformation. Bearbeitet von E. Breest. (Forts. 
u. Schi.) — Spiele aus dem Magdeburger Lande mit Beiträgen aus 
anderen Gegenden Norddeutschlands . . . Gesammelt von Ph. AVe- 
gener. — Ein Lehnbuch der Grafen zu Holstein-Schauenburg, aus 
einer Handschrift des Fürstl. Hausarchivs zu Bückeburg. Mitgeth. 
von H. Holstein. — Willkür der Stadt Aken. Mitgetheilt von W. 
Zahn. — Miscellen. — Zur Geschichte der Magdeburger Stadtbi- 
bliothek. Von Fr. Hülfse. — Vereius-Chronik. 

Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg: 
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883, Nr. 7 und 8. 4. 
Vereinsangelegenheiten. — Der Styl in den Erzeugnissen der Men- 
schenhand Von 0. Baumgarten. 

Verein für hamburgische Geschichte: 
Mittheilungen etc. 6. Jhg. 1883. Nr. 4—6. 8. Aus den 
Rechnungsbüchern des Schiffbauer-Amts. — Giefser und Geschütze. 
Von Dr. 0. B. und von K. Koppmann. — Johann August von Hol- 
stein-Gottorp. Von Lieboldt. — Sammlung hamburgischer Alter- 
thümer! — Hamburgisch-ostfriesische Verhältnisse. — Zur Handels- 
geschichte Hamburgs. Von K. Koppmann. — . Das Todtenbuch der 
Brüderschaft U. L. Frauen der Krönung im Dom. Von dems. — 
Isaak Berwins 1615. Von W. Sillem. — Dominicus van der Smis- 
sen, — Schifl'hek und Spökelberg. Von Dr. 0. B. 

Gesellsch. f. ältere deutsche Geschichtskunde: 
Neues Archiv etc. VIII. Bd. 8. Heft. Hannover, 1888. 8. 
Ueber Todtenbücher der Bisthümer Cur und Constanz. Von F. 
L. Baumann. — Das paläographische Prachtwerk des Grafen Bast- 



275 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



276 



ard. Von W. Wattenbach. — Ueber die alamannischen Formel- 
sammlungen. Von K. Zeumer. — Päpstliche Originalurkunden im 
Pariser Nationalarchiv (von Formosus bis Cölestin III.) Von S. 
Lüwenfeld. — Fundatio ecclesiae Scti. AJbani Namucensis. Von 
H. Bresslau. — Miscellen. — Nachrichten. 

Münzforscher-Verein zu Hannover: 

Numismat. - sphrag. Anzeiger etc. XIV. Jahrg. 1883. Nr. 7. 
8. Die Münzen der Herzogthümer Bremen u. Verden etc. (Forts.) 
— Zur Münzkunde der Herzogthümer Bremen u. Verden. 

Blätter für Münzfreunde etc. XIX. Jahrg. 1883, Nr. 110. 
Leipzig. 4. Vereinsangelegenheiten. — Nachträge u. Berichtigun- 
gen zu Merzdorfs Jever'schen Münzen. — Die letzten Kupferkreu- 
zer süddeutscher Währung. Von K. Bissinger. (Mit Abb.) Ueber 
Christian Wermuth und seine satirischen Medaillen. Von M. J. 
Meifsner. (Forts.) — Tabellarische Uebersicht der nach dem Conven- 
tions-, dem XIV- Thaler- und dem XXX-Thaler-Fufsf geschlagenen 
Courant-Münzen des Königreichs Sachsen nebst einem Anhange von 
Probemünzen und Abschlägen aus der Zeit von 1806—73. Von V. 
Holilfeld. — Münzsammlungen. — Die Numismatik auf der Amster- 
damer Ausstellung. 

Architekten- u. Ingenieur-Verein zu Hannover: 

Zeitschrift etc. XIX. Bd. Heft 1—4. 1883. 2. Vereinsan- 
gelegenheiten. 

Historischer Verein für den Niederrhein etc.: 

Annalen etc. 39. Heft. Köln, 1883. 8. Zur Geschichte der 
Stadt u. des ehemaligen Amtes Rheinsberg. Von Richard Pick. — 
Das Ausgabebuch der Mittwochs-Rentkammer zu Köln f. d. Jahre 
1370 bis 1380. Von J. J. Merlo. — Ein Beitrag zur Stimmung 
der Völker am Niederrhein 1797—1798. Von Rud. Goke. — Ein 
Bericht des Kurfürsten Joseph Clemens von Köln über die Vertrei- 
bung der Holländer aus Bonn am 11. Dezember 1715. Mitgeth- 
von Dr. K. Th. Heigel. — Miscellen etc. 

Historische Gesellschaft des Kantons Aargau: 

Argovia. Jahresschrift etc. XIII. Bd. Taschenbuch für das 
Jahr 1882. Vereinschronik. — Friedrich Frey-Herose, Bundesrath- 

Allgemeine geschichtforschende Gesellschaft der 
Schweiz: 

Jahrbuch etc. 8. Bd. Zürich, 1883. 8. Gesellschaftsange- 
legenheiten. — Die Eidgenossen und die Grafen von Toggenburg: 
Ursprung und Charakter des alten Zürichkrieges. Von Dr. K. 
Dändliker. — Die Vogtei Cur. Ein Beitr. z. Gesch. der Stadt Cur. 
Von Chr. Kind. — Geschichte der habsburgischen Vogtsteuern. 
Von Dr. P. Schweizer. — Benedict Fontana, eine schweizerische 
Heldenlegende. Von Dr. Ferd. Vetter. 

Antiquarische Gesellschaft in Zürich: 

Anzeiger für schweizerische Alterthumskuude. Nr. 3. 1883. 
8. Ausgrabungen auf der Ileidenburg im Aathal. Von H. Messi- 
kommer, Sohn. — Der Salezer Bronzefund. Von Chr. Kind. — 
Bronzefunde aus den Pfahlbauten bei Zürich. Von E. S. — Römi- 
scher Altarstein. Von Seh. — Gräberfunde aus dem Wallis. Von H. 
Ritz. (Mit Abbild). — Der Thurm an der „Seefuhren"' zu Buochs. 
Von Dr. J. Wyrsch. — Zur Geschichte des Klosterbaues von St. 
Urban. Von Th. von Liebenau. — Fagadenmalerei in der Schweiz. 
Von S. Vögelin. (Forts.) — Zur Statistik schweizericher Kunstdenk- 
mäler. V. Von J. R. Rahn. — Miscellen. — Kleinere Nachrichten. 
— Literatur. 



liiteratur. 

Neu erschienene Werlie. 

5) Wiens Buchdrucker-Geschichte 1482—1882, heraus- 
gegeben von den Buchdruckern Wiens, verfafst von Dr. An- 
ton Mayer. Erster Band, 1482—1682. Wien, 1883. Ver- 
lag des Comites zur Feier der vierhundertjähr. Einführung 
der Buchdruckerkunst in Wien. In Commission bei Wil- 
helm Frick, k. k. Hof-Buchhändler XVI u. 404 Seiten. 4. 
In den letzen Jahren hat eine Reihe deutscher Städte, wie 
München, Leipzig, Wien, die heute so Hervorragendes auf dem Ge- 
biete der Buchdruckerkunst und den mit dieser auf das engste ver- 
bundenen- graphischen Künsten leisten, das vierhundertjährige Ju- 
biläum der ersten Ausübung der Buchdruckerkunst innerhalb ihrer 
Mauern festlich begangen. In Leipzig und Wien wurden bei dieser 
Gelegenheit Ausstellungen veranstaltet, welche die Anfänge und den 
Fortgang der Buchdruckerkunst in den betreffenden Städten über- 
sichtlich zur Darstellung brachten. Mit grofser Freude ist es zu 
begrüfsen, dals das in Wien gebildete Fest-Comite sich nicht mit 
dieser Ausstellung begnügte , sondern den anerkennenswerthen Be- 
schlul's falste , zur bleibenden Erinnerung an diese Feier durch eine 
umfassende Buchdruckergeschichte Wiens ein literarisches Denkmal 
zu errichten. Von diesem Werke, dessen Ausarbeitung im Januar 
1880 Herrn Professor Dr. Anton Mayer übertragen wurde, liegt 
uns nunmehr der stattliche erste Band, umfassend die Zeit von 
1482 — 1682, vor. Auf Grund eingehender Studien der Quellen, so- 
weit sie durch Bibliotheken und Archive »geboten werden, hat der 
Verfasser ein möglichst ausführliches Bild — ein erschöpfendes kann 
man ja in diesem Falle nicht sagen, da es unmöglich ist, alle Biblio- 
theken der Welt nach den einschlägigen Werken zu durchforschen, 
— der Thätigkeit der Wiener Buchdrucker bis zum Jahre 1682 ge- 
geben. Nach einer kurzen Einleitung über die Erfindung und Ver- 
breitung der Buchdruckerkunst überhaupt und speziell in den öster- 
reichischen Ländern und der eingehenden Beschreibung der fünf 
höchst seltenen Erstlingsdrucke Wiens von 1482, deren Drucker 
leider unbekannt ist, aber vielleicht in Folge der in dem Werke 
veröffentlichten zahlreichen Facsimiles derselben durch Vergleichung 
der verwendeten Tj'pen nachgewiesen werden kann, werden die ein- 
zelnen Wiener Offizinen bis zum J. 1682 aufgezählt, und ferner mit- 
getheilt, was über die Lebensumstände der einzelnen Buchdrucker be- 
kannt ist, eine Uebersicht über die Thätigkeit jeder Offizin gegeben,' 
die Ausstattung ihrer Werke besprochen u. s. w. , endlich alle Er- 
zeugnisse jeder Presse bis zum J. 1640 einzeln angeführt, soferne 
sie in Denis' Wiens Cuchdruckergeschichte bis zum Jahre 1560 und 
dem Nachtrage hiezu noch nicht enthalten sind, von 1641 — 1682 
aber nur die hervorragendsten Drucke verzeichnet. Die reichste Aus- 
beute für dies^ bibliographischen Verzeichnisse boten selbstverständ- 
lich die österreichischen Bibliotheken ; doch wurden aufser vielen 
deutschen auch noch verschiedene Schweizer, eine Reihe italienischer 
und spanischer Bibliotheken durchforscht, während die reichen eng- 
lischen, sowie die russischen Bibliotheken sich leider ablehnend ver- 
hielten, und also aus diesen später wohl noch manche Ergänzung der 
Verzeichnisse erwartet werden darf. Welch umfassendes Material der 
Herausgeber zu sammeln verstand, beweist die Thatsache, dafs er 
von Johann Winterburger, der von 1492 — 1519 druckte, und von 
dem Denis 79 Druckwerke nachwies , noch weitere 27 Stück an- 
führt, von Johann Siugrenius (1510—1545), von welchem Denis 253, 



277 



Anzeigni' für Kunde der deutschen Vorzeil. 



278 



Drucke kannte, nicht weniger als 161 weitere Prefserzeugnifse, da- 
runter allerdings sehr viele Mandate und polizeiliche Verordnungen 
(meist Einblattdrucke), bekannt gibt und in ähnlicher Weise bei den 
übrigen Druckern die Verzeichnisse von Denis ergänzt. 

Sehr anzuerkennen ist, dafs bei jeder Nummer angegeben wird, 
wo sich das betreffende Werk befindet, oder auf Grund welcher 
archivalischer Nachrichten, welcher anti(|uarischer Kataloge etc. die 
Existenz dieses oder jenes Werkes angenommen wird. In besonde- 
ren Kaiiiteln wird die Einrichtung der alten Offizinen und ihre 
Technik, der Nachdruck, die Privilegien, die Censur, der Buchhan- 
del, die geistige Strömung in Wien u. s. w. behandelt. Das Werk 
ist als Muster einer Buchdruckergeschichte irgend einer Stadt oder 
eines Gebietes zu betrachten und entspricht allen Anforderungen, 
die an ein solches Werk von den verschiedensten Standpunkten 
aus gestellt werden können. Selbstverständlich ist der typographischen 
Ausführung des Werkes die gröfste Aufmerksamkeit geschenkt wor- 
den, und es darf dasselbe als ein Meisterwetk der moderneu Wiener 
Buchdruckerkunst bezeichnet werden. Die ornamentale Ausstattung 
entspricht jeweils der Zeit, welche die betrefl'enden Kapitel behan- 
deln ; ihre Motive wurden meist den betreffenden Wiener Drucken 
entnommen. Die übrigen Illustrationen: AVappen, Buchdrucker- 
zeichen, Textproben, Buchillustrationen, Initialen, Bordüren, Vig- 
netten u. s. w. sind in verschiedenen Techniken ausgeführt; ein Mei- 
sterwerk der Chromo-Xylographie ist unzweifelhaft das prächtige 
Titelblatt, das von H. Knöfler ausgeführt wurde. 

6) Erlauer Spiefe. Sechs altdeutsche Mysterien, nach einer 
Handschrift des XV. Jahrhunderts zum erstenmale herausge- 
geben und erläutert von Dr. Karl Ferd. Kummer. Wien, 
A. Holder. 1882. 8. LXl u. 197 Stn. 

Erst seit neuester Zeit wendet man sich mit gröfserem Eifer 
der Erforschung der Uebergangsperiode vom Mittelhochdeutschen 
zum Neuhochdeutschen zu ; und hier drängt sich von selbst das 
Drama in den Vordergrund, denn es ist die bedeutendste poetische 
Errungenschaft dieser Zeit und literarhistorisch um so wichtiger, 
weil es von nun an im Mittelpunkte der neueren Dichtungsgeschichte 
bleibt, wie schon Gervinus hervorgehoben hat. Auch Kummer hat 
durch sein Buch die Kenntuifs vom Inhalte und der Entwicklung 
des geistlichen Schauspiels iüi 15. Jahrb. gefördert. Er ediert in 
demselben sechs bisher unbekannte Stücke aus einer Handschrift 
der erzbischöflichen Diöcesan-Bibliothek von Erlau: 1) ludus in cu- 
nabilis Christi, 2) ludus trium magorum, 3) visitacio sepulchri in 
nocte resurrectionis, 4) ludus Mariae Magdalenae in gaudio, 5) lu- 
dus ludaeorum circa sepulchrum domini, 6) Marienklage. Unter 
dem Texte, bei dem K. „auf die billige Herstellung gleichmäfsiger 
Verse durch Ausscheidung überschüssiger Füllwörter, Vorsilben, ton- 
loser 6 oder- Einsetzung der letzeren verzichtet" hat, finden sich 
reiche Belege, welche den Zweck haben, die Verwandtschaft der 
Erlauer Spiele mit andern altern oder Jüngern Spielen nachzuweisen. 
In der Einleitung behandelt K. eingehend die Ueberlieferung, die 
Laut- und Sprachformen, die Verskunst, die Heimat der Spiele und 
versucht im letzten Kapitel, auch die Erlauer Spiele in den Zusam- 
menhang der übrigen bekannten Mysterien einzureihen. Hinter dem 
Texte steht ein ausführliches Glossar, welches auch dem des Mhdn ' 
unkundigen Leser die Lektüre der Spiele ermöglicht. So hat K. 
diese Denkmäler durch eine allseitige Behandlung ausgezeichnet ; 
was ich aher in derselben für fehlerhaft und lückenhaft halte, habe 



ich in der Zeitschr. für deutsche Philologie XV., 364 — 376 zur 
Sprache gebracht. J. E, Wackernell. 

7) Oettingana. Neuer Beitrag zur Oettingi sehen 
Geschichte insbesondere zur Geschichte des 
Oettingischen Münzwesens von Wilhelm Frei- 
herrn Löffelholz von Kolberg. Als Manuscript ge- 
druckt (1883). gr. 8. LX und 278 Seiton. Nebst einem 
Oettingischen Stammbaum etc. 

Im vorigen Jahre hatte der Verfasser des uns vorliegenden 
Werkes das seltene Glück, die vierzigjährige Wiederkehr des Tages 
feiern zu dürfen, an welchem er zur Leitung der fürstlich Oettin- 
gen-Wallerstein'schen Kunst- und wissenschaftlichen Sammlungen 
berufen wurde, die von üim vollständig neu geordnet, katalogisiert 
und der Gelehrtenwelt zugänghch gemacht wurden, welche ihrer- 
seits nicht verfehlte, dem Jubilare die Ausdrücke ihrer herzlichsten 
Antheilnahme an diesem Feste zukommen zu lassen. Gerade die 
Forscher, welche die fürstlichen Sammlungen benützten, wufsten ja, 
dafs der Leiter derselben sich nicht begnügte, dieselben einfach 
zu katalogisieren und trockne , lediglich zu Verwaltungszwecken 
dienende Kataloge anzufertigen , sondern dafs er seine Blicke auch 
darüber hinaus auf die Zustände und Verhältnisse warf, die mit 
den einzelnen Stücken der Sammlungen in Beziehung standen, und 
in liebenswürdiger Weise, namentlich Jüngern Gelehrten, von dem 
reichen Schatze seiner Kenntnisse mittheilte. Unser Werk, das ei- 
nen gelungenen Beweis bildet, wie vortrefflich es der Verfasser ver- 
steht, den Katalogen Leben einzuhauchen, behandelt eine besondere 
Abtheilung der fürstlichen Sammlungen, die als ein „Oettingisches 
Museum" ausschliefslich der Hausgeschichte gewidmet ist. Von der 
in derselben enthaltenen Sammlung Oettingischer Münzen und Me- 
daillen wird ein genaues, ausführliches, musterhaft bearbeitetes Ver- 
zeichnifs gegeben, welches auch die Stücke anführt und beschreibt, 
die sich als grofse Seltenheiten in anderen Sammlungen befinden, 
da natürlich von der Verwaltung des Kabinetes nichts versäumt 
wird, die Oettingischen Gepräge zu vervollständigen. Dieses, eine 
möglichst vollständige Uebersicht der Thätigkeit der Oettingischen 
Münzstätten gebende Verzeichnifs ist von einer ausführlichen Ge- 
schichte des Oettingischen Münzwesens begleitet, die auf Grund 
eingehender literarischer und archivalischer Forschungen und Stu- 
dien aufgebaut ist und die Bedingungen erörtert, unter denen die 
Münzen entstanden, den Einflufs bespricht, welchen die Münz-, so- 
wie die allgemeinen politischen und wirthschaftlichen Verhältnisse 
der betrefl'enden Epochen auf dieselben ausübten, und wie sich 
diese dann' in denselben wiederspiegelten. Auch der Darstellung 
der Lebensverhältnisse der betreffenden Glieder des fürstlichen, bezw. 
gräflichen Hauses wurde besondere Aufmerksamkeit, namentlich bei 
der Beschreibung der Medaillen , gewidmet. Dem durch diese Ar- 
beiten gelieferten werthvollen Beitrag zur Oettingischen Geschichte 
geht ein ausführliches Verzeichnifs und eine kurze Würdigung der 
früheren Arbeiten auf diesem Gebiete voran , wie es in solcher 
Vollständigkeit wohl kein zweiter zu liefern im Stande gewesen 
wäre. 

Hiemit ist aber der reiche Inhalt des Buches noch nicht er- 
schöpft. Zur Münzgeschichte gehören noch neun im Originalwort- 
laute abgedruckte Privilegien , Verträge , Ordnungen u. s. w. Eine 
weitere Abhandlung gibt auf Grund der neuesten Forschungen die 
Geschichte des Oettingischen Wappens, der sich noch der Stammbaum 



27^ 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



280 



der Fürsten von Oettingeu anschliefst. Als Illustrationen des Wer- 
kes dienen zwei Tafeln Münzabbildungen, 1 Tafel Siegelabbüdungen 
und 3 Tafeln Wappenabbildungen, darunter 2 in litbographischem 
Farbendruck nach Zeichnungen von Eugen Freiherrn Lüffelholz von 
Kolberg, dem Sohne des Verfassers. Das Buch dürfte nicht allein bei 
den Numismatikern , Heraldikern und Genealogen , sondern in noch 
weiteren Kreisen Interesse erregen und jedem Freunde vaterlän- 
discher Geschichte willkommen sein. 



Teruiischte Nachricliten. 

157) Geeste münde, 26. Juli. In dem zwischen Loxstedt 
und Bexhövede , etwa 7 Kilom. von hier belegenen , aus zwei An- 
bauerstellen bestehenden Dünenfähr ist bei Gelegenheit der Auf- 
forstung der Heideflächen ein umfangreicher Urnenfriedho f ent- 
deckt worden. Schon im Frühjahr gelangten 36 Urnen in den Be- 
sitz des Provinzialmuseums zu Hannover. Neuerdings sind in Folge 
der durch den Studienrath Müller geleiteten Ausgrabungen wiede- 
rum 112 Urnen zu Tage gefördert worden. In einigen haben sich 
auch Beigaben von Bronze und Eisen, Perleu, Armringe, Fibeln, 
Haken, Messer, Ringe etc. gefunden. Ben wichtigsten Fund ergab 
eine Urne mit zwei römiscJien Bronzemünzen, von denen die 
eine, aus dem Jahre 326 stammende dem Crispus, einem Sohne Kon- 
stantin's des Grofsen, die andere dem Konstantin II. (323 — 337) 
zugeschrieben wird. Diese wichtigen Funde lassen auf das hohe 
Alter des Dünenfährer Urnenfeldes schliefseu. 

(Nordd. AUgem. Zeit., Nr. 348.) 
Der Eaumersparnifs wegen begnügen wir uns mit dieser kurzen 
Notiz ; eine eingehende , sachgemälse Darstellung findet sich in Nr. 
13135 der Weserzeituug vom 26. Juli. 

158) Bretten. Auf dem sogenannten Schänzle wurden am 
18. und 19. April d. J. vom Karlsruher anthropologischen und 
Alterthumsverein Ausgrabungen veranstaltet und folgende Alter- 
thümer zu Tage gefördert : Reste eines eisernen Schwertes in eiser- 
ner Scheide mit Spuren aufgesetzter Verzierung, ein kleiner Ring 
von dickem Golddraht, Fragmente einer eisernen Speerspitze, Feu- 
ersteinsplitter, ein kleiner dicker Eisenring von 3 cm. Durchmesser, 
dünne, massive, offene, runde Fufsringe von Bronze, welche noch 
an den Unterschenkelhnochen ihres ehemaligen Trägers steckten, 
ein sehr zerstörter Nadelkopf von Bronze, Reste eines rohen, rotheu, 
zum Theil verzierten Thongefäfses, endlich drei vortrefflich erhaltene 
Steinwerkzeuge : ein scharf geschlifi'ener Steinmeilsel von 4,6 cm. 
Länge und fast derselben Breite aus Amphibolschiefer, ein durch- 
bohrter Steinhammer von 12 cm. Länge aus demselben Gestein und 
ein vortrefi'lich poUertes hellgrünes Jadeitbeil von 9,4 cm. Länge 
und 5,1 cm. Breite. (Zeitschr. i. Museol. u. Autiquitkde., Nr 13.) 

159) Am 1. Mai d. J. wurde zwischen der Norbert- und Stein- 
feldergasse ein von Flachziegeln bedeckter, zerfallener römischer Blei- 



sarg gefunden. Aufser Skelettresten lagen darin Reste von Glä- 
sern und ein goldener Ring mit blauer Email. Ebendaselbst wurde 
ein zerbrochener römischer Grabstein mit sehr interessanter In- 
schrift ausgegraben. (Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitkde., Nr. 13.) 

160) Plauen i. V. Im vorigen Monat wurde ein irdener, mit 
einem Tuche zugebundener Topf gefunden, welcher circa 500 Stück 
Bleissner und hessische Groschen aus dem 15. Jahrhundert enthielt. 

(Zeitschr. f. Museol. u. Antiquitkde., Nr. 14.) 

161) In Senversholz (Post Titting, Bayern) machte ein 
Maurer, als er in seinem Garten einen Backofen wegrifs, einen Fund- 
kleiner Silbermünzen. Es waren ca. 90 Stück, von denen der Finder 
eine kleine Anzahl verkauft und verschenkt hat, bis er mir den 
Fund verkaufte. Die 76 Stück, welche ich erhielt, gehen in ihren 
Jahrzahlen nicht über 1615 hinaus und vertheilen sich auf: (was 
gesperrt gedruckt ist, sind ältere Stücke): Anhalt (1), Barby (1), 
Böhmen (1), Campen (6), Cölu, Bisth. (1), Chui'pfalz (12, dabei 
ein seltenes Zweikreuzerstück v. Joh. Gas. als Administrator 
mit: HEIDELBERG.), Corvey (2), Frankfurt a. M. (1), Fries- 
land (1), Halberstadt, Bisth. (1), Hanau (5), Jülich (1), Lippe (1), 
Mailand (1, von Karl V. ; die älteste Münze des Fundes), Münster- 
berg (1), Nassau (1), Polen (1), Pommern (1), Salm-Dhaun (2), 
Schauenburg (3), Schaffliausen (6), Solms (6), Spanisch- Nieder- 
lande (2), Strafsburg, Bisth. (2), Str., Stadt (2), Thoren (1), Tirol 
(1), Uri und Unterwaiden gemeinschaftlich, unedirter Groschen 
1600 (1), Venedig (1), Zug (3), ZwoUe (4). Die Münzen sind sämmt- 
lich sehr gut erhalten; das Krüglein, in welchem sie aufbewahrt wa- 
ren, wurde zertrümmert. Es ist merkwürdig, dafs in diesem Funde 
nicht ein Gepräge ist, welches iu das Fundgebiet (Mittelfranken) ge- 
hört; kein einziger Bayer, Nürnberger, Brandenburger, Eichstätter, 
Bamberger etc ! C. F. G. 

162) Bei Gelegenheit der Einlegung eines alten Häuschens in 
Gibitzeuhof (Nürnberg) fand mau neben dem Schlot in der Dach- 
höhe ein blechernes Kästchen mit Münzen; es sollen circa 1000 
Stück gewesen sein. Die Münzen wurden von dem Finder in 4 Par- 
tien getheilt und so zum Verkauf gebracht. Die Münzen waren 
ohne numismatischen Werth und stammten gröfstentheils aus der 
ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ; die gröfsten und schönsten 
waren brandenburgische Sechskreuzerstücke von 1748. 

C. F. G. 

163) Wunsiedel, 27. Jiüi. Anläfslich der Vorarbeiten zu 
einem Kanal wurden verschiedene alte Münzen und Gegenstände 
von Eisen gefunden. Ferner wurde ein Gewölbe entdeckt, welches 
wahrscheinlich in früheren Zeiten als Kasematte gedient hat. Man 
glaubt, dafs noch weitere Funde gemacht werden. 

(Frank. Kurier, Nr. 383, n. B. a. d. 6 Ae.) • 

164) Halle a. S. Ein Theil des sogenannten Residenzgebäu- 
des ist von der Regierung dem Provinzialverband zur Errichtung 
eines Pro\'inzialmuseums vorläufig auf 30 Jahre überlassen worden. 

(Zeitschr. f Museol. ii. Antiquitkde., Nr. 14.) 



Herausgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. F rommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald in Nürnberg. 



Nürnberg;. Das AbonDemeut des Blat- 
lea, welches alle Monate orscheint, wird 
ganzjalirig angenommen unJ beträgt nach 
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amtern und Buchhandlungen Deutsdilands 
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Für Frankreich abonniert man in 
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Neue Folge. 




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rietta- Street Coveut- Garden in London; 
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men und Hamburg. 

Alle ftir das germau. Museum be- 
stimmten yendungeu auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
sionär der Uterar ,-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A.Brockhau8in Leipzig, be- 
fördert. 





LT 



Dreissigster Jahrgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS. 

JSl 10. 



Oktober. 



Wisseiiscliaftliche Mit(liwliiii2:eii. 



Die heiligen Bluts -Kapelle der Cistercicuser- Abtei 
Doberciu. 

2. 
Der alte Volksname des Thürmchens bei der Kirche 
dürfte uns auch zur richtigeu Erkenutnifs seiner ehe- 
maligen Bestimmung' leiten. Die jetzt allgemeine Be- 
zeichnung heiligen Bluts-Kapelle ist ihm erst durch den 
ak Forseher und Finder mecklenburgischer Altertliümer 
hochverdienten Dr. Lisch seit 1844 (J. B. 9, 412) ge- 
geben. Auf seine gewichtige Autorität ist sie unbesehen 
überall angenommen, in Mecklenburg um so eher, als 
der Is^ame hier schon zuvor in aller Mund war, nachdem 
in der heiligen Bluts-Kapelle des Schweriner Domes der 
am 4. Blärz 1842 verstorbene volksbeliebte Grofsherzog 
Paul Friedrich alsbald beigesetzt worden war. Herr 
Dr. Lisch fafst porta monasterii ständig als Kirchenthüre 
(ostium eeclesiae, üb. us. cap. 120, pag. 285). So in den 
angezogenen Stellen, auch J. B. 7, 42. (ÜB. 6.596, §. 51) 
und offenbar auch da, wo er 1837 (J.-B. 2, 27) dem 
ThUrmchen noch die alte Bezeichnung gibt, die ihm ehe- 
dem jeder Doberaner beilegte, — Beinhaus. Dieser Name 
ossuarium, carnarium, wie die Thatsache, deren ich mich 
noch aus meiner Kinderzeit um 1840 wohl erinnere, dafs 
damals verschiedene alte Grabplatten in des zierlichen 
Baues nächster Nähe lagen, dürften zu der Annahme be- 
rechtigen, dafs einst hier des Klosters hoch geehrter 
Friedhof (J. B. 9, 301 : Urkunde von 1400) und dessen 



Kapelle, das Thürmchen, war. Solcher Bestimmung ent- 
spricht auch seine Form. Für Friedhofskapellen war im 
Mittelalter die thurmartige Centralanlage rund, später 
polyogon üblich. Jeden wird der Bau an die zahlrei- 
chen Karner in Oesterreich erinnern (Gust. Heider, Mit- 
tlieil. d. k. k. Gent. -Komm. I, 5ö ; Carl Lind, das. VH, 
146 ff. ; Grueber, m. a. Kunst in Böhmen I, 71 ff.). 

Der Heilige, dem die Mehrzahl der Priedhofskapellen 
geweiht wurde, war der Erzengel Michael. Er ist ja der 
praepositus paradisi, custos et susceptor animarum (Du- 
randus, Ration, div. off. VII, 12); ihn bezeichnen Anti- 
phonien als nuntius de animabus justis (Mone, Hymnen I, 
zu 320), ihn preisen die Lieder als den von Gott gesen- 
deten Leiter der ausscheidenden Seelen (das. I, 315). In 
den ihm geweiheten Karnern oder Friedhofskapellen stif- 
teten auch mehrfach die Gläubigen sich und den Ihren 
Seelenmessen (Jos. Feil, von Sacken b. Heider und Eitel- 
berger, Kunstdeukmäler I, 30 u. II, 195 ; Stiftungenbuch 
225; Gust. Heider, a. a. 0. 160). 

Bezugs Doberan zeigt uns die Urkunde vom 26. Mai 
1334 (üb: VIII, 5323) eine Stiftung des Rostocker Bürger- 
meisters Arnold Kopmaun zur Haltung seiner ständigen 
Memorie bei der heiligen Messe an dem Altare in der 
Kapelle des heiligen Michael (altare in eapella beati Mi- 
chaelis in claustro). Da die Kapelle offenbar nur den 
einen Altar enthielt, wird sie keine grofse gewesen sein. 
Ist sie als »in claustro« bezeichnet, so zeigen andere Ur- 
kunden, dafs damit die engere Klausur gemeint sei, und 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



284 



auch, wo diese zu Doberan sich befantl. In der vom 
13. Juli 1151 (ÜB. III, 2124) wird dem Pfarrer Dietrich 
von Flau, der sich beim dortigen Konvente eine Leib- 
rente, Wohuuug und Kost im Kloster erworben, auch 
das Fischen in einem Teiche »ante portam claustri« ge- 
stattet. Mit demselben kann nur der bei der s. g. Stauen- 
mühle noch zum Theil vorhandene gemeint sein, vor 
einem Thore in der südlichen Mauer, gegenüber der jetzt 
verrammelten Kirchenthüre, welche einst als Eingang in 
das Gotteshaus den Gästen und Fremden wird gedient 
haben. Die Urkunde der Herzöge Albrecht und Johann 
vom 13. Januar 1330 (ÜB. X, 7038) zeigt uns das von 
Konrad III. (Kirchberg, a. a. 0.) erbaute »Schuhhaus« in 
der Nordostecke des klösterlichen Bezirkes und nennt 
die ihm zunächst liegende Mauer »muros claustri.« In 
der engeren Klausur (iutra claustrum) mufste es auch 
nach Statut 1137, 23 ennchtet sein. 

Die kleine Michaelskapelle lag demnach nordöstlich 
von der Kirche. Finden wir nun eben hier, auf des 
Klosters ehemaligem Friedhofe, unser Thürmchen, dessen 
Form ganz den dem heiligen Michael geweiheten Fried- 
hofskapellen entspricht, so wird sich kaum mit Unrecht 
folgern lassen, dafs es die in der Urkunde von 1334 er- 
wähnte Kapelle des hl. Michael sei. 

Hiefür sprechen noch weitere Gründe. Dafs das 
Thürmchen der Zerstörung entgieng, welche nach Ein- 
führung des Lutherthums die zahlreichen Gebäude der 
Abtei erfuhren, die man nicht zu profanen Zwecken aus- 
nutzen konnte, ja, dafs man nach Einsturz der Laterne 
es sogar durch ein Nothdach schirmte, erklärt sich am 
leichtesten, wenn es mit dem Grabkultus zusammenhieng. 
Gewifs mit Recht hat Joh. Gradt (in den Mittheil, der 
k. k. C.-K.) die verhältnifsmäfsig gute Erhaltung der 
Todtenleuchten damit begründet. 

Beredt scheinen mir für die angenommene Bestim- 
mung der Kapelle zu katholischer Zeit auch die alten 
Wandgemälde zu zeugen. Sie bieten ein gewaltiges 
Bild des grofsen Gerichtstages. Au den gebrochenen 
Seitenwänden entdeckte der verdienstvolle Dr. Lisch die 
Gestalten der thörichten Jungfrauen; über ihnen, durch 
Weihkreuze (einst roth, jetzt schwarz) getrennt, die 
weisen; in der Reihe dieser, links von. der Thüre, die 
hl. Katharina, als eine ihrem Wesen entsprechende und 
vielleicht auch mit Bezug auf den schönen Hymnus ad 
Vesperas (Mone III, 990), worin jene aufgefordert werden, 
zu dieser Hochzeit neue Lampen zu bringen. Unter ihr, 
bei den thörichten, ist jetzt der mecklenburgische Fürst 
und Märtyrer Gottschalk (Helmold, Chron. Slav. I, 20 u. 
22) mit jugendlichem Porträtkopf, ein zierliches Bärtchen 
unter der Nase. Der Entdecker vermuthet, die Stelle sei 
einst leer gewesen. War sie ausgefüllt, so geschah es, 
wie die Vorlagen zeigen, durch eine Gestalt, welche dem 



Wesen der thörichten Jungfrauen entsprach. Unter den 
dreigetheilten Konsolen, von denen die Rippen aufsteigen, 
befanden sieh ehedem kniende Figuren mit ausgebreiteten 
Armen, von Sternen umgeben. Diese sind klare Deut- 
zeichen für sie, welche jetzt alle bis auf eine durch stili- 
siertes Rankenwerk ersetzt sind. Dieselben sind Reprä- 
sentanten des Firmamentes, an welchem beim grofsen 
Gerichtslage Zeichen und Wunder geschehen werden. 
»Stellae cadent pollescentes«. Sie für dämonische Wesen 
zu halten, hätte schon' ihr Platz über den weisen Jung- 
frauen und der Heiligen verbieten sollen. Jene und die 
thörichten repräsentieren die Menschheit, wie am grofsen 
Tage bei seiner plötzlichen Ankunft der Herr sie antreffen 
wird. Dafür zeugt das Wort Gregors des Grofsen (Homil. 
XII. in Ev. Matth. c. 23), welches auch in das Brevier 
in den Metten für das Fest einer Jungfrau nach dem 
bezüglichen Evangelium aufgenommen ist. In den Kap- 
pen der Decke fand der zuverlässige Herr Entdecker der 
Thüre gegenüber den Heiland, zu seiner Linken Johannes 
den Täufer, die hl. Petrus und Philippus, Thaddäus, über 
dem Eingänge Paulus, Johannes den Evangelisten; zur 
Rechten des Herrn vermuthet er mit Recht die hl. Jung- 
frau. Bei der Restaurierung hat die Himmelskönigin 
einem hl. Matthäus, mit dem Beutel in der Hand, diesen 
ihren Ehrenplatz abtreten müssen, den ihr zahllose Werke 
des Pinsels und des Meifsels geben, den ihr das Gemeinde- 
bewufstsein in des Hymnus Worten : »mihi propinqua 
sedem tenet primam» (Mone I, 302) zuweist, in einer 
Kapelle der Cistercienser, deren Klöster der Gottesmutter 
alle an erster Stelle geweihet sein mufsten (1134, 24. 
Maurique I, 273), die als unter ihrem besonderen Schutze 
zu stehen sich rühmten (1281, 6), welche von ihr der 
»abatissa ordinis« (Thes. Anecd. III, 1363) bekennen, dafs 
sie in goldenem Gewände zu des Sphnes Rechten stehe 
(1296,1). So thront sie auch noch jetzt in dem oberen, 
kleineren Felde über der Thüre. Diese Malerei zeigte 
sich bei Vornahme der Restaurierung als die best erhal- 
tene, nach Aussage des treuen und verständigen Hüters 
der Doberaner Kirche und ihrer Kunstschätze, des Kü- 
sters Herrn W. Thiel. Dort sitzt sie auf einem Throne 
neben dem göttlichen Sohne in der himmlischen Stadt, 
durch eine gethürmte Mauer und ein mit Kuppeln ge- 
ziertes Gebäude im Hintergrunde angedeutet, der ewigen 
Heimat der im Gericht gerecht befundenen Frommen. 
Unter dieser Darstellung auf gröfserem Räume, in glei- 
cher Höhe mit den weisen Jungfrauen, ist die Kreuzigung 
als Grund alles Heiles. Dr. Lisch erkannte zur Re(,'hten 
»noch eine knieende weibliche Figur." Jetzt sind Kirche 
und Synagoge zu den Seiten gestellt. Bei diesem ganz 
neu erfundenen Bilde hat der Künstler verständnilsvoll 
die Füfse des Erlösers neben einander, je mit einem Nagel 
angeheftet, gebildet; nicht nur der heilige Bernhard 



285 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



286 



äpriulit von den elaves peduin in seinem Hymiuis, und 
Durandus (Rat. VI, 77, 24. 25) gibt der älteren Weise 
mil vier Nägeln offenl)ar den Vorzug; auch zu Doberau 
ündet sie sich auf der alten Tafel des Corpus Chrisli- 
Altares, nach der Urkunde vom 23. Oct. 1341 (ÜB. IX, 
6157) von den Brüdern des Peter Wiese (t 1338) ge- 
stiftet. Hier 

Pietas clavum in dextrura pedem fixit, 

Humilitas clavum in sinistrura. 

(D. Schröder, Wismar. Erstlinge 1734, S. 342.) 

Wie diese Wandgemälde, so zeugt auch die wieder- 
hergestellte Laterne der Kapelle für die angenommene Be- 
stimmung als die des alten Friedhofes. Ihr ehemaliges Vor- 
handensein schlofs der Architekt Möckel richtig aus einem 
Cylinder in der Kuppel-Mitte von etwas über 1 m. Durch- 
messer. Als mau das einst zum Schütz aufgelegte Dach 
wegräumte, welches bis dahin die acht Giebel unkennt- 
lich gemacht hatte, fand man deutliche Spuren dieses 
wichtigen Bautheiles. Mit Benutzung der noch vorhan- 
denen Reste Avard die Laterne wiederhergestellt. Einst 
möchte sie etwas höher und schlanker gewesen sein; im 
Hinblick auf die »ewige Lampe« in dem Doberan nahe 
verwandten Pforta (Alten Camp war beider Mütter Mut- 
ter) könnte man das annehmen (Puttrich, Denkm. in 
Sachsen II, 1, Tfl. 8 und Gorssen, Pforta 265); dazu, je 
höher hinauf, weist unser Bau immer mehr aufstrebende 
Fonnen. 

Das eben erwähnte ehrwürdige Monument zeigt uns 
auch schon, was ehedem der Laterne zu Doberan Zweck 
und Bedeutung war. In den »Mecklenburgischen An- 
. zeigen« 1880, No. 80, werden sie dahin angegeben, »den 
Blick nach oben zu zwingen, weil dort die Fenster licht, 
im unteren Räume in reichen tiefen Farben erglühen. 'f 

Schwerlich dürfte dies schon bei der ersten Anlage 
der Fall gewesen sein. Wie Doberan, das in vielen Fällen 
seine Regeltreue deutlich erkennen läfst, auch das Ver- 
bot gegen buntfarbige Fenster (1134, 82; 1182, 11) be- 
achtete, welche als »quinque sensuum oblectamenta« 
.(Thes. Anecd. 1504, § 36) streng verpönt waren, zeigen 
die spärlichen, von Dr. Lisch entdeckten Reste der lauda- 
biles fenestrae, welche Fürst Heinrich II. 1319 (ÜB. VI, 
4131) für die Kapelle seiner Ahnengruft zu Doberan aus- 
bedingte. Sie bestehen »aus dickem, grünlichem Glas«, 
welches mit Eichenlaub schwarz in Grau bemalt ist. 
J. B. 19, 353.) Erst nach 1337 kann es fertig gestellt 
sein. (das. u. J. B. I, 131 ff.) 

Die Bestimmung der Laterne zu Doberan war sicher 
dieselbe, wie an allen Karnern und Kapellen auf Fried- 
höfen, welche damit ausgestattet sind : das ewige Licht 
für denselben aufzunehmen und diirch ihre acht Fenster 
ringsum weit ausstrahlen zu lassen »ob reverentiam fide- 
lium ibi quiescentium« , wie es in der viel citierten 



Stelle des Petrus Mauritius von Cluny (f 1156) de mira- 
culis II. (bei Alex. Lenoir, arch. raonast. II, 441) heifst. 
Für »ein Talglicht (lumen de sepo), nächtlicher Weile 
auf dem Friedhofe zu Pforta brennend,« stiftete dort Abt 
Albero 1268. Die ewige Lampe (Corssen, 299j. Die 
blecherne, in Dresden fabrizierte Leuchte, welche jetzt 
in der Kapelle unterem Räume hängt, sollte in die Laterne 
verwiesen werden. 

Grahl (Mecklenb.). L. Dolberg. 



Mittclalterliehcr Uaiisratli iiiul das Lobeu im «U'iit- 
sclieii Hause. 

IV. 

Wir bilden hier iu Fig. 1 einen messingnen Kochtopf 
ab, der auf drei Föfsen, Stollen, steht und als Beleg dafür 
gelten kann, wie lange sich gewisse Formen der ge- 
bräuchlichsten Hausgeräthe, hielten. Wir haben ähnliche 
Gefäfse in Museen unter den prähistorischen Bronzen 
gefunden und, wenn wir auch zunächst den vorgeschicht- 

Fig. 1. 




liehen Ursprung der fraglichen Stücke bestreiten zu müs- 
sen glaubten, so haben doch so namhafte Forscher sich 
dafür verbürgt, dafs wir nunmehr den Unglauben doch 
höchstens nur für uns behalten können. Indessen liegt 
kein Grund vor, an einem in der That hohen Alter dieser 
Form zu zweifeln. Wir haben in unserer Sammlung ein' 
solches dreifüfsiges Stück, allerdings aus gebrannter Erde, 
das nach Mittheilungen, die wir wohl für glaubwürdig 
halten dürfen, in Köln mit Gefäfsen, die der romanischen 
Periode augehörten, gefunden wurde. Wir sehen auf 



287 



Anzeiger für Kunde der deutseben Vorzeit. 



288 



Bildern des 14. u. 15. Jhdts. denselben Topf; wir alle 
aber, die nicht gerade der allerjüngsten Zeit angehören 
und noch den offenen Herd mit dem grofsen Mantel in 
Gebi'auch gesehen haben, erinnern uns auch noch des 
dreibeinigen »Stollhafens« , der noch bei- 
nahe dieselbe Gestalt hatte und auf dem 
offenen Feuer stand, gerade so wie ihn die 
hier in Fig. 2 abgebildete Frau") im Kamin- 
mantel auf dem offenen Feuer stehen hat. 
Besonders häuflg erscheint dieser Kochtopf 
auch auf Gemälden, Holzschnitten und Sti- 
chen des lö. Jhdts., wenn das Martyrium des 
heil. Veit dargestellt ist, wo bald der Hei- 
lige allein, bald vereint mit seinen Eltern 
in heifsem Oele gesotten wird. Eine eben- 
falls schon veröffentlichte Nachbildung 
eines Schrotblattes drucken wir hier wie- 
der ab. (Fig. 3.) Da solche Töpfe in allen 
Gegenden Deutschlands vorkommen, so ist 
es nebensächlich, zu sagen, dafs der hier 
abgebildete aus Tirol stammt. Sie kom- 

Fig 2. 



Die Frau in Fig. 2 hat aber noch einen Topf an 




einem Haken über dem Feuer hängen. Auch einen sol- 
chen, gleichfalls von Messing, wie der erstgenannte, 
besitzt das "Museum, den wir hier in Fig. 4 wiedergeben. 
Auch derartige Töpfe finden, sich in man- 
chen Museen, theilweise, weil sie mittel- 
alterlich sind und vielleicht zuletzt in einer 
Sakristei als Wasser geMs Verwendung ge- 
funden haben, unter den kirchlichen Ge- 
räthen. Sie finden sich bald mit, bald, wie 
der unsrige, ohne Deckel, meist mit zwei, 
seltener mit einem Ausgusse in Form eines 
Thierhalses und Kopfes. An der Achse, die 
senkrecht auf dem Ausgusse steht, sind 
zwei Frauenköpfe angebracht, deren Hau- 
ben den Schlufs des 14. Jhdts. als Zeit 
ergeben, in der das Urbild modelliert ist. 
Aber jedenfalls wurde dies typische Urbild 
oft und oft nachmodelliert und nachge- 
gossen, bis, wie bei dem unsrigen, nur 
die Andeutung übrig geblieben ist. Sicher 




Fig. 4. 



men auch in allen Gröfsen vor und deshalb sei es nur 
nebenbei bemerkt, dafs derselbe 18,5 cm. Höhe, 17 cm. 
Durchmesser hat. 




1) Vgl. Anzeiger 1880, 8p. 6. 



gehört die jMehrzahl der erhaltenen Stücke erst dem 
IS. Jahrhundert an. Das unsrige stammt vom Nieder- 
rhein. Das Gefäfs selbst hat ohne Ausgüsse und Henkel 
einen grofsten Durchmesser von 18 cm., eine Höhe von 
10 cm. 



2S9 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



290 



V. 



So selten im allgemeinen mittelalterliche Hausgc- 
räthe sich erhalten haben, so wenig selten sind doch 
Mörser aus Bronze und Messing. Freilich sind nicht 
viele in den Haushaltungen bis auf unsere Zeit gekom- 
men, auch natürlich nichL in Kirchen, dagegen viele in 
Apotheken, woher nicht blos die Antiquitätenhändler 
ihren Bedarf für Museen und Sammler gedeckt haben, 
sondern wo deren selbst heute noch manche im Gehrauche 



sind. Wenn Hausgeräthe aus der romanischen Kunst- 



Die ünregelmäfsigkeit des aufseren Konturs rührt von 
der vielen Benützung her. da an den einzelnen Stellen, 
wo der Stöfsel stets anschlug, besonders unten, sich das 
Metall gedehnt und der Mörser dadurch Beulen ei'halten 
hat. So ist es auch bei Fig. 2, die ein s. Z. von Ueber- 
bacher in Bozen gekauftes Stück zeigt, das wir dem 
14. Jhdt. zuschreiben möchten. Es ist 1.5,5 cm. hoch, 12,3 
cm. weit, hat einige verzierende Streifen, einen Henkel 
und diesem gegenüber, fast wie ein Ausguts aussehend. 



Fig. 3 




Fig. 2. 




und Kulturperiode fast gar nicht erhalten geblieben sind, 
so gehören doch auch Mörser gerade zu den ältesten 
erhaltenen Stücken.^) Auch unser Museum besitzt eine 
ganze Serie von Mörsern aus dem Mittelalter, deren ein- 
zelne wir wohl berechtigt sind für sehr alt zu halten. 
Fig. 1 stellt einen solchen dar, der 14,5 cm. hoch ist und 
11,3 cm. oberen lichten Durchmesser hat, welcher vor' 
mehreren Jahren vom Antiquar Drey in München ge- 
kauft ist und nach dessen Versicherung aus Tirol stammen 
soll. Wir glauben, dafs er noch dem 13. Jhdt. angehört. 
Spätestens mag er aus dem Beginn des 14. Jhdts. stammen. 



2) Vgl. Hefner u. Becker, Kunstw. u. Geräthsch., Bd. III, Taf. 59. 



noch einen Griff in Gestalt eines Thierkopfes. Auch hier ist 
der untere-Theil durch die häufigen Angriffe des Stöfsels 
ausgebuckelt. Dasselbe ist auch bei Fig. 3 der Fall. 
Das Original dieser Abbildung, bei dem die verzierenden 
senkrechten Streifen mit Klauen am unteren Ende ver- 
sehen sind, ist ebenfalls von Bozen aus in den Handel 
gekommen. Es ist 19 cm. hoch, 13 cm. weit und gehört 
dem Beginne des 13. Jhdts. an. 

Ein ähnliches Stück mit der Jahreszahl 1459 ist 
alter Bestand des Museums, aus der frhrrl. v. Aufsefs'- 
schen Sammlung stammend und schon im Anzeiger 1835, 
Sp. 230. abgebildet und beschrieben. 

Nürnberg. A.Essen wein. 



Heber die Entstehung des 

Ich möchte den neueren Fürstenstand nicht schon 
darin erkennen, dafs (nach Hof rath Ficker, vom Reichs- 
fürstenstand, B. Li § 72 und nach der Urkunde bei Th. 
Töche, Heinrich VI, S. 600) im Jahre 1184 die Er- 
hebung eines Gebietes zu einem Reichsfürstenthume ge- 
plant und nach der Chronik 1188—1190 auch ausgeführt 



neueren Reichsfürstenstandes. 

worden sein soll. Der Graf von Hennegau, ein Vasall 
des Bisthumes Lüttich, sollte nämlich die gesamraten, 
sehr bedeutenden freien Besitzungen seines betagten 
Oheims, des Grafen von Namur, durch diesen dem Reiche 
auftragen lassen, oder dies selbst thun, um dieselben als 
Reichslehen zurück zu empfangen. Mit diesen und allen 



291 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



292 



vom Reiche zu Lehen g-eheudeu Landen des Grafen von 
Namur versprach der Kaiser dann eine Reichsmark zu 
bilden, deren Besitzer die Rechte der Reichsfürsten g-e- 
niefsen sollten. Zunächst bestritt der Herzog von Bra- 
bant die Unmittelbarkeit des Grafen von Namur, und auch 
der Titel eines marchio regionis war (nach § 72) von 
Hennegau schon früher geführt worden. Ob aber dieser 
obige Vertrag, wie die Chronik berichtet, wirklich zur 
Ausführung kam, erscheint mir sehr zweifelhaft, oder es 
müfsten die Worte »princeps und pi-incipes imperii« sich 
nur auf die angestrebte unmittelbare Abhängigkeit vom 
Reiche beziehen sollen. Meine Ansicht wird wesentlich 
unterstützt durch die Urkunde vom 16- Mai 1188 (bei Th. 
Töche, S. 606), in welcher König Heinrich nur verspricht, 
den Grafen von Hennegau »in seine Freundschaft« (in 
familiaritatem) aufnehmen zu wollen, wenn er nach dem 
Tode seines Oheims von Namur für dessen vom Reiche 
zu Lehen gehende Besitzungen den Huldigungseid leisten 
werde. Es ist also vom Reichsfürstenstand gar nicht die 
Rede, und in keinem Falle können die darauf bezüglichen 
Worte des Kaisers Friedrich schon in der späteren Be- 
deutung verstanden worden sein, weil der Graf von Hen- 
negau, welcher inzwischen mütterlicherseits auch noch 
die Reichsgrafschaft Flandern geerbt hatte, nach dem 
Tode seines Oheims von Namur (bei A. Miräus, diplom. 
Belg. B. I, S. 294 und B. IV, S. 219 und S. 220) im Jah- 
re 1192 und zwei Male 1194 den markgräflichen Titel für 
Namw in den Urkunden, erst an dritter Stelle hinter 
Flandern und Hennegau, fuhrt. Sodann ging nach seinem 
Tode (119Ö) die Blarkgrafschaft (nach Gisleberti Chro- 
nica Hannoniae, S. 287) auf seinen zweiten Sohn Philipp 
über, icelcher seinem älteren Bruder von Flandern und 
Hennegau dafür den Treueid (ligium hominium) leistete 
imd die Geriehtspflege unter dessen Einflufs ausübte! 
(iit ille cum nobilibus Hanoniae, Domini Goraitis Hano- 
niensis fidelibus, et judicia et testimonia habeat proferre, 
et' Dominus Comes Hanoniensis marchiam illam a Domino 
Imperatore Romanorum ligie teneat). Es ist aber doch 
W'Ohl undenkbar, dafs man in. dieser Weise mit einem 
Reichsfürstenthume hätte verfahren können. Hofrath 
Ficker sagt zwar (§ 143) selbst, dafs ein bestimmter Nach- 
weis über den Reichsfürstenstand des ersten Markgrafen 
aus Kaiserurkunden nicht zu erbringen ist, und dafs seine 
Nachkommen auch wieder den Grafentitel führten, den- 
noch hält er aber seine Behauptung nach der Chronik 
aufrecht. Doch auch aus anderen Gründen möchte ich 
glauben, dafs für das Entstehen des neueren Fürsteh- 
standes eine etwas spätere Zeit anzusetzen ist ; denn es 
fehlte im 12. Jahrhundert noch an einem Ereignisse, wel- 
ches die wirkliche Zunahme der Machtverhältnisse mit 
sich brachte. Dieser Unterschied trat erst mit dem Zeit- 
punkte ein , als die Magnaten etc. von der Theilnahme 



an der Königswahl ausgeschlossen wurden und diese auf 
die Fürsten allein übergieng. Hofrath Ficker hat wohl 
(§ 92) überzeugend nachgewiesen, wie seit dem Jahre e. 
1180 eine Abgrenzung nach unten sich vollzogen, wie 
die Grafen nur noch ausnahmsweise bis zum Jahre 1239 
in den Zeugenreihen zu den Fürsten gezählt wurden und 
diese durch die bestimmte Bezeichnung principes imperii 
oder illustres von ihnen geschieden werden. Aber durch 
die Abschaffung von Mifsbräuchen entstand immer noch 
keine eigentliche' Veränderung in den Machtverhältnissen 
der Fürsten selbst. Der gröfsere Theil der späteren 
ReichsfUrsten bedurfte gar keiner Erhebung für den 
Uebergang in den neueren Stand derselben, wie Hofrath 
Ficker (§ 142) von den Markgrafen von Brandenburg, 
Meifsen und der Lausitz ausdrücklich anführt, dagegen 
will er (§ 136 und § 187) nur nach der angeblichen Er- 
hebung (1180) der Markgrafen von Steiermark zu Herzo- 
gen , diese Herrscher dem neueren Fürstenstande ein- 
reihen. Wenn aber der Markgraf von Steiermark mit an- 
deren (bei. A. V. Meiller, Regesten Oesterreichs, S. 12) als 
»principes regni«- von den Grafen am 16. Juli 1112 durch 
Kaiser Heinrich V. geschieden wird, wenn im Urkunden- 
buche des Landes ob der Enns (B. II, S. 210) schon im 
Jahre 1143 durch die Bezeichnung princeps Stirie »das 
Land als ein reichsfürstlicher Amtssprengel« erkennbav 
wird, wenn Kaiser Friedrich I. im Urkundenbuche von 
Steiermark (B. I, S. 377—378) im Jahre 1158 den illus- 
tris marchio wieder als carissimus princeps bezeichnet, 
wenn der Markgraf (ebenda, B. I, S. 591 und 592) sich 
im Jahre 1183 in zwei Urkunden selbst wieder Markgraf 
nennt, — welche Vermehrung seiner Macht kann durch 
den Herzogstitel, den er (nach raon. Germaniae B. XI, 
S. 541) selbst angenommen, eingetreten sein, und in wel- 
chem Rechtsverhältnisse stand er dem Markgrafen von 
Brandenburg, vor dem er beiläufig (mon. boica, B. XXIX ? 
S. 313) schon im Jahre 1154 genannt wird, oder dem 
von Namwr (!) nach? Die erste wirkliche Bildungeines 
Gebietes mit der ausdrücklichen Bestimmung, dafs die 
Besitzer Fürsten sein sollten, war diejenige der Burg 
Lüneburg und der Stadt Braunschweig zu einem Herzog- 
thume am 21. August 1235, wie dies die Reichsregesten 
(1198—1272, S. 416—417) ausführlich berichten. Ich ver- 
mag deshalb den neueren Fürstenstand erst in Wirklich- 
keit zu unterscheiden , nachdem das alleinige Recht der 
Königswahl mit Ausschlufs der übrigen Grofsen auf seine 
Glieder übergangen war. Dies scheint auf dem Hoftage 
zu Wirzburg im Januar 1209 geschehen zu sein, wie ich 
in einer besonderen Abhandlung begründen werde. Auch 
die ziemlich gleichzeitige Angabe des Sachsenspiegels 
(üb. III, arl. 57, §. 2.) nennt nur noch Pfaffen- und Laien- 
fürsten als Wähler. 

Innsbruck. Freiherr L. v. Bcirch. 



Anzeiger lllr Kunde der deutschen Vorzeit. 



294 



Ein schone coiicert voui Icydeii Christi. 

Nun mörcket ir man und ach ir weyb 

Und zirend ewren stoltzen leyb 

Und ziret ewre klayder 
• Und ziechet ab die alten klayd 
5 Und traget rew und layde. 

Die alte claid, des ist die sind (Sünde), 
Die ziechet ab und legent's hin 
Und peychtet und piesset (büfset) ewr sinde. 
So werdend ir weysser 'den der sehne, 
10 Des will ich ew (euch) verklnden. 

Da Yaudas (Judas) in den gartten gieng 
Und da die rotten rossien stand, 
Er prach er (ihr, ihrer) zu ainem krancze. 
Volgen mir {wir) des priesters 1er, 
IS Unser fred (Freude) soll werden gancze. 

Wir seyen perlest (berufet, berufen) an einen dancz, 
Und wer daran kumpt, sein fred soll werden g-ancz. 
Er sei mit freden springen. 
Und wer den rossenkranez mit andaoht singt, 
20 Dem sol nit miselingen. 

Und wer in gottes leyden gatt. 
Mit andacht hinder der messe statt, 
Der kumpt woU in den gartten, 
Yst uns ain reyche Wirtschaft perait 
25 Pey Jhesus so vil zarte. 

Da Jhesus durch den feychel (Veil, Viol) wuet (watete) 
Am ölperg, schwiczt' er wasser unde pluet 
In allen seynen neten. 
So heb' ich mir das crenczlin auf. 
30 Die Juden wend (wollen) uns abdoten. 

Es geschah an ainem abent spat, 
Die Juden hetten ainen falschen rat, 
Jhesus ward gefangen. 

Sy verspybent (verspieen) im sein antlit sogar 
3.T Und schluegend in an paide wange. 

Der rossenkranez ist halb perait. 
Sy leten (legten) gott an ain heres (härenes) klaid, 
Sy fürten in für gerichte, 
Sy fürten Jhesus wie ain dieb, 
40 Die falschen pessenwichte. 

Der rosenkrancz ist punden schon. 
Sy satzten gott auff ain dirne (dürnen, dornen) krön 
Sy truckten im's in sein habet (Haupt) sere. 
Vor pluet ward im sein prauner part rott, 
4S Sein färb hat sich verkeret (verändert). 



oO 



35 



60 



63 



Vor pluet ist im sein habet naß. 

Die plewlach (Blutlache ? blaulich) sprieset durch das 

grf^>ne graß, 
Gott leydet grossen schmerczen. 
Gottes leyden ist also groß, 
Das laut ew (lafst euch) gann (gehn) zu herczen. 

Die erste ross die unß pedeyt (bedeutet) 

Man let (legt) gott auf ain schweCrejs kreycz, 

Unsern lieben herren. 

Es ist -der menschet vil zu schwer.- 

Gott nalgt sich gen der erde. 

Die ander rosse tuet uns den schein : 
Sy zeigt auf gott den (herren) fein, 
Er solt sein pluet verreren (vergiefsen) 
Gottes leyden ist also groß 
Ye lenger und ye mere. 

Die drite ross tuet uns des kunt: 
Gott ward gestochen zu derselben stundt 
Durch hendCe^ und durch fiese; 
Drey nagel, die waren lang und groß. 
Jhesus leiyden was nit siese. 

Die flerte res char ine (dar inne) sprach: 
Da man gott in sein hal'gen seyten stach, 
Das ertrich erpitmet (erbebte) sere. 
Die sun' die verlor weil iren schein, 
Rotfarb ward sich des mere. 

Die finfte roß ist also ganez," 
Maria ziert woll den rossenkranez. 
Gott sprach, es tirstet in sere. 
Essich und galten ward im perait 
Wol unsern lieben herren. 



Es uachet (nahet) gen dem tage. 
Sy zugent im ab sein langen graen rock 
80 Mit Spott und ach mit schände. 



Gott verschied sich zu der none,*) 
Da opffert er dem hail'gen gaist 
83 In den obergosten (obersten) trone. 

'Ich pit dich, du hochgelopter got. 
Ich pit dich umb deinen unverschulten todt. 
Den roßenkrancz will ich dir geben. 
Gott in seiner ewigkeit, 
Gott geb uns das ewig leben. 
Amen. 



70 



90 



Die nennte Stunde nach Sonnenaufgang. 



29ä 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



296 



Dieses Gediclit steht ohne Zeilenfall oder irg-end einen 
Absatz in fortlaufendem Texte auf einem Papierblatte in 
Folio, welches dem kassierten städtischen Archive von 
Neustadt a. Orla entstammt und mit anderen Archivalien 
von da in das Geheime Haupt- und Staatsarchiv zu Wei- 
mar (Abtheilung »Aemter und Städte«, sub Neustadt) ge- 
rettet wurde. Den Schriftzügeu nach ist das Gedicht 
ums Jahr 147S niedergeschrieben (die nämliche oder eine 
ganz verwandte Hand kommt in datierten Neustädter 
Stücken um diese Zeit vor), und sein Ursprung kann nach 
der Gestalt der Sprache auch nicht viel früher angesetzt 
werden. Entstanden aber ist die Dichtung in Neustadt 
oder dessen Umgegend nicht; Vokalismus und namentlich 
Konsonantismus weisen etwa auf Oberösterreich oder Bay- 
ern. Die Eintheilung in Strophen, wie hier geschehen, 
ist durch die Folge der Reime geboten : a a b c b, wobei 
a und c männliche, b aber weibliche Reimendungen re- 
präsentieren, mit deren Uebereinstimmung es der Dichter 
nicht selir streng genommen hat. Im Vers 11 oder 12 
steckt ein Verderbnifs, wie der mangelnde Reim zeigt, 
und nach Vers 75 mufs zufolge Metrum und Sinn eine 
Lücke angesetzt werden. Vers 79 und 80 sind unschwer 
als die letzten Zeilen einer Strophe zu erkennen, ebenso 
83 — 83 ; von beiden Strophen fehlt der Anfang. Wenn 
Vers 78 an seiner Stelle mit Recht steht, so kennzeichnet 
ihn der mangelnde Reim als verderbt. Wahrscheinlicher 
aber gehört er wegen der Reihenfolge der Ereignisse 
wol vor 83, kann jedoch auch da in der vorliegenden 
Form nicht recht eingefügt werden. Einige kleinere Lü- 
cken der Handschrift sind im vorstehenden Drucke er- 
gänzt, und durch Klammern markiert. Die Orthographie 
der Vorlage ist genau beibehalten, ausgenommen, dafs 
das vokalische v stets durch u wiedergegeben ist. 

Weimar. Paul Mitzschke. 



Yalciitiu Mahlcr, Contrafactor uud Eiscuscliucider 

zu Aürubcrg. 

Einige wenige Nachrichten über diesen bekannten 
Künstler finden sich auch im Hauptstaatsarchiv zu Dres- 
den.*) Anfang 1S74 erhält M. bis Ostern vom Kurfürsten 
August Urlaub zu einer Reise nach Nürnberg und 20 
Thaler als Beihilfe zu einem Klepper. Letzteres geschah 
im Hinblick auf das »kleine Gontrafect«, welches er vom 
Kurfürsten angefertigt hatte. Gleichzeitig war er be- 



schäftigt au zwölf Gontrafecten von fürstlichen Personen 
nach Bildern im Schlosse zu Torgau. Unter Kurfürst 
Chi'istian I. (1S86) ist von seinem Lelirling Nical. Schwabe 
jr. die Rede. M. wollte den Knaben noch im «Bildwerg 
und Gontrafecten, Siegel- und Eisenschneidenc unter- 
richten, wenn der Kurfürst 300 Gulden Lehrgeld bewil- 
ligen werde. Christian I. bot ihm den dritten Theil der 
gefordei-ten Summe (30 Gulden sogleich und den Rest 
nach Schwabes beendigter Lehrzeit) mit dem Bemerken an: 

»Nuhn bedungk unß solche deine forderung gar zu 
hoch, do auch die lehrgelde uff den handtwergken solcher 
gestalt gesteigert werdenu selten, würden offtmalß ehr- 
licher leute kinder die zu künstlichen handtwergen wol 
geschickt armutz halben nicht gefordert werden kön- 
nen . . .(f Aufserdem verlangte der Kurfürst, Schwabes 
Vater sollte sich mit M. schriftlich verpflichten, dafs der 
Junge, wenn derselbe »ichtwas (etwas) künstliches und 
nützliches der örtter oder sonsten lernen mochte« und 
er einmal seine Dienste begehren sollte, er anderen Her- 
ren vorzugehen habe. Von Schwabe melden die Akten 
nur noch, dafs er 1389 auf Befehl des Kurfürsten etliche 
Kunststücke, »so von Wachs possirt« zusammengebracht 
hatte und dieselben renovieren sollte. 

Dresden. . Theodor Distel. 



Bcriclitigiiu«^. 

In der Absicht, einen Irrthum zu berichtigen, habe 
ich einen neuen begangen. Der Wortlaut des Aufsatzes 
Dr. Distels auf Sp. 190 d. Bl. zeigt, dafs er nicht die frag- 
liche Bank Danners mit der Nr. 2 der aufgeführten Werke 
Hackers, sondern mit der in Anmerkung 2 erwähnten 
Bank identisch erklärte. A. Essen wein. 



*) Copp. 404 (gb, 220), 535 (59) 558 (320). 



Bajounctmesscr. 

Aelter als die »Erfindung« des Bajonnets, die 1680 
gemacht worden sein soll, ist das beistehend abgebildete. 



wol dem 16. Jahrh. angehörige Messer, das mittelst einer 
Feder im Lauf einer Büchse befestigt wird. Es ist als 
Geschenk Sr. Durchlaucht des Fürsten von Schwarzburg- 
Rudolstadt in unser Museum gekommen, in dessen Waf- 
fensammlung zu Schwarzburg sich eine gröfsere Zahl 
solcher Waffen befindet. 

Nürnberg. ' A. Bsseuwein. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei ü. B. Sobald io Nürnberg. 



Mil einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1883. JW 10. Oktober. 



Chronik des germanischen Museums. 



Nürnberg, den 30. September 1883. 

Am 1. September fand die Uebergabe des zur Erweiterung 
unserer Anstalt nach dem Projekte, wie es zuletzt im Jahra 1877 
die definitive Redaktion erhalten hatte, zum gänzlichen Ausbau der 
AnstaltsgebiUide nothigen Terrains, eines Stückes des Stadtgrabens 
und des Zwingers, von Seite der Stadt Nürnberg an das germani- 
sche Museum statt, welches nunmehr in der Lage ist, das durch 
alle betheiligten Faktoren auch genehmigte Projekt auszuführen. 
Nachdem die wichtigsten und nothwendigsten Bauten, soweit sie für 
die Entwickelung innerhalb der nächsten 10 Jahre, wenn sie in 
seitheriger Weise weiter erfolgen soll, nöthig sind, auf Kosten 
des deutschen Reiches ausgeführt werden können , wie wir schon 
früher an dieser Stelle bemerkt haben, so dürfen wir wol hoffen, 
dafs die Erweiterung bald soweit gediehen sein wird, dafs äufserlich 
das Gesammtbild der Anlage in wesentlichen Zügen fertig dasteht. 
Wenn sich auch im verflossenen Sommer Hindernisse ergeben ha- 
ben, die weder vorausgesehen, noch beseitigt werden konnten, und 
die unsere Bauthätigkeit sehr stark gehemmt haben, so ist doch das 
Baujahr nicht ohne Erfolg vorübergegangen. Der vierte Flügel des 
romanischen Kreuzganges nebst dem daran sich schliefsenden gröfse- 
ren Treppenhause ist nahezu fertig, ebenso ein grofser Saal, der 
bestimmt ist, die prähistorischen Denkmäler aufzunehmen und wir 
hoffen, beide Objekte im koiümenden Frühjahre dem Publikum über- 
geben zu können ; und da alsdann eine geräumige Treppe vorhanden 
sein wird, wird sich die Zirkulation in den Räumen bequemer und 
leichter vollziehen. 

Da diese Hauptfrage des Gedeihens unserer Anstalt nunmehr 
glücklich gelöst ist, konnte unser Verwaltungsausschufs, der am 25. 
und 26. September sich versammelt hatte, einen befriedigenden Ge- 
sammtstand unserer Sache konstatieren und die aus der Lage nothi- 
gen Beschlüsse mit gröfserer Sicherheit als sonst fassen. Prinzi- 
pielle Fragen von gröfserer Tragweite waren nicht zu erörtern; um 
so sicherer und eingehender konnten die Verhältnisse geprüft und 
das Festhalten an den Aufgaben, deren Lösung gerade im Gange 
ist, beschlossen werden ; so konnte insbesondere beschlossen werden, 
der Geschichte des Hausmobihars, der Hausgeräthe und des häus- 
lichen Lebens überhaupt die nächste Aufmerksamkeit zu schenken, 
zugleich auch die Fortsetzung der Sammlung von Gipsabgüssen her- 
vorragender deutscher Skulpturen bis zu einem gewissen Abschlüsse 
energisch zu fördern. 

An den Berathungen, die unter dem Vorsitze des L Direktors 
stattgefunden, hatten sich betheiligt die Herren Gutsbesitzer Dr. H. 
Beckh auf Rathsberg, Direktor Dr. Frommann, Prof. Dr. H. G. Geng- 
ier aus Erlangen, geh. Rath Prof. Dr. v. Giesebrecht aus München, 
Oberbaurath Direktor Gnauth, Kommerzienrath v. Grundherr, Ge- 
neralkonservator V. Hefner-Alteneck, Direktor des Nationalmuseums 
zu München, Professor Dr. Hegel aus Erlangen, Direktor Herzer, 
Historienmaler A. von Heyden aus Berlin, Rechtsanwalt Frhr. vou 
Krefs, Hofrath Dr. v. Lehner, Direktor der fürstl. Sammlungen zu 



Sigmaringen , Domanialkanzleirath Dr. Frhr. v. Löfi'elholz, Direktor 
der fürstl. Ott. Sammlungen aus Wallerstein, k. Notar Maier, Di- 
rektor Dr. V. Reber aus München, Senator Dr. Römer aus Hildes- 
heim, Professor Dr. Alwin Schultz aus Prag, Professor Dr. Steche 
aus Dresden, geh. Rath Professor Dr. Waitz und Professor Dr. 
Wattenbach aus Berlin, sowie Dr. Zehler. 

Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende 
neue Jahresbeiträge angemeldet: 

Vou Gemeinden : Neu-Ulm. Stadtmagistrat 20 m. 

Von Privaten: Amberg. Graf Duraoulin 3m.; Wölzl, Gym- 
nasiast, 3 m. Bremen. Rieh. Chr. Gottgetreu Blau, Kaufmann, 5 m. 
Burgfarrnbach. Frdr. Schabatsberger, gräfl. Pückler-Limburg Rent- 
amtmann, 2ra. Elchstätt. R. Schlecht, geistl. Rath, (statt bisher 
4m. 70 pf) 10m. Elsenach. Dr. Steehele, Gymnasiallehrer, 3 m. 
Erlangen. Winter, Stadtpfarror. 3 m. Fürth. Dr. Debetaz, k. Real- 
lehrer, 2 m. ; Iletzel, Landgerichtsrath, 2 m. ; Pirner, Privatier, 2 m. 
Hildesheim. Louis Liccke, Kaufmann, 5 m. ; W. Müller, Rentner, in 
Sorsum (statt bisher 3 m.), 6 m. Jena. Dr. Karl Bardeleben jr., 
Professor, 3 m. Magdeburg. Willi. Hauswaldt, Chokoladefabrikant, 
5 m. Schleiz. V. Albtrti, Amtsrichter, 50 pf. ; Dr. Frenkel, Superin- 
tendent, 2 m. ; Kühn, Oberforstmeister, 2 m. ; Lämmel, Buchhändler, 
50 pf.; Dr. Vierke, Gymnasialoberlelirer, Im.; Vollert, Gymnasial- 
lehrer, Im. Straubing. Ludwig Wolfram, Gymnasialassistent, 2m. 
Wunsledel. Heinr. Hörn, Kaufmann, Im. Zwickau. Bräuninger, 
Buchhändler, 3 m.; Ehrler, Bankier, 3 m.; Franz Müller, Diakonus, 
3 m. ; Dr. Nöllner, Realschuloberlehrer, 2 m. 

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Pur die kunst- und kulturgeschichtlichen Samm- 
lungen, 

(Nr. 8778—8791.) 
Dresden. Chr. Graf v. Münnich: Medaille auf das Jubiläum 
der Augsburger Confession, 1830. — Hamburg. Dr. Fr. Voigt: Zwei 
Flugblätter des 18. Jahrh. Typendr. — Jena. Dr. med. Ried: Ahnen- 
probe, 18. Jahrhdt. Einige in Kupfer gestochene Porträte und 
Druckproben des 17. Jahrh. — Kessenich b. Bonn. Aus'm Weerth, 
Professor: 7 Abgüsse nach Elfenbeinskulptureu. 3 mittelalterliche 
Fufsbodenplättchen. — München, v. Hefner- Alteneck, General- 
konservator: Gypsabgufs nach einem Eisenbeschläge des 15. Jahrh. 
E. Martin, Kupferstecher: 4 Stiche des Hrn. Geschenkgebers. — 
Nürnberg. Erben der Magisterswittwe Schmidt: Eine Par- 
tie Flugblätter und einige Stiche des 17. u. 18. Jahrh. Geuder, 
Bierwirth: Gelbglasierter Bierkrug des 18. Jahrh. Kgl. Land- 
bauamt: Altes'Zimmermannsbeil, 15. Jahrh. Gottfr. Maurer, 
Restaurateur : Unglasierter Thonkrug, 15.— 16. Jahrh. Messingjeton, 
16. Jahrh. Ed. Rockstroh, Prokurist: Eine Partie Holzschnitte 
und Stiche des 16.-- 18. Jahrh. Eine Bronzefibula. 8 Abdrücke 
von geschnittenen Steinen. AVolf. Fabrikbesitzer: Zinnerne Saug- 
flasche (Ludel), 18. Jahrh. — Regensburg. Fürstl. Thurn u. Taxis'- 
sche Verwaltung: Medaille auf den Regierungsantritt des Für- 
sten Maximilian, 188::i. — Salzburg. Camillo Sitte, k. k. Professor 
und Direktor : 2 Gmundener Fayencekrüge, 18. Jahrh. 

IL Für die Bibliothek. 

(Nr. 47,653—47,906.) 
Berlin. G. Grote'sche Verlagsbuchh. : Oncken, allgem. Geschichte 
in Einzeldarstellungen ; 111. Hauptabth., 10. Tbl. : Brückner, Katha- 
rina II 1883. 8. Universität: Du Bois - Reymond, Göthe und 



L^!)9 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



300 



kein Ende. 18S2. 4. Curtius, die Griechen als Meister der C'oloni- 
satiou. I&83. 4. Ermann, zur Gesclüclite der rüraisclien Quittungen 
u. Solutiousakte. 1883. 8. Fiegel , historia legionis tertiae Augu- 
stae. 1882. 8. Gfrürer, Verfassungsgeschichte von Kegensburg. 

1882. 8. Handloike, die lombardisehen Städte untfer der Herrschaft 
der Bischüfe. 1883. 8. Ladewig, Poppe von Stablo u. d. lothring.- 
chiniacens. Klosterreform. 1882. 8. u. 8 weitere akadem Gelegen- 
heitsschriften nicht historischen Inhalts. — Dorpat. Universität: 
Guleke, Deutschlands innere Kirchenpolitik von 1105—1111. 1882. 
8. V. Keufsler, zur Geschichte u. Kritik des bäuerlichen Gemeinde- 
besitzes in Rufsland. II. Tbl. 1. Hälfte. 1882. 8. Lossius, die Ur- 
kunden der Grafen de Lagardie. 1882. 8. u. 48 weitere akadem. 
Schriften nicht histor. Inhaltes. — Innsbruck. Freih. L. v. Borch: 
Ders., die Eeclitsverhältnisse der Besitzer der Grafschaft Haag 
1884. 8. — Jena. Dr. med. Ried: Geschichte der adligen Familie 
von Stomniel. 1845. 2. — Leipzig. Karl Reifsner, Verlagshdlg : 
Jahresbericht über die Erscheinungen auf d. Gebiete der german. 
Philologie; IV. Jhg. 18S2. 1. Abthlg. 1883. 8'. Durch die B. G. 
Teubner'sche Buchhandlg. (Programme deutscher Gymnasien etc.): 
Toews, Beiträge z. Geschichte der Stadt Insterburg. 1883. 4. Möl- 
ler, Geschichte des altstädt. Gymnasiums in Königsberg; 8. Stck. 
186;'.. 4. Arnoldt. üb. Schillers Auffassung u. Verwertung des anti- 
ken Chors in der Braut von Messina. 1883. 4. Salkowski, Quellen 
zur Reformationsgeschichte aus Luthers Werken. 1883. 4. Saltz- 
mann, Wolframs von Eschenbach Willehalm und seine französische 
Quelle. 1883 3. Martens, Danzig im nordischen Kriege; I. 1883. 4. 
Lehmann, das Volk der Sueben von Cäsar bis Tacitus. 1883. 4. 
Anger, Schlufs des alten und Eröffnung des neuen Gymnasiums zu 
Elbing. 1883. 4. Gronau, ein Lehrplan f. den deutschen Unter- 
richt. 1883. 4. Gortzitza, krit. Sichtung der Quellen zum ersten 
punischen Kriege. 1883. 4. Curtze, Katalog der Bibliothek des k. 
CTymnasiums zu Thorn. 1883. 8, Klein, über den Unterricht in der 
deutschen C4rammatik. 4. Zelmer,- zur polnischen Politik des Kur- 
fürsten Friedrichs I!. v. Brandenburg. 1883. 4. Braumann, die Prin- 
cipes der Gallier u. CTcrmanen bei Cäsar u. Tacitus. 1833. 4. Mül- • 
1er, Luthers reformatorische Verdienste um Schule und Unterricht. 
1883 4. Klatt, chronolog. Beiträge zur Geschichte des achäischen 
Bundes 1883. 4. Paukstadt, der Begriff des Schönen bei Schiller. 

1883. 4. Jentsch, die Sammlungen des Gymnasiums zu Guben; I. 
Tbl, 1883. 4,' Köpke, die lyrischen Versmafse des Horaz. 1883. 8. 
Block, Petrus de Ebulo u. s. Nachrichten über d. Gemahlin Kaiser 
Heinrichs VI. 1883. 4. Adolph, Voltaire et le theätre de Shakes- 
peare. 1883. 4. Hühenberg, über Lessings Lehrgedichte. 1883. 4. 
Horstmann, Osbern Bokenam u. s. Legendensammlung. 1883. 4. 
Fofs, die Anfänge der nordischen Mission; II. Tbl. 1883. 4. Wagner, 
zu Lessings spanischen Studien. 1883. 4. Lehmann, Herder in seiner 
Bedeutung für die Geographie. 1883. 4. Althaus, Erörterungen über 
Lessings Minna von Barnhelm. I. Tbl. ü883. 4. Berger, über die 
Heerstrafsen des römischen Reiches. 1883. 4. Noack, Uebersetzung 
altdeutscher Gedichte. 1883. 4. Patsch, Henry Wadsworth Long- 
fellow. 1883. 4. Bardey, das sechste Consulat des Marius. 1883. 
8. Wertsch, das alte und das neue deutsche Reich ; IL 1 883. 4. 
Beiutker, über die Handschrift und den Verfasser der Geschich- 
ten u. Thaten Wilwolts von Schaumburg; I. Theil 1883. 4. Streit, 
Blätter für Geschichte und Statistik des Domgymnasiums zu 
Colberg. 1883. 4. Schmeckebier, die Verordnung des k. Mini- 
sterii . . . vom 31. März 1882 in ihrem Einflüsse auf die bis- 
herige Schulpraxis. 1883. 4. Güldenpenning, die Besiedelung der 
Meerbusen. 1883. 4. Ziegel , die Ursachen des zweiten schles. 
Krieges. 1883. 4. Wisotzki, die Klassifikation der Meeresräume. 
1883. 4. Slcthner, Poesie u. Prosa, ihre Arten u. Formen. 1883. 
4. V. Sanden, d. Lied v. d. Glocke u. d. Spaziergang von Schiller ; 
I. Th. 1883. 4. Eckardt, zwei Heden beim Auszug aus d. alten 
und bei d. Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes (zu Lissa.) 
1883. 4. Hassencamp, Irland i. d. Zeit v. 1C60- 1760. 1883. 4. Jung- 
fer, le.xikal. Eigenthümlichkeiten der Chwalczewskischen Chronik. 
1883. 4. Szateski, Urkundliches z. Geschichte der Stadt Schwerin 
a. d. W. 1883. 4. Ilockenbeck, Beiträge z. Gesch. d. Klosters 
u. der Stadt Wongrowitz. 1883. 8. Gutzeit, Descartes' angeborne 
Ideen verglichen mit Kants Anschauungs- u. Denkformen a priori. 
1883. 4. Starker, die Wortstellung der Nachsätze in den. alul. 



Uebersetzungen des Matthäus-Evangeliums, des Isidor u. des Tatian. 
1683. 4. Krause, die Ursprache in ihrer ersten Entwicklung ; IV. 
Th. 1883. 4. Schimberg, üb. d. Einfluls Holbergs und Destc^uche's 
auf Lessings Jugeuddramen. 1883. 4. Gerhard, Sieger u. Besiegter 
von Sedan. 1883. 4. Mühlenbach, die dramat. Idee in Schillers 
Willi. Teil. 1883. 4. Schlüter, z. Gesch. d. deutschen Spruch- 
diclitung im Zeitalter der Minnesänger. 1883.' 4. Eckerlin, die 
Ursachen des Sachsenaufstandes gegen Heinrich IV. 1883. 4. 
Wedemann, König Heinrich der IV. i J. 1076. 1883. 4. Kelt- 
ner, der Empfang der Gäste im Nibelungenliede 1883. 4. Böhme, 
Nachrichten über die Bibliothek d. k. Landesschule Pforta ; 11. 1883^ 
4. Genest, osteuropäische Verhältnisse bei Herodot. 1683. 4. 
Wagner, Verzeichnifs der alten Drucke d. Gymnasial-Bibliothek zu 
Schlousingen, 1883. 4. Henkel, das Göthe'sche Gleichnis. 1883. 
4. Haupt, e. Beitrag z. d. Frage nach Ziel u. Methode des Geschichts- 
unterrichts au Gymnasien. 1883. 4. Perle, Locke's Ansicht von 
d. Sprache. 1883. 4. Ziller, der epische Stil des altfranzös. Ro- 
lands-Liedes. 1883. 4. Nordmeyer, d. grammat. Gesetze der deut- 
schen Wortstellung. 1883. 4. Knaake, „le lutrin" de Boileau 
et „the rape of the lock" de Pope. 1883. 4. Metger, die Statu- 
ten des Verbandes der Schmiedegesellen in Flensburg a d. 15. 16. 
u. 17. Jhdt. 1883. 4. Hunrath, üb. d. Ausziehen der Quadrat- 
wurzel bei Griechen und Indern. , 1883. 4. Jansen, Aleander am 
Reichst.ige z. Worms, 1521. 1883. 4. Grube, zur Geschichte des 
Problems der Anziehung der Ellipsoide. 1883. 4. Eickhoff, die 
älteste Ilerzebrocker Heberolle ; IL Th. 1883. 4. Scheppig, die 
Bewegung der Geschichte 1883. 4. Mushacke, üb. einige Eigen- 
thümlichheiten, insbesondere über Pleonasmus u. Tautologie i. d. 
deutschen Wortzusammensetzung; I. Th. 1883. 4. Winter, Beiträge 
z. Gesch. d. Naturgefühls. 1883. 4 v. Keitz, üb. Thierliebhaberei 
im Alterthume. 1883 4. I^enfers, die Grundlage des ältesten 
Wikbiletrechts in d. Städten des Oberstifts Münster. 1833. 4. Ro- 
bitzsch, Beiträge z. Geschichte v. Höxter. 1883. 4. Vogeler, Ge- 
schichte des Soester Archigymnasiums. I. Th. 1883. 4. Helling- 
haus, Friedr. Leopold Graf zu Stolberg u. Job. Ileinr. Vofs. 1883. 
4- Lehrplan f. den deutschen Unterricht (am Realprogymnasium 
zu Schalke). 1883. 4. Hillebrand, zur Geschichte der Stadt u. 
Herrschaft Limburg a. d. Lahn. I. Th. 1883. 4. Münscher, 
Chronik des Gymnasiums zu Marburg v. 1833-83. ■1883. 4. Steh- 
lich, die geschichtl. Vorbedingungen d. engl, Kunstphilosopbie im 
vorigen Jahrh. 1883. 4. Feitel, Frieih'. Wilh. Weber's „Dreizehn- 
linden". 1883. 4. . . . Terwelp, Gesch. d. Klosters Unserer Lieben 
Frau z. h. Thomas bei Andernach; II. Th. 1883. 4. Fufs, Bei- 
träge zur Volksetymologie. 1883. 4. Rosbach, die Reichspolitik der 
Trierischen Erzbischöfe vom Ausgange d. Regierung Friedrichs I. 
bis zu Ende d. Interregnums. 1883. 4. Mestwerdt, zur Clevisclien 
Geschichte aus d. Zeit der französ. Herrschaft. 1883. 4. Fell, 
über d. Ursprung u. die Entwicklung des höheren Unterrichtsw.esens 
bei den Muhamedanern. 1883. 4. Schmitz, Mittheilungen aus Akten 
der Universität Köln ; IV. 1883. 4. Festschrift dem Gymnasium Adol- 
finum zu Mors zu der Jubelfeier seines 300jähr. Bestehens. 1882. 4. 
Averdunk, Duisburg zur Zeit d. Jülich-Clever Erbfolgestreites. 1883. 4. 
Köhler, Nachträge u. Berichtigungen zu d. I. Theil des „Rückblicks 
auf d. Entwicklung des höheren Schulwesens in Emmerich.'' 1883. 
4. Pilger, Bericht über d Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes 
in Essen. 1883. 4. Juris, üb. das Reich des Odovakar. 1883. 4. 
Bürgerbuch der Stadt u. des Kirchspiels Linz ; II. u. letzter Tlil. 
188'i. 4. Deutschmann, de poesis Graecorum rhythmicae primordiis. 
1883. 4. Vering, über die Eiszeit ; I. Th. 188 i. 8. Hasemann, Prü- 
fung der wichtigsten Kurzschriften. 1883. 4. Raths, Geschichtliches 
über den Streit zwischen den Anhängern der alt-klassischen Litte- 
ratur u. d. modernen bis zum 17. Jhdt. I. Th. 1883. 4. Kleine, 
die Feier der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes in Wesel. 
1883. 4. Mertz, Beitrag zur Feststellung der Lage und der jetzigen 
Beschaffenheit der Römermauer zu Köln, 1883. 4. Stolle, metrische 
Studien über das deutsche Volkslied. 1883. 4. Czech, Beiträge 
zu einer naturgemälsen Einteilung der Alpen. 1883. 4. Hill, der 
acjiäische Bund seit 1G8 v. Chr. 1883. 4. Nachtigall, die Berück- 
sichtigung des volkswirthschaftlichen Elements bei dem Geschichts- 
unterricht. 1883. 4. Thele, der Name des Berges Ilohenzoller ; 
III. 18S3. 8. Hermes Mercurius -Wuotan. 1,883. 8. Lchri)Ian f. d. 



301 



Anzeiger lUr Kunde der deutschen Vorzeit. 



i02 



rnturriclit in der deutschen Gramniatik. 1683. 8. Hademeehers, eine 
Aliliundliing über d. Geschichtsunterricht. 1883. 4. Stoft'els, le 
dictionnairc de l'academie Frangaise. 1883. 4. Lütze, über das 
Wunder 1883. 4. Polle, Briefe v. Erncstinc Vofs an Kud. .Vbeken ; 
11. Hälfte. 1883. 4. Fischer, Studien z. hyzantin. Geschiclite des 
11. Jhdt. 1683. 4. Bartsch, Sachs. Kleidernrchiungen a. d. Zeit v. 
1450—1750. 1883. 4. Vater, Repetitionstabellen zur biblischen u. 
Kirchengeschichte. I. Theil 1883. 4. Fclirc, Henry Howard, 
earl of Surey. 1883. 4. Hey, die slavischen Ortsnamen d. Konigr. 
Sachsen. 1881 4. Doberenz, la Martoliero u. seine Bearbeitung 
Schillerscher Dramen auf d. Theater d, franzüs. Revolution. 1883. 
4. Hesse, die erloschenen Vulkane Deutschlands. 1883. 4. Kohler, 
Freifrau Katliariiia von Gersdorf. 1883. 4. Unger, Grundzüge der 
Geschichte des elementaren Rechnens; I. Tb. 1883. 4. Tittel, 
üb. den Christus patiens des Hugo Grotius. 1883. 4. Raspe, Kata- 
log Jer Domschiübibliothek zu Güstrow. 1883. 4. Gerlach, die 
musikalische Proportion u. a. m. 1883. 4. Klöpper, Herders 
Weimarer Schulredeu in ihrer Bedeutung f. Erziehung u. Unterricht. 
188:-i. 4. Niemann, die mosaische Gesetzgebung im Religionsunter- 
richte. 1883. 4. Stötzer, la poesie Frangaise jusqu'ii Malherbe 
d'apres Boileau. 1883. 4. Kühnel, die slavischen Ortsnamen in 
Mecklenburg-Strelitz ; II. Th. 1883. 4. Müller, Sinn- u. Sinnver- 
wandtschaft deutscher Wörter nach ihrer Abstammung. 1883. ,4. 
Ricmann , observationum in dialectum Xenophonteam specimen I. 
18S3. 4. Böhnke, Wielands publicistische Thiltigkeit. 1883. 4. 
Strackerjan, zur Feier deutscher Dichter; Abend 13. u. 14. 1883. 
4. Fischer, zur Vorgeschichte der Gegend von Bernburg; I. Th. 
1883. 4. Gerlach, über Mythenbildung in d. alten Kunstgeschichte. 
1883. 4. Lambeck, Psalm CIV im Urtext, mit sehier Uebertragung 
in 11 Sprachen. 1883. 4. Krause, epistolae aliquot selectae viro- 
rum doctorum Mart. Luthero aequalium. 1883. 4. Schambaeh, 
einige Bemerkungen über die Gescliützverwendung bei den Römern. 
1883. 4. Weise, die slavischen Ansiedekingen im Herzogth. S. -Al- 
tenburg. 1883. 4. Witte, Abril's der französ. Etymologie; I. Hälfte. 



1883. 4. Mauritius , Festrede zur Stiftungsfeier des Gymnasium 
Casimirianum in Coburg. 1883. 4. Rudloft', über Uhlands dichte- 
rischen Entwicklungsgang. 1883. 4. Ehwald, Gedaclitnifsrede auf 
den geh. Obersclmlrath Marquardt. 1883. 4. Schacht, die llaupt- 
quelle Plutarchs in der vita Luculli. 1883. 4. Walz, über den 
deutsch«! Unterricht in Tertia. 1883. 4. Wagner, Aucassin et Ni- 
colete comme imitation de Floire et Blauchefleur. 1883. 4. Rinn, 
Kulturgeschichtliches aus deutschen Predigten des Mittelalters. 
1883. 4. Christensen, Beiträge z. Ale.xandersage. 1883. 4. Fleisch- 
fresser, höhere Bürgerschule zu Hamburg. 1883. 4. T. 0. Wei- 
gel, Verlagshandlung.: Otte, Handbuch der Kunst- Archäologie ; 
5. Aufl. herausg. von Wernicke ; Bd I, 3. 1883. 8. — München. 
Dr. P. Wittmann, sen.: Ders. , die Bamberger Hexen- Justiz, 
1595-1631. 1883. 8. Sonderabz. — Münnerstadt. K. bayr. Stu- 
die nanstalt: Jahresbericht etc. für d. Studieiij. 1882 83. Heid, 
das dritte Studiengenossenfest in Münnerstadt. 1883. 8. — Nürn- 
berg. Ignaz Bing, Grofshändler : Altertus Magnus, pai'adisus ani- 
mae. 1578. 12. Erben der Magisterswittwft Elis. Schmidt: 
Zahn, Erzählung einiger der wichtigsten merkwürdigen Begebenheiten, 
welche sich v. J. Chr. 1737 bis 1787 i. d. Reichsstadt Nürnberg er- 
eignet etc. 1787. 4. Nürnberg im 18. Jhdt. 1801. 8. Schmit, hi- 
storische Schilderung des Schiefshauses u. der Schützengesellschaft 
zu St. Johannis. 1838. 8. Ed. Rockstroh, Prokurist: Pfin- 
zing'sches Geschlechtsbuch. Pap. Hs. 17. Jhdt. 4. — Rostock. Uni- 
versität: Bechstein, Denkschrift, z. Feier d. 25 jähr. Bestehens 
des deutsch.-philolog. Seminars etc. 1883. 4. Bergholter, die Par- 
tikel vSO" in der englischen Sprache. 1882. 8. Fischer, die Glaub- 
würdigkeit des Lambert von Hersfeld. 1882. 8. Heydtmann, über 
Enoch Hamanns Anmerkungen zu Martin Opitzens Buch von der 
deutschen Poeterey. 1862. 8. Jander, über Metrik und Stil in 
W^olframs Titurel. 1883. 8. Lämmerhirt, George Peele, über sein 
Leben und seine Werke. 1882. 8. Schmidt, die Sachsenkriege unter 
'Karl d. Gr. 1882. 8. u. 27 weitere akadem. Schriften nicht histor. 
Inhaltes. 



, Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles: 

Bulletin etc. Septieme annee 1883. Nr. 3. Mars et Avril. 8. 

Institut archeologique Liegeois: 

Bulletin etc. Tome XVII. !■■« livraison. Liege, 1883. 8. 
Statuts constitutifs, — Cimetiere Belgo-Romain decouvert ;i Theux. 
Von Ph. de Limbourg. — Notes historiques sur commanderies de 
Vordre Teutonique au diocese de Liege. Von J. Daris. — Quelques 
mots sur l'ancienne eglise St. Remacle ä Verviers. Von G. Ruhl. 
— Gres-cerames ä armoiries liegeoises. — Orffevrerie liegeoise du 
XI1<= siecle. Von J. Demaiteau. — Le retable de St. Remacle a 
Stavelot. 

Historisch genootschap gevestigd te Utrecht: 

Bydragen en mededeeliugeu etc. 6'^" deel. 1883.. 8. Gesell- 
schaftsangelegenheiten. — Brief van den Hertog van Brunswijk 
aan den Baron van Lyndon van Hemmen, naar aanleiding van het 
ontslag uit al zyne bedieningen door de Staten van Holland. 1 78 1. 

Werken ef^. Niewe Serie, Nr. 34 u. 35. 1883. 8. Nego- 
ciations de monsieur le comte D'Avaux, ambassadeur extraordinaire 
ii la cour de Suede, pendant les annees 1693, 1697, 1698 .... 
tome 2™« u. 3"", prem. partie. . Utrecht, 1882 n. 83. 8. 

Brieven van en aan Jean Derck van der Capellen tot den Pol 
uitgeven door Mr. J. A. Sillem. Aanhangsel van den Brieven door 



Mr. W. H. de Beaufort, uitg. in Nr. 27 van den Werken etc. . . . 
Utrecht, 1883. 8. 

Kongl. vitterhets historie och antiq. akademie: 
Antiquarisk tidskrift för Sverige . . . Sjunde Delen, 1. — 3J« haf- 
tet. Stockholm, 1883. 8. Heraldiska studier. 1. Det svenska riks- 
vapnet. Von H. Hildebrand. (Mit 109 Figuren) ^ Sämling af 
bemärkelsedagar, tecken, marken, ordspräk etc. Von H. Hildebrand 
Hildebrandsson. — Leibnitz, bref tili Sparfvenfelt . . . Von A. 
Wieselgrgn. 

Verein für siebenb ürgische Landeskunde: 
Korrespondenzblatt etc. VI. Jhg. 1883, Nr. 8. 8. .Die Son- 
nenuhi' an der Hermannstädter Kirche. Von A. — Zur Agrarge- 
schichte des sächsischen Volkes. Von Fr. Teutsch u. J. Wolff. — 
Kleine Mittheilnngen. — Literatur. 

Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger 
Kenntnisse in Prag: 

Sammlung etc. Nr. 87. Die grofsen Volkskrankheiten sonst 
und jetzt und deren Verhütung. Von Dr. F. Beetz. 

Kais. u. kon. geograph. Gesellschaft in Wien: 
Mittheilungen etc. 1881. XXV. Bd. (d. n. F. XV.) 1882. 8. 
CTesellschaftsangelegenheiten. — Der Lukmanierpafs und das Kloster 
Disentis. Von J. Doblhoff. — Literatur. 



303 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



304 



K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" iu Wien: 
Monatsblatt etc. Jhg. 1883. Nr. 33. 8. Gesellschaftsange- 
legeuheiten. — IS'eue Wappen. Von Adhemar. — Literatur etc. 
Xumismatische Gesellschaft in Wien: 
Monatsblatt etc. Nr. 1. 1883. 8. Vorwort. — Bericht über 
die Vorbereitungen zu dem III. Vereinstage deutscher Münzforscher 
in 'Wien. — Geselischaftsangelegenheiten. — 

K. k. österr. Museum f Kunst u. Industrie: 
Mittheilungen etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 216. Wien. 8. 
Die kulturhistorische Ausstellung in Graz und das künftige Landes- 
museum. Von R. V. E- — Frederic Spitzer's Bronzen. Von Dr. Th. 
Frimmel. — Die Jubelfeier für 1683 und die Kunstgewerbeschule. 
— Katalog der Th. Grafschen Funde in Aegypten. Von Dr. J. 
Karabacek-. (Forts.) — Literatur. — Kleine Mittheilungeu. 
Wissenschaftlicher Club in Wien: 
Monatsbliltter etc. IV. Jhg. 1883J Nr. 11. 8. Clubangelegen- 
heiten. — lieber die beiden Ar;;hitekten des Österreich. Barockzeit- 
alters : Joh. Beruh. Fischer von Erlach und^iessen Sohn Josef Ema- 
nuel. — Die Züudrequisiten einst und jetzt. — Das Machiavelli- 
KiithseL Von Dr. E. Guglia. — Literatur. 

Christlicher Kunstverein der Diöcese Seckau: 
Der Kirchen-Schmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 8. 8. Die 
Domkirche zu Marburg. Von der kulturhistorischen Ausstellung 
zu Graz. — Ueberblick über die Geschichte der Darstellung Christi 
am Kreuze bis zum 13. Jhdt. (Schi.) — Beiträge zur Erhaltung 
monumentaler Malereien. — Notiz. 

Historischer Filialverein zu Neuburg: 
CoUectaneenblatt etc. 46. Jhg. 1882. 8. Des Pfalzgrafen 
Otto Heinrich Pilgerfahrt nach Palästina. Von Niki. — Festlich- 
keiten bei der VermäUung des Pfalzgrafen Wolfg. Wilhelm mit der 
Prinzessin Magdalena, Tochter des Herzogs Wilhelm V. v. Bayern. 
Von dems. — Beiträge zur Geschichte von Pfalz-Neuburg. Von 
dems. — Der k. bayer. Militär- Max -Joseph -Orden und seine Mit- 
glieder. Von Pfeffer. — Herzog Phil. Ludwig vermacht dem Spital 
zu Neuburg 100 Gulden jährliches Einkommen und 50 Gulden zur 
jährl. Verteilung unter, die Armen. Ferner spendet er 1000 Gulden 
zur Errichtung eines Lazaretes für presthafte Leute. — Auszug 
aus dem nicht datierten, sjjäter gegenstandslos gewordenen Testa- 
mente der Pfalzgräfin Anna. — Aus der Geschichte des k. 10. In- 
fant.-Regiments ..Prinz Ludwig'' während seiner Ganüsonierung in 
Neuburg a. D. 1778—1779. Von Stoffel. (Mit Abbild.) — Die in 
den ständigen Klöstern des Kreises Schwaben und Neuburg und ein 
paar anderen bei ihrer Aufhebung (i. d. J. 180^3 und 1806) vorhan- 
denen Mönche. Von P. Gams und Rieder. — Nekrologe. — Ver- 
reinsangelegenheiten. 

Bayerisches Gew erbemuseum zu Nürnberg: 
Kunst und Gewerbe. Zeitschrift etc. Redig. v. Dr. 0. v. Sehern 
XVII. Jhrg. 1883, VII. u. VIH. Heft. Mit Nr. 13-15 der ,.Mit- 
theilungen" etc. 8. Die Th. Grafschen Textilfunde in Aegypten. — 
Die altdeutschen Gläser in der Mustersammlung des gen. Museums. 
Von 0. Friedrich. (Forts.) — Die Gewebe Italiens. Von F. Fisch- 
bach. — Kleine Nachrichten. — Literatur. — Abbildungen : Bronze- 
Leuchter aus der Stiftskirche zu St. Peter in Salzburg. Auf. des 
17. Jahihdt. — Krönung der Fenstervergitterung am landschaftl. 
Zeughause in Graz. (17. Jahrh.l — Druckverzierung aus einem 
Lyoneser Druckwerk. (16. Jahrb.) — Deckel von Bronze. Spani- 
sche Arbeit. — 3 Buchdeckel aus der Sammlung des Museums. 



(17. Jahrb.) — Intarsiafüllung aus der Certosa bei Florenz. — An- 
tike FüUungs- Verzierung aus dem Museum Lateranense in Rom. — 
Graviertes Ornament von einem Zinnkrug im städt. Museum in Salz- 
bm-g. — In Marmor eingemeifseltes Stickmuster. — Ornamentraotiv 
vom Palazzo ducale in Mantua. — Majolika-Fufsboden aus Sta. Ca- 
terina in Siena. — Lesepult aus S. Spirito in Florenz. — Rubin- 
glas mit Messingmontierung. 

Oberhessischer Verein für Localgeschichte : 

Dritter Jahresbericht etc. Vereinsjahr 1882— 83. Giefsen, 1883. 8. 
Zur Geschichte des Grundbesitzes und des Credits in oberhessischen 
Städten. Von Dr. A. Nagel. 

Lahnsteiner Altertumsverein: 

Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittclrheins etc. 1. Jhg. 
1883. Nr. 8. 4. Dr. Jul. Wegeier f. — Urkundliche Nachrichten 
über die Familien von Lanstein. Von C. v. Ledebur. (Forts.) — 
Zur Geschichte des Königsstuhls und der Wenzelskapelle. Von 
J. Hellbach. (Forts.) — Rechnung des Joh. Hirfsfelt, Kellners im 
Schlofs Lahnstein 1444—1446. Von G. Zülch. (Forts.) — Aus 
einer verschollenen Urkundensammlung. Von R. Pick. — Ver- 
mischtes. 

Verein z. Erforschg. d. rhoin. Gesch. u. Alterthü- 
m e r i. Mainz: 

Zeitschrift etc. Bd. III, Heft 2 u. 3. 1883. 8. (M. 5 Tafeln.) 
Kunsthistor. Analekten : Fibula aus dem 11. Jhdt. Kömische Was- 
serspeier. Von Dr. W. Velke. (Mit Taf. III u. IV.) — Römische 
Waffen aus der Kaiserzeit im Mainzer Museum. Von H. Linden- 
schmit. (Mit Taf. V.) — Die seit 1875 erworbenen Inschriften des 
Mainzer Museums. Von Dr. J. Keller. — Der Bretzenheimer Münz- 
fund. Von P. Joseph. (Mit Taf. VI u. VII.) — Regesten zur Ge- 
schichte der Mainzer Stiftsfehde u. der' Verpfändung des Mainzer 
Domschatzes (1461 — 1476.) Von Dr. Sauer. — Die Zerstörung des 
Klosters Rupertsberg bei Bingen i. J. 1632. Von Dr. P. Bruder. — 
Aus der Stiftsgeschichte von St. Stephan zu Mainz. Von Dr. Falk. 

— Eine Mainzer Hausinschrift. Von Dr. Wiedmann. - Zur Er- 
findungsgeschichte der Buchdruckerkunst. Von Dr. Falk. ^ Der 
Typhus in Mainz (u. Torgau) 1813—14. Von Dr. A. Wernher f. 

— Die Ausgrabungen an der alten Peterskirche im Gartenfelde. 
Von M. Heckmann. — Rom. Funde bei Weisenau. Von dems. u. 
Fr. Lindenschmit. — Der Eigelstein bei Blainz. Von W. Usinger 
u. Dr. W. Velke. — Römische Felsendenkmäler. Von M. Heck- 
manu. 

Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie 
der Naturforscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 15 u 16. 1883. 4. Aka- 
demie-Angelegenheiten. — Literatur etc. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 
Monatshelte etc. Jhg. 1883. Nr. 9. 8. Die Vorgänger Bach's 
u. Händel's. (Schi.) Von R. Eitner. — Joh. Stadeu. Eine Bio- 
u. Bibliographie. 

Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin: 
Verhandlungen etc. Bd. X, Nr. 5 u. 6. 8. Gesellschaftsan- 
gelegenheiten. — Geographische u. Literatur-Notizen. 
Kunstgewerbe- Verein zu Magdeburg: 
Pallas. Zeitschrift etc. IV. Jahrg. 1883, Nr. 9. 4. Vereins- 
angelegenheiten. — Literatur. 

V. f. anhält. Geschichte und AI terthumskundc : 
Mitteilungen etc. III. Bd. 8. Heft. Dessau, 1883. 8. Ur- 



305 



Anzeiger rUr Kunde der deutsehen Vorzeil 



306 



kuiidliclics üur Geschichte der Klüster Anhalts. Von Th. Steiizel. 
(Forts.) — Die Herzoge nud Kurfürsten von Sachsen -Wittenberg 
aus dem Hause Anhalt und ihre Grabstatten in d. Franziskaner- 
kirche. Von G. Stier. — Geschichte des Dorfes Wilsleben. Von 
Becker. — Botanische Exkursionen im 17. Jhdt. Von G. Krause. 

— Job. Christoph Senn, 1771—1815. Von Dr. W. Hosäus. — Ver- 
einsnachrichteu. 

Verein für lübeckische Gesch. u. Altorthumskunde: 
Mittheilungen etc. 1. Heft, 1883. Nr. 1—3. Lübeck. 8 — 
Vereinsnachrichten. — Beiträge zur Geschichte Lübeck's in den 
Jahren von 1800 bis 1810. Von Dr. W. Brehmer. — Eine Kleider- 
ordnung. Mitgeth. von Dr. A. Hagedorn. — Correctionshaft. Von 
Dr. W. Brehmer. — Der Geschützgiefser Hans von Köln und der 
Büchsengiefser Hans Schilling. Von Dr. Th. Hack. — Ein Mandat 
gegen das Vermummen. Von A. Hagedorn. — Der Schüttings- 
schmaus. Von Dr. W. Brehmer. — Mittsommerfest. Von dems. 
- Die Gesandtschaft der Hansestädte zur Beglückwünschung König 
Friedrichs HI. von Dänemark bei seiner Thronbesteigung. Von 
A. Hagedorn. — Literatur. 

Verein f. Gesch. u. Alterthumskunde Westfalens: 
Zeitschrift etc. 41. Bd. Münster, 1883. 8. Geschichte der 
Herrschaft Gemen, ihrer Herren und deren Geschlechter. Von Fr. 
Grf. V. Landsberg -Velen u. Gemen. (Forts.) — Geschichte Horst- 
mars, seiner Edelherren und Burgmaunen. Von Dr. Fr. Darpe. — 
Westfälische Handschriften in fremden Bibliotheken und Archiven. 
Von W. Diekamp. — Das angebliche Privileg des h. Liudger f. d. 
Kloster Werden. Von dems. — Einige der noch nicht ermittelten 
Erbmäuuer-Höfe in der Stadt Münster. Von Ad. Tibus. — Die 
Ortsnamen der Traditiones Corbeienses. Erläutert von Dr. H. Dürre. 

— Nachlese zur Buchdruckergeschichte Westfalens. Von J. B. 
Nordhoff. — Die ältere Diöcese Paderborn nach ihren Grenzen, 
Archidiaconaten etc. Beschrieben von L. A. Tli. Holscher. (Forts.) 

— Miscellen. — Vereinschronik. 

Historischer Verein des Kantons Glarus: 
Jahrbuch etc. 20. Heft. Zürich u. Glarus, 1883. 8. Vereins- 
angelegenheiten. — Geschichte des höheren Schulwesens im Kanton 
Glarus. Von Gottfr. Heer. — Die glarnerischen Schulgüter und 
ihre Hülfsquellen. Von dems. — Tabelle zur „Geschichte d. glarn. 
Schulgüter.'' — Die Eisenschraelze in Seerüti. Von Dr. Tschudi. 

— Die Einführung der Kapuziner in Näfels. Von J. G. Meyer. 

Societe archeologique de Tarn-et-Garonne : 
Bulletin etc Tome XL Annee 1883 ; I«"^ trimestre. Montau- 
ban, 1883. 8. Gesellschaftsangelegenheiten. 



liiteratur. 

Neu erschienene Werke. 
8) Lexicon der bildenden Künste von Dr. Hermann 
Alexander Müller. Technik und Geschichte der Bau- 
kunst, Plastik, Malerei und der graphischen Künste, Künstler, 
Kunststätten, Kunstwerke. Leipzig, 1883. Verlag des biblio- 
graphischen Instituts. 965 Stn. 480 Abbildungen. 

Die weite Verbreitung des lebendigen Interesses an allen Zivei- 
gen der Kunst und allen Perioden derselben drängt dahin, alles; 
was die Forschung zur Förderung der Erkenntnifs des Wesens 
und der Geschichte der Kunst gethan hat, in populärer Form auch 



weiteren Kreisen zugänglich zu machen, und so ist insbesondere ein 
Nachschlagebuch zum wahren Bedürfnifs geworden, in welchem man 
auf bequeme Art sich über jede einzelne etwa auftauchende Frage 
rasch orientieren kann. In der handlichsten Weise in einem Bande 
vereinigt, der zu der Serie der Meyer'schen Fachlexika gehört, hat 
der Verfasser in der That Erstaunliches geboten. Die Fülle der Ar- 
tikel ist geradezu überraschend; jeder einzelne, natürlich sehr kurz, 
gibt aber alles Charakteristische der speziellen Aufgabe , alles, was 
zum Verständnifs nötbig ist. So sind allein 950 Artikel der Er- 
klärung der technischen Ausdrücke der Architektur, Plastik, Malerei 
u. s. w. gewidmet, 550 der Kunsttopographie, d. h. der Angabe des 
Wichtigsten, was eben so viele Städte an Kunstwerken bieten; 420 
andere zählen die wichtigsten Ereignisse und Personen aus der 
Mythologie und christlichen Glaubenslehre, der Legende u. s. w. 
auf, die in der Kunst Darstellung gefunden haben, und charakteri- 
sieren die Darstellung und die historische Folge und Entwickelung 
der verschiedenen Typen einzelner. Ungefähr 900 Porträtstatuen 
sind besprochen ; kurze Angaben über den Lebensgang und die Haupt- 
werke von 1600 Künstlern und Kuustschriftstellern, 60 gröfsere Ar- 
tikel mit synchronistischen Tabellen sind der Geschichte der Künste 
nach ihren nationalen Eigenthümlichkeiten und der geschichtlichen 
Entwickelung gewidmet. Die einfach im Umrifs gehaltenen Abbil- 
dungen sind charakteristisch gezeichnet und geben all das wieder, 
was durch ein Bild leichter und besser verständlich gemacht werden 
kann, als durch die eingehendste Beschreibung. 

Jeder Fachmann wird wol aus seinem speziellen Fache nicht 
gerade viel Neues finden, aber um so angenehmer überrascht sein, 
alles, was er aus der umfangreichen Literatur kennt, in solch schla- 
gender Kürze und doch solcher Vollständigkeit hier wieder zu fin- 
den, dafs er vielleicht selbst gerne hier nachschlägt, wenn er Nicht- 
fachleute belehren soll- Letztere können über die Zuverlässigkeit 
erfreut sein. Findet aber einer trotzdem eine Lücke oder eine 
Ungenauigkeit, möge er raschestens den Verfasser aufmerksam ma- 
chen, damit etwaige kleine Fehler in der nächsten Auflage gebes- 
sert werden; denn das Buch wird deren sicher viele erleben und 
als Nachschlagehueh sich einen Platz in jedem Hause schaffen, in 
welchem ernster Sinn oder Modeuachfolge die Beschäftigung mit 
der Kunst und die Freude an deren Werken helmisch gemacht hat. 



Teruii sehte Nachrichten. 

165) Potsdam. Ueber das Auffinden von Pfahlbauten bei 
Ketzin berichtet die ,,Potsd. Ztg.": Beim Abbau der mächtigen 
Thonlager auf dem Terrain eines Ziegeleibesitzers stiefsen die Ar- 
beiter auf uralte, in regelmäfsigen Zwischenräumen, aber doch eng 
aneinander stehende Eichenpfähle, die unter sich durch mächtige 
Eichenstämme verbunden sind. Die ganze Anlage ist, da erst ein 
Theil derselben nach Beseitigung der Thonschicht blofsgelegt ist, 
noch gar nicht zu übersehen. Umfangreich mufs dieselbe schon 
deshalb sein, da seit ihrer Entdeckung aus den in der Nähe der- 
selben liegenden Brand- und Humusschichten wöchentlich 5—6 Ctr. 
Knochen, die ,. Küchenabfälle" jener unbekannten Völker, nach Pots- 
dam verkauft werden. Zu Pfeilen zugespitzte Knochen- und Ge- 
weihstücke, Sandsteinstücke zum Anspitzen der Knochen- und Horn- 
pfeile, Urnen und Urnenreste mit allen möglichen Raudverzierungen, 
Pfeile mit Angelhaken aus Fischgräten, kurz, alle jene priniitiveu 



307 



Anzeiger 



Itir Kunde der deulscheu Vorzeit. 



3ü8 



Werkzeuge, die zum Lebeu der damaligen Pfalilbauvölker gehurteu, 
tindeii sich dort in Menge. Unter den Knochen treten die vom 
Rothliirsch, Wisent, besonders aber vom Wildschwein mit oft schön 
erhalteneu Stofszähnen am meisten auf. Hr. Professor Bastian, der 
Abtheilungsdirektor des Museums nordischer Alterthitmer, unU Hr. 
Professor Virchow sind von den Funden bereits in Kenntuifs ge- 
setzt worden. (Xordd. Allg. Ztg., Nr. 438.) 

166) Die Ausgrabung eines Hünengrabes aus dem 
Bronzealter hat, wie aus Kopenhagen, den 18. August, berichtet 
wird, unter Leitung eines Beamten des dortigen königlichen alt- 
nordischen Museums am Dienstag in der Nähe des Dorfes Muldberg 
im Kirchspiel Honen stattgefunden. Das Resultat war ein für die 
.Vlterthumsforschung höchst interessantes. Man fand in der Grab- 
kammer einen schön erhaltenen, aus einem ausgehöhlten Eichen- 
stamm bestehenden Sarg und in demselben die Leiche eines sechs 
Fufs grofsen Mannes. Die Leiche hatte auf dem Kopf eine Art 
Kapuze und war in zwei sehr gut erhaltene Kleidungsstücke ge- 
wickelt, von denen das ilufsere die Form eines Mantels hatte. Ne- 
ben der Leiche wurde ein in einer gleichfalls vollständig erhaltenen 
Holzscheide steckendes Bronzeschwert, sowie ein aus Knochen ge- 
fertigter Knopf gefunden. Die Ausgrabungen sollen fortgesetzt wer- 
den, da man in dem Hügel noch einen zweiten Sarg zu finden hofft. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 404.) 

167) Um die Mitte des Monats Mai 1. J. wurde in Helenen- 
thal nächst Baden hei Wien eine prähistorische Grabstätte auf- 
gedeckt , über welche Her. Kollet in den Mitth. d. k. k. Central- 
Comm. f. Kunst u. hisf. Denkm., IX. Bd , 2. Heft berichtet. Aufser 
Knochen befand sich in derselben ein rohes Thongefäfs und eine 
sehr schöne Bronzefibula. Unweit davon am „eisernen Thor" wurde 
unlängst auch ein sog. Palstab .gefunden. 

168) Der historische Verein für Niedersachsen in 
Hannover hat beschlossen, die in unserer Provinz noch vorhandenen 
Wälle, Verschanzungen, Befestigungen etc. aus vor- und frühge- 
schichtlicher Zeit aufmessen und chartieren zu lassen, auch ent- 
sprechende Beschreibungen der betreffenden Objekte zu verfertigen. 
Die Arbeit soll sofort in Angriff genommen werden und haben der 
General a. D. Oggermann und der Studienrath Müller hier die 
Leitung derselben übernommen. Es sind für diesen Zweck sowohl 
von Seiten der königlichen Staatsregierung, wie auch von Seiten 
der provinzialständischen Verwaltung angemessene Beihülfen bewil- 
ligt, es sind auch die Forstbeamten angewiesen, den mit der topo- 
graphischen Aufnahme von Umwallungen, Schanzen etc., die in 
fiskalischen Forsten sich befinden, beauftragten Personen jede Un- 
terstützung angedeihen zu lassen, auch kleinere Ausgrabungen , so 
weit sie ohne Schädigung der Anpflanzungen möglich sind, zu ge- 
statten. Das mit grofsem Eifer von sachkundiger Hand geleitete 
Unternehmen wird voraussichtlich schon bald in so weit ein greif- 
bares Ergebnifs liefern , als die ersten Zeichnungen und Beschrei- 
bungen der Oeffentlichkeit werden übergeben werden können. 

(Weserztg. 13196.) 

169) Rottenburg, 1. Sept. In der Umgegend der hiesigen 
Stadt werden gegenwärtig aus Staatsmitteln, welche das k. Kultus- 
ministerium verwilligt hat, unter Leitung des Herrn General a. D. 
v. Kallee und Prof. Dr. Herzog von Tübingen Ausgrabungen ver- 
anstaltet, um die römische Niederlassung, die auf dem Grund der 
hiesigen Stadt und ihrer nächsten Umgebung sich befand, in ihrem 



Umfang und ihren wichtigsten Theilen herauszustellen. Bereits 
sind auf dem rechten Ufer des Neckars gröfsere Zusammenhänge 
aufgedeckt, ein Hypokaustum, beträchtliche Mauern u. A. 

iStaatsanzgr. f. Württemberg, Nr. 205.) 

170) Aus dem Kreise Labiau, 23. August. Nachgrabungen 
auf dem grofsen Todtenfelde bei Bertaswalde bei Labiau sind vom 
besten Erfolge gekrönt gewesen, indem eine Anzahl Eisengeräthe 
und Waffen des ältesten Eisenzeitalters, sowie verschiedene gut er- 
haltene Bronzeschmucksachen aus dem dritten Jahrh. v. Chr. auf- 
gefunden wurden. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 396.) 

171) Hannover, 19. Sept. S tändischer Verwaltungsaus- 
schufs. Bei dem Etat der Hildesheimer Heilanstalj; wurde behufs 
Erweiterung des Eingangs zu dem zu der Kirche führenden Kreuz- 
gange und theilweiser Wiederherstellung des Kreuzgangs, eines 
Kunstwerks romanischer Zeit, als erste Rate eine Summe von rund 
1000 m. bewilligt. (Weserztg. 13191.) 

172) Eine für alle Geschichts- und Alterthumsfreunde höchst 
interessante Kunde kommt aus dem imscheinbaren Dörfchen Zoll 
bei Oberstaufen. Dieses Zell — das alte Wisircheszella — besteht 
nur aus sieben Häusern, besitzt iiidefs eines der ältesten Gottes- 
häuser Schwabens. Als Hüter des Gotteshauses Zell ist Herr 
Christian Alger, ein kunstfertiger Drechsler, anzusehen und diesem 
Manne verdankt man auch die Entdeckung der interessanten alt- 
deutschen Fresken. Schon länger glaubte derselbe an einigen Stel- 
len der weifsen Wandfläche der Kirche farbige Bilder durchscheinen 
zu sehen. Er begann nun mit kunstgeübter Hand fünf Lagen von 
verschiedener Tünche, die im Laufe der Jahrhunderte über die Bild- 
nisse geschmiert worden waren, zu entfernen, und erlebte die Freude, 
farbenfrische Fresken ans Tageslicht zu fördern. Im Verein mit sei- 
nen Geschwistern, — die Entdeckung datiert vom vorigen Winter — 
arbeitete er unausgesetzt an der Freilegung der werthvollen Wand- 
gemälde und zwar mit solchem Erfolg, dafs bis jetzt 19 Gevierte 
der Wand vollständig enthüllt sind. Die Bilder stellen Scenen aus 
dem Leben der Apostel, verschiedener Heiliger etc. dar, dann auch 
die Geburt Christi, Anbetung der drei Weisen, Opferung im Tempel 
und so fort und prangen viele noch in schönster Frische. Kunst- 
verständige bestimmen diese Fresken als dem 14., spätestens dem 
15. Jahrhundert angehörig. (Kunst ii. Gewerbe, IX. Heft.) 

173) Geislingen, 6. Sept. Nach mehrtägigem Bemühen ist 
es gelungen, an unserer Stadtkirche ein gut komponiertes hiittel- 
alterliches Wandgemälde blofszulegen. Es füllt das Bogeufeld 
aufsen über dem südlichen Eingang (unter dem sogen. Paradies) und 
stellt dar die Krönung der Maria durch Christus, genauer ausgedrückt 
den Empfang der Maria, über deren Haupt 2 Engel die Krone 
halten, durch Christus im himmlischen Heiligthum. Auf einem 
Throne mit (grünem) Polster sitzend hält Christus die Hände der 
Maria entgegen, die (in bltwenr Gewand mit röthlich gelbem Unter- 
gewand) betend vor ihm kniet. Den Hintergrund bildet (in rother 
Farbe ausgeführt) ein 3 schiffiges, gothisch stilisiertes Heiligthum. 
Das Hochschiff desselben tritt zu beiden Seiten des fast in der 
Spitze des Bogenfeldes befindlichen Christuskopfes mit je einem 
(gelblichen) Doppelfenster kenntlich heraus; die beiden Seitenschiffe, 
deren Dächer in Zinnen endigen, stofsen mit je 4 Fenstern beider- 
seits daran an. Unterhalb dieses Heiligthums sind nach links hinter 
Älaria 2, rechts hinter Christus 3 betende Engel sichtbar, unter 
den letztern der am weitesten rechts in der Ecke mit ausgeprägt 



aoy 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeil 



310 



wcibliclien Kopfe. Wo das Bogenfeld in der Mitte imteu in den 
die beiden Tliüröffnungen trennenden Mittelpfosten übergeht, sind 
noch 2 ausdrncksvolle Köpfe , ein männlicher und ein weiblicher 
nebeneinander, sichtlich Stifter und Stiftcrin darstellend, in die als 
Krabben und Kreuzblumen das Ganze unten architektonisch ab- 
schliefsende Kahme hineinkomponiert. Auch die beiden Bogenseiten 
umzieht eine breite, architektonisch stilisierte Rahme, in welche jeder- 
seits 3 Engelsgestalten geschickt hinein verwoben sind. Eine weitere 
schliefst die Spitze oben ab. (Staats-Anz. f. Württemb , Nr. 208.) 

174) Kaufb euren, 1. September. Die altdeutschen Ge- 
rn iil de in der St. Blasienkirche werden einer kunstverständi- 
gen Renovierung unterworfen werden, und zwar auf Kosten des Staa- 
tes. Wie man uns von verlässiger Quelle mitgetheilt hat, wird dieser 
Tage im Auftrage der Regierung ein Münchener Künstler 
dahier eintreffen, um die Gemälde zu untersuchen und alsdann mit 
den Renovierungsarbeiteu zu beginnen. Schon eine neuerlich provi- 
sorisch vorgenommene Abwaschung zeigte, wie schön sich die 
Farben dieser Jahrhunderte alten Bilder erhalten haben. Die Re- 
novierung wird daher wohl keine allzu grofse und kostspielige wer- 
den. Die zum Theil verwischten Unterschriften der Bilder sind 
abschriftlich erhalten, so dafs auch nach dieser Seite hin dem 
Künstler eine Erleichterung geboten ist. Die Bilder sind mit Oel- 
farbe auf Holz gemalt, gehören nach Ausspruch Sachverständiger 
der schwäbischen Schule und dem 15. Jahrhundert an. Sie stellen 
das Leben des St. Blasius, des St. Erasmus, St. Anton, das Mar- 
tyrthum der Apostel und Aehnliches dar. Wir wissen nicht, auf 
wessen Initiative hin sich der Staat um die alten Bilder annimmt. 
Sie verdienen es indefs ihres Alters und Kunstwerthes halber. Auf 
die Bilder werden wir nach vorgenommener Restauration eingehen- 
der zurückkommen. (Südd. Presse, Nr. 208.) 

175) Nordenskiöld hat eine geographische Karte von Zeno ent- 
deckt. Er erzählt darüber unterm 10. Juni d. J.: ,,Gerade als ich den 
Befehl ertheilt hatte, die Dampfkessel zu heizen, um Reijkjavik zu 
verlassen, zerbrach eine Feder eines meiner Chronometer, ich mufste 
daher so lange bleiben, bis eine neue Feder eingesetzt werden 
konnte. Während ich wartete, erhielt ich die Nachricht, dafs einer 
der Bewohner der Stadt eine alte Karte besitzen sollte. Ich begab 
mich zu ihm und fand, dafs die Karte aus einem Fragment bestand, 
das Zenos Karte ähnlich ist. Es umfafst ein Stück von Grönland, 
Island war ganz vollständig, ebenso England und Schottland, das 
letztere undeutlich. Es waren a'uf der Karte keine, Breitengrade 
ausgesetzt, jedoch Kompafslinien , ähnlich denen auf A. Biaucos 
Karte. Ich vermag das Alter der Karte nicht zu bestimmen. Ich 
habe diesen wichtigen Fund an den Amanuensis E. Dahl in Stock- 
holm gesandt, der die Karte baldigst kopieren lassen wird.'' Zeno, 
ein italienischer Edelmann, unternahm im Jahre 1390 eine Reise 
nach dem Norden, um zu seinem Vergnügen England und Flandern 
zu besuchen. Er wurde durch Stürme nach den Farö-Inseln ver- 
schlagen, hielt sich längere Zeit an den Orknej'-Inseln auf und un- 
ternahm von dort aus eine Reise nach Grönland. Die Briefe über 
diese Reise und eine von Zeno ausgearbeitete Karte wurden um 
1500 von einem seiner Nachkommen herausgegeben, dem von der 
Karte jedoch nur ein verstümmeltes Exemplar zur Verfügung stand, 
das er auszufüllen und zu restaurieren suchte. Hätte mau nun in 
Nordenskiölds Fund das Original vor sich 5 so wäre dasselbe von 
grofser wissenschaftlicher Wichtigkeit. 

(Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 197.) 



17G) Hamburg, 23. Aug. Beim Ausheben eines Baugrundes 
hinter dem Jungfernstieg fand man gestern in tiefer Erde vier 
kolossale Gerberbottiche mit einer Masse gut erhaltener Felle. Wie 
chronistisch feststeht, befand sich an dieser Stelle genau vor 400 
Jahren, 1483, eine städtische Gerberei. Auf den Bottichen haben 
Jahrhunderte hindurch grofse Mauern gestanden. 

(Brem. Nachrichten, 238.) 

177) Im verflossenen Monat Juli wurde in Stekborn ein Topf 
gefunden, welcher circa 325 silberne Münzen des 11. Jahrhunderts 
enthielt. Gut erhalten und leicht oxydiert, bieten sie 18 verschie- 
dene Typen , welche mit einer' einzigen Ausnahme unediert zu sein 
scheinen. Die Wichtig'.ieit dieses Fundes besteht in dem Umstand, 
dafs zahlreiche Ilalbbrakteaten von der gehämmerten Gattung der 
Abtei St. Gallen ohne Zweifel zuzuschreiben sind, da sie das Oster- 
lamm mit Fahne und den Namen Ullrich tragen. Von der Abtei 
St. Gallen hatte man bis jetzt gar keine Halbbrakteaten veröffent- 
licht und mit Sicherheit konnten die späteren reinen Brakteaten 
auch keinem besonderen Abte zugeschrieben werden. 

Eine genauere Nachricht über den Fund und besondere Be- 
schreibung mit Abbildung der Münzen wird jetzt von Dr. Trachsel 
in Lausaune bearbeitet, in dessen Besitz der Fund mit dem Mimz- 
topf übergegangen ist. 

(Monatsbl. d. numism. Gesellsch. i. Wien, Nr. 2.) 

178) Vor einigen Tagen fand der Bauer Berendt in Vofsberg 
bei Usedom beim Pflügen einen Topf, der einen wahren Schatz 
enthielt. Der Topf barg Silbermünzen im Gesammtgewicht von 
20 Pfd. Die Münzen stammen aus der Zeit um das Jahr 1 100. 
Hauptsächlich sind die gefundenen Stücke deutsche Münzen; einige 
wenige arabische Münzen, die zu jener Zeit, als der Topf verscharrt 
sein mufs, in ganz Europa in Cirkulation waren, befinden sich 
unter der Menge der deutschen Geldstücke. Der sehr werthvolle 
Fund ist für das Museum der „Gesellschaft für pommersche Ge- 
schichte" erworben und bereits in Stettin eingetroffen. 

(Saale-Ztg., Nr. 226.) 

179) Glogau, 24. August. Beim Abtragen des alten Festungs- 
walles am Raveliu „Ferdinand'' w'urdeu etwa GOO alte Silbermünzen 
in einem irdenen Topfe aufgefunden. Die eine Seite der Münzen, 
die etwa 3 Ctm. im Durchmesser haben, zeigt eine Krone mit un- 
leserlicher Umschrift, die andere eineu Greif. Eine Jahreszahl ist 
nicht erkennbar. An den Bauplatz stöfst ein heidnischer Begräb- 
nifsplatz. (Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 396.) 

180) Als den interessantesten neueren Münzfund bezeichnet 
Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzgr., Nr. 9 einen solchen von GroU- 
Briesen, der, dem Wolkenberger Funde des Jahres 1833 ähnlich, 
Brakteaten aus dem letzten Viertel des 13. Jahrh. enthält, ursprüng- 
lich wol 1000 Stück, die ca. 150 Typen umfafsten, die sich auf 
Sachsen, Anhalt, Magdeburg, Brena, Brandenburg, Mecklenburg, 
Pommern und Schlesien vertheilen. 

181) Ein zu Grofs-Beeren bei Berlin gehobener Fund ent= 
hielt eine Anzahl Pfennige der ersten Hälfte des 16. Jahrb., die in 
Nr. 8 von Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzeiger einzeln aufgezählt 
sind, natürlich meist brandenburgisehen Gepräges, sodann aber auch 
von Sachsen, Mansfeld und Magdeburg. 

182) Hadamar, 19. August. Unser Mitbürger, Herr Gastwirth 
Edel, welcher eine Reparatur an seinem Kellerkanal vornahm, stiefs 



311 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzelt. 



312 



plötzlich auf eine riesige, mit Goldstücken angefüllte Kiste, welche 
einen Werth von über 20,000 m. repräsentieren kann. 

(NordJ. Allg. Ztg., Nr. 389.) 

183) Gegen Ende Juli fanden Arbeiter, wie Nr. 8 von Bahr- 
feldt's nnmismatisch-sphragistischem Anzeiger mittheilt, beim Aus- 
schachten eines Kanals in Bolkenhain 35 Stück Thaler des 16. 
und 17. Jahrb., meist sächsische, von Christian IL, Johann Georg 
und August ; der älteste war der Begräbnifsthaler Christians I. von 
1541 ; dem folgte einer von Ernst V. von Hohenstein 1552, Nürn- 
berg 1575, Mansfeld 1600; als jüngster erscheint ein niederländi- 
scher Thaler Philipps IV. 1622. , 

184) Münzfund in Waidhofen a. d. Thaya. Im März 1883 
wurde im Hause des Herrn Franz Baumgartner im 1. Stockwerke 
unter dem Ziegelpflaster ein Sack mit mehr als 3000 Silbermünzen 
gefunden. Der Fund besteht aus Viertehhalern und kleineren Ge- 
prägen des 16. und 17. Jahrhunderts bis zu Beginn des 30jährigen 
Krieges, bietet eine staunensreiche Abwechslung an Münzen Deutsch- 
lands und der benachbarten Länder und befindet sich jetzt in Hän- 
den des G. M. Schmidel (Wien VIII., Schmidgasse 8) zur Bearbeitung. 

(Monatsbl. d. numism. Gesellsch. i. Wien, Nr. 2.) 

185) Ein Münzfund von Dobbersaul (bei Guben) enthielt nach 
den Mittheilungen in Nr. 9 von Bahrfeldt's numism.-sphrag. Anzgr. 
Münzen von Doppelgroschengröfse, leider von so mangelhafter Er- 
haltung, dafs die von 1554 — 1G96 herrührenden Stücke, welche aus 
den verschiedenartigsten deutschen Münzstätten stammten, für den 
Schmelztiegel bestimmt werden mufsten. 

186) Leipzig. Bei Erdarbeiten, welche in dem zur Erwei- 
terung des zoologischen Gartens bestimmten Theile des Rosenthaies 
vorgenommen wurden , ist ein nicht unbedeutender Münzfund ge- 
macht worden. Derselbe besteht aus 32 Thälern und Gulden aus 
den Jahren 1689 — 1715. Sämmtliche Münzen sind an den Eath 
abgeliefert worden und sollen im Rathsärar aufbewahrt werden. — 
Kurz darauf sind noch weitere 39 Münzen gefunden und gleichfalls 
an den Rath abgegeben worden. Es sind in der Hauptsache die- 



selben Sorten, Thaler und Gulden, und zwar brandenburgische, 
braunschweigisch-lüneburgische, sächsische, Kölner, Mainzer, Trierer 
und ein unbestimmter (1690). (Blätter f Münzfreunde, Nr. 111.) 

187) Aus Dan zig wird dem „B. B.-C. geschrieben: ,.Unsere 
Stadt ist von einem bedeutenden künstlerischen Verlust bedroht. 
Eine der schönsten Sammlungen, die im Osten Deutschlands sich 
im Privatbesitz befinden mag, ja vielleicht eine der schönsten 
Privatsammlungen Deutschlands überhaupt, droht, durch Verkauf 
zersplittert zu werden. Herr Kupferschmidt, der Eigenthümer 
eines Schnapsverkaufs und einer Liqueurfabrik , die nicht nur 
einen Namen in ganz Deutschland, sondern — auch einen unver- 
gänglichen Namen in der deutschen Literatur besitzt, ist der Eigen- 
thümer dieser Sammlung. Herr Kupferschmidt ist der jetzige 
Inhaber der Jahrhunderte alten Firma Dirkhekker Eidam, die 
das ,, Güldenwasser",, das Danziger Goldwasser, den ,.echten dop- 
pelten Lachs'' fabriziert, von derii der Wirth in Lessing's „Minna 
von Barnhelm'' spricht. In seinem Hause, „im Lachs", hat er 
eine Sammlung von geschnitzten Danziger Schränken, von Delfter 
Vasen, von Gläsern und Schüsseln im Laufe der Jahre zusammen- 
gebracht, die zu den schönsten ilirer Art zählt. Nun will der Be- 
siszer dieser herrlichen Sammlung vorgerückten Alters halber seine 
Kunstschätze verkaufen, sofern nicht das Museum in Danzig — das 
freilich nur über mäfsige Mittel verfügt — oder mindestens eine 
andere, eine auswärtige öftentliche vaterländische Sammlung ihm 
seine Schätze abnimmt. Im letzteren Falle würde er sie billiger 
abgeben, als er sie im Einzelnen zu verkaufen gedenkt. Rührt sich 
nicht irgendwo der Gemeinsinn, um die Sammlung zu erhalten? 
Am erwünschtesten wäre es ja freilich, dafs Herr Kupferschmidt, 
welcher sehr reich ist, seine Sammlung zu recht billigem Preise 
dem hiesigen Museum im Franziskanerkloster überliefse, sonst 
würden die herrlichen kunstgewerblichen Schätze nach allen Rich- 
tungen hin zerstreut werden; denn für die Händler gäbe es da gar 
leckere Bissen, die sie sich sicherlich nicht entgehen lassen würden." 

(Weserztg., 13158.) 



Die nächste Nummer wird als Doppelnummer im Laufe des Monats Dezember ausgegeben und derselben 
aufser Titel und Inhaltsverzeiehnifs zum laufenden Jahrgange ein Generalregister für alle SO Bände beigegeben 
werden, welche nunmehr vom Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit erschienen sind. Mit dieser Doppelnummer 
wird derselbe abgeschlossen werden. An seiner Stelle wird vom Januar 1883 an ein Anzeiger des germanischen 
Nationalmuseums erscheinen, welcher unter Beibehaltung wesentlicher Theile des seitherigen »Anzeigers« doch so 
eingerichtet sein wird, dafs er vor allem als Organ des Museums dessen Schätze, insbesondere auch in Form von 
Katalogen, zu veröffentlichen geeignet ist. 

Heransgeber: Dr. A. Essen wein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essenwein. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. SebaM iu Nürnberg. 



Nürnberg;. Das Aboimement des Blat- 
tet*, welches alle Monate erscheint, wird 
gaiizjälirig angenommen und beträgt nach 
der nouoston Postconvention bei allen Post- 
ämtern und Buchhandlungen Deutschlands 
incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24a.-Fu83 
oder 6 M. 

Für Frankreich abonniert man in 
Paris beider deutschen Buchhandlung von 
F. Klincksieck, Nr. U rue de Lille; für 



ANZEIGER 



mii Kune im 



Neue Folge. 




England bei Williame 4 Norgate, 14 Hen- 
rietta- Street Covent -Garden in London; 
fiiv Kord- Amerika bei den Postämtern Bre- 
men und Hamburg. 

Alle für das german. Museum be- 
stimmten Sendungen auf dem Wege des 
Buchhandels werden durch den Commis- 
siouär der literar.-artist. Anstalt des Mu- 
seums, F. A. BrockbaUB in Leipzig, be- 
fördert. 




Dreissigster Jalirgang. 



1883. 



ORGAN DES GERMANISCHEN MISEÜMS. 

J|o 11 & 12. Noyember k Dezember, 



WisseiiscliaftUclie Mittlieilunsen. 



Ezecliicl Paritius, Hofmaler der Herzoge von Brieg, 
und seine Kunstsanimliing. 

Ezechiel Parifs oder Paritius, wie er sich gewöhnlich 
nennt, ist geboren zu Leutomischl am 16. April 16ä2. 
üeber seinen Lehrmeister, wie über seine Jugendjahre 
ist nichts bekannt. 1652 war er nach Breslau gekommen 
und hatte da versucht, die Porträtmalerei als freie Kunst 
zu betreiben; die Zunft der Maler jedoch erhob gegen 
ihn als einen Pfuscher Klage, und der Rath verbot ihm 
durch zwei Dekrete vom 11. und 17. Januar (Liber Defl- 
nitionum), ferner in der Stadt zu malen. Er bleibt jedoch 
noch eine Weile in Breslau, läfst am 22. Juni mit seiner 
Frau Rebecca seine Tochter Barbara Magdalena in der 
St. Elisabethkirche taufen, und geht dann nach Brieg, 
wo er 16SS als Hofmaler schon angestellt ist. 1662 den 
28. März ernennt ihn Herzog Georg HI. zu seinem Hof- 
maler. Streitigkeiten mit der Innung zu Brieg zeigen, 
dafs er 1684—88 noch lebte. Sein Porträt hat Johannes 
Baptista Paravicinus gestochen. Die Umschrift des 
Bildnisses lautet: EZECHIEL PARITIUS NATVS LYTO- 
NYSL. BOHEMIiB. A». MDCXXII. XVI APRIL. AETAT. 
XXXVI. Als Unterschrift ist folgender Vers benutzt: 
Die Nach Welt stellet Uns Dein künstlich Pinsel für: 
Mit recht erwiedert dieß der Stichel auch an Dir. 

V. S. 
Von seinen Werken kenne ich folgende Porträte : 
Georgius, Dux Silesiae Ligio-Bregensis. — Jac. Sandrart sc. 



Georgius, Dux Silesiae Lig. et Breg. (1611—64). — Joh. 

Bapt. Paravicinus sc. 
Christianus, Dux Lign. Breg. AVolav. — idem sc. 
Louise, Herzogin von Lieguitz-Brieg-Wohlau, geb. Grätin 
von Anhalt-Zerbst-Bernburg. — idem sc. 
Martinus Schmidt, Consul Breganus 1668. — Sandrart sc. 
Diesen Meister hat nun ein Dichter gefeiert, der auf 
dem mir vorliegenden gedruckten Exemplar des Poems 
seinen Namen, wie es scheint, persönlich unterschrieben 
hat. Er nennt sich Wenc. Scherffer V. S. (Vratislaviensis 
Silesius). Das Gedicht hat den Titel : »Auf den Nameus- 
Tag (tit) Herrn / EZECHIELIS PARITII / Fürstl. Brieg. 
Kunst : und Hofe- / Mahlers. 10 April. 16SS. — In dieser 
Reimerei heifst es nun: 
In viel vergnügen hast Du mich dabey gesetzet, 
wenn dein papirner Schatz, von dir wurd" aufgethan, 
und brachtest unverlangt zur schau und auf die bahn 
der besten Künstler stükk' in Kupfer eingebildert ; 
da kam was Rubee'ns zuvor hatt' abgeschildert; 
dem nichts als leben fehlt' ! Hernach kam Dürers*) band, 
die, wie man sagen wil, am linken f) Aug" erkannt 
in Konterfeyeu wirdt. Da kamen Sadlers Stükke,') 
draus neben zier und kunst der lieblichkeiten blikke 



*) Albert. Dürer, mor. Norib. 1528. 8 Apr. 
t) G. P. Harsdorffer in Gesprächspielen. 
1) Unklar ist, welcher Sadeler gemeint ist, Aegidius, Johann 
oder Raphael. 



J^ rP.:/)J)7rMok 



31c 



Anzeige!- für Kunde der deutschen Vorzeit. 



316 



bald in die äugen iieln. Da kam lierfür, was Falk'') 
in Kupfer hatte bracht, hievon dein Krön Marschalk,*) 
mein Herr von Kasanow, klug' urtel konnte feilen. 
Was Merian, was Furk") gemacht, lag auch zur stellen, 
und was dein Batave'r, der gutte Hondius^) 
(deß Preussen noch mit ehrn im Grab' erwehnen muß) 
für fleiß hat angewandt, damit der Lampen blikke 
Er künstlich allerseits in die Drey Nachtes-stükke 
des Saltzbergwerks gebracht^). WasBlomaert, Bregel, 

Bruyn, 
Aelsheimer, Saenredam, Goltz, Spranger, Pas- 
qual in,") 
Perelle, Brouwer, Goudt^ Vos, Rhynbrant, Jon 

van Velde, 
Quast'), Blond und Vorstermann (den itzt noch an 

der Scheide 
das schön' Antwerpen hägt) und andre Künstler mehr 
gebildet, und dadurch verewigt Nam' und Ehr', 
hast du mir zum ersehn freundwillig fürgetragen, 

Wir haben hier also die Hauptmeister verzeichnet, 
deren Werke in der Sammlung vorhanden waren. Eigen- 
thümlich ist, dafs die älteren deutschen Stecher, vor allem 
die Kleinmeister, gar nicht vertreten sind, und dafs auch 
die Italiener nur durch einen keineswegs hervorragenden 
Künstler repräsentiert werden. — Pafitius hatte aber auch 
noch Gemälde: 

Denn da wurd' hergelangt 
ein anzahl kunstgemähld' in schmal geformter länge, 
darauf des Pinsels strich bey gnaugefasster enge 
Landschaften, Berg und Thal, Flut, Vögel, Wälder, Thier' 
auf zartest' iedes doch in sehr vollkommner Zier 
und eignen färben aus — durch Brendels**) band — 

gemahlet : 
kunstbildlein, die da nur ein Fürst und Herr bezahlet 
der Kunst versteht und liebt. Je länger derer acht 
ich hett, ie mehr wurd' ich gleich außer mir gebracht, 
zumaln als Raphaelsf) Gemäld erst darzu käme 
(Dein Kleinod) und den preiß für allen ihm wegnähme. 
Wie einen Adamant, den Böhmen bringt ans licht 
der Orientische beschämt und übersticht. 



2) Jeremias Falck, geb. zu Danzig um 1620, gest. um 1667. 

*) Illustriss. Adam Kasanowsky, Regni Polon. quondam Mare- 
schallus. 

3) Sebastian Furck, Kupferstecher zu Frankfurt a. M., geb. 1589,- 
gest. 1655. 

4) Willem Hondius, geb. im Haag 1600, gest. zu Danzig. 

5) Drei Blatt Ansichten des Salzbergwerks zu Wieliczka (in der 
städtischen Sammlung vorhanden). 

6) Giovanni Battista Pasqualini, Schüler von Giro Ferri. 

7) Bieter Quast, Radierer. 

**) J. F. Brendel zu Strafsburg. 

t) Raphael von Vrbino, mor. Rom. 1520, aet. 37. 



Ob das Werk Rafaels echt, wollen wir dahingestellt 
sein lassen; noch 1743 war im fürstbischöf liehen Schlosse 
zu Neifse »ein Frauenkopf von Raffael Orbino gemahlt« 
vorhanden (Nr. 63), der am 12. März nach dem Breslauer 
Schlots gebracht wurde (kgl. Staatsarchiv zu Breslau. — 
F. Neifse IX. !<']. 

Darauf schildert der Dichter des Malers eigne Werke: 
einen Moses, die Brustbilder des heil. Petrus und des 
David mit dem Haupte dos Goliath. 

Hierauff kam zu gesiebt' 
annoch dein eigen werk, die merkliche Geschieht' 
aus Gottes Buch, in dem Susanna bey dem Bronnen 
zwar ohne Kleid, iedoch nicht sonder Zucht begonnen 
des Leibes Reinigung; und wie die Alten zween 
von fern' in lieb entbrannt, gleich geilen Hängsten stehn. 
Die andre Bilderey von Heldinnen und Helden 
vermag itzt dieß papier um enge nicht zu melden. 

Aber der Säuger hat auch eine Sammlung von Hand- 
zeichnungen und Autographen (Riessen und Schrifften) ; 
er hebt hervor : 

von Dürer Moses empfängt auf dem Sinai die Gesetzes- 
tafeln, datiert 1324. 
von Grispin de Passe zwei Köpfe, auf Papier gezeichnet, 
von dem Kalligraphen Schwartzin Breslau verschiedene 

Schriftmuster. 
Autographen von Luther und Melanthon. 
endlich Schreibproben, die Theodor Steib (geb. zu 
Wien 1629) mit dem Fufse ausgeführt. 
Das sind die Stücke, die dem Maler und Kupferstecher 
Paravecin (in der Note erklärte er: Job. Bapt. Parvae- 
cini, Basiliens. Galcographus) vorzulegen er sich nicht 
schämt. 

Zum Schlüsse wünscht er dem Meister, seinem lieben 
Kinde und seiner Liebsten Gesundheit u. s. w. 

Prag. - AI win Schultz. 



Fragment einer Palästinnpilgerschrift des 15. Jahr- 
hunderts. *) 

Ca™. 9^. 
Wan (da) mynung ist, in dissem buche tzu ver- 
künden vil fremde land sitten und glauben und wan 
Krichenland daz erste ist daz sich ain glauben und an 
ir schryfft von unserm tzuhet (zieht, entfernt) darumb 
han ich auch des ersten darusz gesaget ; aber nu komme 
ich uff die ivysse daz ich sage wy man gein Jerusalem 
kommen sol und ist tzu wissen, daz man von Constantk- 



*) Das Bruchstück befindet sich auf einem Blatte Papier. Es 
beginnt mit den Schlufsworten eines Satzes, an welchen sich ein 
griechisches Alphabet mit 27 Buchstaben anschliefst. Im Texte 
stehen zwei Miniaturen, die eine Johannes auf Pathmos, die andere 
den Drachen von Lanchyo darstellend. 



311 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



318 



nopel liomeu magt in vil wege geiu Jerusalem beyde uff " 
dem lande und uff dem mere : über land durch Turckeye 
tzu einer stat heiszet Etig und durch eyu portte heiszet 
Teneton und gegen eynen berge den man unten sieht 
der heiszet auch Thenetou und leyt (liegt) wol ander- 
halbe myln von stick (!) uff dem waszer mag man faren 
tzu sant Georien arm durch daz mere da sant Nyculaus 
lyt und durch vil stet und die erste insel da man tzu 
kommet heiszet Tzile, da weschet (wächst) die frucht die 
mastigk heiszet an deinen baumelen und fluszet dar 
durch als hie tzu lande harcze fluszet uszern bäumen, 
datzu komet man tzu einer andern insel heiszet Pathmos 
darinne sant Johannes ewegeliste sin buch schreibe daz da 
heiszet apoclipsis und ist tzu wiszen, das derselbe sant Jo- 
hannes xxxii jar alt waz da Christus tzu hymel füre und 
dar lebte er Ixvii jare. von Pathmos kompt man gein Ephe- 
son. daz ist gar ein cluge stat unferre van dem mere 
und ist derselbe sant Johans begraben in einer schone 
kirchen binden dem altar, wan daz selb laut waz by 
syne tzytten Cristen und in synem grabe fand man nit 
dan hymel brot und sin grab tzyttern noch stetdeclichen 
und bybet so vaste daz man isz stj'ben sichte, doch man 
itzunt nit wol dartzu komen wan (denn) die beiden die 
da heiszen durcken haut nu dieselben lant inne und 
meint man, sant Johans mechte daz grab selbe und leyt 
sich dar yn by lebendige libe und ruwet daryn als er 
auch e ummer ruWen und leben solte bisz an den jüng- 
sten tag. dar nach von Epheson komet man gein Pathoras 
da von sant Nyculaus geborn waz und darnach tzu der 
marchcen da der selbe sant Nyculaus erweit warde tzu 
einem bischoff. in dem selben lande weschet gar gut win, 
heiszet win von der Marcke. darnach kompt man tzu 
einer insel heiszet Crete die gab einsmals eyn Keysser 
eym gotlichen man der hiesze Janoyas. darnach kompt 
man tzu einer insell heiszet Ghohos und darnach tzu 
einer insell die heiszt Langho und über Lanchgo waz 
Jpocras ein herre. 

Capitulum 10^. 
Lanohyo ist ein insell tzu der kompt man uff dem 
waszer gein Jerusalem und waz etwan (ehemals) meinster 
Ypocras herr da und ist ein fremde wonder dae : des 
selben meinster Ypocras dochter Xyi in der insel in eins 
drachen wisse der ist wol hundert claffter lang als die 
lüde mir da tzu lande gesaget haben, aber ich han yn 
nit gesehen, und lit in einem alten castel in einer wou- 
stenung und get alle jare czwornet') oder dristunt-) her- 
usz und thut nyman kein schaden so man yn nit her- 
tzornet und sagt man, dasz dieselbe dochter gar ein 
schone junpfrauw wer und daz sie eyn gottin hiesz 

1) zwornet, d. i. zwirunt, zwirent = zwir, zweimal. Schmeller- 
Fr. 11, 11 80 f. — 

2) dristunt, dreimal. Scbm -Fr. IT, 7G9. 



Dyana verzwabert habe in eins drachen bilde und spre- 
chent die lüde da tzu land, der drach sie des landes 
frauwe, wan der dochter vatter des landes ein herre waz 
gewessen, und die dochter sol her widder komen in ir 
rechter wiplicher forme wan eyn ritter gethar') als men- 
lichen (tapfer) sin, daz er den drachen küsse an sinen 
mont, doch sol sie dar nach nit lange leben und sag 
man mir, daz eins mals ein ritter qwem (kam) von Ro- 
dis daz nahe daby ist, der wer eyn Johansser here ordes 
und understunde den drachen tzu kuschen und da er 
tzu ym rytfe da höbe der drache das heubt gegen ym 
uf also gruschlicheu (grauslich) daz daz pfert schuwet 
(scheute) und den ritter mit krefften hinder sich druge 
über einen fels abe in daz mer und ferdarbe pferde und 
mau. auch han ich vil gebort sagen wie ander lüde des 
auch understanden haben den auch mislongen sie und 
wie der drach grosz begirde habe als er glich thuw*) 
wie er gern gekeusset were und daz vil lüde dot sint 
und balde stürben nachdem sie yn gesehen hatten und 
solt ich daz allez erzellen daz ich davon gebort hab, daz 
wort tzu lange. 



3) wagt, V. türren, getürren (Präs. ich tar, getar), wagen, sich 
erdreisten. Schm.-Fr. I, 620. — 

4) (dem) gleich thue, dergleichen thue, sich geberde. Dr. Fr. 
Köln. Korth. 



Mittelalterlicher Ilaiisrath iiud das Leben im deut- 
schen Hause. 

VI. 

Das Museum besitzt eine ziem- 
liche Anzahl interessanter mittel- 
alterlicher Lederkästchen und Fut- 
terale, von denen einzelne schon 
im Anzeiger und an andern Orten 
veröffentlicht sind. Das älteste 
Stück derselben ist eine Blesser- 
scheide, die aus gebleichtem wei- 
fsen, sehr starken Leder berge" 
stellt ist. Es mufs das Leder ge- 
kocht und erweicht über einen 
Kern gespannt worden sein, der 
durch umgelegte Schnüre noch ge- 
stattete, Buckelstreifen gleich Bän- 
dern rings um die Scheide hervor- 
zubringen. Auf der glatten Rück- 
seite ist das Leder, offenbar, so lange 
es noch auf den Kern gespannt 
war, mit aller Kraft zusammenge- 
zogen und genäht. Als Verzierung 
ist am oberen Theil in rundem Me- 
daillon auf blauem Grunde das 




319 



Anzeisrer für Kunde der "deutschen Vorzeit. 



320 



Brustbild eines heiligen Bisehofs aufg-emalt, auf dem un- 
teren in brauner Zeichnung ein romanisches Ornament. 
Das Stück ist vor Jahren von Spengel in München ge- 
kauft worden, der es in Südtirol erworben hatte, so dafs 
wol der heil. Bischof als St. Yigilius, der Patron Trients, 



angesehen werden darf. Die Zeit, in der das Stück ent- 
standen ist, wird durch den Stil, sowohl der Heiligenfigur 
als des Ornaments, als der Beginn des 13. Jahrh. charak- 
terisiert. 



VII. 



Aus allen Zeiten des Mittelalters sind Darstellungen 
von Gastmählern in Zeichnungen, Miniaturen, Wand- und 
Glasmalereien, wie in Goldschmiedearbeiten und Emaillen 
erhalten. In Bezug auf die Ausstattung der Tafel ist 
wol der wesentlichste Unterschied, dafs bei den älteren, 
insbesondere jenen des 12. — 14. Jahrhdt. , die Tücher, in 



den Hauptschmuck. Messer und Löffel dienen nicht zur 
Verzierung, sondern finden sich nur vereinzelt vor den 
Essern, so dafs es scheint, als habe jeder Gast sie selbst 
mit zu Tische gebracht. Da ist es denn interessant, dafs 
schon im 12. Jahrh. bei Herrad von Landsberg sich Mes- 
ser finden, die ein Häkchen haben, um das zu schnei- 



Fig. 3. 



Fig. 1. 




Fig. 2. 





gleichmäfsigen Tapezierfalten drappiert, bis zum Boden 
herabhängen, während sie im 13. Jahrh. kürzer sind, wie 
dies sich in Fig. 4 auf Sp. 217 zeigt und uns auch hier 
in Fig. 1 entgegentritt, welche Abbildung einem Holz- 
schnitte Wohlgemuth's, dem Schatzbehalter, entnommen 
ist. Trinkgeräthe, Becher und Kannen, sowie die Schüsseln 
und Platten, auf denen Speisen aufgestellt sind^ bilden 



dende Fleisch festzuhalten, sowie Hefte, in welche zwei 
spitze Klingen, wie Zinken einer Gabel, befestigt sind- 
Bei älteren Darstellungen ist von Tellern vor den Spei- 
senden nichts zu sehen; im 13. Jahrh. kommen sie vor; 
wie es scheint, sind es hölzerne Scheiben; so hier in 
Fig. 1, wie auf dem erwähnten Gastmahle von 1468. Der 
König, welcher hier an einem Tische allein speist, hat 



321 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



322 



liiug-liche, eeliige Plättcheu. 
Auf einem solchen zerschnei- 
det der eine Truchsel's eine 
Scheibe Fleisch oder Kuchen, 
wähi'end der andere drei zu- 
gedeckte Schüsseln überei- 
nander, von einem Tuche 
zusammengehalten, trägt. 

Unter den Thongesehir- 
reu des Museums befinden 
sich einige, die ins 13. Jahrh., 
vielleicht noch weiter zurück- 
gehen*) und als Priisentier- 
schüsseln gedient haben 
mögen. 

Wir besitzen jedoch auch 
einige Messer und Löffel, die 
dem 14. und 13. Jahrh. an- 
gehören. Um mit den älte- 
sten zu beginnen, müssen wir 
auf ein Bruchstück zurück- 
gehen, ein BeinfigUrchen, das 
als Messergriff diente, wie 
wohlerhaltene Stücke in an- 
deren Sammlungen zeigen. 
Wir bilden es in Fig. 2 in 
Originalgröfse ab. Es ge- 
hört dem Kreise jener Bein- 
und Elfenbeinschnitzwerke 
an, die, wie Spiegelkapseln, 
Kästchen, Schachfiguren u. A., 
im 13. und 14. Jahrh. für 
profane Zwecke in solch gro- 
fser Zahl gefertigt und mit 
Minnescenen oder Darstel- 
lungen aus den Romanen 
des 13. Jahrh. verziert wor- 
den sind. Es ist ein junger 
Mann, welcher einen Falken 
auf der Faust trägt. 

Fig. 3 gibt ein Messer in 
halber Originalgröfse wieder. 
Der Griff von Bein ist mit 
einem sitzenden Thiere ge- 
schmückt, das einem Hasen 
nicht unähnlich sieht, hat 
auf einer Seite die offenbar 
falsche Jahreszahl 1372, mit 
der jemand seine wol ganz 



Fig. 4. 



Fig. B. 



*) Vgl. Anzeiger 1873, Sp. 123 ff. 
und ia5ff. 




nichtige Anschauung üijer 
die Entstehungszeit verewi- 
gen wollte. Ein graviertes, 
silbernes, ehemals vergolde- 
tes Band, auf dessen einer 
Seite der Buchstabe v, auf 
der andern e zu lesen ist, 
verbindet die Klinge mit dem 
Beingriffe. Die Klinge ist 
stark allgeschliffen , trägt 
aber noch das Schmiedezei- 
chen. Silberband und Klinge 
dürften jünger sein als der 
Griff und erst dem 13. Jahrh. 
angehören. 

Die Figuren 4 und 3 zei- 
gen in halber Originalgröfse 
zwei Messer, die als Vor- 
schneidemesser zu betrachten 
sind. Fig. 4 hat noch die 
Klinge in Originalform, wäh- 
rend sie bei Fig. 3 abgeschlif- 
fen, wenn nicht ganz er- 
neuert ist. Das Schmiede- 
zeichen ist auf der Klinge 
Fig. 4 dreimal wiederholt; 
vorn sind drei kleine Löcher, 
die mit Messing umsäumt 
sind. Die Griffe beider Mes- 
ser bestehen aus Messing mit 
Gravierungen und schwarzen 
Holzeinlagen. Fig. 4 hat 
drei Durchbrüche in Stern- 
form im Griffe und Perlmut- 
tereinlagen in Gestalt von 
Schilden. Die ganze Erschei- 
nung dieser Messer deutet 
auf das 14. Jahrb., und doch 
dürften sie jünger sein. Man 
hält sie für italienisches Fa- 
brikat; doch sind beide Stücke 
hier gefunden. 

Wir schliefsen mit einem 
werthvoUen und kostbaren 
Werke diesen Aufsatz über 
unsere mittelalferlichenTisch- 
geräthe, indem wir in halber 
Originalgröfse einen Löffel ab- 
bilden (Fig. 6), dessen Schö- 
pfer und achteckiger Stiel 
aus Bergkrystall geschliffen 
sind und von einer vergol- 



323 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



324 



deten Silberfassuug zusainmeugeliallen werden, welche 
einen Dracheniiopf zeigt, dessen Augen weifs und schwarz 
emailliert sind. Der Stiel geht in ein kapitälartiges 
Knöpfclien, gleichfalls von Silber, aus, in dessen Hohl- 
kehle sich Reste von schwarzer Emaillierung finden, 
auf welche goldene Sternchen aufgetragen waren, also 
MalereiemaiL, das in Uebereinstimmung mit der Model- 
lierung des Drachenkopfes zeigt, dafs das Stück an der 
Grenzscheide des 15. und 16. Jahrh. steht, vielleicht in 
letzteres noch einige Jahrzehnte hineingreift. Vor Jahren 
wurde das Stück von einem Antiquar in Köln erworben, 
ohne dafs über die Herkunft zuverlässige Nachricht zu 
erhalten gewesen wäre. Vielleicht ist es französischen 
Ursprunges und erst durch den Alterthumshandel auf 
deutschen Boden gekommen. 

N ü r n b e>r g. A. E s s e n w e i n. 



Unsicherheit der Reichsgesetze. 

Nicht nur die unrichtigen Angaben der Chroniken 
und Annalen beeinflussen das Verstäudnifs der Geschichte, 
sondern auch die wenige Genauigkeit, welche zuweilen 
bei Abfassung der Urkunden beobachtet wurde, erhöht 
die Schwierigkeit. Ich will zwei Beispiele anführen, 
deren Folgen für den Forscher um so empfindlicher sind, 
da es sich um staatliche Einrichtungen handelt, über 
welche nur diese Urkunden Aufklärung geben können. 
G. H. Pertz (mou. Germaniae, leges, B. H., S. 201—202 
und S. 203—205) bringt die Briefe der Wähler Philipps 
von Schwaben und Otto's von Braunschweig an Papst 
Innocenz III. Der letztere ist aber der Zeit nach der äl- 
tere, denn er wurde im Jahre 1198 geschrieben, während 
der erstere, obgleich Philipp früher gewählt war als Otto, 
einem späteren Ereignisse seine Entstehung verdankt und 
keine Jahreszahl enthält. Ich beginne also auch mit dem 
Bei'ichte der Wähler Otto's, welchem ein Schreiben des 
letzteren vorangeht. In diesem sagt er (S. 204), dafs er 
gewählt sei : 

ab optimatibus et principibus imp'erii, ad quos de 
jure spedai eleciio. 

Dann sagen auf derselben und der folgenden Seite 
seine Wähler: 

prineipes et barones Alamanniae, clerici et laici, 
. . . . Ottonem elegimus, et sicut debuimus, ipsius 
electioni consensimus etc. und bitten, dafs der Papst 
über diejenigen principes et burones, welche dieser Wahl 
nicht zustimmen, den Kirchenbann aussprechen möge (!). 

Die Schreibenden, von denen ein jeder seinem Namen 
die Worte »elegi et subscripsi« hinzufügt, sind sämmtlich 
geistliche und weltliche Reichsfürsten im neueren Sinne 



des Wortes, bis auf den mitten unter ihnen genannten 
Grafen von Kuik, welcher schreibt : 

consensi et subscripsi. 

Die Worte Otto's »ab optimatibus et principibus im- 
perii« sind wol nur durch einen Irrthum entstanden und 
sollten lauten »a. principibus et optimatibus iniporii«. 
Hofrath Ficker (vom Reichsfürstenstande, B. I, § 24 — § 27) 
hat zwar trefflich nachgewiesen, dafs die Bezeichnungen 
primores, primates, proceres und optimates in älterer Zeit, 
wie principes, die gleiche Bedeutung hatten und für alle 
Grofsen ohne Unterschied gebraucht wurden, dafs aber 
im 12. Jahrh. eine Aenderung eintrat und nun die prin- 
cipes den ersten Rang einnahmen, während die übrigen 
Grofsen nach diesen eine untergeordnete Klasse bildeten. 
Dafs er nun (§ 27) gerade, diesen Fall anführt und ab- 
wehrend bemerkt, »wie in den optimates kaumeine he- 
votzugte Wählerklasse der Fürsten zu vermuthen sei«, 
mufs um so mehr auffallen, da ja in der Urkunde für die 
Wähler die Bezeichnung principes et barones noch zwei 
Mal gebraucht wird und die letzteren nach seiner eigenen, 
ausgezeichneten Beweisführung (§ 17) die verschiedenen 
Rangstufen, nach den Fürsten, umfafsten, wenn man nicht 
Grafen, Edle etc. in besonderen Klassen anführen wollte. 
Die Woi'te Otto's sind demnach wol nur als eine Ver- 
schiebung für »a priuicipibus et optimatibus« zu behan- 
deln und ganz gleichbedeutend mit principes et barones. 
Sehr wichtig ist es aber, dafs er das Wahlrecht der' letz- 
teren dem der Fürsten durch die obige Angabe ad quos 
de jure spectat electio ganz gleich stellt. Die 'Wähler 
selbst haben leider einen Ausdruck gebraucht, welcher 
dem nicht entspricht; denn die Worte »et sicut debuimus, 
ipsius electioni consensimus« sind gedeutet worden, als 
hätten die geistlichen und weltlichen barones nur das 
Recht gehabt, ihre Zustimmung ausdrücken zu dür- 
fen. Dann wäre aber doch wol ihre Gegenwart bei der 
Künigswahl überhaupt ganz unnütz gewesen. Dagegen 
spricht auch die Angabe in den Sitzungsberichten der 
K. K. Akademie der Wissenschaften (B. 26, S. 89 und 90), 
nach welcher die Grafen von Dachsburg und von Flan- 
dern dem Papste geradezu schreiben, dafs sie Otto ge- 
wählt haben. Da aber die Zahl dieser kleineren, reichs- 
unmittelbaren Herren eine sehr bedeutende war, so niufste 
das Stimmrecht der Fürsten sehr beeinflufst und in ein- 
zelnen Fällen ein abhängiges werden. Dadurch erklärt sich 
wol die Gleichstellung der Wahlberechtigung durch die 
Worte Otto's, während der von den Wählern gebrauchte 
Ausdruck »sicut debuimus« als ein Widerspruch erschei- 
nen mufs. Allerdings könnte sich derselbe auch auf alle 
diejenigen beziehen, welche — ob Fürsten oder Barone 
— an der Wahl nicht persönlich Theil genommen und 
ihre Pflicht durch nachträgliche Anerkennung des Königs 
erfüllt hatten. Dafür scheint zu sprechen, dafs der Graf 



325 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



326 



von Kuik, welcher allein ^'consensi et subsei'ipsi« zeich- 
iii't, dorh mitten unter den Reichsfürsten steht. Mit Be- 
stimmtheit läfst sich also nur behaupten, dafs Prälaten, 
Grafen und Herren an der Wahl Ütto's noch Theil nah- 
men , während die widersprechenden Angaben die Art 
und Weise, in welcher sie ihre Rechte übten, nicht sicher 
erkennen lassen. 

Fast noch schwieriger wird dies bei der Wahl Phi- 
lipps. Diese Urkunde fafst nicht allein eine zu Nürnberg 
stattgehabte Reichstagsverhandlung und deren spätere 
Datierung zu Speier zusammen, — sondern auch die schon 
längst vorhergegangene Wahl. Dessen ungeachtet be- 
haupten die Schreibenden, an allen drei Orten gewesen 
zu sein, obgleich dies von einigen ganz unmöglich war. 
Der Erklärung dieser Urkunde, welche ich in meiner Ge- 
schichte des Kanzlers Konrad (2. Auflage, S. 103—110) — 
ohne Rücksichtnahme auf die Wahl — gegeben habe, 
will ich nur noch hinzufügen, dafs z. B. der Kanzler 
selbst am 8. März 1198 dieser in Thüringen unmöglich 
lieigewohnt haben kann, da er (nach S. 24) zu Anfang- 
Februar sich noch in Syrien mit dem Kreuzheere befand. 
Und der Erzbischof von Bisanz war wohl ein Reichsfürst, 
aber kein Deutscher, und konnte deshalb überhaupt kein 
Wähler sein; denn nur der König von Böhmen machte 
eine Ausnahme. Die Schreibenden nennen sich zunächst: 

principes et magnates (folgen die Namen) aliique to- 
tius Alemanniae nobiles. 

Dann fahren sie fort: 

Collecta multitudine principum, ubi nobiUum et mi- 
tiisterittlium imperii numerus aderat copiosus, illustrem 
dominum nostrum Philippum in imperatorem Romani solii 
rite et solemniter elegimus etc. 

Der Ausdruck magnates ist nicht auffallend und wurde 
nach Hofrath Ficker (§ 27 und § 152), wie optimates, für 
eine den Fürsten nachstehende Adelsklasse gebraucht, 
welche im Range zwischen diesen und den Grafen stand. 
Von den Schreibenden zählt zu ihnen der Markgraf von 
Ronsberg. Die nobiles, von denen keiner namentlich ge- 
nannt wird, waren nach Hofrath Ficker (§ 114) die freien 
Herren, zu welchen damals auch die Grafen zählten. 
Aber auch hier zeigt sich ein sehr bedenklicher Wider- 
spruch; denn, während diese letztere Klasse zu Anfang 
der Urkunde als gleichberechtigt mit den Fürsten und 
Magnaten genannt wird, werden die freien Herren an- 
scheinend später nur wie die Reichsdienstmannen behan- 
delt. Darin haben wir aber wol nur einen neuen Beweis 
der grofsen Ungenauigkeit zu finden, mit welcher man 
bei der Abfassung der Urkunden zuweilen verfuhr. Die 
freien Herren, welche auch unter den barones der Wäh- 
ler Otto's zu verstehen sind, konnten nicht, wie hier durch 
die Worte — ubi nobilium et ministerialium imperii nu- 
merus aderat copiosus — angegeben wird, etwa nur als 



Zeugen zugegen sein, sondern sie mufsten auch ein Recht 
ausüben, sonst würde man sie und die Dienstmannen gar 
nicht erwähntUiaben. Für collecta muHitudine princi- 
pum, ubi nobilium et ministerialium imperii numerus ade- 
rat copiosus, . . . elegimus, dürfte daher zu verstehen 
sein «collecta multitudine principum, nnbilinm ei ministe- 
rialium imperii . . . elegimus«. Es mufste demnach auch 
den Reichsdienstmannen, in der gleichen Weise wie den 
freien Herren, eine Theilnahme an der Königswahl zu- 
stehen. Von ihnen aber spricht der Gegenköuig Otto 
gar nicht, was sich etwa dadurch erklären liefse, dafs 
sich die Reichsdienstmannen ganz fern von ihm hielten ; 
denn nach E. Winkelmann (Philipp und Otto, B. I, S. 208) 
verliefs nur das Haus Bolanden auf kurze' Zeit das Lager 
der^ Stauten. Magnaten, Grafen, Edle und Dienstmannen 
übten aber im Jahre 1198 zum letzten Male ein Recht bei 
der Königswahl, wie ich bald in einer Abhandlung über 
die gesetzlichen Eigenschaften eines deutsch -römischen 
Königs und seiner Wähler nachzuweisen hoffe. Sehr zu 
bedauern ist es aber, dafs die Ungenauigkeiten und 
Widerspi'üche dieser beiden Gesetzstücke nicht bestimm- 
ter erkennen lassen, in welcher Form ihre Theilnahme 
stattgefunden hatte. Jedenfalls darf man dieselbe nicht 
unterschätzen, weil sie so plötzlich aufgehört; denn auch 
die Reichsfürsten, welche seit der Gegenwahl Fi'iedrichs II. 
(5. Dezember 1212) als alkin Berechtigte erscheinen, sind 
schon bei der Doppelwahl des Jahres 1257 durch die sieben 
Kurfürsten ersetzt. 

Innsbruck. Freiherr L. v. Borch. 



Instniiiiciiteiiiiiventariiini einer kleinen Hofkapelle. 

Ph. H. Erlebach, bekannt als Komponist geistlicher 
Gesänge, Kantaten mit Orgelbegleitung und konzertie- 
render Orgelst^ieke, lebte 31 Jahre lang als Kapellmeister 
in Rudolstadt (starb 1714) und wirkte durch seine Kom- 
positionen mit grofsem Erfolg zunächst für die Erbauung 
in den Hofgottesdiensten, sodann für Hebung des kirch- 
lichen Sinnes in Rudolstadt überhaupt. Von seiner Hand 
geschrieben, existiert ein Inventarium der bei der da- 
maligen Hofkapelle aufbewahrten Musikalien, denen auch 
ein solches der dort gebrauchten Instrumente beigefügt 
ist. Wir lassen letzteres hier folgen, weil es interessant 
sein dürfte, die Einfachheit der Mittel einer Hofkapelle 
damaliger Zeit mit denen, die wir jetzt für unumgäng- 
lich nothwendig halten, zu vergleichen, sowie manche 
jetzt fast ganz verschollene Namen von damals bekann- 
ten und gewöhnlich gebrauchten Instrumenten zu hören, 
welche näher kennen zu lei'nen, das germanische Museum 
in seinen Sammlungen die beste Gelegenheit bietet. 



sr, 



Anzeia-er für Xundf der deutscheu Vorzeit. 



328 



9. 
10. 

11. 
12. 
13. 
14. 
Id. 

16. 
17. 

18. 
19. 
20. 
21. 
22. 
23. 



lu veutarium an Instrumenten. 

Ein gangbar Positiv mit 2 Registern. 

Ein Clavicimbel mit 1 Ciavier und 3 Zügen, in ein 
Futteral. 

Ein Clavicimbel mit 2 Ciavieren und 3 Zügen. 

Ein duppelt Instrument. 

Ein Siiinett, welches I. H. Durchl. unsere Fürstin u. 
Fr. in die Capell verehret in ein buntgemahltes 
Futteral. 

Ein Spinett von eben dergleichen gröfse und form 
mit schwartzen Ciavieren. 

Ein Claviscordium in einen weifsen Futteral. 

Eine Tiorba von Ebenholtz und Elffenbein künstl. ge- 
macht, in ein Futteral. 

Eine Tiorba von gutem Holtze auch in ein Futteral. 

Ein Calcidon *), daran das untere Corpus von Ebbeu- 
holtz ; worzu ein Futteral. 

Eine duppelte Harpffe in ein Futtral. 

Vier grofse Viol-da Gamben. 

Zwo kleine _Viol-da Gamben. 

Ein grofser Violon. 

Ein kleiner Violon. hat dato der Haufsmann zu ge- 
brauchen. 

Sechs Braccien. 

Sieben Violinen. 

Zwo Quart- Violinen. 

Zwölff Bögen. 

Zwene grofse Bass-Bommerfe. 

Zwene Französische ßassons. 

Ein. 8tav Fagott. 

Eine Bafs-Flute. 

Rudolstadt. 



Dr. B. Auemüller. 



Mufs wol heifsen : Calichon. 



und Preisverhältnisse aus Ennen's Geschichte der Stadt 
Köln, B. 3, Kp. 3ö ausreichende Belehrung zu schöpfen ist. 

Fol. 2. Deus assit et Maria 

anno Ixxx mey 17. 
gelent mynen lieven genedigen bee- 
ren van Guilch ind Berge etc. by 

Peter van Adena Kenseier selige 

in hant Sybolt goltsmyt 16 gl. 

pagement inde Peter vorß. selve 

3 gl. 6 alb. pagement, macht zo 

30 alb. den gl 15 rh. gl. 12 alb. 

geleent noch anno Ixxxi juuius 29 

by Koinraet van Lach rentnieister 

dat komen is tzo dem afkomeu 

myns gnedigen beeren den marc- 

graven an nyen alb. 27 alb. voor 

den gl . 200 rh. gl. — 

-geleent noch junius 30 an fyncm 

golde wycht 1 mc. 4 lot dat eyn 

deyls komen is tzo myner liever 

gnediger vrau\yeu halsbaut of Or- 
den tzo 90 rh. gl. de marc, somme 

112 rh. gl. 13^,2 alb., des haiu ich 

weder ontfangen golt wegen blot 

IV2 quinten macht 26 rh. gl. 6 

alb. — somme dat blyft . . . 
geleent noch Julius 7 by Derich 

Voys wapenstycker 200 gl. page- 
ment an nyen alb. macht te 27 

abl. den gl 127 rh 

geleent noch Julius 10 by Koinraet 

van Lach rentmeister dat komen 

is tzo der opfart myns gnedigen 

beeren marcgraven 250 rh. gl 



86 rh. gl. 7'2 alb. 



. 21 alb. 



(ioldiiibeiterrccluiiiiig für deu Herzog Wilhelm IV. 

von Jülich und Berg aus dcu Jahren 14S0 und 1481. 

Unter der fast unübersehbaren Masse von Archiva- 
lien, bis zu denen die nach Dr. Ennen's Tode begonnenen 
Ordnungsarbeiten der neuen Verwaltung noch nicht ha- 
ben fortschreiten können, bewahrt das Kölner Stadtarchiv 
ein aus sechs Papierblättern bestehendes Manuskript, wel- 
ches Rechnung und Gegenrechnung eines Goldschmiedes 
für den Jülicher Hof eulhält. Die Aufzeichnung gewinnt 
dadurch ein erhöhtes Interesse, dafs sie der Zeit kurz 
vor und nach der am 1. Juli 1481 erfolgten Wiederver- 
mäblung des Herzogs angehört. Ich habe dem hier nach- 
folgenden Abdrucke derselben nur die Bemerkung voran- 
zuschicken, dafs über die in Betfacht kommenden Münz- 



Fol. 2 b deus. assit et Maria 

anno Ixxxi Julius 10. 

geleent noch dem vorß. rentmeister 
tzo demselven opfaren myns gne- 
digen beeren marcgraven an nyen 
alb. 200 gl. pagement, macht te 
27 alb. den gl 177 rh. (gl.) 21 alb. 

gude noch an postus gl.') tzo 16 alb. 
dat stuc ende philippus Schilde-) 
tzo 20 alb. dat stuc, macht. . . 27 rh. gl. lö alb. 



1) Der posUisguldeu = Postulatsgulden war schon 1458 wogen 
Minderwerthes im Kölner Handel verboten. Er galt damals etwa 
einen oberländischen Gulden. 

2) Der Wert der Philippsschilde wurde in der Münzconvention 
von 1481 auf 3 M. 4 ß. festgesetzt. 



329 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



330 



geleent noch Julius fyn golt urnb 
tzo vergulden de tzwey kruytfas 
und die ses doseiu becher wyget 
tzosamen 1 mc. 1 lot l'/g qu. macht 97 rh. gl. 17 alb. 

geleent noch Julius vorß. by 6 voder tzo 6 doseiu be- 
cher tzo 16 alb. dat stuc macht 4 gl. pagemeut; 

noch om 6 voder tzo den schotteten tzo 6V2 marc dat 
voder macht 9 gl. 18 alb. 

noch om 2 voder tzo den vergulden becheren 5 gl. 

noch om 1 voder tzo dem scheerbecken 1 V2 gl. 

noch om die riemen tzo dem vorß. voderen 1 gl. 

noch om 2 voder tzo den kruytfassen 4 gl. 12 alb. 

macht tzosamen 25 gl. 18 alb. pagemeut, macht tzo 
_27 alb. den gl 23 rh. gl. myn 3 alb. 

Fol. 3. ' ' deus assit et Maria, 

anno Ixxxj Julius 10 
geleent noch an 6 dosein becheren wegen tzozamen 

58 mc. 6 lot. 
noch 1 dosein groisser schottelen wegen 89 mc. 15 lot 
noch 1 dosein mynder schottelen wegen 67 mc. 4 lot 
noch 5 mynder schottelen wegen 24 mc. 7 lot 
noch 8 mynder schottelen wegen 25 mc. l'/s lot 
noch 12 dergelichen schottelen wegen 36 rac. 4 lot 1 qu. 
noch 12 dergelichen schottelen wegen 37 mc. V'-ilot. 
noch 12 grosse mostart schottelen 

wegen 24 mc. 12 lot 3 qu. 

somme wicht tzosamen 363 mc. 2^2 lot. 
noch 1 Wasserbecken wycht 12 mc. 2 lot 
noch 2 vergult kruytfas wegen 27 mc. 14 lot 
noch 10 pyferwapen wegen 13 mc. 13 lot 

somme tzosamen 416 mc. 15^2 lot 

des hain ich silvers ontfangen also over dis ander syde 

vercleirt : 
ontfangen by Sybolt den goltsmede: 
1 alt Wasserbecken wycht 6 mc. 5'/2 lot 

Fol. 3 b. deus assit et Maria 

auuo Ixxxi- Julius, 
ontfangen noch 2 alt kruytfas iud 3 schalen wegen 

tzosamen 10 mc. 4 lot 
noch anno Ixxxi jauuwarius 7 by dem lantschriver 11 

aide mostart schottelen 2 becher 1 croesen '), wycht 

tzosamen 16 mc. 1 lot '/s qu. 
somme tzosamen 32 mc. 10 lot 2V2 qu. 
aldus so hau ich meer sylvers gelevert dan ontfangen, 

wycht also de ander syde hier voor verclert 384 mc. 

5- lot myn Vs qu., tzo 9 gl. pagemeut de marc; somme 

3458 gl. 18 alb. pagement, macht tzo 27 alb. den gl. 

somme: 3074 rh. gl. 12 alb. 



1) croese = Pokat 



Fol. 4. deus assit et Maria 

anno Ixxxi Julius 

geleent noch van den 6 dosein be- 
cheren tzo machen 20 alb. van 
dem stuc, somme 60 gl. pagement 
geleent noch van 'den mach loon 
. van den 73 schottelen hain ge- 
rt'egeu aingeveerlich up den mach 
loon 305 mc. tzo 18 alb. de marc 
pagement somme tzosamen 288 gl. 
18 alb. pagement macht tzo 27 

alb. den gl -.256 rh. gl. 18 alb. 

geleent noch by Sybolt den golt- 
smede van alderhande war tz'o 
machen also syn tsedel inhelt 
somme 241 gl. pagement tzo 27 

alb. den gl 214 rh. gl. 13 alb. 

(späterer Zusatz:) somme van deser syden comt 471 rh. gl. 

Fol. 4 b. deus assit et Maria 

anno Ixxxi. 
[cetera desunt] 

Fol. 5. deus assit et Maria 
Ix anno xx mey 16 
ontfangen van mynen lieven gne- 

digen beeren van Guilch iud Berge 

etc. by Peter van Adeua kenseler 

tzer tzyt, by der haut van Jan 

Boilgen an vlemschen gelde te 

twyntich (5. den gl. 227 gl. 18 ß. 

macht tzo 26 ß. den gl. . . . . 175 rh. gl. l'-i ß. 
ontfangen noch anno Ixxx october 

22 by dem hoyfemester by der haut 

van Jan Boilgen an vlemschen 

gelde 498 gl. te twyntich ß. den 

gl. macht te 26 ß den gl. ... 383 rh. gl. 2 ß. 
ontfangen noch anno Ixxxi Julius 10 

in bjnvesen des marschalcs hoyf- 

meister, kenseler ende rentmeister 

(späterer Zusatz:) in 2 parcelen 2000 rh. gl. 
ontfangen noch Julius 14. in bywe- 

sen marcschalcs hoyfmeister herr 

Willem van Bernsuwe kenseler- 

ende rentmeister 1891 rh. gl. 

ontfangen noch dat sylver dat myne 

lieve gnedige vrauwe mitbracht, 

weget tzweyhondert marck tzo 

8 rh. gl. de marck somme . . '. 1600 rh. gl. 
Fol. 5 b. (späterer Zusatz :) 
ontfangen noch van mynen lieven 

gnedigen beeren dat ic syner 

gnaden te baten geve op acht- 



331 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



houdert rb. gl. IV'2 alb. op den 
gl. raientz, dat der gl. eerst galt 
vyf marc ende na 27 alb. so wart 



dit ghemiddelttzusschen den vorß. 

persoonen 44 rh. gl. 12 alb. 

Köln a. Rh. Dr. L. Korth. 



Einfache Stangeunatfen des 17. Jahrb. im geriiiaiiischeu llnseiiiii. 




333 



Anzeiger für Kunde der deutschon Vorzeit. 



334 



Wenn die Hartschiere und Leibwachen vornehmer 
Herren und selbst die Diener hoher Beamten jene reicii 
geätzten Hellebarten und Partisanen trugen, wovon wir 
den Lesern dieses Blattes in Nr. 1 dieses Jahrganges des 
Anzeigers einzelne vor Augen gefUhi-t haben, so waren 
die Stadtknechte und Wäiehter mit einfacheren Waffen 
versehen. Auch von solchen ist im Museum eine beträcht- 
liche Anzahl vorhanden, von denen wir hier 5 Stück 
gleich den früher dargestellten Stangenwaffen in ^js der 
Originalgröfse wiedei-geben, Auch bei ihnen hat phan- 
tastische Form die eigentliche Grundgestalt der Waffe 
ganz vei'drängt, und sie können nur noch zum Stechen 
dienen, etwa auch dazu, mit dem Haken einen Angegriffe- 
nen hin und her zu zerren. Das vorderste und die bei- 
den letzten Stticke haben lange, ahlenartige Stofsklingen ; 
das zweite und dritte kurze breite, aber scharf schneidende. 

Nürnberg. A. Essen wein. 



Urkunde und Chronik. 

Wie weü die Geschichte durch die Chronik entstellt 
worden, ist oft eine schwer zu beantwortende Frage, wenn 
Urkunden fehlen; jedoch wird kein Unparteilicher sich 
dem traurigen Eindrucke verschliefsen können: dafs der 
Mönch, der doch in fast allen Fällen der Verfasser dieser 
Ueberlieferungen war, leider nur zu häufig die Stürme 
der Welt nicht aufzuklären vermochte. Es folgte aus 
seinem abgeschlossenen Leben, dafs er sieh vielfach auf 
andere verlassen mufste, und aus Gewohnheit wurde er 
leichtgläubig. Ja, er gieng in seinem Vertrauen auf die 
Angaben anderer wohl so weit, dafs er dieselben nicht 
immer der eigenen Prüfung unterzog und dadurch sogar 
über kirchliche Vorschriften, die er doch kennen mufste, 
Unsicherheit verbreitete. Wie wäre es anders möglieh 
gewesen, dafs ein gleichzeitig lebender Klosterpropst von 
Lübeck in meinem folgenden Beispiele hätte berichten 
können : der Kanzler Heinrich's VL, welcher (nach mei- 
ner Geschichte desselben, 2. Auflage, S. lo und S. 21) 
urkundlich seit 28. November 119S Erwählter und seit 
20. März 1197 Bischof von Hildesheim heifst — habe erst 
in letzterem Jahre die Priesterweihe erhalten ! Hätte dies 
geschelien können, so müfsten wir dem geistlichen Stande 
jener Zeit eine viel weitere Unabhängigkeit zuerkennen 
und seine staatliche Stellung würde eine ganz andere 
gewesen sein. Schon im Jahre 1188 (nach S. 11) Hof- 
kaplan Kaiser Friedrich's L, mufste aber der spätere Bi- 
schof doch geistliche Handlungen verrichtet haben, welche 
ohne die Priesterweihe ganz unstatthaft gewesen wären. 
Vielleicht hatte er die bischöfliche Weihe nicht gleich 
für Hildesheim nachgesucht, um ohne zu grofse Schwie- 
rigkeiten in den weltlichen Stand zurücktreten zu kön- 



nen. Seine Feinde werden dies benützt haben, und wie 
Arnold von Lübeck an einer andern Stelle von ihm 
schreibt: »dafs er fast wie ein Weltlicher lebte«, so 
schenkte er auch der Angabe Glauben, er sei ohne Prie- 
sterweihe geblieben. Ich bitte nun, zu beachten, in wie 
verschiedener Weise die Chroniken diese Sache behandeln, 
und was die Urkunden als die eigentliche Wahi-heit ver- 
muthen lassen. 

Es ist bisher nach den folgenden, gleichzeitigen Quel- 
len allgemein angenommen worden, dafs der Kanzler 
Konrad, Bischof von Hildesheim, noch bevor er sich am 
I.September 1197 als Führer des Kreuzheeres in Messina 
einschiffte, die Nachricht von seiner Wahl zum Bischöfe 
von Wirzburg erhielt : 

1) 1197 (Arnold- von Lübeck, lib. V, cap. 2): ipse vero 
Cancellarius in eadem profectione ordinatus sacer- 
dos et Episcopus, alacri anirao profectus est. 

2) 1197 (Annalos Reinhardsbrunnenses, Ausgabe von 
Fr. X. Wegele, S. 80) : Gonradus imperialis aule can- 
cellarius atque in eodem procinctu ad electionem 
Herbipolensis episcopatus insigniter declaratus. 

Dagegen bringt Ä. Ussermann (Episcopatus Wirce- 
burgensis, S. 74) die folgenden Angaben : 

1197 mense Junio oMit Henricus Wirzeburyensis 

episcopus (nach dem chronicon Erfurdense) und 

Gotefridus episcopus Wirzburgensis ordinatus est . . . 

morte satis immatura praeventus praefuit mensibus 

tantum quatuor, diebus novem, patriae pater et 

unicum decus pontificum, uta. 1198 addit Trithemius. 

Wenn Bischof Heinrich im Juni 1197 gestorben ist 

und sein Nachfolger Gottfried vier Monate und neun Tage 

regiert haben soll, so konnte der Kanzler Konrad nicht 

im August 1197 die Nachricht von seiner Wahl für den 

Sitz zu Wirzburg erhalten haben. 

Die Abhandlungen der Königl. bayerischen Akademie 
der Wissenschaften (B. 13, Abth. III, S. 43) geben , auf 
Grund eines im Kreisarchiv zu Wirzburg aufbewahrten, 
Pergamentcodes »Corpus Regulae seu Kalendariuni Domus 
S. Kiliani Wiroeburgensis saecula IX.— XIV. amplectens" 
nach Professor Wegele die Eintragung: IX. Kai. Sept. 
Bartholomei apostoli Gotfridus electus noster obiit, qui 
de curia sua II modios et LX mensuras n. c. ; wozu er 
(S. 127) bemerkt »B. Gottfried IL (1197—1198), wie man 
vermuthet aus dem Hause Hohenlohe.« 

Der Todestag Gottfrieds, 24. August, ist aber doch 
gewifs nicht gleichzeitig eingeschrieben, denn sonst würde 
auch das Jahr angegeben sein. Wenn nun schon die 
obigen Angaben des espiscopatus Wiroeburgensis nicht 
mit den Annalen von Reinhardsbrunn und Arnold von 
Lübeck übereinstimmten, so wird die Lösung der Frage 
durch das Kalendarium in keiner Weise gefördert. Starb 
Gottfried am 24. August 1197, so konnte sein Nachfolger 



335 



Anzeig-er für Kuude der deutschen Vorzeit. 



336 



nicht schon bis 1. September in Messina davon Kenntnifs 
haben ; ganz unmöglich aber kann dieser Tag für das 
Jahr 1198 in Frage kommen, wie Professor Wegele oben 
zuläfst, da der Kanzler Konrad (nach meiner Geschichte 
desselben , S. 25) , sich schon am 29. Juni dieses Jahres 
urkundlich Bischof von Wirzburg nannte. 

Ich selbst war den, zum Theil aus gleichzeitigen 
Aufzeichnungen hervorgegangenen, Annalen von Rein- 
hardsbrunn gefolgt, habe aber meine Ansicht nun gänz- 
lich aufgegeben. Nach dem von mir (S. 100) abgedruck- 
ten Briefe des Papstes Innocenz III., vom 26. Januar 1200, 
hatte dessen Vorgänger dem Kauzler, Bischof von Hildes- 
heira . gestattet »eine höhere Kirchenstelle annehmen zu 
dürfen , so weit das kanonische Recht nicht entgegen- 
stände.« Nun brachte ich aber (S. 93) eine Urkunde 
vom 21. Mai 1198, in welcher sich der Kanzler nach sei- 
ner Rückkehr vom Kreuzzuge noch Bischof von Hildes- 
heim nennt, — und das hätte er wohl sicherlich nicht 
gethan, wenn er schon im Sommer 1197 für Wirzburg 
erwählt worden wäre. Denn diesen Sitz hielt er doch — 
wahrscheinlich des Alters wegen — für eine'^ höhere 
Würde, und da ersieh seit Juni 1198 fortwährend gegen 
den Willen des Papstes danach nannte, würde dies auch 
schon einen Monat früher geschehen sein. Ich glaube 
demnach, auf Grund dieser urkundlichen Belege annehmen 
zu müssen: dafs der Kanzler am 21. Mai 1198 unmittel- 
bar nach seiner Rückkehr aus dem Kreuzzug, entweder 
von der in Wirzburg auf ihn gefalleneu Wahl noch 
keine Kenntnifs hatte, oder dafs diese überhaupt erst 
zwischen 21. Blai und 29. Juni 1198 vollzogen wurde. 

Innsbruck. Freiherr L. v. Borcli. 



Ziiui Volkslied vom Iliiiger. 

Meine zu Brixen in Tirol gebürtige Mutter hörte in 
ihrer Jugendzeit von ihrer Base öfters ein Lied singen, 
von welchem ihr jedoch nur der hier folgende Inhalt 
und aufserdem die drei angeführten Strophen in Erinne- 
rung geblieben sind. 

Es war einmal ein reicher Kaufmann, der eine schöne 
Tochter hatte, welche er an einen Edelmann verheiratete. 
Als derselbe aber nach der Hochzeit mit seiner Neuver- 
mählten durch einen dichten Wald auf sein Schlofs reiste, 



hielt er an einer Stolle, wo ilie Leichen von elf Frauen 
an den Bäumen hiengen, an und sagte zu der jungen 
Frau: »Hier ist der Ort, wo du sterben mufst !« — Da 
bat sie ihn, er möge ihr, bevor sie sterben müsse, erlau- 
ben, drei Schreie zu thuu ; denn sie wufste, dafs ihr Bru- 
der im Walde auf der Jagd sei, und hoffte, von ihm ge- 
rettet zu werden. Der Edelmann gewährte ihre Bitte; denn 
er dachte, hier im AValde werde sie gewifs niemand hören. 
Hierauf begann die Frau mit lauter Stimme zu singen : 

Den ersten Schrei, den ich jetzt thu, 

Den ruf ich meinem Vater zu: 

Vater, erhöre mich balde, 

Sonst mufs ich hier sterben im Walde ! 

Den zweiten Schrei, den ich jetzt thu, 

Den ruf ich meiner Mutter zu : 

Mutter, erhöre mich balde. 

Sonst mufs ich hier sterben im Walde ! 

Den dritten Schrei, den ich jetzt thu, - 
. Den ruf ich meinem Bruder zu : 
Bruder, erhöre mich balde. 
Sonst mufs ich hier sterben im Walde ! 

Bald darauf kam ihr Bruder, welcher den Gesang ge- 
hört und daran seine Schwester und ihre Noth erkannt 
hatte, durch den Wald geeilt, erschlug den Edelmann 
und führte seine Schwester dem erstaunten Vater zurück. 

Jener Edelmann hatte nämlich ein Bündnifs mit dem 
Teufel geschlossen ; und wenn es ihm gelungen wäre, 
zwölf Jungfrauen umzubringen, so wäre ihm der Böse 
auf Lebzeiten dienstbar geworden. (Vgl, Handbüchlein 
für Freunde des deutschen Volksliedes von Vilmar, 35 ff,) 

St eck er au in Niederösterreich, C. M. Blaas. 



Staiiimbiiclivcr.s. 

Hern gunst, April len weiter, 

Jungfrawen lieb vndt rosenbletter, 

Würffei vndt Kartenspiel l 

Verendern sich offt wers glauben wiell. 
1603. Jost Christoffell von Boyneburgk. 

Aus dem Stammbuche' Caspars von Hanstein. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K, Frommanu. 

Verantwortlicher Redakteur : Dr. A. E s s e n w e i n. 

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 



Gedruckt bei U. E. Sobald iu Nui'ubei'tc. 



Mit einer Beilage. 



BEILAGE ZUM ANZEIGER FUR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT. 

1883. JV^ 11 & 12. November k Dezember. 



Chronik des germanischen Mnsennis. 



Nürnberg, den 20. November 1883. 

Auch seit nnserer jüngsten Mittheilung hat die Ent-wicklung 
der Anstalt erfreuliche Fortschritte gemacht, und so können wir die 
letzte, die von dieser Stelle ausgeht, als besonders erfreulich be- 
zeichnen. Die ehemalige freie Reichsstadt Augsburg, diese ehemals 
so blühende Kuuststätte, der wir schon manche Förderung ver- 
danken, hat den Betrag von 3000 m. bestimmt, um eine Anzahl von 
Abgüssen augsburgischer Skulpturen herstellen zu lassen, durch 
welche die Bedeutung der augsburgischen für die Geschichte der 
deutscheu Kunst jedermann klar und ersichtlich zu Tage treten 
soll. Neben Werken des Mittelalters sollen vorzugsweise die 
bronzenen Brunnen , auf die von Alters her die Stadt stolz ist, 
zur Abformung ins Auge gefafst werden. 

Herr Christoph Graf von Münnich hat den Beschlufs gefafst, 
das Archiv der Familie, deren letzter Sprosse er ist, nebst den 
Kunstwerken, die als Familienstücke sich damit verbinden, zu übei'- 
geben-, und nachdem eine Einigung über Aufbewahrung und Auf- 
stellung leicht hatte stattfinden können, dem bekanntlich ganz ge- 
ringen Stammvermögen der Anstalt' den Betrag von 3000 m. in 
preufsischen Consols mit der Bestimmung übergeben, aus den Zinsen 
die Einrichtungs - und Erhaltungskosten der Familiensammlung zu 
bestreiten , so dafs diese , auch bei etwaiger knapper Zeit, nie dem 
Museum Kosten verursachen könne. 

Aus der Hand eines Freundes der Anstalt, der seinen Namen 
nicht genannt wünscht, haben wir den Betrag von 100 m. .erhalten 
als Beitrag zum Ankaufe einiger interessanter Originalbriefe von 
Luther , Melanchthon, Erasmus v. Rotterdam und anderen hervor- 
ragenden Männern der ersten Hälfte des 16. Jhdts. 

Unsere Bibliothek hat fast gleichzeitig die ersten 3 Bände jedes 
der schönen Jahrbücher, welche die k. k. Hofmuseen zu Wien 
und die Generalverwaltung der kgl. Museen zu Berlin herausgeben; 
und welche an Gediegenheit des Inhalts wie' an Werth der vorge- 
fülirten Schätze wetteifern, die ersteren als Geschenk Sr. Excellenz 
des Herrn Oberstkämmerers Grafen Folliot v. Crenneville, 
letztere als solches des Herrn Kultusministers v. Gofsler erhalten. 

Die drei vom Verwaltungsausschusse in seiner letzten Sitzung 
zur Mitgliedschaft desselben berufenen Herren : Prof. M. Heyne in 
Göttingen, A. Ritter v Lanna in Prag (Gmunden) und k. k. Hof- 
rath Q. Ritter v. Leitner in Wien, haben die auf sie gefallene 
Wahl angenommen und sind in diesen Ausschufs eingetreten. 

Unser Handelsmuseum sowie die Sammlungen des Museums 
verdanken dem hiesigen Handelsvor.stande die Ueberlassung einer 
Anzahl kostbarer und werthvoller Bücher -sowie eines silbernen 
Prachtbandes vom Beginn des 17. Jhdts., die unter Eigenthumsvor- 
behalt uns übergeben worden sind. 

Die verehrl. pfälz. Handelskammer hat einen Jahresbeitrag von 
25 m. für das Handelsmuseum zugesagt. 

Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende 
neue Jahresbeiträge augemeldet: 



Von Privaten: Berlin. Hexmann Landsberger, Kaufmann, 
10 m. ; von Livouius, Rittmeister, 3 m. ; Louis Plathner, Kaufmann, 
10 m. Bremen. Job. Iliurich Oesemaun, Fonds- u. Effekten-Mak- 
1er, 5 m. Chemnitz. Paul Bartusch, Kontorist, 2 m. ; Hugo Duder- 
städt, Architekt, 5 m. ; Robert Linke, Apotheker, 2 m. ; Anton 
Münch, Kaufmann, 2 m. ; Karl Theod. Pälsler, Amtsrichter, (statt 
bisher 1 m. 50 pf., 3 m. ; Frdr. Pflugbeil, Koramerzienrath, 5 m. ; 
Hermann Reufsner, Lehrer, in Gablenz 1 m. 50 pf. ; Moritz Rost, 
Steuerbeamter, 1 m. 50 pf. ; Max Schubert, Fabrikant, 1 m. 50 pf. 
Otto Tetzner, Techniker, 1 m. 50 pf. ; Ungenannter 1 m. ; Robert 
Wiuter, 11. Lehrer in Altendorf, 1 m. 50 pf. ; Carl Wolfram, Kauf- 
mann , 3 m. Delmenhorst. Segelken, Lehrer, 50 pf. Dresden. 
Menz Pekrun & Co., Bankgeschäft, 10 m. ; Wehinger, Referendar, 
5 m. Emden. Dr. Grasshof, Gymnasialdirektor, 3 m. Fürth. Dr. 
El- Da\id , Lehrer, 2 m. ; Schiidkiiecht, Zinnfigurenfabrikant, 2 m. 
St. Goarshausen. Lotichius, Kommerzienrath, 2 m. ; Dr. Lotichius 
■i m. Greding. Dr. Grafsler, st'ellvertr. Bezirksarzt, 1 m. Gundel- 
fingen. Cornelius Deisler 2 m. Güstrow. Ackermann, Rechtsan- 
walt, '■'• m. ; Hcydemaun , Landger.-Rath und Reichstagsmitglied, 
3 m. Hamburg. Dr. H. Hartmeyer 10 m. Landau i. Pfalz. Körb- 
ler, Hauptmann, (statt bisher 2 m.) 3 m. Marburg. Dr. G. Kön- 
necke, kgl. Staatsarchivar, 3 ui. Markdorf. E. Frey, Stadtschreiber, 

1 m. 74 pf. Mülheim a. Ruhr. Carl v. Eicken, Fabrikant, 3 m. ; 
Haniel, Landratli, o m. ; Lickfeld, Apotheker, 3 m. ; Josef Rosarius, 
Fabrikant, 3 m. Münchberg. Stark, kgl. Dekan, 2 m. Nürnberg. 
Heb. Beuter 2 m. ; P^rl. Ottilie Dietz 4 m. ; Alexander Frech 3 m. , 
Ida Wnidberger, Privatiere, 2 m. ; Christ. Zahu, Lehrer, 2 m. Of- 
fenburg. AVilh Schell, Fabrikant, 3 m. Riedlingen. Eggmann, 
Stadtpfarrer, 2 m. Rochlitz I. S. Kneschke, Sekretär, 1 m ; Wag- 
ner, Bürgerschullehrer, 1 m. Rossleben I. thür. Scheibe, Profes- 
sor u. Rektor der Klosterschule, 5 m. ßudolstadt. Dr. Bangert, 
Gymnasiallehrer, 2 m- Stargard. Drens, Regiertingsbaumeister, 

2 m. ; v. Podewils, Kriminalratli, (statt bisher 1 m.) 2 m. ; Schnebel, 
Bau- u. Betriebsinspektor, 2 m. Stendal. Bruchmann, Buchhänd- 
ler, 3 m. Straubing. Krapp, kgl. III. Staatsanwalt, 1 m. 

Einmalige Beiträge wurden folgende gespendet : 

Von Privaten : Bremen. Carl Heb. Hoffmann, Makler, 10 m. 
Chemnitz. Richard Böhmig, Justizrafh, 3 ra. ; Franz Kunath, Ban- 
kier, 10 m. ; Eugen Voigtländer, Kaufmann, 10 m. Oelsnitz i. Erz- 
geb. J. C. P. Meinert, Fabrikant, 20 m. Rochlitz I. S. Oester- 
reich, Baumeister, 1 m. Suresnes (Seine). G. Dessauces 3 m. 

Unsern Samudungen giengen ferner folgende Geschenke zu : 

I. Für die kunst- und kultiirgeschiclitliclien Sairm- 
lungen. 

(Nr, 8792-8814.) 

Bremen, liuchenau, stud. phil. : Eiserne Lampe von 1698. 
Einige Paketchen terra sigillata des 16. --17. Jalirh. Frhr. v. 
Eelking, prakt. Arzt: Egerländer Hochzeitszug, Aquarelle. — 
BrUnn. Franz Dressler, Bildhauer: Gipsabgufs einer Ritterfigur 
vom Rathhause zu Brunn, angebl. von Pilgram. — Californien. Un- 
genannter: Silberne Medaille, angeblich von A Dürer auf M. 
Luther. — Eutin. Kürschner, Oberlehrer: 15 Steingeräthe und 
Bruchstücke von solchen, gefunden bei Entin. Bronzefibel. Eine 
Folterbirne ; 16. — 18. Jahrb. Messingne Tabaksdose ; 18. Jahrb. 
Glasgranate; 17.— 18. Jahrb. — Hersbruck. Linduer, Agent: 
Bruchstück eines Bronzemessers. — Hildesheim. G. Louis Lische: 
Gipsabgufs eines Lautenspielers, Holzskulptur. — Karlsruhe. Geh. 



339 



Anzeig-er lür Kunde der deutschen Vorzeit. 



iiO 



Hofrath E. Wagner, Professor und Couservator : Archäologische 
Karte von Baden. Kessenich b. Bonn. E. aus'm Weerth, Pro- 
fessor: Abklatsch von Grabinschriften zu Motz; Kupferwerk nach 
Chodowiecki von verschiedenen Stechern. — Lüneburg. Raphael 
Peters, Photograph : 50 Blätter Photographien von Lüneburger 
Kunstwerken u. Baudenkmalen. — Moselkern. Dr. Kling: ..Haele', 
Haken zum Aufliängen der Kessel über dem Ileidfeuer, wie sie in 
der Moselgegend gebräuchlich waren; 17.— 18. Jahrh. (?) — Nürn- 
berg. Beer, Gerbereibesitzer: Gestochehe Kupferplatte von Tho- 
mas Hirschmann, darstellend den Umzug der Gerber 1687. Eugen 
Heim, Tapezier: Berliner messingne Kaft'eemaschine für Landpar- 
tieen ; 18 — 19. Jahrh. Fr. Hertel, Kaufmann u. Magistratsrath : 
Bronzene Brunnenfigur; 16. — 17. Jahrli. Jakob Krieger, Fabri- 
kant: Handzeichnung von C. Klein; 1820. v. Puscher, Commer- 
?ienrath : :j kleine Silbermünzen des 18. Jnhrh. Schätzler, Ober- 
inspektor : 12 Oktavtafeln mit Münzabbildungen. Sprenger, Schrei- 
nermeister : 2 eiserne Fenstersperrer. Joh. Zeltner-Dietz, 
Fabrikbesitzer. Scheibenbüchse; 18. — 19. Jahrh. — Stockerau. C. 
M. Blaas, Professor: 2 ältere Silbermünzen. — Weissendorf. 
Freifrau von Guttenberg, geb. Prinzessin von Thurn und 
Taxis : Uniformsstücke des kgl. bayer. Kämmerers und Reichsratlies 
Herrn. Freih. von und zu Guttenberg. - Wien. C. v. Ernst, k. 
k. Reg.-Rath : Silberner Jeton auf den Besuch des k. k. Haupt- 
münzamtes zu Wien durch den III. Vereinstag deutscher Münzfor- 
scher. K k. Oberst-Kämme ranit: Neue Abdrücke des Trium- 
phes Kaiser Maximilians I. — Wiesbaden. Dr. A)fr. Hartmann: 
Die Stiefel, welche König Jeröme von Westphalcn unmittelbar vor 
seiner Flucht aus Kassel gewechselt hatte. 

IL Für die Bibliothek. 

^ (Nr. 47,907— 48,0iJ0.) 

Berlin, v. Gofsler, k. pr. Kultusminister, Exe: Jahrbuch 
der k. preufs. Kunstsammlungen; Bd. I. II. III. 1880 — 82. 2. — 
G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung: Oncken, allgemeine Ge- 
schichte etc.; II. Hauptabtheilung, 9. Theil : Rüge, Geschichte 
des Zeitalters der Entdeckungen. 1881. 8. Magistrat: Verwal- 
timgsbericht über das märkische Provinzial-Museum für 1882,83. 
ISSy. 8. Dr. A. V. Sali et, Professor: Ders. , deutsche Gufs-Me- 
daillen aus dem 16. u. dem lieginn des 17. Jhdts. 8. Sonderabdr. — 
Bern. Dr. A. Jahn: Erinnerung an Rudolf Jahn. 1883. 8. Staats- 
kanzlei des Kantons Bern: Fontes rerum Bernensium. Berns 
Geschichtsquellen. I. Bd. 1883. 8. — Boppart. Ernst Seyffardt, 
Rentner: Ders., Deutschlands Wacht , 1870 — 71. Festspiel nach 
Zeitgedichten. 1883. 8. — Bremen. Dr. H. Frh. von Eelking: 
. Power Cobbe, Licht an dunkeln Stätten. Deutsch von Agnes Gräfin 
Egloffstein. 1883. 8. Jahresbericht des Vorstandes des Kunstver- 
eins, 1882/83. 1883. 8. — Crefeld. Dr. W. Buchner, Direktor: 
Centralblatt für allgemeine Gesundheitspflege, hrsg. von Finckeln- 
burg u. Lent; l. Jahrg. u. II. Jahrg., 1.-9. Heft. 1882 u. 83. 8. 
Correspondenz -Blatt des nioderrhein. Vereins für öffentliche Ge- 
sundheitspflege; Bd. VIII, Nr. 10— 12.' IX, 1 — 12. X, 1 — 12- 
1879—81. 4. Stollwerk, Kirchen- u. Profangeschichte der Stadt 
Uerdingen; L Hauptabthlg 1881. 8. - Dinkelsbühl. K. Real- 
schule etc. Jahresbericht etc. f. d. Schuljahr 1882,83. 1883. 8. — 
Dresden. H. Klemm, Direktor u. Redakteur: Ders, Katalog der 
Ausstellung seltener kirchenhist. Manuscripte u. Druckwerke. 1883. 
8. — Dubuque (Jowa). N. S. Gönner: Ders., Prairicblumcu. 1883. 
S — Düsseldorf. Dr. J. Schneider, Professor: Ders., die alten 
Heer- u. Handelswege der Germanen, Römer u. Franken; 2. Heft. 
1883. 8. - Eger. Heinr. GradI, Stadtarchivar: Ders., Die Min- 
derung des Egerlandes. 1883. 8. Sonderabdr. — Freiburg i. Br. 
Herder'sche Verlagshandlung: Kraus, Realencyklopädie der christ- 
lichen Alterthümer; 9. Lfg. 1883. 8. Universität: Adler, Rod- 
bertus, der Begründer d. wissenschaftl. Socialismus. 1883. 8. Kramm, 
über Konrads von Heimesfurt Sprache u. Verskunst. 1882. 8. Levi, 
der Troubadour Bertolome Zorzi. 1883. 8. Meurer, der Begriff 
des kirchl. Strafvergehens nach den Rechtsquellen des Augsburgi- 
schen Bekenntnisses in Deutschland zur Reformationszeit. 1883. 8. 
Rüttenauer, zur Vorgeschichte des Criticisnms und Idealismus. 
1882. 8. Schanz , das Erbfolgeprincip des Sachsenspiegels und des 



Magdeburger Rechts. 1883. 8. Steft'eck, der gärtnerische Ackerbau 
als Hülfe für die deutsche Landwirthschaft. 1883. 8 o. 49 weitere 
akademische Schriften nicht historischen Inhalts. — Giessen. Uni- 
versität: V. Ritgen, Geschichte der grofsherzogl. hessischen Stadt 
Staufenberg u. ihrer Burgen. 1883. 4. Stade, über die Lage der 
evangehschen Kirche Deutschlands. 1883. 4. u. 9 weitere akade- 
mische Schriften nicht historischen Inhalts. — Göttingen. Dr. G. 
Hanssen, Universitätsprofessor: Ders., agrarhistorische Frag- 
mente zur Erkenntnifs der deutschen Feldmarkverfassung von der 
Urzeit bis zur Aufhebung der Feldgemeinschaft; I. II. u. Anhang 
zu III. 8. — Graz. St eiermärk.-l andschaftl. Joanneum: 
71. Jahresbericht etc über das Jahr 1862. 1883. 4. — Halle. Otto 
Hendel, Verlagshandlung: Beschreibende Darstellung der älteren 
Bau- u. Kunstdenkmale der Provinz Sachsen; 8. Heft: d. Kreis 
Merseburg. 1883. 8. — Karlsruhe. Grofsherzogl. bad. Gene- 
ral-Landesarchiv: von Weech , Siegel von Urkunden aus dem 
grofsh. bad. General -Landesarchiv zu Karlsruhe; I. Serie. 1888. 
gr. 2 Dr. Friedr. v. Weech, geh. Archivrath: Ders., das Ar- 
chiv der Stadt Radolfzell. 1883. 8. — Kupferzell. F.-K. Fürst zu 
Hohenlohe - Waidenburg, Durch 1.: Ders., sphragistische 
Aphorismen; III. Lfg. Nr. 201—300. 1883. 4. - Leipzig. T. 0. 
Weigel, Verlagshaudlung: Otto, Handbuch der kirchlichen Kunst- 
ari'häologie des deutschen Mittelalters; 5. Aufl. 4. Lfg. 1883- 8. — 
Lissabon. Chevalier J. P. N. da Silva, architecte: Ders., decou- 
verte d'une ville Romaine en Portugal, en 1882. 8. - Magdeburg. 
Felbner, Hauptmann a. D. : Wanderhandbüchlein: Der getreue 
üefehrte und Helfter. 12. — ftieissen. Clemens Frhr. von Hau- 
sen, Hauptmann z. D : Ders., Vorrede zu meiner Familiengeschichte. 
8. Ders,, Für das germanische Museum (Deutsches Adelsblatt _18b3, 
Nr. 28 — 30.) 4, — Mühlbach. Evangel. Unter- Gymnasium: 
Kootz, Mühlbacher Hexenprocessc. 1883. 4 Pr. — Künchen. Chri- 
stian Kaiser, Verlagsbuchhandlung: Tuimair, gen, Aventin, 
sämrati. Werke; Bd. IV, 2. Hälfte. 1883 8. — Münster. K. Aka; 
demie: Löhrer. de Cajo Julio Vero Maximino, Romanorum iinpe- 
ratore. 1883. 8. Iloogeweg, die Chronik des sogen. Martinus Ful- 
densis; (Münsterische Beiträge zur Geschiclitsfoi-gchung, II. Hft.), 
Wattendorfl", Papst Stephan IX. 1882 8. Schnürer, Pilgrim , Erz- 
bischof von Köln 1883. 8, Lögel, die Bischofswahlen zu .Münster, 
Osnabrück, Paderborn seit d. Intcrre^^num bis zum Tode-Urban VI. 
1883. 8. Müller, de M. Antonio Gordiano III. Romanorum inipe- 
ratore. 1883. 8. — ftJünsterniEifeld. Fr. Joachim, Apotheker: 
Duclos, memoires secrets sur les regncs de Louis XiV. et de 
Louis XV. t. I. II. 17.91. 8. — Neuwied. Hans Karl Heuber- 
ger, Landrath a. I).; Ders. XIV. Jahreshrief an die Enkelinnen. 

1882. 8. — Nürnberg. -G. Benda: Stölzlin, geistliches Donner- u. 
Wetter-Büchlein, 1692. 8. A. Körner, Architekt: Hpude, Franz 
Balthasar Schönberg v. Brenkenhoft'. 1880. 8. Sonderabdr. J Priem. 
Kustos der Stadtbibliothek : Ders., die Stadthibliothek in Nürnberg. 

1883. 8- Rockstroh, Procurist: Kleine Chronik von Nürnberg bis 
1689. Pap Hs. 17. Jhdt. 4. Jac. Schwartz, Kaufmann: Ders., 
Gedichte in Nürnberger Mundart. 8. — Ravensburg. K. württemb. 
Gymnasium: Programm etc. zum Schlüsse d. Schuljahres 188283. 
4. Regensburg. K, neues Gymnasium: Jahresbericht etc. f. 
d. Studienjahr 1882 83. 1.-83. 8. Zettel, Thookrits Himior, 1883. 8. 
— Riga. Redaktion der Mitth eilungen u. Nachr i chten 
f d. evangel. Kirche in Ru Island: Bericht über die Wirksam- 
keit der ünterstützungskasse etc. 1883. — Saargemünd. Dr. Karl 
von Jan, Oberlehrer: Ders., die griechischen Saiteninstrumente. 
1882. 4. Köhne, k. pr. Garnisonsbauinspektor: Kuntzeniüller, 
urkundliche Geschichte der Stadt u. Festung Spandau. 1881. 8. — 
Salzburg. K. k. Staatsgymnasium: Wolf, die Bartholomiten 
und ihr Seminar in Salzburg. 1883. 8. — Sigmaringen. Eugen 
Schnell, fürstl. Archivar: Ders., St. Nicolaus, der heil. Bischof 
u Kinderfreund. 1883. 8. — St. Gallen. Friedr. Fiscbbach, 
Direktor der Kunstgewerbschule : Ders., Ornamente der Gewebe; 
4. Lfg. 2. — Strassburg. Dr. Friedr. Bergmann, Universit.- 
Professor: Ders., lettre sur le prcamble. 1882. 8. — Trier. Dr. 
Ilettner, Direktor des Provinzial -Museums: Führer durch das 
Provinzial-Museum zu Trier; 2. Aufl. 1883. 8. — Ulm. K. Gymna- 
sium: Programm etc. zum Schlüsse des Schutjahrs 1882 83. 1883. 
4. — Wetzikon. H. Messikommer: ,.Antiqua"', Uuterhaltungsblatt 



351 



Anzeiger 



lür Kunde der dcutscluMi Vorzeit. 



342 



fiir Fioiimlc der Alterthumskundo; II. Halbjahr 1883. Nr. 1—5.8. — 
Wien. K. k. Statist. Ceutral-Commission: Oesterreichische 
Statistik; Bd. I, 1-3. II, 1. 2. 1882. 2. Franz Graf Folliot 
de Crenne villc, k. k. Oberstkämmerer, Fcldzciigmeistor; Jahrbuch 
der kunsthistorischen Sammhiugeu des Allerhöchsten Kaiserhauses; 
1. u. II. Bd. 1883 u. 84. 2. Gemeinderath der Stadt: v Ren- 
ner, Wien im ,lahre 1683. 1883. i. Weils, Festschrift aus An I als 
der Vollendung des neuen Rathhauses (in Wien). 1883. 4. Katalog 
der historischen Ausstellung der Stadt Wien, 1883. 1883. 8. Ferd. 
V. Höchste tter, Obmann der prähist. Commission d. kais. Aka- 
demie der Wissonsch. : Ders., die neuesten Gräberfunde von Watsch 
u. St. Margarethen in Krain. 1883. 4. Sonderabdr. Dr. Frhr. 
Franz von Mensi, Ministerialconcipist: Beth-Büchel. Pap. Hs. 
1781. 8. Taschen • Gesellschafter für 1804. 12. Damen- u. Haus- 
frauen-Kalender f. d. J. 1847. Katalog der ersten internationalen 
Kunst- Ausstellung im Künstlerhause (z. Wien) 1882. 8 Festzug der 
Stadt Wien zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaaros (Wiener Tag- 
blatt, Nr. 113; Deutsche Zeitung Nr. 2629; n. illustr. Zeitung Nr. 31) 
1870. gr. 2. - Zittau. G. Korscheit, Oberlehrer: Ders.. Kriegs- 
ereigni'sse der Oberlausitz zur Zeit des bair. Krbfolgekrieges u. der 
franzüs. Kriege; I. Th. 1883. 8. Sonderabdr. — Zweibrücken. K. 
Studien an st alt: Jahresbericht etc. f. d. Studienjahr 1882,83. 8. 
Krupp, die homerischen Gleichnisse. 1883. 8. 

IIL Für das ArcLiv". 

(Nr. 4819-4822.) 
Coblenz. Dr. G. Sello rttiftungsbrief der Bruderschaft der 
Schneidergesellen und Knaben zu Ueberlingen. 1485. Perg. Abschr. 
Spruchbrief des Rathes zu Ueberlingen, betr. die Nachrede des 
Schuhmachers Jörg Gürtler gegen den Schneiderknecht Caspar New- 
berg. 1506. Perg.' Erneueruugsbrief der Bruderschaft der Gesellen 
und" Knaben des Schneiderhandwerks zu Ueberlingen. 1514. Perg. 
Spruchbrief der Meister und Gesellen des Sclmeiderhandwerkcs zu 
Ueberlingen zwischen Barthlome Kern und Hans Knastelin wegen 
Beschimpfung. 1556. Perg. Versprucbbricf und Bürgschaft des Blasius 
Schenyelin am Andelspach, die dem Grafen Joacliim von Fürstenberg 
geschworene Urfehde getreulich zu halten. 1567. Perg. Verschrei- 
hung eines Patrimoniums (in eventum) von 1500 fl. für den Geist- 
lichen Christian Müller durch Ammann, die Gerichtsverwaudten und 
die Gemeinde der freien Herrschaft St. Gerold ..Frielsen" genannt. 
1715. Perg. -- Nürnberg. David Jegel: Brief Reindels, Direktors 
der Nürnberger Kunstschule 1841. Autogr. Eugenio Scudel- 
lari, in Firma Scudellari &Reghini: Verzeichnifs der Ein- 
künfte einer von Giuseppe Morgera gestifteten Kaplanei zu Casa- 
micciola (1779-1812) und der durch dieselbe gelesenen Messen 
(1822- 1879.) Pap. - Wien. Dr. Karl Lind, k. k. Sektions- 
rath: Spruchbrief zwischen Reitze , Herrn Seyfrides Wittwe des 
Chienberger, und ihrem Binder Konrad dem Nuzdorfer wegen 
des dritten Theils eines Weingartens. 1322. Perg. Kaufbrief Fried- 
richs, des schönen Elbleins Eidam, an Schwester Perchta von 
Pomgarten, zu den Zeiten Priorinu zu Tülle, über einen Weingar- 
garten, gen. Ger. 1340. Perg. Gesellschaftsvertrag des Bertholt 
Nützel zu Nürnberg mit Konrad, Peter und Marquart den Men- 
deln lr!83. Perg. Schreiben an eine österreichische Stadt, sich mit 
gewappneter Macht nach Eggenburg zu stellen. 1389. Pap Schrei- 
ben des Kaisers Friedrich III an den Bürgermeister, Richter u. 
Rath zu Neuenstadt, Münzen und Salzaufschlag betr. 1461. Pap. 
Verzichtbrief der .Marienkirche zu Zülpich für die Apostelkirche 
in Köln über einen Erbgulden aus einem Hanse bei der Münster- 
pforten gegen vierthalb Mark aus einem Hause bei dem ,.Poele„ (Pfuhl) 
das. I4bl. Pergam. Eheversprechen zwischen Faltte, des Hans 
Unzaytigs Sohn, von Walldorf und der Jungfrau JMille, des Herten 
Goldt's Tochter von Schygendorf i6l6. Pap. Aufnahms - Urkunde 
des Klosters zu Stams für Ulrich Hendl zu Goldrain, Freiherru 
zu Jufal, und seine Gemahlin in des ersteren Bruderschaft. 1625. 
Perg. Aufnahmsurkunde des Charles Bigy , Capitaine et Adjoint, 
in den Freimaurerorden. 13. Jahr der Republ. Perg. 



Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre 
1883 aulser den bereits im Laufe des Jahres im Geschenkever- 
zeichnisse und unter den „Schriften der Akademieen, Museen u. 



histor. Vereine" bestätigten theils als Geschenke, theils im Aus- 
tausche gegen unseren Anzeiger zugekommen: 
Antiqua, Unterhaltungsblatt für Freunde der Alterthumskunde 

(v. Messikommer u. Forrer). 
Anzeiger f. Bibliographie u. Bibliothekwissensch. (v. Petzholdt). 

,. Nürnberger. 

Ar Chief vobr noderlandsche Kunstgeschiedenis. 
Archiv für kirchliche Kunst (v. Prüfer). 

„ für Literaturgeschichte (v. Schnorr v. Carolsfeld). 
,. für Geschichte der Medizin v. Rebifs. 
„ für Post u. Telegraphie. 
„ für Stenographie iv. Dreinhöfer.) 
Bär, der. Illustrirte Berliner Wochenschrilt (v. Dominik). 
Bau Zeitung, deutsche (v. Fritsch u Büsing). 
Beilage, wissenschaftliehe, der Leipziger Zeitung. 
Beobachter deutscher, franz. n. engl. Herrenmoden (v. Klemm). 
Berichte, stenographische, des bayerischen Landtags. 
Bibliographie, allgemeine, für Deutsehland (v. Hinrichs). 
Blätter, für literar. Unterhaltung (v. R v. Gottschall). 
Ceutralblatt, literarisches (v. Zarncke). 

„ der Bauverwaltung iBerlin) 

Daheim. Familienblatt mit Illustrationen. 
Familienblatt, deutsches, (von Schorer). 
Form ensc hat z (v. G. Hirth). 
■Frauenzeitung, illustrirte (v. Lipperheide). 
Gartenlaube lllustrirtes Familienblatt. 
Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp). 
Gewerbehalle. 

Halleluja. Organ für ernste Hausmusik (v. Becker u. Zimmer). 
Haudweiser, literarischer, (v. Hülskamp). 
Kirchenzeituug, neue evangelische, (von Meisner). 
Ko rrespondeirt von und für Deutschland. 
Kunstblatt, christliches, (y. Merz u. Pfannschmidt). 
Kunst Chronik, österreichische (v. Lauser). 
Kurier, fränkischer. 
Land u. Mee r. über: 
Literaturblatt für ge-m. u. rem. Philologie (v. Behaghel u. 

Neumann). 
Mittheilungen des Statist. Bureaus der Stadt Leipzig. 

„ und Nachrichten für die evang. Kirche in Rufsland. 

Modenzeitung, europäische, (von Klemm). 
Monatshlatt, ostfriesisches, (v. Zwitzers). 
Monatshefte zur Statistik des deutschen Reiches. 
Papier -Zeitung (v. Hof mann). 
Postzeit nng, Augsburger. 
Presse, Nürnberger. 
„ süddeutsche. 

Quart als ohrift, theologische, (Tübingen). 
Reichs-Anzeiger, deutscher, u k. preufs. Staats-Anzeiger. 
Revue celtique (v. Guidoz). 
Rundschau, deutsche, (v. Rodeuberg). 
Sprech -Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren- 

Industrie. 
Staats-Anzeiger für Württemberg. 

Stadtzeitung, Nürnberger. i 

Statistik des deutschen Reiches. 
,. österreichische. 
„ preulsische. 
Uhrmacher-Zeitung, deutsche. 
V i e r t e 1 j a h r s c h r i f t , f. Volkswirthsch., Politik u. Kulturgeschichte. 

,, f. moderne Kinder-Garderobe (v. Klemm). 

Wäsche-Zeituiig (v. Klemm). 
Welt, die illustrirte. 

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. 
Wochenschrift, gemeinnützige, (Würzburger). 
Zeit, unsere, (v. R. v. Gottscball). 

Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von 
Steinmeyer). 
„ des Anwaltvereins für Bayern. 

„ für preufsische Geschichte u. Landeskunde. 

„ für bildende Kunst. Mit dem Beiblatte : Kunst-Chronik. 



343 



Anzeiger i'üv Kunde der deutschen Vorzeit. 



344 



Zeitschrift für Museologie u. Antiquitätenkimde (v. Grässe). 
„ neue, für Musik (v. Kahnt). 

„ für deutsche Philologie (v. Zacher). 

„ des k. preul's. Statist. Bureaus. 



Zeitschrift des k. Sachs. Statist. Bureaus. 
Zeitung, fränkische. 

,: norddeutsche allgemeine 

„ für die elegante Welt. 



Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine, 

welche uns im Austausche gegen den Anzeiger zugegangen sind : 



Academie royale des sciences etc. de Belgique ä 
B r u X e II e s : 

Memoires couronnes et memoires des savants etrangers .... 
Tome XLIV. 1882. 4. ... Les reliques et les reliquaires donnes 
par St. Louis, roi de France, au convent des Dominicaius de Liege. 
Von J. Heibig. (Mit 5 Tafeln). — La peinture flamaude et son 
enseignement sous le regime des confreries de St. - Luc. Von 
Edgar Baes. — 

Memoires etc. Tome XLIV. 4. L'organisation judiciaire, le 
droit penal , et la procedure penale de la loi salique . . . Von 
J. J. Thonissen. 

Memoires couronnes et autres memoires . . . Collection in 8., 
Tome XXXni — XXXV 1882 u. S3. 8. Histoire de l'academie 
imperiale et royale des sciences I. u. IL Von Ed. Mailly. — 

Annuaire etc. 48™« u. 49™" annee. 1882 u. 1883. 8. — Bulle- 
tins etc. 50™ — 52™e annee, 3™« serie, tome 1—5. 1881—83. 8. 

Tables generales du recueil de buUetius .... 2"« serie. 
Tome XXI. A. L. (1867—1880). 1883. 8. 

Commission royale d'histoire etc.: 

Comte rendu des seances etc. ou recueil de ses bulletins. Tome 
neuvieme, 2« bulletin — tome onzieme, • '. 2« buUetin. 1882 und 
1883. 8. 

Documents inedits relatifs ä l'histoire du XVI" sifecle ; pub- 
lies par . . Kervyn de Letteuhove . . 1«" partie. 1883. 8. 389 Stn. 

Societe royale Beige de geographie ä Bruxelles '■ 

Bulletin etc. Septieme annee. 1883. No. 4. 8. Juillet-Aoüt. 8. 

Kon. oudheitkundig genootschap te Amsterdam: 

Jaarverslag in de 25. algemeene vergadering op Maandag 28. Mei 
1883, uitgebracht door den voerzittcr. 8. 

Societe royale des antiquaires du Nord: 

Memoires etc. Nouvelle serie. 1882 — 1884. Copenhague. 8. 
Prof. S, Bugge's studies on northern niythology. Von G. Stephens. 

Estländische literarische Gesellschaft: 

Archiv etc. Herausgegeben von C. Schirren. N. F. IX. Bd. 
Reval, 1883. 8. Neue Quellen zur Geschichte des Untergangs 
livländischer Selbständigkeit. Aus dem dän. Geh. Archive zu Ko- 
penhagen . . Bd. I. 

Verein für siebenbürgische Landeskunde; 

Korrespondenzblatt etc. VI. Jahrg., 1883. Nr. 9. 8. 

Siebenbürg.-sächsische Alterthümer. (Forts.) V-on Fr. Teutsch. 

— Aberglauben. Von dems. ü. J. Wolft'. — Dietrich : Unter Oester- 
reichs Doppeladler. Von Frz. Zimmermann. — Kleine Mittheiiungen. 

— Literatur. 

K. K. Central-Commission zur Erforschung und Er- 
haltung der Kunst- u. historischen Denkmale: 

MittheUungen etc. IX. Bd. 2. Heft. Wien, 1883. 4. Studien 



über Steinmetz - Zeichen. III. Von Frz. Rziha. (Schi.) (Mit Ab- 
bildg. u. 12 Tafeln.) — Zur Baugeschichte der Brünner Domkirche. 
I. Von August Prokop. (Mit Abbild.) — Ein Kunstwerk altetrus- 
kischer Metalltechnik. IL Von K. Deschmann. — Die Sammlung 
alter Geschütze im k. k. Artillerie-Arsenale zu Wien. I. Beschrie- 
ben von Wendelin Böheim. — Die Holzschnitte der Handschrift des 
Heiltum-Büchleins im Pfarr- Archive zu Hall in Tyrol. Von L. Frhr. 
von Höhenbühel, gen. Heufler «u Rasen. II. (Mit Abbild.) — 
Eduard Freiherr von Sacken. Von Dr. Fr. Kenner. — Die Leichen- 
brandstätte bei Ksin. Besprochen von Clemens Cerniäk u. J. Hend- 
rich. — Gräberfunde an der Colombara bei Aquileja u. die Aus- 
grabungen an der Beligna. — Altdeutsche Bilder aus der Viutler- 
schen Galerie in Bruneck. (Mit Abbild.) — Ueber Archive in Kärn- 
ten. II. Von Leop. von Beckh-Widraanstetter. — Notizen über 
Denkmale in Kärnten. Von Dr. K. Lind. XV. (Mit Abbild). — 
Notizen. — 

K. k. heraldische Gesellschaft „Adler" in Wien; 
Monatsblatt etc. Jhrg. 1883. Nr. 34. 8. Gesellschaftsange- 
legenheiten. 

Numismatische Gesellschaft in Wien: 
Monatsblatt etc. Nr. 2. 1883. 8. Gesellschaftsangelegen- 
heiten. — Verschiedenes. — Münzfund zu Vitis. Von Dr. Rai- 
mann. — Der Steckborner Münzfund. — Der Münzfund in Waid- 
hofen a. d. Thaya. — Nekrolog etc. 

K. k. österr. Museum f. Kunst u. Industrie: 
Mittheiiungen! etc. XVIII. Jhg. 1883. Nr. 217. Mit 1 Beil. 
Wien. 8. Theodor Grafs Entdeckung antiker Gewandstoffe. Von 
G. Ebers. — Katalog der Th. Graf sehen Funde in Egypton. Von 
Dr. .T. Karabacek. (Forts.) 

Wissen sehaflicher Club in Wien: 
Monatsblätter etc. IV. Jhg. 1883. Nr. 12. 8. Clubangele- 
geuheiten. — Ein kaiserlicher Hof-Poet. Von Dr. M. Landau. 
Christlicher Kunstverein der Diö,cese Seckau: 
Der Kirchenschmuck etc. XIV. Jhg. 1883. Nr. 9. Graz. 
8. Von der kulturhistorischen Ausstellung zu Graz. (Forts.) — 
Die kirchliche Kunst im Domstifte Seckau. (Forts.) — Notiz. 
Museum Fr ancisco- Carolinum zu Linz: 
41. Bericht etc. Nebst der 35. Lieferung der Beiträge zur 
Landeskunde von Oesterreich o. d. Ens. Linz, 1883. 8. — Ober- 
österreichs .\ntheil an der Literatur des 12. Jahrhunderts. Von 
Alois Ebner. — Die literarische Thätigkeit des Museums Fran- 
cisco- Carolinum . . während dessen fünfzigjährigen Bestandes. 
Von J. M. Kaiser. 

Königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu 
München : 

Johannes Turmair's, genannt Aventinus, säramtlichc Werke . . 



343 



Anzeiger für Kuinle 



der deutlichen Vorzeil,. 



346 



Vierter Band. Zweite Hälfte: Bayerische Clu-onik, (Buch II) 1883. 
8. S. 581 - 1184. 

Forscliuiigen zur deutschen Geschichte. Hrsg. v. d. histor- 
Commissiou dcrs. Akademie. XXIII. Bdes. 3. Heft. Gottingeu, 1883. 
8. Die Grafen von Nüriug. Von K. I'raudt. Anhang : Umfang u. 
Grafen des Niddagaues. — Kaiser Alexius u. Alhert von Aachen. 
Von B. Kugler. — Zur Beurtheilung der Akten des Konstanzer 
Konzils. Von Dr. H. Finke. — Die Politik Leo's X. in dem Wahl - 
kämpfe der Jahre 1518 u. 1519. Von H. Baumgarten. — Zur Kri- 
tik der Nachrichten über die Attentate v. 1819. Von Dr. J. Her. 
mann. — i Kleinere Mittheiliingen : Nicht Melanchthon, sondern Ni- 
kolaus ßasellius. Urheber der Interpolationen in der Chronogra- 
phie des Nauklerus. Von Dr. H. Müller. — Zu den Quellen des 
anonymen Notars des Königs Bela. Von Fr. Rühl. — Zur Frage 
nach dem Verfasser des Epos „Carolus magnus et Leo papa." Von 
Dr. Ausfeld. — Zur Erbfolgeordnung des altlangobardischen Rechts. 
Von Dr. M. Pappenheim. — Zerstreute Zeugnisse alter Schriftstel- 
ler über die Germanen. Von Dr. F. Dümmler. 

Die historische Commission bei der k. bayer. Akademie der 
Wissenschaften 1858—1883. Eine Denkschrift. München, 1883. 8. 

Histor. Verein von Oberbayern : 

Oberbayrisches Archiv etc. 41. Band. München, 1882. 8. 
Zur Hochilckerfrage. Von Frz. S. Hartmann. — Genealogie der 
Pütriche. Von Andr.- Schmidtner. — Die Entwicklung des Witteis- 
bachischen Wappens von Herzog Otto I. bis Kurfürst Max III. 
Joseph 1180-1777. Altbayerische Serie. Von K. Primbs. (Mit 
1 Tafel). — Ueber schwarze und weifse Kunst in den Bezirken 
Dachau und Brück. Von Frz. S. Hartmanu. — Die Schützengilde 
der Stadt Traunstein und ihre Ordnung von 1597. Von Hartwig 
Peetz. — Die Zeulssche Hypothese über die Herkunft der Bayern. 
Eine kritische Untersuchung von Dr. Beruh. Sepp. — Die Entsteh- 
ung des topograph. Bureau's des k. b. Generalstabes. Von Franz 
Sauter. (Mit Abbild.) 

44. u. 45. Jahresbericht dess. Vereines. Für die Jahre 1881 
u. 1882. 8. 

Kunst-Gewerbe-Verein in München: 

Zeitschrift etc. Jahrg. 1883, Heft 7 u. 8. 2. 

Franz von Seitz. Von Dr. H. Holland. (Mit Abbild.) — Das 
Schlofs zu Nymphenburg. Von K. Th. Heigel. (Mit Abbild.) — 
Vereiüschronik. — Vermischte Mittheilungen. — 

Bayerisches Gewerbemuseum zu Nürnierg: 

Kunst u. Gewerbe. Zeitsohr. etc. redig. von Dr. 0. v. Sehern, 
17. Jahrg., 1833. 10. Heft. Mit Nr. 18 u. 19 der „Mittheilungen" etc. 
8. Zur Geschichte des Porzellans in Europa. Studie von F. Jän- 
nicke. I. (Forts.) — Bronzestudien. I. — Die Schrift und ihre 
Reform. Von 0. von Schorn. — Kleine Nachrichten. — Literatur. 

— Abbildungen: Decke aus der Engelsburg in Rom. — Epitaph 
aus St. Peter in Salzburg. — Ornamentmotiv vom Palazzo ducale 
in Mantua. — Holz-Intarsia von einem Kästchen aus dem 17. Jahrh. 

— Silberner . . . Pokal vom 17. Jhdt. — Schmiedeisen-Gitter aus 
S. Maria formosa in Venedig. 

Historischer Verein zu Bamberg: 

Fünfundvierzigster Bericht . . 1883. 8. Vereihsangelegenheiten. 

— Schlufs der Geschichte des Orts und der Pfarrei Rattelsdorf. — 
Von Gg. Raab. 

Breisgau- Verein „Schau-ins-Land" zu Freiburg 
i. Br. 



Scliau-ins-Land. 10. Jahrg. 1883. 2. Lfg. 1883. 4. 

Wiiblinsberg. Von G. Maurer. (Schi.) — Der Postreiter von 
EmnuMulingen. Von C. Geres (Mit Abbild ) — Aus der Zeit alter 
Zunfthc^rrlichkcit. Von F. Geiges. (Mit Abbild.) — Die Pfarrkirche 
zu Kenzingen und ihre Wandmalereien Von Fr. Schneider. (Mit 
Abbild.) — Geschichtl. Notizen über Wolf von Hürnheim zum Tut- 
tenstein, Pfandherrn zu Kenzingen. Von Fr. Geiges. (Mit Abbild.) 

Gesammtver. d. d. Geschichts-u. Alterthumsvereine: 

Correspondenzblatt etc. 31. Jhg. 1883. Nr. 7 u. 9. Darm- 
stadt. 4. Mit einer Beilage und einem Extrablatt. Heldengräber 
und römische und fränkische Strassen bei Frankfurt. Von K. 
Lotz. — Neue Funde aus der Urzeit der Pfalz. Von Dr. C. Mehlis. — 
Inschriftliches in Biebrich-Mosbach (Nassau) und Castel (Hessen). 
Von F. W- E. Roth. — Ausgrabungen im römischen Grenzwall bei 
Hanau. Von Dr. Gg. Wolff. — Die Literatur über das Dannewerk 
in Schleswig-Holstein , resp. Aufnahmen desselben. — Wirksamkeit 
der einzelnen Vereine. — Notizen. 

Lahnsteiner Alterthums verein: 

Rhenus. Beiträge zur Geschichte des Mittelrheins. 1. Jhg. 
1883. Nr. 9. 4. Urkundliche Nachrichten über die Familien von 
Lansteiu. Von C. v. Ledebur. (Forts.) — Zur Geschichte des 
Königsstuhls und der Wenzelskapelle.' Von J. Hellbach. (Forts.) — 
Rechnung des Johannes Hirfsfelt, Kellners im Schlofs Lahnstein, 
1444 — 1446. Von G. Zülch. (Forts.) — Aus einer verschollenen 
Urkundensammlung. Von R. Pick. — Zur Geschichte der Pfarrei 
Horchheim. Von dems. — Dudechin von Lahnsteiu c. 1147. Von 
Dr. Widmann. — Vermischtes. — Eine alte Bibel. Von G. Zülch. — 
Zur Geschichte der Familie Schilling von Lahnstein. Von R. Pick. — 

Kais. Leopoldino- Carolinische deutsche Akademie 
der Natur forscher zu Halle: 

Leopoldina etc. Heft XIX. Nr. 17 u. 18. 1883. 4. Aka- 
demie-Angelegenheiten. — Literatur etc. — 

Gesellsch. f pommer'sche Gesch. u. Alterthumsk. : 

Baltische Studien etc. 33. Jahrg. Stettin, 1883. 8. Die Er- 
neuerung der Schützengilde zu Cörün. Von v. Bülow. — Cen- 
suredikt Herzogs Bogislav 14. — Slavische Streifen. Von Dr. 
Beyersdorf. — Die Verbindung des Klosters Esrom mit den wen- 
dischen Ländern u. deren architektonische Spuren. Von J. Korne- 
rup. — Der Thürklopfer an der Schlofskirche zu Stettin. Von 
V. Bülow. — Duelledict Herzog Philiiips H. von Pommern. — Samm- 
lung abergläubischer Gebräuche. Von Knorrn. — Die Lage der 
Burg Demmin in wendischer und frühchristlicher Zeit. Von Frhr. 
V. Bönigk. — Zur Geschichte der Stadt Pasewalk und der Klöster 
Groobe u. Rentz. — Pommersche Bibliographie f d. Jahr 1882. — 
Ueber die Quellenkritik der Pommerania des Johannes Bugenhageu. 
Von Dr. Gg. Haag. — Inschriften an Kirchengeräth aus Schivelbeiu 
und Umgegend. Von Dr. Zechlin. — Fürst Wizlaw HI. von Rügen 
und der Ungelarde. Von 0. Knoop. — Die ältesten Metallalter- 
thümer Pommerns. Von Dr. Kühne. — Ein Sclu-eiben Herzogs 
Bogislav X. von Pommern an die Signoria von Florenz. Von Dr. 
Gg. Haag. — Eine Urkunde des Herzogbischofs Franz von Pom- 
mern, Von Dr. Hauncke. — Bestallung des herzoglichen Hofor- 
ganisten Andreas Gluck zu Stettin. Von v. Bülow. Die Abnahme 
der kasubischen Bevölkerung im Kirchspiel Charbrow. Von Knoop. 
— 45. Jahresbericht. 

Histor. Verein f. d. Reg. -Bezirk Marienwerder: 

Zeitschrift etc. 6.-8. Heft. 1883. 8. Die Amtshauptleute 



347 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



348 



und Landrichter im Reg.-Bez. Marienwerder. Von G. A. von j\lül- 
verstedt. — Zur Militärgeschichte Westpreufsens. Das Fiiselier- 
Regiment Rohr. Von dems. — Nachträge zu Vofsbergs Geschichte 
der preufsisehen Siegel. Von dems. — Beiträge zur preufs. Fami- 
lienkunde. 4. Die von Köckritz. . Mitgeth. von R. v. Flanfs. — 
Das Hausbuch des Amtes Riesenburg von 1061 — 1693. Von 
dems. ~ Das alte Taufbecken in der St. Johanniskirche zu Thorn. 
Von H. Adolph. (Mit Abbild.) — Ueber westpreufsische Wohn- 
häuser im nordischen Typus. Von H. Hacker. (Mit Abbild) — 
Geschichte westpreufs. Güter. A. Altjahn, Lesnian, Kirchenjahn 
. . . Von R. V. Flanfs. B. Parzkow, Kr. Neustadt. Von A. Trei- 
chel. — Die Beamten und Conventsmitglieder in den Verwaltungs-Di- 
strikten des deutschen Ordens innerhalb des Reg.-Bezirks Marien- 
werder. Von G. A. V. Mülverstedt. — Beiträge zu einer Geschichte 
pes Schulwesens in Wcstpreufsen im J. 1809. Von Dr. B. Schulz. — 
Napoleons I. Empfang in Thorn 1812. Von Rohr. — Eö'ata wegen 
einer sich hier hegenden Drachenbrut. Thoru den 13. August 1746. 

Verein Herold in Berlin: 

„Der deutsche Herold" Zeitschrift etc. XIV. Jahrg. Nr. 9 u. 
10. 18S3. 4. Vereinsangelegenheiten. — Wie Familiensagen ent- 
stehen. Von J Gr. von Oeynhausen. — Zur Genealogie der Fami- 
lien von Sutterheim, von Oppen auf Pitschen und von Trosky. Nach 
Kirchenbüchern der N. Lausitz. — Nochmals über A. Dürers adelige 
Abstammung. Von Th. Schön. — Semesterbericht des Vereins für 
geschichtliche Hülfswissenschafteu an der Universität Leipzig („Ro- 
her Löwe"). — Zur Genealogie der Familie von Görue auf Nieder- 
göhren und der von Knoch. — Die Fahnen und Feldzeichen des 
Mittelalters. (M. einer Tafel.) Von Hauptmann. — Zwei Wappen- 
briefe. (Mit Abbild.) — Aufgeschworene Ahnentafel für Job. Ar- 
nold Grafen von Sehellart. Mitgeth. von H. Macco. — Erklärung 
der Kunstbeilage. Von K. E. Graf zu Leiniugen-Westerburg. — 
Literatur. — Miscellen. — Inhalts-Verzeichnifs der ersten 12 Jahr- 
gänge des „Herold''. 

Vierteljahrsschrift für Heraldik etc. XL Jahrg. 3. Heft. 1883. 
8. Die Kosegarten. Von Dr. A. Leesenberg-Penzlin. — Das Stamm- 
buch des Georgius Ammann. Von L. Estocq. — Die Descendenz 
des Liborius von Münchhausen. Mitgeth. von Dr. Gg. Schmidt. — 
Alliancen der Familie von Feilitzsch. Zusammengestellt von Friedr. 
Frhr. von Feilitzsch. — Alliancen der Familie von Flanfs. — Die 
Wappenbesclireibungen in Grote's Stammtafeln. Zusammengestellt 
von J. Grf von Oeynhausen. — Inhaltsverzeichnifs der dem „Herold'' 
zugega'.igcnen Tauschschriften. 

Gesellschaft für Musikforschung zu Berlin: 

.Monatshefte etc. .Jahrg. 1883. Nr. 10. 8. Joh. Staden. Eine 
Bio- n. Bibliographie. (Forts.) — Alexander Agricola. — Christian 
Ameyilen. — Henri-Jaques de Croes. 

Verein f. d. Gesch. u. Alterthumsk. v. Erfurt: 

UebersiclitUche Zusammenstellung der in Erfurt und dessen Um- 
gegend gefundenen vorgeschichtlichen Gegenstände. Ein Vortrag, 
. . gehalten von W. Freih. v. Tettau. 8, 

Verein für hamburgische Geschichte : 

Kämmereirechnungen der Stadt Hamburg. V. Bd. 1501 — 1510. 
Von K. Koppmaun. Hamburg, 1883. 8. VI u. 789 Stn. 

Naturwissenschaft!. Verein f. Schleswig-Holstein: 

Schriften etc., V. Bd. 1. Heft. Kiel, 1883. 8. 

Münziorscher-Verein zu Hannover: 

Numismat.-sphrag. Anzeiger etc. XIV. Jahrg. 1883, Nr. 8. u. 



9. 8. Die Münzen der spanischen Niederlande seit 1598. Von 
J. E. ter Gouw. — Münzfunde. 

Oldenburger Landesverein für Altert humskunde : 
Bericht etc. IV. Heft. 1883. 8. Ueber einen merkwürdigen 
Runenkalender des grolsherzogl. Museums zu Oldenburg. Von Dr. 
E. Schnippel. — Ueber Säugethiere der Vorzeit im Herzogthum 
Oldenburg. Von Wiepken. 

Verein von AI terthumsfr eunden im Rheinlande: 
Jahrbücher etc. Heft LXXIIl— LXXV. Bonn, 1882 u, 8o. 8. 
Neue Forschungen über die Romerstrassen zwischen Maas u. Rhein. 
Von Prof. Jak. Schneider- (Mit 1 Tafel.) — Die römischen Mili- 
tärstrassen des linken Rheinufers. Von dems. (Mit l Tafel). — Die 
Legionen am Rheine vom Kampfe Cäsars gegen Pompejus bis zur 
Erhebung des Vitellius. Von Prof. H. Dünzer. — Die jüngsten 
Funde auf dem Boden des römischen Castrums zu Mainz. Von 
Schwörbel. (Mit 2 Tafeln). — Römische Inschriften aus Bonn. 
Von Dr. J. Klein. — Ruphiana, nicht Eisenberg, sondern Altripp. 
Von Karl Christ. — Die Civitas Nemetum bei Heidelberg-Ladenberg. 
Von dems. — Ein römischer Goldring. Von Dr. Fr. Schneider. 
(Mit Abbild.) — Altchristlicher Löffel aus Sassbach. Von Prof. Fr. 
X. Kraus. (Mit Abbild.) — Cosmas und Damianus. Alte Wand- 
malereien in der Münsterkirche zu Essen. Von W. Heilermann. 
(Mit 1 Tafel). — Die Dombaumeister von Köln. Von J. J. Merlo_ 

— Die ersten germanischen Vertheidigungsbauten am Oberrhein. 
Von J. Näher und K. Christ. (Mit 1 Tafel). — Metrische Grabin- 
schrift aus Mainz. Von P. Wolters. (Mit 2 Tafeln.) — Die Ber- 
tichildis-lnschrift zu Kempten bei Bingen. Von Bernh. Liesen und 
Fr." Schneider. (Mit 1 Tafel.) — Die Ausgrabung der römischen 
Niederlassung, genannt die Altstatt, bei Messkirch. Von Näher. 
(Mit 1 Tafel). — Römische Gläser. C. Heidnische und christliche 
Trinkbecher mit euigesehliifenen Figuren. Von E. aus'm Weerth. 
(Mit 2 Tafeln.) — P'unde von Eisenberg = Rufiana. Von C. Melius. 
(Mit 2 Tafeln). — Bericht über die Ausgrabungen auf der alten. 
Burg zu Xanten bis Mitte November d. J. 1881. Von Alfons de 
Ball, (Mit 1 Tafel). — ' Die ältere St. Quirinuskirche in Neufs. 
Von Aldenkircheu. (Mit 1 Tafel. > — Der Baumeister des Alten- 
berger Münsters. Von W. Harlefs. — Kunstgeschichtlich wichtige 
Handschriften des Mittel- und Niederrheins. Zusammengestellt von 
K. Lambrecht. — Grünglasierte römische Töpferwaaren. (Mit 1 
Tafel.) — Die Römerstrassen Köln-Reims und Reims-Trier. Von 
V. Veith. (Mit 1 Tafel). — Beiträge zur vergleichenden Mythologie: 
Maja-Rosmerta , Nerthus , die Matronen und Nymphen. Von Karl 
Christ. — Ringsheimer Münzfund. Von F. van Vleuten. — Drei 
liturgische Schüsseln des Mittelalters. Von J. Aldenkirchen. (Mit 
3 Tafeln.) — Meister Godefrit Hagene. (Nachträgliches). Von 
J. J. Merlo. — Horae Mettenses. Von Fr. X. Kraus. — Literatur. 

— Miscellen. 

Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier: 
Festschrift zur Begrüfsung der XIV. allgemeinen Versammlung 
der deutschen anthropologischen Gesellschaft- Ueberreicht von der 
genannten Gesellschaft. Trier, 1883. 4. Die Ausgrabung des 
Buchcnlochs bei Gerolstein in, der Eifel und die quaternären Be- 
wobnungsspuren in demselben Von Eugen Bracht. Nebst einem 
Anhang. (Mit 8 Tafeln.) 

Historischer Verein des Kantons Bern: 
Archiv etc. XI. Bd., 1 u. 2. Heft. 1883. 8. Vereinsange- 
legenheiten. — Die kartographischen Bestrebungen Joh. Rud. 



349 



Anzeiger lür Kunde der diMilsdicti Vdrzcil. 



3oO 



Meyers von Aarau und anilerc zeitgenössische Versuche einer Ver- 
messung der Schweiz. Von Dr. J. H. Graf. — Vcreinsangelegen- 
hoiteii. 

Institut national Genevois: 

Bulletin etc. Tome XXV. Genöve, 1883. 8. — Gesellscbafts- 
angelegenheiten- — Histoire de l'escalade ; par D. Plaget, publiee 
. . par L. Dufour-Vernes et Eug Ritter. — Les recherches genea- 
logiques ä Geneve. Par E. Ritter. 



liiteratiir. 

Neu erschienene Werl;e. 
9) Jahrbuch der Königlich Preufsischen Kunst- 
sammlungen. Erster bis dritter Band. Berlin, 1880 — 
1882. Weidmann'sche Buchhandlung. 4. 
10) Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des 
allerhöchsten Kaiserhauses, herausgegeben unter Lei- 
tung des Oberstkämmerers Seiner Kaiserlichen und Königli- 
chen Apostolischen Majestät Franz Grafen Folliot de Crenne- 
ville vom k. k. Oberstkämmerer-Amte. Erster und zweiter 
Band. Wien, 1883. Druck und Verlag . von Adolf Holz- 
hausen, k. k. Hof-Buchdrucker. 4. 
Als Hofrath Dr. Grässe in Dresden im Jahre 1878 mit der 
Herausgabe seiner Zeitschrift für Museologie, die vorzugsweise den 
Privatsammlungen dienen soll, begann, von der nunmehr bereits der 
sechste Jahrgang erscheint , konnte er darauf hinweisen , dafs bei- 
nahe allen deutschen Museen die Organe mangeln, durch welche 
sie nach und nach ihre kostbaren Schätze publizieren und sie so- 
mit zum Gemeingute aller machen können. Nur das germanische 
Museum wird als Ausnahme erwähnt, das ip seinem „Anzeiger für 
Kunde der deutschen Vorzeit" eine Reihe von einzelnen Gegen- 
ständen und ganzen Abtheilungen seiner Sammlungen durch Wort 
und Bild in systematischer Weise veröffentlichte. Obgleich seitdem 
nur eine kurze Spanne Zeit verflossen ist, haben sich die Verhält- 
nisse doch schon in höchst vortheilhafter Weise zum Bessern ge- , 
wendet. Bereits im Jahre 1880 erschien der 1. Band des Jalu'- 
buches der Kgl. Preufs. Kunstsammlungen und wenige Jahre später 
(l88o) der 1. Band des Jahrbuches der kunsthistorischen Samm- 
lungen des österreichischen Kaiserhauses, deren bis jetzt erschienene 
höchst stattliche Bände vor Kurzem dem germanischen Museum 
fast zu gleicher Zeit als freundliche Geschenke zugekommen sind. 

Beide kostbaren Werke rivalisieren miteinander hinsichtlich 
der Vornehmheit ihrer Erscheinung und der Trefflichkeit ihrer Aus- 
stattung, der alle die vielfachen Erruugenschaften der neuesten Zeit 
auf dem Gebiete der vervielfältigenden Kunst dienstbar gemacht 
sind. Wenn die Wiener Zeitschrift erkennen läfst, welch ausge- 
zeichnete Kunstschätze aus der deutschen Kaiserzeit, welch wichti- 
ges und kostbares Material im Laufe der Jahrhunderte sich dort 
angesammelt hat, so geht aus der Berliner hervor, welche grofse 
Aufmerksamkeit man heute in den dortigen leitenden Kreisen den 
Kunstschätzen der Vorzeit schenkt, wie man mit derselben Energie, 
die der preufsische Staat' bei der Durchführung aller seiner Unter- 
nehmungen bekundet, dort bemüht ist, das nachzuholen, was früher 
zu thun die Verhältnisse nicht gestatteten, und welch ausgezeichnete 
Resultate man in verhältnilsmäfsig kurzer Zeit in dieser Richtung 
auch in der That erzielte, durch welche die Berliner Sammlungen 



auf eine vor wenigen Jahren nicht im mindesten geahnte hohe 
Stufe gehoben wurden. 

Für die reiclif Fülle zur Publikation geeigneten Stoffes, wel- 
che die Wiener Sanimrungon den deutschen Kaisern während der 
Blüthezeit der deutschen Kunst verdanken, spricht sofort die sicher 
überall sehr willkommene Beilage zu den ersten beiden Bänden des 
Wiener Jahrbuches, bestehend in einem Neuabdruck des Triumphes 
des Kaisers Maximilian I., der, in vorzüglichster Weise ausgeführt, 
die hervorragende Bedeutung dieses Werkes in ganz neuem Lichte 
erscheinen läfst. Dem Gebiete der vervielfältigenden Kunst gehurt 
ferner das bekannte, aus der Ambraser Sammlung stammende höfi- 
sche Kartenspiel des 16. Jahrh. an. eines der ältesten und interessan- 
testen, dessen 48 Blätter vollständig in Originalgröfse publiziert 
sind. Das Berliner Jahrbuch bringt aus demselben Gebiete verschie- 
dene höchst kostbare und seltene, unbeschriebene italienische Kupfer- 
stiche des 15. Jahrb., einen bisher fast unbeachtet gebliebenen 
Holzschnitt von Marcantonio Raimondi, die Prospekte der Stadt 
Köln aus dem 15.— 18. Jahrb., Studien über den italienischen Holz- 
schnitt im 15 Jahrb., das Kupferstich- imd Holzschnittwerk des 
Haus Sebald Behani und eine Beschreibung der Kupferstichsamm- 
lung der Stadt Breslau. 

Aus dem reichen Inhalte der preufsischen Zeitsclirift führen 
wir ferner noch nachstehende Abhandlungen an : Die italienischen 
Schaumünzen des 15. Jahrh., mit 34 Lichtdrucktafeln nach den 
kostbaren E.\emplaren des Berliner Kabinets ; Autographen Dürer's 
zu" Berlin mit Facsimiletafel in Lichtdruck ; Wandmalereien im Prä- 
monstratenserkloster zu Brandenburg ; zur Entstehungsgeschichte 
des Crucifixes ; Adam Elsheimer ; mittelalterliche Zeugdrucke im 
Berliner Kunstgewerbemuseum, deren ältester, ein sassanidischer 
des 6. — 7. Jahrb., der in Schwarz, Roth und Gold gedruckt ist, 
durch einen Farbenlichtdruck vorgeführt wird; Beiträge zur christ- 
lichen Archäologie ; Zeichnungen alter deutscher Meister in Des- 
sau ; Bernhard Strigel, der sogen. Meister der Sammlung Hirscher. 
Verzeichnils seiner Werke; frühchristliche Weihrauchfässer; ,.Nep- 
tun und Arnjibitrite  von Rubens ; der künstlerische Entwicklungs- 
gang des Geraard Terborch ; Bemerkungen über den Zusammen- 
hang von Werken Dürer's mit der Antike ; Jan van Scorel ; Ver- 
zeichnifs seiner Gemälde ; die landgräfl. Porzellanmanufaktnr zu 
Kassel; die Gemälde des Jakob Cornelisz von Amsterdam; Dürer's 
antikische Art ; norditalienische Centralbauten des 17. und 18. Jahr- 
hunderts, und Rubens' Nilbilder. Aufserdem finden sich noch man- 
cherlei Studien zur antiken und italienischen Kunstgeschichte und 
die amtlichen Berichte aus den Kunstsammlungen. 

Das österreichische Jahrbuch liefert dagegen in einer eigenen 
Abtheilung durch eine grofse Anzahl von Urkundenauszügen werth- 
volle Beiträge zur Geschichte des kaiserlichen Hausschatzes einer- 
seits und zu den Bestrebungen des Kaiserhauses zur Förderung 
von Kunst und Kunsthandwerk anderseits. Diese Mittheilungen, 
deren Werth durch ein sorgfältig gearbeitetes, sehr ausführliches - 
Register noch erhöht wird, sind um so freudiger zu begrüfsen, 
als für viele dunkle Punkte der Kunstgeschichte nur auf dem 
Wege der archivalischeu Forschung Aufklärung gefunden werden 
kann. Aufser verschiedenen _ Abhandlungen zur ägyptischen, an- 
tiken und italienischen Kunstgeschichte enthalten die beiden vorlie- 
genden Bände noch Arbeiten über Adrian de Fries (mit 5 Tafeln 
in Heliogravüre), über die im kunsthistorischen Museum neu zur 
Aufstellung gelangenden Gemälde (mit 3 Radierungen und vielen 



351 



Aazeiü-ei' rüi- Kunde der deutschen Voi-zeit. 



352 



in den Text gedruckten Abbildungen), die Kunstbestrebungen Erz- 
herzogs Sigpiuud von Tirol, das Inventar der im Besitze des Kaiser- 
hauses botiudlicheu Niederländer Tapeten und Gobelins (mit 36 
Tafeln in Lichtkupferstich, denen in den folgenden Banden sich 
noch eine Reihe anderer anschliefsen wird), Arbeiten über die Li- 
mousiner Grisaillen der kaiserlichen Haussammlungen (mit 5 Tafeln) 
und über einige Jagdwaft'en und Jagdgeräthe. 

Der gediegene, ganz und voll auf der Höhe der Zeit stehende 
Inhalt, der beide besprochene Werke in gleicher Weise auszeich- 
net, läfst uns ihi-en Fortsetzungen mit Spannung entgegen sehen. 
Schliefslich wünschen wir nur noch, dafs das zuerst vom germani- 
schen Museum in so bescheidener, nunmehr aber von den grofsen 
Museen in Berlin und Wien in so glänzender Weise gegebene girte 
Beispiel auch in München und Dresden Nachahmung finden möge 
und die kostbaren Schätze der dortigen so reichen Sammlungen in 
gleich mustergültiger Weise veröffentlicht werden. Das germani- 
sche Museum gestaltet, um der Aufgabe in noch umfassenderer 
Weise als bisher gerecht werden zu können, von Neujahr an seinen 
Anzeiger im Sinne dieser Jahrbücher um. 

11) Jahresberichte der Geschichtswissenschaft, im 
Auftrage der Historischen Gesellschaft zu Berlin herausge- 
geben von Dr. F. Abraham, Dr. J. Hennann, Dr. Edm. Meyer. 
I.— in. Jahrgang, 1878-1880. Berlin, Ernst Siegfried Mitt- 
ler u. Sohn, 1880—1883. 8. XII u. 063 Stn. ; X, 138, :-;64: 
u. 036 Stn.; X, 162, 344 u. 294 Stn. 

Wenn auf dem Gebiete der Industrie eine Ueberproduktion 
sehr zu beldagfn ist, da eine Reihe höchst bedauernswerther Mifs- 
stände dadurch Entstehung finden , so bringt auch die grofsartige . 
Thätigkeit, die gegenwärtig auf allen Gebieten der Geschichtsfor- 
schung herrscht und eine Masse neuen Materials, die Resultate 
vieler eihgehender und sorgfältiger Untersuchungen, zur Kenntnifs 
der Fachkreise zubringen sucht, trotzdem sie aufs freudigste zu begrü- 
fsen ist, ebenfalls kleine Uebelstände mit sich : es wird dem Historiker 
beinahe unmöglich, von allen Publikationen sich Kenntnifs zu ver- 
schaffen und den Ergebnissen der Forschung zu folgen, was unbe- 
dingt nothwendig ist , wenn er sich -ein wahrheitsgetreues und ge- 
naues Bild der Vergangenheit entwerfen wUl. Um diesem vielseitig 
empfundenen Uebelstände abzuhelfen, wozu schon verschiedene Ver- 
suche gemacht wurden, die aber alle, weil sie nicht auf Vollständig- 
keit ausgiengen, dem obwaltenden Bedürfnisse nicht entsprachen, 
hat die Historische Gesellschaft zu Berlin im Jahre 1877 die Her- 
ausgabe der oben genannten Jahresberichte beschlossen. Dieselben, 
von welchen nunmehr bereits der III. Jahrg. (1880) vorliegt, ent- 
halten in drei Abtheilungen : Alterthum, Mittelalter, neue Zeit, alles, 
was sich im Vergleich zu den bisherigen Forschungen in Hinsicht 
der Thatsachen, der Auffassung und der Methode als neu ergab. 
Dieses Neue wird, nach Ländern und Zeiten systematisch zu einem 
Ganzen vereinigt, in zusammenhängender Weise dem Leser vorge- 
führt, auf die Bedeutung des Inhaltes der einzelnen Arbeiten mit 
wenigen Worten hingewiesen und dabei eine kurze, rein sachliche 
Kritik geübt. Welch grofsartiges Material es in diesen Jahresbe- 
richten zu bewältigen gilt, ist aus der Zahl von mehr als 2300 Ar- 
beiten zu erkennen, die in dem ersten Jahrgang zur Besprechung 
kamen. Weit überholt wurde er aber von dem zweiten, in dem 
über 3400 Arbeiten Aufnahme fanden, und gar von dem dritten, 
der nicht weniger als ca. 5500 zählt. Aus diesen Zahlen geht her- 



vor, dafs die Zeitschrift noch in der Entwicklung begriffen ist; 
ebenso aus der Eintheilung des Inhaltes der.sclbcn selbst. Den be- 
sonderen Kapiteln für 'Verfassungsgeschichte , Kulturgeschichte und 
Philosophie der Geschichte, die bereits der erste Jahrgang enthält, 
reihen sich z. B. in den folgenden noch Abschnitte für Paläographie und 
für Diplomatik an. So willkommen speziell uns die besondere Behand- 
lung der kulturgeschichtlichen Literatur ist, glauben wir doch, dafs 
die nicht weniger wichtigen bildlichen Darstellungen gröfsere Be- 
rücksichtigung verdienen, als ihnen zu theil geworden ist. Vielleicht 
könnte ein Kunsthistoriker die bildlichen Quellen im Anschlüsse an 
diese Abtheilung behandeln, die sich meist nur auf die schriftlichen 
beschränkt. Sehr wünschenswerth wäre es auch, wenn, ähnlich 
wie der Kulturgeschichte, auch der Kunstgeschichte, deren nur bei 
den betreffenden Ländern gedacht ist, besondere Abschnitte gewid- 
met würden. Es würde sicher in der Folge vermieden, dafs Werke 
wie z. B. die Seemann'sche Zeitschrift für bildende Kunst , die Dr. 
Hirth'schen Publikationen unberücksichtigt bleiben. Auch für die 
geschichtHchen sog. Hilfswissenschaften, die ebenfalls bis jetzt nur 
wie die Kunstgeschichte behandelt werden, wären solche Zusammen- 
stellungen unzweifelhaft sehr erwünscht. Mit diesen Bemerkungen 
wollen wir selbstverständlich durchaus keinen Tadel der, wie wir 
wohl wissen, höcbst-schwierigen Arbeit aussprechen ; wir wollen viel- 
mehr nur darauf hinweisen, wie durch Herbeiziehung weiterer Kräfte 
die Zeitschrift weiter entwickelt luid ausgebildet werden könnte. 
Die Anerkennung, die dem Werke durch Herrn Kultusminister 
Dr. von Gofsler durch eine namhafte Unterstützung zu theil wurde, 
werden sicher auch jetzt schon alle diejenigen theilen, die auf die 
Benützung des Werkes angewiesen sind, und denen durch daselbe 
langgehegte Wünsche erfüllt werden. Besonders dankbar werden 
aber für das Erscheinen dieses unentbehrlichen Nachschlagehuches 
diejenigen Fachmänner sein, die ihren Wohnsitz in von den grofsen 
Bibliotheken fern abliegenden Orten haben, und denen es übeihaupt 
grofse Schwierigkeiten macht, bei ihren Studien auf dem Laufenden 
zu bleiben. Hoffen wir, dafs durch das Interesse, welches der preu- 
fsische Kultusminister diesem dankenswerthen , eine grofse Lücke 
ausfüllenden Unternehmen zuwendet, die Herausgabe dieser Jahres- 
herichte für immer gesichert ist. 



Teruiischte Nachrichten. 

188) Altdorf, 17. Okt. Gestern wurde in der Nähe Altdorfs 
von der anthropologischen Sektion der naturhistori'schen Gesellschaft 
in Nürnberg ein 10 Fufs hoher und 20 Fufs im Durchmesser hal- 
tender heidnischer Grabhügel geöffnet. Aufser verschiedenen 
Menschenknochen, worunter eine gut erhaltene Schädeldecke, Stü- 
cken von Urnen u. s. w. wurde auch ein Bernsfeinring von der sel- 
tenen dunkelrothen Farbe gefunden (Frank. Kurier, Nr. 532.) 

189) Br lesen. Am 30. Sept. kamen hier II Vertreter des 
Märkischen Museums unter Führung des Stadtraths Friedel 
an, um nach kurzem Frühstück bei Neuhaus, in der Nähe der Ein- 
mündung des Müllroser Kanals in die Spree, ein durch einzelne 
Funde bekannt gewordenes Urnenfeld zu untersuchen. Es wurden, 
wie die „Voss. Ztg." berichtet, überall auf einem etwa einen Mor- 
gen grofsen Terrain in Scherben von Urnen, Leichenbrandspuren, 
auch zwei ganze Thränenurnen gefunden, was darauf schliefscn liefs, 
dafs das Terrain durch irgend einen Zufall, vielleicht beim Wurzel- 



3S3 



Anzeiger für Kuude der deutschen Vorzeit. 



354 



ausroden, bereits umgewühlt und die Gräber zerstört sind. Von 
Steinsetzungen um die Grüber fand sich lieine Sjuir. 

(Nordd. All.t'em. Zeit,, Nr. 462.) 

190) Sorau, 28. Sept. Auf der Flur des Dominiums Zilms- 
dorf befinden sich altheidnische Begräbnifsstätten, soge- 
nannte Hünengräber, welche schon in früheren Jahren aufgedeckt 
und wobei interessante Funde, wie Urnen, Thränenkrüge und bron- 
zene Schmuckgegenstände, zu Tage gefördert worden sind, welche 
sich zum grülseren Theile im Besitz der Frau v. Reibnitz in Zilms- 
dorf befinden. Alle diese erwähnten Aufdeckarbeiten sind jedoch 
nicht mit der gehörigen Sachkeuntnifs und Vorsicht veranstaltet wor- 
den, und ist hierbei mancher werthvolle und interessante Gegenstand 
unbeachtet geblieben und verloren gegangen. In den nächsten Ta- 
gen beabsichtigt man nun, auf einem Feldstücke des Dominiums 
Zilmsdorf, nahe der Tzscheerener Grenze, woselbst sich ein altheid- 
nischer Begräbnilsplatz befindet, in rationeller Weise aufzudecken. 

(Nordd. Allgem. Zeit., Nr. 460.) 

191) Conservator Baron Hauser hat an die Central-Commission 
berichtet, dafs anlälslich prähistorischer Funde, die bei Trog- Vel- 
den in Kärnten gemacht wurden, die als bisher intact constatier- 
ten Grabhügel seither von unberiifeuer Hand durchwühlt wurden. 
Verschiedene Funde wurden dabei gemacht, aber auch verschleppt, 
ohne dafs der Geschichtsverein für Kärnten oder der Conservator 
davon Nachricht erhalten hätte. Die Central-Commission hat nun 
Einleitung getroffen, dafs an diesen' Stellen systematische Grabungen 
durchgeführt werden, wenngleich die heutige Gesetzgebung kein 
Mittel bietet, diesen Raubgrabungen entgegenzutreten. 

(Mittheil. d. k. k. Cent.-Com. f. Kunst- u. histor. Denkm. IX, 3.) 

192) Laut Mittheilung des k. k. Handelsministeriums wurden 
beim Arlberg -Bahnbau in neuester Zeit folgende Gegenstände 
gefunden : 

Eine gröfsere Urne, roth gebrannt, stark verletzt, i20 kleinere 
krug-, bechei- und schalenförmige Thongefäl'se , zum Theile gebro- 
chen, zahlreiche Topfscherben, ein kleines Gefäfs aus dünn gewalz- 
tem ßronzeblech mit concentriertem Buckelornament, stark ver- 
letzt, vier Messer aus Bronze, zwei davon gebrochen, ein Flügel- 
messer aus Bronze, der eine Flügel abgebrochen; drei Bronzena- 
deln, eine abgebrochen, zahlreiche kleine formlose Bronzefrag- 
mente, ein pfriemenartiges Instrument aus Eisen. Die Gegenstände 
wurden bei Völs gefunden ; die Orabuugen fanden im Auftrage des 
Museums Ferdinandeum statt, wofür auch die Fundgegenstände hin- 
terlegt werden. 

(Mitth. d. k. k. Cent.-Com. f. Kunst- u. histor. Denkm. IX, 3.) 

193) Im 3. Hefte der Mittheilungen der k. k. Cent.-Commission 
für Kunst- und historische Denkmale ist ein vom Mai dieses Jah- 
res datierter Bericht des k. k. Konservators Jenny abgedruckt, der 
eine Anzahl von Funden aus der „Bronzezeit'' meldet, die im ver- 
gangenen Winter in Vorarlberg gemacht worden sind, von denen be- 
sonders 66 Stück, wie es scheint, ehemals in eine Kiste verpackte, 
Bronzebeile interessant sind, die zu Saletz, und ein schönes 
Schwert, das bei St. Peter, unweit Bludenz, gefunden wurde. 

. (Vgl. Nr. 120 auf Sp. 236.) 

194) Heppenheim. Vor einigen Wochen wurden in einem 
Grabe 8 Gefäfse, auf der Drehscheibe gefertigt, ein eisernes Schwert 
104 cm. lang und 5,5 cm. breit, mit Scheide und Koppelbeschläge der- 
selben, das Grifl'eude glockenförmig, eine 45 cm. lange eiserne Lanze 
mit 9 cm. breitem, geripptem Blatt, zwei eiserne Koppelringe, eine 



grofse Scheere, ein kurzes Messer mit breiter Klinge und Griff in 
Form eines Stierhauptes ganz von Eisen, ein kleines eisernes Ra- 
siermesser mit Oese am Griff und anderes mehr gefunden. Der 
Fund befindet sich im Paulus-Museum. 

(Ztsciir. f. Museol. u. Antiq.-Kde., Nr. 18.) 

195) Wies. Am Ende der Grätz -Wieser Bahn wurden bis 
jetzt gegen 1000 Tumuli konstatiert, davon über 700 intakt zu sein 
scheinen ; sie sind meist Rundaufschüttungen , und stammen nicht 
aus der Stein- oder der Bronzezeit, sondern aus der der gemischten 
Metalle. Man fand aufser Menschen- und Thierknochen 574 Stück 
Beingeräthe, graviert mit Punkten, Linien, Kreisen, etwa zu Heften 
von Bronzegeräthen ; circa 476 Stückchen Bernstein, in Perlen, 
Scheibchen und Wälzchen zu einer Schnur von 140 cm. gereiht; 
gläserne Becher, Flaschen, Krüge, rund und mit Henkel, Schalen 
und Schälchen mit Fufs, Töpfchen, Perlenringchen, endlich Schmuck- 
schnüre für Frauen und Kinder : vertreten sind alle Glassorten ; von 
Bronze ein Beil, Beschläge und dergleichen, Deckelchen, entenkopf- 
förmiges Henkelchen, Fibeln, Gehänge, Phallus, Ringe, aber kein 
Halsring, Schmuckgeräthe, Schnallentheile, gravierter Schwertknauf, 
Münzen aus der Zeit von 117 — 211 n. Chr.; von Eisen ein Bügel- 
stück, Haken, Hufeisen , Nägel , Pferdegebifs, Ringe, Schwert oder 
Messerklinge mit Querblatt, Schwert- oder Messerscheide, Stäbchen ; 
von Gold nur drei Perlen und drei Reifchen ; von Stein fanden sich 
unter andern muldenartige Stücke, eins mit Lochreihen, zwei Wetz- 
steine, ein Steinmeifsel , ein Werkzeug von Schiefer, doppelt ins 
Kreuz durchlocht, und zwei durchbohrte weiche Schieferthonstücke ; 
von Thou aller Sorten Becher, Deckel, Dreischlitzgefäfse mit De- 
ckeln, aber ohne  Knocheureste , Flasche oder Krug , Reine ?, eine 
Schaufel mit HenkeJ, 49 Schalen, Schüssel, Spielzeug und anderes. 

(Ztschr. f. Museol. u. Antq.-Kde., Nr. 18.) 

196) Im römischen Lager von Carnuntum bei PetroneU 
an der Donau sind neuerdings unter Leitung des Professors Hau- 
ser wieder Ausgrabungen vorgenommen worden. Aufgedeckt 
wui'de eine viereckige Säulenardage, in der man das Forum des 
Lagers erkennen darf, und in ihrer Nähe zwei einander gegenüber- 
liegende kleinere Räume, deren Wände bemalt und mit zahlreichen 
Graffitoinschriffen, wie es scheint, durchgängig Schreibübungen der 
Legionssoldaten , bedeckt sind. Der eine dieser Räume war dem 
Kultus des Jupiter, der andere dem des Herakles geweiht; in je- 
nem fand sich eine grofse, schwer lesbare Weihinschrift, in diesem 
eine Marmorstatue des Herakles mit Keule, Löwenfell und einem 
auf der Plinthe neben den Füfsen der Statue liegenden Stierkopfe. 
Eine Menge Töpferwaaren und 17 lateinische Inschriften bilden den 
Rest der Ausbeute ; dazu kommen noch zwei auf der Stelle des 
Prätoriums gefundene Statuen, wahrscheinlich Kaiser und Kaiserin 
darstellend, aus Kalkstein ; leider fehlen die Köpfe. Wegen Er- 
schöpfung der Mittel konnte die Ausgrabung nicht weitergeführt 
werden. (Nordd. Allg. Ztg, Nr. ö80.) 

197) Mainz, 6. November, üeber einen in der Nähe der 
Anlage seit einigen Tagen gemachten römischen Fund wird der 
„Darmst. Ztg.'' Folgendes mitgetheilt : Vor dem Neuthor am Al- 
bansberge war ein bürgerlicher Begräbnifsplatz des römischen Mainz. 
Schon in den vierziger Jahren hat der Mainzer Alterthumsverein 
Ausgrabungen am Albansberge mit Erfolg vorgenommen ; in den 
letzten Tagen sind weiter unterhalb, in der Neuen Anlage, dem Ein- 
gange in den Finkschen Weinberg gegenüber, durch die Umfüh- 
rungsarbeiten der Ludwigsbalin römische Gräber blofsgelegt, und zwar 



33d 



Anzeiger für Kunde der deutsehen Vorzeit. 



356 



bisher nur Frauen- und Kindergräber. Bis jetzt sind zwei Steinsärge 
aufgedeckt, aufserdem ein Bleisarg und mehrere Einzelgrilber oline 
Spuren eines Sarkophages Von der Frauenleiche des einen Stein- 
sarges hat sich ein prächtiger Haarzopf, in acht zierlichen Strängen 
geflochten, mit Resten der Haube erhalten ; das ursprünglich schwarze 
Haar ist in der Erde röthlich geworden. Der Sarg barg aufserdem 
u. a. eine Nadelbüchse aus Bein mit drei Goldreifen, eine Bronze- 
buUe, ein gröfseres Holzkästchen mit Bronzebeschlag und gut er- 
haltenem Schlüssel, Xadeln aus Bein mit Knöpfchen, wie sie häufig 
in römischen Gräbern sich finden. Die dabei gefundenen Münzen 
gehören der Zeit von Hadrian bis zum Ende des dritten Jahrhun- 
derts an. In einem andern Frauengrabe fanden sich Armringe und 
Kadeln aus Gagat, ein interessantes Räuchergefäfs in Form einer 
sitzenden Figur u. A. Der Bleisarg barg auifallenderweise nur 
noch ein weibliches Gerippe ohne jede Beigabe. Die Kindergräber 
sind durch die beiliegenden Spielsachen , sowie durch die Zierlich- 
keit der Beigaben charakterisiert ; so durch ein niedliches Bronze- 
gefäfs von 9 cm. Höhe, durch kleine Gläser und Thongefäfse, Arm- 
ringelchen u. s. w. Ein besonderes Interesse bietet eine kleine 
Bronze4igur, einen Genius in bisher wol nicht bekannter Weise dar- 
stellend. Für die sorgfältige Aushebung und dankenswerthe üeber- 
weisung des materiell nicht gerade werthvollen, aber für die Alter- 
thumskunde überhaupt und für die Topographie von Mainz sehr 
wichtigen Fundes an das hiesige Museum gebührt |der Direktion 
und insbesondere den Herren Ingenieuren der Ludwigsbahn die 
gröfste Anerkennung. Nach Beendigung der Ausgrabungen wird 
der Alterthumsverein Gelegenheit nehmen, den Fund einem gröfse- 
ren Publikum vorzuführen. (Beil. z. d. R.-Anz., Nr. 263.) 

198) Mainz. Im Anfang dieses Jahres wurden zwei römische 
Inschriftsteine, einer von einem Votivaltare herrührend und ein 
Legionsbaustein der Legio I Adjutrix entdeckt und in das Museum 
geliefert. (Ztschr. f Museol. u. Antiq.-Kde., Nr. 18.) 

199) Ein bedeutender, ja einer der bedeutendsten Funde, die 
in Trier bis jetzt gemacht wurden, ist dieser Tage bei der Frei- 
legung der römischen Thermen in St. Barbara zu Tage gefördert 
worden: ein Torso aus parischem Marmor von hoher Schön- 
heit, welcher von einer lebensgrofsen, jugendlichen, männlichen 
Statue herrührt. Zwar fehlen der Kopf, die Unterarme und die 
Beine vom Knie ab ; doch ist es sehr leicht möglich, dafs auch noch 
diese Theile gefunden werden. Aber selbst wenn dies nicht glückte, 
wäre der Fund trotzdem von der gröfsten Bedeutung ; die Figur 
ist vollkommeu nackt, die Arme waren gesenkt. 

(Korresp. v. u. f. Deutschi., Nr. 545.) 

200) Oberscheidenthal. Im Juni ist die Ausgrabung des 
Römerkastells begonnen worden. 

(Ztschr. f Museol. u. Antiq.-Kde. Nr. 18.) 

201) Kürzlich wurden im Garten eines Hauses der Altstadt in 
Straubing Fundamente eines römischen Militärgebäudes der zwei- 
ten Rätischen Kohorte blofsgelegt. Nachdem man schon vor zwei 
Jahren in der Flur von Theilnhofen bei Weifsenburg a. S. eine 
84 m. lange und über 1 m. dicke Mauer blofsgelegt, würfle die da- 
mals aufgetauchte Vermuthung, dafs dort ein römisches Standlager 
gewesen sei, durch die fortgesetzten Grabungen in diesem Jahre 
zur Gewifsheit erhoben ; denn aufser einer Fortsetzung der grofsen 
Mauer zeigten sich auch die Grundfesten eines Doppelthores, wie 
ein solches an der porta decumana der Saalburg noch im Grund- 



rifs zu sehen ist, und als dessen prächtigster Vertreter die porta 
nigra in Trier erscheint. (Augsb. Postzeit, Nr. 267.) 

202) Luzern. Ein bemerkenswerther Fund wird uns durch Hrn. 
Pfarrer N. Zimmermann in Wohlhusen zur Kenutnifs gebracht. 
Beim dortigen Pfarrhofe, auf einer Stelle, wo sonst nirgends eine 
Spur von altem Gemäuer nachzuweisen ist, wurde eine circa 20 cm. 
lg. : 12 cm. br. Fragment eines Mosaikfufsbodens entdeckt. Das 
Lager, in welches die ca. 12 mm. im Quadrate haltenden Würfel einge- 
bettet sind, besteht aus reinem, hartem, mit Ziegelbrocken -vermeng- 
tem Kalkmörtel. Das Fragment zeigt den Rest einer Bordüre von 
abwechselnd weifsen und schwarzen Langstreifen und den Ansatz 
einer Musterung von concentrischen Kreisen mit einer Folge regel- 
mäfsig übereinander gelegter Medaillons. Die gelblich-weifsen, ziegel- 
rothen und bläulich-schwarzen Würfel sind natürliches Gestein, das 
an Jurakalk erinnert. Vergebens wurde nach weiteren Fragmenten 
gesucht. (Anz. f Schweiz. Altherthumsk., Nr. 4.) 

203) Waadt. In Yvonand fand man ein römisches, aus schwar- 
zen und weifsen Steinen zusammengesetztes Mosaik. (Daselbst). 

204) Flonheim bei Alzey. Zwei kürzlich ausgenommene 
fränkische Gräber lieferten reiche Beute. Das eine, das eines Man- 
nes, enthielt : Angon, Lanze, Spatha,- Francisca, Schildbuckel, Pfeil- 
spitzen, Pfriemen, Gürtelbeschläge und ein roh geformtes Gefäfs. 
Das andere aber, ein Frauengrab, enthielt : eine grofse Bronzeschüs- 
sel mit geperltem Rande, einen Glasbecher mit farbigen Streifen und 
ein rohes, nicht auf der Drehscheibe gefertigtes Gefäfs ; ferner aber 
an Schmucksachen : zwei silberne spaiigenfürmige Gewandnadeln, 
ziseliert und vergoldet, mit einem Thierkopf mit Augen von Alman- 
dinen am Fufsende , und sieben Zacken mit Almandincn an der 
Kopfplatte, einen Armring von Silber, ähnlich dem in König Chil- 
derichs Grab gefundenen, aber an den beiden knopfförmigen Enden 
mit mehreren in Gold gefafsten Almandinplättchen, eine grofse Spin- 
del von Bergkrystall, 4 cm. im Durchmesser und 16 cm. im Umfang 
messend, in 25 Facetten geschliffen, eine Schnalle, deren Ring aus 
Bergkrystall, deren Dorn aus Silber besteht, ein Fragment einer 
Nadelbüchse aus Gold, das goldene mit Almandinen eingelegte Be- 
schläge einer Gürteltasche , eine kleine Rundfibel von Silber , eine 
silberne Schnalle mit doppeltem Dorn, und einen silbernen Schlüs- 
sel, zwei schön verzierte bronzene Scchnällchen, stark vergoldet, 
und einige unbedeutende Thon- und Bernsteinperlen. 

(Ztschr. {. Museol. u. Anticf.-Kde.', Nr. 19.) 

205) Wancennes bei Beauraing. Die Societe archeologique 
de Namur hat im Jahre 1882 einen fränkischen Begräbnifsplatz un- 
tersuchen lassen. Dabei sind 300 Gräber geöffnet und über 400 
verschiedene Gegenstände gefunden worden, zahlreiche Wafl'cn aller 
Art, über 80 Thon- und 7 Glasgefäfse. Es wurden bei den Krie- 
gerleichen unter anderm gefunden : schöne Bronzg- Verzierungen, sil- 
berdamascierte eiserne dergl., Nadeln, darunter eine filigranverzierte 
goldene, Armbänder, Ringe, Halsbänder, Münzen aus der Zeit Con- 
stantins etc. Ein interessanter Gegenstand , wol ein Amulet , ist 
folgender: eine Bärentatze, ein Eckzahn desselben Thieres, und zwei 
grofse indische Muscheln der Gattung Cypraea, mit Oehren ver- 
sehen, waren auf der Brust zu tragen gewesen. An einer Haarna- 
del ist ein primitives Kreuz sichtbar, das einzige Zeichen, welches 
an das Christenthum erinnert. Unweit des fränkischen Begräbnifs- 
platzes befindet sich ein belgisch -römischer. Auch dieser wurde 
von der obengenannten Gesellschaft untersucht. Es fanden sich 
zahlreiche Aschenurnen und Thongefäfse, darunter welche von sa- 



337 



Anzeiger für Kunde dei- doulscheti Vorzeit. 



358 



misclier Erde, mit den Namen der Fabrikanten, nnd zwei Schalen 
von an Schwarz streifender grüner Farbe, sowie Agraft'en mit Email, 
ein Bernsteinring und anderes mehr. 

(Ztsciir. f. Museol. u. Antiq.-Kde. Nr. 18) 

206) Der fast mitten durch die Stadt Lychen gehende Verbin- 
dungsgraben zwischen dem Ober- und dem Nieder-Pfuhl wird seit 
einem Jahre ausgebaggert resp. trocken gelegt. Dabei wurden schon 
im vorigen Jahre eine grüfsere \nzahl frühmittelalterlicher 
Waffen, Waffeureste und andere gleichalterige Sachen gefunden und 
dem Märkischen Museum eingesandt, dessen Direktion daraus auf an 
der Stelle im 12. bis 13. Jahrb. stattgehabte Kämpfe schliefsen zu kön- 
nen glaubte. Bei der Fortsetzung der Ausbaggerungen sind nun der 
„V. Z." zufolge weitere, jenen Sclüufs bestätigende Gegenstände ge- 
funden worden und ebenfalls vom Mühlenbesitzer Herrn Scherz dem 
Märkischen Museum überwiesen. Darunter befinden sich zwei eiserne 
Speerspitzen, Form des 10, bis 13. Jahrb., 7 Messer desselben Al- 
ters, 2 eiserne Sichelmesser, wie sie ähnlich an wendischen Burgwäl- 
len gefunden sind, ein sehr merkwürdiger Sporn mit 12zahnigem Rad 
an nur 1 ';» cm. langem Halse, die Bügel nicht an der Innenseite flach, 
sondern ganz stabförmig abgerundet und verhältnifsmäfsig dünn ; 
ferner eine grüfsere Anzahl kleiner und leichter Hufeisen. Aufser- 
dem fanden sich einige mittelalterliche Wirthschaftsgegenstände und 
der Unterkiefer eines Bibers. Da die Stelle sich innerhalb der al- 
ten Stadtmauern befindet und diese zu Ende des 13. Jahrb. errich- 
tet sind, so müssen die mit dem Verlust so vieler Waflfentheile — 
von denen die meisten auch wol schon früher aufgelesen und ver- 
kommen sin.d — verbundenen Kämpfe auch vor dem Ende des 
13. Jahrhunderts stattgefunden haben, als Lychen sich noch im Be- 
sitz Meklenburger Herzoge befand. (Nordd. allg. Ztg., Nr. 500.) 

207) Der Kaiser hat 22,000 m. bewilligt zu den Erueuerungs- 
bauten der ostlichen Thurmspitzen des Domes zu Trier und zur 
Umdeckung der Dachflächen des Domes. 

(Arch. f. Christi. Kunst, Nr. 10.) 

208) Nach derselben Quelle sind auch 21,700 m. zur Restaura- 
tion und Herstellung der Wandgemälde der evangelischen Pfarr- 
kirche zuDausenau (Reg.-Bez. Wiesbaden), eines einfachen, früh- 
gothischen Baues mit romanischem Thurm, angewiesen. 

209) In der Münsterkirche St. Johann zu Esse.n sind nach 
Privatnachrichten im Westchore neuerdings sehr interessante Reste 
der ursprünglichen Malerei und an den Vierungspfeilern solche aus 
dem l'l. Jahrh. zu Tage gekommen. Als besonders merkwürdig 
wird die Verkleidung einzelner Theile mit vergoldeten MetaUplätt- 
chen bezeichnet. 

210) In der Benefiziatenkirche in Vordernberg wurden 
in jüngster Zeit Fresken aufgedeckt, darüber Konservator Graus 
an die k. k. Central -Kommission f. Kunst- u. histor. Denkmale be- 
richtete , welcher Bericht im 3. Heft des 9. Bandes der ' Mitthei- 
lungen wiedergegeben ist. Nach einer Inschrift sind sie 1462 aus- 
geführt. Besonders bemerkenswerth ist die Ausstattung der Konse- 
krationskreuze, wol die reichste bekannte. Allerdings finden sich 
nicht selten Apostel gemalt oder plastisch, welche Scheiben tragen, 
auf denen die Konsekrationskreuze gemalt sind. Hier jedoch sind 
Apostel mit Spruchbändern, auf denen je das dem betrefl'enden 
Apostel zugeschriebene Wort des Credo geschrieben steht, neben 
dem Kreuze in Brustbildern gemalt, auf der andern Seite alttesta- 
mentliche Schriftstellen, Propheten, die je eine auf den Satz bezüg- 
liche Parallelstelle auf ihrem Spruchbande stehen haben. 



211) Herrcnbcrg. Kürzlich wurden unter Leitung des Lan- 
deskonservators die in der nördlichen Kapelle der Stiftskirche be- 
findlichen Wandgemälde, die seit vielen Jahren überweifst wa- 
ren, wieder aufgedeckt. Dieselben nehmen die kürzere Westseite 
über dem Eingangsbogen und die ganze Südseite der von zwei mit 
Laubwerk bemalten Rippenkreuzgewölben überspannten, im feinsten 
spätgothischen Stil gehaltenen Kapelle ein, und zeichnen sich aus 
durch Eigenartigkeit im Entwurf, wie durch Gewandtheit und Si- 
cherheit in der Linienführung. Das Bild über dem Eingangsbogen 
ist halb zerstört ; es zeigte Christus auf dem Regenbogen, zu Sei- 
ten Maria und Johannes (?) ; dagegen sind die umfangreichen Bilder 
an der Südwand noch leidlich erhalten und überraschen den Be- 
schauer durch die Menge der Figuren, den Geist und Ausdruck der 
Köpfe und die Frische und Feinheit des Stils , der schon von der 
hereinbrechenden Renaissance durchdrungen erscheint. 

(Arch. f Christi. Kunst, Nr. 9.) 

212) In Bronn Weiler bei Reutlingen steht eine alte Wall- 
fahrtskirche mit hohem, stilvollem, klar und fein gedachtem gothi- 
schen Chor und Thurm. Pfarrer Dr. Bunz von Ohmeuhausen 
entdeckte dort Wandgemälde, und auf seinen Bericht trafen mit 
ihm Landeskonservator Professor Dr. Paulus und Professor 
Dr. Hartmann zusammen. Sie fanden Schiff und Chor bemalt 
aber übertüncht. Vorerst legten sie einen Theil blofs, der ohne 
Zweifel einen Eece homo ! vor dem Haus des Pilatus vorstellt, aus 
welchem verschiedene Personen schauen, und an einer andern Stelle 
zwei anbetende Engel von feingefühlter Haltung, reiner Zeichnung 
und lebendiger Farbe. Holfen wir, dafs es gelingt, bald weitere 
Be&tandtheile dieser höchst interessanten Bilder aus der ersten 
Hälfte des 15. Jahih. von der verhüllenden Decke zu befreien. 

(Daselbst.) 

213) Marktbreit. In der protestantischen Stadtkii-che ist in 
den letzten Wochen ein über 25 qm grofses Freskobikl, das jüngste 
Gericht darstellend, aufgedeckt worden. 

(Zeitschr. f. Mus- u. Ant.-Kde., Nr. 19.) 

214) Am 21. August wurde, laut gefl. Mittheilung des Herrn 
J. Meyer- Amrhyn, in Luzern im Hause der Herreu Gebr 
Sautier, innere Weggisgasse daselbst, ein aus der ersten Hälfte des 
16. Jahrh. stammendes Wandgemälde aufgedeckt. Es stellt in einer 
Umgebung von grünem, gothisierendem Rankenwerk das Urtheil 
des Paris dar. Die drei nackten Göttinnen unterscheiden sich blos 
durch ihren Kopfputz. Pallas trägt eine Art Helm, Venus präsen- 
tiert das unbedeckte Blondhaar, Juno's Haupt ist mit Pfauenfedern 
geschmückt. Von links schreitet Paris den Damen entgegen. Er 
ist mit einem Mantel bekleidet, trägt Scepter und den Apfel, welch 
letzterer die Aufschrift „Baris" weist. Zur Rechten, wo Amor ne- 
ben einem Brunnen einen Pfeil auf die Gföttinnen schiefst, schläft 
ein Ritter in voller Rüstung, auf welchen Venus weist. 

(Anz. f. Schweiz. Alterth.-Kde., Nr^ 4.) 

215) Lüneburg, 4. Oktober. In unserer an Handschriften 
und Inkunabeln reichen Stadtbibliothek, welche unter vielen anderen 
eine unvergleichlich schöne Handschrift des Sachsenspiegels aus der 
Mitte des 15. Jahrh. mit künstlerisch behandelten Initialen enthält, 
wurden schon vor einigen Jahren zwei Kupferstiche von 1464 und 
1466 entdeckt, welche zu den gröfston Kunstschätzen auf diesem 
Gebiete zählen. Das eine dieser Denkmäler alter Kupferstichkunst 
war laut den „Hamb. Nachr." auf die innere Seite eines Inkunabeln 
Buchs, der andere auf den inneren Deckel einer Handschrift ge- 



3S9 



Anzeiger für Kuude der deulschen Vorzeit. 



klebt. Beide Stiche, wozu jetzt noch ein dritter gekommen, sind 
nun geschickt von den Deckeln abgelost und auf Karton gebracht. 
Auch der dritte Kupferstich ist jetzt von dem Direktor des königli- 
chen Kupferstichkabinets zu Berlin, Lippmann, als ein sehr werth- 
voller Stich der Frühepoche der deutschen Stechkunst und als bis- 
her nicht beschrieben begutachtet. (Weser-Ztg., Nr. \3i07-) 

216) Breslau, 30. Oktober. Mehrere Bombensplitter, 
welche wahrscheinlich aus der Belagerung Breslau's durch Laudon 
herrühren, sind dieser Tage bei den eben im Gange befindlichen Re- 
paraturen im Dachraume des hiesigen Rathhauses gefunden worden. 
Die Bombensplitter sind vermuthlich durch das Dach und die oberste 
Balkenlage des Rathhauses durchgeschlagen und auf den festen Ge- 
wölben des Remters liegen geblieben. Beim Durchschlagen müssen 
die Bomben derartige Löcher in den Dachfufsboden gerissen haben, 
dafs Aktenstücke, Bücher, Rechnungsbelege, die als augenblicklich 
nicht mehr nutzbar auf dem Boden reponiert waren, mit auf das 
Gewölbe gestürzt sind, wo sie jetzt gefunden worden sind. Diesel- 
ben haben durchweg ein ziemlich hohes Alter und sind theils la- 
teinisch, theils deutsch in schönen gothischen Buchstaben, theil- 
weise auf Pergament, theil weise auf Papier geschrieben. Leider 
tragen die meisten Schriftstücke kein Datum, jedoch sind einige 
Deckel in Leder geprefst darunter, deren aufgedruckte Jahreszahl 
bis in's 15. 'Jahrh. reicht. Die Deckel zeigen noch stellenweise 
Spuren von Vergoldung. Ferner wurde ein Schild aufgefunden, ca. 
1,20 Meter hoch, aus Lindenholz und innen wie aufsen mit starkem 
Leder überzogen. (Nordd. Allg. Ztg. Nr. 510.) 

217) Wittenberg, 13. No%'. Eine Beisetzung 500 Jahre 
nach dem Tode wurde gestern Abend hier vollzogen. Die Ue- 
berreste der ersten sächs. Kurfürsten anhaltischen 
Stammes, die in der vergessenen Klosterkirche der Franziskaner 
begraben waren, wurden nach der Schlofskirche übergeführt. Die Aus- 
grabung dieser Fürsten hat auf höhere Veranlassung nach Angabe und 
unter Aufsicht des Regierungsraths v. Hirschfeld stattgefunden und 
insofern ein glänzendes Ergebnifs gehabt, als die Ueberreste aller 
derjenigen Personen aufgefunden worden sind, die nach Melanchthon's 
Aufzeichnungen und nach dem Todtenbuch der Franziskaner in der 
Kirche derselben — 27 an der Zahl — begraben sein sollten. Mit 
Sicherheit festgestellt sind, wie die „Mgd. Ztg." schreibt, unter an- 
deren die Grabstätten der Kurfürstin Helene, welche 1238 das 
Kloster und später die Kirche erbaute, die sie zur Begräbnifstätte 
des askanischen Fürstenhauses bestimmte, und in der sie, als die 
erste, 1273 beigesetzt wurde; des Kurfürsten Georg Wenzel, t 1327, 
des Kurfürsten Rudolf HI. U02 bis 1419, sowie seiner beiden 
von dem einstürzenden Schlofsthurm in Schweiuitz erschlagenen 
Söhne Rudolf und Wenzel und seiner 1435 gestorbenen zweiten 
Gemahlin Barbara, des Kurfürsten Albert HL 1419 — 1422 u. s. w. 
Auch die Grabstätte Rudolfs I. (1297 — 1356), des Gründers der 
Schlofskirche, in die er schon 1544 übergeführt wurde, ist festge- 
stellt und eine Anzahl von Grabsteinen mit schwer lesbarer Minus- 
kelschrift aufgedeckt worden. Die Ausgrabungen wurden im Früh- 
jahr begonnen , nach Auffindung von 20 Grabstätten eine Zeit lang 
inhibiert und jetzt beendigt. Von Särgen wurden bei der Ausgra- 
bung nur Spuren gefunden, wohl aber waren die Gerippe wohl er- 
halten. Dieselben wurden in andere Särge gelegt, die gestern, 
nachdem Se. Majestät der Kaiser seine Zustimmung dazu gegeben, 
nach der Schlofskirche übergeführt wurden. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 53Ü.) 



218) Marienburg, 22. Oktober. Gestern waren die Mitglie- 
der des Komites für den Ausbau des Hoch Schlosses, darun- 
tes auch der Oberpräsident v. Ernsthausen, sowie Gäste aus Kö- 
nigsberg und Elbing, zu einer Sitzung zusammengetreten. Es wurde 
dabei u. a. in Vorschlag gebracht, für die Ausstattung des neuen 
Kapitelsaales die Waffensammlnng des Herrn Rittergutsbesitzers 
Bleu auf Tüngen zu erwerben. Die Arbeiten werden, nach der 
„K. H. Ztg.'', einen schnellen P'ortgang nehmen. 

(Nordd. Allg. Ztg , Nr. 497.) 

219) Sorau. Bei der in jüngster Zeit angeordneten Renovie- 
rung der nach dem Norden zu an der Westfront des Sorauer 
Schlosses belegenen, etwa in der zweiten Hälfte des 16. Jahrb. er- 
bauten Wohnung, welche gegenwärtig dem katholischen Ortsgeist- 
lichen zum Domicil überlassen ist, entfernte man vor einigen Ta- 
gen an der äufseren Fai;ade eine Partie des im Laufe der Jahre 
stark aufgetragenen Kalkputzes und entdeckte in dieser Weise im 
zweiten Geschosse unter der Tünche eine in reicher Architektur 
der Frührenaissance ausgeführte Freskomalerei, worunter besonders 
die in kräftigen schwarzen Conturen auf hellem Grunde noch erhal- 
tene Gestalt eines geharnischten Ritters mit Ilelmschmuck und 
Lanze das lebhafteste Interesse erregte. Nach weiterem vorsichti- 
gen Abstofsen des Putzes unter dem Hanptsims des Gebäudes wurde 
ein in phantastisch ornamentalen Formen gezeichneter, über der 
Figur angebrachter Fries blofsgelegt, woran sich zur Linken in 
vertikaler Richtung eine breite Perlenschnur als Umrahmung des 
Ganzen schlofs und so zugleich den Absclilufs der Decke bildete. 

(Gub. Ztg., Nr. 125.) 

220) Heidelberg. Bei dem kürzlich in Frankfurt zusammen- 
getretenen Verbände deutscher Architekten- und Ingenieur- Vereine 
wurde in Sachen der Wiedererbaunng des Heiilelberger Schlosses 
folgende Resolution angenommen : ,.Der Verband deutscher Archi- 
tekten- und Ingenieur-Vereine nimmt von den eingeleiteten Schritten 
der badischen Regierung zur Erhaltung des Heidelberger Schlosses 
mit Befriedigung Kenntnifs und vertagt eine weitere Berathung der 
gestellten Frage bis dahin, wo die Voruntersuchungen vollendet und 
die Resultate bekannt gemacht sein werden. Er stellt sich aber 
der badischen Regierung zur Verfügung, falls dieselbe bei betref- 
fenden Entscheidungen sein Gutachten zu hören oder einzelne Ver- 
trauensmänner beizuziehen wünscht." Die eigentliche Renovation 
des Schlosses soll erst in etwa 3 Jahren stattfinden, wenn die von 
der grofsh. Regierung veranstalteten Erhebungen vollendet sind. 
Doch werden jetzt schon einige Ausbesserungen am Schlosse selbst 
vorgenommen und zur Vergröfserung der Schlnfswirthschaft ein 
Neubau bewerkstelligt. (Staats-Anz. f. Württemb., Nr. 233.) 

221) Lübeck, 9. Oktober. Im Laufe der letzten Monate sind 
die .umfangreichen Renovierungsarbeiten in der durch ihr reiches 
Ilolzschnitzwerk berühmten Kriegsstube des hiesigen Rathhau- 
ses in erfreulicher Weise fortgeschritten. Die Wandtäfelungen 
sind laut Mittheilung der „H. Nachr." von dem hiesigen Tischler- 
meister Schuhmacher, der sich ausschliefslich derartigen Arbeiten 
des Kunsthaudwerks mit grofsem Erfolge gewidmet hat, unter Lei- 
tung und nach den Zeichnungen des Bauinspektors Schwiening in 
ihrer ursprünglichen Frische und Farbenharmonie wiederhergestellt. 
Es sind dabei ganz ungeahnte Prachtstücke von reich komponierten 
Ornamenten, sowie stilistisch vollendeten Schnitzereien zu Tage ge- 
treten. Gleichzeitig sind die aus dem Anfange dieses Jahrhunderts 



361 



Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit. 



362 



stammenden, theihveise sehr beschädigten und in ihrer Theihmg un- 
schönen Fenster durch neue ersetzt, die durch zwei reichgegliederte 
und mit Intarsien verzierte Pfeiler in drei gleiche Theile getheilt 
und in der oberen Hälfte mit einem ebenso ausgebildeten Kämpfer 
versehen sind. lieber die Art der Verglasung dieser Fenster ist 
man noch immer nicht einig; vorläufig sind in den angebrachten 
Probefenstern einige Bleiverglasungen mit gemalten Wappenschil- 
dern als Versuch eingefügt, doch soll die Frage noch so lange eine 
offene bleiben, bis die Kriegsstube die jetzige Gipsdecke mit einer 
stilgemäfseu Holzdecke vertauscht haben wird. Zur Ausführung 
dieser Holzdecke hat ein geborener Lübecker, der Architekt von 
Grofsheim in Berlin, sehr interessante Projekte geliefert, von denen 
eines voraussichtlich zur Ausführung gelangen wird. Danach soll 
die Decke in Cassetten abgetheilt, mit Intarsien und aufgelegten 
Ornamenten geschmückt und mit dem umlaufenden Konsolenfries 
in Holz konstruiert werden. Die drei mittleren Cassetten erhalten 
Wappenschilder, die beiden kleinen sollen an kräftig ausgebildeten 
Knäufen zwei Messiugkronen , ähnlich den in unseren Kirchen vor- 
handenen, tragen. Der Zwischenraum zwischen Decke und AVaud- 
täfelung soll vorläufig mit einem in der Farbe harmonisch wirken- 
den Stoff bekleidet werden, der später durch Wandgemälde ersetzt 
wird. Nach Ausführung dieser Arbeiten wird die Kriegsstube ein 
mustergültiges Prunkgemach im Stile der deutschen Renaissance 
genannt werden können. 

(Weser-Ztg, Nr. 13214.) 

222) Aus Antwerpen geht der „Voss. Ztg." folgende erfreu- 
liche Kunstnachricht zu. Die Lokalhistoriker wufsten wohl aus man- 
cherlei alten Büchern und Ueberlieferungen, dafs in den Hospitälern, 
in ihren Speichern und auf ihren Böden noch viele Gemälde vor- 
handen sein sollten, welche seit zwei Jahrhunderten, während der 
Kriegsläufe des vorigen und dieses Jahrhunderts, besonders auch 
bei der Belagerung Antwerpens durch die französische Armee unter 
Louis Philipp, der Sichei'heit wegen bei Seite geschafft worden und 
so allmählich in Vergessenheit gerathen waren. Vor einigen Jahren 
hatte nun ,,der Rath'' veranlafst, in allen Magazinen und auf allen 
Böden nach Gemälden zu suchen. Diese Nachforschungen wurden 
von dem glänzendsten Erfolge gekrönt. Das Gesammtergebnifs be- 
steht in 143 Bildern, einige allerdings durch Verwahrlosung ruiniert, 
andere werthlos, die bei Weitem meisten jedoch sehr bedeutend 
und trefflich erhalten, wenn auch mit Staub und Spinnweben be- 
deckt. Man brachte diese 143 Bilder zunächst in einen Saal des 
gröfsten der Hospitäler zusammen , reinigte sie von dem gröbsten 
Schmutz und fand zu nicht geringer Freude unter ihnen folgende 
Meister von unzweifelhafter Echtheit : Rubens , van Dyck , (einen) 
Holbein, Corie, Jordaens, mehrere Otto Venius, ein prächtiges Por- 
trät von de Vos, Pm-bus, ein sehr schönes Dreitafel -Altarbild von 
Martin Peppyn, Jan Matsys, Jakob von Opstael, von Erp, ein aus- 
gezeichnetes Porträt von Franz Hals , van Noorde , Franckeu. (ge- 
nannt ,,Der kleine Rubens"), ein vortreffliches Dreitafel-Altarbild 
von BovanOrley (Die Auferstehung der Todten), Cornelius Sehnt, 
Mostaerdt und andere niederländische Maler untergeordneteren 
Ranges. Unter der Aufsicht einer königlichen Kommission aus 
Brüssel ist man jetzt mit einer sorglicheren Reinigung beschäftigt 



Es wird nun ein Museum für diese städtische Sammlung in der 
früheren Kapelle des vormaligen Waisenhauses eingerichtet. 

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 516.) 

223) In Andermatt, so schreibt man der „Allg. Schw. Ztg.," 
stiefsen jüngst, anläfslich der Ausgrabung eines Fundaments bei 
der sogenannten alten Kirche, die Arbeiter auf mehrere Skelette 
und fanden u. A. in der Kinnlade eines Todten zwei Münzen von 
Gold und Silber.. Bei weiterer Nachgrabung zeigten sich noch zehn 
andere Stücke ebenfalls von Silber und Gold und in einen noch 
gut erhaltenen Lapi>en eingewickelt. Die Silbermünzen tragen das 
Gepräge von König Franz I. von Frankreich (regierte 1517—1547), 
und die Goldmünzen weisen in der Umschrift auf König Karl VHI. 
von Frankreich hin (regierte 1483 — 1498.) Der Verstorbene, viel- 
leicht ein Söldner, der wahrscheinlich in der Riesenschlacht von 
Marignano wider die Franzosen stritt, hatte seine Habe (Beute) 
niemanden hinterlassen wollen, sondern es vorgezogen, sie mit 
sich ins Grab zu nehmen. Es wird wol nur einem Zufall zuzu- 
schreiben sein, dafs zwei Münzen in der Kinnlade aufgefunden 
wurden. (Nordd. Allg. Ztg., Nr. 492.) 

224) Unter der grofsen Anzahl von photographischen Aufnah- 
men, die in den letzten Jahren in den verschiedensten Städten vor- 
genommen und durch welche eine höchst beträchtliche Anzahl von 
Baudenkmalen und sonstigen Kunstwerken zum Theil zum ersten 
Male reproduziert wurden, nehmen die des Photographen Raphael 
Peters zu Lüneburg sowohl durch die Wichtigkeit der dargestell- 
ten Werke, als durch die vorzügliche Ausführung der einzelnen 
Blätter einen ganz hervorragenden Platz ein. Herr Peters hatte die 
Güte, dem germanischen Nationalmuseum ein Exemplar seiner sämmt- 
lichen Aulnahmen (bis jetzt 58 Blätter) zum Geschenk zu machen, 
wodurch dessen Bilderrepertorium eine höchst willkommene Berei- 
cherung erhielt. 20 der Blätter führen uns die Details : Portale' 
Stuhlwangen, Säulen, Täfelwerke und Gesimse, des aufserordentlich 
reich von Meister Albert von Soest 1540—00 geschnitzten Sitzungs- 
saales des Lüneburger Rathhauses vor Augen. Von den übrigen 
kostbaren Schätzen der Vorzeit, welche das dortige Rathhaus birgt, 
sind weiter noch aufgenommen worden : die mit stimmungsvoller 
Malerei geschmückte prächtige Rathsstube, von der 2 Gesammtan- 
sichten, 3 Aufnahmen von Wandgemälden und ferner die eines 
Wand_schrankes vorliegen; ein vortreifUches schmiedeisernes Gitter 
von 1576 ; eine Thür mit kunstvoller durchbrochener Schmiedarbeit 
und zwei Kronenleuchter. Der allbekannte köstliche Lüneburger 
Silberschatz, der heute eine Zierde des Berliner Kunstgewerbemu- 
seums bildet, ist ebenfalls von Herrn Peters aufgenommen wor- 
den; die interessanten und werthvollen mittelalterlichen Teppiche 
des Klosters Lüne sind durch 6 Aufnahmen vertreten ; von dort 
ist auch noch ein Altarblatt zu erwähnen. Den Schlufs der schönen 
CoUektion bilden noch etwa 10 Aufnahmen von Lüneburger Bau- 
denkmälern : Fagaden, Giebel, Portale ü. s. w. Die Anschaflung 
dieser Blätter, die ungemein scharf und correct ausgeführt sind und 
allen Anforderungen entsprechen, die man an gute Photographien 
stellen kann, ist. allen Schulen und Museen sehr zu empfehlen und 
ist mit Hinsicht auf die Opfer, die Hr. Peters durch diese Arbeit 
sich auferlegte, auch sehr zu wünschen. 



Herausgeber: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann. 

Verantwortlicher Redacteur : Dr. A. Essen wein. 
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg. 

Gedruckt bei U. E. Sab ald in Nürnberg. 



Der Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit beendet 
mit dieser Nummer seinen dreil'sigsten Jalirgang und wird da- 
mit zu ersclieinen aufhören. Die gegenwärtige Redaktion darf 
beim Abschiede von den freundlichen Lesern wolil aussprechen, 
dafs es keine geringe Arbeit war, ihn in so langer Zeit in ste- 
tem, gleichmäfsigem Gange zu erhalten. Im Namen derselben, 
wie im Namen des germanischen Museums sprechen wir allen 
den verehrten Mitarbeitern besten Dank aus, die seit dreifsig 
Jahren, ohne dafs je ein Pfennig Honorar gezaiilt worden wäre, 
in solch patriotischer Weise das Blatt und dadurch die Anstalt 
unterstützt haben. Aber auch den Lesern sei freundlicher Dank 
für das Interesse dargebracht, mit welchem sie das Blatt ge- 
hallen und gefördert haben. 

Wenn wir heute dennoch den Anzeiger, der so manche 
gediegene Arbeit veröffentlicht hat, zum Abschlüsse bringen, 
so müssen wir als ersten Grund angeben, dafs er trotz der all- 
seitigen Theilnahme nie ein materielles Erträgnils geliefert, dafs 
vielmehr die Anstalt immer einen Theil der Druckkosten, sowie 
die Kosten für die Illustrationen zuzuscliiefsen hatte. Dies war 
nun allerdings stets voratisgesehen worden und hatte um so 
weniger Bedeutung, als ja der Anzeiger im Austausch gegen 
die Publikationen der Akademieen, Museen, historischen, Alter- 
thums-, Kunst- und Gewerbevereine gegeben wurde und so 
unserer Bibliothek reichen Zuwachs brachte, welcher den Auf- 
wand recht wohl lohnte. 

Allein an ein Blatt, welches Zuschüsse des Museums er- 
heischt, stellt man mit Recht die Anforderung, dafs es nicht 
blos der Wissenschaft im allgemeinen dienen, dals es vielmehr 
auch in erster Linie thatsächliches Organ des Museums um so 
mehr sein soll, als diesem zu anderen Publikationen die Mittel 
fehlen. Ein zweiter, wichtigerer Grund für den Abschlufs des 
seitherigen Anzeigers liegt daher darin, dals mit Recht die Ver- 
waltung des Museums darauf aufmerksam gemacht worden ist, 
wie über dasselbe, über seine Organisation, über Inhalt und 
Umfang der Sammlungen durchaus noch nicht genügende Kennt- 
nifs verbreitet, dafs es also Pflicht des Museums sei, wenn es 
in den Mitteln zu Publikationen beschränkt ist, zuerst solche 
über das Museum selbst, namentlich Kataloge, zu veröffentlichen, 
dafür lieber anderes wegzulassen, insbesondere das, wofür auch 
andere Organe bestehen, wie die Mehrzahl der Aufsätze des 
Hauptblatles, sowie das, was auch anderweitig veröffentlicht 
werde, wie z. B. die Inhaltsverzeichnisse der Schriften der Aka- 
de'mieen und Vereine, die alle im literarischen Gentralbtatt weit 
rascher gegeben werden als bei uns. Dann aber sollten auch, 
wenn die Publikationen über das Museum gröfseren Raum er- 
fordern, umfangreichere Arbeiten, nicht blos kurze Aufsätze, 
zugelassen werden. 

Das Eingehen auf diese berechtigten Wünsche verlangt 
eine gänzlich von der seitherigen Form verschiedene Einrichtung 
des Anzeigers. Nicht einmal das Format kann beibehalten 
werden, da es für Kataloge durchaus nicht geeignet ist. Wir 
schliefsen daher den »Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit«. 
Nürnberg, im November 1883. 



Das germanische Museum wird aber von 1884 an in Mo- 
natsheften einen 
„Anzeiger des germanischen Nationalmuseums" 

erscheinen lassen, dei' folgende Theile enthalten wird: ^ 

1. Offizielle Bekanntmachungen des Direktoriums. 

2. Bekanntgabe der wichtigsten Ereignisse in der Anstalt 
im abgelaufenen Monate. 

3. Verzeichnifs der neuangemeldeten Beiträge und Geld- 
geschenke für etatsmälsige Zwecke. 

4. Verzeichnifs der Geschenke für die Bauten und die 
Sammlungen. 

5. Verzeichnifs der Tauschobjekte, insbesondere der 
Tauschschriften. 

6. Verzeichnifs der durch Ankauf erworbenen Gegenstände. 

7. Verzeichnifs der erfolgten Deposita. 

8. Fundohronik. 

Zum Anzeiger werden ferner, je nach dessen Umfang, bild- 
liche und textliche Beilagen gegeben werden. Letztere bestehen: 

a) in kleinen Aufsätzen, die, selbständig paginiert, unter 
dem Titel 

„Mittheilungen aus dem gerinanisclieii Nationalmusenm," 
nach Bedarf illustriert, alle in den Sannnlungen des 
Museums vertretenen Fächer berücksichtigen, und für 
sich gebunden werden können ; 

b) in selbständigen Werken geringeren und gröfseren 
Umfanges, von denen je einzelne Bogen den einzelnen 
Nummern des Anzeigers beigefügt werden , insbeson- 
dere Kataloge, sowie Abhandlungen über den Gesammt- 
bestand einzelner Abtheiluugen und die Bedeutung 
derselben ; dann auch eine zusammenfassende Be- 
schreibung des heutigen Gesammtbestandes und Um- 
fanges des Museums. Solcher Werke können auch 
je mehrere neben einander hergehen. 

Pas Format wird in grofs Oktav eingerichtet, und werden 
insgesammt jährlich etwa 24— 3Ü Bogen Text mit Illustrationen, 
sowie 12—15 Blätter Bilderbeilagen ausgegeben werden. Die 
einzelnen Werke bilden, je nach Bedarf, gröfsere oder kleinere 
Bände für sich. Vom »Anzeiger« und den »Mittheilungen« wird 
jeder Band aus je 36 Nummern bestehen. Um Proben jeder 
einzelnen Abllieilung geben zu können, erscheint die erste 
Nummer als Doppelnummer im Laufe des Monats Februar 1884. 

Der Präniunerationspreis beträgt für das .lahr 6 Mark. 
Bestellungen wollen je bei der nächsten Postanstalt oder Buch- 
handlung gemacht werden. Direkte Bestellungen können vom 
Museum nicht angenommen werden, eben so wenig Reklama- 
tionen, welche bei den Postanstalten oder Buchhandlungen an- 
zubringen sind, bei welchen die Bestellung erfolgte. 

Indem das germanische Museum den ihm entgegengebrach- 
ten berechtigten Wünschen Rechnung trägt, hofft dasselbe, dafs 
der Anzeiger nebst seinen Beilagen dasselbe Interesse der Fach- 
männer und Laien linden werde, dessen sich seither der An- 
zeiger für Kunde der deutschen Vorzeil erfreut hat. 



Das Direktorium des germanischen Museums: 



Dr. A. Essciiweiii, 

I. Uirnl<tor. 



Dr. K. Froiiunanii, 

H Direktor. 



Generalretj^ister 

zu Band 1 — XXX der neuen Folae des Anzeigers für Kunde der deutsclien Vorzeit. 



Aachen, Dom IS56. 96. 59,238. 68.145. 75, 
92. 76, 253. 83. US. 

— Meibom, das. 1874, U. 
Aacheafalut. 1860, m^. 
Abenbo|rg. Grafen von. Wappen 1881, 9. 
Abensberg, Nicolaus von, verruf 1872, 381. 
Aberglauben, 1854,36. 165. 190. 57,40. 65, 

349. 80, 143. 82, 201. 
Ablafsbrief für Hittenkircheu 1876, 270. 

— für Lcunh. Oelhafen 1878, 14. 
Achfahrt 1860. 366. 

Adam, Erzvater, Darstellung dess. 1866, 274. 

— Sebastian, Maler, in Wittenberg 1874, 179. 
Adel, niederer. Siegel 1879. 165. 
Adelsmatrikel, kurländische 1857, 149. 
Aderlafsregeln 1876,302. 78, 111. 
Adler, heraldischer, auf Siegeln 1881, 32S. 
Adlerorden, schwarzer 1875, 239. 

Agnus Dei, Zauberkraft dess. 1873. 199. 
Agricola, Johann 1856. 364. 65,388. 66.64.207. 

67, 278. 68, 47. 78, 180. 
Ahelviugen, Ulrich von, Grabstein 1871, 40. 
Aeh renlese aus Münchner Handschriften 1876, 334. 
Ahrweiler, Stadt. Urkunden 1873, 315. 
Akademie in Venedig 1869, 368. 
Alajntsee, Ambrosius t879, 111. 
Albertus Magnus 1872, 214. 
Alchemie 1863, 356. 69, 264. 
Aldendorp, Adolf von 1874, 78. 
Alemannien, RechtsalterthUmer und Weisthtlmer 

1868, 11. 
Algesheim, Peter von. Werkmeister 1857, 105. 
AI ISO, römisches Kastell 1858, 115. 129. 
Altar für die Magdalenenkirche zu Basel 1866,272. 

— in der Herrgottskirche zu Creglingen 1862, 239. 

— zu Floha 1881, 172. 
Altaraufsatz 1882, 302. 
Altäre in Pommern 1856. 305. 
Altargemälde zu Artelshofen 1858, 179. 

— Mich. Wolgemuth's 1859. 133. 
Altenberg, Kloster, bei Wetzlar 1858, 409. 
Aitenryf, Glasmalereien das. 1861, 155. 
Alter, Klage darüber 1873, 131. 
AlterthUmer, vorgeschichtliche, im germ.an. Mu- 
seum 1856, 165. 

Althochdeutsches aus dem 11. Jahrh. 1879, 2.57. 

Altnordisch; Wörterbücher 1863, 425. 

Alts wert. Dichter 1858, 79. 

A 1 1 V ä t e r , Handschriften des Lebens ders. 1862, 82. 

Alz ei, die von 1859, 321. 

Amerbach, Basilius 1870, 96. 

Amman, Jost 1854, 271. 57.285. 72.378. 

Amsterdam, Gerhard Heinrich von, Bildhauer, in 

Breslau 1880, 302. 
Analysen von Bronzen 1S72. 377. ^ 

Anco na, deutscher ,\stiuii(iiii das. 1S79. 103. 
Anhalt, Christian 1., Fürst 1*57, 212. 
Anhalteschrciben um e. erled. Schulstelle zu 

Chemnitz 1878, 2:38. 
Annaberg, Kirchenbau 1881, 197. 
Annales necrologici St. Blasiani , 963—1453 1862, 

109. 
Annweiler, Schöffen das. 1872, 221. 
Ansbach, SchUtzenwesen 1878. 327. 

— Stiftskirche zu St. Gumbertus 1867, 13. 65. 128. 
Ansiedelungen, vorhistorische, bei Rudolstadt 

1868, 3'>4. 
Antependium aus Kloster Marienberg 1869. 72. 
A ntouiusfeuer 1855, 67. 
Antwerpen. Hansahaus 1860, 80. 
A n u 1 u s et baculus 1877, 14. 
Aphorismen, sphragistische, 1866, 233. 2a5. 67, 

5. 338. 68, 217. 69, 321. 70, 80. 273. 71, 73. 

126. 204. 22-5. 360. 72, 44. 77. 211. 2.50. 317. 382. 

73, 36. 94. 2,59. 32i. 357. 74. 110. 182. 301. 366. 

75, 106. 371. 76, 107. 132. 82, 12. 
Apostelkrüge 1877, 240. 
I De apostolicis 1875, 215. 
Apotheker, Bestallung 1874, 151. 



Apotheker. Kid 1868. 323. 

A p p e 1 1 a t i n a. d. kais. Kanimergericht 1873, 295. 

A q u a m a n i 1 i a 1867, 260. 

Aerbo 1867, 199. 

Arbo res que decidende 1876. :301. 

Archive zu Gederu 1872. 124. 

— zu Mainz 1874, 341. 75, 47. 

— zu Memmingen 1865, 374. 

— zu Ortenberj 1872, 124. 
Aristoteles, A erdeutschung dess. 1879, 143. 
Arithmetik 1873, 249. 

A e r m e 1 V e r z i e r u n g 1881, 41. 
Arno lt. Hanns, Maler 1867, 278. 
Arnsburg, Cistercienserkloster 1865. 156. 215. 
Artelshofen. Altargemälde das. 1858, 179. 
Aerzte: Augenärzte 1877, 262. 

— Coiter. Volcher 1859, 2S.J. 

— Heim. Herm. 1862, 270. 

— Heinrich der Arzt 1861, 79. 

— Henisch, Georg 1867. 268. 

— Kifer, Job. ISH». :lii3. 

>- Münzer, HicioiiMiiiis 1879. 3.57. 

— Mvlius. S:iniu. I 1SH2, 264. 

— Päracclsus 1856. 69. 

— Soest, Johann von 1865, 468. 

— Suzato, Johannes de 1865, 468. 

— Wittich, Johannes 1876, 330. 

— Wolf, Lorenz 1873, 46. 
Aschaffenburg, Stadt, Befehl an die Pfarrer das. 

1879, 207. 

— Erzdcnkmale in der Stiftskirche 1868, 92. 

— Siegel 1860, 247. 

Aschauer zu Hohenaschau, Wappen 1869, 232. 
As tronomie 1867, 142. 77.-5.5. 
Astronomen (s. a. Matliematikerl. 

— deutscher, in Anci.ua 1879, 103. 

— Johann von Gmuudtii 1878. 1. 

— Herschel 1859. 441. 

— Kepler 1865, 22. 
Aufsefs, Peter von 1872, 7L 
Aufstand in Br.lim.n 1860, 393. 
Augenärzte, uüttelalti'rliche 1877, 262. 
Augsburg, Peter v. Schaumberg, Bischof 1876.356. 
Augsburg. Bildnisse protest. Geistlicher 1864, 406. 

— Fresken 1856, 64. 57, 313. 59, 356. 60, 392. 

— Geburten 1864, 404. 

— Gedichte, die Stadt betr. 1864. 408. 

— Hochzeiten 1864, 404. 

— Reichstag von 1530 1873, 45. 299. 74, 312. 

— Todesfälle 1864, 404. 

— Volksbelustigungen 1530 1873. 45. 
Augustin's Werk de civitate Dei, Handschriften 

. 1862. 319. 
Augustinus 1881, 161. 
Aurifaber, Johann 1869, 335. 80, 208. 
Auschwitz, Land, deutscher Einflufs bei Gründung 

der Städte 1865. 308. 
A u 3 g r a b u n gen bei Pietersdorf 1883, 162. 

— bei Münchelierg 1867. 33. 

— im Peuteuthale 1866. 397. 

— bei Kochsf.'ld 1S«6. 241. 

— zu Kil^-,ellliarll l«i58, 378. 

— im nordl. Westfaleu 1863, 121. 

— bei Wizenic 1866. .>5. 

Aussee, Grabstein des Ottmar Schlecht 1862, 78. 
Ausstattung der Hoffräulein 1860, 15. 
Ausstellung des Internat, archäol. Congresses zu 

Bonn 1868, 318. 
Aussteuer einer Gräfin au Kleidern und Schmuck 

1864, 215. 
Autoren-Honorare 1860. 92. 
Avaue in Valdiserchio, deutsches Grabdenkmal 

1872. l.'i. 
Ayrer, J.akob 1854, 13. 32. 

Baben hausen, Juden das. 1879,207. 
Baden, Sitte des. 1855, 38. 
Bader in Ulm 1859. 369. 
Badereisen von Nürnbergern 1863, 442. 



Ball rrecht 1868, 11. 

B a i o u n e t m e s s e r 1883, 296. 

Baldachin, bemalter 1869, 194. 

Baidung Grien 18.55, 311. 

Bamberg, Bücherkatal. d. Domkapitels 1877, 18,5. 

— städt. Kunstsammlg. 1873, 35:3. 

— Schwabenspiegel, Hdschr. das. 1854. 87. 

— Turnier im J. 1486, 1853, 124. 

— Bisthum, Gründung 1860, 81. 
Bärenfang im Fichtelgebirge 1858, 116. 
Bäreuspiel 1863, 396. 

Bart der Deutschen im M. A. 1858, 8. 

Basel, Altanvirk im M.igdal. -Klostur 1866, 272. 

— Goldschmi.drzeichi-n 1883. 2il9. 

— Handschriften dorts. 1880, 137. 

— Rathsgeläute 1856, 202. 

— Bruno, Bischof 1855, :30.5. 
Bauern, Streit mit dem Klerus 1877, 369. 
Bauernkrieg 18.55, 81. 60, 112. 66, 24. 79, 39. 
Bauführungen 1861, 391. 82, 189. 83. 41. 

B a u g e s c h i c h t e d. Schlosses z. Meifsen 1882, 45. 
Baukosten des Thurm- und Chorbaues der Stifts- 
kirche zu Ansbach 1867, 13. 

— des Schlosses Friedberg 1871, 267. 

— der Kapelle zu Reun 1866, 24<i. 
Baukunst im Ordenslande Preufsen 1868, 322. 
Bauleute 1861, :391. 82, 189. 
Baumeister (s. a. Werkmeister): 

— in Bunzlau 1877, 214. 

— in Görlitz 1876, 321. 77, 97. 

— In Liegnitz 1877. 209- 

— in Löwenberg 1877, 214. 

— Lucas. Hans 1883, 8. 

— Ried, Benedikt 1881, 141. 197. 

— in Schweiduitz 1875, 109. 

— Thomas 1881, 15. 
Baumgarten, Friedrich von 1874, 16. 
Baurifs eines gothischen Thurmes 1853, 111. 
Bautechnik, mittelalterhche 1873. 112. 
Bauwerke, mittelalterl. Polychromie 1870. :396. 
Baiiwosen 1882, 169. 

Bavern, Albrecht V., Herzog 1879, 313. 

— Ernst. Herzog 1853, 27. 

— Heinrich XVI., Herzog 1859, 283. 

— Johann, Herzog (1437—14(53) 1871, 374. 

— Ludwig der Bärtige, Herzog 1873, 185. 

— Lud\vig der Reiche. Herzog 1873, 186. 

— Wilhelm der Fromme, Herzog 1866, 275. . 

— Wilhelm V., Herzog 1870, 366. 

— Juden 1871, 17.5. 

— Wattenstillstand zmschen den Herzogen Lud- 
wig und Heinrich 1864, 287. 

— Zwietracht der Herzoge 1877, 358. 
Beerdigung von Ministerialen geistl. Stifte 1873. 

221. 
Begängnisse für König Albrecht 1. u. Kaiser 

Maximilian I. 1865, 377. 
Begharden in Westfalen 1863. 313. 
Beghinen in Westfalen 1863, 313. 
Begräbnifs, Abbildung von 1441. 1880, 152. 

— der Frau Barbara von Giech 1860. 401. 
Bogräbnifsplatz bei Koschütz 1857, 312. 

— bei Nehazenitz 1863. 4.52. 
B e h a i m , Friedrich 1877. 339. 

— Lukas Friedrich 1882, 6. 

— Martin, der Set fahrer 1853, 51. 56, 193. 79, 72. 

— Michael Vll.. Baumeister 1874. 106. 

— Paul 1877, 339. 80. 208. 

Bcham, Hans Sobald, die 7 Planeten 1880, 357. 
Beilager des Grafen Wolfgang zu Stolberg 1874, 

2.54. 
Belagerungen 1854. 304. 66. 329. 71, 161. 83, 167. 
Beleuchtung, öffentliche 1855, 208. 
Belgrad, Kampf darum 1456, 1864, 369. 
Kennohöhlc, Insidirift das. 1858, 111. 
Berlicliingen, Götz von, Briefe an den Winds- 

heimer Rath 1862, 396. 

— Feiudsbrief an Nürnberg 1865. 417. 
Berlin, Aufenthalt das. 1875, 2:39. 



Berlin. Handschr. t. Veldeke's Aeneide 1855, '273. 
B er man. Hans. Töpfer 1874, -.'le. 
Bern, römische Bautheile 1864. 3(19. 
Bescliwörungsformeln 1868.234. 64.116. 78. 
. 48. 360. 

Besegnungen 1865. 349. 68. 395. 
B es pr ec hungs formein 1854. 36. 
Bestallung eines Leibarztes 1869, 303. 

— eines Präceptors 1869. 268. 
Bestattung der Einseweide 1861, 279. 

— indische 1867, 2i9. 

Betrunkene, Gedicht auf dies. 1874, 373. 75, 

1S4, 248. 
Bettel münche, Satire gegen dies. 1878 , 347. 

79, 164. 
Bettstatt, gothische, im geniian. JIus. 1871.297. 
Beurkundung e. merkwilrd. GerichtsTerhaodlg. 

1865 346 
Bewaffnung 1880, 205. 236. 269. 325. 81, 1. 129. 

225, 2.57, 289. 321. 345. 82, 1. 97. 117. 149. 232. 

257. 
B eye hei. Des., Bildhauer. 1856. 370. 6a. 231. 
Bezahler, passiver Gebrauch des Wortes 1870, 

128. 
Bezold. Hans. Medaillenschneider 1868. 261. 
Bibart, Markt. Weisthum 1883. 13. 
Bibra. Kilian von, Dompropst zu Würzburg 1866, 

297, 
Bierbraurecept vom J. 1409. 1876, 4:3. 
Biertrinker, Warnimg für dies. 1876, SO. 78, 

324. 
Bilder aus dem bürgerl. Haushalt 1880. 1. 

— zur Erzählung v. d. schönen Melusine 1882, 325. 
Bilde rhandschrift von Veldeke's Aeneide in 

Berlin 1853, 273. 
Bilderkatechismen 1856, 111. 
Bilderräthsel 1838. 2.56. 59, 170. 246. 77. 304. 
Bildhauer (s. a. Eisenschneider. Medailleuschuei- 

der, Holzschnitzwerke. Plastik) ; 

— Gerhard Heinrich v. Amsterdam 1880. 302. 

— Beychel, Des.. 1856, 370. 62. 231. 

— in Brieg 1878, 'im 

— Freienfufs. Hans 1881. 16. 

— Dollinger. Hans 1861. 119. 63, 4IM. 

— Adam Krartt 1866, 407. 

— in Görlitz 1876. 137. 

— Haider, Simon 1858. 76. 61, 9. 

— Nikiaus von Leyen (Leyden) 1857, 317. 389. 
61, 9. 

— Lerch. Nikolaus 1857. 317. 389. 61, 9. 

— Meit Konrad 1860. 1.58. 

— in Llegnitz 1877. 209. 

— Plenniger, Andreas 1868, 146. 

— Rubens, Peter Paul 1864, 278. 

— in Schweidnitz 1875, 109. 

— Stofs, Veit 1860. 396. 62, 402. 65. 213. 79. 109. 
159. 205. 80. 307. 

— Walter, Christoph 1881, 13. 
Johann 1881. 13. 171. 

Bildwerke au der Fraueiithiire zu St. Sebald in 

Nürnberg 1863, 4:38. 
Bild Wirker ei zu Heidelliirg 1877. 13. 
Bingen (HohenzoUern). Weistimm 1872, 219. 
Bippappspiel 1875.247. 
Bischofsstab. Haltimg dcss. 1866, 432. 
B i s ch f s w a h 1 1868. 96. 
S. Blasiusk Iflster im Scbwarzwald. Necrologium 

1860. 353. 61. 113. 62. 109. 
Blasonnierung 1877. 2>1. 
Blätter, fliegende, im germ. jMus. 1856, 35. 
Blaubeuren, Grabstcm der Gräfin Adelheid v. 

Helfenstein 1877, 177. 
Blondin des 16. Jahrhdts. 1874. 1.5. 
Bod ensee, Hero u. Leander das. 1863, 17. 
Bodmanu's handschriftl. Nachlafs 1871, 30. 
Bodmer"s Einl-'itiiu^' zu den Nibelungen 1874. 300. 
Böhmen. .loliaim. Kiinig 1875, SO. 

— Ottükar, König 1873, 237. 

— Aufstand 1860. 393. 

— Funde, archäologische 1868. 391. 

— Gräber, heidnisdie 1866, .52. 

— Hügelgräber 1866. 339. 

— Lage beim Tode Sigismiinds 1868, 30.5. 

— Schlacht am weifscn Berg 1865, 470. 

— verschlackte Wälle 1859; 90. 
Beiden sele, Wilhelm von 1866, 4a5. 

Bonn, Ausstellung des internation. ärchäolog. Con- 

gresses 1868, 318. 
Bopfermann, Wappen 1876. 3.52. 
Bosau, Klosterkirche 187.5. 21)1. 
Bosch, Hieronvmiis. Mahr, Gemälde 1864. 15. 
Boten 1880. 7.5. 83. 7. 

Botschaft zum türkischen Kaiser 1876. 111. 
Böttcher 1881, 4.3. 
Brak teatenfnnd, in Amsgereuth 1869. 254. 



Brak tea teuf und. bei Bockwitz 1872, 72. 

— bei Kloster Hioda 1863, 1.57. 

— in MaileiiL' iSteii'rmarkl 1866, 228. 

— in Reinhardsü-rimma 1868, 3<J. 

— in Reutuitz 1863. 486. 

— in Trehitz 1863. 91. 

— Uthmödeu 1868, 14.. 
Brakteatenstenipel 1856. 143. 
Brand zu Erfurt 1879. 129. 
Brandenburg, Albrecht. Markgraf 1854. 264. 

39. 407. 

— Albrecht Achilles. Markgraf 1856. :361. 78. 377. 

— Friedrich. Markgraf 1868, :33. 80, 11. 

— Georg. Markgraf 1865. 237. 67. 257. 

— Hans. Markgraf 1881. 1.5. 

— .I.iliaiiu, .Maikiriaf 18.54. 2<>4. 

— SiisaiuKi MarkL'iäfin 1873, 123. 77. 39. 

— Kursi-lnveit 1860, :327. 

Brandenburg a. d. H. , Dom. Inventar der Ger- 
kammer 1880, 3:36. 

Branntwein 1868, 31.5. 

Braut. Sebastian 1856. 135. 57, 396. 

Braun, Oculist. Bruch- und Steinschneider, in Gun- 
zenhausen. Patent 1868, 324. 

Braunsberg, Stadt, Prospekt v. Stertzeil 1870, 105. 

Braunschweig. Heinrich d. Löwe 1871. 6. 83.197. 

— Herzogthuni, Glockeninschriften 1876, 202. 

— Stadt. Grabmal Heinrichs des Löwen u. seiner 
Gemahlin 1871, 6. 

— Messen 1863. 52. 

— Mysterium aus dem Stift S. Blasii 1879. 83. 
Brau n s c h \v e i g - W o I f e n b ü 1 1 e I . Heinrich. Herzog 

1877, 304. 

— Julius. Herzog von 185.5 257. 
Breckerfeld. Pfarrkirche 1858. 144. 
Bremen. Geschützinschriften 1883, 161. 
Breslau, Heinrich von. Minnesinger 1881. 352. 

82, 48. 

— Jerin. Bischof 1881, 207. 

— Bernhardinerkloster 1871, 96. 

— Eisenschneider 1881. 102. 

— Excerpte aus den Stadtbüchern 1871, 12. 131. 

— Fenstersohfbänke des Stadthauses 1883, 35. 

- — Gemälde in der bischöfl. Residenz 1881, 176. 

— Glockengiefser 1883, 9. 

— Handschriften der k. u. Universitäts-Bibliothek 
1872. 85. 73. 14, 75. 208. 

— Handzeichnungen i. d. Stadtbibliothek 1877, 142. 

— Lotterie 1854. 167. 

— Medailleiiselmeider 1881, 102. 

— Irkuuilen 1872, 128. 

— Wappensteinschneider 1881. 102. 
Bretten, Hündlein von 1880. :332. 81. 7. 
Brettstein zu Sigmaringen 1879. 1:32. 
Breuberg, .\rrosius von 1879. 207. 
Breughel, Peter, Maler. Gemälde 1864, 15. 
Brief des lOiähr. Friedr. Behaim an seinen Bruder 

Paul 1877, :339. 

— des Gabriel Holzschucher 1883, 15.3. 

— von Leibniz 1883. 199. 

Briefbueh des Simon von Homburg 1873, 6. 
Briefe, Must.r 1873, S6. 

— des Satans 1883. 336. 
Briefsammlungen 1854. 3. 56, 198. 
Briefsteller 1869, 1S8. 

Brieg, Künstler das. 1878. 75. 298. :389. 83. 313. 
Br i X e n . Johannes Nas , Weihbischof 1859 , 324. 

66, 21. 
Bronzefunde, in Chudcnitz 1864, 401. 

— bei Herzfelde 1860, 390. 

— bei Horschowitz (Horzowitz).1863, 450. 64, 348. 
65, 183. 

— auf der Domäne Ploskowic 1860,1447. 
Bronzen, Analyse 1872, 377. 
Bronzeringe 1860, 127. 
Bronzeschwert 1880, 28. 

Brot als Urkunde 1860, 279. 

Brotverkanf- und Schauordnung. Churer 

1883. 219. 
Bruchschneider 1868. 324. 
Bruderschaften zu Salzburg 1877. 7. 79. 107. 
Bruneck. Kiirschnerzunft 1881. .36. 
Bruyn, Nicolaus de 1881, 106. 165. 
Bubenorden 1868. 113. 
Buchbeutel 1862. .323. 77. 11.5. 78, 112. 
Buchdrucker, Fust. Johannes 1876, 36.5. 

— Gutenberg, Jobs. 1856, 127. 

— Herrgott. Job. 1879. 293. 

— Koburger. ,\ntlioiii il,